islouatefd^rtff bes Deretns 3ur Pflege ber Hatur* unb £anbesfunbe in §djlf5iüi0-§0l|Iein, Hamburg utiö püctb. tav-gbeft. J n h a 1 1 : 1. SBorte an £errti ©efieimrat o. ISSmarcf). 2. Tie '.!lfabcmiicf)en ^»eilanftalten in ftiel. 3. liniere iöauerngärtcn. 4. Soren* löorft +. Die Heimat Verein zur Pflege der Natur- und Landeskunde in Schleswig-Holstein. Hamburg und Lübeck Drnrf con 21. 3*nfen. Digitized by Google fcn- wr. /. 3 0 G HARVARD COLLEGE LIBRARY o4L .Vrw IN MEMORY OF FRANKLIN TEMPLE INGRAHAM ('LASS OF 1014 SECOND LIEUTENANT COAST ARTILLERT CORPS UNITED STATES ARMY WELLESLEY. MASSACHUSETTS MAY 2 3.1891 APRIL 11,1910 amm Digitized by Google pie gfreimat BTonafsfdjriff beS Pmins 3ur pflege bei* 2latui*= unb fanbesfunbe in gttjlESiüifi-inlltfin, öfimbiirg linti fiiticl HI. Jia^vgattg. Lite!, 1808. $ r u (f t) o n 9C. g. 3 e n f e n. Digitized by Google Gtr^ H S\ hj 0 I f V ' ' ' 0C1 2 1939 V. O BM *^ S, Digitized by Google Jnfotlts -tejeichms. I. Wefdiidjte, 3lltertiim<<= unb SJolfdfunbe. ©fite (faßten, 3- 3- ©erfeljrbtBege unb fjiftorifdje Orte im mittleren uub füblidjen Sdjlebroig. (©ortrag geß. auf ber 3. ©eneratoerf.) 193 „ Über Crlb- unb glurnamen in Sd)Ieöroig-.v>otrtein .... 275 (Satflenb, So. Knirferbeen ober ipinfelbecn. (2liittoort auf Sagerb 'ilnfr. S. 06.) 144 dtjlcrb, ,f). 2t ub bem breifjigjütjrigen Kriege. (9iad) Dr. Sljrenberg. 2Utona unter Sdjauenbnrgifrfjer £>errfdjaft, .§fft V.) 11 Sfdjenburg, Qnfdirift am 'Jiolanb ju ffiebcl 111 „ unb 9t. ». gifd)er-©eiijon. Unfere ©auerngärten II. ... 30 gad, K. SBar ©eter ber ®rofie in tpolfteini’ (©ergl. Ifjeeu u. ©ofj ©. 112.) 22 gratini, ü. Sab alte fäc^fifctye ©aurrnt)aub. (SDlit 1 2tbbilbung.) . . 264 u. 208 ©lat), 21. Siebclungbttjpen beb bfutfcßeit Sleidjeb. (3JIit 12 Slbbilbungen.) . . 217 „ Ziernamen in beti Crtb- uub glurnamen ©dtlebtBig-ipotfteinb. (©ergl. ©ruft !p. U. Kraufe S. 276 u. 3. Kalifen S. 276) . . . 2C2 Kaad, £>. Urne 3*nb Sornfcn 241 Kargen, @. SBer befigt nod) einen ©erring V 69 „ ©annenring ober Seering 142 Kraufe, ■ ©etcr ber ©rogc in ©djlcutuig ■ •’polftein. (©ergl. K. Satt©. 22.) 112 SBitt, g. Vofe ©lütter aub ber Jt ultitrgcjdjidjtc unferer ireiniat, 1— III . 66 u. 78 Sie Gnttoürfe ju beut üatibebbcnftmil Kaijcr SÖiltjelm 1. für Sd)Ieb> loig..'jiolftciit. (©tit 4 Slbbilbttngen.) 145 Sic neuen Gittioürfc Bon g. ©riitt unb ©. ©etcrid). (©(it 2 Safctn) Ii. Statur; uub Vatibcbfiiitbe. Slpftein. S. Über Sdjncdctt im ©roftett ©löncr See 234 „ ©cröffentliditingcn aub ber ©iologifdfen Station in ©tön ... 167 „ Stntloort auf bie Entgegnung beb .©terrrt fladjariao 231 ©rübt, 3- ©on ©ergeborf nad) griebriepbruf) 108 Sreßler. ©raiintoljlenfunb bei 9itnbbburg 69 Sfdtcttburg, S). uttb 9t. o. gifd)cr-©cnjon. Unfere ©auerngarlett, II . . . 36 gad, K. guttb einer 9ientierftaitge 68 gad, 90?. 49. 3 UC ©obenbilbmtg Sdjlebiuig-.'polfleinb. (©ortrag geh- auf ber 3. ©encralocrfammliing.) 152 „ Einige feitene ©djuedenarten 143 „ Sintjcimifdje Slnabontcn (Sliitiu. a. b. Slnfr. Bon Kertelfjein ©. 176.) 239 greefe, 21. Sie glatte ©aller (Coronella austriaca) in Sdjlebioig-tpolftein . . 263 ircitt, lp. Carcx oroithopoda. (©ergl. bajii bie ©crid)tigiing Bon Ern ft S. Kraufe ©. 270.) 94 Harften, ©. SBer befigt noch einen ©erring V 69 „ ©onnenrittg ober ©eerittg 142 Knutt), ©. Über blülcnbiologifdte ©cobadttungen. ©tit 7 SIbbilb. . . 97 u. 128 „ Sie ©lütcneiitrid)lungcn ber .(taütgpflanjen 228 „ ©tjdnologifdjc ©eobadjtungcn in €d)lebn>.>$olft. tnt Sollte t892 49 Defcr. 2tub bem Sierlcben: Ser .ycd)t, ber gemeine Stid)Iing, bie Stingcluntter 238 ©ageljcn. Cttafen ber gröfdjc 116 ©arib, 2t. Über ©teleorbrobacgtniigen 100 u. 216 ©eterb. So. S. gilt grettnbe ber ©djmcltcvluigbfunbc 85 ©raljl, ©. Siorenj ©orft t 46 Sd)mibt, Suftub. gmeiter 3al)reeberid)t beb ©otamfdjen ©ereinb ju Hamburg 186 „ „ (nicht guliub). ©iilteitungen aub ber fjeimatlidjeu ©ganjcnlBflt 170 leege, 3- ®btoab oon unferer Jpaubeule 286 SBeber K. Sie Stoorc Sdjlebtuig'.fiolftciitb 78 Digitized by Google 4 Seite SBettS, 9t., 3unger Sudutf im 9Jcft bed StotjdfiBänädieng 113 süJeftpfjalen. 3um Quoten ber 3röfdje 114 3ad)itriad, 0. Aufgaben bet Siotogifdjcn Station ju ©tön 209 „ (Entgegnung auf beit Slrtifel bcö .ftctrn t)r. 9lpftcin (S. 167) . 201 SBanbrournt im (Ei? Stitteilung uub 9(ntn)ort itad) EPtof. .fteller 175 Übet (Erforfdjung unfetet Stoorc unb SBiefen 21 C III. gitterntur u. f. ni. Elbesloe 1893. (Sc Sangert, g. Sie Sadjjengreiijc im ©ebiet ber Jrane. fprodjen non l>r. 91. ©toi;.) (Etjlcrd, ft. fteimattunbe Bon 911tona unb Umgegeitb. 9tttona 1893. (9(ngej Bon Sannmeier.) (S()renberg. 9lttona utttcc Sd)auenburgifcficr fterridjaft. fteft V. (9tud bem breijjigjäbrigen Stiege.) Serid)t oon ft. (Et)lerd gifdjer-Senjon, b. Sic ÜJtDore bet Srooinj Sible«to.-ftolft. (Seridjt Bon G. Sieber, ©tot), 91. ©eiträge jut Siebetungdfunbe 9Jorbatbingiend. Stuttgart 1892 (Sefpr. Bon Sangert.) ftaad, .ft. 21 u 3 ber Sturm- unb Stangperiobe ber (Erbe. 1. Sb. Sertin 1892 (Sefpr. non 9t. 5J3. gorenjett.) . . . ' . . ©ntnbrifs ber gouenburgijd)cn ©efdjidjte. iSoBcburg. (9tnge^. o. Saget. yl,, - Sinbct. ©tön. ©in gü^rer buraj bic Stabt unb beren Umgebung; 9tnt)äng ©timer @cfd)id)ten. Stirn 1893. (9tngej. Bon Saitnntcicr.) . . Snutf), S- Stumcn unb gnfeften auf beit uorbfricfifdjcit Snfcttt. Siet unb geipjig 1894. (9tngcä. oott Sannmeier.) „ ©efdjidjte ber Sotanit in Sdjlcbiuig-.ftotfteiii. Siet unb üeipjig 1892. (9tngej. Bon Sannmeier.) . . St'ejborg, 9i. Cm Sligningeflittc i SledBig. Sjebentjopn 1891. (Vlitge,). Boi 117 144 11 80 173 71 110 1H. .ftnnjenT 7 Steboigjfe Sonbergaarbc i bet lobe, 17be ote Vtrabemifrften ^eilanftaltcn in Jliel n ttltona unter SAautnburßifaft fflrortfefcunß). 4. SUte« unb 9?eue# au* bem <*au«tja!te be* Auctud*. r>. ‘ÄnfTaßen. rt. StufTorbminßm. 7. iRitteilunßen über Ianbetfunblidje iiitteratut. H. »erein* ?lit0eleßfttbeiten. Brnrf Don 21. ,f. 3*nf«n. i. 'V* * 2)er gefcf)äft$füf)renbe 2(u^fct)u§ beftebt jur ßeit au$: ©pmnafiaUehrer a. ®. Jaif, Sorfi^enber, Stiel, Schulftrafee 14. ^auptletjrcr £annmcier, Schriftleiter, Stiel, üornfenftrafje f>9. §auptlef)rer Älecmonn. Schriftführer, Stiel, StirchhofSallee 30. £>auptlef)rer ^eterS, ftaffenführer, Stiel, SBaifenhofftraffc 4. (Einzahlung ber Beiträge für baö $aljr 1893. Um beu geehrten 'JNitgliebcru für bie Sinaahlung ber Beiträge un< nötige 'DUilje unb Stoffen ju erfparen unb jur ®rleid)ternng ber ftaffenfübrung bitte ich, für baö nächfte 3ahr golgenbeö gcfäHigft beachten wollen. 1. Sillen ©elbfenbungen per fßoftantoeifung wolle man bie 5 'Pfennig Ve ftellgelb beifügen, ba fonft für bie Staffe eine nicht beabfidjtigte Jtiirjung entfteht. 2. ©o an einem Crtc bejw. einer ©egenb mehrere 9Kitglieber finb, wollen biefe fich ju gemein} am er Sinfeubung be3 Beitrag« nad) 3Röglid)feit Bereinigen. $aö ÜHitglieber’Verseidjnis nebft Nachträgen giebt bie nötige äuSfunft. 3. 3n größeren Crtfchaften werbe ich eines • uitferer 'JHitglieber um ®in= faffierung ber Beiträge erfuchen unb bemfelben ju feiner fiegitimatiou Cuittungen einhänbigen. 4. infolge eineö Slbfommen« bea Sud)binbermeifter^ §erru Meiner mit bem gefchäftöführenben SluSfchufe ift eö mir mögliih, bei SKebreinfenbung oon 0,60 M.. ben ÜHitgliebern bie fehr gefchmadoolle Siitbanbbecfe beö 3ahrgangö 1892 mit bem nächften jpeft ber „Heimat" portofrei jujuftellen. Stiel, im ®e^ember 1892. ^Jetero, Jpauptlehrer. SBaifenhofftr. 4. Mitteilung. ®ie Veröffentlichung ber Slbgänge oon SHitgliebern im Sahre 1892 fowie ber 3“9önge feit bem 21. Noöember 1892 (fietje Überficht ber 6nt> widlung beS Vereint am ®nbe beö £>eftö) erfolgt wegen ÜNangcl an fRaum erft mit bem nächften •’peft. Stiel, ben 29. ®ejember 1892. SH. rtleemunn, Sdjriftfübrer. ittonatßfdmft brßUminß jur pflege bcrftaUtr-u.|Canbeßkuni>c in Schlcßtoig-^olftcin, Hamburg uttb l^ibedt. 3. £>a[)rgnn(|. ,M 1. Januar 1893. Xif rrfctjfint jrten OTonot in 1—1'/* ©ogen. Xic ©titglifbei bc# ®min« erbaltrn birfelbf gegen einen ©eitrag oon 2 Warf frei *ugefanbt. Xer ©eitTag rann bi« jum l.Slpril jeben OMre* an brn ftaffenfübrer, tfouptleljrer ©eter« in Stiel, ©aifenbofftrafte 4. eingefanbt werben ; bi« babin uid)t ent- richtete ©eitrüge werben burd) ©oftnadinabme einge, sogen. ftfir Wid|tmitgliebrr foftet bie „Heimat" burd) ben ©udibanbel im ^abr 3 ©tarf, bie einzelne Anrainer 30 ©f. Äugigen foften 15 ©f bie ge* Ipaltrne ©etitjeile. bei fBirberfcolung wirb ber ©rei« ermäßigt. 3d>riftleiter - Cwnptlebrer Xannmeier in kiel, Uorufenftr. 59. <3Mt nufere |!cfcr. Süte bic SDtittcilungen unfereS Schriftführers unter SereiitSangelegen- tjeiten jeigen, hat fid) ber Serein pr ^fleße ber Statur- uttb SanbeS- futtbe u. f. tn. auch in feinem jweiten 3af)r gut weiter entwirfett. Irofcbem giebt eS aber nod) manche greunbe ber Statur-, £anbeS‘ unb Solf«- tunbe, bie ben Serein noch nid)t fennen gelernt haben. Sie für benfetben p gewinnen, barin möchten alte SJtitgtiebcr ben gefdjäft«fiif)renben SluS- fd)ujß unterftüfsen. 2)er Herausgeber ber Heimat banft allen, bie ifjn im abgefdjloffenen jweiten 3af)r als ffltitarbeiter unterftüfct haben, unb bittet alle SereinS- mitglieber, fid) aud) fünftig als feine SJtitarbeiter anpfefjeu, inbem fie felbft SJtitteilungen ober größere Sluffä^e einfenbeti, ober baburd), bajf fie ben Herausgeber auf foldje Serfonen aufmertfam machen, welche ben Serein als 9Jfitarbeiter ber Heimat unterftüben fönnen. $er Serein f>at in ben beiben erften Qaljreu ben Serfaffern ber größeren Sluffäfee in ber Heimat 30 Jt. für ben Sogen bepf)lt ; ein gleiches wirb aud) im britten 3al)r gefd)el)en fönnen. $ür baS nädjftc 3atjr finb bem Schriftleiter u. a. in StuSfidjt geftellt: ein größerer Sluffaj) über ben Storb-Oftfee-Stanal oon Herrn StegierungS- baumeifter Jinfanjer, eine Slnpt) 1 Silber ans ber oorgefchichtlidjen ^eit oon gräulcin SKcStorf. Scibc Seihen oon ?luffä()en werben hoffentlich, joweit erwiinfdjt, illustriert werben föttnen. ®er SluSfdjuf} für bie 6r- ridjtung eines Staifer SBilijetm-XentmalS in unferer Seoöinj l)at für bie „Heimat" ^Photographien ber oier in Stiel auSgcftellten Sntwiirfe pr Digitized by Google ©örffen. 2 Verfügung geftetlt. ®er .Herausgeber fmfft, biejclben beu Siejerit in ber „Heimat" halb in guten Stbbilbungen borlcgeu 311 föntten. ?tud) baritt erbittet fid) ber Herausgeber bie Unterftitjsuttg ber üefer, baff fie ibn auf ©ebiete tjinmeifen, bereu ©etjanbtung in ber „Heimat" ermiinfefjt ift. ©ei berartig gemeinfamer Strbeit biirfeti mir auch im neuen ©ereinS= fahr auf gutes ©ebenen für ben ©ereilt uub feilte füfonatsfdjrift tjoffeu. SDannmeier. |lic JUwtbemifthcn Heilanstalten in |iiel. ein ©ebcnfblott ptn TOften ©eburtötoge griebrid) e. ©stttardi’s. Son (froil ©3rffen.») 9lnt 9. Qattuar b. 3- finb eS fiebenjig Sabre, feit in ber Stabt lünning ber jeftige Sciter ber djirurgifdjen Stbteitung ber Sieter ata= betuifd)en ^jeifanftalteu, ©ebeinter ©iebijiualrat ©rofeffor Dr. griebrirf) o. ©Sniarcf), geboren mürbe. ®a fomobt bie Sieter Uuioerfität, als attd) baS ganje iiatib beut genialen 9trjt ttttb afabemifdjett Setjrcr niet 311 banfeu babcit, bie mebijinifebe SQBiffenfcfjaft überhaupt aber ben ©e- nannten 311 itjren tjeruorragenbfteit SDiännern jäbtt, fo mag baS ©runb genug fein, meint an biefer Stätte einteitenb and) mit SRücffidjt auf bett ©enanntcit eines JageS gebaebt mirb, ben mir gemobut fittb, im Seben beS 5Dfenfd)eu als einen befonberett geiertag 311 begeben. ®a aber bie ©ntmicfclung ber afabemifd)en Hfitoiiftalten unferer ©rottittj 31 t einem guten Seit auf bie ©erbienfte griebrid) u. ©Sntardj’S juriiefjufübren ift, jo habe id) geglaubt, aud) aus biefettt ©runbe in beit fotgenbeti ©tattern ben Üefent einen ©eitrag jttr ©efdjicbte biefer 9lnftalteit gerabe 311 biejetn Sage bringen 311 biirfen, um fo metjr, atS bie genannten H f ib *) Cuellen: „Sfyronit ber UniDerfität Stiel." 1864—92. „Stranfenbaiiälcjifou für bie Sünigl. ©teuft. Stnnten." ©b. 1. „StbleSroig-^iolflein, feine SBoI)Ifaf)rtSbeflrcbuiigen unb gemeiumiftigen ®inrid)tungen," Bon ©. Citjr. £>anfen. „SJerifutt ber ®d)le$inig-$ol|irin •liouenburgijdjcu unb ®utinifd)en SrfjriftfteDer #011 1796—1828," bon Jiiibtcr unb Sdjröber. „Stefifon ber S^leSraig-iiolftein-ünuenburgifdieii unb gutinifdjen Sr. $>. Dtiemonn CJafjrg. 1797 > § f f l 1798 . Heft 6 )- ©crfönlidjc IDilteilungen be« $>errn ©efjeimen ©tebijinalrot« ©tofefjor Dr. griebrid) Bon liemavd). „SlmtlidjeS fficrjcieftnisi beS ©erfonal« unb ber Stubierenben bet fiönigl. eftriftian. Sllbred)t$-UniBerfität ju Stiel." 1889—92. Digitized by Google $>ic 9lfabemifcf)en .ftritanftattrn in tritt. 3 anftalten an ficf) eS wof)l wert finb, baft fic im Stolfe mef)r befannt werben. Sie afabemifd)en Jpcilanftalten ber Unioerfität Stiel ge* ljören ben älteften f)uman > fonitären Slnftalten unfereS SlanbeS. Sie (jaben bereite im 3oh re 1885 baS erfte 3ahrljunbert ihres UteftetjenS, wenn and) nicht als afabemifd)eS 3nftitut, fo bocf) als SHinif, oollenbet, unb im abgelaufenen 3aijre 1892 finb eS neunzig 3afjre, feit fie ju ben Slnftaltcn unferer SanbeSuniöerfität gehören. Slntf) aus biefen ©rünben fann eS nicht ofjne 3ntereffe fein, einen 9tütfb(icf auf if)re @nt= ftefjung, auf ihre weitere ©efdjichte unb auf ihre SBirffamfeit ju werfen. SBefonberS intereffant aber ift ein iölid in bie ©ejdjidjte ifjrer Sntwitfe* lung feit ben lebten 37 3afjreit ; beim beim beginn biefer 3ahreSreit)e, mit ber ^Berufung ®Smard)’S, traten bie Sluftalten in ein neues Snt= wirflungsftabium ein. Sem Sßerfaffer ber fofgenben Arbeit war eS »ergönnt, einen (Sinblirf jowobl in bie gegenwärtige ©inridjtuug ber ?lnftalten unb in bie ärjtlid)e unb pflegerijche Xfjätigfeit in ihnen, als and) in bie gefdjidjtlidjen unb ftatiftifdjen ®erid)te ber Sireftorcn ber genannten ?lnftalten ihren einzelnen 3weigen nad) ju tf)un, unb biefer Sinblicf I;at in il)m ben 2Bunfd) erregt, bie betreffenben 3tacf)rid)ten einem weiteren Streife jugänglicfj ju machen. SD?ücf)teu biefe geilen baju beitragen, bafj 1) baS 3ntereffe für baS genannte Snftitut möglichft allgemein gewecft unb baburcf) 2) feiner SBirfjamfeit möglicfjft breite SKkgc gebahnt werben. Sie @cjd)id)te ber afabemijdjcn ,'peilauftalten in Stiel ift folgenbc: 3m 3abve 1785 grünbete ber ^rofeffor ber äRebijin ©eorg .^» e i u r i dj SBcbcr in Stiel bafclbft auf ^rioatfoften eine SHinif unter bem ÜRamen „St ranfenanftalt." Siefe Slnftalt war ju Anfang burdjauS ein flinifcheS ^rioatinftitut; bodj gelangte biefclbe fel)r halb ju foldjcr SBebcutung, ba§ jährlich jwifdjen 200 unb 300 Stranfe uon itjr unentgeltlich mit SJiebisiu unb ärjtlicfjer fijülfe oerfetjen werben tonnten, unb bereits brei 3af)re nad) ber ©riinbung bcS SnftitutS war ber Stifter „burd) ©itlfe ber ©efellfdjaft freiwilliger Strmenfreunbe, burd) bie äRunifijenj oieler fürftlicf)er ißerjonen unb burd) fonftige freiwillige Beiträge" in ben Staub gefegt, für feine Slnfialt ein eigenes ©ebäube ju erwerben. SiefcS erfte StranfenhauS in Stiel würbe im 3ahee 1788 eingerichtet. SaSfelbe beftanb in einem außerhalb ber Stabt, an ber 'prüne gelegenen, mit grofjem ©arten öerfefjenen .öaujc, weldjeS geränmig genug war, um 50 Stranfen Slufentljalt unb pflege ju bieten. So Mein ocrfinltniSmäfjig biefer Slnfang war, fo war bod) fc^oit er Digitized by Google 4 G. 'ßOrfien. oon ben fegenSrcicßften folgen für bie Stabt, befonberS ju 3 c ' tt ’ 11 cpibcmifd) auftretenber Seudjen, unb es mürbe halb ber SBunfd) laut, es möge bie Slnftalt an bie llnioerfität übergeben mib jo ju einer öffentlichen fianbeS- anftalt erhoben merben. Stad) mehrfachen Skrßanblungen ocrftanb fid) SB eher ju einer foldjen Übertragung feiner „Stranfenanftalt" an bas Sanb, unb im 3aßre 1802 ging biejelbe mit ben ©ebäuben unb einem Kapital oon 15 000 „St. nadj jcßigein ©elbe als UnioerfitätS- Stlinif an ben Staat über. — So entftanben bie afabemifchen peil- anftalten ber llnioerfität Stiel. 2>ie erften 3)ireftoren ber afabemifchen peilanftalten maren: für bie mebijinifd)e Stlinif ‘Brofeffor Sieber, ber ©rünber ber „Stranfenanftalt," für bie d)irurgifdjc Stlinif ber „Slrdjiitter" (Cberarjt) §ifd)er. Obgleich nun bie peilanftalten iljr eigenes, nad) unb nad) für iljre 3metfe, fo meit cs bie Umftäube erlaubten, nn'ljr unb meljr jeit- unb jmedgemäß eingerichtetes pcim in einem eigenen ©ebäube befaßen, fo mar biejeS bod) uidjtS meniger als geniigenb, unb man faß fid) beSroegen genötigt, fo halb mie möglid) auf eine (Srmeiterung ber 91äumlid)feiteu 8cbad)t ju neßmen. $urd) Sin- unb Umbau beS urfprünglidjen Stranfen- l)aufeS an ber Sßrüne fd)ieu eine foId>e ©rroeiterung nid)t tßuulich, unb man mußte fid) bcSßalb nad) einer anbcrmeitigen fRäumlicßfeit, in rncldje bie eine ber beiben Sflinifen oerlegt merben fonnte, umjeßen. Sine fold)e SRäumlicßfeit fanb f i cf) enblid) im 3aßre 1811 in einem in ber £flämifd)en Straße belegenen paujc. SaSfelbe mürbe fofort angefanft unb nach bei' nötigen tSrmeiterung oon ber d)irurgifd)cn Stlinif bejogett. ®aS neu angefaufte ©ebäube, jeßt bie d)irurgifdje Abteilung ber afabemifchen .peilanftalten bergenb, erhielt ben Stauten „griebrid)Sf)ofpital," unb in biefem ©ebäube ßat bann bie oben genannte Stlinif bis jum llmjug ber ganjett Slnftalten in bie gegen märtigen flinifcfjen S8aulid)feiten ißr peim gehabt, roäfjrenb bie mebijinifdje Slbteilung in bem alten ©ebäube au ber iflrüne oerblieb. Über bie jcßt mit ben peilanftalten oerbunbeue Stönigl. pe bammelt» Beßr- unb ©ebäranftalt finb fpejiellerc s Jtad)rid)ten über bie ©rünbung unb (Sntmicfelung mir nid)t jnr panb, unb jo fattn id) nur bie furje öemerfung geben, baß bieje Slnftalt im Saßre 1805 entftanben ift. 3ßr crfteS peint hatte bie genannte Slnftalt in bem KonoiftS- gebäube am Slloftcrfirdjßof; bod) blieb fie l)icr nur bis jum 3aßre 1811. 3n biefem 3aßre mürbe für bie Slnftalt bann ein in ber glcetßörn be= legeneS paus nebft ©arten angefauft, unb nacßbent basjelbe für ben Digitized by Google $ic Ätnbcmijdjcn Jpctlauftallcn in Siet. 5 be^üglidjen ^wecf fo weit thunlidj eingerichtet worben war, oon berfclben bezogen. Slud) biefe Slnftalt hot bis! ju ihrem enblidjen Umjug in bie je^igen ©ebäubc feinen weiteren SBecf)feI in ihren 5Räumlid)feiten erlebt, fonbern trofc ber fchweren Übelftätibe, bie fid) für biefelbe and) in bem §aufe in ber gleethörn mehrfad) bemerfbar machten, in bemfetben au«» harren müffen bis ju ihrer Verlegung mit ben anberen Slbteilungen ber .fjeilauftalten. T'er erfte SDireftor ber |)ebammen»2ehr = nnb ©ebäranftalten war ber ißrofeffor (£h r - 9lnb. SBilf). 2Si ebene ante. Sou bejonberer Sebeittuug war ba« oben genannte „^riebrid)«» h o f v> i t a I" für ba« 2anb in ben 3at)ven 1848 - 50 (oon 1841 — 19 unter ^Srofeffor Sangenbed’«, oon ba an bis! 1854 unter ^Jrofeffor Stro» mctjcr’« üireftion), ba in biejeit, al« ben ftrieg«jabren, oielc Schwer» oerwnnbetc bafelbft Slnfnahme, Sehanbluug unb Teilung fanben. Slu« ber Schule biefcr $eit ftammt and) ein großer ‘teil ber wichtigen Sv» fahrungen be« jefjigen 3)ireftor« ber d)irurgifd)en Mlinif, o. S«maEd)’«, ber, jnerft unter Sangenbetf, bann unter Strometjer, in biefer 3eit Slffiftenjar,)t am „fijrriebrich«hofpital" war. 3>a« ift in furzen 3ügeit bie Sntftehung«» unb Sntroidelung«» gejd)id)te ber afabcmifdjeu Slinifen wäljrcnb ber erften fmlfte be« oon ihnen jurürfgelegten Oahvhunbert«. t)ie Sntwidelung ber Sin» ftalteu währenb biefer 3eit war fehl' befdjränft, obgleidj an benfelben mehrfad) au«geieid)uete Slrjtc, wie SBeber, ©ünther, Siangenbed unb Stromeper, arbeiteten. S« war ba« eine ber ungiiuftigeu 2ofaluerf)ältniffe, bie erft burd) ben Sinjug in ben im Safere 1802 ooHenbeten Sleubau gehoben werben fonnteu. Der Jahrgang 1855 ber Unioerfität« » Sferonif enthält eine bejiiglid)e Mage, bod) ift bereit« in bemfelben Safergang bie SKittcilung enthalten, bafe ein Steubau oon brei afabemifchen ftranfenl)äufcrn höheren Ort« bewilligt, auch e > u bem Äöitig eigentümlich gefeörenbe«, bejonbcr« feinfidjtltch ber Salubrität günftig belegene« ©runbftüd ju biefetn Sefeuf ber Unioerfität gcfdjeuft worben fei. Son nicht geringerer Sebeutuitg, al« obiger Sefcfelnfe unb genannte« ®efd)enf ift für bie Älinifen bie um biefelbe 3 e 't erfolgte Srnenuung be« bamaligen 'ißrioatboienten Dr. S«niarch jurn interimiftifcheu ®ireftor ber chirurgifdjeit Älinif. $crfe(be, wie c« an ber be» treffenbcn Stelle in ber Unioerfität«=Shronif helfet, „ein talentooller Slrjt unb üeferer," war unter Siangeitbed nnb Stromeßer ge» bilbet unb entfprad) im oollftcn SJtafec ben an einen Xireftov einer foldjen Slnftalt ju ftellcnben Slnforbernngen ; er erwarb fid) um bie ifem über» tragene Slnftalt unb baburd) um ba« fianb unb bie Unioerfität al«balb Digitized by Google ß. 'JJorffcn. (i grofsc Serbienfte. — 2113 erfteß ift bie bringenbe Wohnung jum Beginn beß Seiiboucß bcr ftranfenhänfer mib fonftiger flinifdjcr Slnftalten gleirfj itad) feiner 2lnftellung alß interimiftifdjer Sircftor beß „gfriebridißfjofpitalß" A« nennen, Siefer Watptung begegnen mir bereitß in feinem erftcu Jahresbericht über bie JrequenA unb ben Stanb ber chirurgifdjen Slinif, unb fie tnicbert)Dlt ficfj oon biejer an fortgefefct, biß enblid) feinem Strängen nachgegeben nnb mit bem Sau begonnen mürbe. 2lber nidjt nur ber brängenben Warnung begegnen mir, fonberit nuß biefem Seridjt gef)t ferner fjernor, mie ber neue Sireflor mit rafcfjer, fräftiger Hanb unmittelbar eingriff, um, fo lauge bie 2lnftatt nod) in ben alten Baulich* feiten oerbleibeu mußte, aud) bort menigftenß baß ^öc^ftmöglidje ju erreichen unb gered)ten Vlnforberungen mügticfjft 3ted)uung au tragen. Bereitß in feinem erften Jahreßbericht madjt Eßmard) folgenbe Witteilungen, bie genugfam bemeifen, fomofjl, mie eß fjofje 3eit mar, bafj bie Leitung ber 2lnftalt einer frifdjen Straft übertragen marb, alß aud), bah bie briugenbe Warnung biefer Straft, enblid) ben 'Jteitbau au beginnen, nur au begrünbet mar. Sie Witteilung lautet: „3?on benHofpitalßfranfen ftarben 12, barunter 5 an Spämte(Blutoer> giftung) nad) Operationen. SieJeSiranftjeit forbert feit langer alljäl)rlid) eine 3al)l oon Opfern unter ben Operierten beß „Jriebridjßtjofpitalß." Eß nehmen baburd) manche Operationen einen üblen 2lußgang, meld)e unter giinftigen Serf)ältniffen einen guten Erfolg a« haben pflegen. Eß ift rooljl nidjt au beAmeifeln, baff bie Sage unb Einrichtung beß St'ranfen* haufeß Aur Entmitfelung biefer 8ranff)eit baß Weifte beiträgt." „Obgleich nun bie Erbauung cineß neuen Stranfenhaufeß an einer ge* eignetcren Stelle in 2lußfid)t ftef)t, fo erfefjeint eß bem UnterAeidpteten bod) alß Hauptaufgabe, biß Aur Bollenbung beßfelben bie einmal oor* hanbenen Übelftänbe beß alten nach Kräften An befämpfen, unb namentlich burch geeignete Wahregeln ber Entmidelung fd)äblid)cr Wiaßmen nnb Sontagien oorAubeugcn. Eß mürben baher an ben Ihüreti unb ffenftern ber StranfeuAimmer SentilationßDorrid)tuugen angebracht unb bie ftranfen* Atmmer felbft fo oft alß möglid) oollftänbig gelüftet unb gereinigt. SBährenb ber gerien mürbe bie ßuhl ber Stranfen fo meit oerminbert, baft ein 3>"imer nach bem anbern eine 3eireftor ber patßologifd)* mebi jinifeßen Mlinif beftellt, wcldjeS 2lmt ißm zugleich mit feiner Ernennung jum orbentlichen Profeffor ber Pathologie am 23. Ptni 1859 befinitiu übertragen würbe. — ?lud) PartclS war Digitized by Google 8 6. tßörffen. ein ausgezeichneter Str^t unb Sef)rer, unb nid)t weniger, wie bem SDircftor bcr cfjirnrgijdjnt filinif, griebrtd) Gsmard), hoben bie atabemifdjeu fjeilanftalten fowot)l, wie bie Unioerfität fclbft i tj ui ein rafdjcs 9luf* blühen unb eine erhöhte fcgettsreidje Sirffamfeit ju bauten. 9(ud) in {einen jährlichen Vcridüen über bie mebijini|d)e Älinit tritt fofort, nadjbem er bie Seitung berfelben übernommen tjatte, bie Älagc über bie unjureidjenben räumlichen unb fanitären Ginrichtungen ber Änftalten ^eroor; unb gleid) wie GSmard) war aud) er tl;atfräftig beftrebt, bcn Übetftänben aud) unter beu noch obwaltenben ungünftigen Verhältniffen abs«t)elfcn. Gine auch oon it)m im Jahrgang 1859 ber Uni* oerfitätS*Gl)ronif gemachte bejüglidje Mitteilung jowohl über bie oor« hanbenen Übelftänbe, wie über feine Thätigfeit, ben|clben abzuhelfen, ift oon hohem 3ntereffe unb beweift, was fowohl bie Unioerfität als Seljrer, wie bie atabemifd)c Älinit als Tircftor an VartelS gehabt hot- Sie lautet: „3m Sommer 1859 würben bie SHäumlidjfeiten für Äranfe im .jjofpital burch 9(uSbau eines größeren giinmerS im brüten Stod er* weitert. iPer ganze britte Stod beS ©ebäubeS war bisher bloS als Vobenraum benu|t worben. Xroh ber auf biefe Seife fjergeftellten größeren Seitenzahl oermod)te bod) baS ÄranfenfjauS bem ScbürfniS nicht immer ju entfpredjen; wieberholt mußte Äranfcn wegen abjoluten Mangels an ^Jlaß bie begehrte Aufnahme oerweigert werben. Unter fo bewanbten Umftänbeu mar eine zeitweilige ÜbcrfüUung ber einzelnen Zimmer fowohl, wie beS gaitjen ÄranfenhaufeS unoermeiblid), bereu üble folgen fich in bem ungünftigen Verlauf mancher Äranft)eitSfälle nur allzu beutlid) erfeuneit ließen. GS zogen fid) nicht nur bie einzelnen i^älle oon entjiinblidjen ^ßrojeffen in beu iHefpirationSorgauen fefjr in bie Sänge, fonbern wieberholt mußten wir bie Grfaßrung madjett, baß folche ^projeffe ju tubertulöfen Gntartungen ber Sungen führten, unb baß Verfoneit, welche wegen anberweitiger Grfranfungen längere 3eit wäßrenb ber Sintermonate im ^ofpital bettlägerig ^brachten, oon Pneumonie (Sungenentjünbung) ober Pleuritis (Sruftfellentjüubuug) mit reirf)Iid)em Grguß befallen würben. Gine im Saufe beS lebten Sinters oorgenommene chemijd)e Uttterfudiung ber Suft in bem größeren für weibliche Sranfe beftimmten 3. ßfjlerä. öerarbeiten. Slufeer friitjcr fdjon genannten Cuelten l)at Gtjrcnberg bieSmal inSbefonberc bie Hamburger tjaiibftfjriftlichc Gfjroitif beS Sanibal benufct. Stt bie eigentlichen ÄriegScreigniffc mürbe .ßotfteiu erft im ^riifjjaljv 1625 babnrd) oermitfctt, bafe ßferiftian IV. non $äuemarf mit einem leite ber nieberfädjfifdjen ftreiSftänbe gegen ben ftaijer gerbinanb II. bie SSaffen ergriff; aber einen ©orgefdjmacf oon ben Sdjrecfcn beS StriegS befam bie ©raffdjaft Sßinneberg fdjon in beit Satiren 1620 unb 1621. Sie roar freitid) roie baS benachbarte Hamburg neutrat geblieben, oermochte aber ihre Steutratität nicht loie bie mächtige .'panbetSftabt p mähren. Eänifcfee Einquartierung l^atte ein tleiner ©ejirf beS £anbeS bereite im 3ot)re 1620, als bie nahe ^eftung ©tiirfftabt gebaut mürbe. Schlimmer aber mürbe baS £anb im fotgenben Safere betroffen, atS ©raf ©ruft oon Schauenburg fid) oon bem Staifer ^erbinanb in ben 9ieid)Sfürftcuftanb erheben tiefe unb fid) ben litet „fjiirft unb ©raf oon £>o(ftcin" beitegte. $ieS mar bem ftönig ßljriftiait, ber fdjon mieberfeott fdjmad) begrünbete Stnfprüdje auf bie ©raffdjaft erhoben tjatte, ein ermtinfdjter ©ormaitb, einen gröfecren Seit beS £anbeS p bcjefceit, um fo mit Stadjbrucf gegen bie oorgebtidje Stnmafeung beS ©rafen SSiber- fprudj p erheben. $ie bänifcfien Iruppett häuften befonberS entfefetidj in Stienftebten, ©rofe= unb Äteinflottbef. „®ie Solbaten," feeifet es in einem ®erid)t, „tofiren fid) bei 15, 16, ja mol)( 20 ©erfouen in ein §auS, panquetiren, freffen unb jaufen Xag unb Stacht, unb ba ihnen fdjon bie £eute baS £iebfte unb ©efte und) Vermögen gerne teiften, motten fie fid) bamit nidjt contentieren , funberu uffS tjerrlidjfte mit fiämmern, ,§iifjnern, ®eiu unb Hamburger SBier tractiert fein, unb mas fie nidjt oerjetjreu, oerberbeit fie ofjne Sdjeu, tjauen Schafen unb fiämmern ohne Unterfdjieb bie Äöpfe ab, p gefdjmeigen, bafe fie auch efertidjer £eute SBeiber unb SOtägbe nicht oerjdjonen." $ie ©etoofjner mürben gebranbfdjafet, beS ©rafen Xeidje unb Sßeifeer abgetaffen unb auSgefifcht, ja nach einem anbern ©ericfjt mürben ben armeu Seufen, um ©etb oon ihnen p erpreffen, bie „$ufejot)len fo lange gebraten, bis ber £ampf auS ben Strümpfen gejcfelagen, iiigleicfeen anberett bie biofeen ©eine in fiebenbfeeife Sßaffer gejefeet, noch onbere ©erfoneit mit ben .'paaren hinter bie Sßferbe gebunben unb gefdjleifet." Sitte biefe ©emaltttjaten gefdjatjen, obgleich hier im Storben noch tfriebe tjerrfdjte, unb ©raf Srnft fonute fein Sanb nur baburdj oon ihnen befreien, bafe er an $änemarf 60000 Stjater pfette unb auf fernere f$ütjrung beS ffürftentitets oer^iefetete. ©on 3)raugfaleit geringerer Slrt blieb bie ©raffdjaft audj in ben nädjftfolgenben Saferen nicht oerfefeont; pm eigenttidjen ftricgSfcfeauptafe, pr Stätte grauenhafter ©ermiiftung aber mürbe fie erft, nadjbem Sönig Digitized by Google Stttona unter 8d)aucn(nirflijcf)er Jpcrrjr^aft. 13 Gljriftion am 17. Sluguft 1626 uoit Dillt) bei Sutter am Barenberge oöüig gefd)lageit worben mar, unb ituti bie burd) bie Diicberloge bcmo> ralifierte SoIbateSfa in ber ©rafjdjaft mib ben angrenjenben SanbeS* teilen Sinterquartiere bezogen hatte, um bie entftanbenen Süden mieber auSjufüflen. Sdjon am 9. jj-ebruar 1627 berichtete ber Slmtmann ©eorg Stein hoff in ißinneberg bem ©rafen, bei ben Bewohnern ber ©raf* fdjaft t)errjd)e „gar eine große 9lrmut, unb nunmehr all i()r ftorn weg unb oerjehrt, unb fie oom Bief|e gar fein ©elb machen fönnen." Der ©anbei geriet uöllig ins Stoden, pmal in ©amburg anbauerub ^Seft unb rote 9iuf)r tjerrfdjten, toeldje Äranfheiteit jdjou Snbe Dftober 1626 nach ber SluSjage „eiltet oornehmen ^äriefter« ju St. -Jlicolai" bei 13000 SDicnjchen bat)ingerafft hatten. Dicfe Sadjlage mad)t e§ begreiflich, baß bie 2lltonacr fid) gegen bie bänifchen Solbaten, bie bod) ihre Sreunbe fein tuollteu, „wie Dürfen benahmen." Die ißiniteberger Beamten be> fürchteten jchlimme folgen biejeS Verhalten« unb erjudjten ben ©rafen bringenb, ben ?lttonaern bei Seibesftrafe ju befehlen, ben Dänen freunb* lieber entgegenpfommen. 2lud) bie oou ihnen felbft erwählten Guartier= unb Bottmeifter biirften nichts Grigenmäd)tigeS oornehmen. *) 9m Sommer beS 3af)reS 1627 rüdten Dillp unb Sallenftein, beren Druppen toäljreitb bcss Sinters größtenteils im ©erjogtum Braunfdfweig nnb in ber ©raffdjaft Clbeuburg, teils auch '» ben Stiftern Stremen nnb Serben einquartiert getoefen waren, gegen ©olftein t)eran. Obgleich ber ^inueberger Slmtmaun Dr. Stapel ben Slünig (£f)riftian wieberljolt bringenb gebeten hatte, bie ©raffdjaft ihrer Neutralität nicht ju berauben, legte biejer bod) eine Bejahung in bas Sd)loß ^Sinneberg, ließ eS fofort ftärfer befeftigen, bei ©lmSf)orn, Drittan unb an anbern Orten Schanden aufwerfen unb aud) in ©liidftabt bie gräflichen Unterthanen täglich jur Scfjanjarbeit anfjalten. ©amburg taufte fid) mit einer anfeßulichen ©elb= fumme oon jeberBeläftigung berStaiferlicßen los, unb Bürger unb Solbaten fonnten oon ben neu errrid)tcten mächtigen fteftungSwällen ans bem Borbeimarfdje in 9ful)c ^ufefjett. ©alb oerßungert laugten bie faifer> liehen Druppen bei ©amburg an ; beim ba bie Dänen bie l£lbe beßerrjdjten, fo war es iljnen leicht , bem f?einbe bie $ufuhr öom 2luSlanbe abp* fchneiben. Diefe Notlage benufcten oiele gewiffenlofe ©amburger, fid) in furjer $eit S« bereichern. Die ausgehungerten Solbaten waren nämlid) bereit, gegen Brot unb (Sßwarett bie wertoollften Beuteftiide ßerjugeben. *) tJJiefe „Cnarticr< unb tH ottmeifter," bie erften (etbftgemcit)Uen 'Beamten SlttonaS, »erbonften nad) SbrenbergJ Srftärung itjrc Sriften} augenfcfieinticl) bem ®ebürfnif}c ber Serteibigung oon $>auS unb iiof. Digitized by Google 14 $}. CtjIcrÄ. 2)er SRnt machte biefem Sucher ittbeS fofort ein ßnbe unb lieft bie Slrmce mit Lebensmitteln geniigeitb oerforgen. SBäftretib nun Hamburg oöllig unbeläftigt blieb, fjouften XilltjS X nippen in ber ©raffcftaft ©intte- berg wie hungrige Sölfe ; Sd)loft ©inneberg , bei beffen ©elagerung lillt) eine ©erwunbung feinet ©eines erlitt, würbe am 22. ober 28. September erobert unb in einen Trümmerhaufen ocrwanbelt. „Tie ©erieftte ber ©iitne- berget ©eamten," jagt Sftrenberg, „hören feit bem Ginntarfdje ber Kaifer- lidjen junäcftft oöllig auf." ©ermutlid) finb bie ©eamten gleid) bamals nad) Hamburg geflüchtet, wo wir fie ein 3aftr barauf wieberfiuben. Hamburg war su jener $eit, wie Sanibal fid) auSbrüdt, „eine ©flegerin oieler taufenb Wettfdjen." „ffiir alle umliegenben fianbfeftaften unb weit bariiber hinaus erwies es fid) als ein Segen, baft biefe Stabt oom Kriege »erfdjont blieb. Hamburg oerbanfte baS nid)t allein feinen neuen ©efeftigungen unb feinem ©elbfarfe, foubern woftl in nod) höherem ®rabe ber ^fjatfadje, baft alle Seit bie große ©anbelsftabt brauchte. Seber König Gtjriftian nod) Xillt) unb 9Ballenftcin, überhaupt fein Heerführer fonntc Hamburg entbehren, wo ©rooiant unb Kriegsmaterial ftetS ju hoben waren, wo fi»ifd)enfpiele feines 1653 erfd)icneuen TramaS: „TaS friebe j aud)seitbe T e u t f d) I a u b" entwirft, eine Schilberung, bie ©l)ren= berg in einem Slnfjattgc mitteilt, unb bie er als in oölliger Überein- ftimmuug mit ben aftenninftigen ©erid)ten ber ©inneberger ©eamten ftehcnb bezeichnet. Ta erzählt ein Sauer einem frembeu, wie es fommt, baft er unb jeineSgleidjcn fid) gar nicht und) bem Jriebeu fehlten. ,,'JJu it Digitized by Google Slttona unter Sdjauenburgtjdjet .'[ierrjrf)nft. 15 Ärieg iS," Ijeiftt eS ba «. a., „unbe bat ufe Doeridjeit uff uidf)tS to befehlen f)eft, be SlriegerS uff of fo red)te oeel nid) mehr to briien un to feeren fatet, toenn tot matt ben Söoerften uttbc ben attberen Slfjen* cerberS (Cffijiere) unfe Üribuergelber tibesS genog betalen, fo möge toi boljtt allcnt toat toi toillt. Sonoren mufte toi oafett (oft) beS ©önbageS ÜDiorgenS ttoe fjeefe ©tunbe in ber Slarfcn fitteti , bat eitern be IKibbeit im £ioe toef) bebett; nu gunne toi ttfern ftröger ^?etcr SangtoamS bat ©elb unbe fupen bar erft en gob Öfelfen (f (eines gliiffigfeitSmafj) Sram= toin oör in be Ranfte (Saud)), bar faitit man beim en Sat oud ©ped uttb ftofjl upfreteit, bat eitern be Sud baoott quabbelt (toade(t). Unbe wenn toi uff beim glif mit Saunen unbe ©trifböltern im Äroge bidjt toat fteruntiner fielet (feiten, prügeln), bat oafen en grofjt ißool SlobeS utiber bem SDijfe fteibt, fo bröfe toi bar nid) ftradS Sröfe oör geoeu, alfe toi eer ®ageS in grebenStiben bofjn muften. Uje olbe Doeridjeil fjeft nu ©ott (of jo oeel ÜRadjt nid), bat fe enett lahmen punb ut ben Stoen fiinuc lodeit, unbe ufe SfSape fjeft of bat .partc nid), bat I)e uff bat riitgefte 3Sort to rcebbern fegt, unbe toat fjeft l)e of oeel to (eggen? mafet be bod) aoerfanf fiiloeft rccf)tft^apeit luftig mebc unbe plegt ntantiigeii leoeit Sag mit bem geitefcr (geibnrid)), ©d)rcianten (©ergeanten), ftap= peraf, ber ©üfoerngarte (©aitocgarbe), be in itfeni Sörpe figt, bim ÜRerfe- tenber ebber of bi ufcitt Kröger i’anfioamS to fitteit, unbe fupt, bat (je Söritfeit unbe ftameren und jpict." Slttf bie grage, tuoljcr er benit bie SDiittel ju biefent luftigen üebeit nehme, anttoortet ber Sauer fred): „Silo, gt) fuitb tool eit rechten bummen Sütuel, Binder, bat gt) bat nid) toctet! ©taat bar neue 33ömc nog im .'polte, be toi ba()I b oöen unbe nar ©tabt (obren fönnt? 3d fjebbe oafen in einer 3öefeu jo oeel polt af badet unbe oerföft, bar id een tjalf 3af)r be Goutributie oan geoeu fönnen. Sobeme (fülle toi nid) fo brabe toat fteblen föitnett aS be ©olbaten? 3a, ja, äRunjör, toi bebbet bat ÜRnfctib (ÜDiaufen) ja fo fij lehret, aS be beften SDiujfetererS , toi börfet jo man aoerlanf uppem paffe, in ber Suffafie (Soccage, @cf)ölü) eftc of im ©rauen liggen unbe lureit up, toeuiter jo oürnebme Slff encerberS , Sfooplübe unbe anner reijenb Solf oorooertiit — too plegge toi ber manf to bageleu, bat fe bim 3öagen bal)l ligget, als be glegeit ebber ©djniggen, bar mafe lui benn frijfe Siitc unbe tatet ebnen nid) eenett gaben an ebrern belen Üife, unbe feht, punue unbe Söffe mötet of jo toat to freteit bebben, unbe tuclfer Xüoel tuetet beim, efte it Suren ebber ©olbaten bal)it bebben? Xobeme of, ftaat bar nid) en pitpen perrenf)üfe , 3lmtftaoen unbe ber geliden ©ebutoe lebbig, bar man be ginfter, Sühierftcene, pauenfteene, Sef)len, Salten, 3ferloerf unbe toat jüf) uod) uagelfaft ift, Iid)t utbrefen, Digitized by Google 16 $. @l)(er3. na be ©tabt följren uitbe berfüloeft oör fjatf ©elb famt oörföpctt? C, bar ftebbe wi .fjtujlübe mattnigcn ftolten X'aljter oan mafet!" Die finanziellen Verlegenheiten be« ©rafen non ©djauenburg mürben non ber ©tabt Hamburg ju bem Verfudj benuftt, eine Erweiterung ihre« ©ebict« ju erlangen. Die bortige Kämmerei (tatte ihm 10 (XX) Dljaler geliehen, unb al« er nun ben eingegangenen Verbinblidjfeiten nicht nadj= fommen fonnte, fdjlug man ihm in feiner äufjerften Not bie Abtretung ber Vogtei Cttenfen ober ber Slbinfeln oor. Daft e« nicht bazu fam, oerbanfte ber ©raf bem Xilltj , ber fich im ©cgenfaft z u SSallenftein, freilich er f* nach uneublidj langem Vitten, im .fjcrbfte 1628 bereit finben lief;, bie Einquartierung«fo[ten zu erfehctt, unb halb barauf fogar oer= fpradj, einen Xeil ber Einquartierung au« ber ©raffdjaft zurüdzuziehett. E« war aber and) bie böchfte ßeit; beim ba« Sänbdjen war budjftäblidj faft bi« auf ben lebten Vlutätropfen au«gepreftt, unb nach einem Veridjt be« Slmtmanne« Dr. Stapel an beit ©rafen oom 9. Dezember 1628 waren „bie SNarfdjleute mehrenteil« tot." Dennoch bauerte e« noch ein halbe« 3nfjr, bi« bie lebten faiferlid)en Druppeu abgezogen waren. Um ba« 2Jtoft be« Ungliid« iiberooll zu mad)eu, Ijcrrfchte wie in Hamburg auch in Slltoua bie fßeft in folcftcm ©rabe, bah fie nach anitlidjent Veridjt au einzelnen Dagen über 20 Sfcitfdjenlebcu baljinraffte unb in „Slltoua unb Cttenfen feine 20 fpäufer rein" waren. Slm 12. Stoi 1629 würbe ber Triebe »on Stiibed abgefdjloffen ; aber erft am 20. 3uni fonnte Dr. (Stapel beridjtcn, baß bie ©raffdjaft gäuzlidj frei oon Ein* quartierung fei. Der ©djabeu, ben ba« Sanb in ben beiben 3aljren erlitten hatte, würbe öom ©rafen auf »ier Stillionen ©olbe« beziffert. Sludj nach bem Slbzug ber Saifcrlidjcn trat itodj nicht Nufte unb ^rieben ein. ©chon Slnfang 3uli lieft ber ©liidftäbter Konimanbaut ben Sinne* berg mit einer Eompagnie Dragoner beferen. SK« biefe enblidj auf anljaltenbe Vitten be« Droften beim bänijdjen König bie ©raffdjaft wieber oerlieften, nahmen fie alle« mit, wa« bie Kaijerlidjeit übrig gelaffen hatten. 3 nt folgcnbcit 3aljre (1630) belegte Cbevft $ old auf DBallen» ftein« Veraitlaffung Slltona unb Umgegcitb mit 500 Storni ftuftoolf, bie er jeboeft auf eigene Soften zu unterhalten fidj bereit erflärte. Daft bie ©raffefjaft in ben nädjften 3aljreu oon ben fdjlimmften Vebrängniffen oerfchont blieb, banfte fte nur bem llmftanbe, baft ber ©raf oon ben friegfüljrenbcu ffiarteien bie Neutralität be« Staube« („©aloaguarbia") immer auf« neue burdj hohe Kontributionen erfaufte. ©o zahlte er zum Veijpiel im 3aljvc 1635 niouatlidj 550 Dljaler au beit fdjwebifdjcn ©eneral Sieslie. Ein befoitbcrc« Kapitel wibmet Eljrenberg ber „3erfprengung Digitized by Google Altona unter @d)aueti(mrgifd)er ^errfdjaft. 17 beS SEBieberßoIbfchen ^Regiments bureß bie Säuern ber @raf> fd)aft Sinneberg, gefdfehen in SUtona am 15. IKpril 1637." 3u benjenigen coangelifdjen dürften, bie fid) nad) bem ißrager Separat- frieben oom 30. 9Rai 1635 für frattjöfifcbeg ©elb jur Sortierung beS Äriegeg gegen ben Sailer bereit |inben liefert, gehörte in erfter fiinie ber Sanbgraf äöilfjelnt o. ^effcn-Äaffel, bem granfreid) am 21. Oftober 1636 eine jätjrlidje ©ubfibienjafjlung oon 200000 Tßalmt jufidjertc. Unter anbern SriegSleuten erbot fid) aud) ber Oberft fReinßolb SBieber- ßolb, bem fianbgrafen Gruppen jitjufüßren. ©egen 3 a fßnng oon 12000 Xßalern fammelte er an ber SBefer ein ftattlicfjeg Regiment um fid), bag er auf beg fianbgrafen Sefeßl junäd)|t nod) für einige $eit ing Ouartier legte. ßr wäßlte bafiir bie ©raffdjaft Sinneberg, obwoßl biefelbe oon ben Schweben unb Tönen, toic aud) oom Saijer Saloa- guarbieti mit fdjwerem ©elbe erfanft batte. Tie Sängft ber Seoölferung oor ber brol)cnben ßinquartierung mar um fo großer, alg man erwarten mußte, baß ber Tänenfönig bie ©elegenßcit bemi^cit werbe, bie oon anberer Seite uertc^te Neutralität ber ©raffdjaft aud) feinerfeitg nidjt mehr anjuerfennen. ßg war oergeblidj, baß bie gräf ließe Regierung ben Sanbgrafen oon Reffen bringlicßft erjueßte, Sinneberg „unbetrübet" ju laffen. 91 m Ofterbiengtage, bem 11.9lpril 1637, fam SSieberßolb unoer- mutet mit feinem Regiment auf jaßlreidjen Jaßrjeugen oon Marburg herüber, lanbete bie fDfannfcßaft jwifeßen SUtona unb Ottenfen unb ließ fie gefechtsbereit aufmarfdjieren. 3« ber Äirdje jn Ottenfen würbe gerabe bie Srüßprebiqt gehalten ; aber fobalb eg befannt würbe, baß bag frembe Srieggoolf in ber Xf)at angelangt fei, oerließ alles bie ftirdje, unb bie Slltonaer ßinwoßner griffen jn ben Sßaffen, um bie ßinbringlinge ab- juweßren. ßs fam iebod) nod) nidjt gleich gu ©ewalttßätigfeiten, ba Cberft äfiicberßolb einerfeits bem Ottenfener Sogt .fjanS S a P e erflärte, er wolle nur ganj furje 3. gfjltri. fommen foUte , firfj z ur Unterhaltung ihrer eigenen ttücfje oorbeljalten habe, bafs aber nid)t«beftoweniger aud) bort (Sinquartierung erfolgt fei. Übrigen« jolte bie fcfjrocbifdje Saloaguarbia rcfpeftiert werben ; er be* abfic^tigc nur einen Xurdjzug nnb werbe Slltona «erlaffen, fobalb ihm anbere Quartiere angewicjen feien. Xer Xroft fefirte barauf nach ©inne> berg jurücf, mährenb ber Amtmann in Slltona btieb. ©ad) ©riefen SQ3iebert)otbä, bie bei beit Elften liegen, fowie nad) einem watjrfdjcinlid) auch oon iljnt »erfaßten anonymen Sdjriftftürf mit bem Xitel: „©runbO lieber ©erid)t, weldjergeftallt ba« .jjeffifdje ©Sieberl)oIbijd)e Regiment 41 t ju Slltona im Slmpt ©innenberg ben 15. Slpril «on ben ©awm burcf) ©ebeifj nnb Slnfübrung itjrer ©eampten morberijdjer nnb oerrätlje» rifc^er ©Seife ift überfallen unb zertrennet worben," forberte ber Xroft nad) feiner Siiicffetjr an« Slltona bie Singefeffenen ber ©raffefjaft jum bewaffneten ©Jiberftanbe auf ; ber Xroft behauptet bagegen in einem am 18. Slpril in SUtona aufgenommenen notariellen ©rotofolle, bie ©auern hätten fid) au« freien Stüefen jufammengerottet. Überhaupt ftellcn bie beiberfeitigen ©erichte bie ganze Sntwicfelung ber Slngclegenheit im eigenen 3 ntereffe «öflig oerfchiebett bar, fo bah bie Jeftftellung be« Xbatbeftanbe« aufjerorbentlid) fdjwierig ift. Sdjon bie Starte be« ©Sieber- holbfchen Regiment« wirb »crfdjieben angegeben. ©Säfjrenb auf heffifdjer Seite meift »on 800 ©fattn bie Siebe ift, fpredjeit bie ©inneberger ©e> richte nur »on 400 bi« 500 SDfann. „Xie Sljrc be« Siege« unb bie Scfjanbe ber ©ieberlage," jagt @l)renberg, „fpielten eben bei biefem Jpanbel — wie übrigen« aud) fonft fehr oft in bamaliger geit — gar feine SioUe ; e« war eine reine Sntereffenfragc, unb jwar f)anbelte e« fief) im »orliegcitben Jalle au«fd)!iefilid) 11 m eine ©clbforberung auf Sdjabenerfajs, we«halb ber tapfere Dberft feinen Schaben möglichft h»d), bie anbere Seite ihn möglichft niebrig ueranfd)lagte." Onjwiidjeu gejchal) alle« nur Srbenflidje, um bie (Srbitterung ber ©eoölferung gegen bie ungebetenen Säfte auf« hödjfte ju fteigern. Xer ©efehl be« Oberften an feine Solbaten, ben Slltonaern feine llbcrlaft ju thun, würbe mijjadjtet. Sluch mit bem Slllerbeftcn, wa« man ben Meuten gab, waren fie nicht zufneben; »ielmehr forberten fic „wiber bie funbbare Unmöglidjfeit unb Un»ermögenl)eit ein mehrere« unb beffere« mit bebräutid)en ©Sorten." Xer Unterhalt jebe« Cffizier« foftete täglid) 10, 12 unb mehr Xljalcr, ber be« ©egiment« in ben »ier Xagen feine« Slufenthalt« faft 400 Xhaler. Überbie« oerbreiteten bie Solbaten ba« ©erildjt, e« würben in wenigen Xagen nod) 400 Xragoner JU ihnen fto&en. ©Sahrenb nun ber Slmtmann am 15. Slpril auf« neue mit Xöieber- holb über ben Slbjug gegen (irleguitg einer cntfprechenben ©elbfumtne Digitized by Google Slltona unter ®djaucitOurflif($cc §>errfct)aft. 19 »crhanbelte, jog ein großer .fjaufe bewaffneter Säuern auf Slltona heran. 9?adj bem ^effifdjen Scripte fielen fie ogne weiteret über bie auSgefteHteu Sßadjtpoften f>er unb Rieben nieber, was ihnen in ben 2öeg fant, loäljrenb bie Slltonaer bin unb wieber au« ben Käufern auf bie ©olbaten fegoffen. Der Cberft batte ficb eines folgen feinblidjett Überfalls infolge ber feierlichen Serficgerung beS SlmtmannS, eS foüe nichts DgätlicgeS gegen ibn »orgenommen werben, nicht oerfeben, unb als er auf bie ©trage trat, waren bie ©einigen fegon in »oller Unorbnuug auf ber ^Iud)t begriffen, ©o tonnte er nichts weiter mel)r tbun, als mit etwa 200 gefammelten ©olbatcit auf bem Hamburger ©ebiet Sofia S u faffen unb bort wäbrenb ber 9lacgt ju verbleiben. Der Seridjt ber ^tuneberfler Seamteu bagegen fagt, ber Cberft höbe, beoor ber (egte Serjud) giit= liefjer ©iuigung gemadjt würbe, „feine Söller in Crbnung gejeget, an allen Crten bie näcgften ©affen mit ftarfer SWadjt beftellt unb bie ©chlagbäume jumacheu laffen." Slls nun gar »on jwei Sleuten aus Slltona „mit Sorweifung zweier ©trogbüfege, worinnen Suloer »er= wahret unb bie Sunten angelegt," gemelbet worben fei, bie Solbaten feien „Slltona in Sranb ju fteden gefinnct," unb als fobann »on ben Solbaten „zuerft Reiter auf bie Säuern gegebeu" worben, ba feien bie 5*eute Weber burch 3 uru f e uni* $rogungen, noch bureg ^Schläge feitenS ber Seamten juriicfjuhalten gewefen, unb fie hätten nidjt nachgelaffen, bis bie Solbaten über ben ©egeibebaeg ins Hamburger ©ebiet gewichen feien. (SS ift inbeffen wohl unzweifelhaft, bag bie Solbaten »on ben Säuern iibcrrafd)! worben fittb; fonft wäre ber SluSgang gewig ein attberer gewefen. Stucg blieb ein erheblicher Deil ber SÖaffen unb ÜKunition in Slltona juriiet. Sine 17. Slpril zog SBiebcrgolb »on Sergeborf über bie 6lbe nach Söinfen, wo er bie üRefte feines Regiments einquartterte. SllS feine fd)rift= liege Drohung, er werbe ftärter wieberfotnmen, um fid) zu rächen, wenn ihm nidjt ber erlittene ©(gaben erlegt werbe, erfolglos blieb, fanbte er am 27. Slpril etwa 150 feiner SJtuSfetiere nach Cttenfen, bie bort nachts einbradjen unb mehrere Käufer rein auSplünberten. Der Sogt würbe aus bem Sette geholt unb übel zugeridget, nach SBinfen mitgeführt unb bort mehrere tagelang an £>änbeit unb ftügen gefeffelt. SBiebergolb behielt ihn als ©eifei unb nahm ihn einige 2öod;en fpäter nach SKinbeit mit. ©rft nad) neun ÜJionaten gab er ihn gegen Zahlung »on 190 Dhalcnt rnieber frei. Der üanbgraf »on Reffen würbe nach langen Scrganb= Jungen babureg zufricbeit geftellt, bog man igm aus ben Sinnahmen beS SlmteS S*" 1,f berg in |wllaub ein Srfjiff für 4000 Dljaler fanftc unb oerehrte. Digitized by Google 20 .p. ßljlerO, Slltona unter Sd)auenburgi|if)er .'pcttjc^nji. ffür bie ©raffdjaft fjatte bie SBieberhoIbfdje Epifobe nod) ein iibteS 9iachfpiel. 2Ba3 man befürchtet hatte, trat ein: bie Dänen bcfehten fie oon neuem, unb fie hatte wieberum oiel ©dpoereS ju crbnlben. Ser* fleblich ritt ber HmtSfdjreiber in Segleitung einiger „ffußfnedjte" (©ol> baten) monatelang auf ben Dörfern umher, um bie riicfftänbigen ©feuern einjutreiben. Hm 16. SDfai 1637 berichtete .’pcinrid) ÜBieftmann aus Mltona über beti ßuftanb beS CrteS folgenbermaßen : „6S fiitb über 60 .Raufer fdjon lebig, bereit ^nmofjner in bem Dumulte baoon gefahren. SSir leben eine elenbe, betrübte 3eit. 63 ift 9fiematib, ber aus Hamburg Sinnen auf bie Sleidjen, ©aru ben UBebern, Silber ben @olbfd)mieben, ©cibe ben i^ofamentmadjern , ^eug ben ©djneibern, in ©umma nidjtS herausgetrauet. Da oor biefern iool)I tjunbert fpajieren IjerauSgegangeu, gehen je|t nidjt jef|n." 3m weiteren Verlaufe feiner Seröffentlidpwgeu in bem oorliegenben fünften £>eft behanbelt Efjrenberg eine ÜReifje oon ©egenftänben , bie unzweifelhaft bas Sntereffe ber HItonaer in Ijotjem ©rabc wadjzurufen geeignet finb, aber ein foldjeS allgemein nicht beanfprudjeu fönnen. Die Serzidjtleiftung auf eine in fid) jufammenljängenbe Darfteßung ber Entwicklung unferer ©tabt neridjaffte bem Serfaffer bie ßJtöglidjfeit, manches einzelne Sorfommnis aus HltonaS Sergangenf)eit in ben Sereid) feiner ©rörteruugen ju sieben, baS in einer ,,©efd)id)te HltonaS" feinen 'ißlafc hätte finbcit fönnen. c^ltcs unb Heues aus bem Haushalte bcs $hu1utcfcs. 9Jad) Dr. ßugenc )Helj oon trugen Sr. firrtf flärungen gefunben. Klarheit in bicje oft fefjr fdjwierigen Serl)ältuifie fann nicht burdj gewagte .jjppothefcn, fonbern einzig unb allein burd) ejafte unb ftreng wiffenfdjaftlidje llnterjudjungcn unb ©eobadjtungen gebracht werben. — ©old)e liegen uitS in ber trefflichen unb überaus fleißigen Hrbeit oon Dr. 6. ÜHetj *) oor, bie uns über zahlreiche, bisher *) Stiles unb 'JieueS au« bem £>au3I)alte bcS UmfucfS. «ou Dr. ßugr-ne Die», üetpjig IR92. «erlag oon ifiicfiarb greefe. Digitized by Google SttteS itnb 9ieiteS auS bcm .fyau^tjattc bc3 fiurfudg. 21 faft gänzlich unbetannte fünfte im ^ortpflonsungägefc^äft beS JfududS oollftänbigc &larl)eit oerjdjafft. Sin ber fjanb eines enormen Unter- fud)ungSmaterialS oon 1246 ZiududSeiern, barunter 526 eigener ßollection, führt SR. feine Slnfidjten mit logifdjer ©d)ärfe unb oft faft mattjematijdjer ©eitauigfeit aus. (Sr bemeift zuerft auf ©runb feiner gorjchungen, baff wohl im allgemeinen eine imitative Slnpaffung ber ftududSeier an bcn DtjpuS ber ßier ber befonbcrS beoorzugten Sjiflegeeltern beftefje, eine Detailanpaffung an baS SReftgelcge aber nur ju ben fettenen 3luS- natjmen gehöre, darauf geht ber Vcrfaffer ju bcn .Stenujeidjeu ber MududSeicr felbft über unb ('teilt hierbei eine Slnja^l ganz neuer ©efidjtS- punfte auf. Die Järbuitg unb ßeidjnung ift bei ber großen Variabilität ber ßier nid)t immer maßgebenb ; bebeutenb widjtiger ift bie genaue Veftimmung ber (form, ber ©röße unb beS ©emidjtcS. 3llS ein feljr praftijdjeS biagnoftifcheS ,'piilfSntitlel giebt SR. eine 3 a hl ott, bie er er- hielt, wenn er bie SDiajfjaljleu oon SängS- unb Ouerachfe multiplizierte unb bas Sßrobuft burd) bie ®eluid)tSzal)l beS «ollen ßieS bioibierte. Der fo erhaltene, an unb für fid) bebeutuitgSlofe (Quotient Ijat bei allen fiutfudSeiern ein auffallenb fonftanteS Verhältnis, baS bie Unterfdjeibung «on äf)nlid) großen unb äl)nlid) gefärbten ßiern anberer Vogelarten wefcntlid) erleichtert. — ©ehr intereffant ift bie Veftimmung ber Schalen- feftigfeit mittels eines f leinen , fchr finnreicf) fonftruierten SlpparateS. SR. bemeift burd) zahlreiche Unterfud)ungen, baß bie ©djale beS ZlududS- eieS nicht biinn unb jart fei, mie man bisher glaubte, fonbern eine be- trächtliche Dide unb fjärtc befißc, bie echte SududSeier ficher oon ben oft mit ihnen oermcdjfclten SRiefencicrn anberer Vögel unterfcheiben laffe. Die SReftmahl beS SududS ift regionär fehl' oerfd)ieben unb hängt «on bisher noch unbefannten Urfachen ab. ©o roirb bei Seidig bas SReft «on Lanius collurio (SRotritdiger Söiirger), bei ©iiljom in Sßommern «on Troglodytes parvulus (3aunfönig), in ffinnlanb «on Rudcilla phoenicurus (©artenrotfdjwanz) befoitberS beoorjugt. — SllS f l e g e « eitern beS fiududS finb bisher 118 3lrten befannt gemorben, bie V. mit ftatiftifcben 3^h [ c | ttgaben ber SReilje nach aufführt. Das ßnt- fernen oon SReft eiern burch baS SlududSmeibd)cn beftätigt Ver- taffer auf ©runb eigener Veobadjtungen. — Die Segejeit, bie einen 3eitraum oon ca. 3 Söionaten umfaßt, ift ebenfalls örtlid) feßr »er- fchieben. Die lofalen Sdjwanlungeit merben burd) eine 3lnjahl Äuroen graphifd) anfchanlid) gemacht, ßin Deil biefer Diagramme zeigt 2 beut- liche SfulminationSpunfte, morauS man «iclleidjt fchließen fanu, baß fid) ber Äudud in manchen ©egenben ben Vögeln, roeldje 2 Vruten machen, auch in biefer Vejieljung attpaffe, b. ()• felbft 2 ©eiege im 3aßre probu- Digitized by Google 22 Änfraflen. jiere. — Ser Berfaffer weift ferner nad), baj? gleiche 28eibd)en ftets gleiche Sier legen. Sie ©er eines jeben SBeibdjen jcigen einen be= ftintmten iitbioibuellen Sfjarafter, ber wätjrenb ber ganzen üebens^eit ftreng eingehatten wirb. Sier, bie in ©rohe, gärbung, Sdjalenftniftur iibereinftimmen, finb baljer ftets auf ein 2Beibd)en üurürfjufiitjren. — SaS intereffantefte SrgebniS »on B.’S Unterjochungen ift jebod) bie Beweisführung, bah ein jebeS StududSweibdjen jcitjrtirf) gegen 20 Sier in Hbftänben non ca. 2 Sagen legt. Somit wiberlegt B. bie alther* gebrachte 2tnfid)t, baff ber Studurf nur 4 — 6 Sier in ßmifdjenräumen »on 8 Sagen legen fanit. Ser Berfaffer ftüfct feine Behauptungen auf langjährige unb forgfältige Beobachtungen in einem beftimmten JReoiere in ber 9läl)e »on Seipjig, fotoie auf genaue anatomifd)e Unterfudjungen »on legereifen Sierftöcfen. — 3um Schluffe giebt ber Berfaffer ein ge= naueS Berjeidjitis feiner reichhaltigen SfududSeier * Sollection, foiuie ber »on ihm bearbeiteten Sammlungen anberer bebeutenber Oologen. — gern »on aller Bolemif führt SKet) bie fRefultate feiner gorfdjungen überall flar unb ejraft aus, in jmeifelhaften, nicht genügenb aufgeflärten fünften bogegen bewahrt er ftetS feine Objeftioität. — Sie hodjintereffante, überall mühfame Vlrbeit fei allen 9laturfreunben unb Ornithologen angelegentlichft empfohlen! Anfragen. 1. 28er fennt ein 2Berf jum greife »on etwa 8—4 M, nach bem bie s ^ilje SeutfchlanbS in rein analptifdjcr Seife (äljnlid) wie in Bral)l) beftimmt werben fönnen? gür etwaige Mitteilungen im »orauS meinen beften Sanf. Üterfen. S. S. Shriftiaufen. 2. 28nr Beter ber ©vofec fit »polfteiti ? 3n ber Dtadjt »om 25. auf ben 26. 3uni 1X82 würbe Strucfborf im Streife Segebcrg burcf) eine geuerSbrunft beimgefud)t, welche 22 ©ebäube iit 9lfcf)e legte. Sabei ift auch ein gefcf)id)tIicheS Scnfmal mit »erbrannt. SaS war eine Safel, welche melbete, bah ber 3 Q t Beter Slfejewitfd) nebft ßarin unb Suite am 10. 9to»ember 1716 in Strucfborf gefpeift. SS war eine höljeme, ungefähr 1,20 m breite unb 0,50 m hohe Safel. Sie Safel t)irtg im ,£aufe beS JpofbefifcerS .jpeinr. Boh- 3n bem .'paufe ift feit »orbenflidjer 3eit ©aftwirtfehaft betrieben, welche 1867 aufgegeben würbe. SS ift noch heute eine Bhotograpfjie beS »erbrannten .'paujes mit ber über ber Digitized by Google ftuftorberungfit. 23 ßingangäthiir befeftigten $afel oorhanben unb auf ber '^i)°toflrapl)ic mit einem Sergröfjerungäglüje bie Sofdjrift beutlid) ju lefen. 35iefelbe lautet folgenberinafjcn : „Anno 1716. b. 10. Mooentbcr |>at ber 3“r (ßfter Jllejcwitjd) unb bie 3arin nebft bei Sich Ijabenbe Swite ?UIf)ier in biefem tpauje ©efpeifet." 3d) felbft tjabe bie 3afe( oft gcfel)cn. Stmtbovf. ft. Jod. JUifforbmmgen. 1. „3n ber Slbfidjt, ein oon 35iiffelborfer ftiinftlern auSgeftatteteS, faft oollenbete« (Bud) über bie SBilbpf erbe 35eutfd)lanbg u. f. m. Ijerau«- jugeben, habe id) eine größere ?lbhanblung über f) 04 gejd)nibte 5$ferbe föpfe unb anbercn 3' t ' rrat au beu ©iebeln ber üanbbauten gcfdjriebeu. 35a eine ©iebeljier auch in bortiger ©cgenb oorfommen foll, fo bitte id) um bie ©efälligfeit, mir geneigteft mitteilen ju toollen: 1. »oie bie (ßferbeföpfc au8fef)en, ob fie oon einanber abgetoanbt finb ober fidj gegenseitig anfdjauen; 2. ob fie nur auf Strof)bäd)ern oortommen; 3. tuie weit fie fid) in bie ''Jiadjbarfcfjaft erftrerfen; 4. weldje anberweitige ©iebefyier (Säule, .jjaljn, Urne tc.) fid) bort etwa oorfinbet unb wie bie oerfd)icbencn ©iebelfrönungeit gebeutet werben. Sou einer Urne hätte id; gerne eine Sfijje. ©eeftemiinbe. Dr. ®eoen8." a cf) f d) r i f t ber Sd)riftleitung: Obwohl ich tperrn Dr. $. jehon ba£ mitgeteilt habe, was mir in betreff feiner fragen befannt war, fo glaube ich boch, baff ihm weitere (Mitteilungen erwünfeht fein werben unb bitte batjer bie Üefer, itjm biefelben zahlreich jugeljen jit (affen. Muf bie Slbljanblung oon (ßeterfen „(jjferbeföpfe auf ©auernhäufern befonber« in 9lorb=3)eutid)lanb." 3al)rbiid)er für UanbeShmbe S3anb III S. 208 u. ff. ober XIX. ©erid)t ber antiquarijcf)cu ©cjelljd)aft S. 3 — 69 habe ich £>crrn Dr. 35. hingetuiefen. 35. 2. ^Mjänologifchc ^Beobachtungen. 3m Aufträge oon föerrn Dr. ftnutl) erfudje ich alle biejenigen, welche in bie oon ihm oerfanbten ftarten ihre (Beobachtungen eingetragen haben, ihm biefelben halb jujufeuben, bamit für bas! SÖiärjhcft ber tpeimat bie (Srgebnijfe ber 3af)re3arbeit möglicfjft ooQftänbig jufammengeftellt werben föniten. 3). Digitized by Google 24 Stitteitungen übet (anbeäfunbli^e Siitteratnr. $eteing>9lnge(egmt)eiten. iHitteilungcn über l-anbeslmnblichc I'itteratur. Die beiben Sioic. @in S3eitrag jur 9?cformatioit«cjcfc^irf)te Dill)* marfegeng Don ß. SRolfg, Skftor ju ®t. Sinnen. SBenben. £>. Dimm. Sßreig 0,80 ,W. Dieg SBerf oerbauft feine ßntftegung ber 350. SBieberfegr beg 'Xobe^jatjreS ber im Xitel genannten bitgmarfifegen ^Reformatoren. ge ift bemnaeg in gcroiffem Sinne eine ©etegengeitßiegrift. ®on ben 2Rcingclit, bie Dielen Schriften biefer Slrt angaften, f>at eg fief) aber frei gehalten. Der ,$err SSerfoffer bietet nidjt ettua blofj eine ßniammenfteüung ber grgebniffe früherer fforfdjungen, fonbern er gegt felbftänbig feinen 2Öeg. Sin ber .ftanb eince reicggaltigen Ouellenmaterialg ftellt er bie S8iogra= pt)ieeu jufammen. Dabei fomntt er oft jn SRefnltatcn, bie ben biggerigen Slnficgten toiberfpretgeit. ßg ift bie Sdjrift be«l)alb ein toertuoller 5öei= trag ,\ur bitgmarfifegen Sicfornmtionegefdjidjte. Drog biefer Umftänbe oerleugnet bae SBerf aber ben ßgarafter ber ffeftfegrift niegt. Sion Slnfang big gnbe ift ei ein Beugnig ber SSegeifterung beg fjjerrn Sterfafferg für feinen Stoff, bie fid) freilief) nidjt in goegtiinenben Siebengarten Stuft maegt, fonbern fid) alg eine roogltguenbe SBcirme bem Siefer futtb giebt. Dabei ift bie Darftellung einfach; alleg, mag fid) auf öegrünbung, i'itteratur unb bergleid)en besiegt, ift in bie Slnmerfungen, bie bem SBerfe aitgepngt finb, oermiefen. Diefe ginrid)tnng bemirtt eg, baff bag SBerf trog feineg SBertcg für bie ßrforfegung ber bitgmarfifegen ^Reformation unb trog ber SBiffenfcgaftlicgfeit feiner ©runblage, boeg ein redjteg SJolfgbud) ift. SRöge eg benn bie Äunbe oon bem Stampfe ber beiben 33oie reegt rneit in unfernt Ditgmarfdjen unb über beffett ©renjen ginaug Derbreiten! Söemerfeu möcgte id) nod), bag ber Dolle grtrag beg SBerfeg für eine Stiftung beftimmt ift, bie ju ggren ber beiben ^Reformatoren ben SRamen „SBoie^Stiftung" tragen foll. St. Sinnen. Siembfe. Butins -Angelegenheiten. Uebcrficgt über bie ßnttuirflung beß Skrcinß im 3ogve 1892. SJlitglieberbeftanb am 1. Smtuar 1892 1608, Bugänge im Siaufe beg 3agreg (baoon allein im Dejember 135) . 446. Slbgänge (lobegfälle, SBegjug aug bem Sereinggebiet, Slb* melbungett) Hl- SJfitgin Seftanb am 1. Sanuar 1893 1943. Stiel, ben 1. Sanuar 1893. Der geftgnftÖfiigrenDe Sfußfeguft. 2)ruct Bon ?(. g. 3enfen in Stiel , SSorjtabt 9. Digitized by Googl Raffungen ■ beS herein* jut pflege ber 9tatur-- utib £«f be« ©erein« ift, bie »unb« unferer Primat, ihrer ©eroohner unb ihrer Siatur ju förbern. § 2. Tn ©erein jucht bicfen 3wecf ju erreichen burch f>evau«gabe einer SJionat«- fctjrift, ©erjantmlungen unb gegenfeitige Anregung ber SJiitglieber unter cinanber. § 8. Ta« Organ best ©ereilt«, „bie jpeimat". bringt beletjrenbe Auffä&e in atlgr- mein oerftänblicher gaffung unb SJiitteilungen au« ben (gebieten ber Sanbe?-, Siatur- unb ©oltätunbe. Sie berietet über bie lattbe«funbliche fiitteratur, giebt Au«htnft über gefteüte fragen unb oermittelt ben Tauicboerfehr unter ben SJiitgliebcrit. § 4. 3äf)rli(b finbet eine ©eneraloerfammlung be« ©erein« ftatt. Tiefelbe ernennt . ben Sorftanb, nimmt ben Söencfjt be« Schriftführers entgegen unb beauftragt 2 ©erein«- mitglieber mit ber Prüfung ber 3at)re«red)nung. Tie geprüfte Abrechnung ift auf ber nächften ©erjammlung oorjulegen. SJtit ber ©erfammlung ronben ben 3«>«f be« herein« förbernbe Sortrage unb Au«fteflungen oerbunben. Ort unb 3*'t ber ©erfammlung be- ftimmt ber ©ejamtoorftunb. § 5. Tie Leitung be« ©erein« liegt in ben Jpänbett eine« gefctjcift«füi)rcnben Aua- fchuffe«, bem ein Ärrii non ©ertrauen3mcinnem al« roeitercr Au«itbu& jur Seite fleht. Sie jufammcit bilben ben ©ejamtborftanb. Ter gefchöftsf ufirenbe Auafchujj befteljt au« bem Sorfifcenben. bem Schriftführer, bem »affenfüljrer unb bem Seiler be« ©erein«otgan«. § «. Ter engere Au«fd)u6 hot bie ©efdjäfte be« ©erein« ju führen, unb bie ©eneralucrjammlungen oorjubereiten unb ju leiten. 3 n allen Stagen, welche bie ©erein«- organifation unb Anbetungen be« Statut« betreffen, finb bie 8ertrauen«männer um 9iat ju fragen. Sie unterftü&en ferner ben engeren Au«fehu&, inbeni fie benfelbcn mit ben ©ünfcfjen ber 8erein«mitglicber betannt machen unb (ich bie görberung be« Serein« be- fonber« angelegen fein lafferi. § 7. gebe« ©orftanb«mttglieb wirb auf oier Sah« ®on ber ©eueratoerfammlung gewählt. Ter gefchäft«führenbe Au«fchufj wirb erneuert in ber ©eife, baß jährlich ein SJiit- glieb au«fcheibet. — 3» ben brei erfien 3 a ') rcn wirb burch« So« beftimmt, wer att«ju- fcheiben hot. — ©enn ein Sliitglieb be«ielben oor ber ©eneraloerfammlung auäfcheibet, fo hat ber ©ejamtoorftanb ba« Siecht ber ©rgänjung. Solche ©at)l ift gültig bi« jur nächfteu ©eneraloerfammlung. Tie ©ertrauen«männer ernennt ebenfall« bie ©eneraloerfammlung ; boch hot ber weitere Au«ftbuß ba« Siecht, fid), wenn nötig, ju ergänzen. 3« ©egenben, wo fich Sejirläoereiite gebilbet hoben, wählen biefe bie ©ertrauen«männer. § 8. SJiitglieb be« ©erein« taten jeber werben, ber fi Siebter. 4)ietb. an 3nftitutäDorfteber S otjr n , Untereftr. 17. S'o^rn n. J$cM)crn. JrnpnrnnDritnnllnll \w W. Wnmelbungen jur Aufnahme Cfiern b. 3- merben entgegengenommen uoti fcauptlebrer 3 . $. Cloppenburg. Max Riemer, Kiel. £eiftungafäf)igfle fpuitltuntiem u. |inijolIieaii|ialt. Jeber, auch ber fleinfte Auftrag roirb fdmcll unb gcmifjenlmft auägefübrt bei billigten greifen. Vorstadt No. #. Fernsprecher 877. Teschner & Frentzel, ßransmirktr fimbbanblnng, Jflutitinlirii, l'rihhibliotlirtt n. frtirmillrlgrfctiäft. Kl**l, Krtmswiekeretr. 46. KemnUb. d. .Schulstr. Prompteste and billigst« Lieferung aller Arten Bücher n. Zeitschrift, in- n. »uslänä. Litter. Öohnellstf* Besorg, v. .Antiquaria. Lager ron Zekheouteiisiiieo. Schreib- und f’apienraarea für Private, Comptoir-, Bureau- u. Studienswecke. Grosse Auswahl vorzüglichster .Schreib-, Copir- u. Zeiohcn Tinten. Jöaareinköuffe tu Vorzugspreisen. Leih-Bibliothek. Lesegebühr pr. Bd. 15 Pf. die Woobe. Abonnements auf 2 Bde. A 1. — pr. Monat. flomöoptDifdif ityotWf Siel, Jöoltcnaucrftr. 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JUthtocr, ftict, Sütaifenbofftrafte -R*- Sjpebition: Stifter SRo^rocr, Sliel, SBJaifenfaofftrafec 42. . onafefd^riff Derettts sur Pflege ber Hatur» unb Canbesfunbe 1. Sortr an £wTrn ffflirimrat Srirbr. o. litmnrtfi. 2. Tie flfobtmiiifien öeilanftaltrn in fiirl. S. Untere »aumigirten. ■I Sorem IBorft f. ,5. ttuffoebrrungen. KteL Brnrf ron 31. f. 3»nf*n. Gstttfaffene ^Jätglieber 1. SIbrenö, Sebrer, ©fleran. 2. Stlberti, ^aftor, Ouidborn. 3. grl. Bergmann, Siegerin, Sie!. 4. 'Benifjarbt, ipojlieferant, gletiöburg. 5. Bielenberg, Siebter, ©aarben. 6. Bielfelb, Seminarift, ©dernförbe. 7. Bijcboff, B“fior, ;Henböburg. 8. Bod, Sebrer, Bielenberg. 9. Brij, Sichrer, SRenböburg. 10. Brij, Seminarift, fjaberöleben. 11. Bruffen, Scämer, Hamburg. 12. Burnteifier, Sebrer, Hamburg. 13. Buid) jun., ^immermeifter, Stiel. 14. Garlien, Siebter, früher ffibbetaf. 15. ©laufen, Baßor, Sügumtlofter. Iß. Sabmloä, Sebrer, Jpaölob. 17. $afl, Siebter, Scbottöbüß. 18. ISetbleffen, Siebrer, ©arftebt. 19. bibbern, Siebter, ©römig. 20. Röniglidie Xomjcbule, Sd)le0tpig. 21. ©Reefen, Butbbönbfer, pabcröleben. 22. Ireefen, Siebter, SUt- SRablftebt. 23. ©bert, Kantor, Olbeöloe. 24. ©rfurt, Siebrer, Hamburg. 25. gebberfen, Seminarift. fiaberöleben. 26. gijeber, Siebter, Slttona. 27. glidenfebilbt, Siebrer, .peibe. 28. Slot, Baftor, Cuern. 29. grebtag, Siebrer, Hamburg. 30. gubtenborf, Siebter. SBeftermoor. 31. ©abrobn, SBerfmeiftec, ©aarben. 32. @öttfd)e II, Seminarift, Segeberg. 33. ©ranbfe, üiiaterialien ■ Bcrmalter, Stiel. 34. ©tiebel, Bropft, SBacber. 35. Sjadjmann, Siebter, früher Sebeftebt. 36. .'pagenab, Seminarift, ©dernförbe. 37. ßiagge, Seminarift, Segeberg. 38. Jpamcr, Sichrer, ff riebri Abgabe. 39. Manien, Siebrer, glenöburg, ipuf. Ef|. 6. 40. Jafenberg. Kaufmann, Slcnmünfter. 41. paß, Siebrer, Sebeftebt. 42. eil, fßojimeiftcr, Siügumflofter. 43. |ieinemann, Siebrer, Siel. 44. jpeffe, .pauptlebter, Hamburg. 45. Ipinfcb, Siebrer, ©ibelftebt. 46. Siobgrefe, Seminarift, .paberbleben. 47. j^orfnnann, .§amm, Hamburg. 48. fpudfelbt, Siebrer, Jpaälob- 49. Jmgfelbt, görfter, 9iol)lftorf. 50. genfen, Süfter, ©Relöborf. 51. gngtoerfen, Siebter, .fjamburg. 52. fsooften, Siebter, Kaftrup. 53. grl. gürgenö, Sebrerin, Siclborf. 54. giperjen, Siebrer, Sebeftebt. 55. Rabl, Siebrer, gabrenfrug. 56. siablftröm, Siebrer, ©aarben. Siel, ben 1. ganuar 1893. 57. ftlutb. Seminarift, Segeberg. 58. topbal, ©b r - Segeberg. 59. Äöfter, Siebter, Sbbnbufen. HO. grl. ftrauäbaar, Siebrerin, Stiel. 61. Stufe, Siebrer, ©efterbeirbftridi. 62. ßanbabl, Siebrer, tpoltfee. 63. Dr. ßebmann, JlUona. 64. Sinbemann, Siebter, ‘flltona. 65. Sprengen, Slüfler, Segeberg. 66. SJlnad, Sebrer, Jiarfe^beibe. 67. Sie&toarp, Seminarift, Segeberg. 68. Bieget 1, Sebrer, Siel. 69. Bieber II, Sebrer, Siel. 70. Bieber, Kaufmann, Olbeöloe. 71. Biidjaeffen, Organift, tpeiligenftebten. 72. Blößer, Sebrer, gaulöd. 78. Blößer, Sebrer, Cuidbom. 74. Biöfler, Seminarift, Segeberg. 75. Bloß, Sebrer, Sügumflofter. 76. Siagel, ^ofbefiger, tpeiligenßebten. 77. Süßen, Sebrer, Rappeln. 78. Obi Sebrer, ©aarben. 79. p. fßein, fRentier, Breslau. 80. Brterfen, Sebrer, Sjufum. 81. Börtfen jun., Suölanb. 82. Btü|, Sebrer, Stiel. 83. SRamm, Seminarift. ©dernförbe. 84. fRebberg, Sebrer, Siel. 85. ßieimere, Kaufmann, 'Jlortorf. 86. SHengom, Beamter, Hamburg. 87. Stieper, Sebrer, Bobenau. 88. fRoefe, pofgärtner, ©utin. 89. fRouroolf, Seminarift, ©dernförbe. 90. Seßmer, Kaufmann, Siel. 91. Stbröber, Sebrer em., jpabemarfdjen. 92. Stbulge, Sebrer, Bergßebt. 93. Sdjuts, Bräparanb, Siel. 94. Sdjroarl , Bmtöridjter, Sügumflofter. 96. Stauen, Seminarift, Segeberg. 96. Steffen II, Sebrer, Siel. 97. Steffenö, Siebter, Bloorbief. 98. Stoltenberg, früher Sentinarlebrer, lonbern. 99. Stuben, Sebrer, Büfum. 100. Subr, SBirt, Segeberg. 101. Beöper, ©aß mrt, ©Imenborft. 102. Biertb, Sebrer, Sdjüßborf. 108. Böge, Sebrer, Siel 104. Boßftebt, Sebrer, gclbftebt. 105. Boß, Seminariß, Segeberg. 106. SBaßer, Seminarift, Segeberg. 107. SBarnebolb, ©ärtner, Bunbborß. 108. SBoite, ©eminarlebrer, Segeberg. 109. SBulf, Seßrer, Blelborf. 110 . SBulf, Sebrer, Sieuenborf. 111. SBulff, Sebrer, $cil?boop. Tcv Sdtriftfiibrer. jf^tonatsfdtrift bcsöeceins jur|3flcgc bcr Hatur- u.^Canbeshunbc in Sthlcslnig-ijolflcin, Ijambuvg uni) laibedt. B. 3>af)rgang. .M 2. Februar 1893. Tie „ßfimat* erfc^rint jebcit HJJonat in 1 -IV» ©oßftL Tic Vtitgliebn be* ©erfind erhalten birfclbe gegen einen Beitrag nun 2 'Warf frei j^Uiirfaubt. Ter ©eitrag fann bi« \um 1 . Yfpril iebeit vfohre* au ben fcafienfnlirrr, 4>auptlel)rer 'JSftcrd in Stiel. SBatienliofftrafoe 4, ringefanbt werben; bi« balnu ent- vidjtrte ©eiträge werben bnrrf) ^ofinariinalnne eingejoßen. ftür Wicfttinitßlirber fuftet bie burdi ben ©itdjljanbel im ^«br :t yjinrf, bie einzelne Wnmmer :to ©f. — unjeißro fofien lü üf. bie ge (IMltcnr ©fHtjrile, bei tUieberbolnng wirb ber ©rei« ermä&ißt. Schriftleiter: £>auptlebrer $. Tannmeier in Stiel, SJornienfir. r>‘j. tüLlottc sin $)erni (Geheimrat Jfricöv. b. (Es mar de bei örrübcrrridiuitg bcr Scftfdjrift*) p fctucin 70 jntjriaen ©eburtötag. Den 9. 3onuar 1893, fleipvorfjcn öoit £>errn 1Uof. fietb. $rtrrjrn. ©odjoeretyrter .£>err ffictyeimrat! „linier Sieben mätyret ftebcttjig Satyre, unb wenn e« t)orfj fomint, fo finb e« adjtjig Satyre, unb wenn e« föftlirfj gewefen ift, fo ift e« föfütye mtb Arbeit geruefen ; beim e« fahret fdjttetl batyin, al« flögen mir baoon." 9Jlit biefen SBortcn be« fßfalmifteit, bie Styr väterlidjcr Jretinb Strotueper feinen „Srinnernngeit eine« beittfctyen SlrjteS" als Sinn» fßrud) uorau«gejd)idt tyat, möd)te id) Sie tyeute begrüßen. Siebjig Satyre liegen tyiuter Stylten, unb wenn nidjt olle« tönjdjt, fo werben Sie c« auf adjtyig bringen, ja mir fprectyeu ben 2Bunfd) nnb bie Hoffnung au«, baß Sie nod) mcit barüber tyinait«fommen, frifdjeit ©eifte« unb ge= funbeu Slörper«. Ja« lieben, ba« Stytten vergönnt mar, ift reid) gefeguet gemefeu; leid) gefeguet btirdjwffußcrc Umftänbc, reid) gefeguet burd) eigene Straft. ©ruße« tyaben Sie erlebt : Sie waren babei, al« Sd)lcswig=£mlftein fid) Juni erfüllt fötale ertyob, unb al« unfer tyeißgelicbte« engere« SBater= laub nad) trauriger Stuedjtung bie ^Befreiung begrüßen unb ba« b(au> weiß < rate Söanner mieber entrollen burfte. Sie waren babei, al« bie fKabeit auftyörtcn um ben Sttjfftyäufer p fliegen, unb bcr Jrauiii nuferer *) Stiel irtft Üeipjifl, Verlag «on Sipfiu« .V lijdjer. 1803. Digilized by Google Sorte bfä iicrrn tjkof. fterb. Skterfen. 2(5 Später unb uujerer eigenen 3ugenb oerwirfticßt würbe in bcr Sluferfteßung be» Seutfcßen Sieicfjeö unter einem Seutfcßen Äaifer. Slber nicßt als 3ufcßauer mareit Sie babei, nein, Sie toaren felbft tßiitig, nicßt SBunben fdjlagenb, fonbern SBunben ßcileitb, rntb ber Kriegä-ßßirurg Gssmarcß ronrbe überall befannt unb genannt. Stuf betn ftampffelbe ber SHenfcßcu« liebe gegen bie Scßretfen bes Krieges waren Sie allzeit ooratt. Unb wie fid; bie größten Sßeftbegebenßeiten oor 3ßrett Singen ooll= jagen, fo ßabett Sie andj auf bem ©ebiete uttjerer Stöiffeufdjaft unb ftunft bie jegensreidjften SSanblungen entfteßen unb ficß oollenben feßen, jum Seil unter 3ßrcr Sllitßülfc. — 3m Slnfaitge 3ßrer ärgtlidjeu Sßfitigfeit würbe bcr SBclt, ber leibenben SWenfdjßeit, bie Slarfofe ge= fdjenft, bie unS erft recßt bie ffreube an unferem wo^Itfjätigen SBirfen läßt. Sie nahmen halb barauf mit 3ßreit großen Seßrern Sange ttbcd unb Stromeper tßätigen Slntcil an bem Stuf bau ber crßaltenbeu Gßirurgie. Sie faßen bie ©infüßrung ber antifeptifcßcn unb ajeptijcßcn SBuubbeßanblung, unb bei ber SBeiterentwidlung ber SBuubbeßanblung ftanb bie Kieler Klimt nicßt in leßter Sinie. Unb bann ßicltcn Sic auf bcr 1873er 3ujommcufunft ber Seutfcßen ©ejellfcßaft für ©ßirurgie 3ßren ©ortrag über ein ©crfaßren, burd) bas bei blutigen ©ingriffen in ben menfcßlidjen Körper baS 93 1 u t , bcr gaitj befonbcre Saft, ge= fpart wirb, ben ©ortrag, ber, wenn audj nicßt jofort, fo bocß alsbalb wie eilt Sauffeuer bie ganje mebijinijdjMuiffenfcßaftlidje SBelt burdjflog, unb ber fdjoit allein 3ßrem 9iamen bie llnfterblicßfeit fidjert. Unb neun 3nßre fpäter waren Sie e$, ber bie Samariterfacße oon ©nglanb itadj Seutfcßlanb oerpflan$te, ißr ißreii Stamen, iljre ©erbreitung über bie ganje gefittete SBelt unb baburdj erft iß re Sebeutung gab. 3' uar würbe 3ßr Streben im Slnfange oielfadj oerfanut, oielen Kränfuitgen waren Sic auSgefcßt, aber wie überall, fo fiegte and) ßier baS ©ute, unb jeßt erfahrt baS Samaritertum faum nocß cruftlicße Slitfedjtung. 3ßr SBirfen blieb uid)t unbeloßnt. Sdjoit als jeßr junger SOiann gelaugten Sie auf ben Seßrftußl, ben oor 3ßueu ein ©iiiitßcr, ein ©ernßarb Saugenbed, ein Stromeper inuegeßabt ßatteu; fdjou friiß erßielten Sie oon bem Staate als Sliterfeunung ben Xitel eine« ©cßeimeu SiatS; bie fmlb oon dürften uttb giirftinnen würbe 3ßnen in reicßein ÜJtajje juteil, unb 2Bilßelm bcr Sicgreidjc oerließ 3ßneu uudj in feinem leßten Sebensjaßre ben erblicßen Slbel. Sieben Qaßräetjnte fitib oerfloffen, feitbem Sie juerft baS Sidjt ber SBelt crblidtcn, unb mit ßoßer, ftoljer ©efriebigung fönnen Sie auf 3ßr Scbeu juriidbliden. SBir aber, ffreunbe, Scßiiler unb ©ereßrer, fonnteu biejeit Sag uicßt ooriibersießeu laffcn, oßite 3ßnen oon ^lerjen Digitized by Google Jriebrid) oon ©ämarcfy. Digitized by Google 28 ®. Sßörffcn. ©liid ju müitfdjen unb 3t)«en aud) ein fidjtbareS ßeidjcu nuferer Ser- eljrung barjubringen. SSJir glaubten unferen ®efüf)len baburd) am beftcu Sluäbruct ju »erleiden, baff mir 3h ,,en am heutigen läge eine miffen- fd)aft(id)e geftfdjrift überreichten. SBenn Sie in 3t)reu Shiffeftunben bie Schrift einer X'itrdjfidjt untermerfen, jo bitten mir Sie, berer jreunblid) ju gebeuten, bie fie »erfaßt fjabeu. Unb um mit ben SB orten XaffoS bei Überreichung feinet SudjeS an bie .jper^ogiu jn fchliejjeti : „So fann id) and) nur jagen: ÜRirnnt es h** 1 " Pic JUmbemifchen DeUanftalten in glich eilt ©cbcnlblatt jum 70ftcn ©cbnvtötogc TVvicörid} o. ©öniardi’d. ®on ®tnit $5rffcn. (©dj(it6.) 3m Sanuarfjeft ber „.fieimnt" fdjloffeit mir mit bem Seridjt jur (£utftcf)unglgefd)id)te ber je^igen afabemijdjen Slranfenhäujer. 9Jiau er* fiefjt an-S bemjetben, unter mir grofsen Schmierigfeiten unb mit meldjen ©iitjdjränfuugeu bes urjpriingtidjen planes fie enblid) tjcrgeftetU mürben. 3n ber .fjauptjadje finb bie heute oorfjanbenen Sauten noch biefclbeit, bie 1862 bezogen mürben, bodj finb jeit biejer 3eit im Snnertt berjelbeu uerjdjicbeiie Serbefferungen auSgeführt, unb bie neuen Saulidjfeiteu, bie jeitbem hinjugefommen, finb (jauptjadjtid) ben Äranfenf)äuferu jetbjt, bie batb für bie uermebrte Sennjjung nicht mehr au3reid)ten, ju gute ge- fommen. Soffen mir jetjt eine turje llberficht ber urfprünglidjen Saulid)- feiten unb @inrid)tuitgen ber afabcmifchen .jjcitanftalten oon 1862 folgen. $od) oben, im 9torboften ber Stabt, nahe bem ©djlojjgartcn, auf früherem SrunSmifer Selbe, reid)lid) 23 in über bem 9lormalmafjerftanb beS Vieler jpafenS, ift ber Stofe belegen, auf bem fdjliefjlidj ber fo lange geplante Sau jur 9lu8füf)ntng gelangte. 2>a and) bie Sobenbefd)affenheit (reiner, fd)arfer ©anb oon uereiujelten biiuuen ilWergel- nnb Sehmfcf)id)ten burdjjogen), fomie bas erbohrte Xrinfmaffer nichts ju müufcfjen übrig liefjen, and) bie ©utfemung ber 9luftalteu oon ber Stabt eine nicht unbequeme mar, fo barf gejagt merben, baf? nicht moljl ein geeigneterer Slafe für bie illinif hätte gemählt merben fönuen, unb ba8 Vtuffiubeu biefeS SaitplaheS gehört nicht ju ben geringften Serbienften Strome per ’S. 91u jpauptgebnuben mürben urfprAnglid) auf biefem Slafee aufgefiihvt: 1) 5>aS mebi^inifd)=d)irurgijd)e MranfeuhanS; 2) bie ©ebäranftalt; Digitized by Googl $ic ‘ilfflbcmijcfjm $cilanftaltcn in Siel. 29 3) bag $ocfenf)an§; 4) bag 2eicfjent)aug ; 5) bie SBofjnung beg Tireftorg ber ©ebäranftalt; 3) bag 2Bafcf)= uiib Wafdjineitbaug. Tiefe ©ebäube finb bezüglich 33, 57, 114 iitib 27 m »oit eiit= anbcr entfernt nnb »erben burdj Siegwege unter einanber »erbunbett. Tie ©efamtlänge beg erftgenaunten ©eböubeg, beg mebijinifd;« djirurgifdjen Sranfenbaufeg , beträgt 60,3 m. Tagfelbe beftetjt ang Seiler, jwei Stodwerfeu uttb einem britten ©todmerf über bem üttittelbau. Tie 2id)t()üljc beg Seif erg beträgt 2,6 m, bie ber ©todwerfe 4 m. Alg Sraufeuräume finb »orffanben in bem unteren ©todwerf: 4 Sranfenfälc jit je 10, 2 Sranfenjimmer jit je 3, nnb 4 beggleidjeit ju je 1 big 2 Setten; im jroeiten ©todwerf: 4 Sranfenfälc ju je 10 Setten, 2 Sranfenjimtner ju je 3, 1 beggleidjeit jit 5, fowie 5 beggleidjeit ju je 1 big 2 Setten. (Aufjerbem finb nrfpriinglicb fjier norf) angegeben 2 Augenfranfenjimnter, bie jebodj, ba bie Augenflinif feit ber ßeit ang bem .fpaufe »erlegt worben ift, anberweitig j\ur Sertoenbung fommett.) 3m britten ©todwerf waren urfpriinglid) 2 Svanfenjimmer ju 1 big 3 Setten uttb 1 gimnter für Tobfüdjtige eingerichtet. Aufjerbem befinben fitf) feit 1875 in bent einen Seitenflügel ber mebijinifdjen Stinif ein römifdjeg nnb ein pneumatifdjeg Sab. — Tic ©efamtlänge beg ©ebäubeg für bie ©ebäranftalt ift gn 47,4 m angegeben. Tagfelbe beftebt ang Seiler nnb jrnei ©todtuerfeit »ou berfelben £id)tf)öf)e, wie im mebijinifd)=djirurgifd)ett Srattfenfjaufe , nnb aufjerbem über ber ettoag »orjpringenben Wittelpartie äug einem britten ©todwerf. Tiefer Sau enthält in beu beiben ©todwerfen ber $lügel 4 getrennte Abteilungen »on je 4 SBöc^nerittnen « Zimmern, bereu jebeg 3,7 in breit, 4,6 m lang uiib 4 m tjocf) ift, fouad) einen 3iauminljalt »ott 68,5 ebkm tjat. 3ebeg ßimmer ift für nur eine SBödjneriu beftimmt. — Tag ißoden* Ijaug beftebt ebenfalls ang 2 ©todwerfen uttb pat eine ©efamtlänge »on 17,4 m. Tie ©todwerfc finb je itt 4 m fiidjtljöfjf erbaut. Tie beiben ©todwerfe enthalten jufamtnen 4 gimmer mit im ©angen 12 Setten. — Tag Sicidjeufjaug ift 12,6 m lang mit einer 2id)tf)ül)c »ott 3,4 m uttb in nur einem ©todwerf erbaut. 3m 3»ljre 1877—78 ift eg burdj An- unb Umbau bebeutenb »ergropert unb beftebt jefjt anS Seiler unb brei ©todwerfen. — ©ine nähere Angabe ber ÜRäutn lieferten fantt bei biefent, wie bei bem folgeitben ©ebättbe untertaffen werben, ba fie »on feinem größeren allgemeinen 3ntercffe finb unb mit ben eigentlichen faititäreit Einrichtungen ber Anftalt uidjts ju tbuu b»^»- — Tie SSJobtumg beg Tireftorg ber ©ebäranftalt beftebt ang gwei Digitized by Google BO G. Sßörffen. Stodmerfen unb Ijat für jebeö berfelben eine lidjte fjöbe dou 3,4 m, fornie eine Sänge oon 16,6 m, nnb eine SBrcite non 13,1 m. SDag 3Bafd)= unb'ÜJiafd) iitenljait^ ift ebenfalls in jmei ©todwerfen erbaut unb Ijat eine Säuge üon 20,6 m, eine SBreite non 10,7 m. SEa3 finb bie gleicf» ju Stnfang erbauten .fjauptbaulidjteiteu ber atabemtfdjen .'peitanftalten. Stuwer biefen ©ebäubett finb im Saufe ber Sabre nad) nnb nach binjugefommen : 1) (Sin SBobnbauö für ben SEircftor ber cbirurgifcbeit ftlinif; 2) ein SBobnbaug für ben SEireftor ber mebijinifdjen Älinif; 3) 2 SBaraden für bie djirurgifebe ftlinif ; 4) 2 SBaraden für bie mebijinifdjc Stlinif; 5) 2 SBaraden für bie geburtgbiilflicbe Wnftalt. 0g ftetlte ficb nämlicb, mie bag bei ben fo jebr berabgebriidten ÜKitteln für ben projezierten SBau »oraugjufeben tuar, balb nad) SBejug ber 9lnftalten beraug, baff aud) bie oorbanbenen neuen fRäumlicfjfeitcn ben 91nforbernngeu mit SBejug auf bie Slufnafjme begebrenbe 3<>bl ber Äranlen teinesmegg ju genügen oermoebten. Sd)on nad) 14 lagen, Dom Sage beg 0injugg an, mären färntlidje SJtäumlidjteiten ooll befe^t, unb Sßrofeffor 0gmarcb fpracb bereits in feinem erften 3al)regberid)t nad) bem Umjug fein SBe- bauern barüber aug, baf) bie SEireftion ftänbig genötigt fei, einen Seit ber Äufnabme begebrenben ftranfen abjumeifen ober ältere Äranfe oor oollenbeter ©enefung ju entlaffeit. Sffiie grofi übrigeng auch bie 3»’ nabnte in ber SBenu&ung allein ber djirurgifdjen Älinif bereits in bem erften Sabtjebnt narb ber Übernabme berfelben bureb 0gmard) mar, bag beroeift ein S8erid)t begfelben aug bem Sabre 1866, in meinem eine gufainmenfteflung folgenbe ßifferu ergiebt: gabt ber jährlich ing .fjwfpital Slufgenommenen : 1854 : 211; 1866 : 556. 3abl ber jährlich anibulatorifd) SBebanbelteit : 1854 : 735; 1866 : 1890. gabl ber Operationen: 1855 : 82; 1866 : 487. SEie grofte Steigerung ber 3 a bt ber ambulatorifd) bebanbelten Jlranfen ift ju einem SEeil ber mäbrenb beg genannten Snbrjebittä erfolgten 0r= meiterung ber ©ifenbabnen burd) bag öftlid)e ipolftein jujufdjreiben; beunoeb ift nicht ju oerfeitneu, bah ber gröfiere Slnlajj ju biefer ungeheuren Steigerung ber gerabe mäbrenb biefer St>b re aufblübenbe SHtibm Sgmarcb’8 Digitized by Google $ie 9ttabtmijcf)en §eitanflalten in Siel. 31 geweint fein wirb, um fo rneßr, nie fid) nun and) fcßoit über bas gange Wanb gerftreut redjt oiele {einer erften ®d)iiler unter beu praftigicrcnbcn 9irgtcn befanben, bie eS nid)t unterließen, in fdjtoicrigeu Jollen bie «raufen gernbc auf ißrcn ocreßrteit Weßrer ßittguroeifen. 3m 3al)re 1866 war bie Verlegenßeit infolge ber Sefdjränftßeit beS {Raumes itt ben afabemifcßen .'peitanftalten aufs ^jöcßfte gcftiegen, unb bie «lagen (ESmarcß'S würben immer brittgenber. 9luf einen umfaffenbett Ausbau ber Snftalten gu bringen, geftatteten jebocß bie .ßeitoerßältniffc nid)t, nnb fo würben cinftweilcn wäßrenb beS ©ommerS gelte S ur Slufuaßmc eine« Seils ber «raufen erridjtet, bis jdjlicßlid) oon (ESmard) ber Antrag geftellt würbe, gur ftnnbigcn (Erweiterung ber {Räumlicßfeiten baS amerifauifdje ^polgbararfeufßftem anguwenbeti. Siefem Antrag würbe bann and) enblid) Jolgc gegeben, unb aus ben guerft erbauten Jpolg- baradcu eutftanben nad) unb uad) bie jeßigen mit bem Flamen „Varatfcn" begeicßneteit ©teinbauten als (Ergängung ber bisßerigcit «ranfenßäufer, jo baß and) in biefer 93egießung jeßt feßon feit einer {Reiße oon Saßreit bie 91uftalt geniigenb ocrfeßeit ift. Slußerbem war bie Slugenflinif, unter Weitung beS fierrit {|Sro- fefforS VölfcrS, feit einer {Reiße oon Saßren in einem befouberen gemieteten ©ebänbe in einiger (Entfernung oon ben eigentlichen $eil- anftalten untergebraeßt. 3eßt ift and) fie, ber ebenfalls ißr .'peim längft gu eng geworben war, burdj beit im ©oininer 1887 begonnenen, im eperbft 1888 oollenbctcn unb bezogenen {Neubau eines eigenen ge- räumigen ©ebäubcS itt ben Wofaloerbanb ber gangen Slnftalt aufgenommen. SieS neue .'peim ber ?lugenf!inif liegt an ber .'pegewifeßftraße redjtS am (Eingang gtt bem gangen großen ©ebäubefomplej ber afabemißßen tpcil* anftalten, uttb muß biefeS ©ebänbe mit allem, was gu feiner 93c- ftimmung geßört, entfprießt fo feßr allen Slnforbcrungeu, baß nun and) bieje 9lnftalt uidjt nur ißrer oorttefflicßen Weitung wegen, jonbern autß in ißrer räumlußen (Einridjtung gu beu befteit gleichartigen Slnftalten SeutfdjlanbS geregnet werben muß. (Eine befonbere Sarftellung ißrer (Sinridjtungen unb {Räumlidjfeiteu gu geben, fdjeint mir fannt nötig gtt fein, nnb eS mag bie 93emerfung genügen, baß biejelbcu fid) in allen Seilen benjenigen ißrer ©djwefterfliuifen [ebenbürtig gur ©eite ftellen unb im ©roßen unb ©angen benfelben äßnlicß finb. 3n fämtlicßen gimmern ber Anftalten ift eine oollfommeue uatiir- lieh e Ventilation in Verbinbung mit Dfenßeigung oorßanben. Sie SSafferleitnng ber 9luftalt fteßt in Verbinbung mit berjeuigen ber ©tobt; außerbem aber ßaben jämtlicße ©ebäube felbftänbige Weitung aus Srunnen, im Jall bie3ftäbtifd)e Weitung oerfagen follte. Sie «od)fiicße ßat Sanipf* Digitized by Google 32 ( i . Sbrfjen. betrieb«*ßiurid)tung. $ie 2Bafd)aitftalt ift mit Einrichtung für £ampf* uitb .fmnbwäfdje »erfcljen. Ülufjerbem finb überall abeeinridjtnngeit, $e«infeltion«apparate unb 2 Baf ferclofet« in gvöfctmüglidfer SJolItommenljeit unb unter 9feriicffid)tigung aller nur mßglidjett fanitären Sorteile, foroie eine felbftänbigc JSaualifation ber Slnftalt nad) bem tpafcn ju angelegt. ©ine fdjßne unb nacf) allen Seiten bie fanitären Einrichtungen ber ülnftalten ergänjenbe Umgebung in teil« älteren, teil« jüngeren Einlagen, eine gemiffe 91bgefd)loffcnl;eit »on bem lauten (betriebe ber Stabt unb bie forgfältige SEßartung berer, bie l)ierl)er fommen, um ba« ifjiten »er* loren gegangene l)öd)fte irbifdje ©nt, ihre ©efunbfjeit, micber 31 t erlangen, in Ißerbinbung mit ber fegenSreidjett Sßirffamfeit Ijodjbegabter SDJäntter ber ärjtlidjfit SBiffenfdjaft unb fßrajri« machen bie f)od)geIegene 9lnftalt ju bem, Wa« fie fein fall: ju einer fjeilanftalt in nttferm fianbe. Jaufeube unb aber Uanfenbe finb mit (furcht itttb hoffen hinauf* gejogen ju biefer $ö()e, um fid) beit gcfrfjirftett .'pänben eine« ßSmard), beffen 5Ruf unb 9fnf)m weit über ®eutfd)lanb l)inau«gef)t, eine« Söartel« (feit feinem Hobe eine« Cuindc), eine« Si^mantt (feit einigen Qaljrcn eine« SÖertl)) unb eine« Sßölfcr« anjuoertrauen; laufettbe unb aber latifeitbc finb »on f)ier au« nüeber ju ben 3 l)rigen tjeimgefetjrt nnb werben e« nie »ergeffen, in welcher liebeuollen SSJeife i()ncit l)icr begegnet ift, mit welcher Sorgfalt fie l)ier beljanbelt worbctt finb »on ben X’irjteit, gepflegt »on ben Sdjwcfteru, weldjc feit ©röffttung be« „ÜOhitterljaufe«" itt Siel attd) l)ier t()ätig finb, nnb beraten » 01 t Sillen, bie an biefer Stätte be« Segen« um 9tat unb .fnüfe angegangen werben. *) ,'punberte »on jungen SKännern, bie tjicrljer famen im üaufe ber Sabre, um fid) für ben Ijoljen SBcruf be« Slrjte« »orjubereiten, haben einen Sdjafs uon Scnntniffen nnb Erfahrungen »on l)ier mit Ijinau« genommen in« Vebett unb in ihren ©eruf, wie fie il)it im ilattbc nur l)ier, unter ber Leitung unb betn Öeifpiel fo talentooller, erfahrener unb gewiffenfjafter ileljrer jtt erlangen »ermodjten. 2 ßa« liegt bc«ljalb ttäljer, als ber SBunfd): s i)tßge in unferm ilanbe immer nt e l) r unb allgemeiner erfannt *) Sluficr ben 4 $ireftoren arbeiteten narf, Siitteituug be« „ftrautcnfjnuStefifoiiü fiir bie Slönigt. ifkeuflifctjcn Staaten" (Sb. i.) au bett Vtnftattcn im Saljrc lH>*ö 0 Ültfifienjärjte, 0 Sdjtocficrit »am roten .Urciij au« bem „ 4)iiittcrl,au[c“ in Miel, 3 SSärtcr, 14 SSdrterinnen. Sie iJatjt bicfe« (irjtticfjcn unb pfilfsperjonal« biirfte fid, aber feit biefer Seit ertjebtirf) wergrößert tjabeu ; mir liegen leiber feine bejügtidjru neueren 9}nd,ri fdjicnett biefe 93crid)te felbftocrftänblid) in ben alljährlid) herauSfommettbcn UniocrfitätSdjronifen. ®ie älteren 3al)rgättgc biefer 93erid)te waren mir leiber nid)t jugäuglid), unb jo befdjränfe id) tnid) in meinem fpäter Digitized by Google 34 ®. i ! ötlfcn. folgettben ffrrequengnachweife auf eilte .ftufamtneitftellung ber interefjanteu $cil)(eu uon 1866—1892, wa« ja and) iufofertt gerechtfertigt erfdteinen mag, als! au« uerjdjicbeneu Urfacßen erft feit etiua biefem Zeitraum bie greqtteng ber Stlinif eine grünere Rebling erfahren hat. — 3d) fornnte an« Ettbe meiner Slrbeit, boef) fatni ich biejelbe nid)t fcßließen, ol)ttc nod) auf gtoei Umftänbc oufmerffam git madjett, bie mich bei meiner lebten Slnwefenßeit in ber afabemifdjen filinif mit befonberer ftjreube erfüllt haben. SU« id) in ben OOer ^aßren ©elegcnßcit hotte, bie Slnftalten oerjrfjicbentlicf) gu befudjen, l)errfd)tc bort unter ben Äranfen, tueldje in beit gröberen Sälen gujammeit lagen, l)äufig ein Ion, ber mir nicht gefiel. 3d) fagte mir gunädjft, baff ba« eine Unguträglidjfeit fei, bie fid) bei bem 9tebeueiiionberliegen fo oerfchiebenartigcn ©efclljd)aft«> freijen unb ®ilbung«ftufen aiigeßörenber fßerfoneit fdjwer beffern laffe. 9Jad)bem id) aber eitigeßenber beobadjtet hatte, tarn id) gu ber Über» geugnng, baff ber genannte Übelftaub gu einem grofien leil auf (Rechnung be« bamaligen SOärterperfonal«, bejouber« bei ben weiblidjett Äranfeu ben bamaligen SBärtcriuuen, gu fd)reibeu fei. E« waren leßtere gu jener 3eit ja nod) burdjmeg foldje (perfoiten, bie, weil fie nicht gewohnt waren, ihren (Beruf oon einem höheren @efid)t«ouuft aufgufafjeu, fid) ben Staufen gegenüber nur gu Ieid)t gehen liefen. (Bei ber uerhältni«ntäßig niebrigen (Bilbung, weldje aber biefen (ßerfonen eigen war, blieb c« bann natürlich nicht au#, bafs oon ihnen unb mit ihnen feiten« ber Sratifcn littgc uerßanbelt unb ®efyräd)e geführt würben, wie foldje beffer unter“ blieben wären. liefen Übelftanb, ber auch ber Direftion nicht fremb gewefen fein wirb, burd) fdjärfere Üb.rwad)ung gu befeitigen, war felbft» oerftäublid) nur ba möglid), wo er eine .fwlje annaf)ttt, bie gu SBefdjmerbeu führte, unb id) weiß, baß in foldjeu fällen bann unnad)fid)tlid)e Stor= reftttr geübt würbe, (Bei meinem neuerlichen (Befud) ber 9lnftalt nnit habe id) bie (Bewertung gemad)t, baß biefer Ion eilt uuglcid) befferer geworben ift, fobaß id) nicht atiftel)e, and) in biefer (Be> gie()nng bie afabemifdje £tei(anftalt al« muftergültig gu begeidjticii. Unb and) biegmal habe id) bie Übergcttgttttg gewonnen, baß in biejem Stiid ber Einfluß be« SBärtcrperfoual« oon ben entfdjiebeitften folgen auf ba« Xkrßalten ber M raufen im allgemeinett ift. 3d) barf e« nicht unau«geff)rod)eit (affen, baß befouber« ber ftille, oon religiöjem Eriift getragene Einfluß ber jßflegefdjweftent oom roten Streng e« ift, weldjer in ber genannten (Begießung jebe Ungehörigfeit hintanhält, fo baß e« einen wahrhaft erguicfeitben Eiubrucf mad)t, gu fehett, wie bte Straufeu aller Sllaffett fid) fid)t(id) bemühen, and) ißrerfeit« in ißrem gangen Verhalten fid) fo ciugnridjten, wie e« fid) für bie ©afte einer Digitized by Google lie '.'Ifabcmifdjcii $citanfta(icn in Siel. 35 humanitären Slnftalt jicmt, unb wie fie ifjren SBärtern nitb Pflegern in einer 253cijc juget^ou fiitb, bie nur bas fjcilfamftc 3?erI)äItniS fiuifd)fu beibcu teilen Ijerftellen faitn. 3a, id) barf jagen, cs (orntnen liidjt feiten gälte oor, in beiten innige üiebe jwijdjeit firanfeit unb Pflegern s ^la(j greift, unb in manchen gällen wirb aus biejem ©runbe auef) bet er* laugter ©eitefung ber Slbfdfieb aus ber Slnftalt oft jdjwer, wie ein fofeher auS ber eigenen gamilie, unb Schiebungen jwifdjen ben ©nttaffenen unb ihren eiuftigcn Pflegern halten fid) in foldjcu gälten nod) jal)re= lang aufrecht. $er -(Weite Uiuftanb, ber mid) mit befonberer greube erfüllt hob ift ber, baß befonbcrS für bie fiinberabteilung burd) bie freiwillige, »on ber Tireftiou gern geftattete SS3irffamfeit gebilbeter ÜDarnen für bie Unterhaltung nitb wo angätiglid) and) ^weefmä^ige Scjdjäftigung ber träufelt unb gcnefeubcu fileinen in einer 233 ei je geforgt wirb, bie, wenn fie immer bie red)tc ©renje eiujuhalten oerftel)t, nur oon giinftiger Sßirfung auf bas Verhalten unb baS ©emiit ber fiiitber fein fann. Sefonbers angenehm Ijat eS mid) berührt, ju gewiffen JageSjciten aus biefen Slbteiluitgen einen lieblichen ©efang crfdjallen ju hören, geleitet oon einer freitnblidjcn 5Dame unb hörbar mit Sergniigen ausgeführt oon allen, bie fid) an bemfelbeit beteiligten. 3n ber Il)at, eine jolcfje 9lrt, baS ©emiit ber fraufen Kleinen ju heben, mad)t auf ben .'purer einen Siubrucf, ben er nicht oergißt, and) wenn er feinen Sefud) ber Slnftalt fonft lieber möglichft balb auS feinem 0ebäd)tuiS löfdien möchte. 91 nr baS ift freilid) auch l)icv, wie bei allem, was jur Unterhaltung ber firanfen gefdjieljt, ju bead)ten, and) beS ©uten unb S53ohIgemcinteu fann, wenn nicht ein oölligeS SerftänbniS, eine reife Erfahrung bie ©reit^e jiel)t, Ieid)t jn oiel gefd)cl)en, unb wo leid)ter, als in ber fiiuberabteiluug einer .fceilanftalt! Slber befi bin id) gewiß, and) l)ier wad)t baS forgfame Singe ber ÜJfänner, bie es als fjödjften menfd)Iid)en ffleruf betrachten, ju heilen am Körper unb an ber Seele ihrer 'JJfitmenfdjeu, toaS front ift. — 3hnen unb ber Slnftalt, ber fie bienen, mel)re fid) ber Segen $um 253 o 1)1 aller, bie bei ihnen unb in ber oon ihnen geleiteten Slnftalt tpeilung fudieu. — 3h m ober, bent rüftigeu tperrn, bent bie Slnftalt unb in il)r unfer Kaub, unfer Solf fo oiel ju banfeit hat, fei and) nod) weit über bie normale ©renje mcnfd)lid)er läge h> iulu3 greube oergöuut am immer fdjöiteren Slufbtül)eu ber ,'pcilauftalten, bie junt großen leil jein eigenes SBerf fiitb ! 3d) weiß, eine fdjönere greube wüitfdjt er fid) nidjt für ben hoffentlich nod) red)t großen ÜKcft feiner läge. Digitized by Googl £>. Cfcfjenburg unb ;K. t>. gi[33enjon. 36 (Liniere $Vaucrng.'ivtcn. $011 f>. (tfrijcnbnrg in ,'polm bei itterfeu unb !ti. D. ^ifd)er-$tn^on in Siel. n. Sorbemerfung. 3m »origen 3af)te tjabe itf) oerfud)t, bie Auf* merffamfeit weiterer Greife auf nufere dauern gärten*) ju teufen unb ju* gteid) gebeten, mir SKitteilungen über alte ©arten unb ihren 3nf)alt ju machen. Son einzelnen Seiten ift biefer Sitte entfprodjeu tnorben. Jjperr Sngenieur |>. %■ SBiefe in Sd)öttfird)en faubte mir bie Abicfjrift eine« „Snoentariumd be3 ^ürftlic^en ©artenhaufeg jum ft tj eil, Ao. 1649." Diefeä Snoentarium wirb, mit Deutungen oerfefjen, in ben Sd)riften be8 naturwiffenfc^aftlicf)en ScreitiS für Schleswig * £wlfteiu oeröffenttidjt werben, unb jWar in Serbinbung mit einem etwa« jüngeren Dofument, baS fid) auf einen fßaftorengarten in $riebrid)ftabt bezieht, ferner f)at mir gjräiitein 3. StKeStorf, Direftor beS Sd)IeSwig » |wl> fteinifdjen ÜRufeumS Satertänbifdjer Altertümer, Stotzen über bie ©egenb oon Sramftebt unb Segeberg jufommen taffen; biefe finb im fyotgeuben mit (M) bezeichnet. gnbtid) f)at mir ,£>err Sef>rer ! q . Sfdjenburg in Jfpolnt bei Üterfen ein umfangreiches ÜKanuffript jugef)cn taffen, baS Auf* Zeichnungen über alte ©ebrändje jc. unb eine große 3«ht oon platt* beutfcf)en Flamen enthält, unb jwar für bie Würfet) oon fjafetborf bis SrunSbüttel, für ben ©eeftranb bei ipotm, fpcift unb Woorreege, für SEBiujetborf bei ißimieberg, .'penftebt, Kreis Segeberg, unb Sramfetb, ftreiä Stormarn. .fterr Sfdjeuburg hat barauf oerjidjtet, feine umfang* reiche unb toertoolle Arbeit felbft zu publizieren unb fic mir ganz zur Verfügung geftellt. 3cf) glaube it)m nur baburch geredjt werben jtt fömten, baß id) feinen 9famcn at§ Scarbeiter über ben meinen fetje; fein Anteil an beit nadjfolgenben feiten ift oict größer als ber meine. 91. o. 3iifd)cr< Senjon. Auf fteineren Sefiptiimern ift ber ©arten wenig geglicbert; unter ben (venftern ber SBohuftnbe fiubet fid) ein Sect mit Stuinen, einige Keine Seete tragen Söhnen, getbe SKurjeln, ffieterfill, ßwicbetn tc., unb ben größten Deit beS ©artettö nehmen Kartoffeln ein. An bicfcit hatten fid) niebrige ßrbfen, unb nach mtb tiad), wie bie Kartoffeln aufgenommen werben, oerwanbett fid) ba# Kartoffelfetb in ein Kohtfclb. (Sinjetne *) SdjleSio. >$o(ft. gettfefjrift für Cbft* u. ©nrtenbou, 1891, Dir. 1, S. 4 — 7, Ar. 3, ®. 19; Heimat, ftatjrg. 1, 1891, ®. 1C6— 173. Digitized by Google i Unfete ®anerngärten. 37 Obftbäume finb bin unb roieber an beu Seiten be« ©arten« gepflanzt unb in einer Stfe fteßen tuo()I aud) einige ©ieuenftoefe. 3ft ber ©arten bem SEBinbe ftarf au«gefeßt, tuie in ben wefttidjen .fjfeibegegetiben, unb fehlen Sd)ußpflaitpugen, fo pflegen ein Straud) oom .'poltunber (Sinn- bucus nigra L.) unb einige fütnmerlidje Soßanni«« unb Stacßelbeer« büfeße ba« einzige Obft p fein. 3ft ber ©arten größer unb fein Sefißer bementfpredjenb wof)l ; ßabenb, fo roirb ber SRaum, ben bie ftartoffetn einneßmen, Heiner, wäßrenb bie Obftbäume meßr ©laß beanfprutßen ; fie pflegen bann an ber einen Seite be« ©arten« gepflanzt p fein, um bie ©artcnbecte ttidjt p ftarf p befeßatten. ©ei ben tuoßlßabenberen ©auern eitblicß jerfätlt ber ©arten (£>of, ©aarn) in mehrere gefonberte leite. 3n Singeln enthält ber ttoßlßof ©turnen unb ©emüfe, ber Slppclßof ba« Cbft. 3 li ber ßolfteinifcßeu ÜHarfcß unb aud) an anberen Stetten geßt bie Trennung nod) weiter: ©turnen werben im ftrutßof ober Jlrü’erl)of (Warfd)) gezogen, ©emüfe im fioßlßof unb Obft im Sippe Ißof ober ©oontßof (in ber ÜJtarfcß aud) ©ongßof gefproeßen). Sine SBiefe ober ein Stiicf ®ra«lanb beim .fjaufe ßeißt SEBifcßßof; wenn e« ein Stiid be« ©arten« fetbft au«mad)t, aud) woßl ®ra«ßof; ein cingefriebigte« Stiicf @ra«Ianb neben bem §aufc ßeißt in Singeln unb bem nörblicßen Sd)te«wig Soft; @ra«ßof unb Soft bienen pr ©!cid)e be« deinen« jeug« (©teef). Unter ben ^enftern ber SBoßnftube, and) wotjt »or bem tpan«eingatige, finbet fid) oietfad) eine Slntage, au« oerfd)ieben geformten ©lumenbeeten, STrutbtif, firiiberblif (Plur. ©teef), befteßenb; ba« SEBort ©eet ober ©ecb wirb übrigen« aud) gebraucht. Ser ©arten pflegt burd) einen breiten Steig in ber Witte in jwei .pälften geteilt p fein; biefen Steig begleitet auf jeber Seite ein lange« ftßmale« ©eet, Rabatte, mit ©ud)«baum, ©ufdjboom, an beu Snben and) wot)l mit Üaoenbet eingefaßt. Sic Rabatten tragen Stad)etbeer> unb 3oßanni«beer* fträueßer unb baneben allerlei ©turnen, ober fie finb au«fd)Iießlid) fiir ©[umcnpdjt referoiert; bann ift bem ©eerenobft ein befonbercr ©laß eingeräumt. Sin gefd)iißter Stelle befinbet fief) eine itaube ober ein 0arteul)äu«d)en, üöw ober Suftßu« (Suftßu« bebeutet and) Saube). 3iti ©Inmeugarteit ift ben moßlriecßeitben Sräutern, fRiiffrut ober fRiifelfd), ein befonberer ©laß eingeräumt. iRiifeljd) wirb übrigen« im wcftlid)eu .'potftciu and) pr ©epidpuug eine« ©tumeuftraußc« ge« braucht, ber in ber Warjcß Ärü’erbnfcß, auber«wo Striifcßen, ©tomenftrufd) ?c. beißt. Sa bie einzelnen ©flanken in ben nerfdjiebeuen ©ärteu bod) fefjr pcrfdjieben gruppiert werben, fo empfiehlt e« fid) nidjt, fie nad) ©ruppen Digitized by Google 38 )p. Ujdjenbnrg unb ;H. u. Sifdjcr-tBeiiion. auftufiihren. SBir bleiben affo bei ber f»)ftematifd)eit Reihenfolge nnb trennen int allgemeinen in ©hinten, ©emiifc nnb Cbft. $ie platt* beutfdjcn Manien nnb befoubcrc ©ebrättdfc finb, fotoeit fie befannt, hinjugeftigt. Thalictrum aquilegifolium L. Überall Seltenheit.*) Anemone hepatica L. ©{är^blrun; blau, rot nnb weift, aud) gefüllt, namentlich rot. Anemone nemorosa L. Uttb f.'altha palustris L. luurben früher lllit ge* füllten ©Junten fultioiert; Caltha fomntt nodi fo im ’sJJreefter H (öfter* garten oor. Adonis autumnalis L. ©boni$rö§d)en. Ranunculus repens L. fl. pl. ©elc Mltöp. Helleboms niger I,. ©iefjnmrft, ©kil)nad)tsb(ume ober ßljriftrofe. H. viridis L. SEBrnng’ntrut, tonrbe beit Schweinen ahs Mittel gegen bie „SSJrattge" in bie C breit geftedt. Nigella danmscena L. ©ret’n int ©tön, ©ret’n in ,'parn. Aquilegia vulgaris L. ift (offen. Delpbinium Ajacis L. ,§od)inut, yauge Jungfern. D. Consolida L. Ritterjporn. Aconitum Xapellus L. ^ubenmüfKit, -tappen, ©rotmobertnüjjen, Äabujen; wenn ba3 blaue ftclntfövmige Selchblatt jurütfgefdjlagcn ift: Sutfchpör, ©er un ©lagen. Paeonia ofticinalis L. ©iirroä, ©ijoneu (?lngleid)ung an Paeonia). Papaver somniferum L. '.Ui aljntautn, M a l) n f a m in , üRojnfatt; auf Rom 2Kannetopper (?lngleid)uug an ÜJJoljufopf). Matthiola annua Sweet, yeofojeu. Cheiranthus Clieiri L. ©ollttcf, ©ülla ober ©üllau, ©iillnlof; eine Sarietät mit hellgelben ©turnen tonrbe früher al3 ©eie ©ijoleit unterfchieben (©elboeigeleitt). Hesperis matronalis L. 9tad) toijoleu, blaue ©adjtoijolen; bie ge* füllte weifte ober ftelltilafarbige mitte ©ijoleit; an einzelnen Crten toirb Phlox paniculata mit weiften ©lumett mitte ©adftoijolen genannt. Viola odoratu L. ©eildfett. V. tricolor L. Stcefmubber, ©rotmoberblom, ©efidjterblomen* Reseda odorata L. fRejcba. ©Olbafrifa. Diantlms barbatu« L. Rlufteruclfen, früher Älufternägeln, mic ©eiten überhaupt früher Rage ln ftieften. •) 9iur bei bcti iiidjt and (Suropa ftamnicnben ©firnißen ift bie iitfpiünglicbc .’peintat angegeben. Digitized by Google llnfere IBmierngürten. 39 D. plumarius L. f^ellemelfen. D. Caryophyllus L. ©tocfnclfen. Saponaria officinalis L. ©eifeitfrniit; früher viel, jept feiten gebaut, aber oielfad) oertoilbert ; rncift gefüllt. Viscaria vulgaris Böhl. $1111011011, Ueerblom; gefüllt unb cittfacfj. Sileno Armcria L. fdjeint feinen befonberen Warnen jit Ijaboit. Mflandryura albuin Gre.ke imirbe früher mit gefüllten Sölumen fultioiert. Coronaria flos cuculi A. Br. ift galt); ItClterbingS »Oll 31. DJtltfl in Sdjluartau mit gefüllten Sliiuten gegüd)tet ; äl)ulid)eS ift fd)on fritf)er oerfndjt, aber itid)t fo gut gelungen. C. tomentosa A. Br. Stöfitelfen, Samtblomen. Lychnis chnlcedonica I,. iBrenneube iliebe; 33 raub flu ft er nageln. Malva raoHchata L. uiib M. Alcea L. ltuivbeii früher liiefjv als jepl unter bem Warnen SWaloeu gebaut. AltUaea rosen Cav. Stocfrofeit, ginfte rrofen. Orient. Geranium ift früher in iinindjen 3lrteu futtiniert morbeu unb bann oer- tuilbert, J. ®. G. Plnieum L., G. pyrenaieum I,., G. pratense T,. u. f. n>. ; baS inlänbifdje G. sanguineum L. ift früher nud; Wegen- ftaub ber ßultur gemefen. Impatiens BalsaminaL., söalfüiniiie, mürbe früher in jafjlreidjen Spielarten futtiniert; fommt jept nocf) oielfacf) als 2opfpflaiije uor. Oftinbieu. Buta graveoleus L. unb Dictamnus albus I,., Sumte, ©betraute unb Diptam, fiub aus nuferen ©arten faft ganj uerfd)muubeu. Tropaeolum majns L. tuurbc 1H84 aus $eru und) ©elgien gebradjt unb verbreitete fidj balb über bie eitropäifdjen Warten ; fetjr beliebte Zierpflanze ; ©turjifum unb 9lftitrjifuni, ®el Warfen, Bol)- l)acfeit, 3ld)terl)ac!en, Biet ut’it ®ufd). Cytisus Laburnum L. ©olbregen. Impimis lnteus L. unb albus L., fomie einige nubere 3lrteu mürben früher viel gebaut, merben aber jept fcltener; blaue 3lrten mcrben in iiiandjen ©egeubeu .fjolfteinS fälfd)lid) fltibberjporeu genannt. Lathynis odoratns L. fRüfarfcu, ©d)inarfeit, 'Bitf ettarfeu. Spirneu salicifolia I,. 2l)eebufd). Sibirien. Rubus odoratns L. uilb B. spootabilis P ursch foilllllCll llid)t feiten alS gierftraud) uor. Worbaincrifa. Rosa oeutifolia L. ©ierrofen; B. albn L. mitte fh'ofen; B. pimpi- nollifolia L. $impernellrofen, ®nfettrofen; R. cinnamoinea L. $iugftrojeu; R. gallicn L. 6f figrofen, SlGeurofen, buufelrot, hellrot unb rot unb tueifj; R. damasoenn Mill. WfouatSrofe. 3n alten Zeiten mttrbcn bie ^Blumenblätter ber abgeblühten Dfofeit, Digitized by Google 40 §. (Efdjctiburg unb S). 0. fti|'d)tr’®eii}on. namcntlid) ber Centifolie, gefammelt unb auf ber ffenfterbanf in ber Sonne getroduet; bie getrodueten SÖInttcr würben bann in eine £t)onfrufe ober 33afe mit beit Ölüteu beS fiaoeubeis gethan unb Sfochfalj ba^uijdjeu geftreut; man erhielt baburd) eine bräunliche SDlaffe, Potpourri genannt, bie im SBinter, in fleiucn Portionen auf bie eifernen Ofen gebracht, einen feinen unb angenehmen £uft im ßimnter »crbreitete; an Sonn» unb fffefttagen gehörte bicS 9iäucherwerf mit jur ffeier. 9iod) oietfad) fie^t man auf Schränteu auf ber ;pauSbiele bie weihe, blau bemalte ®afe aus Jopence fteheit; aber fie ift leer: bie tnobernen Stofen liefern feilte fo buftenbeu ölätter wie bie Centifolie unb Üaoenbel giebt eg aud) nur ttod) wenig. Oenothera bienuia L., 1614 aus SBirginiett ju uns gebracht, war früher häufige ©artenpflanje ; jefjt fietjt man fie feiten im ©arten, fie ift aber oielfad), namentlich au f fanbigem IBobcn, oerwilbert ; 9tacf(tfer^e. Philadelphtts coronarius L. JfaSmin. 9lfien. Sedum purpureum Lk. würbe früher »iel fielt iuicrt unb ift infolge bat'Oit au Bielen Stellen oerwilbert. Sedum maximnm Sutt. wirb uod) jept gebaut; SohanniSfraut ; ein ab= gebrochener $weig mürbe in ber 3ohanni3nad)t jwifdjeu ©alten unb Stubeiibedc geftedt; grünte er fort, fo bebrütete baS langes Sebeu für beit, ber ben $wcig gepfliidt unb aufgeftedt hatte; St. jpaus! Saal (Äoljl) auf SHöm. Sempervivum tectorum L. .ß u s l o f ; wirb feiten. Saxifraga umbrosa L. ©ofwctjenblomen , 9iafte Jungfern, Sewcr nabeln, ^orjellaublom. Astrantie major L. 9l|trailtia. Viburnum Opulus L. Slteeball. Lonicera Caprifolium L. unb L. Periclymenum L. Sligbloilieu, Sttg- rattf’n fommett beibe oor. Symphoricurpus racemosus Mich. Stteebeeru, h flt fidl fef)r einge= bürgert; ftammt aus Diorbamerifa. Scabiosa atropurpurca L. Iruernelfen, in biiiiflen unb helleren färben. Pleites offioinalis Mncb. würbe früher als fpcilpflanje gebaut unb ift jefct oielfach oerwilbert. Aster chinensis L. feit 9litfang beS oorigett Olahi'bunbertS in oielen Spielarten fultioiert; 6f)iua; neben ihr manche fleittblttmigc aus fRorbamerifa ftammenbe Slftern. Bcdlis perennis L. 9Rnrlbloitt, $ iifeitbjd)öit, 2>ufenbfd)öf el. Jnula Hulenium L. Sllaut; wirb jpim 9fäud)eru gebraucht, um bie SRüden ju oertreiben; früher oiel f^äufifler als jefjt. Digitized by Google Uitjtrc Snuorngartcn. 41 Dahlia variabilis Willd. ©eorgine, in zahlreichen Spielarten. ÜNejifo. Rudbeckia laciniata L. 'JQorbamerifa. Helianthus anuuus L. Sunttblom. 'fknt. Tagetes patulus unb erectus L. Samtblomen, Samtaftern, 3nben» Helfen. SDtezifo. Helichrysum brncteatum Willd. 2 trobblomeit, in ücrjdjiebcueu färben. Stuftralien. Gnaphalinm margnritaceum L. Söbenjaf)rgbIomen, ßroigfeit3 = biomen, SBitte Strobblomen (Sftöblonten), Dobenblotnen. 9forbamerifa. Artemisia Abrotanum L. §ofru unb .pofro, Stngletdptngen an Abrotannm, bie ficfj als „©artenraute" inä .'podjbeutfcfje überleben liefen; äf)itlid) ßmerritt, ßmerrot unb „ßbcrraute"; and) Slap = tritt genannt; gebürt jum 9tü f elf cf>. A. Absinthium L. SBrümp, Sßürfu; man bereitet barauS beit „grünen Vittcru," furz ©rüttelt genannt, einen {»genannten ®efunbbeit3= jdjnapS, ber felbft ^reuttbe eines Meinen StümmelS graufen ntadjcn fann. Santolina Chamaecyparissus L. .{yeiligettpflanje, bei un8 in allen ©egcnbctt @t)pref; ober (Stjpreffe genannt; eine alte Heilpflanze, bie früher »iel in ©arten unb auf ©räbern gezogen tonrbe, aber mehr unb mehr oerfdjtoinbet ; fommt and) aI3 lopfpflanze oor. Tanacetum vulgare L. fommt mit frattfen ÜBlättern oielfacf) oor unb wirb bei VrunSbüttet „frufett ftofjl" genannt. T. Balsamita L. , breb’n Sophie, brab ÜJiiisS (Slngleidjung an Balsamita?); bättifd) „93alfant." Chrysanthemum Farthenium Fers. {Römfdje Äamelln, 4)1 ater, Vertrant. Dorouicum Pardalianches L. früher gebaut unb mehrfach oertoilbert. Calendula officinalis L. fHiugelro jen, fHittgelrü jdjcn, SDiorgenrot, ?lbeitbrot, 3ubenblomen. Centaurea Cyanus L. Kornblume, mttrbe fdjott oor 2ÜO fahren in oielcn Varietäten gezogen. Syringa vulgaris L. Slaue tut mitte Sirenen, blau un mitt SBiertt. Verfielt. Vinca minor L. immergrün. Folemonium coeruleum L. ftaffetuthltl, Äaffeb lullten. Phlox paimiculatu L. ; bie toeiftblübeiibe f^ornt toirb mitte Vijoleu, and) Stodfirenen genannt. Diorbanterifa. Convolvulus tricolor L. SSinbe. Digitized by Google 42 jp. ®fdjenburg unb 3t. a. 3i[d)ct-Senjon. Antirrhinum majus L. Jappup (jappen Reifet ben Slfunb auf* Uttb jumadjen), Söbnradjen, Sömutn. Digitalis purpurea L. ginget 1)0 1. Ocimuin Basilicum L. Srumfilf, fdjeint auf beit SBeftctt befdjränft jit fein. Oftinbien. Lavandula Spica L. SaOenbel. Mentha crispa L. SSrufemÜut. Hyssopus officinalis L. 3fop. Melissa officinalis L. ßitronenfrut, Simonenfrut. Salvia officinalis L. Sophei ober Sophie, fmallu Sophei (oergl. Tanacetum Balsamita L.), ftrufcn S o p 1) i e , Slrüjopljie. — gjriUjer mürbe man als .ftinb baju angehalten, fid) jebcSmal, wenn mau in ben ©arten fatn, ßäfjue unb 3a^nfleifd) mit einem Salbei* blatt j(u reiben; bas fdjiipe oor unb ®forbut. ©in fcljr alter unb meit oerbreiteter ©ebraud) (aud) in ben ehemals polnifdjen ‘•ßrooiujen). — Salbei, gelbe Sßurjeln unb fponig mürben jufammen gefod)t unb jum ©urgeln bei ^aläentpnbungen gebrandet (M). — ©ef|ört mie bie fünf oortiergeljenbeu jurn SHüffrut. Stachys germanica L. |jafenohrn, Santtbläb; SdjaafSohren (gaareöre) auf 5Röm; mar früher oiel häufiger, fdjeint aber mieber in Aufnahme ju fommen. Monarda fistulosa L. jp a h n e n f a nt m , ßotoangn; in ber DJiarjd) jeljr oerbreitet. 9torbamerifa. Priunila, ÄarfenflötelS, Slötelblom; mirb in oielcn <5ormen fulti= Oiert, bie teils oon P. elatior Jacq., teils oott P. officinalis Jacq., teils oon Saftarben jmifdjett biefen beibcn f)erriil)ren ; es mürben »on bciben ißrimeln aber auch bie milbmadjfenben (formen fultioiert, ebettfo oon P. acaulis Jacq., oon ber es anherbem fleifchrotc, I)od)= rote unb mcifsc gefüllte formen giebt. P. Auricula L. Ülutifeln. Armeria vulgaris Willd. ©raS Helfen. Daphne Mezerenm L. ißeperbom, 'ißcperblom. Buxus sempervirens L. Sufd)bom. Crocus vernus aut. ftrofuS. Gladiolus communis L. Siegmurj. Iris. SlbjebarSfnaff , ülbebaarSfnaff (Storchfdjnabel , nad) ber f5rtud)t?) mirb in jahlreichen 9lrteu unb Spielarten fultioiert. I. germanica, mit blauen Slunten, ift eine ber häufigften. Narcissus Pseudonarcissus L. ©eie 3ittlÖfd;cn, ©eie Ritter* röfcheti, Ofterblom, Ofterlilf, SWorgenfteern. Digitized by Google Uitfere Saiictngärlcn. 43 N. poeticue L. Sffiitte Zittlöfdjen unb Zitterröfdjen, ©ingSblom, SingSlilf. Loucojum vernum L. würbe fdjon früh feinet SBol)Igerud)S unb feiner Schönheit wegen gebaut; fommt in bett §ufumer ©arten fetjr oiel twr. Galanthus nivalis L. ©neefiferS, ©neeflof. Tulipa ailvostris L., 2JJ a i tu lp, fommt nocfj mehrfach oor, würbe aber früher oiel häufiger futtiüiert unb finbet fid) an manchen ©teilen tetwilbert. T. Gesneriana L. Dulpen, I ii 1 1 u (alte SluSfpradje). Fritillaria imperialia L. ftaiferfrone. ^Jerfien. F. meleagris L. Siebißei, ©d)acf)blume; früher Diel unb in mandjen Spielarten fultiDiert unb baburd) an mandjen ©teilen uerwilbcrt. Lilium caodidum L. SBitte S i I ge, Witte Sraitblilge; bie Slunteit» blätter werben in einem ®laSl)afcn gefamntelt unb mit Saumöl itbergoffen ; SÜfittet gegen Serbrennungen (M) ; atiberSwo würben bie Slumcnblätter mit $uder «nb SBaumöl eingemadjt, um gegen Sranbwunben benufct ju werben (Sjdjenburg). L. bulbiferum L. (Stiropa), L. tigrinum Gawlund (Gl)ina) unb anbere. Sranblilgen, 9täfenfarberS. L. Martagon L. Srulllilg; fam früher in Dielen garbenoarietäten oor; bort, wo bie Äaiferlrone fet)lt, ancfj fälfdjlid) Saijcrfronen genannt. Muscari botryoides Milt. ©lau ililgn, blau Sdern, blau Gruben, ft'orallen (Stallen), naftc Jungfern, ©erlblomen. Hemerocallis flava L. unb fulva L. fomtnen feiten oor; waren früher häufiger. Colchicum autumnale L. .fperbftzeitlofe, würbe früher Diel fultiüiert, aud) mit gefüllten Slumcn. Phalaris arundinacea L. var. picta. Sunt ©raS. Damit würben bie älteren ©artenpflanzen ziemlich ooUftäubig auf= gewählt fein. Sei biefer ?lufzäl)luttg ift aud) auf bie ©ärten ber fßaftorate 9tüdfid)t genommen, beim biefe finb oielfach ber SDiittelpunft gewefeu, Don bem aus fid; ^flanjen oerbreitet haben. Übrigens ift bas SJätteileit Don Zierpflanzen unb ©tedlingen (Slblegern) fein banfbareS ©efthäft, benn bis in bie ©egenwart hat fid) ber ©laube erhalten, baß man für joldje Dinge nid)t banfen biirfe, wenn fie gebeten füllten, unb bafj fie am beften wüchfen, wenn man fie entwenbete. — früher begegnete man aud) bem ©tauben, bafj eine Sflunje oergehen miiffe, wenn man Dott ihr Slumen ober 3weige jum ©chmud eines Doten abfdjnittc; aber fo benft man jeßt niiht mehr. Über Dbft unb ©ernitfe föunen wir uns fürder faffeit. Sou CbfG bäumen fei nur bie fDfiSpel (Mospilns germanica L.) erwähnt, bie hier Digitized by Google 44 »■ Cfdgitbtirg mib :H. ». ifi(tf)tr-»ciijoii. lliijcro SJiiucciigorteit. ben eigentümlichen Manien Slpenirfdjen, 3lpenärfd)en (in ÜJtedten* bürg Stpenärfefen) fuhrt; toirb faum uod) ihrer iyrüdjte wegen gebaut. Phuseolus multiflorus Willd., ißrunfbohticn, ißrunferS, würbe früher als Speifebohue gezogen, bient aber jetu faft nur noch als ßierpftonje. Stammt aus Slmerifa. Pustinaca sativa L. , SDi oorwörteln, füf oorwötteln, ißafternaf, wirb in ber hotfteinifcheu SWarfd) uod) jept gebaut, aud) «uffRöm; uerwitbert tonimt bie ißflanje au nieten Stetten uor, ein ßeidjen, bah fie früher mehr gebaut würbe. Levisticum offieinale Koch, üippftorf, Saftocf, üiebftötft, eine atte ,jjeit= pflanje, bie jefet nur nod) fetten gebaut wirb; bient jur Vertreibung ber .^>eyen ; wirb ben ©änfen beim Vriiten uutergetegt, bamit fie bas 'lieft nid)t uer taffen; bie fttif)e würben mit fiippftocf unb Suttermild) gewafdjen, weint fie „tefeut" waren, b. h- ein gefdjwottenes Guter hatten unb feine gefitnbe ÜJiitd) gaben (bie llrfadie biefer lSrfd)einung war nach allgemeinem ©tauben bie ÜefcnmuS, SpipmauS). Cochlearia Armoracia L., SOiarraf, ÜWareffig, ÜJJarebig, 50(arrettig, üert)od)bcutfcht: Vfccrrettig ; bie ptattbeutfdjeu 'Jiamen finb ?ltt‘ gteichungen an Armoracia. 3)ie SBurjel wirb bei ßapufchmerjen unb ftfluh in bie Ctjren geftedt. Myrrhis odoruta Scop, SlniSferbet, muff früher häufiger gebaut fein, ba man it)n oietfach »erwitbert trifft. Satureja hortensis L., ft ölt, Votjnenfraut, fängt an, in Vergeffenfjeit ju geraten, nub ebenfo geht cS ben Spedjuppcufräntcrn ober Stal- fräutern (jur '-Bereitung ber Hamburger 'i(atfuppe). früher war biefen fträuterit baS Gubc eines ©emiifebeetS eingeräumt, wo fie in Sicihcn gepflanzt ju fein pflegten“ 31) re ßaljt fdiwanfte: einige hatten 9, aubere 10, nod) anbere oerftiegen fich ju einer nie! gröberen ßat)I, aber ein ftraut met)r ober weniger macht am Gnbe nid)t uiet aus. 9US Statfräuter würben benupt : Salbei, fßimpernell ober Vibernelt (Poterinm Sanguisorbu L. , 1ripp= tuabam (Sedum reflexum L.), SOiajoran ober ÜJfairan (Origanum Majorana L.), '^ortltlaf (Portnlaca sativa Haw.), ^^tmiau (Thy- mus vulgaris L.), fterbet (Anthrisens Ccrefolium Ilotfin.), Scfjuitt- tand) (Allium Schoenoprasum L.), Sauerampfer (Rumex Acetosa Ii.) unb 'JSeterfill (Petroselinum sativum Hoffm.), and) wot)I baS Gitronen- traut (Melissa officinnlis L.) unb bie Gbetraute. ©ewifj fitüpfcu fid) au maudje 'ft flauten nod) mcf)r alte Öebräud)e, es fommt nur baranf an, baff fie mitgeteitt werben, ©er hilft niit jur Digitized by Google Dr. ©. *ßrat)I. Sotfnj ©orft f. 45 Sluffteflung einer „fjfenfterflora"? SinigeS ift jdjon gcjammelt, aber cS fehlt nud) nicl. SBie aus ben ©arten mandje alte SMturpflanje «er= jdjiuiubet, jo »erlieren fid) aud) auf bcu ffeufterbänfen manche früher häufige ©ewächfe. ©in Heiner bliifjenber ßtueig genügt meift, um eine SBeftimmuiig uorjunefjmen; foldje ßrneige halten ben XranSport in einem '-Briefe in ber Siegel jepr gut auS, beim eS fdjabet itjnen nidjt, wenn fie etwas jerbriitft werben. |)orcttj $oi*st f- Gin ©ndjruf oon Dr. ©. ©rnt)(. Slm 18. $ejember 1892 oerftarb ju 'JÜlebolbcu im norbweftlidjen Schleswig ber bärtige St öfter uub üeprer äorenj IBorft, ein SJlaun, beffeu Slawe einen guten ftlang Ijat bei allen, bie fid) mit ber ffflora unferer 'fJrooinj befdjäftigen. SEBar er bod) befanut als ber SBeftcn einer unter benen, bie fief) in ben lebten 30 3al)reu bie botanifdje ©rforfdjung unferer .§cimat mit (jingebenbem ©ifer angelegen fein ließen. ©eboren am 21. September 1839 ju üimbtoft im Stirdjjpiel Atlipleff als ber Sof)n eines tleinen ÜaubbefipcrS wibmete er fid) bem Beßrer* ftanbe uub bejog, nadjbem er 8 /< Saßre lang in Singeln ^räparaub gewefen war, baS Seminar ju Sfaarup. 3n Singeln lernte er ben ba= malS nod) feijr riiftigen Sieftor unter ben fd)leSwig>t)olfteinifd)en SBota< nifern, üarS Raufen fenneit, ber, feines SlmteS als Crganift, Süßer unb ileljrer in £>uSbt) oon ber bänifdjen ^Regierung eutfept, feine oolle Jtraft ber Grforjdjung ber ßeimatlidjeu glora wibmete. £urd) ißn erhielt SBorft bie erfte Slitregung unb gebad)te feiner nod) in fpäteren Saljren mit pietätooller Siebe unb Slul)änglid)feit. Söird) biefen SBerfeljr mit bem befteu Senner unferer f^lora in baS Stubium ber fßflanjenfunbc eingefiiljrt, patte er baS ©lücf, in bem Seminarletjrer Dloftnip einen SJlann ju finben, ber, als peroorragenber ^orfdjer befannt, eS fid) angelegen fein ließ, feine Sdpilcr mit Suft unb Siebe ju naturwiffciiid)aftlid)eu, jumat botanifd)eu Stubien ju erfüllen. Seine erfte Slnftelluug fanb Söorft in bem junt Sird)jpic( Slorblpgum gepörenben $orf ftloping im abgelegenen Slorbweften Schleswigs, ben er bis au fein SebenSeube niept oerlaffeti f)at. 3m 3al)ie 1867 würbe er oon Stlopiug uad) EDlcbolben oerfept. 3n botanifefjer sBcjicpiiug fo gut wie garuid)t erforfdjt, bot iljrn biefer im allgemeinen öbe unb ein- förmige üaubftricp veidje ©etegenpeit, feine Senntniffe ju oerwerteu uub felbftäubigc gorfdjungen aujuftellen. Silit welchem ©rfolge er bas getpan, baooit jeugt bie ftattlidje SReipe non bort jept befaunten Stanborten Digitized by Google 46 Dr. Sß. ©ralft. SJorenj ©orft f. feltener ©ftanjen, bie pm weit iiberwiegenben leite »on ifjm entbedt finb. ©anj befonberS pgen it)n bie für boö wefttidje ©djteämig fo d)arafteriftifd)en ©idjengeftrüppe (Sfraftä) au, bie eine reidje unb eigen = tiimtid)e gtora onfweifen. ©djott im 3at)re 1867 entbedte er bei ftlotjing Carex montana L., eine für ganj ©d)Ieeiroig=|>olftcin neue ©flanje, ba bie früheren ?tngaben über baä SBorfommen biefer (feitbem and) nur an einigen anbern Orten bes wcftlidjeit @d)Icsmig beobadjteten) ?(rt fid) at3 faljd) tjerauägefteßt fjaben. ©ein SicbtingSreoier war baä grofje Sidjengeftriipp, bag fid) auf ben .'pöfjen bei Jeuring nnb iiaurup fjin- jieljt unb in botanifdjer ©ejieljung wot)l ba3 reid)ftc in gatt^ ©djteSmig* ^olftein ift. Jie überrafdjenben gunbc, weldje ©orft bort machte, tjat er in bcr Sopcntjagener ©otaniff JibSffrift, ©b. 3, 5 nnb 10 neben feinen übrigen Sntbcdungen «eröffenttidjt unb id) fjabe biefetben in ben ©djrifteti beS naturwiffenfd)afttid)en ©ereinS für ©d)lc<3mig < |>otftein, 2. 33b. 1. |>eft ©. 21 äufannnengeftellt. @3 befittben fid) barunter Ajuga pyramidalis L. unb Gymnodonia conopea R. Br., ' bereu ©or= fomtnen in ganj ©d)Ie^wig=|io(ftein nur I)ier mit©id)erf)eit «erbürgt ift unb bie im Jeuring firatt fefjr oerbreitete Vicia Orobus D. 0., bie nu nnferem ^weiten ©tanborte bei Sol^nap mof)I jeßt burd) bie Sultur «ernidjtet fein biirfte unb im ©ebiet ber gefamten beutfdjen Jlora fonft nur «on Orb im ©peffart angegeben ift. gür bie gtora bea gaitjen beutfd)cn 91eid)ce neu entbedte er Carex inenrva Lightf. im Jiinenfanbe ber Unfel 91öm.*) Sonnte er in fpäteren Unljreu fo fdjöne Sntbedungen in betn ein- förmigen ©ebiete, baä er bewohnte, nur fetten ntad)en, fo fehlte e$ if)m bei feiner fdjarfett ©eobad)tungggabe bod) uid)t an Stitregung; feine ©riefe an mid) enthalten üiele gute ©eobad)tungen über Slbweidjungen an tjäufiger oorfommenben ©ftanjenarten. (Sine foldje abweidjenbe 3rorm «ou Aira flexuosa L., bie er mir an bem «on itjm entbedten ©tanborte jeigte, fjabe id) ifjrn ju (Streit nad) feinem tarnen benannt. 3d) f)abe ben ©erftorbeiten im Uotjre 1873 fennen uttb fd)äßett gelernt unb feitbem mit it)m in ©riefwedjjel geftanben unb öfter and) (Sjdurfionen gemadjt. (Sa war eine greube, mit biefem Spanne p «er= teuren, bem bie tjcllc ©egeifterung für fein Siebtingäftubium au3 ben ?lugeit leuchtete unb ber feine auf griinblidje ©eobad)tung geftüfcten ?(ttfid)ten mit Startjeit unb ©d)iirfc barplegen oerftaitb. Sr mar aud) ein guter SWenfdjenfenner unb fjatte ein befonbereS ©efcfjid, ben i()tt befudjenben Sotanifern in nid)t auffättiger SBeife auf ben 3<>f)>t Jtu fütjten, wobei er meift ba$ 9ted)te traf. *) 2a3 Herbarium be« ©erftorbenen taiinfdjt bcr ©ob 0 - ber Sicfjrer Sorft in SBftrup, Streik lonbcrn, ju »erlaufen. 5). Digitized by Google Mufforberungen. 47 3n ben lebten 3o^ren (feit 1888) jog er fiel) «on ber Sefdjöftigung mit ber glmm feiner Umgebung mef)r juriid unb warf ficf) mit bern eigenen feurigen (fifer auf bie Sefiimpfung ber Trituffudjt, bereit traurige golgen er fu l)äufig uor Slugett gehabt hatte. 3 uer ft fdjfofi er fid) beit Seftrebungen bes ©oob TempIer»C'rbcitS nur als ^rettttb an, bann trat er in beit Orben ein unb gewann halb eine Ijeroorrageube Stellung itt bemfelbett. 3» wenigen 3af)rett Ijatte er burd) feine raftloje ©ttergie feine fieimatSgemeinbe faft gattj non ber Xruutfudjt befreit, feine Xf)ätigfeit er> ftredte fid) aber auf niel weitere Greife unb int gattjen norbtneftlidjen Sd)leS< wig wirb fein Slnbenfeit befonberS in ben .fpevjcu glitdlid)er trauert uttb Äitibcr, betten er ben ©atten unb Sater wiebergegeben Ijat, gejegnet bleiben. ?lbgefef)ett non feinen StaitbortSnerjeid)niffen in Sotoitijf Xibsffrift hat Sorft nod) oerüff entließt : „SorbjleSnigS ©iftplanter" (golfeblabet 1882) unb „ftorefomften af Elodea cunadensi» i bet neftlige Slesoig" (cbettba 1886). Silier auch beUetriftifd) tjat er fid) nielfacf) mit ©liid uerfudjt. Unter betn ^fettbonijm „SRolf" nerüffentlidjte er itt £rijf)fe’S Sllmanad) eine 9teif)e non nooelliftifdjeu Searbeitungcu itorbfdjlcswigfdjcr SolfSfageu, tueldje alle ein guteö Srjcihlertaleut uerraten unb in fdjoner Spradje feffelnb unb uolfStiintlid) gefdjrieben finb. Teilt tüd)tigen SolfSftamm, betn er angcljörte, war er non ganzem £>erjett jugctlfan unb babei ein treuer Tietter feines ftiiitigS. @r ner< ftanb es nteiftcrljaft, mit bem Solle ju uerfeljrett, in ber Solfsjeele ju lefen uttb junt Solfc ju rebett, fouft würbe and) feine SBirffantfeit als (SntljaltfamfeitSapoftel niemals non fo bebcutetibem Erfolge gewefen fein. Sorft war jwcimal gliidlid) nertjeiratet. Seine erfte ^rau ÜUiarie, geb. (Stjriftenfen, Xudjter eitteS .fpufiters in Älotjing, ftarb am 31. Stärj 1878, jntn jmeiten Stale oerljeiratete er fid) am 28. Cftober 1880 mit (Slife, geb. Saftianfen aus ffltebolben, welche je|}t mit ihren f> Siitbern uttb 5 fiitibent attS ber erften CSJje bcS Serftorbenen an feinem ©rabe trauert. Stüge eS ihnen ein Xroft fein, bafj ihre Trauer non nielett geteilt wirb, bie ben Serftorbeiten lieben uttb fd)ä(sen gelernt Ijaben unb ifjtit ein treues, eljreuoolleS Slnbenfen bewahren werben! JUfforbmtngcn. 1. Slls ^Referent für Sd)lcSwig=£olftein itt ber fiommiffion für bie ffjlora nott Teutfdjlanb ift mir niel baratt gelegen, möglidjft balb StenntniS non neu atifgefunbenen Stanborfett feltetier ober für bas ©ebiet neuer Sflaujett ju erhalten. 3d) richte baber an alle Sotaniter bee ®e> bietS (einfdjliefdid) Hamburg, üiibecr unb ftürftentum fiübed) bie Sitte, mir foldje mitteileu ju wollen, ebenfo bie Sonberbrttde ber etwa ner-- üffentlidjtenStanbortSnerjei^niffe nouüofalflorett itt Sdjulprogratttmeit ic. Dr. S ra 1)1, IHoftotf, s 45aulftrape 47. Digitized by Google 48 9htfjorberung. 2. 3m Sanuarheft «origen 3ahreS, „Tie ©eimot" 1892, S. 24, nmdjtc id) bie ücfer befnnnl mit bem Vlait be« Verru ilchrer $1. V- üoreitjeit, Siel, ÜWuhlin«ftrajje 99, ein Verjeidjni« ber geiamten Sitteratur jur Statur», üattbeS» unb Volfsfmibe SdjleSroig’Volftein« jufammenäufteUen nnb bat jugleid) , bas Unternehmen nad) Sräften ju unterftii|en. üeiber hat biefe Slufforberitiig nid)t ben Srfolg gehabt, welcher im 3utereffe ber Sad)e erwartet werben bnrfte. Trofcbcm hat fioreitien unter ÜJtit» wirfnng einer iReihe »oit $adjleuten jdjoit einen qrofjen Teil ber Vor* arbeiten bewältigen tonnen; bie ffrertigftelluitg unb Verausgabe bcs ganjeit Vcrjeichniffe« wirb aber itod) längere Seit erforbern. Ta nun Soren^en gegenüber ntehrfad) ber SBunfd) geändert ift, möglidjft balb bie Ver* öffentlidjitug ju beginnen unb ben oon $eit üu 3 e 't anSjugebenben' Stadj* trägen bie.Veroollftänbigung ju überlaffen, fo hat er fid) eittfdjloffeit, fchon jefct eine ftberfidjt bei- lthtitrmijfenfdjnftlidjett unb IanbeSfunb* lidjen üitteratur über @chleSwig»Volftein au« bem 3 o l) r e 1892 jn bearbeiten, (oweit möglich, mit furzen Srläuterungen. Tas Verzeichnis wirb wahrjdjeinlich im SOiai erfdjeineit ; für möglidjft weite Verbreitung in ber unb itt anberu beteiligten Sreifen wirb gejorgt werben. Sin Verzeichnis über bie fiitteratur ber VoIfSfunbe wirb hoffentlich balb folgen. Sind) bei biefer Arbeit bebarf Soreiyen ber Unterftü^nng burdj alle greunbe ber ßanbeSfunbe. Rottoeubig ift, bag alle biejenigen, weldje Vlrbeiten an« bcti ©ebieteu ber Staube«*, Statur* unb Volfsfmibe «er» offentlidjt haben, bi« fpäteften« Snbe ffliärj, l'oreiuen ein Sjemplar bcs Vierte«, ber betreffeitben ^Jeitfrfjrift ober einen Sotiberabbrucf jujuftellen. ßierp anjuregen nnb auf juforbern, werben alle Sefcr bringenb gebeten ; halte feiner feine ÜJtitwirfuug für iiberflüffiq. — Tie ctngegangeneit Sdjrifteu werben oon ilorenjen ben Verid)tcrftattcrn für bie einzelnen (Gebiete jugeftellt werben. — Sin Verzeichnis, wie ba« geplante, wirb alle greuttbe ber fiaubeSfunbe Sd)le«wiq»VoIftcinS mit ben neuen Arbeiten auf biefeni ©ebiete befaunt madjen unb fowohl für Sie, wie für ben gadjmann oon großem SBert fein, «ott fo größerem, je «otlftänbiger e« ift; barum ift e« ber ltnterftü|uug burd) alle wert. Siel, Snbe 3anuar 1893. ö. Tann m ei er. 3. ®tit ben Vorarbeiten jnr Verausgabe einer umfaffenbeu bialeftifdjen Sfätfelfammlung befchäftigt, rid)te id) an alle gorfdjer unb greunbe be« beutfdjen VolfStumS unb Tialeft« bie l)fr,;lid)e unb bringeiibc Vitte, zur Srreid)ung ber einem foldjeu Vierte uotwenbigen Vollftäubigfeit ba« ihnen jiigäiiglidjc fDiaterial an bialeftifdjen Volt Srätf ein jn fammelit unb mir geneigteft redjt balb einjufenbeti. 3öo c« gewiiujdjt wirb, erhalten bie Sinfenber ba« hanbfdjriftlidje bejw. gebrudte Üöfaterinl zuriid. 3m normt« baute id) meinen lieben uorbbentfdjcn SanbSleuten l)crz= lid) für bie gütige Unterftü^una unb bitte bringenb, mein Unternehmen, wenn and) burdj ben fleinftcn Veitrag zur Rätfelfunbe, zu förbern. Störten in Vanuooer. fRubolf Sdart, ?ßri«at*@elehrter. 'Jfadjfdjrift ber Sdjriftleitung. 3n unferer ißroninj fammelt Jperr Gfd)cu- bnrg in £oIm bei Üterfen uolfätümlidje SHätjel. Gr wirb getoifi fein reiche« Statcrial gerne .'perrn Gcfart jur 8emi(jung iiberlaffen ; im 3nterefie ber „fjeimat" unb ber pflege nnjere« Slolfblinu« ift es aber n)ünfcj)en«luert, baff aml) Iperrn Gfdjenburg nt&glidjft »oUftiinbig bie »oUStiintlidjcn Stätfcl unjerer Jpeiiuatprobinj jngefiellt werben. $a mime ier. ®ruct uon 5(. 3- 3enfen in Miel, SJorftabt «. @ui$al)lung ber Beiträge. X'ic geehrten tWlitglicfcer werben bringenb erf ndjt, bie auf bem Hmfdjlng in 9{r. 1 gegebenen 98infe giitigft be= achten ju wollen. 9iad) benjenigen Crten, wo bie 3 a ^( ber SJtitglieber eine erhebliche ift, finb in biefen Sagen an mir bekannte Herren Ouittungen gefanbt worben. gfür Hamburg muh wegen ber beträchtlichen 3<*h( ber SWit« glieber unb ber großen (Entfernungen ein befonberer ®ote angenommen werben. 3d) bitte, bemfelben für feine ®e> mühungeu 10®f. cin^uhänbigen unb ben Beitrag gegebenen tJallö bei £>au4genoffen ju hinterlegen , bnmit unnötige Stiege erfhart werben. ®eterö, Jpauptlehrer, Kiel, 'löaifcnljofftr. 4. 31 n j e i g c tt. I. iHeflegionen bei Betrachtung ber £eben£erfcheinungen ber (Erbe. 5. G. ©ünpel. Berlag : G. §. 'Kaper, Seipjig 1888. (A 2,—.) IRecenf. grief« iKunbjdjau. fflien 20. Dctbr. 1888. 3n geiftooBer SBeifc fucht Berfafjer bie tjüc^ften unb fchroierigften Probleme ju er- griinben. 3|1 eine 'Diöglidjfeit ber gortejiftenj beb Seifte« alb perfönticbeb ißefen cor- iianben unb oereinbar mit unjerer jebigen ftenntni« ber 'Jiatur ? GS wirb oerjucht. eine 'Antwort ju erlangen unb ba biefelbe roobt 3ntereffe für jeben ©ebilbeten b flt - fo roirb aueb ein jeber foldjer — auch wenn er ju anberen Schlüffen gelangen foBte roie ber Berfaffer — biefe Blätter mit Spannung unb Vergnügen Iefen. II. 2öa$ lehrt bie Statur über baö 2d)irffal unferer Seele? gf. 6. ©ünpel. Berlag: Siaj Spobr, Setpjig 1891. (A. 3,40.) III. Sac* (ikheimni^ ber ®h an tafie unb beö flftcmütfit! g. G.SSünpel. Berlag: SOiaj Spobr, Seipjig 1891. (A. 2,80.) Beccnf. ber „Bofener Kehrer-geitung'’ Sir. 44., 27. Dftbr. 1892. Solche anregenbe gebanfenreicbe Schriften finb mir feit langer 3*it nicht in bie tpänbe gefontmen ! Ohne Berufung auf '.Autoritäten , ohne SteBungnabme ju biefetn ober jenem Stiftern, ohne afle Gitate, ohne geiftige 'Anleihen roirb hier eine fo reiche güfle oon feinfinnigem pfpcbologifcben BRaterial geboten , roie fonft fetten auf folgern Baume! 2er Serfaffer befift in gleich hohem ©rabe feparfe Beobachtungsgabe unb fühle SReflejion; er jeiebnet jebarf unb tlar be« eigenen ©eifte« ®eben unb Sehen unb fcbließt ebenfo beftimmt auf bie pjpcbifcben Borgänge bei anberen. — 3n bem erften SBertc giebt er junäcbft in origineBer ffleife bie Gntroicfelung be« ©eifteSleben« beim ftittbe, beleuchtet ausführlich bie SinneStpätigfeit unb beren Grfolge. geht auf Sräumc, yppnofe unb bergteicben ein unb behanbelt in einem jroeiten Kapitel bie SHücfroirfungcn be« Seelenlebens auf ba« Sleufsere be« Körper«. fernere Bbfchnitte befebäftigen ben Sefer mit bem ffiert ber Grfahrung jur Bilbung be« Ghorafter« unb ber Bebeutung be« belebten (©otteS-) SBorte« unb be« Glaubens für ba« ©emiit. Scbtie&Iicb bietet ber Berfaffer Weflejtonen über ©ottoertrauen, ©ebet unb Sühne. — 2a« jroeite fflert ift beftimmt ba« erfte ju ergänzen unb führt un« noch tiefer in bie innerjten Schächte be« Seifte«. G« behanbelt in fed)« Kapiteln ba« Beroufjtfein; bie jroei fRaturen ; bie Bh a »tafie ; franfl)afte Störungen ber ©eifteSttjätigf eit ; ber ©eift al« ®ericbt«hof ; bie SotteSibee unter ber Gntroicfelung ber fubjeftioen 'Anfcpauung. — ffier urfprunglicbe ©ebanfeu über bie iHätpfel be« SDlenfcbenlebenS in eigenthümlicber gaffung (bie [ich in einem ungewöhnlichen Sttjl unb abrocicbenber 3eiebenfepung jeigt) lefen roiB. greife ju biefen Büchern, iieroorfjeben roiB ich noch, bajf bie HuSftattung berfelbeit eine oorjüglidie ift. B. Sebroarj. / CfEpebition: ftiifter fRoptoer, ftiel, 2Ucrifciiljofftrn6e 42. 1 ü&orbcrcituitßäanftalt für bie IpaPge^iilfen -^rüfung non Jofirn u. RcDDcrn, fticl. ©riinblidje SBorbereitung, uorjügl. Erfolge. Eigene Ißenfion, anerfannt gut unb bithg. Sorgfältige SBeaufficptigung. ?lnmelbg. jit äi-eipnacpt u. £fiern balbigft erbeten, ba mir nur befcpranfte Sol) 1 aufnepmen. 3ln ber Ülnftalt unterrichten 6 Seljrer. 'l'ielb. an Snftitutänorftepcr Soprn, Untereftr. 17. S'O^rtt it. %-cfrbern. Teschner & Frentzel, ßrun$u>irkrr ßiidiljuiiöluiiq, ilnftoalifn, ßfitibibltotbrh n. l‘fbnniUflgf(d)fift. Kiel, Briwgwiukcratr. 4C. gegeniib. d. Sohulstr. Prompteste und billigte Lieferung aller Arten Bücher u. Zeitschrift, in- n. ausländ. Litter. Sohnei lste Besorg, v. Anticiuaria. Läger von Zeichenntnsilien, Schreib- and Papierwaaren für Private, Comptoir-. Bureau- u. Studienzwecke. Grosse Auswahl vorzüglichster Schreib-, Copir- u. Zeicben-Tinten. Baareinkiiute zu Vorzugspreisen. Leih-Bibliothek. LesegebUhr pr. Bd. 15 Pf. die Woche. Ab onnemon ta auf 2 Bdo . Ä. 1.— pr. Monat. 2)ie s JlaturaIicn= unb &t)rmittel4janbluug non Wilh. Schlüter in Halle a. 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Fremde R Sprachen, Geschichte, II Geogräpkie, Physik. , ffl Schönschreiben, Zeich- II neu, Ti* men, Steno - \ |‘ graf hie für Postgehülfen - Prüfung, Eisen- baJinfath,K mtonä Für Knaben besteht gesonderte Einrich- tung ‘ Presfect und ; nähere Auskunft kostenfrei Die Direction . ,TYt>5) ortafsfcfmff Dereins sur Pflege ber ZXatur- unb £anbesfunbe 1 . i*öäinjlofltfd)f »eobadtfunßcn in Sd>lf«iui0=£olftm im 3abrf 1892. 2. £off Blätter au# btr Jhilturgcfdndjlr unfern .{vimat 3. SjHcfttffifr. 4. ubrrflchi brr wäbtfnb brr 3abrf 1855—91 in ben Sifabfmifcben ^etlanfialien in Äiel ^rbanbeltm unb bcr SYilitebmer am flinifc&fn Unicrridit. 5. Wittrilungrn. 6. SWittrilungen über lanbebfunblidK ßittcratur. 7. SMitfiarfifjau. 8. Anfrage ($iti$al)luitf) bet Beiträge. Wo. Vetcrei, fcauptlegrer, fflaifengofftrage 4. 9? atgf d) rift: £a bie Seftgajfung eine« Soten für Hamburg unb Sororte feit- ger itiegt gat gelingen tooOcn, erfutge id) bie geegrten i’iitglieber bafelbft, bie Seiträge entmeber in ber bi«gerigcn SJeife bireft einjufenben ober biefelben einem ber nadgftegenben brei Herren ju beganbigen: 4>auptlegrcr Sorg, Solläftgule an ber DberaltenaDee 78 a, ober Sarmbect, giatgölanb 49; fiegrer 3 u ft u « Scgmibt, St. ®eorg, a. b. Stoppel 98 TI; SJegrer E. £>. ®annmeper, ®im«büttel, JBeibenftieg 4. 0. ^cr flcfrfjnfWfülirciibc 'Kufiifrfjuf? beftegt jur 3«it au«: ©nmnafiaOebrer a. $. Jfarf, Sorfigenber, Stiel, Scgulftrage 14. ^tauptlegrer 'Tannnteirr, Segriftleiter. Stiel, üornfenftrage 59. ■tiauotlcgrer Stlccinann, Schriftführer, Stiel, Stirt oon ?lnfang 9Kai bis Anfang 3 uni ein täg- lidje? Gegeben be? Feniers notwenbig ift; fpäter genügt es, wenn ba?= felbe in ber 2 Bod)e etwa jweimal befudjt wirb. £td) mödjte hierp uod) bewerten, baff iri) bie pbönologifdje Starte ftet? bei mir führe, alfo bei jebent 9lu?gang in ber Sage bin, nad)jufet)en, weldje Sßflansen ju be- achten finb. (Sine atibere Anfrage lautet: üöeldje? ®atum joll man eintragen, Wenn eine (£ntwirftung?phafc fid) allmäl)lid) oolljieljt? 9)fan beobachtet j. fl. bei Aesculus Hippcostanum L., baß fich manchmal au ben unteren »fweigeu bie Alattoberfläd)e fd)on jiemlid) früh jeigt, währenb bie übrigen fllätter infolge Sintreten? oon taltein SSetter oielleidjt erft nad) 14 lagen folgen. ®ann l)at man, fall? alle iHofofaftanien fid) fo »erhalten, bas Slnfang?- unb (Snbbatum aufpfdjreiben. ,'pat bagegen oon brei neben- einauber fteheuben Stieleidjen bie eine 5 . fl. bereit? oollftänbig oerfärbte? Digitized by Google r>0 ip. fimitf). Saub, wäljrenb bei ber ^tueiten bie Sauboerfärbung eben beginnt, bie britte aber nocf) ootlftänbig griiit ift, jo tarnt man feine biejev 33eob= adjtungen gebraudjen, jonbcrn man muß Umfdjau galten, nue fid) bie SDfehrjaljl ber Sidjen be8 ganzen Seobad)tung3gebiete3 uertjätt. ?(n einzelnen Orten wirb man aber aud) ()ier fefjr erhebliche Unterjd)iebc, je nad) bem ©tanborte ber ©ewächfe, beobad)ten: am (teilen Slbufer 33. wirb an nieten ©teilen bie s }Sflanäenentwidlnng erfjcblicf) früher auftreten alö an anberen Orten ber Umgegenb non Hamburg nnb Slltona. 3? ann ift e§ geboten, bas Tatum für bie fliinatifcf) ncrfdjicben gelegenen fünfte einzeln anjugeben. Sine intereffante Beobachtung ift in ber Wtarfd) gemad)t worben: Bergleidje mit bett Eingaben aitberer Beobadjter jeigen in jiemlid) auf* fälliger 93Seife, baf? baä ißflanjenlebcn in ber 3U?arjd) fid) burcfjweg früher äußert, al* felbft in jiiblidjer belcgeitcu ©egenben. 31 (s Srflärung wirb ber Umftanb angeführt, bafc bie Bäume nnb ©träuefjer, an welchen bie Beobadjtuugeu oorgenommen werben, bort nid)t im freien $clbe wachfett, joitberu in ©arten unb Anlagen angepflanjt fittb, alfo bie Vorteile ber pflege, ber Bobenfultur unb eine« begiinftigten, gefd)ü(jten ©tanborteö genießen. Tiefe Umftäitbe tragen nidjt wenig baju bei, bie fiebenä* thätigfeit ber ijjflanjcn ju befchleunigen, unb jwar jeigt (ich biefe Sr* fcheiunug au frautartigen ©cwächfeu nod) oiel beutlid)er, ba fie biefeit Sinfliiffcn in ttod) höherem ©rabe auögefejjt finb. 3um ©djlufi geftatte id) mir, einen „'Beitrag p phänologifdjen Beobachtungen feit bem (fahre 1 750," weldjen mir ,'perr 333. 2Jiet)cr in 3luguftenburg einjufenben bie ©üte hatte, hier p oeröffentlichen: „Turd) (perrn Dr. B- Stnutl) in Stiel angeregt, habe ich feit 3anuar b. 3- nad) pf)änulogijd)en Baumeiujdjnilten, welche feit 1 750 auf ©cfet)l beö (perjogS Shriftiau Sluguft oon ©djleöwig * |>oIftein * ©onberburg* Slugufteuburg unb befien Wadjjolgern im s J3arf ju 3luguftcnburg an Buchen mit früher Saubeutfaltung gemacht worben fiitb, geforjdjt.*) Ta ber Barl wol)l feit alter (feit jebermanu jugänglid) gewefen ift tragen bie weiften Bäume bie ©puren müffiger SBauberer, benen es ein Bebürfniö war, fich burd) Sinfdjnitte ju oerewigen, oft wahre Stunft* letftungen erjeugenb. Tiere, Käufer, ®d)ifje unb alle müglidjcn ©egen* ftänbe finb neben Warnen, Buchftaben, Wlonateu unb Tagen burd) oft gute Bernarbung fichtbar geblieben, befonberS auö ber $eit nad) 1840. 3n ben 3ohren 1848 — 64 hotte 3luguftenburg bätiifdje« , nad) 1864 preufjifchesS Wtilitär: sal)lreid)e Sinfdjnitte oon Warnen, Regiment, Ba* *) Sgl. „Jpeimat" 1K92, S. ei, Slnm. 2. Digitized by Google $f)änotogifd>e sBtobo^tungtn in Scfgcäimg-Siolftein im 3al)re 1802. 51 taiiiou !f. finb aus biejer ^eit oorßanben. 9lur einen (Sinjdjnitt an» «origem Saßrßuubert : „ACA-C 1787" fonnte id) beutlid) entziffern unb zwar an einem Sudjenbaume »on »erf)ä(tni8ntäßig geringem Umfange, ba ifjn iiberragenbe Saumriefen in feinem SßadjStume befjiubert Ratten. (Sinfd)nitte, weldje »on pl)änologifd)em Sntereffe finb, tonnten nur Seacßtung fiuben, wenn bie eingefcßnittene SatjreSjaljl unb ber lag uidjt Sejug hatten auf einen fRamen, and) tonnten nur bie SKonatc ytpril unb ÜJtai in Setracßt fommeit. s Jiad) oietem Sucfjen ift eS mir gelungen, an einem alten Suchen* bäume in unmittelbarer 9iäl)c beS tleiuen SalniS, uörblid) uom ?lmt$= gebäube, (Siufdjuitte uon pt)änologifd)em Qntcreffe aufzufinben. Hub zwar waren nad) «orfidjtigem (Sntfernen be$ am Stamme reicßlid) gemadjfenen StoofeS nacßfolgenbe Taten zu entziffern: 10. SDtai 1817, 1. „ 1823, 30. 9lpril 1824, 29. „ 1825, 20. „ 1827, 30. „ 1828, 7. 9Kai 1829, 12. Stpril 1832, 27. „ 1834. Serfdjiebeite (Siufdjnitte am unteren Teile beS Stammes finb burd) Sorfenbilbung ber Saumrinbe unleferlid) gemorben, bod) will id) «er* fndjen, burd) Sergrößeritng nad) pl)otograpl)ifd)en ftufnaßmen biefelben Zu entziffern. (Sin älterer (Sinwoljner SluguftcnburgS, ,5err £>olft, erzählte mir, baß er als wißbegieriger .«nabe zumeilen zugejcßaut ßabe, wenn ßerzog- lidje 3äger (Sinfcßnitte in Sudjenbäumen, bie Sezug genommen auf eine fritfje Üaubentfaltung, anSgefübrt hätten; bod) fei ißnt nur erinnerlirf), baß biefeS an zwei Sudjenbäumen gefdjeßen fei unb zwar an oben non mir angeführtem unb an einem in beffeu unmittelbarer 9täl)e fteßenbeu Saume; ber leßterc Sudjenbaum fei fcßon oor oielen ^aßren burd) einen Sturm niebergeroorfen. Ta unmeit bcS tleiuen Salais in beit teßten Saßrzeljnten »iele alte Sudjenbäume gefallen finb, jo ift eS nicht auSgefcßloffen, baß manche (Sinfcßnittc «on pfjänologifcßem 3ntereffc «erloren gegangen finb; jebod) befteßen inöglicßerweife uod) weitere (Sinfdjuitte an alten Sudjenriefen, «om Slooje ber $eit bebedt, weldje im griißling an friit) fidj be= laubenben Säumen zu juchen, mir eine intereffante Slufgabe fein loirb. Digitized by Google 52 ». Stnutt). Crt. Sicobaipter. 3 J 80 £ S II l © «1 • cn-o 30 .5 C 3 ■ >•0 m *** o~ ffi PS 6 © B E 3 3 1 1 k- eS «0 sn © © A A £0 . © * e" 1 .2 .5 > 'S. eS n 00 OB 3 3 3 B £ 1 £ . ffi 6 ® . 1 © m i ! 4 I i £ £ cd • c s E B S X 2 Qu OB 8 'S *» « 3 tat 3 b I’yru8 Malus, e. B.| Altono*) SB. ^eterfen mtb 15. 2. 10. 8. 8. 10. 13. 9. 14. 11. ■ßorftmonn, £ebrcr IV. V. V. V. V. V. V. V. V. V. Apenrabe kaufen 11., 22. 29. 5. ! 11. 15. 20. 20. 21. 8. 24. Illittcl fdjuUcbfrcr III. IV. V. V. V. V. V. V. V. V. Auguftenburg SB. »lener, ■22. 4. 8. 10. 11. 12. 24. 20. 4. 2(1. (Ulfen) Mpotbefer III. V. V. V. V. V. V- v- V. V. Slergcborf Dr. SB. Sifdier, lti. 22. 29. 7. 9. 10. 1 lli. 15. 12. 17. tDbcrleljrcr. 111. IV. iv. | V. V. V. V. V. V. V. Gutin Sioefe, 2H. 23. 30. 7. 12. 11. 12. j 14. 13. 2. 15. liofgärtncr a. 5. II. IV. IV. V. V. V. V. V. v. V. V. Fargemiel 3- »rel)n, 1. ! 12. 10. 17. 15.| 5. 20. 25. 12. 30. (i. ®.) Eehrer. IV. V. V. i V. V. V. V. V. V. V. Flensburg .(?. U. Wolfen, 25. 28. 9. 4. 15. 12. 17. 19. 12. 23. Schrei- III. IV. V. V. 1 V ' V. i V. V. V. V. (Bettorf 3ul. Worbporft, 15. in. 5. 5. 19. 20. 21. 22. 11. 24. Kantor III. V. V. V. V. V. V. V. V. V. ffHiiifftabt tHieefen, 17. an. 1. 10. 12. 15. M. 17. 18. 22. (Oberlehrer. III. IV. V. V. V. V. V. V. V. V. Hamburg ff. Sauf*, 22. 12. 28. 29. 30. 10. 15. 9. 10. 17. Hehrer III. IV. IV. IV. IV. V. V. V. V. V. Siel A. .(mbn, 17. 15. 29. 12. ß. 2. 9. 11. 13. 30. 19. ©bcrlcljrer. III. | IV. IV. V. V. V. V. V. V. IV. V. Miel ». fiiiutl) li. 13. 10. 14. 13. 20. lli. 8. 20. V. V. V. V. V. V. V. V. V. liaucnburg (_«. SBitte, 17. 12. 211. 27. 30. ;t£lbe) Oberlehrer. III. IV. IV. IV. IV. Üunbcu 3. ffornilö, Kn dp 28. 8. 1(J. 12. 19. 23. 25. (tTorbct'Ditliiti.) £et)rer III. IV. V. V. v- V. V. V. Worfum G. Wider, «. 7. 10. 21. 23. 2ii. 211. auf Sylt Eeljrcr IV. V. V. V. V. V. V. CIbeeloe SB. Biditcnbcrg, (!. 1 3. 5. 11. 12. 9. 1«. 19. 18. 20. Oberlehrer. IV. V. V. V. V. V. V. j V. V. V. iKnucbiirg !H. Tepcltnann, 15. 11. 23. 28. 7. li. : 18. 12. 30. 14. Keftor III. IV. IV. IV. V. V. ! V. V. IV. V. iHcnbeburg ■£>. Treuer, 20. 28. 10. 18. 11. 13. 18. 24. 24. 12. 25. (Symttafial'Ecbrer III. IV. V. V. V. V. v. ! v. V. V. V. Sdllcowig Dr. 3- Steen, 11. 27. 2. 5. 5. li. 5. in. 18. 11. 20. Oberlehrer. III. IV. V. V. V. V. V. V. v. V. V. Segeberg Dr. »• Siitttel, 15. 24. 24. 22. 9. 12. 15. ! 14. 20. 9. 18. (Erftcr Sem..£el)rer III. IV. IV. V. V. V. V. V. V. V. V. Siiberbeiftcbt A. $. tliottgarbt 29. 2. 10. | 13. 12. 13. 23. 20. 21. 20. 24. III. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. Tönning G. SBagener, 20. 3. 9. 1 11. 13. 1 lli. 1 20. 20. 15. 23. Hehrer 111. V. V. V. V. V. , V. V. V. V. SBarber Sipröbcr, 20. 23. 8. 9. 14. lli. 20. 22. 13. 24. (Kreis Segcberg) feljrer u. Organift 111. IV. V. V. V. V. V. V. V. V. SBöbrben ff. Grftnonn, 2. , 7. 8- 10. lli. 17. 19. 21. Hefter IV. V. V. 1 V. i V. V. V. V. Harpen tKopweber 15. 5. 1. 15. 9. , 1. 12. 20. 12. 10. 18. 111. | V. V. I V. V. V. V. [ V. V. V. V. *) Tie Angaben finto bas Wittel ouö ben Aufieidjnungen ber beiben Seobadjter. Digitized by Google; Ißljiiiiologifcljc Sfobacf)tungcH in Sdplceioig-^olftrin im 3n^re 1892. 53 n ö a 0 ' JO a ja 3 © üuercus pedunculata, B. 0. s. a ® g ■E 3 5 fi I c ; B © w" ’E 1 3 CS e* 1 >- 73 •3 P * JZ o r ca > 'S e |I b. a « «e = 4- © o c. 40 3 3 H p S5 Q. 1- g ® © *< a’ 1 P a F c ä« I« U 73 M -~ Cu d e . 3 c 7 - cLt* 11 © i* 0 o» ß 3 3 £ 0 «8 . ~ © >■ B « «0 E 1 *3 •S 'S o *3 >• Sorlius au. uparia, e. B. B © 1 c = 3 -3 C 0 75 E © 'Ja © - 1 © ® Ol 73 Atropa Bolladonna.e B. - - a « s . fr® S ö E - O B Xi » c- 2 s £ >» 73 B © n 3 © 0 "3 S — 3 10. 15. 24. 27. 21. 28. 27. 28. 27. 9. 6. 9. 4. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. VI. 18. 24. 27. 27. 20. 11. 26. 29. 31. 29. 81. 29. 18. 8. 19. 15. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. VI. 11. 27. 27. 27. 15. 6. 27. 29. 31. 31. 31. 1. 20. 10. 20. 8. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. VI. VI. 9. 16. 24. 15. 25. 26. 26. 27. 4. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. 12. 20. 27. 26. 14. 15. 25. 27. 24. 27. 26. 27. 10. 3. 20. 14. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. VI. 15. 30. 1. 25. 30. 31. 5. 5. 5. 5. 1. 1. 10. 20. 10. V. V. VI. V. V. V. VI. VI. VI. VI. VI. VII. VI. VI. VI. 25. 27. 26. 29. 31. 80. 27. 1. 23. 10. 9. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. VI. 16. 25. 1. 29. 16. 21. 26. 29. 30. 30. 30. 26. 20. 5. 20. 20. V. V. VI. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. VI. 13. 25. 28. 25. 20. 27. 23. 25. 30. 30. 26. 27. 16. 10. 17. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. 8. 15. 20. 15. 16. 20. 23. 27. 25. 25. 28. 28. 28. 11. 11. V. V. V, V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. 15. 22. 24. 24. 12. 23. 20. 29. 24. 27. 2X. 30. 30. 14. 22. 10. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. 14. 22. 17. 26. 15. 26. 26. 29. 28. 28. 29. 30. 13. 20. 16. 17. 5. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. VI. VI. 24. 9. 2. 14. V. VI. VI. VI. 26. 26. 26. 30. 31. 31. 31. 17. 9. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. 28. 3. 29. 13. 29. 3. 6. 7. 16. 19. 19. 21. V. VI. V. V. V. VI. VI. VI. VI. VI. VI. VI. 14. 24. 18. 27. 29. 29. 12. 16. 6. 8. 11. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. VI. VI. 10. 14. 28. 23. 15. 18. 19. 23. 23. 25. 28. 25. 6. 1 . 9. 1 . V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. VI. 13. 26. 27. 27. 18. 24. 26. 28. :H). 80. 30. 31. 30. 12. 10. 16. 16. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. VI. 11. 21. 10. 20. 12. 17. 23. 25. 25 26. 25. 26. 20. 26. 2. 20. 19. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. 11. 24. 24. 9. 20. 25. :«). 24. 27. 24. 19. 3. 23. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. 23. 23. 26. 24. 26. 27. 29. 27. 30. 24. 25. 1 . 16. 7. 22. 31. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. VI. V. 10. 23. 26. 26. 24. 22. 27. 28. 29. 20. 24. 16. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. VI. 7. 24. 25. 25. 20. 25. 26. 28. 26. 28. 3. 1 . 28. 30. 3. 25. 12. V. V. V. V. V. V. V. V. V. V. VI. VI. V VI. VI. VI. VI. 25. 26. 26. 29. 28. 29. 15. 27. 3. V. V. V. V. V. V. VI. V. VI. 12. 20. 27. 20. 29. 28. 28. 28. 28. 26. 28. 8. 1 . 15. 18. V. V. V. V. V. V. V. I V. V. V. V. VI. VI. VI. VI. Digitized by Google 54 finutf). Cu. Seobadttcr. CQ V . 2 " "3 a £ © rt > ec CQ © © ’5 H c S £ c O Vitis vinifera. e. B. Hibes rubrum, e. Fr. CQ « .2 1 2 & H 2 n u 3 > E i» 1® & © % 2 s c © ft (tonn l&S. 'Dcterfen unb 9. 29. 7. .frorflntann, teljrer VII. VI. Vll. ftpcnrabc .£>. •f'nnfen IL, 2. 13. 1<>. 11littelfd)iillct}rer VII. Vll. Vll. ftugnftenburg 33?. 'Dl et] er, • 22 . 4. 5. j 10. 18. 3. 19. (Ulfen: Jlpotbefer VI. VII. VII. Vll. VII. VII. VII. Sergeborf Dt. SB. 3ifd)cr, : 30. 5. 5. (Oberlehrer. 1 VI. VII. VII. (Putin •£>. 'Hoefe, | 13. 13. 6. liofgartuer a. D. VII. Vll. Vll. Fargemiel 3- ^rebn, »». 20. 10. I 20. 20. IO. (£• «•) teurer Vll. VII. VII. VII. VII. VII. Flensburg .f>. «. 'Diolfcn, 28. 8. 11. 20. teprer VI. Vll. Vll. Vll. Wettorf 3mI- 'Dlorbljorit, 20. 12. 29. Kantor VII. VII. VI. Olliirfftabt (Hiebfen, 9. 24. ©berletjrer Vll. Vll. .framburg 6. Saufd), 11. 1. 9. teurer VI. Vll. VII. Stiel ft. .ftabn, 22. 12. 6. 4. 15. 18. (Oberlehrer VI. VI. VII. VII. VII. VII. Siet 'IS. »mim i'auenburg «. '&. 0. 18. 27. 18. Obrer VII. VII. VII. VI. VII. IßSarber 3d)röber, 12. 3. 9. 24. 12. 17. 27. 'Kreis Scgebcrg) Obrer 1111 b ©rganift VI. VI. Vll. VII. Vll. Vll. Vll. (R'dbrben Cf. (fifntnnn. Heftor garpen iKofiwcber 20 . 28. 28. 30. 1. VI. VI. VI. 1 VI. VII. •) £ie gleichzeitige SSaubBerjtirbmtg toat bie Jolgc eines am 26. X. eingeitetenen ftrofte«. Digilized by Google ^^änologijiftc Sfobodjtungcn in SdjIeSmigv^olfieiu im 3aljre 1892. 55 i.ilium candidum, e. B. £ © 3 CS Jg 0 xa 0 X £ © 6 0 0 CS 1 © fcl E ^ ■* xä I ca 2 . £ -5 1 © a « JS 0 0 «■*j! Xi Ö h © o '/3 Cß © JS "öS — sa o. o < 2 | .1 J=£ c. . £ * >■ c ß £ © 1 *2 1 ja 2 rt C ß « vi .0 5 bS C © OB » 0 E ■3 2 OS j* ~0 2 .1“ 0 1 X « • 3 X 4* < 1 & !-> © M © < . J CS «s ja 3 0 3 "© > J CS _© © 9) 6c « u< J c 0 •0 • . o rt 3 O 14. 29. 30. 13. 9. 10. 19. 26. 26. VII. VII. VII. VIII. IX. X. X. X. X. 24. 9. 17. 17. 15. 20. 26. 28. VII. VIII. VIII VIII. IX. IX. X. X. 20. 20. 10. 6. 22. 16. 16. 14. 18. 28. 20. 1. VII. VII. VIII. VIII. VIII. IX. IX. IX X. IX. X. XI. 12. 29. 30. 7. 11. 14. 26. IX. IX. IX. X. X. X. X. 18. 14. 26. 24. Anf. 15. Knde 9. 16. 20. 28. VII. VII. VII. VIII. IX. IX. IX. IX. X. X. X. 24. 24. 10. 4. 30. 30. 30. 25. 23. 10. 20. 4. VII. VII. Vlll. IX. IX. IX. IX. IX. X. X. X. XI. 1. 23. 8. 13. 10. 19. 22. 21. 26. VIII. VII. VIII. VIII. IX. IX. IX. X. X. 15. 17. 20. 7. 18. 18. 12. 26. 28. 6. 10. 24. VII. VII. VII. VIII. VIII. VIII. IX. IX. IX. X. X. X. 16. 25. 3. 16. 20. 27. 28. 19. 28. VII. VII. VIII. VIII. IX. IX. X. X. X. 11. 19. 25. 27. 30. VII. X. X X. X. 21. 20. 16. 25. 28. 0 . 20. 1. 3. 25. VII. VII. VII. VII. ! VII. VIII. IX. X. X. IX. 4. 21. 8. 11. 23. VIII. VIII. VIII. IX. IX. 15. 8. 21. : 26. 28. 29. VII. VII. VII. X. X. X. 30. 5. 18. 15. 23. 12. VII. VIII. VIII. IX. IX. X. 29. 12. ; 13. 10. 25. VII. VIII. Vlll. IX. IX. 19. 17. l. 14. 20. 10. 21. 16. 12. 7. 28. 5. VII. VII. VIII. ■ VIII. IX. IX. IX. IX. X. X. X. XI. 12. 13. 23. I 10. 4. 27. 27. 27. 27.*) VII. VII. VII. 1 Vlll. X. X. X. X. X. 28. 24. 6. 24. 2. 30. 2. 24. 15. 26. 30. VII. VII. Vlll. Vlll. IX. IX. X. X. X. X. X. 16. 16. 25. 6. 15. 22. 14. 14. 16. 10. 16. 29. 29. VII. VII. VII. VIII. VIII. VIII. IX. IX. IX. X. X. X. X. 16. 20. 26. I 16. 16. 24. 18. 23. 24. 20. VII. VII. VII. VIII. IX. IX. X. X. X. X. 23. 8. 7. 21. 20. 20. 20. 3. 13. 19. 25. VII. VIII. Vlll. VIII. Vlll. IX. IX. X. X. X. X. 22. 23. 2. 24. 10. 7. 23. 8. 3. 30. VII. VII. VIII. VIII. IX. X. IX. X. X. X. 24. 30. 1. 16. 18. 16. 9. 20. 20. 2. 12. 24. 28. VII. VII. VIII VIII. VIII. IX. IX. IX. IX. X. X. X. X. 14. 15. 27. ; 5. 11. 15. 20. 25. 1. 15. 31. 28. 29. VII. VII. VII. i VIII. VIII. IX. IX. LX. X. X. X. X. X. Digitized by Google 56 ft. SBitt. fofe Blätter aus bev |tultiugcfchifhtc unfern* Ikimat. '•8 on Skftor SBitt in 'Btffg. 3m uergangenen Sommer batte id) burd) bie Jreunblidjfeit bes .jjerrn öürgermeiftcr« »on SBcpbc ©etegenbeit, bas Siitjenburger Stabtardjio, wenigften« bem größeren leil und), griinblid) burdjjufudjen. 2öa« mir babei in bie ,'pänbe gefallen ift, ßot mich nur nod) beftärft in ber ©e. wißbeit, baß es uod) uieleS für uns ju jammein giebt liinficf)tlid) ber ©ejeßiebte nufere« Sanbe«, wenn mir nur bie fUiülje bes gucken« nidjt fcfjeuen unb bie Gingen auftfjun. 9?atiirlirf) bat ba« meifte non bem, roa« id) gefammelt, oorroiegenb letale« Qntereffe ; aber einige« fdjicit mir bodj and) für weitere Streife ber SBeadjtung inert, baßer bie folgenbcn fölit« teiluugen. 9Jföd)ten fie aud) anbern eine 2$eratilaffung werben, in itjrem Streife fiel) umjufeßen unb ju retten, tna« nod) ju retten ift. IBejoubers mödjte icß ba« ?lugenmerf ber Siefer auf bie alten 2lmt«-- unb ©ilberollett lenfen, bie c« n»ot)l nerbienen, gefammelt unb aufbewaßrt ju merben. Sie finb roidjtige Jwfumeute jur Stulturgefcßicbte, in«bejonbere bie älteren in nicbcrbeutfd)cr Spraye. 2MSßer ift nod) wenig bafiir gefd)et)cn ; fie oerfommen unbeachtet unb oernacßläjfigt in ben 2lrd)ioeit unb Innung«; laben, unb bod) märe e« jeßr münfdjenSmert, baß mir für uufer Sanb eine äljnlicfje Sammlung befämen, roie fie Siübed burd) bie fleißige Slrbeit UBeßrmann« (bie älteften liibecfifrfjcn ^utiftrollen) erhalten bat, weldje un« ein anfcbanlicbe« unb lebenbige« Öilb mm ben SBerßältntffen ber 2imter giebt unb and) in fojialpolitifdjer .jpinfießt ßöcßft interefjant ift. jfreilicß finbet man manche« berartige bin unb mieber in ben lagesblättern neröffentlicbt ; aber bem ßmerf berfelben cutfpredjenb nebnten fold)c Xar^ ftellungen feinen miffenjd)aftlid)en ÜBert in Slnfprud), fonbern finb meiften« nur ^ufammenftellungen mm allerlei Sonberbarfeiten, meldje uu« jeßigen Sötenfcßen ba« jRed)t ju geben fd)einen, ju fpredjett: SBir SBilben finb bod) beffere ÜKenfcßen. ®en eigentlichen .Hern biejer nott un« aufgeklärten Seuten jum alten ffiifen geworfenen (Sinridjtungcn treffen fie nid)l. Um fo notmeubiger ift e«, ba« nod) norl)anbette ÜJfaterial ju fammelu unb ber Sflemipung jngänglicß ju machen, unb id) bitte jebett, ber baju @e> legenbeit bot, mitjußelfen, baß ba« gefebießt. 2Ba« mir jelbft in biefer jRicßtung jngänglicb geroefen, merbe id) gern ueröffentlid)en, menn mir ber fHaum bafür geftattet mirb. Unb nun ju ben Mitteilungen, wobei id) einige erläuternbe SSemerfuugcn in ben Stauf ju nebnten bitte. Soff Blätter au? ber ftu(turgefd)id)tr imierer .^eimat. 57 I. Xie erftc Witteilnng ift einem Cunrttjeft non urfpnmglid) 4 Sagen in 9$ergamentumfd)Iag entnommen, welches im SRcgiftranten beS VlrdjiuS bejeidjuet ift als „Vhid) in alter bentfdjcr Schrift aus bem Sabre 1400." Weine Hoffnung, barin ein Stabtbud) nad) VI rt be? Stiel er, oon Sucht 1111b .'paffe berauSgegebencn jn finben, warb freilid) getanfd)t, aber bod) uidjt auf gar jtt unangenehme Vitt; beim bas epeft entpuppte fid) als ein Stirdjeuredjnuiigsbud), beffen Giutragungen nidjt, wie auf bau Um jdjlag angegeben, mit 14(50, foubern mit 14(5:5 beginnen uub mit bem 3at)re 1500 fdjliefteu. Seitbem fdjeint biw Stivdjeuredjiiuugswefen in Siitjenburg faft ein ganjeS 3atjrl)unbert ljiiiburd) im Vlrgeu gelegen ju Ijabeu, beim bie nädjfteit Vliifjeidjiiungcu , entljalten auf einer eingefjeftcten fünften Sage, beginnen mit Dftern 1584 unb geben bie Sol)yn, bo onjje gnebigbe her mm lub. bür was mibe brachte bat afflate mibe oermebe (firmle). 3ut erfte 1 punt fannels 8 Sch. Jt. 2timys eonfette 6 Sch- jt. 8 ftouefen wynes 2 211. 3*- 5 Sch- oor bat rat. 3t. \ tfantfat oor 9 Sd). Jt- 19 Sd). oor 21Talutcjiir (WaloafierV) mibe oor bat lechcheleu (lege!, lat. lagena, Donne). 3 pf. to bregeube. jt. 1 punt engbeuer (Sngwer) 5 Sch. jt. 8 punt riifjcs 8 Sd). 4 p. Jt. (2 Sd). oor 3 €otl? faffraen. jt. 3 punt rojjyn 3 Sd). jt. 5 punt manbelcn 4 Sd). jt. 4 riuefofen (?) 2 Sd). jt. 2 loth pubers 8 Sd). 3t- 4 lotl) ftreuwefrut 4 iüitte (nad) SBebrmaun wabrfdjeiitlid) ein (Mewürjpuloer, abjnleiteu «om pullänb. ftruijue, Slitdjeu). Digitized by Google ft. SSitt. 58 3t. 1 punt pepcrfomcn (fßfefferfmnmcl) 5 IPitte. Jt. 1 punt pepers 5 Sei). 3t. 2 Sd). por { fcfc. 3t. 8 Sd). vor bottere. 3t- nod) olb botter por 4 Sd). 3t. 4 Sd). por folt. 3t. bcm fofc tjcrtid) fiperfc 8 Sd). 3t. bon benftfroumcn 4 Sd). Ifir polgljet na, tpat bar por teret xpart pppc bor mcbcme (fßfarr- l)aits), bo pnfc gnebigftc her l)iir was. 3nt erfte ror bat Sdjapp, bar bat fyilgljebocm yttne fteit an erliifor bemaringbe 0ttc ftene 5 211. 3t. bcm Flcitcfmcbc por ifern gfjabern, por flöte pubc por ifeni holten Piibe tpes bar to Ijort pan ifcnpcrfe to bcm poralic nometen Sdjappc 4 2U. 4 Sd). 3t. I)ans pan bergljen por beit blocf, bc bar fteit por bcm bil gljebomete porgbeu. 5 211. 3t. Fatljcrinc bruns { Xinfdjen gljulbeu por Ijamborgcr her. 3 1 - noch 8 Sd). vor Jjamborg. beer. 3t. £lames Heebecn por bcs Sifefjoppes peerbc por bauern pitbc rudjuobcr 6 211. 7 Sd). 3t. ror 2 offen to ber Foftc 5 211. 4 Sd). 3t. Por 6 febaepp 27 Sd). 3t. 3 tunnen ploner (fJJlßner) beers 2 211. 4 Sd). 3t. 2?icqiparbefd)cn 5 Sd). 4 p. 3t. 23 Sd). \ mitte por 7 fdjcpcl meten. 3t. 6 fdjepcl roggljcn por 18 Sd). 3t- 7 tunne lutfcnborger bers. 3t. 18 Sd). por 1 ftben miltbraben. 3t. por 1 fibc fpeefes 1 211. 3t. ffi Sd). por l)otirc (.fjjmljitev). 3t. bcm fofc 25 Sd). 3t. Ijcnnefc muluc 29 Sd). por 1 tunne Ijamborg. bers. 3t. 12 Sd?. por tmclff gfjoefje. 3t. £rufen 9 -d). por bauern pnbe Kuebuober. 0 otpeit bas Slirdjcnbud), weldjeä barin einen genauen fftadjmciS giebt über bas, was! aufgemenbet luorbcu ift, al$ im 3al)re 1471 ber Söifdjof uon üiibetf (?llbcrt Shrummcnbtjt) in üütjenburg amuefenb luar, um eine Slblafjbude ,91 überbringen unb gu firmen. Tiefe @fjre toarb Digitized by Google Sofc 'Bliitlcr auS bcr Mulliirgcjd)id)tc nuferer .pciinnl. jjfl beit ©emcinben nidjt häufig z» teil. $war folltcn nadj altem fanonifdjcn Vedjt, wie es bcfonberS uou ben Karolingern miebertjolt eingefdjärft würbe, bie tBifdjöfc jäljrlidj einmal ihren Sprengel bereifen; aber fie waren halb zu feljr nun weltlichen ©efdjäften in Slnfprudj genommen. 3» Viitjenburg finben wir beit Vifdjof wieber im 3aljre 1493, um ben Kirdjljof auf’S neue zu weihen, unb abermals 1 öOl (beibe SDlale ®ietridj SlrenbS); über biefe Vejudje ift uns inbeffen nid)tS mitgeteilt als eine furze 'Jiotij über bie baranS erwadjieneu Koften. Slußerbem begegnen wir wiebcrljolt Leuten aus ber Umgebung beS VifdjofS, fo 1498 unb 1501 bem „fentpraweft" unb 1503 bem Cfficial. ®ie Vezeidjnung „fetiO praweft" ift mir fouft nodj nidjt uorgefomnicn, and) Senfen * SOfidjelfen unb Vau erwähnen fie nidjt, jouicl idj felje, bodj fanu ber AuSbrucf nadj feiner Vebeutung faum zweifelhaft fein. 2Bir haben eS offenbar mit einer geiftlidjeu ©eridjtSperfou zu tljuu, barauf beutet ber erfte Veftanbteil beS SBortes „©ent" = @ljnobuS, ber 9iante für bie jäljrlidjen bijchöflidjeu Vifitationcii, auf welchen and) ©eridjt gehalten würbe (»gl. ©cnbgeridjte). 3« fpäterer 3eit würbe biefe ©eridjtSbarfeit nidjt meljr burdj beit Vifdjof felbft, fonbcrn ausfdjlieftlidj burdj ben ArdjibiafouuS, bem fdjou friiljcr ein leil berfclben oblag, auSgeiibt. ®a allmählidj für bie wadjfenbett ©efdjäfte ein ArdjibiafouuS in einem ViStuni nidjt meljr anSrcidjte, fo würben mehrere Ardjibiafoitate eingerichtet, oou weldjeit eines regelmäßig mit bem Amt eines tropften an bcr ftatljebrale, bcr bifchöflidjen Kirche, oerbunben war. AuS biefem leßteren Umftanb crtlärt fidj oielleidjt ber AuSbrucf ©ent praweft, wenn nidjt, was freilich nodj einfacher unb woljl bas gewöhnliche ift, tropft überhaupt = ArdjibiafonuS genommen werben muß. ©djließlidj wirb bieje Grflärung nodj betätigt burdj bie Angaben beS ÄirdjcnbudjS über bas bem ©eubepropft ©ereidjte, uämlidj einmal „l tunnc bers tmbe l punt roaffes" unb barauf „1 punt toaffes, 4 Sdjtlling," beim außer in Selb würben ©trafen häufig in Vier unb SBadjS entrichtet, wie z- 33- aus ben alten Amtsrollen (jeroorgcljt. 28 as cS mit bem erwähnten Ablaß auf fidj Ijat, ift mir unbetannt (ebenfalls aber ftanb er in Verbinbuitg mit ben in ber Sütjettburger Äircfje uorljanbenen SKeliquieit, ba in bem zweiten ®eil ber Aufzeichnung audj ein Sdjrant aufgeführt wirb, welcher zur Aufbewahrung bcr .'peilig- tiimer biente, fowic ferner ein Cpferblorf, weldjer uor bcmfelben auf« gcftellt war, um öabcu aufzuneljmeu. Vielleicht gehörten biefe Reliquien ber ^eiligen = Kreuz ■ Kapelle an, bereu meljrfadj in uitfernt Kirdjcubudj (Srwäfjuuug gefdjieljt (außer biefer gab eS in fiütjenburg nodj eine Kapelle ber Jungfrau iUtaria). ®aß 28allfaljrten zu berfclben unternommen würben, wiffeit wir aus bem Xeftament beS ViirgerS zu Vurg a. g.. Digitized by Google g. ®iit. 60 oohaun 'fietcr, oont 22. September 1430, in welchem berfelbe, nadjbem »Olt gmei ©allfal)rteu nach '.BilSnacf gitm heiligen 56(ut uitb und) Radien bie iHcbc gcmefen, ferner beftimmt: „of fcbal tuen a(?an to bcme Ijtkjljcn crttfcc to Cutfcnbordj onbc Port to funtc Scruacius (in iWaftridjt), in jcioclfer ftcöc fchal men öfteren encn fdjillingb." 3Bie auS bem .Kird)eu- bud) l)erv»orgef)t, bcftanb eine befottbere Kapelle best ^eiligen .KreugcS, einmal ift fogar oon einem Kirchhof beSfelbcn bie 'Hebe ; bod) merbctt mir nidjt an ein für fid) bcfteljenbeS ©ebäube gu benfen haben, fotibern, wie gemöljnlid), an einen 9ln- aber Ausbau bcr Stabtfirdje; oielleidjt haben mir fie in bem jepigen fetjr geräumigen fHenljänf er= SPegräbni^ gu jud)en, gu melcfjem früher oont Innern ber Kirdje auS eine Xljür führte. 1484 mirb bie (Sinnahme aus bem Cpferblocf gum ()■ Krettg auf 6 SDiarf meniger 5 Sdjilling angegeben. ßuleßt ermähnt fiitbc id) baS !)• Ärcug in bcr SlmtSrolle ber fiütjenburger Sdjueiber oom Saßre 1521. Sin intereffanteS Kapitel ans ber Kulturgefd)id)te ließe fich an bcn Hauptinhalt ber mitgeteilten ?liifgeid)itungen aufnüpfen, bod) muß id) bas einem anbern überlaffen, beffcn Stubien fid) mehr in bicfer SRidjtung beroegt haben. s Jf nr einige SBemerfungeu feien mir erlaubt, (fntereffaut ift, mie bie JluSgaben für „Frub rnbc royn" in eine befonbere Abteilung geftellt finb, gefonbert non bem Übrigen, maS oergehrt marb. Ja haben mir alle bie fretnben (SIcmeute bei einanber, meldjc fid) allmäßlid) aud) in bie beutfdje Miidjc eingebrängt hatten ttnb bie (Siufad)hcit oerbrängten, toelthe ber befannte römifeße ©efd)id)tSfd)rciber XacituS im 23. Kapitel feiner „©ermania" unfern Vorfahren begeugt. Ohre Speifett finb einfad), fagt er, ffelbfrüdjte, frifdjeS SSJilbpret ober geronnene l'fild). Sie treffen feine befonberen ?lnftalten ttnb braud)eu feine fHciginittel, ihren Hunger gu oertreiben. 3nt ©egettfaß bagu erfdjeint hier eine gange Weiße folcfjer blandimenta in ben auSlänbifd)en ©emtirgen unb grnar itt nicßt geringen SW engen. 9J?an liebte reidjIidfeS ©ctoiirg nidjt nur an ben Speifen, fotibern feßte eS and) bettt allein gu, oielleicht um feine Herb ig feit gu milbern. ®agu biente befoitbers ber Katteel. ?lttd) gur „füßen Speife" mar man fd)on fortgefdjritten, fie erfd)eittt bei bem 9J?aßl in ©eftalt beS „91nut)S confette," für tocldjeS 6 Sd). aufgemeubet fittb.*) 3?od) muß baS immerhin mäßig genannt merben, meint mir erfahren, mie meit bie Kuuft barm fdjott gebießen mar. SBehrmann bringt in feiner oben ermähnten Sammlung ber älteften (überf ifrfjen SlmtSrollen and) eine SBerorbnung über beit äferfanf oott ©emürg> unb l'lpothefcrmareu (ca. 1530), barin ftttbet fid) (S. 293) folgcnbe lehrrckßc aiitfgäl)luug: „caniicll confcct, *) ©enan genommen bebeutel Monfett „©ingemadßce.“ Digitized by Google Sofe 'Blatter au$ ber Multurgcjd)id)tc unfeter .'jinmnt. 61 engljeper confcct, ncgelfcn confcct, car6emonen confcct, mufcfjatcnt’lomcn confect, cubcbcn confcct, myth rcgall, gell regall, martjapacn." S8c> id)oiöcn erfdjeint ber Werbraud) an 3Bein gegenüber bem an Wier: ba lefen mir oon ßambttrger, ^löner unb Uütjenburger ©ebrän. Unb freilid) ift ja and) ba« Wier baä Watioualgetränf non jeher gemefen, oon bem XaeituS ebenfalls fd)on p berichten roeifj; nur bie an ben Ufent be8 SRheinS molnien, jagt er, erbanbeln fid) äöein, me(d)cn man bamale im tHljeiulanb nod) itidjt baute, fonbern ans 3Belfd)lanb einfiifjrte. Xa* Wier galt and) fpäterljin als ein .'panptnahrunggmittel, auf beffeit 3n« bereitung bie Cbrigfeit ein auftnerffameS Wugc batte, unb mie fie ben Ladern ifJreiä unb Wemidjt beei WroteS uorfd)rieb, fegte fie auch ben s 4$reig unb baö füfaf? beö Wiercö feft. XaS gefdjal) mciftenS in ber fo* genannten 33 ärger- ober Surfprafe, meldje in ben Stabten litbjdjeu fRedjteS jweimal jährlich gehalten mürbe. 3d) fütjre aus einer mir oorliegenbeti Wcuftäbter Wiirgerfpradje oon 1502 ben betreffeuben fßaffuS an: „bc Boeder fdioclcn guth Broc6 baden unbe 6c Brumcr guct beer brutren, un6c batfuluc geren (?), alf £. <£. Kath na gelegen beit 6er tEyben öat fetten mirö, by nülföbrlidor Straffe, uttöe 6e Kanne beer fdjall gelben 1 Scfj." ©ine Siibeder Wurfprafe uor 1421 begnügt fid) mit ber alb gemeinen ©rmahnuug, bafi bie Wäder unb Trauer, meil e$ gottlob gute $eit fei, and) nad) Wcrf)ältui$ baden unb brauen nttb bie „bertepperfdien" oolle^ iUtafj geben füllen. Unb gemijj mar fotefje ffjitrforge berechtigt. Un8 freilid) erftfjeint ba* SSier in feiner jeyigeit ©eftalt uormiegenb als ein SDfittel bes ©enuffeS, meldte* man entbehren fann; aber nufere bäuiidfen Wadjbarn haben fid) in ihrem s Bort für Wier, bem befannten öl, bie ©rinnerung au frühere , v feit bemahrt, beim wenn bie Sprach- gelehrten redit hoben, fo ift jene* 'Bort ftammoerroanbt bem lat. al-ere. b. h nähren; fo mürbe alfo öl ba* oorpgSmeife Wahrhafte, Wäl)renbe bezeichnen. Xiefer ©ebeutung entfprirfjt and) bie ÜJfenge be§ ©etränfeS, meld)e in früherer ;feit, beoor ber Wranntmtin auffam, in uujerem Sanbe gebraut tourbc. fvntercffante Eingaben bariiber fiitben fid) in be* berühmten .'peinrid) Wanhau Wefdjreibung ber cimbrifcfjett .'palbinfcl (abgebrudt in bem groffen Samrnelmerf 2Beftpl)a(en, Monnmenta inedita, 1. Wb.). *) *) Über biefeä ii-erf besS um bie ©eiebidjte utib ijaubeebejcfjreibung fetje «er- bienten Üicutne* !)<« i> n 21 • ®anbe ber ;)eit[d}rift ber ©efelljcbaft für 8d)Icäiutg. .fjolftein-Pauenburgijdje ®cjd)id)te eiuOfüfjrlidjcr geljtinbcll Dr. Bcrttjeuu in beut Aufjaf „tpeinrief) iKanpem etld ®efd)id)tbid)reiber." ttr urteilt betrübet a. a. 0. S. 343: „SBcitu mir nun unfer Urteil über bie 8tan fenui|d)c Scfdjreibung jufctmmenfnffcit, fo fommeu mit ju bem StgebniS, beifi bie gcfct)icf)tlid)en Ausführungen unb bie fo uielfetd) «er. judpeit Ableitungen (nümtid) ber Bolfs- nnb Ortsnamen) feinen Ijoljen SDert befijjen. Digitized by Google 3» Strempt' umreit ju jener 3 e * f -> tuelcpe frembeS '-Hier »erfauften, Sptpoe patte gegen 4o ^Bierbrauer, aufjerbem 10 Sdjeitfen, in benen SBcin itnb frembeS 'Hier »erlauft würbe, ClbcSloe gar 60 Brauer bei einer $apl »oit 250 Bürgern; unter ben 2uti Käufern in BenbSburg waren 25 Brauereien, SBilfter patte unter feinen 340 Bürgern 50 Brauer, baneben würbe in 3 Käufern Hamburger Bier oerfepenft. X'icfe ßaplen genügen wopt, um erfennen *u (affen, wcldje Bebeutung als ©cnupmittel bas Bier bantalS patte, ^reilicp war e« auep »on anberer Befcpaffenpeit als unfer jepigeS. (sine pauptfäcplidje ^utpat war ber Hopfen, unb entfprecpenb bem maffenpaften Berbraucp muff ber 9lnbau biefe-s (MewädjfcS in unfcriti fianbe allgemein »erbreitet gcWejen fein. £as wirb and) be= ('tätigt burd) bie fepr päufige ßrmäpnnng »on Hopfengärten bei ben Stabten (»ergl. im Stieler Stabtbucp »on 1264—89 bie orti et, agri numnmlorum, woran uocp jept bie Hummelwiefe erinnert; bie Beuftäbtcr lagen uor bem Hopentpor). 91 ber niept nur in ben Stabten, aud) auf bem Panbe gab es foldje; fo fiube id) B. in bem ßrbuertrag ber Briiber Hennete, ßmefc unb Oswalb »on Sepeftcbt oom 6. SDJai 1596 bei bem abeligen Hof in Ottenbiittel als Bauten einer SBiefe bie Be-- jeiepnung „Hoppenpoff." „®enu felbft ber 9lbel," fagt Biernapfi, „»er- fepmäpte bas einträglkpe (Mcjdjäft bes BierbranettS fctncSwegS, unb es gefd)ap 1402 in einem benadjbarteu Staate, baf; ber ^iirft ben Bittern mepr Bier als für ben Bebarf ipreS Hofes ju brauen »erbot, weil 3n= buftrie unb Borrecpt ber Stabte jonft baburd) beeinträd)tigt würben." Sn Stiel gab eS beftimmte Borfcpriften über ben Berfauf beS H°Pf cn ^ (mitgeteilt in ben Saprbücpern für üanbeSfuube, Banb 9, 29) jd)oit im 13. Saprpunbert. Sn Bier würben päufig 9lbgaben entrieptet; nad) ben alten 9lmtSrolIen ift eine gan^e ober palbe lotute Bier ein gewöpnlicpeS Strafmaß ; in maitcpen berfelbeit, wie aud) in (Milberoden, finbet fid), felbft uod) im »origen Saprpunbert, bie Beftintmuug, bap berjenige, weldjer bei ben ^ujammenfünften mepr Bier »erjepüttet, als er mit bem gup bebecten mag, in eine gewiffc Strafe oerfallen fein füll. Bon bem in unferm Pattbc gebrauten Bier patten bejoubern Buf Saß bagegen ba$, ma* iieinridi tHanßau ans eigener S'unbe mitteilt ober au« ben Witteilungen »on geifgenoffen jetjepft, fepr wertuoU ift unb wohl »erbiente, burd) eine Überfcßung ins Xcutfdic in weitere St r eile uerbreitet ju tuerben." Xcnt fanit id) nur bestimmen. S |unr l)«t fdjon $>. 'Bterna pri in bem Schleswig-, < po(ftcin>fiaucnbitrgifd)en 'Holfsbud) für 1 f*44 in bem Dluffap „SdilcSwig-fiolftein uor 250 gapren" bao .vtaupl- fädjlidiftc barauS tuiebergegeben ; aber baS genannte 'üud) biirfte nur wenigen ju- gänglid) fein." Wir fdjeint „bie .Primat" ber geeignetfte Crt für bie Seröjfcutlidjung einer neuen Überfepung biefer unferer ättefien Panbesfunbe ju jein. ifofc Slättcr (iu? ber Siiitlurgridiirftte iinfcrtr \ioimot. UiJ baS Hamburger unb baS ßdernförber, mährenb fjcinrid) $Ran|au baS tRenbsburger als mäjtig bezeichnet. SejottberS bas Hamburger Sier lobt er jel)r. ©erabc bie 9lljter, behauptet er, enthalte ein wortrefflidjcs SBaffer, um Sier barauS ju brauen, unb in einer Sdjrift über bie Se= Wahrung ber ©ejunbhcit (oergl. Siernagfi a. a. C. <3. öö) lägt er fid) folgenbermajtcn aus : „XaS Hamburger Söier, aujtcrbent bajt eS uns mof)l nä()rt unb roärmt, l)at and) eine gnnj bejonbere ,'peilfraft wegen beS baju gebrandeten §opfenS." 3n feinem (leinen Slufjajj „9iürffel)t jum 9llten" führt Sicrnapfi nod) folgeubes Urteil eines berühmten iHcd)tS= gefeierten, ber jugleid) Xidjter mar, an: „Xas eble Ijodtgelobte SBeijcii’ ober weifte Sier, jo in .'Hamburg gebrauet toirb, l)at einen lieblichen, guten unb angenehmen ©cjdjntarf, im Sfnfangc füge, aber Ijevttad) geiuiutirt cs allgcntad) einen weinlidjen 9tad)jd)macf. genier jo hat es au ihnte oiele Subftanj, reiche 'Jiahruuge unb genugjameS 9hitrintent unb nimmt ber iUfenjd) an feinem ücibc mohl jtt; es ntadjet gut ©ebliite, man frieget and) baoott eine jcf)öm* garbe, benu mau finbet unb fiefjet zu Hamburg täglid) nid)t allein gar fd)öne unb jeine grauen unb guug- jraueti oon gnrben, jonbertt auch Ö flr Oerrltcfjc unb woljlgeftaltete feine junge ©ejellcn unb ÜJlättner. Xi es Sier verlieret jeine Straft halbe, Wenn cs alt roirb, wie alle aitbcnt ©ei, tendiere tl)un, unb mähret tiidjt lauge. 83 ift attd) eine jonberlidjc ©abe ©otteS, bah einem oon biejent Siet bas ,§aupt itid)t melje tl)uet. ßubeme, menn man jid) bamit tuäjdjet, jo madjt'S nicht alleine eine gute, natürlidjc garbe, jonbern and) eilte gelinbe, jaubere unb reine .fpaut." (Schluff folgt.) |lidttfciev. Sion Ci. Siebte in Scirgleljcibe. Sinige Xage oor bem fRidjtfefte, baS attd) „DJidjcrlöft," „9iid)tbeer" genannt mirb, lieft ber Bauherr bttreh bie Sittfrau zu bem iKidjteu beS neuen Sattes in bem Xorf anjagen ttnb ju bem SRidjtjchntauje einlaben. Xas Slufftedcn eines uott 5 ßimmerleutctt ettoa in 6 Söodjen uerfertigten (SidjeunerbaubeS erforberte 20 — 24 Storni. Sei einem grojten Saue bauerte bas 91 uf [teilen 2 Xage, oon benett ber legte ber ^aupttag tuar. 91 m 9lbettbe oor bem SJidjttage famett bie Stuedjte beS Xorfes jujamnten um unter 9luffid)t eines gimtitermanncS bie ju bem ipoljoerbanbc er= forberlidjen $flödc ju jdjiteibeu. 9tocf)barn unb Serwaubte jdjidten ber grau beS Sauherrn SWild), Sutter, 8ier, kühner unb geinbrot. 9ladp bem man baS ©tätibermer! aufgeftellt unb bie Salfett gelegt hotte, mürbe mit bem erften Sparrenpaare ein ßimmermatttt, ber auf betn Äehlbalfen („.’pahuenholt") jaft ttttb bie erfte Serbanbslattc („3d)tuet," „Sdjwep," Digitized by Google f>4 ©• Siebte. „Sdjmöp") au beit Sparren jit nageln Ijatte, in bie Ijpötje genommen. Sßar ber ®au aufgeridjtet , fo legte mau über bie beiben ftctjlbalfen, meldjc bem ©iebcl am nädjfteit tagen, mehrere’ Bretter, bie ba« ©erüft für ben Sprecher bitbeten. Ter Sprecher mar cntmeber ber ®aumeifter< ober ein Oiefelle. Sieben bemfetben ftauben mättrenb ber Siebe bie übrigen Zimmerer, non bcneit einer eine oolle ®einfla)d)e unb ein leeret @Ia« in ber .fjattb fjatte. Ter Sprecher tjielt mäfjrenb be« Sieben« in feiner linfcu £*>aub bie Strone. Tiejetbe beftonb au« 2 gner iibereinanber gelegten Ärättjen, burcf) bereu Witte oon unten na di oben ein tanger ^otjjdjaft ging. Sin bem oberen Snbe be« Sdjafte« fafj ein rote« lud), in ba« ber ®anf)err ©elb (3— <> .W.) gebuubeu Ijatte. Statt ber Strom*, in ber f)äufig Söud)«bauttt, ÜBaucrrofen, 'Jiarjtffen ,pt fiuben toareu, biente mitunter ein grüner Söirteujmeig. — ®ou beit Sieben, bie bei ber SHidjt feier gehalten mürben, fei fotgetibe mitgeteilt. 'Jüfeitieit Tieitft uttb ötrujj beit Herren unb Leuten, Tie miter mir fteben unb feben an beute, Tab biefer Stau, ben tt'tr haben gemacht Wliictlicb nt Gnbe oebracbt. Ta« böchite Jiaupt, be« Staifer« Wut, Ten Wott erhalt auf feiner £mt, 3a, alte Jiirfien, Wrafen unb öerr’it Ta« ehrbar’ 3itnmerbanbroert nicht fbtmett entbehr’n. Watt grüft eudj alte inegemein, Tie ihr atlhier »erfamnielt fein. Stauen unb 3 u >tgftaucn, gmit unb Kein, Sotten alte »on mir gegrüfiet fein. ÜJteint’ ich ein’ unb bie auberc niibt, 2Bär’ ich ein rechtfchaff’ner ftimmermann nicht. Sßir haben beut’ burcb Wotte« ®üt’ nnb ÜJIacbt Tiefen ®au auf’« hefte inftanb gebracht, Sßeltber au« rauhem &otj getimtnert warb 3tt biefcm inftehenbeu Slrbeitejahr. Tiefer Stau ift toohl oerfehen mit Schmetten unb 'Pfoften, G« mirb unfer’m öauherrn ’ne Wabtieit foften. Bauherr, ich frage Sic an« freiem, frifchent 'JJInt, ilSMe 3h«en biefer Stau gefallen thut? Ter ®autjerr gab bie Jlntmort, baff ifjm ber ®au gefalle. tpier= auf fagt ber Siebtier: So gefallt er l'leiftern unb Wefellen au* rcohl, SBeit er fo geraten ift, mie er fein folt. Weiftet nnb Wefetten haben teilten Steift baratt gcfpart, Digitlzed by Google Sidptfeier. 65 ®efcf;icf unb S dp weih haben ftch wobt gepaart. Kn .ftolj unb Krbeit, fo wie matt Hebt, Iwan ijl gar fein Mangel nicht. lab fiotj ift perfertigt unb auch aufgefteiit, So bah eb allen unb jebem gefällt. ©eil nun ber 'Säubert felbft tbut fehlt, Iah bicfcr Bau ganj wohl tbut fteb’n, So bitt’ icb nocbmalb ebne Befcbroerben, Stich eimpeitig anjuipören. ßerr Sott, lu Schöpfer ber gaujcu ©eit, ler lu burch leine Stacht alle« erhältft, lu tpolleft biefeit Bau erhalteu Jn ©nab' oor Jeuer unb anber'n Schaben, Bor .öagel unb grohem Ungeioittcr, Iah er baburch nidpt fall’ nieber, Bor Blaffer unb auch Por bem Branb, Igju unfer ganjeb Baterlanb. lu wolleft unferm geehrten Bauherrn geben 6in gefunbeb unb langeb Sehen, Such feiner jfrau unb feinem Sinb Hub allen, bie ihm angebörig finb. C^in Sintmennaun bin ich genannt, 3* reife dürften unb Herren burch’e Saitb, laofelbe mit ffleift recht tu befeh'n, Iah icb bereinft möchte befteh’n. ©enn idb hätte aller Jungfrauen ©unff, Klier Steiftet ihre Sinn ft, 'Klier Siinftler ihren ©itt, lann wollt’ ich ein fiaiib bau’n auf ’ne Kabelfpit)'. ©eil ich baefelbe aber nicht wobt tbun famt, So muh ich bauen auf einen guten unb feften Blau. ©er ba Will bauen auf ©affen unb Straften, ler muh einen jeben tönnen rebcn taffen. Inrauf fcbmeeft ein ©läftben ©ein, Samerab, fcheitfe einb ein ! 'Jtad) biefeit ©orten jdjenftc her ^imtitermamt bas ©Inb, mast er bei fid) Ijattc, uoll ©ein unb gab eb bem Spredjev, ber e* mit feiner redjten .fjuinb feftf)ielt unb folgenbe« jprad): Bauherr, icb bringe Jhnen aue Sieb’ unb Suft, 'Jitcfct aus fninger ober grohem lurft, Sicht ans 5ah ober 9ieib, Digitized by Google 66 ©. Siebte. 3Rid|tfeier. Sonbertt aus Sieb’ imb firenublidifeit, Sind? auf hieügcr ©err’n Wefunbbeit unb fämtiicber Seut’, Tie unter mir flehen, ein Sebeborh- — Sioat ! ©urra ! Ta« purra würbe uon allen breimal gerufen. Dlun trattf ber ÜHebiier 3Bein an« bem wollen ©lafe, reichte ©la« unb tflüfdje beti anberen ^immerleutcn unb warf, wenn alle gctrunfcu tjattcn , ftlafdjc unb ©la« auf bie (Srbe. Tie ÜKufifanteu, uon bencn gewölptlid) nur ein pornift, ein ©eiger unb ein Pfeifer auf bcin fßlafce waren, fpiclten auf. Tarauf fut)r ber DJebner fort: Sin ^immerßefelle bin ich genannt, Tiefen Straub habe iib in meiner ©anb, SEBeldjer ift gar biibidj imb fein, llnb 9io«matien finb barein, Tatan ftedt ein ’Sliimtein gut, Ta« bienet mir an meinem ©ut, Ta«fdbe will i mcifter pflegten red)t« unb littf« oon iljm ju fifcen. Sluf bem Tifdje befanben fid) biejenigeu Speifen, bie bei podföeiten gang unb gäbe waren. Sind) bem Sffen begann ber Tanj. Um 9Witternad)t befanien bie ©üfte fiaffee. patte ber Sattljerr fid) geizig gejeigt, fo nagelten bie Sauf)anb= werter mitunter einen alten Sefeit an ben neuen Sau. SJJati wollte burd) ben Sefen ju erfenuen geben, bafe ber ©cijljaf« Uugliid oerbiene. Digitized by Google Gmtl ^ortjen, Überficht ber in bcn Olfab. Jpcilanftalten in Siel t -8ct)anbelleu je. 67 äberfidit bcr Umhrenb ber Jahre IS;)."» — 1891 in bcn JUntb. Jjcilanataltcn injliel Jlehanbrlten nnb bcr 'iEcilnchmcr am klinischen Unterricht. 1 ) Julie , 1. Ülicbici uifcke Stlinif. II. (Hiiru gifdic itlin r* tr) er. «8 III. .ftcb* ammen^ üeliranftalt. IV. 9lugen> Stlinif. ') ( S*rti 18*i7 be- ionb. ßffütjrti V. gakn Mimt. Seit 1884.) Vl.Clireio Stlinif. (Seit 1K8H.) beite. j$örer. . 5. | ® beltr. «St s. *1 ftßrtr. 6. Ss? SBröau- beite. £örer. *1 ■Obrer. ©.. : m £ « »I .2 2 1855 2715 22 i 22 850 20 10 152 19 8 Bu un- 1855 1450 10 14 777 20 17 174 17 17 n-iH’l- 1857 1718 12 16 717 ii 0 156 1 1 5 mäjlg 1858 1555 15 9 769 16 10 1.30 14 10 «Uljf. 185!) 1927 8 10 ‘J97 11 14 140 10) 9 führt. 1850 2217 12 10 1140 12 0 142 10 11 1851 2142 11 13 1.320 14 1 1 1 16 0 0 1852 1749 11 0 1560 — — 120 10 7 1 855 2152 21 20 171.3 20 17 151 12 9 1854 2182 16 24 16.32 18 21 182 9 15 1855 3083 27 24 1990 28 32 187 16 16 1855 3160 27 33 2446 31 25 202 1857 3285 45 32 1782 37 27 183 14 18 1235 1858 3502 29 30 1607 ,3.3 32 156 22 21 1595 185!) 3422 34 26 1782 26 41 130 20 21 1927 1870 2139 39 — 13.32 - — 160 11 - 1420 1871 20! '0 19 28 1608 — 151 11 23 1819 1 872 1022 43 35 1649 41 .30 163 35 32 2340 1873 1744 32 33 1874 26 34 1H0 24 24 2000 1874 1563 26 28 1705 28 .31 195 22 25 .3211 1875 1775 33 31 1681 31 37 178 16 20 ,3183 1875 1832 45 33 1 785 10 34 218 20 26 3447 1877 1557 32 32 1743 35 27 24.3 32 20 3413 1878 1818 32 30 1479 38 31 226 21 24 3270 1875 1653 30 30 1453 50 48 264 21 20 3019 1880 2041 53 . 45 1511 11 .31 279 40 24 3223 |8M 2315 48 ; ;(5 1648 41 31 162 34 27 1882 2093 46 43 1892 .30 81 148 34 22 3084 1 88:1 1055 1729 48 .32 150 28 10 3660 1884 1024 13 67 1628 59 44 175 42 33 .3566 436 4 1 1885 5103 83 63 1301 84 58 189 5 1 53 .36.32 445 4 4 1885 5357 06 86 1 100 8.3 70 207 04 65 3491 l| 340 3 — 1148 278 1887 5272 88 70 1744 101 68 248 100 58 387G ii 300 4 2 1172 322 1888 5039 0.3 *2 1 165 10.3 ,1 228 7 4 63 4317 .305 1 1 1309 377 188!» 7551 11.3 74 2011 106 75 265 07 70 4669 388 5 7 1408 348 1800 5492 108 70 2170 82 71 217 08 68 4121 611 17 10 1473 .312 1801 6971 95 | 75 2779 101 84 .3.38 88 -80 4318 710 12 11 1511 302 ’) Xe« ntir für biefen Seil meiner Arbeit über bie Slfabentifchett .ycilnnfialtcn jugemiejenen ichv bcfdjriinttcn SRnumeö wegen mar eS nickt möglich, fpejieftere, menn auch äufjerft intereijante ßahlen ju geben ; bie angeführten aber bürfen , ba fic ben offiziellen $erjeid)niffeii entnommen finb, 9lnfprud) auf abfolutc guberliiffigteit macken, ^pclmo l- r >. gebruar 1893. Gmil '.ßörffen. *) SBnfjrcnb her J(al)re 1855 — 1891 größtenteils» burck verrn ©eheimrat non Gö m a r d) fcfbft auogeführte Operationen: 185 01. Seit bent 1. Oltober Ihou ift bie Ülugcntlinit von ber Ghivurgifcfien Ätinif abgejroeigt. Digitized by Google 68 ‘■Mitteilungen. Jftitteihmgcn. ftunb einer Rctiticvftangr. 9lnt 14. ?luguft 1892 oertiefte ber 'Diäter ß. SooS in .'peilSljoop int «reife Stormarn ein in feinem ©arten gelegenes 28affertodj ttttb fattb babei bie rechte ©eweiljftauge oott einem 'Jlentier. Xurdj Vermittelung beS Seljrers Roljweber in 3&rpen ging biefelbe in meinen SRcfift über. 9118 bie Stange auSgegrabeu würbe, war biefelbe ganj weidj, an ber Suft ift fie Ijart unb feft geworben. 9lußer biefer Stange würben teilte weiteren Stnodjeit gefunben. Xie Stange ift waljrfdjcinlid) abgeworfen, weil unter ber Rofe nodj ungefäljr 0,5 cm beS RofeuftocfeS oorfjanben fittb, ttttb bas Snbe einen glatten Rrudj jeigt. Xie Rofe ift, wie überhaupt beim Rentier, and) bei biefer Stange nur jeljr fdjwadj. Xer Umfang ber Stange oberhalb ber 'Rofe betragt 8,5 cm. Xie Stange beftcljt außer ber ifjauptftange miss ber 9lngenfproffe uttb SiSjproffe. Xie Silben ber Jpauptftange fittb abge* brodjen uttb fo fefjr jerbröcfelt, baß fie nidjt mehr jufammen ju fetten fittb. Xiefc Stange mißt, oon ber Rofe bis jum Snbe ber Krümmung ttaeß genteffen, 65 cm; rechnet man für baS fefjlenbe Snbe 15 cm, fo wäre bie gan^e Stange 80 cm lang gewefen. Seiber ift bie Stange 24 cm oberhalb ber Rofe biircf) bie UnfenittniS beS 9lrbeiterS, welcher baS ©eweilj für eine SBurjel htt’lt, bttrdjgebrodjcu. Xie 9lugcnfproffe ift ebenfalls abgebrochen uttb mißt ber Stummel 17 cm, baS abgebrodjette Sttbe fehlt. Xie SiSfproffe ift 39 cm lang; turj oor bem Sttbe wirb biefelbe etwas breiter unb etibet itt 3 Sttbett. 9lttdj biefe Sproife ift 26 cm oon ber $auptftange entfernt abgebrodjen; jebodj ift baS abge= brochene breite, fwnbförmige Stücf nadjträglidj itt ber ausgeworfenen Srbe aufgefuttben. Sntereffant ift and) bie Lagerung ber Srbfchichten, weldje bei ber geringen Xiefe beS SodjeS oon nur reidjlidj 2,5 m burdjftodjen würben. Xie 'Dluttererbe ift ungefähr 75 cm tief, fobattn folgt eine jweite Sdjidjt, weldje fehr oiele Sdjitcdew uttb SRufdjclfdjaleu enthält, fogett. graue Seber. Xarunter liegt eine 5 cm biefe 'Dfoorfdjidjt. 911S oierte Sdjicht folgt fobattn eilt fetter gelber Seljnt, weldjer 40 cm bid ift. Sn biefe Sdjidjt eingebettet lag bie aufgefunbenc Stange, welche alfo ungefähr 1,5 m unter ber Srboberflärije gelegen IjQt. SS folgt als fünfte Sdjidjt aber- malS eine 'Dioorjdjidjt, weldje Vaitmrefte enthält uttb 65 cm mädjtig ift. Xarunter folgt ber blaue Sehnt, weldjer nodj ungefähr 75 cm auS> geljoben würbe, ohne biefe Sdjidjt ju burdjbredjen. Xie ÜRädjtigfeit biefer Sdjidjt würbe nidjt feftgeftellt. Strudborf. «. ffiatf. Digitized by Google Mitteilungen. ß9 Bvnuntot)lenfunb bei iHcnDÖbuvfl. Sei bcu Bohrarbeiten, weldje in ber Üiätjc BorgftebtS für bic ftäbtifdje SBafferteitung gemacht werben, finb oor furjeni einige Stüde Braunfohle and einer Eiefe uon 19 m beroorgeljolt worben, ©enauereS barüber wirb erft bei weiteren SluS* hebungen ju erfahren fein. §. freister. UÖer befi^t noch eilten Seering ? 3u ber Sipung bes naturwiffenfehaft* lidjen BereinS am 16. Januar b. 3. erwähnte tdj eiited Meinen SnftruraentcS, welches unter bem -Kamen „Seering" befdjrieben worben ift. Kad) ber S(nfid)t jweier Sdjriftfteller (Breufitig in einem Sonberabbrud eines BortrageS in ber 63. Berfammlung beutfdjer Kamrforfdfcr in Bremen; ©eieich in ber in Hamburg erfdjieneiten StolumbuS=3eftfd)rift) follte nämlich bieS Snftrument in früheren feiten $um Webranche ber Schiffahrt (Sonnen* höhenbeftimmung ?) gebient hoben. 3d) höbe feine ©elegenheit gehabt, bie beiben angeführten Sdjriften einjufefjen. Eod) wirb oon anberer Seite ber angegebenen SInfidjt wiberfprod)en uitb behauptet, baS Snftrument fei etwa in ber $eit um 1<840 hier im Staube, namentlid) in ber Sßropftei, uerbreitet gewefen uub habe als transportable Sonnenuhr gebient. Eiefe Slnficpt würbe oon mehreren SKitglieberu beS BereiuS beftätigt, welche fid) erinnerten, in ihrer 3ugenb joldje Snftrumente gefeiten ju hoben. Eie Einrichtung bes SnftrumenteS ift folgeube : ßwei Meine iibereinanber brehbare SKetallringe oon etwa 4 cm Eurcpmeffer liegen iibereinanber, ber eine trägt einen in einem feinen Siodje eitbigenbe Siegel unb eine Stunbeneinteilung, ber anbere bie ÜKonate unb äbteilungeu berfelben. Beim ©ebraud) würben bie Biitgc, nach Sinftellung bes Siegels für ben betreffenben SDionat fo gegen bie Sonne gewenbet, bah boS Sonnenlicht burd) baS 2od) fallenb auf bie ©tunbenteilung traf. ES wirb behauptet, bah früher bie Arbeiter auf bem Staube folche, nur wenige Schillinge foftenbe „Sonnenuhr" fef)r allgemein benupten, um redjtjeitig nach fpaufe ju gehen. 3a, eS foll baS 3nftrument fo oerbreitet gewefen fein, bah bie Siinber auf ber Straffe bamit gefpielt hätten. 3d) befitce ein ähnlid)cs, nur in einigen Stüden oeroollfommncteS Snftrument oon gröberen Eintenfioncn. höbe aber nicht ermitteln föituen, aus welcher ßeit eS ftammt. Kart) ber medjauifdjen ülrbeit ju urteilen, würbe id) glauben, bah onS ber Slfitte beS oorigen SahrljunbertS herrührt. SMS Berfertiger hot fid; E. ÜJlep eingraoiert. Sparen wirflid), wie eS idjeint, bie fleinen „Seeringe" fo oerbreitet, fo wirb bod) wohl baS eine ober anbere übrig geblieben fein. Es würbe mir fehr lieb fein, ein foldjcs ju erhalten, uub fpreche ich * n biefer weit oerbreiteten geitfdjrift an Befiper eines „SeeriugeS" bie Bitte ans, mir einen foldjcu pfommeu ju laffen. Stiel, 26. Februar 1893. B l 'of- Dr. ©. Starften. Digitized by Google 70 SOtitteitungen über lanbtSfutibUdje Pitterahtr. Jftitteilimgcn über lankslumölichc pttmtur. SH. SDlejborg, Cm StjgningSffiffe i ©lesoig. Üjobenljaoit, üdjntaun «St ©tage, 1891. 32 ©. 4°. 1,50 Str. — 1,68 .St, SR. 'JHejborg, ©Iegoigffe Sonbergaarbe i bet 10be, 17be og 18be Slar- hunbrebe. Stjobeuhaim, fiefjmamt & ©tage, ca. 9 Sieferungeit, ä 0,75 ©re. 1892. 4°. Sin feljr mistiger Seitrag jur l'attbeifuitbe. Der bänifdje Slrcfjiteft uub Strdjäologe ÜJlejborg giebt in ber 1. ©djrift einen reidj illuftrierteii Sortrag, eine flirre Darftellung ber oerfdjiebenen Sauftile im .^erjogtuni Sdjleämig; auöfttfjrtirfjer bcljaubelt er bie ocrjdjicbenen (SSiebelfdjnturfe : bic Sjlferbeföpfe, bie frenjmcije gefteüten .’poljpflörfe mit aufgeftellten ©raäbüfcheln nnb beit „,'pu«braub," bie lotredjte, oft Ijiibfd) »erjierte ©tauge, bie toir in SRorbfdjleSmig, auf ^eljmaru nnb mifjerbcm häufig in Sontholm nnb ©iibfd)ioeben finben. Die 2. Sd)rift bel)anbelt nidjt nur bic Saucrnhäujcr, fonbern and) bnS bäuerliche Sieben ber betreffenbeit 3al)vf)unbcrtc in eingetjeuber SSeije. Kirchen nnb ©djlöffer fiitb mieberljolt ©egenftanb ähnlicher ^Bearbeitungen getoefen, über bic Sauernhäufer, bie bodj rafdjer bem Untergang gemeit)t finb als jene Saumerfe, ift noch ft'iti jufammenhäugeiibeä Sßkrf erfdjicuen. SDlejborg l)flt nun in ben Slrdjioen ju ©djleämig uub Kopenhagen forg- fällige Unterfudjungeit über bie bäuerlidjcn Serfjältniffe früherer $cit angeftellt, überall au Ort uub ©teile bie erhaltenen alten '-Bauernhöfe unterfudjt uub giebt uns in anfpredjenber Darftellung uub oor^üglidjeu Slbbilbungen bie Srgebuiffe feiner Forfdjungen. Der 'fireisS beS Söerfeä ift ein spottbilliger, ba ein Deil ber ftoften oou bem bäuifdjen ©taate nnb norbijehen ©efeUfchaften unb Stiftungen getragen tuirb. — SÜRejborg behanbelt ^unädjft F c h nuin1 / wo mir menbifdjc Dorfanlagen, fädjfifdje Sauernhäufer mit einigen Slbmeidjitngen oon ber anber^mo üblidjen Sin- richtung finben, bann ©übfdjlesmig, Siberftebt mit feinen „.'peubergen,“ bie friefifdjeit 3nfeln unb bas friefifdje ffreftlanb, Singeln, SRorbfdjleSroig. Die Uitterjchiebe ber Dorfanlageit unb ber Sauart in biefeu ©egenben merben and) einem flüchtig Durdjreifeitben auffalleu. Die Sitteratur ift in ber erften ©djrift auöfüljrlidj angegeben; in ber jmeiten mol)l aus SHürffidjt auf ben 3mctf, ba baS SBerf ein Familien- buch werben foll, meiftcnS meggelaffen ; Ijoffcntlid) mirb fie hier in einem Slnhauge folgen. 2Bir möchten bas Söerf nidjt blof; benen, bie bättijdj »erftehen, fonbern auch <*Hen, bie fidj einen trefflichen ©djmud beS Jyantilicntifdjcä anfdjaffen mollen, au§ bem fie fidj über bie .üeimat burdj Slbbilbungen nnterridjteit tonnen, angelegentlidjft empfehlen. Digitized by Google Mitteilungen über (anbeätunbficfie öittcratur. Biidjcrfcfjaii, 71 Sollte nidjt bie Verlaglbudjljanblung autf) eine beutjefje Bearbeitung bei 2. BudjeS öeranftalten ? ©lau füllte beulen, baff el in Sdjlclmig: föolftein tueite Verbreitung finbett werbe. Von biefetn Vierte wirb ltod) ein 2. unb 3. Baub erfdjeiuen ; jener füll Sänemarf, biejer Norwegen unb Sdjwebeu beljatibeln. Glbelloe. Di. § an feit. ^üdicrfdian. .fjaal, Vrofcfior Dr. .f). Dlitl ber Sturm« unb Sraugperiobe ber ®rbe. Stilett aus ber Sntmitfelunglgefdjidjte nuferes Planeten. ©rftcr Baub. ©fit 55 SIbbilbungen im Xejrt. Berlin, Verlag bei Vereins ber Büdjerfrcuubc, 1892. 317 S. fl.‘ 8 °. ifireiS geb. M. 4,75. Begeiftcrung für bie beutfefjen Sidjtuugen, twn ber audj biefel Buch mandjel berebte ffeugnil ablegt, Ijat bett Verfaffer jur Vialj! biefel litell oeranlafjt. Sinb bodj bie Vorftclluugen oon gewaltigen, nrplö^licf) Ijereitibredjenben, bal oorljanbene organifdje Sieben mit einem Schlage jerftörenben unb fomit fefte, beutlidj wafjrneljmbare ©renscii jwifdjen beit aufeinauber folgenben geologifdjcn SfJerioben ergebettben Äataftroptjen all au! ber ©eologie oerfdjwunben anpfel)en, unb an bie Stelle ber« felbcn biejenigen oon Sdjwanlungen, b. lj. allmäljlidjeu Veränbernngen, getreten, wie wir fie uodj beutjutage 31 t bcobadjteu in ber Sage fiitb! Sie eben gelennjeidjnete moberne Diidjtung ber ©eologie nimmt baljcr ftetl bie geograpljifdjcu (Srfdjeiitungeu 311 m Dlulganglpunfte, um mittelft berfelben bie geologifdjen 311 erflären. Vier bie ©iangclfjaftigleit unferer Äenntnil ber geograpfjifdjen Verljältniffe bei ©rbball! — weite Streden finb felbft nid)t oon bem gitfje eine! gorfdjunglrcifenben betreten — berüdfidjtigt, wirb baljcr bem Verfaffer 3 nftimmen, wenn er im Dlngefidjtc ber grofjeit ff idle einer befriebigenben Siöfttng Ijarrenben Diätfel bal Diefultat 3 ieljt: „2Bir wiffen nidjtl." Diadj foldjem Befenntitil braudjt ber Verfaffer nidjt, wie oiele populäre Sdjriftfteller, 31 W Verljerrlicfjung ber SBiffenfdjaft, ber er bient, fjtjpotfjefeit all erwiefeite Sljeorieen bar« 3 uftcllen ; itjm lann all alleiuigel Sicitmotio bal Streben tiadj Sarftelluug ber Viafjrtjcit, foweit fie bem menfdjlidjen ©eifte gegenwärtig erfdjloffen, bienen. Sajf nur biefel Streben beu Verfaffer geleitet Ijat, be 3 eugt mandje Stelle, befonberl in bem 3 Weiten Dlbfdjnitt. 3m erften Slbfdjnitt erörtert ber Verfaffer 3 unädjft bie oulfanifdjeit ©rfdjeinungeu, beiten allein 144 Seiten gewibmet finb. Diidjt nur bie gegenwärtig tljätigen, foitberu and) bie erlofdjeneu Vultane, ttidjt nur bie Vullangruppeu Europas, jouberu and) bie 311 m Seil in Stetten an« Digitlzed by Google 72 ®äd)trfdjau. Anfrage. georbneten Bulfane ber übrigen Kontinente werben djarafterifiert, um bie Unterlage für bie Befprediung ber oulfanifchen Srfdjeinungen 311 gewinnen unb fo eine (Srflärung ber (Sntftefjung ber 3 J?affengefteine zu erhalten, hiermit ift ber Übergang jum jiueitcn, ba« Baumaterial ber (Srbe unb bie basfelbe umwaubelnben Strafte bebanbetnben Slbichnitt ge- gegeben. Wad) ©djilbcrung ber wichtigeren ©efteine unb ber Slrt ihre« Stuftreten« wirb bie gcologifd)e SBirfjamfeit bc« Söaffer« im ffüffigen unb fcften 3 uftanbe gefd)itbert, wobei befonber« auf bie Stateritebilbung, welche neuerbiug« oom Bcrfafjer mit herangejogen ift, bie ©ntftefjung ber biluriaten Slbtagerungen in Worbbeutfdjlanb 311 erflarcn, oerwiefen werben möge. 3 it einer Sdilufibemerfung wirb mitgeteilt, baß bie gort- febuug u. a. bie geotogifd)e Bebeutung ber Stuftftrömungen unb be« orgatiifdjen Sieben« unb bie ©ebirg«bilbnng beleudjten wirb. Söegeu ber methobifdjen Durcharbeitung ift bem Bud) eine weitere Berbreitung 311 wünfd)en, ba e« nor allen Dingen geeignet ift, Ber ftänbni« für geographifdje Borgänge 311 oertiefen. Stiel. Sl. B- Sioren jen. Anfrage. Sann jemanb bem Unterzeichneten 3 lu«htnft bariiber geben, ob bie ©efidjterbobne nocf) irgenbwo hier int Staube gebaut wirb, womöglich eine B r obe baoon ein)enben? Brof. o. gijcher-Benjon, Siel, Dammftr. 18 . Ditvfchu^SluÖftcUuug in Schleswig. Der Unterzeichnete Berein wirb mit ber oom 26 .- 28 . 9 Wai b. 3. in ®d)Ie«wig ftattfmbenbeu @e- flügelau«ftellung eine @ef amtau«ftellung aller auf ben Dierfd)up bezughabenben © egenftänbe oerbinben. Der Berein hofft baburd) ber Dierfdgißfadje neue greunbe 31t erwerben. ©oll biefe« ßiel erreicht werben, fo ift bie thätige SJlitljülfe ber Brüberoereine non Böten. Sille greunbe be« Jierichupe« werben baljer gebeten, ben untcrzeid)ueteu Berein burch Wat unb Dtjat bei bem ge- planten Unternehmen unterftüfcen 311 wollen. Slnmelbungen 31er Deilnahtne an ber Slu«ftellung werben fd)on jept entgegengenommen; bie näheren Bebinguttgen tönneu ben 3 lu«= ftellem erft bann mitgeteilt werben, wenn ba« Brogramm für bie ©e- fliigelau«ftellung feftgefeßt ift. Der ©d;le«wiger Dierfchußoercin. 'fruef non Ä. 53. Jtei'fen in Mid, Slorflabl ». s Jieue 9Jfttgliet>er 1. ©pren«, Seprer, @r. ■ Offenfetp fr. Sarmftebt. 2. ©Iber«, Seprer, Steinftr. CO III, ©liona. 3. ©ubrefen, iieljrer, ©abenpolj b. ©elting. 4. ©«muffen, Seprer, ©elau b. ©ornpöoeb. 6. ©pe, ©aftor, ©rojjentoiepc. 6. ©atp, 9!., Seprer, Soren pr. Süberbrgrttp. 7. ©äpr, S., grl., Seprerin, ©orort £oel- gönne 39, Altona. 8. ©ang, Seprer, fiolm b, ©orbutg (©Ifen). 9. Bauer, Siebter, 9leu-©efenporft bei ©eeft- pacpt (Elbe). 10. ©ait«, Seminarift, Üterfen. 11. ffled I, Seminarift, Sonbern. 12. Seif U, 13. ©etfmann, Siebter, SBinbbergen bei ©telborf. 14. ©eeden, Seminarift, Üterfen. 15. ©epnte, Siebter, Sdgoarjbocf bei Stoben* felbe ($olftein). 16. ©eprenb«, C igarrift, ©uboto, Streik ^erjogtum Sauenburg. 17. ©enfitt, Siebrer, Söenbtorf bei Sabö. 18. d. ©ergen, Seminarift, Üterfen. 19. ©ernbt, Siebrer, Jpelgolanb. 20. ©ernbarb, Seprer, EffebüD pr. ©lönfcbüH. 21 . ©ernparbt, Cberleprer, Solingen, ©rüber- flrafte 38. 22. Slund, Sebrer, ©rofj ■ #önig«förbe bei (Siettorf. 23. ©oodpolp, Dr. med., SBebel. 24. Dr. ©opjen, ,'panbeletammerjetretdr, Stiel. 25. ©raren, Seprer, Sunbenberg bei fiattflebt. 26. ©rebe, Seminarift, Üterfen. 27. ©rebtmeber, Sebrer, ©renbftrup bei Stamm. 28. p. ©reinen , tpofbefiper, ftrondmoor pr. 3S e boe. 29. ©rij, Sebrer unb 3n|iitut«' ©orfteper, Scpioarjenbet in Sauenburg. 30. ©roberl, Seminarift, Segeberg. 81. ©uibarb, Stüfter, Ofterlügum pr. ©otpenlrug. 32. ©ufe, 3- ®-, ttonjul, tpelgolanb. 38. ©ntenop, Sb- Siofbefifer, ttrondtnoor pr. 3pppoe. 34. ©utenjd)ön , Sebrer, Jpapnentamp bei iporft i. $. 85. Callefen, Sebrer, Stübbet bei ©pentabe. 36. Earften«, ©rupft a. ®., Sonbern. 37. Earfien«, gr., Seminarift, Sonbern, Stpiffbriide. 38. Earften«, ©{., ,\iofbefiger , ftrondmoor pr. 3&tboe. 39. Epriftianfen , Sebrer , ©prenoiöl pr. Cprftebt. 40. Epriftianfen , Seminarift , $aber«teben. 41. Epriftianfen, Sebrer an ber ©iittelfcpule, ©inneberg. (gortfepung folgt Siel, ben 27. gebruar 1893. 42. Cölln, ©räparanb, Sdernförbe. 43. Eombübr, SabafSarbciter, ©orbp. 44. Ereuj, ©potpefer, Softlunb. 45. Sammann , Seprer, Sipaucnburgerftr. 110 II, ©itona. 46. Sanib, Sepret, SBeibenftrafje 67 III r., ©Itona. 47. $elf« I, Seminarift, Segeberg. 48. Sittmann, Seprer, ©lanfenefe. 49. Sooft, Seprer, ftjär bei Sonberburg. 60. Stofe, Seminarift, ipaberäleben. 61. Eber«, SRentier, ©arber pr. ©ortorf. 62. Sbfen, Seminarift, Segeberg. 63. Epricp, Seprer, ©orort Saprenfelb, ftireptmoeg 421, ©Ilona. 54. Enget«, Seprer, Äötpel bei Srittau. 65. Enlelmann, Seprer, Jpaoetoft (©ngeln). 56, Eoer«, Seprer, Soppienpamm. 67. gebbern, Seprer, Untereftr. 17, Siel. 58. gint, Seprer, ©lögeltonbern, 59. giftper, Seprer, ©rambef, Sfrei« ,'perjog- tum Sauenburg. 60. gotf, Dr. med. , ©prendböf. 61. grapm, Speijtroirt, ©Qee 86, ©Itona. 62. granjen, Seprer, Sdjmebagger bei ©oüetdleben. 63. griebritp«, Siofppotograpp, §elgolonb. 64. griebriipfen, Seprer, Sörup. 65. gülfdper, $., ©oftroirt, firondmoor pr. 3S«P<*- 66. ©abriel, Cberfeuertuerler, §etgolanb. 67. ©crling, Dr. med.. Elmdporn. 68. @ieft, SB., ©aftor, ©reitenberg pr. 3©©oe. 69. ©lidmann, Seminarift, Üterfen. 70. ©ottberfen, Seminarift, £>aber«Ieben. 71. ®öttf(pe, Seprer, glendburg. 72. ©rell, Seprer, CIbenborflel bei Sdfene- felb i. $. ; 73. ©ribbopm, Seprer, gteubenberg pr. Jpopenroeftebt. 74. ©rüneioalb, Seprer, ©orort Saprenfelb, Epauffet 36, ©Ilona. ; 76. fidnel, ©rof. Dr., ©ergftr. 2, Siel, j 76. tpaeiclerfcpe ©udjpanblung, Stiel. 77. Imgen, Seminarift, £aber«leben. 78. |>amann, Seprer, ©unfop bei ©Iberdborf. 79. jpanborff, Seprer, Eibelftebt. 80. Jpanborff, Sitpograpp, illavtendb., Jliel. 81. ftanfen, Seprer, ©rellum. ■ 82. Raufen, fjofbefiger, SJuburg pr. ©ülbe- rup-©au. 83. jpanfen, ©., Seprer, glendburg, St. 3opanni«-9ricibtpenf(buIe. 1 84. Dr, Spanien, Streidpppfifu« , ®tamm (Sd)le«niig). I 85. Spanien, ©aftor, ©eulircpen in ^olftein. \ 86. tpnnfcn, Seminarift, Segeberg. ! 87. tyarber, ©afttoirt, tpeiligenftebten. im nädjften .yeft.) ■Ser Sdjriftfüprer. Digitized by Google &0vbercituitgä alternfarriercn, »or allem auf bie ©oft» gebülfenprüfung , fomie uoUftdnbige 21u«. bilbung in ber Xelegrapbie. 3nbioibueHe Sebaublung jebeä 3ögling«, gefunbe Unterricht«. unb 'feobnrdume, gute Penfion, geroiffentjafte Seaufficbtigung, gün. füge fconorarbebingungen, ©ntritt am beften mit Cuartaläbeginn. _ 3rf)ult, iBorftefjer. JfrapnrDnöemmptnlt tu liiL Slnmelbur.gen jur Slufnabme Cfttrn b. 3. werben entgegrngenommen oon ftauptlebret 3- ftlo ppenb nrg. $)ie Naturalien« uitb ^e^rmittet-^aublung oon Wilh. Schlüter in Halle a. S„ iüudicrcrftrafic 9, empfiehlt ioraobl Wufeen, als auch ürtjr- inftituten, Präparatoren unb ©rioaten, ibr reichhaltige« Siager üon Säugetieren unb Sögeln, auegeftopft unb in Sälgen, Reptilien unb Jifeben, au«gcftopft unb in Sprritu«, ©ern in »ollen ©clegen fomie einzelnen ©remplaren, Sleftern, Sfeleiten, Sdjäbeln, öemeiben , |>aififd)gebijfen , anatomijdjen Präparaten, Snfeften unb SnieftenPermanb* (ungen , (Jruftaceen unb anbern nieberen ©eetieren in Spiritu«, (Xondpilien, Herbarien, Snftrumenten , Waterialien , @erät|d)aften unb ©jemitalicn jur präparation natur- biftorifdjer Cbjefte unb jum Jang oon 3»’ fetten, fünftlidjer Iter- unb Sogelaugen oon ®Ia« unb ©naide unb ftebt mit Preis* Berjeidjnifjen gern ju lienften. f)omüopatl)if(De ;Apotl)elw ftiel, ^oltcnauerflr. 8. — - Ki-onon - Apotheke, -r? Strjnei > Präparate unb \raii« • .Hpotbcfen. Siomöopntbifcbe ipanbbücber. Schnelle unb gemiffenbafte ?iu«[übrung aller Aufträge. Jür Dftent unb bie GonfirmatiotiSjeit ift bnö bcflc ©cfdjcnf: Kolhtiimr liiriitlidicr 'Salirlicit unü Ycbeii«iübcil uom Söanbäbcrfer 'Boten. jpcrauögcgcbcn oon paftor 4Ö. Reifer, brojd). 1.50 M., eleg. Snbb. 2 Jl. 3u bejieben burd) alle ©mbbanblungen. ftiel. h5. (Scfrtrbt, $erlng«bucf)f)aiibliing. Sjpebitiott: Siiftcr 9tof)>»er. Siel. SSaifenfjofftrafje 42. ' r ':V MÖÖMÖ Dererns 3ur Pflege ber Hatur« unb £anbesfurtbe &pvi£*#>efi Jnhalt 1. Cofr Blätter au* bfr ftulturgrfdiUfjtr unfern $eimar (Sdflufc). 2. Sie SRoore Stftleeroia-Jpoffirin*. 3. ftür ftreunbt brr SdimrttrrlinflSfuiibe. 4. Vfttteilungen. 5. Iflürfierfifjau. 6. Anfrage. Biel. Brntf poit 21. J. 3enfcit. aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaoaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa aaaaaaaaaaaaaai 2)er gefd)äft£fiit)reube s 2lu$fdmfj befielt jur 3m au$: ©i)mu(jfiaUel)rer a. ®. ftntf, Sorfi^cnber, Miel, Sdjulftrajje 14. .'pduptkbrer üannmticr, Scfjriftleitcr, .Wiel, yomienftrafce 59. $utiptlel)rcr Wirtmann, ©djriftfüljrtr, Wiel, WircfjtiofiaUee 28. .^auptleljrer 'J.Vtcvö, Waffenfü^rer, Wiel, SBaijenpofftra|e 4. (Bstte v&l ~ U>i?rrawmluus bei Hereins tur |3flege ber ftatur- nnb Jlanbesktmbe in Sdücstoig-iljolftein, Hamburg unb Lübeck am 2 3. 9Hai 189 3 (Anfang 10 Utjr donniitagS) in tttt Images -GDrtmung. I. (Vrlcbigung non 'Vcrcinoaitgclcgcnticitrn: ©ericüterfiattung , Sorftaubiroaljl, Sliitrag bei Sorftanbei auj (Srgänjung beiielben burd) ein fünftem Sorftanbbmitglieb. II. 'Vorträge: 1. Scrfcljriiocge unb biilorijdje Crtjcfjoften im mittleren unb fübtidjen Sdjleimig. Üetjrer ffiallicn«&(eniburg. 2. Über ©obenbilbung Sd)leitoig>polfteini. ®t)mna(inDe^rer a. 35. Ja d •fttel. 8. Über Dr. Uubroig SJcl)n. Jpauptlefjrcr Scf ma n n - (Stlerbef. III. ttuoftellung: Slutiftgeroerblidje ^auifleißarbeiten aui ©djlesroig (^oljfdjmparbeiten unb Siebereien). SluigejteÜt non £>errn Sauermann, Uireftor ber funftgeioerblidien 3ad)!(f)ule in glenitmrg. IV. 'fluäiabti: 'ilbiabrt 2 UI)r 40 Slin. nadi ©lürfiburg , jurücf über fiollutib unb SBafierileben. Ter gcidiäftäiiibrenbc -Jtutftctiuw. %in$zi£cn für „$ic Heimat" bitte id} mir bis put 22. eines jeden Monats ppfcnDctt. Jlohtucr, fticl, iilaifniliorüranc 42. I iflonatsfdmft ks Vereins jur^fl£gtbcr|latur-u.|Ianl)eskuni)c in Sdtleßtoig-Sjolftein, Hamburg mtb Jübed?. 3. 3a§rgang. M 4. Stprit 1893. Xie «ßcimat* erfcfjrint jeben Vtonat in 1 — l 1 /* Sogen. Xir SRitglifbei br« Sereiu« erhalten biefelbe gegen einen Seitrag non 2 Warf frei »ugefanbt. Irr Beitrag famt bi« lum 1. Äpril jeben 3abre« an beit Rafirnfütirer. $auptlet)rrr Srier« in Kiel, ©aifenbofftra&e 4. cingefanbt werben; bi« babin nicht ent* ridjtete Beiträge Werben burd) Softnadmabmr eingejogen. — ftür Kidjtmitglieber foftet bie „Heimat" burd) ben Burfjbanbel im Sfabr 3 Warf, bie einzelne Kummer 30 Bf. — «njeigen foften 15 Bf bie ge fpaltene Betitjeile, bei iöieberbolung wirb ber Brei« ermäßigt. Schriftleiter: $auptlehrer $. lannmeier in Kiel, üomfenftr. 59. l-'ofc glätter aus ber fuiltuvqcfdiiditc unferer pciimtt. Son $aftor 2öitt in $reefc. n. 35ie folgenbe Mitteilung füljrt uttg in bie frfjöne 3eit, ba eg noch feine Söörfe gab, welche ben ißreig eineg ^auptnabrunggmittelg, beg Söroteg, nad) ifjrem 2Bof)tgefallen beftimmt, jonbern ein ehrbarer SRat eg alg feine fßflidjt anfaf), bafür ju Jorgen, baft feine S3iirger für t»otI= roidjtigeg ®elb aud) oollroid)tigeg 33rot befamen. ®ie Srottajen, bie hier »oicbergegeben werben, finben fid) gleid)fallg im Sütjenburger Stabt- ard)iö; bie ältefte ift auf 2 üuartblätter gefdjrieben unb ohne Angabe beg Safjreg, bod) gehört fie nad) Spradje unb Schrift jebenfallg bent IC. Sabrljunbert au. Orbenunge ber öeefer. IPatlj twe fdjerff wegge wegen fdjolen. 3tem wenneer be laft weten gelt 49 Iltarf So fdjolen twe fcfjcrff wegge wegen 10 lott be laft 50 211. wegen twe wegge 10 lott u. f. tu. be laft 96 2H. wegen twe wegge 5 lott 3tem na beffer IPidjt fdjolen of be Sentmelen wegen. Digitized by Google 74 ft. ©in. U?at du penningf Sdjoenrogge tregeit fcbali. 3tem trenneer be laft roggen gelt 49 Hl- So fdiall ein Sdjoem togge tregen (0 lott u. f. tu. öe laft 72 211. trtdif ein Sdjoenrogge 8 lott 3 tem 11 a beffer lüicht Sdjolett od be Strumpe trogen. IDatb eilt penningf Spifebrobt trogen fdjall. 3tem treu be laft roggen gelt 49 211. fo fdiall ein fpifebrobt trogen 15 lott u. f. ro. be laft 72 21t. iridjt ein fpifobrot \{ lott ?luSgang be£ 17. 3al)rl)itnbcrt» erbat fid) ber Siitjenburger SDJagiftrat jttr 3eftftellung einer eigenen Sörottaje »011 beit fRadjbarftäbteit fjJIön 1111 b (Sutin bie bort gültigen Seftinintutigeit. 33ie HJlouer gebe idj uoll= ftänbig ; uielleidjt finb fie bereits iit bei» SBcrf ooit Siirgermeifter Stinber mitgeteilt, boefj fdjabet’s auef) tuoljl uid)t, fie fjier nod) einmal atijir bruden; fefjlett fie bort, fo mag man fie als eine (Srgäii^uttg fjiiuieljmcit. Sllfo : Deinttadj eine ^citljero in biefer Stabt nidit trenig ilnridjtigfeit trogen bes Brot Badens rerfpüljret unb bie Boffor, trie grog unb fdjtrer fie baden follen, fclber nicht getaugt, baljero bann ber ©emeiitbe offt unb riel litaljl 21adjtljeil angefüget irorbon : alfo Ijat Bürgcrnieiftor unb Saljt allljie fotroljl bos treiben als Soffen Badens eine genüge Orbnuttg unb ©eiridit 3 U inadjen ror tiotbirenbig erachtet, unb foldi bem 2lntt ber Beder trie audj ben ©robBedern Ijiufiifjro unb ins fünfftig alleriuagen uadjjuleben folgenber geftalt rorgeftellet : bie lüeigbeder follen baden traun l Scheffel treiben Ordinar- iat Caitbe gilt 1 211 . 211 . 211 . 8 Sch. ror 6 pf. IPeig Brobt 8 Sch. 6 211 . <55rob f ordinair gilt l 211. ror 2 11 . f. tu. Beder follen Baden mann l Scheffel Soden Cüb. 19 Cotlj 15 „ 15 „ 7 11 int Canbe 6*/* pfb. Digitized by Google £ofe SMüttcr au3 ber Stulturgcjdjidjte unferer fjeimat. 5 jiehungsmcije 3 fjtfunb, eines „^meijdjillings grob ^Roggenbrot" aitf 2 fjjfunb be^iehungSmcije 8 fßfuitb 16 itotf) (für üiitjenburg auf 9 fßfunb) feftgefefct. Cb freilich allen biefen fdjöncu Sßerorbnungen auch nachgelebt mürbe, ift eine anbere $rage; bie Sütjenburger Siider haben fid) jeben* falls, baS geigen noch oorhanbene Slufjeidjnungen, auf bem fjßapter grofj« mütiger gegen ihre 9Ritbürger gezeigt als in ber fßrajiö, benn menit ber fRat im 3afobi= unb 9Rid;aelisimarft, mie e$ Sitte mar, burd) ben Digitized by Google ft. Sitt. 76 ©tabtbiener uon ben oerfdjiebenen ?lmt®meiftern ®rot unb anbere® 93acf = tucrf auf ba® 9latf)an® holen lief), um ba® ©eroidjt beffelben gu prüfen, bann rnog e® auf bcm Rapier oft redjt bebenflid) fdjmerer al® in Süirf= lidjfeit unb mufjtc gur ©träfe bafiir in’® Vlrmenfjauss roanbcrn. III. ?lu® ^au^protofollen. 2)ie® Sßlort fdjaut oieüei«f»t mandjen l'efer fremb an. @® ift freilich and) fefjr unmobern, beim c® ftammt uod) au® ber $eit, ba 3uftig unb Sferwaltung in ben Stäbten uod) nid)t getrennt mären unb bie 9iat®= Herren aud) al® diidjtfjerren fungierten, mcld)e geringfügige ©adjeu gu erlebigen Ratten. Über biefe® Stint führten fie ißrototoll — richtiger oiellcid)t Journal ober Xagetmd) genannt — unb meil fie biefe® itjr Sind im eigenen $aufc au®übten, fo nannte mau ein foldje® iflrotofoll ein .fjau®protofotl guin llnterfdjiebe non ben an ben öffcntlicfjen ®erid)t®= tagen auf bcm 9iatljau® geführten. Slu® grnei foldjen ®üd)ern uon 1762 unb 1734, gleidjfall® im Slütjenburger ©tabtardjiu bcfinblid), teile id) einige® mit. Segeidjnenb für ben ©eift, in meldjem jene 9Jtänner if»r 21 tut oer- matteten, finb fd)on bie Überfcfjriften, reelle fie itjren Slufgeidjnungen gegeben Ijaben. 3m erften ißrotofoll l)ei§t e® am (Singang: Do Ao : 1 732tcn 3 a h r burd) ©ottes ©nab unb Jjülffe mein ge-' füljrtes f)aujj Protocol tDajj oorgefallen in mein ©erid)tsl)errn 2lmbt, So mir biefes 3 a ^ r oblieget. Dutd) IDeiptjcit, ©lücf, tjeil unb Derftaubt Kegirc, bu o ©oft, mein ridjter ambt, Damit id) nadj biefer ^cit (Erlang bort bie Seligfeit. Amen ijilf fjerr 3 c f u Amen. Unb 1734 jdjreibt mahrfdjeinlid) berfelbe 9iat®f)err : 2ldi, Du lieber ©ott, leite mir burdi beinen heiligen ©eift, bap id) in mein mir am befohlenen ridjter ambt möge fo ridjten, bap id) uidjt an jenen ©e ridjtstage möge uon Dir, mein getreuer ©ott, rnieber gerichtet tuerben. 21d), gnebiger ©ott, mir regir, So bin id) ljier unb bort bey Dir. £er eigentlidje Qitljalt biefer §au®protofolle ift teil® gu gering- fügig, teil® uon rein totalem 3ntereffe, al® bap id) ben liefern bamit befdjmerlid) fallen mödpe. «Rur eingelne® mag t)icr üjStap finben, ba® Digitized by Google üo|e Sliiffer oitä brr Ä'itlturflofc^icfjtc iinfcrcr Jpcimat. 77 geeignet fcfjeint, ben ©eift jener $eit nad) oerfdjiebenen Seiten f)in jit d)aralterifieren. Unter bem 1 1 . 3uli 1 732 lefen mir : ben t)errn Bürgenncifter auch 5uglekf) burcf? ben ©eridjtsbiener erinnern taffen, baff mir roobt llrfadje Ijätten, einmal auf bas Xathhnus 311 gehen, inbcm mir ,3eit 8 Cage cor ^aftnacbt nicht bort gcwcfcn, uon (Einem unb Unbern in Stabt« angelegenheiten 511 fpredjeit, auch ©hriftoffer ploghöfft fein Concurs möchte 511m <£nbe gebracht werben, inbcm beffen iefleid)t über biefe SBorte unb hält fie wohl gar ber $ruderfd)mär3e nicht wert. Unb boef), meine ich, ift biefe Strt bes biebern 9fatSherrn, feine ißrotofolle abjufaffen, lehrreicher als manche fdjarffinnige gelehrte 9luScinaubcrfchung. Sann unS etwas fd)ärfer ben Uitterfdjieb jwifdjeit ber bamaligen ©eneration unb uns mobemen ©tenfdjen nor 9lugen ftctlen als ein oergleidfenber Blid auf jene itaio unb. in epifdjer Behaglid)feit barftettenben fjirotofolle unb ein nad) allen Siegeln ber Sunft abgefafjteS uon heute ? Ober märe es heute möglich, um noch etwas anbereS anjufüt)ren, bah ein Beamter eine Quittung über em- pfangenes ©chalt in bie gura f leibete, bereit fidj ein Siitjeuburger Sürgermeifter im 3af)re 1745 bebient, bie hier als 3lluftration aud) flehen mag: „Hebft anmünfehung einen fröligen unb gefegneten IHorgen, auch einer h cr 3lich cn Gratulation 3U biefent angetretenen Heuen 3 a ^ re un & permelbung mein ergebenftes com pliment an bero t frau Ciebfte, be - fdjeinige hiermit, baf; fterr ©coert als p. t. ©eridjtsherr ben mir ju« fommettben Untheil aus bem Scfjoffrcgifter pro \ 7 ^ mit 60 HI. 6 Sdi. richtig bejahlt bat." TDoch fo gemütlich in einer SBcife auch jene $eit un g erfefjeinen mag, fie hielt barauf, bah jeber in feinen ©renjen blieb; bas beweift uns wieber baS .jpauSprotofod, wenn wir barin Iefen, bah jutei 3)ienft- mäbchen in eine Strafe »ott 12 Schilling genommen würben, weit fie in ber Sirdje fUtüpen mit ganj breitem ©olb unb Silber aufgehabt. Digitized by Google 78 8- SBitt. üofe SBIättcr au« bcr ftultutgcfd)icf)lc unfeter Heimat. ©S erinnert uns bas an bie nieten Sttcibcr= unb SujruSoerorbnungen, meldje, obwofjt gewiß in bcr beften ?tbfidjt erloffen, bod) feinen ober nur geringen erfolg tjatten. ©djtiefttidj »erfdjroeigt uns baS ©udj aud) nidjt bie ©djatteufeiten jener guten alten $eit, wenn es uns ergatjlt, bafj mehrere ©inwofjner in eine ©riidje oon 7 9)t. 8 ©dj. oerurteitt würben, weit ftc fidj wei- gerten, ben ?(rmenoogt ju ©rabe ju tragen, benn er war ja unetjrtidj. |pic |Hoorc §chlcstoig-|)olftcins. Son Dr. 6. SBeber in .fiofjenroeftebt. ®ie Torfmoore tjaben feit atten feiten, befonberS für bie walbarmen ©egenbett unfereS SanbeS, baburdj tjofje ©ebeutung gehabt, baff fie ben größten iEeil ber ffeuerungSftoffe tiefem mufften. JJurcfj bie auSgebetjnte Stnwenbung ber ©teinfofjlen tjaben fie atlerbingS biefe ©ebeutung fetjr eingebüfjt nnb mürben fie ttod) ftärfer oertoren tjaben , wenn uidjt bie ©ewofjntjeit, bie einmal oorljanbenen §eijeinridjtungen mtb ber SBunfdj ber Sefiber, itjre SRoore wenigftenS für ben eigenen fpauSfjatt nufebar ju machen, uidjt audj gegenwärtig bem Sorfe als ©rennftoff bie 93er= wenbung fidjerten, mtb , 5 war, wie man äugeben muff, oon alten 3Ser- wenbungcu, bie er gefunbett fjat, nod) immer bie anSgebeljntefte. * Subcffcn tjaben bie lorftagcr in neuerer 3 eit uodj eine anbere ©ebeutung erlangt, bie man ifjtten friifjer mofjl am wenigften jugetraut fjättc. @S fjat fidj nämtidj tjcrauSgefteüt, bajj ridjtig entwäfferter £orf> moorboben, ber mit einer Sanbfdjidjt etwa eine £ianb tjodj bebeeft ift, bei geeigneter ®iingung bem frudjtbarftcn ©oben gteidjfommen fattn. eine einridjtung, burdj bie biefcS 3iet erreicht wirb, ift bie oon bem iHittergutSbefijjer JHimpau auf 6 unrau erfunbene Xammfultur, bie and) in unferer ©rooinj mefjrfadj cingefütjrt ift. ©djon jeßt (jat mau burdj fie j. ©. in ©ofcltjolm nnb in JHicfting in wenigen Satjreu auSgebetjnte ÜHoorftrecfen in Jlderlanb, in SBiefen unb SSatb umgewanbett. SBäfjrenb für biefe Sutturwcife aber nur gewiffe, niebrig gelegene SWoore, wie namentlich bie 9tafenmoore geeignet finb, gitt bieS weniger für bie aus faferigem ÜttooStorfe bcfteljcnbcn §odjmoore; wenigftenS feßen fie ber Umtoanblung in Stutturtanb ertjebtidjere ©djwierigfeitcn entgegen. Snbeffett fjat man gefunben, baff gerabe fie ein oor^üglidjcS üftittel jjur ßinftreu liefern fönnen, bie fogenannte Xorfftrcu. Um biefe tjerjuftetteu, tagt man ben getroefneten lorf burd) geeignete ÜJJafdjincit jerrei|en. ®ett Sanbteuten wirb eS burdj bie ©enujjung ber Jorfftreu Digitized by Google $tc 'Diuorc Stf)(r«iuifl'.'polflciuS. 79 erntüglidjt, ihr Stroh beffer ä« oerwerten unb ben Dünger oollfommener gu erhalten; fie braunen nidjt mcljr £>eibeftreu gu erwerben, bie Reiben fünnen roieber aufgeforftet, auSgebefjnte Strecfen SanbeS infolgebeffen höher als biö^er oerwertet uitb gleichseitig (aubfchaftlid) oerfefjönt werben. SBirb ber Dorf in ein ftaubfeineS ißulner, in Dorfmull, nerwanbelt, jo bient er baju, bie ftäbtifdjen SluSwurfS» uitb Slbfallftoffe gerudjloS, nnb wegen feiner beSinfijiereitben SBirfung, unfdjäblid) ju machen. Derart beijanbelte Stoffe fönnen auc^, wenn man fie mit Strafjcnfefjridft, See» fd)Iid nnb bergleidjen fompoftiert, in einen wertoollen jünger oerwanbett werben. (Sin foldjeS Spftcm ber Verwertung ber ftäbtifdjen Slbgänge ift nid)t nur geeignet, bie gtufftäufc, bie fonft, wie in Hamburg, ben größten Deit baoou aufnehmen miiffen, oor ber Verunreinigung unb ber Verfeuchung ju bewahren, fonbent auef) bie in bem ftäbtifdjen Unrat enthaltenen Sßftan^emtäljrftoffe, bereit ©clbwert fid) nach ©unberttaufenben oon Sforf in einem 3aljre berechnet, ber Sanbwirtfdjaft ootlftänbig in leicht oerwenbbarer gorm ju erhalten unb fomit einen Sufcen gu ftiften, ber für bie allgemeine ©efunbheit unb für bie VolfSwirtfdjnft nicht hoch genug gu oeranfehtagen ift. ßs finb bieS nid)t bie einzigen Verwertungen beg Dorfes, jeboch wollen wir anbere, wie bie Vereitung unb Verwenbung ber Dorffohlen, beS Dorfteereg unb beS fßaraffinS lj* ei ‘ nur flüdjtig anbeuten. St Heg biefeö weift aber barauf £jia, baß bie oben Dorfmoore, bereit SBert feit ber auSgebefjnteren Slnwenbuug ber Steinfohlen gur Reiterung fo fehr ge» funfen ift, bod) bagu berufen finb, im Dienftc ber Kultur feine geringe Solle ju fpielen. ßS ift gcroiff uicfjt gufällig, baff gleidjgeitig mit ber auSgebehnteren praftijdjen Verwertung ber SKoore auch ihre wiffeufdjaftlidje Durdj» forfdjung ein lebhafteres Sntereffe gewonnen hat. Die Torfmoore haben fid) in fe()r langen 3eiträumen gang aflmählidj gebilbet. infolge bcs VertorfungSnorgangeS haben fie nicht nur non bcn fßflangen, aus benen fie entftanben finb, mehr ober weniger beutlid) erfeunbare unb beftitnm* bare Sefte in fid) behalten, fonbern auch D>iugc, bie zufällig hinein» gerieten, getreulich anfbewal)rt: Seftc non Vieren, Bon äRenfdjen, ©erät» fchaften unb bergleidjen mehr. Sehr treffenb oergleidjt 3 apetuS Steen» ftrup, ber Vater ber SDloorforfcfjuiig, ein foldjeS Dorflager einem Vudje, „in bem wir nidjt allein gwifdjen ben Seiten bie aufbewahrten ©egen» ftänbe finben, fonbern bas uns auch 5«gleicf) burd) bie ^Reihenfolge ber Seiten — natiirlidj nur relatio ober im Verhältnis 31t eiitanber — bie oerfdjiebencn $eiten aubeutet, in benen biefe fremben Dinge gur Stuf» bewahrung gelangten." Digitized by Google 80 G. fficbcr. Sem, ber ein fold)e« ©ud) ju Icfcii oerfteht, enthüllt fidj in ber Xljat ein bentfidjeS ©ilb einer weit entlegenen Vergangenheit, ihre« ©aturzuftanbe«, ihrer ftuttur unb ber Anbetung, bie beibe im Saufe ber feiten erfahren haben. freilich ift ba« Sefen biefeS ©ud)e« mit nicht geringen (schmierig- feiten oerbunbeu. 3 U ben ©iännem, bie eS aber mit ffirfolg öerfitdjt haben, gehört ißrofeffor 0. gifdjer -©enzon in Siel, ©eine ©rgebniffe, benen wir junädjft in Sürje ju folgen oerfuchen wollen, hot er in einer Slbhanblung über „bie ©ioore ber ©rooinz @d)leSmig<|)olftein" niebergelegt, bie 1891 im XI. ©anbe .jpeft 3 ber ?lbhanblungen be«©atur- wiffenfdjaftlichen Verein« in Hamburg erfcfjienen ift (4°, 80 ©eiten), nachbem bereit« 1889 eine vorläufige ©iitteilung über benfelben ©egen- ftanb in ben Serljanblungen ber Xeutfdjeit ©otanifchen ©efeflfchaft (©anb VII ©eite 378) erfolgt war. Sie ©ioore bitben einen nicht geringen ißrozentjafc ber ©oben- Oberfläche ©chleSwig-föolftein«, wie man fid) burch ben ©lid auf eine gute Sorte überzeugen fann. ©ad) einer aunähernben ©chäjsung, bie wir »orgenommen hoben, betragen bie als ©ioore im engeren Sinne bejeid)- neten, mit Xotfmoo«, SBoHgra«, §eibe unb Sumpfgagel bewachfenen fwchmoore ungefähr 800 qkm. ©ebenft man aber, bah auch bie meiften SBiefen, bie 2238 qkm einnehmen, auf ©iooren ruhen, jo wirb man bie ©efamtfläche, bie bie ©ioore in SdjleSwig-fwlftein haben, auf nahezu 3000 qkm ooranjchlagen bürfen b. h- auf etwa 16 % be« ganzen Sanbe«. o. (5ifd)er-©enzon hat einen beträchtlichen Seil biefer ©ioore unter- fud)t. 3n bem erften ?lbfitnmelmoor, Sfittger ©ioor, Sofenmoor, ^jedjt- moor, bie ©jenner ©ioore, bie ©ioore in ber Umgebung oon Sed, ba« weifte Sioor, bie SBinterbahn am Subenfee, bie ©ioore bei Sunben unb ©urg, bie ©ioore im ßlbufer bei Sauenburg unb bei ©djulau, ba« ©ioor am SBinterberfer SBege bei Siel, bei Sanbwehr am ©orb-Cftjee- fanale, bie im ©ette be« ©orb-Oftfeefanale« felbft aufgefd)loffenen ©ioore, bie mit ©iaricfjthon bebedten unb inunbierten ©ioore, ber ©djiefertl)on oon Suben unb oon fielgolanb. 3m Anfdjlufj baran werben and) eine Anzahl anberer ©ioore mehr ober weniger ausführlich erwähnt. Sa« tppifdje ©ilb oon bem Aufbau unb ber 3ufammenfefcung eine« ber genannten fdjleSwig-holfteinifchen ©ioore ift etwa biefc«. 6« erfcheint im ©runbe eine ©djidjt, bie au« SEBafferpflanzen gcbilbet ift, wie ©chilfrohr, ©eerofen, SBaffernuh, ©itterflee, Saidjfraut, ©ijfraut, ©djadjtelhalm unb flutenbem ©chlafmoo«. .^otjer hinauf oerjdjwinben Digitized by Google $ie TOootf Srf)(c^n3i(5-§otftcin§. 81 bieje SBafferpflanjen , eg erfdjeincn Sirfen unb (Sjpen. 2)er big boljiti fdjroarje lorf getjt in braunen ©loogtorf über, ber bie SRefte ber friefer enthält, fabeln, 8 Q pfen, Steige, ©tämme unb Stubben, nicht jetten alle burcf) geuer oerfohlt, baneben foldje üerfdpebeiter Sßeiben, ber §ajel, beg gemeinen .geibefrauteg. Über biefent 2orf enttoidelt ficf) toeiffer ©loogtorf oft mit gatjlreic^cn (Sidjenftämtnen, unb in fettenen gälten folgt über it)m noch eine Sd)id)t, in ber bie Suche auftritt. — $icfem Sqpitg entfpredjen befonberg bag ^immetmoor unb bag Sfinger ©loor; bei beit anberen tritt er halb mehr halb weniger beuttid) tjeroor. 25er jpoeite leit ber Slbljanblung enthält bie Sergleidjiingen mtb (Srgebniffe. 8 l >erft Wirb f»erv>orgef)oben, bag ber lorf eine Süfjroaffer* bitbung ift. 3m ©ieertoaffer faitit er nicht entfielen; bie im ©teere gefunbenen Säger finb aug Süfjtoafferpflanjen tjeroorgegangen unb erft fpäter unter beit ©teeregfpiegel gefüllten. ®ie (Torfmoore finb itt nuferem Sanbe überall entftnnben, wo ber llntergrunb unmittelbar ober in einiger "liefe für SBaffer ttnburdjläffig ift. guioeilen wirb ber llntergrunb non einem falfreid)eu Süfjwafferfdjlirfe mit jaljlreidjeit ©fttfdjcln gebitbet. ®ie einzelnen Iorffd)id)ten tönneit fein a) ber ®arg, ber loefentlid) aug SdjiIfrol)r beftefjt, b) ber ©afentorf, c) ber 33 lättert orf, ber aug Slättern unb grüßten oerfd)iebener SBalbbännie (egainbudjen, £afeln, Sidjeit, Sitten, SBeiben, Sfpen) äufammengejejjt ift, d) ber Scbertorf, e) ber ©ioogtorf, f) ber §eibetorf. ®ie lebten beiben beuten ebenfo roie ber ©afentorf uttb ber Slätter« torf mit bein ©amen ifjre 8ufamntenfebung an. 25ettt Scbertorfe toibmet ber Serfaffer eine längere Sefprecfjung. $iefer eigentümliche Torf ift ein bidjter, elaftifdjer Stoff, im frijdjen 8uftanbe oott grünlich grauer garbe. Seim "Trodnen fdpoittbet er big auf Vs ober 7n feineg urfprüng» Iid)en ©aumeg unb wirb babei fo hart toie $orn. Sägt man ihn lange 8eit in SSaffer liegen, fo nimmt er loicber feinen früheren ©aum ein, inbem er langfant quillt. 8> e ht matt jerpuloerten, trocfneit Scbertorf mit abfolutem SUfohole aug, fo färbt fid) bie gliiffigteit griinlidjgelb unb fluoregeiert blutrot, tocnit man mit einer Sammetlinfe einen Siegel oon Sonnenftrahlen einfalleit lägt. ®er Sebertorf ift hauptfädjlich aug Sllgen gebilbet. o. gifdjer=Senjon hat ihn im £>ed)tmoore in Singeln, in bem ©ioore bei ©roffemSornhoIt unb in bem Sd)iefertl)one oott Stuben uttb oon .'pelgolattb feftgeftellt. (Sr oermutet, baff mau ben Seber= torf, ber hier „braune Seber" genannt wirb, in ber ©rooinj häufiger finbett bürfte. 3ttt Slufd)lug hieran toirb ber ® opplcrit befprochcn, ein fdjtoarjeg, pedjglänjenbeg ©fineral, bag aug Ulminaten unb uttorganifdjeu Salden Digitized by Google «2 E. fficbrr. befielt uitb fid) juweiten in ©palten am ©runbe ber SJtoore finbet, j. 83. in bem ©jenner*9)toore öftlicß non ber Sßauffce, bic oon 9lpcnrabe nadß fjabcrSleben fiißrt. Setradjtet man bie Torfmoore a(S ©anjeS, fo laffen fid) nad) o. gifcßcr^Senjon Bier SIrten uuterfeßeiben. 1) Sie fRößridjtmoorc befteßen überwiegenb aus Sarg. ©ie finben ficfj namentlicß in ber Stöße ber Storbfee Bon Sütlaub bi« .'pollanb in großer SluSbeßnung unb oft non 9)tarfd)f(ci bebeeft ober mit ißm burcßßßicßtet. 2) Sie Stofenmoore, ©umpf» ober ©rüntanbSmoore finb ÜDtoore, bie mit SBiefen bewaeßfen finb unb fid) in unferen Stieberungen oft in meitenweiter SluSbeßnung finben. bie Äuttioierung finb fie befonbcrS geeignet; oueß tiefem fic juweiten einen ganj befonberS gefd)äßten, fdjmarjen unb feßr bid)ten Srenutorf, Wie baS große Siafenmoor im Cuettgebiete ber SrönSau im norbweftlicßen ©djteSWig. ©ie beftefjen ^auptfädjlid) aus Siafentorf, boeß enthalten fie in ifjren oberen Sagen oft and) jaßlreidjc ©ießenftämme. 3) bie fjoeßmoore ober SorfmooSmoore hefteten jum größeren Seite aus SorfmooS (Sphagnum), itjre ©eftalt ift bic eines ftadjgewötbten ©d)itbeS, fie finb ungefähr in ber SJtittc am mäcßtigften. SJtoore, bie gan^ attein aus ÜJtooStorf befteßen, giebt eS jeboeß bei uns nid)t; b. 5if(ßer«Senjon oermocßte nod) immer au ißrem ©niube eine, wenn aud) nod) fo fdjwacße ©d)id)t Bon Siafentorf nadjjuwcifen. 4) SaS 233 a 1 b = moor ift ein foldjeS, baS in einem toalbigen ©cbietc entftanben ift unb baßer jaßlreicße ©infeßtüffe oon Säumen eutßätt. SaS uorßitt anSgefiißrte Sitb ber .fpodfmoore unferer tßrooinj seigt, baß and) fie bis ju einem geroiffen ©rabe äöatbmoore finb. 9lm Sdjtuffe biefcS SeitcS wirb nod) bie SJtädßigfeit unferer SJtoore erörtert, ©ie erreicht beu größten 2Bert in ben Stafeninooren j. S. bei ©eßeftebt über 20 m; bod) finb bie meiften SJtoore weitaus fd)Wäd)cr. Saran fnüpft fid) bie fyrage nad) bem SSacßStum ber SJtoore. Saß biefeS nur fo $u oerfteßen ift, baß ber Sorf nidjt an fid) toädjft, jonbent nur burd) bie Stblagerung neuer tßftanjeureftc, bebarf feiner weiteren StuSfnßrung. Stad) o. 5ifdjer=Scn,;ou wadjfen nufere Stafenmoore nod) in ber ©egenWart fort, nufere fjwdjmoore tßuit eS bagegen nidjt meßr. SBerben fie abgetragen, fo ift ißre ©rgäujung fo gering, baß fie wirt= feßafttid) gteid) Stult ju betradjten ift. ©in bcfonbereS Äapitet wibrnet o. 3rifd)er»Senjon beu fßftanjen- nnb Sierreften ber SJtoore. 3n biefem wid)tigen Mapitet geßt er weit über beit engen Siaßmen unferer Srouins ßinauS unb beriieffießtigt aud) bie $unbe in ben SJtooreit ooit Preußen, SJtedteuburg, ,'pannooer, Oft» frieStanb, fpotlanb, Süttanb, ©ectanb, ©djweben unb Siorwcgen. Sitte Digitized by Google 3?ie SHoore @d)le^ioig>$ol)lcinä. 83 Vffanjenfunbe finb itt einer fetjr jwetfmäftig eingerichteten Jabelle jn= fammengeftellt, bie nicht nur ein ©efamtbilb ber bisher befannt geworbenen $lora ber Jorfmoore giebt, foubern aud) gtcid) 3 citig erfemten täjjt, wie fid) bie Vegetation in ben einjelnen SJJooren felbft geftaltet, unb aus was für Jeilen bie Veftimmung erfolgt ift. Jie Jabelle enthält 83 §lrtcn. 3m Slnfdjluffe baran wirb baS Auftreten nnb bie Verbreitung einiger befonberS intereffanter ^flan^cn ausführlich befprodjeit , fo ber 9lt)ttiphäaceen, ber iiinbe, beS 9lf)ornS, ber Sühfirfdje, beS Hornblattes, ber gemeinen Heibe, ber ©fd)e, Ulme, ©id)e, H a feh ©ainbitctie, Virfe, Grle, beS Sumpfgagels, ber SBeiben, ber Zitterpapel, einiger SDtonofo- tpleboneit (beS üaidjfrauteS, VotlgrafeS, ber SRafenfimfe, beS Schilfrohres), ber fiiefer unb ber gid)te. 2öeiterl)in werben bie bis baljin aus ben SDtooren unferer V roü * n J befannt geworbenen Jierreftc jufammengeftellt. ©S finb folche öom SSolf, 5ud)S, Siber, SBilbfdjwcin, ©Id), fRenntier, ©bclhirfch, 9ict), SluerodfS, gurdjenwal, oon ber Sumpffchilbfröte, bein fjlufjbarfch, H e d)t unb Sarpfen. ®er Schluß biefeS fjodjintereffanten StapitcIS bcfdjäftigt fid) mit ber ocrtifalen Verbreitung ber fftflanjen in ben ÜJfooren ober — was ungefähr baSfclbe jagt — mit ber ©utwitfelunqSqcfd)id)te, bie bie Vffa n Ä e nweIt in ben aufeiuanber folgenbcit Sdjidjten unferer 9Jioorc erfennen lägt. Jet 4 Ursprung ber ÜRoorc reid)t bis jum Sd)luß ber erften unb ftärfften ©isbcbednng uufereS SanbeS juriief. 9luf ber blauen @runb= moräne, bie biefe hinterlaffeu hat, fiebelteit fich juerft Zitterpappeln unb Virfen an nnb mit ihnen ungleich an geeigneten Stellen ^afjlreidje Sumpf- unb SEBafferpflanjeu. o. ^ifdjcr-Venjou nennt biefe Jit’iiobc mit Steen- ftrup bie ber Zitterpappel. SllS feunjeidjuenber Vertreter ber Jierwelt erfd)eint in ifjr baS SJenntier. ©S folgt bie ifkriobe ber Äiefer, bie allmählich ber l)errfd)enbe SSalbbaum würbe, im SSkftcn unferer Hkooinj, ber fid) bamalS weit über baS ©ebiet beS heutigen SSattcumeercS hinaus erftredte, aud) oon ber fffidjte begleitet. 3n beiber ©ejcllfdjaft tritt baS gemeine Heibefraut auf. '®äl)renb berjelben Zeit behüten fid) in manchen ©egenben ber heutigen 9)tarfdjen ungeheure fRofjrfelbcr auS. JaS tHenntier war oer= fdjwunben; ©Id), ?lucrod)fe, ©bcll)trjd), SRelj unb öid)()örnd)en beuölferteu bie SBälber, Sumpffchilffröten unb Viber bie ©ewäffer. ©egen ben Sdjlufi ber jweiten Vfieriobc erfolgte eine Überfd)üttung oieler üftoore V. ber oon Velborf, ©rofien*Vornholt, Hohenhörn, JiicterSwifd), üauenburg, Sdjulau, ©Hcrbecf unb Üaubwcf)r, teils burch bie obere füioräue, teils burd) ©efdjicbcfaub unb feine jlquioalente. Digitized by Google 84 G. SBebcr. Slnbre fDioore fdjeinen oljue ucrfcfjüttet worben ju jein, iu ber näd)ften ißeriobe weiter gemachten ju fein. Sie« erflärt fid) und) bem Verfaffer barauS, baß bas jwcite Vorrütfeu best 3nlaubeifeS nid)t fo gefdfloffen wie baS erfte 3J!al ftattfonb. „®S fdjeinen fid) nur SiSjuugen üon gröberer ober geringerer ©reite nad; SBeften l)in erftrecft ju haben, fo baff größere fjlächenräume eisfrei bleiben." Um bie gleidje 3eit muff bie grobe ©enfung ber SBeftfiifte erfolgt fein, waS barauS ^eroorgefjt, baff bie nntergetaudjten i'Jioore ber SBatten biefelbe 3ufammenfej)ung jeigen wie bie erwähnten uerfdjiitteten SKoore. o. 5ifd)er--Senäou f)ölt eS nid)t für unmöglich, beiß baS fierein- brechen beS jweiten 3itlanbeife3 ftattfonb, als bereits fteflentoeife ein 2Bed)feI in ber Vegetation nnfereS £anbeS eingetreten war, ber bie Siehe an ber ©teile ber Sief er jur tperrfdjaft brad)te, nnb bie nad) ber Sid)e benannte britte USeriobe einleitete. SlnbererfeitS fdjcint fid) bie Stiefer anf einzelnen 3njeln beS ÄattegatS bis in bie I)iftorijd)e 3 e it erhalten ju haben, als fie in unferer ^rooinj ebenfo wie in 3ütlanb, längft auS= geftorben war. Der Sidjenperiobe folgte als oierte bie ber ©udje. Der ©eginn ber Sinmanberung biefeS ©aumeS, ber gegenwärtig nod) in unferem £anbe als ber (jerrfdjcnbc betrachtet werben mu^, ntag jwei bis bret 3af)rtaufenbe juriidreidjeu , wenn man bie ©tärfe ber buchenhaltigen Dorffdjidjt berüc!fid)tigt, wie fie }. SB. im Sfinger iöioore oorljanbcu ift. Der 9iad)WeiS, bah fid) bei uns in ber GsntwirfelungSgefdjidjte ber Vegetation bie ^crioben ber 3itterpappcl, ber ftiefer, ber Sid)e nnb ber ©udje erfennen laffen, beftätigt bie ^Beobachtungen , bie man in 9ior= wegen unb in Däitemarf gemacht hat- Die elften beiben tfSeriobcn fallen in bie Snterglacialjeit, bie lebten beiben in bie $eit beS fUlluoinmS. 9tad)träglid) hat nod) s 4>rofeffor 9latl)orft aus ©todholm feftgeftellt, bah aud) ju einer gewiffen ßeit in unferer ^rouinj arftifdje fßflanjen unter Verljältuiffeu gewad)feu finb, bie auf ein arftifdjeS ttlima l)in= weifen.*) Dlnthorft jog aus einem ©ühwafferthone im 9lorb*0ftfeefanale bei ©rojenSborf ÜRefte ber s Bolarmeibe, ber ©ilberwurj (Dryuu octopetala) unb ber 3wergbirfe. Die fließt genannte war allerbingS fd)on oorljer in bem Torflager bei ©elborf gefunbeu. Die s ^ßolarwcibc wäd)ft aus« jchliehlich im t)°h eu korben. Die anbereu beiben finb ebenba fehr gemein, fie finben fid) aber auch in Deutfdjlanb h> cr »tib ba in ber alpinen fRegiott ber ©ebirge, bie ^wergbirtfe auherbem noch au f einzelnen SDtooren OftpreuheuS. *) A. G. Nathorst, Den arktiska florans forna ntbredming i länderna iister och siider om Österajiin. Stockholm 1891. Digitized by Google SDie SRoore S^Ieäreig-^olfieinä. 85 2öir hoben hiermit nur erft eine ©eite aus bem ©itcf)e feinten gelernt, mit bem mir uorfjitt bie Sltoore oerglidjett, nämlicf) bie, bie uns bie frühere Statur nuferes SanbeS unb if)re ©efdjichte uor Singen fiifjrt. Slucf) bie anberen ©eiten, bie uns oon bem SDfenfdjen ber SSorjeit, feinen Haustieren, feinen SBaffen , ©eräten unb ©emofjnfjeiten in unferem fianbe berichten, bieten einen reiefjen unb unterhaltenben SBiffenSftoff. SBir hoffen, baß feine jujammenf)ängenbe SPearbeitung halb oon fnnbiger ©eite in ebenfo grüublidjer unb umfaffenben SBcife erfolgen roerbe, mie bie ber ißflaitjem unb Diermelt; mir hoffen aber audj, bah biefe 3eilen meiteren Greifen bie Slnregung geben mögen, auf alle Junbe in unferen Dorf« lagern ju achten, fie mögen nod) fo geringfügig erfcheineit, unb bafür ju forgen, bah f' c nicht »erbettelt, fonbern forgfä ttig aufbemahrt merben. Jfiir Jfreunk ber Sdimcttcvlingslninbe. Son 9tmlner t. 'heterS in Siet, ©erfjarbftr. 32. Die (Srlangung oon Staupen oerfcf)iebener Slacf)tfalter aus eittge-- fammelten blühenbeu SBeibettfäbdjen mürbe bereits im oorigeu Jahrgang ber „Heimat" oon anberer ©eite bejprodjeti. Cbgleid) bie $ud|t ber ©djmctterlinge auS ihren Staupen gemih oiel lehrreicher utib intereffauter ift als ber bloße Jang, aud) reinere öjentplare erhielt merben, füllte bod) fein Sammler biefen Jang oer« jäumen, ju mcldjeiu bie blühenbeu ffieiben für alle Stadjtfalter, bie fo früh im Qaljre fefjon fliegen, bie paffenbfte (Gelegenheit bieten. Sieben ber $ud)t aus ber Staupe empfiehlt fid) ber Jang ber Jalter umfomehr, als es mal)rfd)cittlid) ift, baß nicht alle jur 3 c it ber Sßeiben« bliite fliegenbeu Sitten ihre (Sier an SBeibeitfä|)d)ett abfej)eu, uttb abgefeljett baoon, bah bie Slufjud)t ber Heilten Staupcfjen niefjt immer gelingt, mandje Slrt bie SBeibenbltiten nur ber Störung roegett befttdjen biirften. ©omie bie SBeiben, bcfouberS bie ©aaltoeibe (Salix caprea L.) unb bie graue SBeibe (S. cinerea L.) blühen, fattn an minbftillen, ntilben Slbettbeit ber Jang beginttttett uttb ift ergiebig oottt Eintritt ber tieferen Dämmerung bis ettoa gegen jef)n Ul)r. SJfait oerfelje fid) jtt biefent 3med mit einem meitmrtnbigen, gut oerforften ©amntelglafe, in meldjem ein mit Chloroform gctränfteS ©djmämmd)eu liegt, melcheS mieber oon einem Stiid glatten fßapierS bebedt fein muß, bamit bie gefangenen Jalter nidjt mit bem rauhen ©djmatum in löerüfjrung fomnten uttb fid) befd)äbigett, beoor bie Cl)loroformb«mpfe fie töten. Sitte Laterne ift um jo notmenbiger, je tiefer bie Duufelheit ift, uttb in biefent Jall ift eine Digitized by Google 86 §. t. *|Jeterä. gweite Sßerfon gum Seudjten nötig, aud) hat man fid) mit einen Segen* fdjirm gu »erfctjen. SDlan wäl)lt am beften uercingelt ftctjenbc SBciben, tueit fid) l)ier alle ÜJladjtfalter ber näheren Umgebung fammeln, wäl)renb fic fid), wo feljr »iele SüBeiben »orhauben finb, mehr gerftreuen, moburd) bie $agb erfdjwert wirb. ©inb bie SSeiben niebrig , jo fann man in oiclcn fällen bie ©d)inetterlinge unmittelbar in baS bid)t unter jie gehaltene ©las bringen. Sei Rotieren ® (räuchern fdjiittelt man bie 3 roc '9 e über bem möglid)ft bid)t barunter gehaltenen gefpaiinten Sd)irm, wobei man bie Srfdjiitterung ber anbern .ßtneige oorfidjtig gu oermeiben jucht. SBer bieje Sfetljobe nicht fennt, wirb glauben, baf? bie in ber Dämme* rung jonft jo' flüchtigen ©ulen bei einer joldjen ©törung jofort baS SSeite juchen, bod) ift bicS feineöwegS ber jjjaH, »orauSgefejjt, bafj bie gallhöhe bis in ben ©djirni feine gu grojje ijt. Die h era bgejcf)üttelten ©ulen fipen lange bewegungslos unb finb mit 2eid)tigfeit aus bem ©chirm in baS ©ammelglaS gu bringen. @3 fd)eint, als ob bie niebrige Demperatur gu jo früher 3tahrc3geit bei ben ©ulen baö glitgoermügen, ober bod) bie £uft gum fliegen beeinträchtige, ober aud) ber reid)lid)e ©einig bcö SliitenfaftcS ber SBciben betäubenb auf jie wirfe. SJiandje ber jo früh fliegenben Raiter eutwidelu fid) bereite im »orhcrgef)cnben ^erbft unb burdjwintcrn unter abgeftorbencr Saumrinbe, abgcfallenem Saub unb in goglett Säumen, oft and) in ©ebäuben. Son ben ©ulenarten, bie id) auf bie betriebene 333 ei je fing, finb mir folgenbe erinnerlich : Brotolomia meticulosa (L.) Ld., Calocampa exoleta (L.) Stpli., Taeniocampa gothica (L.) Gu., T. munda (V.), T. populeti (F.), T. stabilis (V.), T. gracilis (V.), T. incerta (Hfn.), (T. instabilis Tr.), I’achnobia rubricosa (V.) Gn., Sora leucographa V., Scoliopteryx libatrix (L.) Grra., Cerastes vaccini (L.) Tr., Seropelosoma satellitia (L.) Crt., Ampbipyra tragopogonis (L.) Tr. sieben beit ©ulen finben fid) aud) eingelne Spanner unb Stleiit* fchmetterliuge ein, bod) finb biefe weit flüchtiger als bie erfteu unb müffett bal)er mit bem ©chmetterlingSnep, baS bei biefer 3agb überhaupt nie fehlen füllte, gefangen werben. giefjt man baS fo je()r örtliche Sorfommeit maud)er Sdjinettcrlinge in Setradjt, fo ift eS, ba id) nur in ber Umgcgenb ber ©tabt ©djleSwig au 9Bciben fammelte, feljr waf)rfd)ciulid), bafj mit Sorftehcnbcm baS auf biefe 333eife 6rreid)bare bei weitem uid)t erjd)öpft ift unb au anberen Digitized by Google gut pfreunbe bet Sdjmetterlingäfunbc. 87 Orten unjerer .^cimat itocf) manche anbere Slrten an SBcibcublütcn ju fangen finb. $a3 in ben Herzogtümern fo oereinjelte ©orfonimeit mancher Schmetterlinge, bie man junt Üeil aI3 füblidjereit ©egenbett angehörig ju bezeichnen gewohnt ift, uttb bcren Shtffinbung bei uns!, fetbft naljc nnferer 9t orbgrenze, nicht allgemein befannt jein bürfte, oeranlafjt mich, hier eine Übcrficht biefer Slrten zu geben, joweit eS mir gelang, biefelben in ben SIbherzogtümern anfzufinben, roünfdjenb, baff auch ^> c Angabe bcr guuborte u. f. w. ben Sammlern nicht nur ooit Qntereffe, fonbern aud) iu ihren ©cftrebungen oon Stufen fein möge. $ie ©eftimmung gefchal) nach bcm 2Bcrf oon H c ' nemann : »®ie Schmetterlinge ®cutfdp lanbs unb ber Schweiz-" 3u ben fällen, wo mir bie @d)tf)eit ber Slrt zweifelhaft blieb, ift bicä burd) ein beigefiigteg ? angebeutet. SBo zwei Slutorenamcn angegeben, bezieht fidj bcr cingcftammerte auf bie S(nf= fteHuug ber Slrt. 1. Sngföltcr. Coenonjinpha Iphis (V.) H. — ISutin, einzeln auf bem fogenannten Sanbfelbe. » Arcania (L.) — ©ojdjenborj bei Schenefelb, ©ergeborf, an fanbigen, fonnigeit Orten nahe bcm ©ergeborfer Holze. Pararga Egoria (L.) H. — Steinbecf, auf Sanbboben in ®cbüfd;en an lichten, grafigen Stellen. »Satyrus Statilinna (Hfn.) Ltr. — Sanbe bei ©ergeborf, an fterilen fanbigen, fonnigeit Orten. Apatura Iris (L.) F. — SdjlcSwig, bie Staupe im ißöler Holz nahe bcm Solouueuwegc, bis ßnbe 9Jtai auf ber Saalweibe unb ber grauen ©Zeibc. Schmetterling nie auf Slumen, fonbern au frementen, iu feudjten ©Zagcugeleifen unb an fdjabhaften 2aub» holzftämmen, befonberS an öidjen unb Söeiben, ba, Wo Saftfluh ftattfinbet. Limenitis Sibylla (L.) F. — Sdjlcäwig, im Xicrgarten, in ber 9tähe ber Stampfmüf)le unb im ©ülcr Holz- Staupe big SDlitte 3uni auf bem ©eijjblatt (Lonicera Periclymenum L.), aber nur ba, wo biejeS an fchattigen Stellen am ©Jalbboben rauft. 5Der Schmetterling befliegt gent bie ©litten ber ©rombeeren. » populi (L.) F. — griebridjSruf) im Sachfenwalbe, ©argftebt bei Siortorf. Heine SRüupdjen burdjwintert in einem an einem 6nbe offenen (Socou au ben Spifcen ber ßrneige ber @fpe ober ßitterpappel (Populus tremula L.). Digitized by Google 88 £>. %. $eter«. Argynnis Niobe F. — ©utin, griebrid)$ruf). » Ino (Rtb.) F. — ®ut Sd)öttroeibe bei ffJlön in ®rlenbrüd)en unb auf Moorroiefen. » Areilache (Schn.) — ©utin, auf SBiefen am SBettiner'.^oIj. Melitaea Aurinia Rtb. (M. Artemis 0.) — SdjleSmig, auf ben Moor= miefett fiiblid) beS ÄlenSbper .fjoljeS. Staupe gefellig unter ge> meinfd)aftlid)em ©efpinft auf ber ©iejeuffabiofe (Succisa pratenBis Mnch.) Vanessa C-album L. — Sdjleöluig, im ©arten ber Srrenanftalt 1858 ein frifdjcb ©jemplar gefangen, jpater bort nie tuiebcr gefunbett. » Prorsa L., Levana L. — ®eibe formen (Summer" unb 28inter= generation) füllen nad) fctjr »erläjjlidjer Mitteilung meljrfad) im Sadjfenmalbe gcfuitben fein. 3d) felbft fanb fie bort nidjt. Polyommatus Arion (L.) Ltr. (Lycaena Arion L.) — ßmifdjen 93erge= borf unb Steinbetf. » Alexis Rtb. (P. Agestis V.) — ©utin, auf bem Sanbfelbe. » virganreae L. — Söargftebt bei Slf ortorf, auf Siiiefen unb im Moor fiiblid) oom Torfe. » Alciphron Rtb. (Hipponoe Esp.) — Scrgeborf, am $o!je beim .gtotel SBeHeoue, Sdjleeroig, am Sieitfee ? Thecla ilicis (Bk.) F. — Sd)le3roig, am ftotonnetuuege im ®üler §olj, jebod) fetjr feiten. » Quercus (L.) — Hamburg, im Stienbrfer ^olj an ©id)cn, Sd)le3= rnig, 3bftebter £>olj. Papilio Podalyrins L. — glcnsburg , auä einer in ber ©cgenb ber Marienfjöljung auf Sdjmarjborn (Prunns spinosa L.) gcfunbcncn Staupe gcjogett. Ter Sdjmetterling foü neuerbingä aud) bei Stfjlesroig gefangen fein. Leucophasia sinapis (L.) Stph. — ©utin, auf bem Sanbfelbe bei ben Kaffeeborfer Tannen. Colias Edusa L. — Kiel, flog int Sluguft 1890 auf bem Mütjlcnmege, nal)e ber Scfernfürber ©Ijauffee. SdjIeSmig, üöiefe am IJSulierteid). Söoberg bei Sergeborf, am ffujj ber bortigeti fanbtgen £>öl)en. Soll ebenfalls ftellemoeife in ber SBilftermarfd) fliegen, mol aud) in ben oierjiger Saljren eine fetjr auffaHenbe ®arietcit «on Gonop- teryx rhamni mit purpurrot überlaufener Oberfeite ber Öorber* flügcl meljrfad) gefangen mürbe. 2. Sdjmövmcr ober TömnterungSfalter. Sesia tipuliformis L. — Sd)Ie§mig, ant £ürfd)auer SBcgc auf 93rombcer> Digitized by Google Sür Jmittbe her Sd)m«ttrrling6tunbc. 89 blättern fifccnb ober im f)ellen Soitnenfdjein bie Sträudicr um= fdjroärmenb. Sesia hylaeformis (Lsp.) L. — Siel, Raupe in Srombcerranfen mi* nierenb. » philantiformis (Lsp.) L. — 6d)le«roig, beim ®ute galfenberg in ber Räfje oon Srombeeren. » apiformis L. — ©im«biittel bei Hamburg, im Anfang ber oierziget 3al)re. Raupe in, Schmetterling an ben Stämmen ber Sana* bifefjen Rappel. Sphinx nerii L. — Sieht ■ glottbetf bei Slltona. 3m 3- S9ooth’fcf)en ©arten mürben im Sommer 1847 mehrere Raupen auf einer ZU ben Asclepiadnpn gehöreitben Staube gefunben. Die Schmetter* littge eridjienen fämtlid) nod) im |>erbft be«felbett 3af)re«. Die eigentlidje Rä^rpflauje ber Raupe ift ber Cleanber (Nerium Oleander), bod) ift fie bei Dre«bett im £ö«nijjgrunb and) auf glattblättrigen Söeiben gefunben merbett. » convolvnli L. — Sd)(e«mig. Da« ©rfcfjeineu be« Schmetterling« ift bei un« feljr periobifd). 3m 3of) re 1868 flog er im September abenbss an SBlumen ber Petunien nnb Serbenen. » , pinastri L. — iöaljrenfelb bei ?lltona. 3m $arf be« ©ute« Sdjönmeibe bei IfJlöit fanb id) brei Raupen auf einer gidjte. 3n ben SBafjrenfelber Dannen mirb jmar bie )ßuppe nidjt feiten im grül)ling nahe ben Stämmen unter SJfoo« gefunben, bod) ift mir aufter ben angegebenen fein meiterer gunbort in ben Herzogtümern befannt. » Gelerio L. — Sd)lc«mig. öttbc Sluguft 1868 mürbe «ott mir ein ganz reine« ©jetnplar im ©arten ber 3rrenanftalt auf blühenben Sßerbenctt gefangen, ein anberc« in fpäteren 3af)ren in glen«burg au« einer bort im gelbe bei ber Staricnfjöljung gefunbenen Raupe gezogen. ©« ift alfo, roie allgemein ange= nommen mirb, ber SBeinftotf nidjt bie alleinige Rätjrpflanze ber Raupe. > Galii L. — Hamburg, ©utin, ©ut Sdjönmeibe bei ^J3lön unb 3d)le«mig, l)ier aber fct)r feiten. Raupe auf Gallium Mollugo L., bie ganz jungen Räupdjen in beit Sliitenrifpen ber Pflanze zu juchen. » euphorbiae L. — ©utin. 3m 3al)rc 1847 mürbe nur eine einzige Raupe itt einem Stabtgarten auf ber gemeinen SBolf«- mild) (Eupkorbia Peplus L.) gefunben. Acherontia Atropus (L.) 0. — 3m 3al)re 1847 bei ©utitt auf einem Digitized by Google 00 $. %. Ißcteri. Sartoffelfefbc Ijäufig, fpäter bort nad) tuie »or fcfjr feiten. Sei Sdjlcgmig fanben fid) im Stuguft 1868 mehrere Staupen, unb im Oftober beöfelben 3af)re§ mürbe ber (Schmetterling fpät abeitbS an Petunien gefangen. Hier in Siel mürbe mir im Sluguft oorigen 3af)reä »on Herrn .'pnuptfeljrer Tannmeier eine Staupe gefdjenft, bie naf)e ber Bereinigung ber Sdjauenburgerftrajje mit bem Mnoopermeg auf einem ftartoffelftiicl gefunben mürbe. (Sie »er« puppte fid) halb, fam aber im .^erbft nicht jur ßntmitflung. 3dj halte alle im Herbft au$fomntenben Toteufopffdpuärmer bezüglich ber Fortpflanzung für oerloreu, unb ba bie fperbftentmitfluug in ber Stegei ftattfinbet, biefen Umftanb, meuit and) nicht für bie alleinige, fo bodj für bie ©aupturfadje ber Seltenheit beä TiereS. ®a nun anjunehmen ift, bafj im »origen Sommer mehrere Staupen berfelben Brut uorfjanben mareit unb gleich mie bie gefunbene im ^uppenftanbe burdjminterten, fo fteht jit ermarten, bah in biefem Sommer fid) jaljlreidjere Stadjfommenfdjaft finbe. Smerinthus tiliae (L.) Ltr. — Stiel , im 3ult unb Slugnft anf Stinben nnb Ulmen. (Dbgleirf) hier mie bei Hamburg gerabe nicht feiten, fdjeint bie Slrt boch anberen ©egenben unferer |teimat ganj ju fehlen. 3. Stachtfaltcv. A. Spinner. Zeuzera aesculi (L.) Ltr. — Slein«Flottbef bei Slltona, — ISutin. Staupe in ben Stämmen ber 6fd)c mittierenb. Endromis versicolora (L.) 0. — ^lengburg. Sä mürbe bafelbft ein Härchen au§ bort gefunbenett Staupen gezogen. Gastropacha pruni (L.) 0. — Sticnborf unb fflottbef bei Slltona. » pini (L.) 0. — Sutin, in beit fiaffeeborfer Tannen. Cb= gleid) jiiblid) ber @lbe für Stabelholjtbeftänbe oft fdjäblid), ift bod) bie Slrt in ben Herzogtümern feiten. Tie im holj. Abraxas ulmaria (F.) Leb. — Stiel, bod) feit beit fünfziger Sauren l)ier nicht toieber gefunben. Amphidasis zonaria (V.) Tr. — Schleswig, beim 2>orfe Qagel unb bei .Reibet. » hirtaria- (L.) (A. congeneraria H.) — 6d)Ie$Wig, im ©arten ber Srreuanftalt. Ebyparia melanaria Ld. — Sutin. Obgleich gewöhnlich recht feiten, jeigte fiefj bodj ber Schmetterling in einem Sommer ber »ierjiger 3al)re an allen §erfen unb 3“unen maffenfjaft. Larentia hastata (L.) Tr. — 3m ©arten beS ©uteS Strummenbied bei 3fcel)oe. „ tristata (L.) — ^unbort beä »origen. „ reticulata (V.) — Schleswig, in (Srlenbriidjen beS ißoeler $oljeS, hoch fefjr feiten. Geometra cherophyllatu (L.) — Slpenrabe, auf SBiefen, fliegt bei Sage. SEBeiter füblid) jdjeint ber Sd)metterling in ben |>eräogtümern ganj ju fehlen. £a unfere $eimat fo reich an Spannern ift unb id) allein bei Digitized by Google 94 §. J. Ißetert. gflr ^rmnbt her SdimcttcrüngStunbf. SKiUtiluitgeit. ©cßleSwig 145 9lrten fanb, ließe ficß bie Slnjaßl ber Seltneren nod) bebeutenb oermeßren ; bod) möge ßier bag Obige genügen. 3cß bewerte nod), baß mein PeobadjtungSgebiet bei SdjleSwig ficf) auf ungefähr eine 2Reilc Entfernung ringä um bie Stabt erftreefte. 63 fanben fidj l)ier : Xagfdjmetterlingc 48, Sämmerunggfalter 20, Spinner 66 uub (luten 158 Slrten, mit ben bereite ermähnten 145 Spannern im ganjen alfo 437 Sd)metterling3arten, mit 2lu3jd;luß ber ftleinfcßmetterlinge, alfo ber #iin3ler ober 2id)tmottcn, ber SBidler unb ber eigentlichen ÜRotteu ober Sdjaben. JHittcihmgcn. (Sine für imfcrc Probin^ neue Pflanze. pf iir ben Potanifer bat e3 ftets einen bejonberen SReij, bag porfommeu Seltener pflaujeu I)ier ober bort uadjjuwcifen. ftiitbet man eine jelteue ^ßftanje an einem Ort, meid) er fernab uon allem Perfeßr liegt, fo barf man fid) weniger wunbern, baß it)r Stanbort bis baßiu nicht befaunt geworben war; überrafeßen aber muß e3, wenn an einem Perfeßrsirocqe, ben jäbrlid) wof)l Saufenbe oon gufegiingern — unb barunter gelegentlid) bod) gewiß aud) pajfiouicrte i^otanifer — begeßen, eine pflanje gefiinben wirb, bie in ber gatuen Prooinj bisher nießt gefunbeit würbe unb bereit Porfommen bafelbft namßafte Potanifer (@arde, glora oon Porb-- unb 9Rittelbeutfd)lanb) beftreiten. ©elegcntlid) einer am tpimnielfaßrtstage unternommenen botanifdjen furfion Ijatte id) bag Pcrgniigen, ßatt am Fußwege, weldjer oon ber Paftorfer Papiermühle nad) Paftorf burcß’S ©eßöls führt, in ber P äße ber am äöegc fteßenbeu Pußebanf, eine meinet SBiffenS für unfere ProDinj bisßcr nießt naeßgewiefene, jebenfalls feltene Pflanje, unb jwar Carcx omithopoda Willd., gefellig waeßfenb, aufjufinben. Pejjiglid) ber Pidjtigfcit ber Pcftimmung ift jeber Zweifel auSgefdRoffett. Sie Senn« jeidjeti ber Pflanje finb fo beutlicß uorßanben, baß eine Pcrmcdpelung mit ber äßnlicßen, aber größeren C. digitata L. nießt ntüglid) ift. 3ci) ßabe nur wenige pflanjeit oom Stanborte entnommen unb ift bie Pflanze in .'perbarej'eniplareu, foweit ber Porrat reid)t, oon mir ut ßaben. Sowohl praßl g $lora oon Seßle3wig«^>olftein, wie Snutß’3 ylora fiißren bie|c Uarex-?lrt nießt mit au) unb id) barf baßer woßl mit Ped)t anneßmeit, baß ben beiben Autoren ebenfalls bag Porßanbenfein biefer intereffanten 2lrt nießt befannt geweien ift. Pci biefer ©elegenßeit möd)te id) nießt unerwähnt laffen, baß itß in ben jeßn Csaßren, mäßrenb weldjer id) ber glora tn ber Umgebung meiner Paterftabt Siel meine 2lufmerffamteit wibmete, ben Stanbort maneßer feltenen Pflanze lernten gelernt ßabe uub mit ber Slbfidjt umgeße, über meine botanijdjeu Ülusflügc in einem Sonberwerf bemnädjft weitere Pfitteilungen jtt maeßen. Siel, SBilßelminenftr. 51 . $einrid) £>eiu. Digitized by Googl Anfrage, SSüdjerfdjau. 95 Anfrage. 3n Südjen (Kreig §. Sauenburg) lebt im Solfgnutnbe folgenbe Sage: 91 n ber Sanbftrafie oon Süd)en nad) SSittenburg (aber nod) auf ber Südjener gelbmarf) Tag big oor fur^er $eit e > n Atemlicf) hoher Serg. Hier mahnte „Kniderbeen". Gin 3J?äbd)en begab ficf) eiuft in mitternächtlicher Stuube ju betn Serg unb rief breimal: „Kniderbeett, fumm rut!" Gg füllte bafiir oon ihrem Sräutigam einen roten „grefem rod" erhalten. Sei bent testen 9?uf bridjt plöhlid) ein feurige« Sab au« ber Spi^e beg Sergcg hen-’or- Sag oon bemfelben oerfolgte Stäbchen erreicht jwar nod) gliitflid; bag erfte Haug beg Sorfeg, finft aber halb baraitf tot nieber. 9tn ber .^augttjiir jaf) man nod) lange Sranbmale beg SRabeg. — Kommt bie Sage in ber ißrooing Sd)Iegtoig> ■fpolftein nod) häufiger oor? Unter welchem tarnen crfdjcint — wenn eg ber fffaU fein füllte — „Snicferbeen" ? 3of)- ÜRepcr, ber eine äljnlidje ©efd)id)tc aug bem ©iergfelb berichtet, l)at ftatt „finiderbeen" beit Samen „9llfe". 3m Sauenburgifdjen nennt mau aucf) einen Sdinapg, ber aug einem Gibotter mit 2ifür bcftel)t, „ftnidcrbeen". @iebt eg eine Grtlärung für bag ÜBort? Sollte ferner bei bem feurigen Sabe tooljl an bie 3o()annigfeuer unb bie bei biefen nod) jefct in Siibbeutfdjlanb befteljenbe Sitte, brenuenbe SRäber ober §oIj)d)eiben oott Sergen fjernieber rollen ju laffen, gebculjt werben bürfen ? 2auenburg a. b. G. Säger. Üücherfdum. 3. Sofpoeber, Sliiteubiagramme nebft 2änggjd)nittbi(bern oon auggeioäljlten einfjeimifdjen Slütenpflaipen alg Sertretern ber Hauptabteilungen beg natürlichen nnb beg Sinneifcfjeu ^flanjen- fbftemg jnr Ginführung in bag Serftänbnig beg Sliitenbaueg unb alg ÜJlufter für bag Siagramm-geichnen. 1(1 S. Se£t unb 24 litl)ogr. Safeln, 4°, in Stoppe. öotha, Serlag oon G. g. Shienemann, 1893. Sabenpreig (1 JW. Ser Serfud) beg Serfafferg, ben Unterrid)t in ber Sotanif burch 3eid)iten oon Slütenbiagrammen ju beleben, fann nur mit greube begrübt werben. Sag oon ihm für bie Safein gewählte gonnat ift äwetfmäfjig, beim bie giguren fiub groj) genug, um auch bag fleinfte Setail beutlid) erfennen ju laffen, aber fie finb ju flein, um oon ber 3BanbtafeI aug oon beit Sd)ülern genau gefetjen werben ju fönnen, jwingen aljo ben Seljrer, bie Siagramme, bie er mit ben Sd)ülern burd)> nehmen will, felbft an bie Safcl ju jeidjnen. Sie 9lugwahl unb 9lug= Digitized by Google 90 33üd)crjd)ait. füfjrtmg ber giguren ift oortrefflidj , bod) oermiffen nur ungern 5Reprä= fentanteit ber ©uphorbiaceen, ber fßothgonaceen unb unfern SBalbbäume. Das Stütenbiagramm ^ält bie SJiitte jwifdjen ben beiben Dar= ftcllungen, bie beim tcdjnifcfjcn ßeidjnen Schnitt ober Durd)fd)nitt unb ©runbrifj genannt werben: eS oerlegi bie Durdjfdjnitte burd)nen oon Diagrammen eignet fid) alfo nicht für bie untere Stufe, fonbern für bie mittlere ober für bie obere, oermittett bann aber bem Schüler jetjr fdjäfccnSwerte Seuntuiffe unb gätjigfeiteu. ©Sir empfehlen batjer fRotjweberS SBliitenbiagramme alten Setjrern ber Sotanif aufs toärmfte unb wüufdjeu bem ©erfaffer recht batb eine neue Stuftage, gür biefe fei eS uns geftattet auf einzelne Dinge auf’ merffam ju machen, bie uns beim Durd)tefen beS ben Dafetn beigegebenen DefteS aufgef alten finb. S. 10; bas Diagramm einer ©arejart läßt fid) öom Sdjiiter nur bann jeidjnen, wenn eine ßrftärung beS ©arej- fthlaudjeS gegeben ift; Lytkrum ift 0 jä£)lig, wie ber ©erfaffer S. 13, 3eile 4 oon unten felbft angiebt; Peplis ift 6 jätjlig wie Lvthrum, eignet fid) aber nicht für Schummerte, weil bie fefjr tteinen Sronbtätter häufig fehlen ; @.11; Hyoscyamus t)at „feittichgleidje" ©tüten ; bei Pamassia wären bie Staminobien }u erläutern gewefen; @. 11; Ane- mone ift ohne Stronblätter; S. 13, 3cite 9 oon oben ift „fpmmetrifdj" nad) bem SSort)erget)enben nicht oerftänblid). Unb jurn ©dE)Iuf) noch eins! Der ©erfaffer tjat auf baS üinneijdje Spftem ju oiel fRütffidjt genommen. Dafj eS ot)ne biefeS minbeftcnS ebenfo gut, wenn nicht beffer geljt, tjat beifpietsweife ,fp. Schabe in feiner SctjuL ftora ic., glenSbnrg 1892, gezeigt. @S fei beSt)alb nadjbrücflid) auf baS oerwiejen, was ein jo erfahrener ^äbagoge wie Sudjenait über „DaS fiinneifthe Stjftem in ben Schuten" gefügt hat (ßeitjdjrift für mathem. u. naturw. Unterricht, 3)b. 17, üeipjig 1886, S. 401—400; Ofterprogramm ber 3iealfd)ule beim Dooenthor in '-Bremen, 1 81)0 ; and) feparat erfchienen: 3wei Slbjcfinitte aus ber fßrajis beS botanifcljen Unterrichts , SBremen, ß. ©b. SWüller, 1890). ÜH. o. 3fifd)er»5Ben$on. 2>rud oon W. 5- 3en[en in Siel, äorftaM 0. Digitized by Google s J£euc 9)fitgliet)cr 88. ffiarber, .ft., iHentner, ®reitenberg pr. 3pet)oe. 89. .fjarber, ®., ftofbcfigtt, Wobrbiel pr. 3&ef>oe. 90. ftaicloft, Seminarift, üterfen. 91. fiiafs, fiebrer. ©ertrubenftr. 17, fiübed. 92. fimtje, ^Softfefretär, 91ltona (Slbe). 93. .fjaupt, 'Äftuar, ftelgolanb. 94. $eefd), fiebrer, Waproip pr. ®anfer. flö. fteffe, fiebrer, ÖHüdftabt. 96. $ebl, fiebrer, ipufum. 97. beiden«, ft., fiictgolanb. 98. §ein«, S(f)uluorftel)er, ®ei berftirdie 10, ältona-Dttenfen. jpcü, Seminarift, Üterfen. ~>eQmann, Seminarift, Segeberg. »erbft, 3uliu^, ^Ijarmajeut. 'llltotta, löiuenapotbefe. 102. p. b. ftrpbt, ®lumenbanblung , ®or- ftabt 39, ftiel. 103. fiiinricbfen, fiebrer, St. 3«4onm«, SlemSburg. 104. §irtbe, fieinr., ®at)rni|elb, Sdjulftr. 3 ( 9lltona. 105. tpoble, 3eid)eulebrer, Hamburg, ®im«- büttel, ftenriettenfir. 13 III. 106. ftöltf, ®., tpofbefiper, Woorbief pr. Sgeljoe. 107. fiiöld, 3-. $>ofbefiper, ffieftermoor pr. 3$eI)or. 108. tpollcnfen, Seminarift, Üterfen. 109. fiolft, fiebrer, ftelgolanb. 110. fiorft, Seminarift, tpaberöleben. 111. Dr. jjüberthal, Dicftor, lonbern. 112. finden, 3-. Smtönorfteber, ®reitenberg pr. 3pel)oc. 113. fim&, Seminarift, fitaberöleben. 114. 3<>cob4, ftatafterfontroHeur, loftlunb. 116. 3acobien, ®aftor, ®ropfteierbagen. 116. 3ncobfen, ®aftor, Stberrebel ('Jiorb- fd)Ie«tnig). 117. 3annjen, fßofioerroalter, loftlunb. 118. 3enfen, fßrioatier, St. 3ürgen«ftr. 16, §len«burg. 119. 3enfen, Kaufmann , Siel, }. gt- Wa- trofen-9lrtillerift, fbt. al« lelegrapbift j. Äommanbo b. Warnte- S tat. b. Dftfee. 120. 3enjen, fiebrer, fiutjenbrobe bei fitctligenbafen. 121. 3 c lfen, Crganift, Wilbficbt b. fitufum. 122. 3od)intfen, fiebrer, Üdtona , 9lbolf- ftraffe 167 IQ. iol>annfcn , Dr. med., Joftlunb. |ött«, ®afior, ©ettorf. jörgenfen, fiebrer, Dleumünfter. Sunge, Setter, ©r.-Stbettlenberg pr. Hieinfelb i. ft. 127. 3ürgenfen, Seminarift, fitaberöleben. 128. 3ürgenfen, fiebrer, Sietbroiidjfelb pr. Olbe«loe. 129. 3»erfen, Seminarift, lonbern. 130. Sabel, Seminarift, Üterfen. (Sortierung folgt Siel, ben 23. Wärj 1893. 131. KaQfen , fiteinrid), Stabtoerorbneter, Dieiömüblenbefipcr, Slendburg. 132. ftarften«, Seminarift, fi)aber«ieben, 138. ftdfelau, ©emeinbetmrftcber, SHümpel pr. Olbeiloe. 184. Keller, Sdiuloorfteber, fiornfenftr. 4 I, 9lltona. 135. ftleen, Seminarift, Üterfen. 186. Slinbt, fiebrer, fitufum, Gatbarinen- ftra&e 11. 187. ftomnterob, Stbmiebemeifter, GlSborf pr. IKenböburg. 138. ftoop«, fi>., Waurer, ffieftermoor pr. 3ref)oe. 189. Körner, fi>„ fiiofbefiper, Wobrbiel pr. 3&eboe. 140. Körting, Kaufmann, ®ei ber SJiei«- mitpfe 6 IV, fitantburg. 141. ft öfter, fiebrer, ®anf«ftr.54Il, fimtnburg. 142. ftroeger, Ifiaftor, Wunfbrarup pr. ©lüdöburg. 143. ftrobn, Seminarift, Üterfen. 144. ftüljl, 91., Kaufmann, ©r.-SIottbef. 146. ftübl, fiebrer, Sdjülp b. ;Keub«burg. 146. ft'übl, Seminarift, Segeberg. 147. ftublmann, IReftor, ftelgolanb. 148. ftunj;, Seminarift, ftaberöleben. 149. üajj I, Seminarift, Segeberg. 150. o. iieefen, ftofbefiger, Kronötnoor pr. 3t>eboe. 151. Sietbmann, fiebrer, ffriebriebsort. 162. Uobften, SJebrer, Kiel. 163. üobfe, Sebrer, Cttenbiittel pr. ftobenaäpc. 164. Siorenfen, ®aftor em., fiinbenftr. 52, Utibed. 165. üorenjen, ftofbefiber, ©aaötjer pr. ®ollertSlebcn. [ 166. Üorenjen, ft., Srdul., üebrerin, Kieler- ftraße 35 pari., ipamburg. i 167. üitberö, Seminarift, Üterfen. 158. Üunb, ®räparanb, ftiel. 159. ilunb, üebrer, Hagerborf bei Sbeboe. 160. Siiitbie, üebrer, fflittenborn pr. fjabrentrug. 161. 9)iaaö, t'ebrer, 9llt-iRatbieneborf pr. Giömar i. ft. 162. Siarguarbt, fiebrer, 9ieumünfter. 163. äliartenö, 6., SräuL, Seprcrin, i’ob* müblenftra§e 122111 1., Hltona. 164. ÜJiartenö, Seminarift, Üterfen. 165. startend, fiebrer em., ftulübbe bei 9l|d)fberg. 166. Warten«, fiebrer. St. 3obanni«, glenöburg. : 167. Wartinfen, fiebrer, 9iauberg pr. fftotbenfrug. 168. Warf, fiebrer, Dieidjenfic.il IVr.,911tona. 169. Wattbiefen, 1. fiebrer, ®run«büttelfoog. | 170. Wattbiefen, Seminarift, llterien. ! 171. Wapen, fiebrer, ©ammellnnb pr. Sdjleöiuig. im nätbftcn epeft.) Ter «djriftiiibrcr. iiorbcrcituuivJnnftnlt für Sie Joßf geholfen -Prüfung ©rünblidie Vorbereitung, gute Erfolge, ©igene Veniion , anerfanni gut unb billig. Sorgfältige ©eauffid)ligung. 'Jlufnahme )u jeber 3eit. Stiel, Untereftr. 17. 3of)amt 'J'oljrtt, 3tiftitiit$oorfteher. Dr. med. Lahmann ’ s Reform -Unterkleidung sangt Schweiss wie Wolle, ist weich wie Wolle, reizt aber die Haut nicht, springt in der Wäsche nicht ein, bwialridiligl dir Ausdmislimg lies Körper« nicht, wird nach der Wasche nicht hart. legt sich nicht kalt an den Körper an, hat also mit der gewöhnlich en Baumwolle keine Aehnlichkeit, eignet sich in den verschiedensten glatten u. gereiften Strickarten für jede Jahreszeit nnd für jedes Klima, ist in Kiel ausschliesslich nnr zu haben hei Pnfnp Mjnnnn Brnnswikerstrasse 37, iblvl ItlDoCll) gegenüb. der »Hoffnung«. Teschner & Frentzel, ßruustoirher ßudiliaiibliiitg, Üluftaalien, i’rihbibliotljfl; n. £cbnuit!flgcfd)öfL Kiel, Bruns wiekeretr. 46, gegeoüb. d. «Schulstr. Prompteste und billigste Lieferung aller Arten Bücher n. Zeitschrift, in- n. ausländ. Litter. Schnellste Besorg. v. Antiquaria. Lager von Zeicheotitensilien, Schreib- nnd Papienraaren für Private, Comptoir-, Bureau- u. Studienzwocke. Grosso Auswahl vorzüglichster Schreib-, Copir- u. 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Sjauptlehrer VetcM, Staffenführer, Stiel, SBaiienhofftrafje 4. - l^ctTammlu «g beb Dcrcins .nir pflege kr liatur- unb JNinkslumk in Sdtfcstoig-Ijolftan, Hamburg nnb Lübeck am 2 3. 3»ai 18 9 3 (Anfang 1 1 Ufjr dormittagS) in £len*bur$, litt „Itolotftnm/' ^agcs-©rbnung.! I. Cfrlcbignttfl tton VcrciniSangclegcnheitcn: Bericbterftattung , Sorftanbbroa^l, JJlntrag beb ©otftanbeb au? Ergänjung bebfelbett butd) ein fünfte-? Borftanbömitglieb. II. 'Vorträge : 1. Berfehrbroegc unb tnftorijdje Crter im mittleren unb fiiblidjen Schleswig. Siebter Kalifen- JlenSburg. 2. Über Bobeubilbung Scfjleömig-.polfieinS. ©hmnafiallebrer a. $. 5 a cf -Stiel. 8. Über Dr. Siubwig Dtetjn. .gianptleljrcr Sdmn n n -EHerbef. III. 'Miietftellung: 1. St unft gewerbliche pauäfleijjarbciten aub Schleswig {Jpoljjcbnibarbeiten unb 31?c6e- reien). SHubgefteQl non perrn Sauermann, Tireftor ber funftgewerblidjen gacbfcbule in glenbburg. 2. lianbfdjuftlicbe Slufnabmen. Bon sperr« Bhotograph Treefeti. IV. 31udfal>rt: 'Hbfabrt 2 Ufjt 40 Win. rtaef) ©lücfbburg , juriief über fioQunb unb SBafierbleütn. Um jablreicfjen Befucb bittet Ter gefdiäfttbfäbrenbe 'Huotcbuü. fj'aö i?crjcid)ttiä ber gittcratur ber i*anbc$= unb Üoifätuube in 5d)le^tui3=4poIfteiu, .ftnittbnrfl unb gtibeef für 1J495J wirb bem Juli-Ulugufi-.peft bcigelegt werben. Tabfelbc wirb, bef)ufS Erjielung möglicfjftet 3uberlaffigfeit, nur CriginabSlufnafimen enthalten, (für bic feitenb ber meiften gröberen in söetracijt tommenben BerlagS-Bucbbanblungen unb Stunft-Dlnftalten, jowie, in bejebm nfterem Waffe, jeitenb ber Ülutoren bisher erwiejeite Unterftügung ergebenft banlenb, ridjte ich an alle Beteiligte (Berleger, fHebaftiouen, Bertafier) and) an biejer Stelle bie üufforberung, mir umgebenb ein BericbtS-Efemplar ihrer {amtlichen in irgenb einer SBeife auf ba? ©ebiet fflcjug nebmenben Beröffentlicbungen aub bem Jahre 1892 (Bücher, Brofdfüreu, "Jlbljanb- lungeu, CrtSperjeicfiniffe, ftatiftijctje iabellen, Jüljrer, Starten, Bläue, ftnficbten tc.) einjufenben. Stiel, WuljIiuSftrafee 99. 31. V- Sorenjen. Digitized'by-^Älgie M onatsfdtr if t beßD er eins ^ur f) Arge ber Hatur-u. Xanb eskitnbe in SehlcsU)ig-l)olftein, Hamburg mtb Xübeik. 3. iyaljrgang. J\s 5. 9)iai 1893. $ic „Äeiraat* erfdjeiitt {eben SRouat in 1 — l 1 /* ©ogeu. $3ir ©iitgliebei be« 8nein$ erholten btcfclbc gegen einen ©ertrag »on 2 ®iarf frei j^ugcfaiibt. $er ©eitrag Tann bi« jum 1. Äpril iebeu ^al>re« an ben Haftenfüljrer, #aupt(fbrfr ©eterd in Wiel, SSaifenljofftraBe 4, eiugefanbt werben; bi« batjiii ent» ridjtete ©ertrage werben burd) ©oftiiadjnatjme einge^ogen. — fjflr Hiid)tmrtglicbfr foftet bie „Primat" burd) ben ©udjtianbel im $abr 3 ©tarf, bie eitijelne Wummer 30 ©f. — Sinnigen foften 15 ©f. bie ge^ fpallene ©etitjcile, bei ©Jieberbüluiig wirb ber ©rei« crmäfjigt. Schriftleiter : £iauptlet)rcr £. 3)annmeter in Kiel, SJorufcnftr. 59. Slbcr blütcnbiologifdtc $cob,tditimgcn. ©on Dr. ©aul ftnntf). ®ie munberbareit Senkungen, meldje ämifd)en Säumen unb jEnjeftcn fjerrfdjen, inbem festere ben Sliitenftaub einer Sßflanje auf bie 9iarbe einer anberen berfelbeit ?(rt übertragen, Ejnt in größerem Umfange jnerft Sf)riftian ftonrab Sprengel (uon 1780 — 1798 SReftor ber „Sutl)e- rifdjen großen Schute" in Spanbau) bargelegt , nadjbent fdjon ein äflenfdjeualter oorfjer Sofcpt) ©ottlieb Äiilreuter bie DZotmenbigfeit ber Seif)iilfe ber 3nfeften für bie Seftciubuitg mancher 93tiiten nad)= gcmiefeit fjatte. *) Sprengel SBerf ift betitelt: jDa£ entbedte @ef)eimni8 ber Statur im Sau unb in ber Sefrndjtuug ber Stumen. Scrliit 1793. 4°. 447 Spalten unb 25 Stupf ertafeln. „®iefe Sdjrift, mctdje eine foldje f^ülle feinfter Scobadjtungen ent' l)ä(t, bafi ba§ Stubium bcrfclben nod| fjeute einen Ijotjeu ©euujj gemäfjrt, mar bis uor einem 2Renfd)enatter uöllig in Scrgeffeidjeit geraten." s ) ®amal$ mar bie Sotanif eine rein ftjftematifdjc SEßiffenfdjaft : ^ßflanjen bejdjrcibcn unb in baS Stjftem einreitjen mürbe als bie Aufgabe ber Sfbinjentunbe angefefjen. ®ie Sotanif unferer Xagc begnügt fid) ffierniit nid)t, fouberu fic fud)t bie StebcuSbebingnngen ber ^flait^cn ju erforfdjen, fic mirft bie grage auf, marum finbeit fid) gerabe biefe ober jene (Sin = ’) Sgt. ©. filmt)) , ®e(d)id)tc ber ©olanif in Sdjlcsmiß-^iotfteiit (ftie) unb Seipjifl 1800—02), ©. 101—194. 5 ) «. a. D., S. 101. Digifeed by Google 98 Sßnut fiimtf). rid)tungcn, fie fragt und) ber ßwedmiifjigfeit «nb 'Jiotweubigfcit ber gorm, ©röffe, änorbnung u. f. w. bcr einzelnen Organe, furj, bie neuere SBotanif ift eine biologijdje. Sin SBiologe Born reinften SÖJaffer war auef) Sfjr. ft. Sprengel; er eilte feiner 3eit, toelcfjc burd) bie Sinnä’fdjen ©ebanfen uollftänbig bcl)crrjd)t würbe, weit BorauS — naef) heute fiinnen einzelne feiner £ar= ftellungen als muftergültige bejcidjnet werben. *) Sr geriet Böllig in 93ergeffenl)eit; erft SljarleS $arwin mad)te wieber auf ifjn aufmerffatn. Sicfcr gorfefjer gab in einem 93ud)e: On the varions contrivances by whicli british and foreign Orcliids are fertilized by Insects ; London 1862, »on £>. @. 99 r o n n in bas beutfdje ttberfefjt : Über bie Einrichtungen jur ^Befruchtung 99ritifd_)er mtb ausläubifdjcr Crd)ibeeu burd) Snfeften uttb über bie güuftigeit Srfolge ber SEcdjfclbcfrudjtnug ; Stuttgart 1862 ben Slnftofj ju jal)lreidjen blütenbiologifdjcn Arbeiten. Unter biefen ragen bie SBerfe .fpermatut ÜJi ii 1 1 c r 3 ( 1 883 al§ Oberlehrer am 3icalgt)mnafium ju ftippftabt in ffikftfalen geftorben) als bie grunblcgeitben uttb flafftfdjen fjeruor. lieber , weldjer blütenbiologifcfje 23eobad)tungeu auftcllen will, muff §. ÜDtüUer'3 Sßcrf: £>ie öefrudjtung ber '-Blumen burd) Snfeften unb bie gegenfeitigen Slnpaffungen beiber. Sin ^Beitrag jur Srfentitniä bcs urfäd)lid)en 3ufammenl)angeö in ber organifdjen 9iatur ftubieren. 9Jiit unb nad) ^ermann 'Di iiller Ijabett jal)lreid)e gorfdjer bliiten- biologifdje 93eobad)tungen angeftellt; Butt ftebeuben nenne id): g. ®cIpino in ^Bologna, $. ipilbebranb in greiburg i. 93., 91. b. fterner in SDien, O. ftird)itcr itt |mheul)eim bei Stuttgart, S. Soew in Serlin, 3ol)n ftubboef in garnborougl) (fteitt), g. 9ubwig in ©reij, 3- SD? a c 9eob in ©ent, gri|) ÜJiüIler in IBlumcnau (99rafiliett), S. SDarming in Kopenhagen. giir ben Anfänger ift ein Heines fpeft ju empfehlen: S. ftoew, Anleitung ju blüteubiolügifcfjen ^Beobachtungen. ^Berlin 1889. 8°. 21 S. 63 führt fef)r gefdjidt in bie Slüteubiologic ein unb berührt alle in 58etrad)t fommcitbcn fragen. ’) £aci treffliche Sprengel’fdje Sßert tjabe ich in einer fteinen Schrift: Gl;r. S. Sprengel, Xa$ entbccfie ©cfjeimniä ber Statur. Gin fritiid)e$ SiibiläumSrcfcrat. ©ent 1893. überarbeitet itnb gleichzeitig eine Slnjaljl ber Origiiia(*9lbbiIbungen luicber- gegeben. Digitized by Google Über blütenbioloflifcfjc Skobadjltingett. 99 3n ©djteSWig-^oIftein fjabe id) feit einer Sieitje ooit 3at)ren fotdje ©eobadjtuugen angeftellt unb in einer 8lnjaf)l oon Slbfjanblungeu, Eluf- fäfjen unb Wütigen oeriiffentlidjt. ') ®a$ jujammeufaffenbe unb für nufer ©ebiet gruublegeube äßerf Inffe id) unter bem ®itel: ©turnen unb 3nfeften auf ben norbfriefifdjett 3nfetn (Stiel unb Seipjig 1893) erfdjeineu. GS »erben in bemfclben bie ©tüteneinrid)tungen ber auf ben genannten 3nfetn oorfommenbeit ©ftanjen eingefjenb befdjrieben unb bie beftäubungSucrmittelnbcn 3nfefteu Dieter mitgeteitt. 3nSgefamt werben etwa 1200 3nfeftenbejud)e aufgejätjlt; f)iernon ift ^inn(id) genau bie £>älfte auf ben 3nfelit Siötti, Sylt, Slmrum unb 3röt)r, bie anbere $)älfte an einigen Orten bes fd)lcswig = fjotfteinifcfjen tfefttaubeS, bejonbers in ber llmgegettb uon Äiel gemadjt worben. ©on etwa 50 fßflanjeuarten werben tjier bie ©eftüiibungScinridjtungcit juerft befdjrieben, fo bafj and) biefeS ©ud) für einen ©tumenforfdjer in ©d)le3mig-$oIftcin unentbetjrlicf) fein biirfte. Ein ber £>nnb ber bem Icfctgenauuten SBerte oorangejdjicften furzen „Ginfiifjrung in bie ©Iütenbiologie" will id) oerfudfen, eine Einteilung ju blütenbiologijdjen ©eobad)tungen ju geben, um baburcf) ju felbft- ftäubigen Unterfud)ungen biefer Etrt anjuregen : faunt ein aubcrcS ©ebiet ber ©otanit ift fo anjiefjenb unb füljrt foBiet überrafdjenbe ®f)atfad)en Bor Äugen, wie bie ©tütenbiotogie. 353 ie in ben ciufütjreuben ©Sorten biefer fteinen Elbljaublung an- gebeutet, wirb bou ber Statur bie ©elbftbeftäubung (3njud)t) möglidjft nermieben, bagegen Srcmbbeftäubung (Äreujung) benorgugt. ©Sie Gf). ®arwin’S ©erfudje beweifen, s ) finb bie aus Äreujung tjernorgegaugeuen Samen wibcrftanb3fät)iger, fräftiger, jatjtreidjer, feimfäfyiger, mitfjiu für ben Mampf um bas ®afein geeigneter, als bie aus ©elbftbeftäubung tjerBorgegangenen. Stuf biefe Jt)atfad)e grünbete , 'perin. SJfüller feilte ©tumenttjeorie; fie lautet: ,,©o oft aus Sreujitng Ijeroorgegaitgene 9tad)fommcn mit aus ©elbftbefrndjtung fyernorgegangeneit in ernfteu ©Settfampf um bie ®afcinSbebingungen oerfefct werben, bleiben bie erfteren ©ieger. Stur wo biefer ©Sett- fampf erfpart bleibt, fann aud) ©etbftbefrud)tung oft oietc ©enerationen fjinburd) ber gortpftanjung genügen." ©Senn bie ®arwin’jd)en ©erfudje für bie 9tid)tigfeit biefer ©e= fjauptung ein birefter ©eweiS finb, fo finben wir einen inbireften in ben ©eftäubungSeiuridjtungcn ber ©tunten. ®enn wäre bie ©elbft- ■) Sgl. meine ®efdjid)te ber Sotanil in GdjIeSmig-fjoiflcin, S. 105—198. *) The effects of cross and selffertilisatiou. London 1876. Digitized by Google 100 'paul ilmitt). befrudjtung eine unbegrenzte, jo toürbe bic fleiftoganic '-Blutenform, b. t). biejenige, bei tuelcfjer bie ©elegung ber 9latbe burd) ben Rollen in ber fuofpenartig gefdflofjeu bleibenben ©tüte erfolgt, bic oorteiltjaftefte fein. 2f)atjcid)(id) ijt uns aber itid)t eine einzige fJJflanje betannt, bie fid) augjdfliefdid) burcf» fpontane Selbftbefruchtuug fortpflanzt. ’) 3m ©egenteil, cS jittb uott ber Siatur jaljtreidje Gitiridftungeu getroffen, um Selbftbeftäubuug ju oertjinbern unb grembbeftäubung t»erbeijufüt»ren. 9iur »oettn letztere uidft erfolgt, fommt erftere als 9iotbel)cIf itt 9ln= toenbung. Xie toidjtigften biefer Ginridftungen finb Xiflinie (b. I). bie ©tüten finb cingejdftcdjtig), ferner Xidfogamic (b. 1). SRarbe unb Staub« beutet finb uidft gleichzeitig fnnftionSfätjig), enbtidf ^eteroftiflic (Heteromorphismus) b. tf- bie retatioe Bättge ber Staubblätter unb ber ©riffet ift in ben ©litten oerjehiebener 3nbioibnen berjetben Strt eine oerfchicbette). ©et ben bifiitifdfeit (cingcfdflcdftigeu) , atfo j »t» e i = ober ein« häufigen fßftanzen ift Setbftbeftänbnng fetbftoerftänblid) auSgcfchloffett: eS tnuh, fotl ^rudftbitbuug erfolgen, ber ©lütenftaub uott einer ©tunte auf bic attbere übertragen toerbett, unb zwar etmueber burdf 3nfcttcn ober burd) beit SBinb. Gin auSgezeidfueteS Seifpiet bieten unfere Söeibenarteit. Xie honigbuftetiben, burcf» ihre 3 u f am,nc uf)äufung z u ßäfcdfen leidft bemerf« baren ©tüten, beren Slugeufälligfcit nodf burch bett Umftaitb erhöht toirb, bah bie ©litten früher als bie ©tätter erfdjeinen unb auherbem burch ihre frühe ©tütezeit ber ftottfurrenz anberer ©turnen faft gättzlid) überhoben fittb, toerben oott zatftreidfeu ©ienett unb Hummeln bcfudjt, toctdfe, ohne fid) ftreng an eine beftimmte ©ftanzenart zu bittben, beit Stütenftaub übertragen ltttb fo bie ©ilbuttg ber zatfllofen SBeibenbaftarbc betoirfen. SDlerftoürbig ift bie Xffatfacfje, bah bei bett nädjften ©ertoaitbtett ber SBeibett, ben fßappetn, bie Übertragung beS ©tiitenftaubeS burch bett SBinb gefdfielft. Söätfreitb bie SBeibett atfo „injefteubtütig" finb, fittb bie Rappeln „toittbb tätig." 'Xu biefe Grfdfeinung ftiüpft Her« matttt fDiüller (Sefr. b. ©I. burch 3nj., S. 149) bie ©ermutung, bah bie SEBeiben ihren XittiniSmuS „atS Grbftüd oott bett ätteften (bittinifchen unb wiubbtütigen) ©haucroganien befipen," ba{j bie Slbfonberutig beS HottigS als Xttpaffung an bie Snfeftenbefruchtung entftauben ift, »uätfrenb bie meiften bitlinifdfctt, infeftenbliitigen ©ftanzen aus ffmitterblütcit burd; ©erfümmerung ber Staub« beziigt. Fruchtblätter entftauben feien. Slber and) bei ben ff'mütrblüteit finbett fid) bie mannigfattigften Gin« ridftuugeu, um Sctbftbeftäubung z« uerljittbertt ober bod) fic erft bei auSge- ') ftteiftogame SJlütcn ftnbet man neben ben normal oubgebitbeten Blumen J. SJ. bei I.amium amplexicaulc, Viola-Ärten, Oxalis acetosella u. a. Digitized by Google Über blütcnbiologifche ®co!>ad)tuii{jcii. 101 bliebciter grembbcftäubutig eintreten ju laffeit. £a8 wol)l Ijäufigfie SHittel ift bie oben erwähnte 2>id)ogamie, bie natürlich zweierlei 9lrt jein faitn: eutweber fiub bie Staubbeutel fritfjcr aufgefprungen, als bie ÜJlarbc ber- felben Slüte empfängnisfäfjig ift (ißrotanbrie ober Staubblatt- oorreife ')), ober cS finbet baS Umgefefjrtc ftatt (Sßrotogljnie ober $rucf)tbIattüorreifc ')). 3 ur Erläuterung gebe idj bie 2lbbilbuug ber SBlÜteUjuftänbe OOU Malva Deglecta With. unb Euphrasia Odontitos L. var. litoralis Fr., bie id) im 3uli oorigett 3af)re8 auf gö^r bejiigl. Slmrum beobadjtete. St«. I- Malva neglecta With. (3« etwa fünffacher Sergrößerung nach Entfernung t>ou Selch nnb Slumcntrone. 3i>ht. 3»li 1882.) 1. Snofpenjuftanb: Staubblattfäule mit gefdjloffcuen Staubbeuteln. 2. (Srfter männlidjer Staubblattfäule mit geöffneten Staubbeuteln; bie uuentroirfeltelten Farben finb öon ben Staub- blättern umhüllt. 3. 3 l9 eiter männlid)er 3 u f ta 'tb: 3)ie ©riffel ragen etwas aus ber Staubblattfäule l)eroor; fonft wie oor. 4. CS r ft e r 3witterjuftanb: $ie nunmeljr empfängniSfäfjigen Starben ragen aus beu uod) mit Sliiteuftaub uerfclfencn, aber abwärts ge- f dilagenen Staubbeuteln weit Ijeroor unb Ijabeu fid) fternförmig am Slütcueingang auSgebreitet. Sei 3nfeftenbefud) muff alfo grentb- beftäubung eintreten. n. 3 e i 1 e r 3 i 1 1 e f 3 « ft ei n b : -Die Farben rollen fid) fpiralig um bie uod) poflenbeberften Staubbeutel. Sei auSgcbliebcnem 3nfe!teu- befudfe erfolgt alfo als 9totbef)elf fpoutane Selbftbeftäubung. u Staubblätter, s Farben, n eponigring. *) ES ifi fchraer, für biefe mifjcnfchaftlichen, internationalen Sejcichnungcn beutfcfjc 'llubbriicfe gu finben ; ich h n & c Staubblatt- unb Srudjtblattoorreife oor- gefcßlagen. (Sgl. fflotan. Gentrolbl. 1892, Sb. 62, <3. 217 u. 218.) Digitized by Google 102 ißaul Shiutt). Enphrasia Odontites L. var. litoralia Fr. (Stuten »on ber Seite in etrca breifadjer Sergröjjerung. Stimmt, 3uti 1892.) 1. S55 eiblicfjer 3 u fta«b: Sie cntroicfelte 9?arbe ragt an gebogenem ©riffei auS ber Sötüte hcroor, bie unenttoiefetten Staubblätter finb in berfelben nod) oerborgen. 2. 3Ä ännlicfjer ®ie geöffneten Staubbeutel haben bie Sage intte, welche im erften Zuftanbe bie 9larbe befajj. Sefetere ift oer> troefnet, ber ©riffel gerabe. k Seid), c Slunienfrone, a Staubbeutel, s 9tarbe. ©inet toeiteren ©rtlärung bebürfen bie Slbbilbungen nicf)t : eS ift erfidjtlicf) , baß Malva eine ausgeprägt protanbrifdje , Euphrasia eine ausgeprägt protogpnifdje ißflanje ift. 9htd) jeigt erftere beutlid), bafs Selbftbeftäubung als 9iotbef)etf gegen ©ube ber Slütejeit eintritt. Sei legerer ift jur Befruchtung (jnfcftenbefud) unbebingt uottoenbig. Sei biefer ©clegentjcit möchte id) barauf ^inmeijen, bafj man niemals oerfäumen foü, bie Sliitenjuftänbe, tueldje man an ben in ihrer @nt= toidlung oerfdjiebeu toeit oorgefd)rittcnen Sfumett gleid^eitig ju beobadjten ©elegenheit fjat, ju jcidjtten. 9)?an ocrfudjc nur, eS ju tljun unb, wenn eS aud) bie erften üRale nid)t ganj nad) Sßunfd) ausfällt, fo wirb aud) l)ier burd) Übung halb ein geuiigenbeS s IWaff oon ©cfd)idlidifeit t)erbeigefüt>rt werben. ©S ift mir immer fetjr intereffant gewefen, bie erften, faft ftümperljafteu Zeidptungen .^ermann Ültiiller’S mit ben fpäter oon it>m auSgefütjrten, gerabeju als Äunftwerfe ju bejeidptenben 9lb> bilbungen ju Dergleichen. Statt betrad)te nur bie faft fdjematifdfen Zeichnungen in feinem erften Söerfc (Scfruchtung ber Slumen burd) Snfeften) auf S. 133 (Nasturtium ailvoatre R. Br.), S. 136 (Teesdalea nudicaulia R. Br.), S. 183 (Cerastium arvense L.), S. 101 (Lythrum aalicaria L.), S. 275 (Lycium barbarum L.), S. 350 (Hottonia pa- lustris L.), S. 357 (Galium Mollugo L.) tc. unb bie fein ausgeführten, pradjtoollen Slbbilbungen in feinem ^weiten großen SBcrfe (llpenblumeu), j. S. S. 394 (Lonicera nigra L.), S. 395 (Lonicera alpigena L.), S. 406 (Phyteuma), S. 470 (Valeriana montana L.) ic. Digitized by Google Über blü cubiotogijdje Seobadjlungcn. 103 3d) Ijabc oerjud)t, bie Sliitenjuftänbe ju photographieren : biefe 91 rt ber SSiebergabc Ijat uor ber 3 e i c *J nun 9 ben Sorjug, baß ein nahm getreueö, mithin bcwciSträftigeS löilb geliefert wirb, aber einmal fattit man ben ppotograptpfdjen Apparat nicht immer bei fid) haben unb aud) nicht überall bie baju nötigen Arbeiten oornef)meu, jobann madjt bie pf)otograpl)i)d)c SBiebergabe ber meift jel)r {(einen ©egenftäube fo be-- beutenbe Sdjroierigfeitcn, baß id) fegt bie üidjtbilbfunft nur auänaljmä- weife anwenbe. ( s -8crgl. bie Slbbilbungen ber ©tüteniuftänbe oon Lycium barbarum L.) Jig. III. Lycium barbarum L. (91nd) einer in breifadjer SkrgröBerung auSgcfüprtcn 'lifjologrnptjie. SuS meinem Sterte: „Slumen unb Snfeflcn auf ben norbfricfildicn Unfein.") 1. 931iite im erfteit guftanbe: Die Staubfäben ber aufgesprungenen Staubbeutel finb nad) oben, ber ©riffel mit ber empfängniSfätjigen fJRarbc ift nad) unten gebogen, (grembbeftäubungSjuftanb.) 2. ©liite im j weiten 3 U 11 ^ e : Staubbeutel unb 9larbe finb fo genähert, baß burd) unmittelbare (Berührung fpoutane ©elbft = beftäubuug erfolgt. 3d) bin baßer jur jeidjueuben 9Wetf)obe jurüdgefeljrt. Sine ßeidjnung ift mefjr im Stanbc, eine 9(nfdjauung oon bem ©efefjenen ju geben, als bie beftc SBefdjreibung. 3n ben oben mitgeteilten Seifpielen (Malva unb Euphrasia) ift bas Srtennen ber ffkotanbrie utib ^rotogtjuie ber Ölumeu fel)r (eid)t. 3it aubereu gälten wirb mau zweifelhaft fein föitnen, unb bann faun nur bie mifroffopifdje Unterfudjung ber s Jtarbe Sluffdjlufi geben: erft wenn man beutlid) bie 9tarbenpapillen, weldje jur Slnfnaljme ber Sliitenftaub= forner beftimmt finb, erfennt, ift bie unterfudjte Slume befähigt, befruchtet ju werben. (SSergl. bie mifroffopifdjen Dtarbcnabbilbuugen oon Chrys- anthemum segetum L. unb Aster Tripolium L.) Digitized by Google 104 '4<(iul Ätiutt). 1—3 mifroitopij^e 9!arbenobtiHbungen »oit Chrysanthemum segetum L. 4 — 6 »Olt Aster Tripoliura L. (?fuä meinem bei »origer <|ig. genannten 'Berte.) ). Vergrößerte ®riffelfpi|e einer Sd)eibenblüte im e r fte n ßuftanbe mit gefcf)loffenett Varbenäften : an ber Spifte bte gegejaefen, barnntcr in ber ©litte bie ©arbenpapillen (p). 2. Star! Dergröfferfe ©rifielfpifjc einer Sdjeibenbliite im zweiten ßuftanbe mit tjalbfrciSförmig auSeinanber gefpreijten ©arbenäften : bie papiööfen (empfängnisfähigen) ffflädjen liegen oben. 3. ©od) ftärfer oergrö|erte Otiriffelfpiße einer Sdjeibenblüte oon ber 3nnenfeite; in ber ©litte bie mit ©ollenforncrn gefüllte ©riffelrinne. 4. ©riffelfpifje non ber Seite: oben ffregejarfen, an ben Seiten ©arben« papillen. 5. (Sin ©riffclaft oon ber Ülufsenfeite. ti. Herfelbe oon ber Snnenfeite. ©ei oielen ifjflanjen finb ©taub« nnb Fruchtblätter gleichzeitig reif, ein $uftanb, ber als .'pomogamie be^eidjnet wirb. Sind) in biefem Falle wirb ©eftäubung ber ©arbe burd) ben Rollen berfelbeu ©litte (Jpoittanc Selbftbeftciubung) burd) bie gegenfeitige Stellung biefer Heile anfangs meift öermieben nnb tritt erft ein, wenn bie £>o()e ber ©liitejät iiberfd)ritten ift, alfo bie 2Bal)rfd)eiulid)feit beS 3nfettenbejud)e8 gering geworben ift. flu foldjen fjomogameu ©litten ift and) bei Büfetten« Digitized by Google Übet bliitenbiotogifdje ®cobncf)tungcn. 105 befud) ©elbftbeftnubung möqlicf), inbent bie Kerbtiere bcn ©ollen auf bie Partie berjelben ©litte räumen fßnneu. fabelt bie Snfefteu aber bereits eine aubere ©liite befudjt, fo rnerbcu fic non bort ©lüteuftaub mitbringen, ben fie bann auf bie SRarbe ber neuen ©litte legen; falls nun and) nod) Rollen oon ber eigenen ©litte auf bie 9larbe gelaugt, fo ift cS bod) ma^rfd)ehtlid), baff nur ber frembc jur SBirfung foinmt. Sn bemfelben ©ittne mie bie ®icf)ogamie toirft bie .fjeteroftplie. @o be^eidjitet mau bie ©rfdjeinung, tocnn auf oerjd)iebeneit Stßden bcr^ felbeu ©flanjenart ©litten uorfommen, bie fid) burd) oerfd)iebcne üiinge ber ©riffel unb ©taubfäbeu oon eiuatiber unterfdjeiben, unb jtuar giebt eS ©flanjcn mit jmei öerfdjiebetten ©liitenformett (bimorpfje ober jmeigeftaltige) unb mit brcierlei ©liitenformeit (trimorplje ober breigeftaltige). 3?aS befanntefte Seijpiel einer trimorpljen ©flanje ift ber Sfficiberid) (Lytlirum snlicnria L.) : cS fommen ©tßde oor, bcren ©litten lauge unb mittellaugc ©taubfäbeu unb furje ©riffel befiben, ferner foldje mit langen ©taubfäbeu, mittellaugem ©riffel unb furjen ©taubfäbcn, enblid) foldje mit langem ©riffel, inittellangcn unb furzen ©taubfäbeu. ®imorpf) fiitb eine gattjc Slttjaljl befannter ©flanjen, j. ©. bie Primeln (Primnla officinalis .Tacq., P. elatior Jacq., P. aeaulis L.), baS Sungeufraut (Pulmonaria officinalis L.), bie ©umpffeber (Hottonia palustris L.), ber ©lldjlueijeu (Polygonnni Fagopynnn L.), ber Sittcrflee (Menyanthes trifoliata L.) u. a. ©ei allen bicjcu treten ©töde mit jtoei uerfdjiebcucn Sliitenformcn auf: 1) fflliiten mit taugen ©taubfäbeu unb furzen ©riffeln, 2) ©litten mit furjen ©taubfäben unb langen ©riffeln. (©. Slbbilbttng oon Menyanthes trifoliata L.) Menyanthes trifoliata L. (9lu3 meinem oben genannten Söerfe.) 1. ©liite mit langen ©taubblättern unb furjent ©riffel. 2. „ „ für je u „ „ langem „ Digitized by Google 106 B«ul finutß. Sdjou Sprengel fjatte bie ©rfdjeinung be3 $imorpf)i$mu8 bei Hottonia palustris beoliodjtct, ') bod) [jot erft Dartutu bie ©rfläruitg bafiir gegeben, ©r jeigte burd) jnljlreidje ©crfudje, bafs bie üoflfontmcnfte Sefrudjtung, b. f). bie hefte Samenbilbung olsbonn eintritt, wenn bie Slorben ber ©tüten mit langem (Griffel burd) ben ©ollen au8 ©täten mit taugen Staubblättern unb bie tursgriffeligen ©Inmen mit Staub ouä ©tüten mit tarnen Staubblättern belegt roerben. Xieje fogenanntc „legitime ©efrudjtung" wirb burd) t)onigfud)enbe Sitjelteu oolljogcu. 2)a3 in eine tanggriffetige ©liitc einbringenbe lierdjcn berührt mit bcr= jeitigeu Stelle feiltet StörperS (meift mit bem Stopfe) bie Staubbeutel, too beim ©efudje einer furjgriffeligen Sliite fid) bie ©arte befinbet. Sn ber leptereu wirb baä Snfeft fid) an berjenigen Stelle (meift am Hinterleib) mit ©ollen bebedett, iuo in einer langgriffeligen bie Slarbe fi()t. 6§ muß alfo unfehlbar nad) bem ©efudje beiber Sliitenformen bei jebem folgenben ©efudje legitime ©cfrudjtung eintreten. SKobitrdj roerben nun bie bie ©efrudjtung ber ©(unten oermittflnben, poUenübertragcnben Snfefteu angelodt? Unb roeldjen Sloljn erhalten fic für bie ooit iljucu oerridjtete Arbeit? 9113 Slnlorfunggmittel unb gleich- seitig Sloljn bient bie ooit ben ©lumen bargebotene ©aljrung, weldje entroeber au <5 ©lütenftaub unb Honig (Stellar) ober nur auS 'erftercm beftefjt. 5)amit ober bie Snfcften auf ba£ gaftlidjc Hau#, ba3 ifjxten Speife unb Üranf giebt, aufincrffam roerben, befipeu bie ©lumen S dj a u = apporate, toeldje fie roeitfjin bemerfbar madjen. 3)iefe Aufgabe über« nimmt meift bie ©lumenfrone burd} itjre @röjje, iljre fjeroorftedjenbe $orbc unb iljre auffotlenbc Jortu. SemerfeuSrocrt ift, bof) im griiljliug, wo ber ©Jettberoerb ber ber ©efrudjtung (jartenben ©lumen nod) ein geringer ift, aud) bie roten, blauen unb uiolettcn garben weniger »cr= treten finb, als fpäter, roo befonber? im Hrodlfoinmer bie ©lüten mit eiuanber wetteifern, bie leudjtcnbften Jarben Ijeroorjubringeu. SBäfjrcnb im griiljlinge ©elb unb Sfikifj bie fjouptfädjlidjftcn ©liitenfarben finb, treten itadjljer ©ot unb ©tau in ben oerfdjiebenften Slbönberuttgen in bett ©orbergrunb. ©on ber f^orm ber ©lumenfrone gilt atjnlidjeS: je weiter bie Snßre^eit oorfdjreitet, befto oerfdjicbeuartiger unb mannig= faltiger roerben bie formen ber ©lüten: im griißling Ijerrfdjcn bie ') St jagt darüber S. 103 folgenbeä: „Einige Bflanjcn finb lauter foldje Blumen, bereu Glaubgefäßc innerlialb ber Sroncnröbre befinblid) finb, bereit ©rijfcl aber auä bcrfelben ßeroorraget, unb anbere lauter foldje Blumen, bereit ©riffel tiirjer ift, beten Staubgefäße aber länger finb, als bie ftronenröfjre. 3dj glaube nid)t, baß biefeä ettuaä jufäHigeä, joubern eine ffinridjtung ber Statur ift, ob id) glcid| itidjt int Staube bin, bie Slbfidjt berfelbcn atijujcigeu." Digitized by Google Uber blütcnfaiologifdjc Seobndgiinflen. 107 ftraßtig=fßmmetrifcßen (fog. regelmäßigen) ©lumenfronen «or, fpäter bie ßälftig-fljmmetrifdjen (jog. unregelmäßigen). 9113 ein tpauptmittel, um eine ©flanje augenfällig ju rnacßeu, bienen bie Slütenftänbe. Steine ©liiten inttffcn jit gebrängtcn Stäuben ju= fammentreten, menn fic überhaupt bemerfbnr fein wollen. Sie jufammen« gefegte Solbe ber Solbcnbliitler, bas Söpfdjen ber Sleearten unb anbcrer ScßmetterlingSbliitler, ba3 Stürbcßen ber Sorbbliitler, bie Sraube ber ftreujbliitler u. f. w., was bejtoecfen fie nnbcrS, als bie Slugenfälligfeit ber ©lumcu? Unb toenn man bann nod) bie Srjdjeinuug ber ftraßtenben Kolben unb Sörbcßen in ©etrad)t ^iefjt, fo fann man fid) ber Über= jeugung nicßt oerfcßließcn, baß bie äußere Steiße ber ©liiten nur baju oorßanben ift, burd) ©riiße, abweicßeube ftorm unb and) garbe bie Slugenfälligfeit bc3 gangen ©liitenftanbcS gu erßößen. Sind) für bie Slütenftänbe gilt äßnlidjeS als was über bie garbe unb gorm ber ©lumen oorßin gefagt: bie crfteit grüßltngSpflaitgen befißen meift einzeln ober in wenigbliitigen Xrauben ober Solben fteßcnbe ©lumen, unb crft bei ben fpäter bliißenben treten bie oielbliitigen itnb namentlich bie gufammew gejeßten Slütenftänbe auf. Slußer ber Slugenfälligfeit ift ber ©erueß ein SlnloduugSmittel. s Jtid)t nur fitib c3 bie ©liiten, melcße burd) ihren Suft ben gnfeften ben 2Beg gur Stufßnbung bc3 .'ponigs geigen, fonbern guweilen befißt bie gange ©ftange einen meßr ober weniger ftarfeu ©erud), g. ©. bie SO? i n 5 e n (Mentha -Slrteti) unb bie Slätter ber SBcinrofe (Eosa rubiginosa L.). Sein auf eine Slume geflogenen gnfeft wirb bie Slufßnbung beS ,'ponigs ßäufig burd) glecfen ober Stricße crleidjtert, welche burd) ißre Stellung ober ißre SRicßtung ben Ort anbeuten, wo ber ,'ponig oerborgen ift. Sold)e 3t'id)nungen nennt mau Saftmale. (Sergl. bie Slbbilbung ber Saftmale oon Eroditnn Oicntariain (L.) L'Herit.). Sig. VI. 12 3 4 5 6 a?crfd)irbcne ftormen ber Snftmale oon Erodinin Cicntarinm (L.) L’Herit. (Sluä meinem oben angeführten SSerte.) 9tid)t jeber ©cfudjer ift für bie ©litte oon ©orteit; baßer werben biefc gegen ungebetene ©äfte bureß bie oerfeßiebenartigften ©orrießtungen gefdjüßt. SefouberS wirb natiirlid) ben fog. wefcntlicßen ©tiitenorganen, ben Stau Ir unb grudjtblättcrn, biefer Sd)itß gu teil: nid)t nur bilbeu Digitlzed by Google 108 i'aul Miiutb. Uber bliitriibiologijdje töcobntbtutiflcii. fie ftctsJ bie innerften, alfo gesell äußere ©inpffe am meiften ocrtoaßrtett Beißen ber Blumenblätter, foubern bie Meid)- uub Blumenfroublätter befißen oft foldfe formen unb folcßc gegeufeitige Stellung, baß nur bie für bie Beftäubung braudjbarett Bttfeften jum |>onig gelangen fönnen. Meuterer toirb meift an einer gegen beii Begen u. f. to. gefcßiißten Stelle im Innern ber Blüte abgefonbert, bodj !ann er aud) gau^ frei liegen, /j. B. bei ben Dolbenblütlern. Bielfad) finbet er fid) am ©runbe ber Staub“ unb ^rud)tblätter, ßäufig in einer fiirjeren ober längeren Bößre (Sippenbliitler, Brauuwurjqewäcßfe, ^rimelgemädjfe u. f. to.) ober am ©runbe eines Sporn (Bcild)engeniäd)fe, Miiabeufrautgewäd)fe), unb eS ift felbftoerftänblid), baß bie Sänge ber Blumettfronrüßre unb beS Spornes ber Sänge beS Büffels ber bie Bcfrud)tung oermittelnben Bü- fetten cntfpridjt, bod) tommt es nießt feiten oor, baf? aud) fitrjcrrüffelige Merfc ben ©onig rauben, inbem fie Bößre ober Sporn oon ber Seite aufbeißen unb burd) bie gemachte Öffnung ben Büffel bis jum ,'ponig oorfdjieben. Dies gefeßießt ßäufig bei nuferen Serdjenfpornarten burd) bie Srbßummel (Bombus terrestris) mit nur 7 — Smin langen Büffel, ebenfo beim weißen Bienenfaug. 3n ben Sllpen uäßrt fid) eine attbere .fjummelart (Bombus mastrucatus) faßt auSfcßließlid) oon auf biefe Sßeife geraubtem .'ponig. Ten bcftäubungSoermittelnben Büfetten toirb ber Befud) ber Blumen bureß Darbietung eines möglid)ft bequemen SißeS erleichtert, kleinere Blüten, toeldje ju augenfälligen ©cnofjcnjdjaftctt oereinigt finb, ßaben in ißrett gebrängten Blütenftänben paffenbe Sißpläße: bie Mürbcßett ber Äorbbliitler, bie Sdjirme ber Dolbeitblütler, bie Mäßdjcn ber SSeiben- arten u. f. w. finb in ißrer ©efammtßeit juglcid) Stußl uub gebedter Difcß. ©rößere Blüten bcfißeu Ijäufig befonbere ?luflugftellcn, j. B. bie ScßmetterlingSbliitler in ben ffliigeln unb im Sd)iffd)en, bie Sippen- unb Badjenblittler in ber Unterlippe, ebenfo bie Muabcnfrautgcwäcßfe, mandje ^mßnenfnßgewäcßfe u. a. (Sdttiiü folgt.) Hon Ücrgcborf nach Jrvicbrichsiuh. Sion 3olj, fei l)icr Digitized by Google 112 SBlitteitungen. bie 3nfcßrift bc§ Sßebctcr SRoIonb mitfjeteilt, bie freilich ßinfidjtlicß ber Zeitangabe ooit bent 23erid)te in ber Zeitnot abweicßt. 2Bie bie Unter* fcfjrift ^eigt, ift bie 3nfd)rift oerfaßt »an bem feinerjeit ßodjgerüßntten unb f)od)gecf)rten $icßter 3oßann Stift, ber baniali iJJrebigcr in SBcbcI war. ©ic lautet: „9113 fed)3äcßnßunbert unb rtocfi ein unb fiinfäig 3aßr „im SBintermonat bie befannte 3aßräaßl war, „warb biefe3 ftaiferbilb aufs neu ßierßcrgefeßt. „@ott woll c3 unb uns all erhalten unoerlcßt. Stift. .fpoltn bei ilterfen. Gfdjenburg. Sctcr ber Wrofec in ©djleömig^olitcin. Antwort auf Slnfrage Januar 1893. ifjeter ber ©roße war ju 9tnfang be3 JsaljreS 1713 in ©d)IeSwig=£>oIftein. 3m norbifcßen Kriege wanbte fiel) nämlid) ber ©eneral ©teenbod nad) ber ©d)lad)t bei ©abebnfd) am 20. Ssejember 1712 nad) .fjolftein, ging am 9tu3gange biefcS 3aßre3 über bie ®raöe unb ließ am 9. 3anuar 1713 9lltona einäfeßern. UntcrbcS war and) bas oereinigte ruffifcß*fäcßfifcße $eer unter perfünlicßcr Slnfüßrung Bieter be3 ©roßen nad) ^olfteiu oorgebrungen. ©eneral ©teenbod ging in ©Imärfcßen burd) .fjolftein nnb 50g am 16., 17. unb 18. 3anuar 1713 über bie ©ber. ®ie Stuffen folgten ißm auf bem Juße. ®ie ruffifdje Üteiterei befeßte bie £anbfd)aft ©tapelßolm. ®ie Srigabe be3 ©eiteraUßieutenantS ißflug lag in ©überftapel, Seett) unb ®rage ; @eneral>£ieutenant Sauer befeßte ©fbe, Sergenßufen unb äBoßlbe. ®ie ©djweben würben immer nteßr in bie (Sngc getrieben unb mußten fid) auf ba3 ©ebiet tpufum, ^riebridjftabt, lötining befeßränfen. 91m 12. gebruar 1713 würbe auef) ^riebricfjftnbt oou ben ©d)Webcn ge* räumt. ®ic Stuffen riidtcu jeßt gegen Xöiming oor. Seter ber ©roße ßatte fein Duartier in 0friebri(ßftabt. 9lm 25. SDtärj reifte er oon biefer ©tabt burd) ®eutfd)lanb nad) Stußtaub juriirf. 3n welcßer Seranlaffung s 45cter ber ©roße nad) ber ©trudborfer ®afel am 10. 'Jtou. 1716 in .'polftein gewefen fein foll, ift mir oöllig unflar, unb mürbe id) eine SRitteilung bariiber banfenb entgegen neßmeit. SBoßlbe, ben 19. 3. Soß. 2. ®iefe gragc ift oßne Zweifel 511 befaßen, beim in bemfclben 3aßrc, 1716, ift ber 3ar nebft feiner ©emaßlin Gatßarina and) burd) Siibcd getommeu, wie wir ber „flübißßen Gßrouif" entneßmeu. ®ie iliibeder oermieteten bantalS für 34000 Ißater au Siußlatib 47 ©dfiffc jum ®ran3port ber ruffifdjen Gruppen naeß ©d)Wcben. ©ieße übrigens Digitized by Google SJtiltcilimgcn. 113 cntcf) bie Sd)rober’fd)e jtopograpljie oon §olftein, Seite 502, JIrtilel Strurfborf, worin gejagt wirb, bajj in einem ber bortigen 3Birtgf)äufer fiel) ber rujfifche .gar *ßeter ber ©rofje ntib befjen ©ematjlin eine furje $eit aufgehalten haben. ?(ucf) in 6d)legwig ift 5|Seter ber ©rofje gewejeit unb jwar, um ben gelehrten unb funftfertigen fjerjog ^riebrief) III. non Sd)legwig--&olftein=@ottorp einen Sefud) abjuftatten. Sei ber ®clegen= heit würbe itjm u. a. aud) ber bamalg oietbewunberte SHiejenglobug oor-- geführt, ber 11 Vs fmmburger gufj im ®urdjmefier hatte unb ganj aitS Kupfer gearbeitet war. ®er $ar fanb an biejem Sunftwerf einen foldjen ©cfallen, bafj er fief) bagfelbe alg ©efdjenf erbat. Gr lieg ben ©lobttg narf) '-Petersburg fdjaffcit, wo er fief) freute uod} befinbet. Söbp. §. ®h een - Suitgcr ftuitwf im Weit öcö 1Rotj(h>Pnujd)enÖ. 8113 id) in 9!r. 1 beS 3. Safjrgangeg „?llteg unb Sleueg aug bent ^augljalte beS Surfurfg" lag, fiel mir eine Segebcnljeit aug meiner fiinbpeit ein, welche injofern oon ^ntereffe ift, als fie beweift, baß ber Äurfucf, biefer fonft fc^eue Sogei, wäljrenb ber fiegejeit gäit^Iid) feine 9tatur ju oerleugnen fdjeint unb eine fonft an il)m niefjt gelaunte ®reiftigfeit an ben ®ag legt. Unter bem ®ad)e meiner elterlichen SEBobuuug befanb fiel) auf einem Salten = oorjprung bag 9teft eines 9iotl)fd)Wänjd)ensS (Iluticilla phoenicurus). 911S lejjtereg anfing, feine Gier ju legen, hörten wir brei ober oier ÜJtorgen nadjeinanber in unferem ©arten beit Kurfud wof)l eine Stunbe lang fdjreien. Sä fiel fämtlid)en ßaugbewohneru auf, baff biefer feltene ©aft ung jeben fütorgen fein weithin fdjallcttbeS „Kudud" jurief. 9lber, wie gejagt, nur brei ober oier Storgen hatte er ung mit feinem Sefudje be= ehrt; bann war er plöjdid) auf 9limmerwieberfef)en oerfdjwunben. ®ag Sotfdpoänjdjen aber fing an ju brüten. 9lad) einer gerannten 3eit hätte id) gerne einmal nad)gefef)cn, ob nidjt fdjoit junge fRotfd)Wäitjd;eit in bem 'Jlefte wären, bod) war fofdjeS ftrengftenS nnterfagt. Sdjliefjlid) tonnte id) meine Seugicrbe nidjt meljr jügelu. Giue Seiter würbe angc> fe()t unb erWartnnggooll in bas 'lieft hineingegriffen. 9ßaS fanb ich? anftatt ber fünf jungen fRotjdjwäujdjcn einen, bod) befto größeren jungen Sogei, ber nidjt im entfernteren ber 9lad)fömntling eine» SRotfchwänjd)enS fein tonnte; benfelbeu p meinem Sater gebracht, erhielt id) bie Sluf* ftärung, bah ein junger Sutfud fei, wag mir fpäter, als berjelbe fein oolleS geberfleib trug, oollftänbig einleud)tcte. Sntereffant war eg für uttg ftiuber, ju fcheit, mit weldjent gleiße bie alten fRotfdjroän$d)en ihrem Slboptiotinbe Saupett, Sßiirmer it. f. w. jufd)Ieppten. ®agjelbe war aber ein fßimmerfatt. 'Iß ag mir bei biefer ®ejd)id)te aufgefallen unb woran id) fpäter Digitized by Google 114 Wittcilungcn. ßäufig gebacßt, bas war, baß bcr ftitrfitrf brei ober oier ÜHorgeu ttaeß- eiimnber wicberfeßrte. , patte berfelbe gleidj am erfteu SDforgen jeiti Gi i« bas 9left gelegt itttb an beti anbent Jagen ttadjgejeßen, ob baSfelbe nod) woßlbeßalten barin lag? Cbcr ßatte er an ben erfteu Jagen nur inftiuft» mäßig baS oon ißm gewählte 'lieft befueßt, wie bieö bei unfern .püßiteru ber f^all ift, um barauf am britten ober oierten SUlorgeit ein Gi prüd= jitlaffen? ^ebenfalls ift baS Sießtere waßrfcßeinlidß. 3mmerßin giebt biefer Sali 3eitgniS baoon, baß ber Sucfud feßr wäßlerifcß ift inbetreff eiltet iJiefteä, baß er aber and), wenn er ein 'lieft gefuttben, oor pinberniffen nießt jnrüdfeßredt. Jantit bie fiefer erfaßten, weldje 3ufunft ber junge Suchte! hatte, fei ißnen junt Sdjiuß mitgeteilt, baß berfelbe eine $ierbe bcS .goologifeßen ©artend in Hamburg tourbe. iiofftebt bei fmmburg. 91. 2BellS, Seßrer. Sunt Cuutfrn brr Sröjdjc. ®ei ber J)ienftwoßnung meines ffiaterS in Jitßmarfcßeit am Straube bcr 9lorbfee befinbet fid) unmittelbar am Süße beS SeebeidjeS eiue große Jrättfe, in tueldjer in einiger Gntfcrnung oon bem 'Hanbe, bie freie 'Dlitte freisförntig einfeßließeub, ein breiter Streifen oott ber oielwurjligcn SBafferlittfe (Iiemna polyrhiza L.) erfüllt ift, rocSßalb fie jaßlreicßen Sröfdjett als beliebter 'IlufentßaltSort itttb Saicßplaß bient. Oft ßabe icß in meinen S'nabenjaßren an feßötten Sommertagen barfuß, bie pofe ßod) aufgeträmpt, itt ©emcinfdjaft meines SruberS uttb ber 9lad)barfiubcr in bem Gaffer ber Jrättfe jroifeßen laut quadenben Sröfcßen umßergetoatet, um eilten jtt greifen; aber meiftenS !am berfelbe bttrdj einige Sdjwimmftoße aus unferetn iöcrcid) unb feßte bann, feine gloßenbctt Singen ttad) tntS rießtenb, fein ©eqnade fort, als ob er uns wegen uufercS 'JDtißerfolgeS uerßößtten wolle. Sam ein S r °fcß bem '}$laße eines anberen jtt ttaße, fo fueßte biefer mit lautem ©equade beit Ginbringlittg ju oerjageu, wobttvd) aber aitbcre in ißrer gcmiitlicßen Jßätigfeit geftört würben uttb lärntenb auf bie SnebcuSftörer eittbrattgett. Gin ittS '.Baffer flatfcßcnber Stein madjte bem Streite ein Gnbe. $war oerfcßwaitbeu biejenigen, in bereu 9täßc ber Stein itiebcrfiel; bie anbern jeboeß blieben felbftbewußt att ber Oberfladjc unb ucrßielten fid) einen 9lugettblid rußig, bis einer ein langgejogencS „Qttaa — a — a — a — a" ßörett ließ, auf toelcßeS ber gatt^e GßoruS einfiel. 3» einzelnen fällen gelang es ttiiS, einen quadenben S ro W i« überrafdjett uttb ißn ju greifen; — natürlicß war eS jebeSmal ber grüne SBafferfrofd) (Rana eaculenta L.), bett wir fingen, wie iiberßaupt alle Srüßße, tuelcße in ber erwäßnten Jränfc leben, ju biefer 9(rt geßören. Jer üärm biefer Jiere bauert an winbftillcn, ßellen Sommerabenbeu oft bis ÜJlitternadjt uttb ift fo ftarf, baß bie itt ber 9täße Söoßnenbett itt ißrem Sd)lafe geftört Digitized by Google Mitteilungen. 115 »erben. Semerfen will id) nod), bap ber europäifepe ßaubfrofcp (Hyla arborua L.) meiitcg SBiffettg in bev SQtnrjdj überhaupt niept lebt. Demnacp bel)ätt Dr. ©cpoebler bod) IKcdjt, »entt er in betn oon i[)ttt perauggegebeneu „Sud) ber Statur" jagt, „bap ber äöafferjrofcp an frönen ©ommerabenbett ein lauteg Sonjert anftimmt." @1 ift ja niept auSgefcfjloffen, bap in einigen walbreicpen ©egenbeu bieje Sonderte »on Hyla arborea L. perrüpren, ba ja, wie befannt, ber männliche jfrofd) biejer ?lrt auep ein Duaden pören löfet. fieiligettpafen, 26. Stooember 1892. SEBeftppaleu. 2. Seim ßejen ber Mitteilung über ba§ Ouaden ber ^rofe^e im Oftober » |>eft ber „fjeimat", noit Sotermann -Sajtorf, badjte id) : Sllter greunb, ba fagft Du un» nieptg Steuer. — $u meinem Sefrembeit jepeiut mir auä bem 3npalt beg Srieffaftenä im 9tooember»f>eft inbeg peroor* Zugepen, baß bieje Seobadjtung angejweifelt wirb, id) geftatte mir baljer mitzuteilen, was) id) bariiber beobadjtct pabc. Sor mepr alg 30 Sauren wopnte icp bei fReiitbed tjart an ber ßanb= jtrape, unb patte im Sorfommer atlabenblicp bag jweifelpafte Sergnügen eineg intenfioen grofepfonzertg in einem meiner SBopnung gegenüber am SBege belcgenen 2Bajjertüntpel. Sejonberg ftörenb, wenn bie Stacptigallen, bereu eg bort oiele gab, feplugen. 9lnfattgg patte icp miep wenig um bie ©änger befiimmert, nur maepte eg mir zuweilen ©pap, ben ©ejattg burep einen ©teinwurf zu ftören uttb bann ben StBieberbcginn begfelben zu beobad)ten, wie ber Sorfänger mit einigen oorjicptigen Dünen cinjepte, oieüeicpt um fid) zu überzeugen, ob bie Störung nod) oorpanben fei unb bann ber »olle (£por cinficl. ©päter aber würbe mir bie ©ad)e unangenepm, ba bie Sfacptigatlen oollftänbig überftimntt würben, unb id) befdjlop, bie t^röfc^c wegjufangcn. 9Wit einem ©cpmetterlingguep patte id) beim aud) halb einige perauggepolt unb faub zu meinem ©rftaunen, bap ber ©ejang oott ßaubfröjdjen, unb nur oott ipnen oerbroepen würbe. fjier itt Söunerpofz befinbet fiep oor meiner Dpiir eilt Heiner Deicp, in bem ebettfallg im Sorjommer bie $rojd)fantate jeben Slbenb aufgefiiprt würbe, id) maepte meine Äinber barauf aufmerfjam unb mit oereinten Äräften gelang cg uns halb, bie ©änger zu erwijdjeu, bie natürlid) rnieber lebiglicp aus ben fleincn ©rünröden beftanben. Drei big oicr biejer Hcincn ftcrle fönnen jd)on einen ßärtn oerurjatpen, bap ein ungeübteg Opr beten oiele zu pören glaubt. 3m näcpften Sommer bin id) gern erbütig, ben Seweig über bag ©ejagte zu liefent, wenn miep ein XBipbegieriger befud)cit will. Dtünnerpolz- elfen. Digitized by Google 116 Mitteilungen übet lanbcSfunMidjc üitterntur. ^Mitteilungen über Innbtshtmblichc fittevatnr. Dr. .ftellmig, ©ruubriß ber lauenburgifcßen © c f cf) i d) t e sum < 3 cßul = ltnb fpauSgebraucß. Berlag: SOJaj Scßmibt itt 9 iaße= bürg, 'preis 60 ißf. SllS im Qaßre 1889 bie erfte Sluflage beS fleinen 93 iic^teinS ,,©runb> riß ber lauenburgifcßen ©cfdjidjte von Dr. .fpellmig in SRaßeburg erfcfjien, ßaben mir baSfelbe mit gnn^ bcjoitbcrer ftreube begrüßt. 3 roar beftßen mir Sauenburger in bett befaunten SBerfen non Dime („ 9 Rittßeilungen jur näheren Shtnbe beS BMcßtigftcn ber ©taatSgefcßicßte uiib $uftänbe ber Bemoßner beS .'per^ogtitma Uaucnburg") unb fiopße („©efeßießte nnb üattbeSbefdjreibmtg beS §er5ogtßumS fiauenburg") eiugeßenbe Darftellungeu unferer tpeimatgefeßießte , aber biefelben fitib fo anSf üfjrlicf) unb babei teilmeife fo fd)merfällig gejeßriebeu, baß bie meuigften Bemoßner beS ÄreifeS ßeit unb ÜJiuffe 511 einer Durcharbeitung berfetben finben merben. Daß aber baS OSntcreffc fiir nufere SanbeSgefcßicßte ein feßr reges ift, jeigt bie ftete 3 unaßme ber ÜRitgliebe^aßl unfereS ©efdjic^tSoereinS. DaS oben genannte Büdjlein beS fierrn Dr. fjellmig, ber bureß feine Beiträge ju bem „ 91 rd)io beS BereinS für bie ©efdjidjte beS fje^ogtumS £aueit= bürg" fieß längft beit 9 iuf eines eingeßenben gorfcßerS ermorben ßat unb aud) beit liefern ber „^eimat" nießt unbefannt ift, bot 511111 erften SDtal bie Btöglicßfeit, fieß in türjefter griff mit allen ftauptfaeßett ber lauen» burgifeßen ©efeßießte befannt unb oertraut 51t madjen. Seit längerer $eit mar eS jebod) bereits oollftänbig oergriffen, ein fießerer BemeiS bafiir, baß eS einem mirfließen BebiirfiiiS eutgegcngefomtiicn mar. feilte liegt eS aufs neue oor uns unb 5ioar in 5ioeiter oermeßrter Sluflage. 3 n biefer neuen ©eftalt ergäljtt eS in feinem erften Deil sunäcßft aus ber menbijeßen Boi^eit 0011 beit Sümpfen ber Sadjfcn unb SBenben, ber @r» rießtung beS SadffeumalleS bnrd) Marl ben ©roßen, beu SRiffiouS» oerfueßen bei ben Söenbeu unb feßilbert bann bas ißolabcnlanb 51m 3 eit fieinrid) beS Üömen, mobei bie ©ritnbuug ber ©raffeßaft Baßeburg, ber Äreu55iig gegen bie SEBenben itn 3 aßre 1147 , bie ©rrießtung beS Bis» tumS Baßeburg im Saßre 1158 , bie ©ermantfieruttg ber ©rafjd)aft Baßeburg unter .fjeinrieß 0011 Botmibe bnrd) ©iitmanberimg 001t Bauern auS glanberu, .‘pollaitb unb SBeftfaleu, bie Begieruug ber ©rafcit 0011 Botmibe 511 Baßeburg unb bie und) ber 6d)lad)t 001t Borußöoeb erfolgte Bereinigung ber ©raffdfaft Baßeburg mit ber Bogtei Sabelbanbe ober bem fübroeftlid)cu Deil beS jeßigen Streifes tpersogtum Üaucnbitrg 51m Darftetlung fommt. Den 0 cß(uß beS 1 . DeilcS bilbet bie ©efeßießte beS nuumeßr entftaubenen f?er5ogtumS SaucnburgS bis 511111 ßeitalter ber Digitized by Google Mitteilungen über lanbcSfunblidje fiitteratur. 117 Deformation. Scfjr intereffant finb in biefem festen Slbfdjnitt befonberS bic Sapitef über ?llbred)t I., über baS Danbritterwefen unb baS bitrger- lid)c Seben im Üliittefaiter. Ser j weite Seit beS Jöudjeö banbeit junädjft oon ber Gin> unb Surdjführung ber Deformation in Sauenburg unb im ©tift Daseburg, ben beibett proteftantifdjeu tperjögcu ^ratt^ I- unb gratis II., fowie ber Saft nttb bem SBef) beS breißigjaljrigen Äiriegess, bann folgt bie @efd)icf)te ber testen ßcit ber ©elbftftänbigfeit unter eigenen unb bie ber 9lbl)ängigfeit oon auswärtigen dürften. Sen ©d)luß bilbet bie Ginoerleibung beS .fperjogtumS Sauenburg in bie prcitfjifdje ÜJtouard)ic. Rad) einem furjen Riirfblitf bringt bann ein Slnfjattg ttod) bic äußere ©efchicijte beS 33iS= tuniS Daseburg unb bie Sfjrouif ber ©täbte Daseburg, Diölln unb Sauenburg a. b. Slbe. Ser oorgcfüfjrte, reidjc ©toff, fontmt auf 37 ©eiten jur Sarfteflung. Sroß ber gebrätigteu Äiirje ift bie ©pracbe jebod) überall oolfStümlidj unb ebel, eine trodettc ?lufjät)luug oon Damen unb $al)len ift ttirgcnbs ju finben. öS lieft fiel) gut in bent (leinen Südjleitt. Ot)ue Söefriebigung wirb cS, baoon finb wir feft überzeugt, niemanb aus ber .fjanb legen. Ser ijSreiS oon 60 ißf. ift bei bent reidjen Snfjalte unb ber oortrefflidjen äußeren SluSftattung beS SöiidjleinS ein fcljr uiebriger ber nur baburd) ermöglicht worben ift, baff, wie wir tjören, ber Serfaffer auf Honorar gänjlid) oerjidjtet I»at. Sauenburg a. b. @. ©ager. Dr. Sangert, Sie ©achfengren-te im ©ebiete ber Sraoe (mit einer fiarte). SaljrcSbericht beS DealprogpmnafiumS in CIbeSIoe über baS Sdjuljaljr 1892/93. Srud oon 3- ©d)iitl)e. H$rogr. Do. 295. 4°. Surch biefe fe()r anerfennenSwerte Arbeit ift eine feit mehr als 2 3al)rl)unbertcn nmftrittcne fyraqe in ber ©cfdjidjte nitjereS SanbeS in ein ganj anbereS Sid)t geriidt wirb. 28er bie Sittcratur über bie oon Sari bem ©roßen gegen bie ©laoctt in Cftfjotftein gezogene „©adjfettgreuje" (limes Suxonine) fennt, wirb wiffett, baS faft alle ^orfdjer, wcldfe ben Verlauf biefer ©rettje nach ber oon bem SBrcmcr Somfdjolaftcr Slbam um 1075 in feiner .fjamb. Sird)en< gefch-, II 15 b gegebenen Öcfdjrcibung ju beftimmen fudjtett, jtt red)t oon ein= attber abweichenben Grgebniffeu gelangt finb. Dur über baS nörblid)e unb fiiblidje*) Srittel ber Sittie ift man fid) einigermaßen einig, nätnlid) oom red)ten Ufer berGIbe bei Sauenburg, bieSeloenau hin« Slergt. jebod) SieHioig : Stuf beit Spuren bcsS alten Snd)jeniuafle3. Digitized by Google 118 ®iittrilungtn über (anbeSfunblidje Sitteratur. auf über $ornbef (§ord) enbici bei Slbam 0. ©renten) nad) bem Cuellgebiet ber 93 i 1 1 e (©ilenisfpring), bann im 'Jforben oon bem ®orfe ©lunf (Sulilunfin) nürblid) oon ©egeberg; bie JeitSfelbcr 91 u entlang bis jum „ßolfe" (wof)l nic^t bem ©löner* jouberu bem Stodfec) an bie ©djtoentine bis au ihrer SDfünbung. SBaS baS mittlere drittel jwifdien ber ©illequelle unb 93Iuitf betrifft, fo finb fid) ebenfo faft Sille, welche fid) mit ber £imeS=grage bcfdjäftigt haben, barin einig, baß baS oon Slbam o. ©remen aufgewühlte SBiSbircon mit StIein=2Befcnberg an ber Xraoe 10 km SW. non £iibecf, ibentijd) fei unb fie leiteten bann bcn üimeS öftlid) non ber mittleren Xraoe über bie ©enfe bcS SB3arber*©eeS itnb ber non ©üben l)er in ben= fclben münbenben ©iffenif). tfjreilid) ift bie 3bentität non SBiSbircon mit SBefenberg non anberer ©eite and) cntfcfjieben in Slbrebe geftellt worben, aber etwas ©ofitioeS an bie ©teile gefegt hat bod) erft ©angert. ßr beutet äöisbireon als bie ©emarfung beS ®orfeS (Sirfjebe (norm, ßfebe, ©lamerSefebe, weldjeS, wie bie ©auart jeigt, ein ©lanenborf gewefeit ift,) im Streife ©tormam, fiiböftlid) oon ClbcSloc, baS itt ber ©efdjreibung SlbamS folgenbe ©irjitig als ©arfljorft (norbweftlid) non Sichebe), beffen Siatne watjrfdjeinlid) bie beutfcfje Übevfe^ung beS flao. ©irjnig ift, unb §orbiftenon als bie ©iiberbeftc, weldje burd) ben ßufammenfluß beS ©ibet unb ©djlamerSbef eutftef)t unb bei DIbeSloe in bie Srane münbet. (©oit Olbesloe folgt ©angert bent Sauf ber Sraoe bis 31t ihrem Stnie norbweftlid) oon ©cgeberg.) Unter biefcn 3 Deutungen, nämlidj SSBiSbircon =@id)cbe, ©irjnig = ©arfljorft unb .fjorbiftenon = ©efte, leud)tct bie lefcte am meiften ein. ®ie ältefte unS erhaltene gorm beS SiamenS ©efte ift, wie ©angert ©. 23 bemerft: ©eftene. 3n uod) älterer gorm mag er ©eftena ober ©iftena gelautet tjabeit. 3n l)or ftedt baS alt* fäd)fifd)e ©ubftant. horu = ©djmuf), ©umpf. ®ie fRidjtung ber ©iiberbeftc oon DIbeSloe aus nerfolgettb unb bie ©illequelle als $iel im Singe fjaltenb fommen wir aisbann, unter weiterer ©eriitffid)tigung ber alten IDiöceiangrenje jwifdjen |>amburg=©remcu unb fiiibed, auf bie ©angert großes ©ewicfjt legt, allerbingS auf ©arfljorft unb ßidjebe. £aS jwifdjen SBiSbircon unb ©itenisfpring non Slbam 0 . ©remen nod) genannte Siubwinefteiu beutet ©angert als ben ©unlt, wo bie ©renjett ber ehemaligen ®iöcefcn §amburg«©remen, Sübetf unb fRaßeburg ju> jammenftießen (fiiblid) non ßidjebe). ffijenn nun aud) bie oon ©angert für ben SiadjWeiS ber Sbcutität non 9SiSbircon=@id)ebe unb ©irjnig= ©arfljorft angeführten ©uitfte feine Digitized by Googli SRitteilungen über tanbf«funblid)e ßitteratur. 119 jmittgenben ©emeife finb, — unb fie fömten e« nießt fein, mie c« im SBejen folcßer SJtamenbcutungen begrünbet ift — jo muß man borf) jagen, baß bie oon ißni angegebene Binie troßbem bie größte SBaßrjdjeinließfeit nor aßen anberen für jid) ßat. Sic ift bie fiirjefte unb jugleid) bie natürlicßfte. „Sott £a«bef (jroijcßen ©djebe unb ©arfßorft) bi« jum Vieler .fjafen, jagt ©angert, jießt jie in einer mit SBaffer gefüllten ©obenfpalte baßin mit alleiniger Unterbrecßung ber Stelle, tuo jie am Dftranb be« Sir dp fpiel« SomßüBb entlang lanjenb, ben Sßlöner See umgeßt. Sari ber ©roße ßat jie ojjenbar nid)t ben natürlichen SB eg bnreß ben ©lötter See geßeti lajjeit, weil jur ßed ber f^eftfeßung ber ©renje bie Slaoeu jeßon ba« SBeftufcr bieje« See« in ©efiß genommen ßatten. Slud) in ber Um> geßuug be« ©löner See« erblide idj luie in ber ©ermeibung ber ®eIocnau’ SWünbung ein Stnjeicßen bajiir, baß ber Sarolingifcße Limes Saxoniae beitt tßatjädjlicßen ©efißftanbe ber gortjeßunggjeit entfpraeß." SBie über ben ©erlauf, jo ßat ©angert aud) über bie Söejcßaffcit* ßeit ber Sacßfeugrenje eine baßnbred)cnbe Slnjkßt geäußert. ÜJian ßat ben Birne« bi«ßer al« einen fortlaufenben ©renjtoall betradjtct. ICiefe Sluffaffung ber Sadje erllärt ©angert für nnßaltbar. Unb mit ooltem 9ietßt. £ime§ ßeißt einerfeit« nur ©renjlinie, *) tuie bie« au« ber Slnmenbuug be« SBorteö an ber ©berlinie jid) ergiebt, unb anbererjeit« lag, ju Sari« be« ©roßen 3eit tuenigften«, gar fein ©runb nor, bie Cbotriten, tocldje ben jfraufeu jo gute Sicnfte im Sacßjenfriege geleiftet ßatten unb bi« jum 3aßre817 jid) rußig oerßieltett, burtß eine befeftigte Bittic einjubämmen. 2Bo jittb ferner unjmeifelßafte SHefte eine« jolcßeit ©renjmalle« ßeute nadßueUbar? SÜiait ßat bi«ßer nur getuößnlid) gleich jebe bejcjtigte alte Einlage auf ber in ©etrad)t fom= menben Strede für Diefte be« Birne« anfeßen ju mitffen geglaubt, meld)er tßatjäd)lid) al« SB all niemal« ejifticrt ßat. 3d) möcßte noeß ßinjujiigen : Slbant o. Sremen mürbe, menn er einen SB all im Sinne geßabt ßätte, bod) fattm oon ,,n orfd) reiben" (praescribere) gerebet ßaben. ©jagt: „Slud) ßaben mir bie Sacßjengreuje gefuuben (b. ß. in einer alten Urfunbe) jenfeit« ber ©be, bie oon Sari unb ben übrigen Saijerit Borge jd) rieben ift unb fid) jo oerßält: (folgt Sefcßreibung.) 9Jfait jeßreibt moßl eine ©renjlinie oor, aber feinen ©renjm all. $um Sd)luß giebt ©angert bann noeß eine Übcrfid)t über bie natß> farolingifdje ©renje jmifeßen Sad)jen unb Slaoen. © uitter= fdjeibet 3 ßonen : 1) ba« Banb öftlicß Born Sarol. Birne«, in bem bie SBcnbeu oon 804 — 1139 Herren maren, 2) ben Strid) jmifdjett bem Birne« unb •) Scrgt. Sangcrt ©. 12 f. Digitized by Google 120 tOlitteitungen übet lanbe8funbli($e Sitteratur. ber Diöcefangrettje (b. f). bic ©renje jtuifdjen bem fpamburger itnb Siibetfer Sprenget, ruetrfje fidj j. 2. mit ber ©reitje beg ©efd)icbelehmg beeft). liefen Strich Ratten bie SBenben oon ber Witte beg 9. 3nfjrt)btg. big 1139 inue, 3) bas mcftlid) fid) baran aufdjliefienbc ©ebiet, in bem fie nur etwa 100 Sartre, »ou ber Witte beg 9., big ;tur Witte beg 10. Safjrfjuubertg gefeffen hoben tonnen. Die Starte ber noch oor= tjanbenen Spuren (b. !)• mehr ober minber gut ertetiubare flaoifdje Slunbbörfer, gluruamen, u. 81. entfpricht ungefähr ber Dauer beg Sejijjeg (oergt. Sangert S. 34). Seit 1139 hoben bie SSeitben ihre Stolle aug= gefpielt. Sie finb oor ben mod)tooll oorbringenben Sad)fen unb ben übrigen eintoanbernben nieberbeutfehen ßoloniften jum toeitaug größeren Deil getoidjert, jum kleineren auch unter fie aufgegangen. Qljrr Spuren befchränteu fid) heute jebodj faft nur auf alte Segräbuigplähe, fotoie auf jahlreidje Stunbbürfer unb Ortgnamen. Siel. Dr. 81. ©lop- ftnutf), Dr- S- ©efdjidjte ber Sotanif in Sd)legtoig = fjolftein. Siel lt. Seipjig. Serlag oon Sipfiug & Difdjer 1892. 210 Sgr. 8°. Der erfte Seit beg Sudfeg, S. 1 — 62, berid)tet über botaniidjc Slrbeitcn aug ber 3eit oor Sinne, ber jrncite aug ber $eit oon Sinne an. Diefcr le^tere Deil giebt üunäd)ft bie @efd)id)te ber floriftijdjen @r= forfdjung beg ©ebieteg unb beljanbelt bann befonberg bie glora ber norb* friefifchen Unfein unb fpelgolanbg. 3m 3. Slbfdjnitt werben bie Slrbeiten jur ^Biologie ber ißflanjeit unb im 4. bie pl)änologifd)en Seobad)tungeit in Sd)legwig=£>olftein be|'prod)cn. Slug ber Überficht, meldje biefe Schrift bietet, ergiebt fich, baß ju feiner anbereti $eit bie HBftanjemoelt unferer Srooinj fo fleißig ftubiert ift, alg in ben lepten 3al)ren. Die glora ber ©cfäßpflanjen ift oom Scrfaffer unb ben Herren Dr. fßrahl, o. gifcher-- Söenjon unb Dr. ffraufe bearbeitet. Über bie Weeregalgen erfdjienen oon ißrof. Steinte „Die Sllgenflora ber loeftl. Oftfee" unb fein „Sltlag beutfdjer in Weeregalgen", herauggegeben in Sßerbinbung mit Dr. g- Sdjött unb iß. fiuduef. Wajor Steinbolb will burch feine Slrbeiteu in ben Schriften beg Statunoifienfd). Sereing für SdjGfpoIft. Jöanb VIII., S. 109 — 144 unb S. 163—184. Sb. IX., S. 111—141 unb S. 219—228 benjenigen bienen, bie eine an unferer Stifte gefunbene Sllge felbft beftimmen möchten, ©ine ©ruppe oon Siifpoaffer tilgen, bie Gljaraceett, hat fperr Dr. Sonber itt Olbegloe gefammelt unb betrieben. Dr. Surdjarb hat im Sahrbucf) ber |>amb. loiffenfd). Slnftatteu 1891, Seiträge unb Seridjtigungen jur Saubtnoogflora oon ber llmgegenb oon Hamburg gegeben. Die SIrbeiten fd)Iegtoigd)olfteiuifdjer Jorjctjer, toeldje fid) mit ^Ijen befdjäftigen, be= jiehen fid) mcifteng auf S'ranfl)eitgerreger. Den Schluß beg Sucheg bilbeit ein Stacßtrag, eine 3nhaltgübcrfid)t unb ein Stamenoerjeichnig. D. ®rud oon 9t. g. 3 c nfcn in Stiel, ffiotfiabt 0. Digitlzed by Google I W , »» «WWW - r- - -nw» W ? r s Jieue SPfttglieber. 1 7 Dicem«, Sichrer, gnlenftra&e LUi II, 9lltona • Ottenfen. 173. SRebren«, Siebter, ©r. ©Icidjen 37 IV, immburg. 174. ©leier, gräul. ^ Lehrerin. ©tatl)ilben- ftrafie 25 II, 2lltona. 1 7 5 . ©ienge, ©ürgcrmftr., Siauenburg (Elbe). 17<.- ©ieper, Seminarift, Üterfcn. 177. ©iepn, 61., ©emeinbeoorfteber, Suufer pr. äßrift. l 78. ©tid)eel. ©ebrüber, iHentner, Siron«- moot pr. Speboc. 17*.'. ©ttd)eel, Jtätner, ©loorbtef pr. 3b^oe. 160. ©iidjeel, 28., $ofbeftper, ©loorbief pr. 3peboe. 161. ©tid)el«, Üütotbeler unb ©enteinbe- oovfteljer, iielgolanb. 162. ©tidjelfen, Seminarift, £>aber«leben. 163. ©!id)ler, Stirdjenpropft, ©urg a. g. 161. ©iifsfelb, Siebrer. griebcn«aHee 21 II, Jlltona -Orienten. 1*3. Stödelmann, Seminarift, Segebcrg. 16r.. 3)1 ot)r, Seminarift, £>aber«leben. 167, 3J1 oller, Seljrer, .{iol)enfelbe i, £u 168. ©toller, Sichrer, 9Utona, Ültlee 13''.. I6'.i. ©torbborft, Seminarift, Segeberg. 190. 3)lorbfjorft, Seminarift, Üterfen. 191. ©tortenfeti , Siebrer, ©orberliigum bei SJilgumflofter. 192. 3)iiif)lcnfiebt, Steirer, 3io«borf bet StcIIingbufen. 193. SRagel, SRentmeifter, loftlunb. 194. ©erein „Sleufelb." 196. Dtielfen, ©aftor, Sommcrftebt. l'- 1 '. , Sliffen, Seminarift, £>aber«leben. .197. 3iiffen, Dieftor, ipeibe. 123. 3Kf)cn, Sdjoritftcinfegermcifter, Siofftebt. 122. ©orbmann, Seminarift, Üterfen. 2' '0, Cd)«, Sichrer, 3)loorrcge bei Uterjen. 201. Oefer, Siebrer, Sd)iilftr. 8 II, ©aarben. 209. Ort«, 38., Dientner, ftron«moor pr. 3t«b oe. 3"4. ©ab!, Sichrer, ©renfenbagen pr. ©r.- Sdjlamin. 30 i , ©aul«, Stuftet, iiorsbitll pr.lriitmelöbüH. 9 o 3. ©aulfen, Staufmann, gieneburg. 20o. ©aulfen, Siebter, ffiilfter. 307, ©atiett«, liemier, iielgolanb, 8lm galttt. 206 . ©erau, Siebter, Ocjenborf pr. Scbifjbet. 30H ©cter«, iiofpäcf)ter, gid)tf)al b. tpeiltgen- bafen. 312, ©eter«, Siebrer, ©rogenbrobe beteiligen- bafen. 211. ©eterfen, Seminarift, £iaber«lebcn. 213, ©eterfen, Siebter, iKittcrftr. . glensburg. 213. ©eterfen Siebrer, 9lItona, Older«- 9lQee 2)11. 214. ©eterfen. Seminarift, Üterfen. (gortjepung folgt Ittel, ben 2L 'llpril 1893. 215. ©eterfen, SHccbenmeifter, Olbenöroort. 31 *2 ©eterfen, ÜRcallcbrer, Sonberburg. 21L ©iening, Organift, Strufcnborr pr. ©ettorf. 218. ©intjdioeiu«, Oberlehrer, Segeberg. 212. ©latb, Sichrer, ©ianbeltuip bei Olben- bürg i £i. 220. ©löcn, Sichrer, gleneburg, St. Diarien- Stnabenjdjule II. 22L ©rat )! , Dr., Cberftabsarjt , SRoftod, ©aulftr. 11. 223. ©rebiger- SibUotbef ju ©reep. 333. ©riig, Siebter, Satjenborf pr. ©anfer. 224. Cuaft, ©., Ipofbefiper, äBittenbergen pr. 2Brift. 325. Sialf«, g.,£iöler, itieftermoorpt.gpeboe. 22ti. fRanbjcfjau, ^ ©aftmirt, ©reitenberg pr. Speboe. 227. 9iatb, Seminarift, üterfen. 22b. 9tatm, Sietjrer, ©jernbrup pr. Stepping. 23'.'. 9ia»n«gaarb, Siebter, Joftlmtb. 230. fRebber. $., £iofbefiper, Äron«moor pr. 3peboe. 231. SRebber, 3ob«., £>ofbefiper, Slron«moor pr. 3peboe. 232. fReimer«, Seminarift, Segeberg. 2-11. fReimer«, Sebrer, StnutbftraBe 11, glen«burg. 234. SReimer«, ©. 6., Sientier, iielgolanb. 227L tReimer«, £>., IReftaurateur, iielgolanb. 221. SRcimer«, 6., iHeftaurateur, iielgolanb. 237. iReifj, £iauptlebrer, löebel L £. 225. 9ieuntann , ©., Sianbmann , ©fobrbief pr. Speboe. 239. iHicfmcr«, S!attbe«fd)apmftr., iielgolanb. 240. fRidmcr«, Seminarlebrer a. gleit«- bürg, £>afenbamm 1 341. fRicden, Siebter, Elm«born,Sanbberg48. 212. SHierfen, Seminarift, Segeberg. 243. SRieden, Sichrer, Dierip bei C!be«loe. 24i tliieper, i'ebrer, Stiel, Jpoltcnauerftr. ■ 2. 243. 9iot)iueber, Siebrer, SBarber pr. 'Jiortorf. 246. ÜRöpde,.y>., SRentner, Slobrbief p.gpeboe. 217. iRoicbmamt, Siebter, ©argtebeibe. 216. Stoffen, Seminarift, Segeberg. 219. iRuge, Siebrer, ©euern b.©arntftebt i.£i. 250. ;)iulff«, ©aftor. Eicbebe. 2Ö1. Sietnenfen, graul. 6., Siebreritt, 911tona, i»oI[tcnftr. 1391. 2Ü2. Sinbt, Seminarift, £iaber«Ieben. 253. Soltmann, gräul. 6., fiebrerin, Üütotia, Sient)0 ©affage 2 1. 254. Sörenfen, Seminarift, itaber«leben. 255. Sörenfen, Siebrer, Crbp, gjelftrup, 9iorb-3d)Ic«n)ig. 252. Sped)t , Siebrer, Stiel, Stbauenburger- ftra ge 11 III. 237. Spicring, 91., £ianbel«gärtn., ©ergeborf. im nädjften £ieft.; Ter Srftriftfiibrcr. t&orbercitunßäanftaft für bie Jpnffgeljülfen -Prüfung ©Hinblicke Vorbereitung , gute Erfolge. Eigene V'^Hon, anerfannt gut uttb billig. Sorgfältige 93cauffid)tigung. -Jlujnotjme ju ieber 3eit. fticl, Uutereftr. 17. 3ot)ig:$olftciii3 iinb (SoiumbneG tBricimarfcii tauft, taufdjt unb «bittet, Cfferteu auf iduftrierten fßoftfartcn, Stitglieb (?mtt vnlni, v>nmburfl, Sottjerbaum, 3tutid)batjn 37 U. 5oinöopatl)ifd)f Hptbeke Siet, ■'fcoltcnaucritr. S. lvi iincii - Apotheke. — Slrjnci > Vrauaratc unb .frauö • .>lpot!)efen. ,VOiiuiopntl)iidif .'öanbbürfier. (Schnede unb getoiffcnt)afte ‘Su§fut)runfl aller Aufträge. Joh. Eckardt, Samen - Handlung. (Inhalier: A. Hiitteher.) Markt 18. Kiel. Markt 18. Preis- Verzeichnis über Gemüse- nnd Hlnniensamen etc. liegt vor. A. F. Jensen, Accidenz- u. 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Stiel, Schulftrajje 14. ^auptlehrer Xonmitfifr, Schriftleiter, Stiel, fiomfenftrajje 59. |»aupt(ehrer Äleeinonn, Schriftführer, Siel, ftirrfitjofSallee 28. .fjauptlehrer 'flcterS, Jtaffenfüfjrer, Siel, SSaijenhofftrajje 4. Stuftos StJlicth, fteUuertretenber Schriftleiter, Siel, stirchenftr. 8. 31« itnferc Öcfer unb ÜKRitavbctter! Stuf ber ©eneral»erfammlung liniere Vereins in glenöburg forberte uniec »erehrter £)err Sorfifienbe bie Sereiitemitglieber auf, recht allgemein burd) ®in< feitbung Heiner Mitteilungen au bie fteimat mitjuarbeiten. Jet Unteqeicbnete fHmmt biefet bitte au« u ollem 6er jen ju unb glaubt, bafs bas Arbeitsgebiet uitferS Vereins ein fo ttinfaffenbeS ift, ba§ jeber in feiner ndcbften Umgebung unb in feinem beob* adjtungSfreife Stoff baut fiube. 3m 3ntereiTe ber Öeitnat bitte ich, alle Mitteilungen furj unb bcftimmt abjufaffen unb jur bequemlicbfeit für ben lintcrjeidjneten unb ben X nufer bie betreffenben SBlötter nur auf einer Seite ju befdjreibett, fomie für jebe 'Mitteilung ein befonbereS blatt ju »ermeitbcn. — Alle Mitarbeiter bitte icb, ju beobachten, baff bie öeirnat allgemeinocrftänblid) gebalten fein foll, unb baber ein fad) unb flar ju fcbrcibeu uttb Srembmbrter unb tedjnifdje bejeichnungen inög- licbft ju »crmeiben. freilich barf bieS nidjt baju führen, feftftebenbe roiffenfchaftlidje bejeichnungen roidfürlid) burd) neuerfunbeue beutfebe ju erfeßen; aber eine 3«tfd)rift, roelcbe bie Suube unfereS bolfStumS pflegen will, muß bod) roenigftenS in bem Sinne »olfetümlid) fein, baß fie eine einfache, allgemeinperftänbliche beuticbe Sprache rebet. Xaitnmeier. U'nö iterjeidtnis ber tfittcratur ber Vnnbc^= unb 3$olffiifunt>e in 3d)ledn>tfi=$o(ftein, .fiainburg unb £übc(f für 1S92 wirb bem 3u!i-9luguft<$eft beigelegl tuerben. XaSfelbe wirb, behufs ßrjieluitg möglichfter 3u»erldjfigteit, nur Original-Aufnahmen enthalten. gür bie feitenS ber meiften größeren in betracht fomntenbeu berlagS-buchhanblungen unb Jlunft-Anftalten, fomie, in bejdjrdnfterem Maße, feitenS ber Slutoren bisher erroiefene llnterftüßung ergebenft bantenb, richte ich an alle 'beteiligte (Verleger, Siebaftionen, Scrfaffer) auch an biefer Steüe bie Slufforberung, mir umgebenb ein SeridjtS-gjemplar ihrer jiimtlidjen in irgenb einer Seife auf baS ©ebiet bejug nchnienben Veröffentlichungen auS bem 3 Q hre 1892 (büdjer, brofehüren, Slbhanb- (ungen, Crtsuerjeichniffe, ftatiftifche Tabellen, gübrer, Ifarten, bläue, Anfichten tc.) einjufenben. Siel, MuhliuSftraße 99. 31. *£. tforenjen. Änjeiöim für „Die Heimat" bitte i$ mir bis pnt 22. eines jebett «Dtonatö pjufenben. JU). Jiohtucr, Kiel, iBaifcnhofftraftc 42. ittonatsfdirift bcsUminsjurfpflcgcbtr Jlatui- u.^anbcekunbc in Sdilcstoig-Xjoljrtein, Hamburg unb faibedi. 3. ^aljrgattg. J\S 6. ^uitt 1893. $ie „Primat" rrfdjrint jeben Wonal itt 1—1'/* ©ogcu. $ir ©iitgliebei bf« ©frei»« rrtjaUen biffrlbt gegen einen ©fitrafl oon 2 Warf frei Augrfanbt. ©er ©eitTag fann bi« muh l.ttpril iebcn ftatirr« au ben kaifenfübrer. ^auptlebrer ©eter« in Stiel. SBaifenbofftrafee 4, eingefanbt werben; bi« babin uidjt ent- rid)tefe ©eiträfle werben burdi ©oftnadinnbme eingesogen. Jur ©idjtmitgliebrr fallet bie „Heimat" burdi beit ©urijtjanbel im 3al>r s JWarf, bie einzelne ©ummer «10 ©f. — ©ureigen foflen 15 ©f. bie ge= fpaltene ©etit, seile, bei ©Jiebertjolung wirb ber ©rri« ermäßigt. Sdiriftleiter • ftanptlebrer $. I: an um ei er in ftiel. iJomfenftr. f>9. pc Jfröslccr Sanölmgcl. 3?on 9)ii(f)clfen, Seminarlefjrcr in .yabfrStfbcn. Sine deine SOieilc norbweftlid) »ou fSknSburg, in ber Dtäfje be$ uralten SorfeS ^röälee, liecjt eine etwa eine halbe Quabratmeile grojje unfruchtbare Sanbftretfe, bie gröäleer ©anbhügel genannt. SieieS uu» roirtlidjc ©ebiet ift, abgesehen non einigen niebriger belegeneu ©trerfeu, bie in neuerer $eit urbar gemacht fitib, faft überall mit §eibefraut be= maxien, welches in einer bünnen £mmuSfd)icht, bie fief) im Saufe ber $eit gebilbet unb ben barunter (agernben glugfanb gebämpft Ijat, feine fpärlidje 9la Ijrung finbet. Sen 9!amen „bie grüäleer Sanbfjügcl" führt jene wüfte Sanbftrecfe nach einer grofjen Stn^ahl oon §ügeln, bie im Innern nur oereinjelt oorfommeu unb burch ihre tegelförmige ©eftalt bort beit £nincugräbem glcidjen, am SRanbe beS ©ebietcS aber fetten* förmig auftreten unb baburdj bem ©atijen einen teffelartigen CS^araftcr verleihen. Ausgrabungen, bie in biefen ,‘pügeln mehrfach oorgenommeu würben, haben Weber Urnen nod) Sßaffen unb begleichen jutage geförbert, wohl aber in einem im uorböftlichen Seile beS ©ebietes belegeneu bc* beuteubeu föiigel, ber ©djlofsberg genannt, llberrefte eines alten, feften ©ebciubeS. Siefe Xfjatfadje, fowie ber Uinftanb, baß l)öf) er belegenc ©trerfeu mit Sidjengeftrüpp bewachfen finb unb bafj man in bem im JSefteu an bas ©aubl)ügelgebiet anftofjenbcu 3arbelunber SRoor Über* reftc gewaltiger Öaumftämme oorfinbet, fcf>einen bie .^auptjüge ber nad)= ftehenbeu ©age ju beftätigen. Digitized by Google 122 TOidjelfen. Stör Gafjthunbcrten war baS jchige ©ebiet bcr gröStecr ©anbfjüget oon einem finftcru SBalbe bcberft, ber nad) Süeften fid) über baS Garbe- Innber SJtoor hinaus erftredte unb nad) Cften l)in jeufeit bes Dorfes gröSlee feine gortfebuug hatte, oon weld)er nod) beute ein Steft, baS SBalbemarStofter ©el)öl§, oorfjanben ift. Gn biefem SBalbe häufte in jeinem ©d)loffe „Sflingborg" ber Stäuber Gunter Sieter mit feiner tnorb- gierigen Sanbe nnb feinem 4?elferssbdfer Klaus JuuS, ber an milbcr Stotjeit feinen $crrn momöglicb nod) iibertraf. J)ie umliegenben Ort* fdjaften gröSlee, .fjarrislee, Krafelunb, SBeibcf, Garbelunb, SBallSbüll, Sllunb u. a. waren ben Stäubern pjangSWeife tributpflichtig unb würben nur barum in ber Stät)e beS 9taubfd)toffe3 gebulbet, bamit ihre SBemohncr burd) faure Arbeit baS fdjwelgerifdje SSJobllcben ber Staubbanbe unter- batten tonnten, tiefer Tribut würbe oon $eit p $eit non ben Stäubern perföitlid) abgebolt, unb ein fotcf)er Siaubpg, ber ihnen eine beluftigeube ?lbwed)felung bc§ 'Alltagslebens bot, bebntc fid) oft auf SBodjen aus, bis bie Un()oIbe eitblid) bie balbüerwüfteten Dörfer oerlieffen, um im J)unfel be» SBalbeS bie '-Beute p oerpraffen. J)anu waren für eine ßeittaug im Stanbfdjloffe Kiicfje unb Steller wot)( oerfeben; bann Würbe Jage unb 9tnd)te h>»bnrd) gefdiwelgt, bis eublid) bie 3edjer ermiibet fid) ber Stube übergaben. SBaren aber bie Vorräte berührt, fo war ©cbmaljobaun Kiidjenmeifter im ©djloffe, unb man fab fid) genötigt, burd) Gagb baS Stotwenbige p erfefcen, wenn nicht ein unerwarteter guter gang biefe langweilige Strbeit unnötig mad)te. Um einen foldjen aufpfpüreu unb womöglich in ben SBcreid) beS StaubfchloffeS p jiebcu, begab ficb ber liftige KlauS bann unb wann, als Steifenber oertteibet, auf ©treifjiige, bie ihn oft weit über baS gewöhnliche ©ebiet hinaus- fübrten. Stuf einer joldjen ©ntberfungSreife, bie lange of)ne Srfolg geblieben mar, tarn er cinft nad) fiügumflofter, wo er erfuhr, baff eine öornebme, reiche ®ame auS ©daneben in SBegleitung eineg ©eiftlidjen unb unter militärifd)er SBeberfung auf einer Steije nach Steumiinfter begriffen fei, um bebeutenbe Koftbarf eiten borlbin p bringen, unb baff bie Steife- gefeUfchaft im @aftl)ofe p Sügumtlofter fierberge genommen tjabe, um einige Jage Staft p halten. SBei biefer Stad)rid)t hüpfte ihm bas fjerj oor greube; bod) jpielte er ben ©tcidjgültigeu, um feinen '-Berbadjt ju erregen. Stm anbern Jage aber »erjd)affte er fid) unter ber SJtaäfe eines reifenben Kaufmannes 3 utr itt i lt ^ ev Jante unb ihrem ebrwiirbigen Be- gleiter. ©r erpfjlte, oon ber Steife nad) Stcumünfter gehört jit haben, unb baff er, ein erfahrener Steifenber, gefommen fei, um auf bie mancherlei ©efatireu eine® folcfjen Unternehmens aufmerffam p machen unb, ba er Digitized by Google 1>if ftrßSleer Sonbpget. 123 iit beit nackten lagen ebenfalls und) .jjolftein reifen ntiiffe, feine güfjrer* bienftc aigubieten. $urd) bic glatten, oerführerifdjen SSJorte, mit weldjen er feine fdjeinbar fo uneigeunühige Dienftfertigfeit bar^uftelien muffte, gelang es ihm, baS Bertrauen ber £atne unb ihres Begleiters in bein ÜJtafje ju geiuinneit, baff fie fein Verbieten mit 2>anf Annahmen. Über biefen oorläufigett ©rfolg l)od) erfreut, oerabfdjiebete fid) SHauS mit bem Besprechen, ltad) jwei big brei lagen, wenn er feine ©efdjäfte erlebigt fabelt werbe, wieber ju tommen, um fidj ben ^jerrfdjaften jur Verfügung ju fteüen. Sd)oit in ber näd)fteu 9tad)t begab fidj ber Verräter auf ben 35kg nach ©flingborg, wo er am anbern läge eintraf. .jjier entftanb ein ungeheurer 3ubel über ben in SluSfidjt fteljenben feltenen Rang, unb SHauS würbe oon allen Seiten als ber SUieifter unb SßfiffifuS betuunbert. ®od) nun galt es, fid) uid)t einer uorjeitigen ffjreube hinjugeben, foubern oor allen gingen fid) ber Beute ju oerfiefjern. Wad) furjer Berabrebuug über beit (Smpfang ber ®efellfd)aft im Sd)loffe unb namentlid) über bie 31 rt uttb SSJeife, wie mau fid) ber Bebecfung, bie aus Ijanbfeften, iuof)l- bewaffneten Striegeln beftanb, am fidjerften cntlcbigcu tönne, begab fid) StlauS wieber auf ben 35kg und) Siigu m tl öfter, wäl)renb im 3d)loffe alles in Bewegung gefegt würbe, um einen glaitjettben, gaftlidjen (Smyfaug ber ©efellfdjaft, zugleich aber bereit Untergang oorjubereiten. ©egen Slbenb am itäd)ften 2age taut StlauS in Sügumflofter att unb ftellte fid) ben Weifcnbeit jur Berfügung. ®a bieje inäWijdjen bie Borbereituugen jur SSkiterreije getroffen Ratten, fo würbe ber nädjfte ÜHorgen für ben Slufbrud) beftimtnt. Bon ber anftrengenben Weife ermübet, begab fid) StlauS zeitig jur 9iul)e; bod) trog feiner grojfen Wfübigfeit war eS itjut nidjt tnöglid) einjufdjlafen. ßroar quälte ihn nid)t fein fdjulbbelabeneS ©ewiffeit, obgleid) er im Begriff ftanb, feine ©ünbeulaft burd) eine grauenoolle Sd)anbtl)at jn oergröfjern — mit jenem ?lnfläger, ber iljm am 9lnfange feiner Berbred)crlaufbaf)n jwar mehrmals l)inbernb in ben S5kg getreten war, Ijatte er jeftt ?lbred)uutig gehalten. Slber ganj anbere ©ebattfen beunruhigten ifjn unb hielten ben @d)laf oon feinem Säger fern. 35$ie, wenn er troj) feiner Sift bod) nod) nicfjt uorfid)tig genug gewefen wäre! 35Jie, wenn bie Weifenben, bie er im ©ifer bcS Unternehmens bod) nidjt genügenb auSgeforfcf)t hatte, oon bem Waubfdjloffe, feinen Bewohnern unb bereit ©reuelthaten gehört hätten, ober wenn fie aus anberit ©rünbett bie SHeiferoiite über Honbern, Brebftebt befiße be# Xage# ging bie (Reife jiemlid) rafd) oon ftatten, bcitn ÄlauS, bem e# barum ju tfjun war, bie (Reifenben jur (Rad)t in ben oerl)ängni#oollen 32 alb ju führen, bot alle# auf, bie Xame intereffant ju unterhalten unb ein ju häufige# (Raftmachen ju oerhüten, Er machte auf bie Schönheiten ber ©egenb aufmerfjam ; er benannte bie Crtjdjaften mit beliebigen (Hamen unb wußte mit jebem (Hamen eine erbidjtete ©e= fd)id)te in (Berbinbung ju bringen, bie er auf einer feiner oielett ©efd)äft#= reifen erlebt hoben wollte. (Sr erjäl)ltc oon räuberijdjeit Überfällen, bie er auf feinen elften (Reifen mehrfad) erlebt höbe, unb baß er, burd) biefe Erfahrungen belehrt, feitbem ftet# gefud)t höbe, jur (Rad)t ba# fcßiißenbe Digitized by Google Xie ftröSIfcr Sanbfjügcl. 125 Dad) eines guten ffjrainbcS jn erreichen, ber am AitSgangc eines SBalbeS in ber 9täge non fiflenSburq wogne unb fidj bie Aufgabe geftcllt I)abe, bie burd) beu Süöalb jiefjenben gremben in feinen ©djug ju jiegen. Unter biefen unb anbern ©rjäglungen oerging bie $eit fdjnell, unb naegbem einmal oorger eine furje IHaft gegolten morbeit war, erreichte bie @c- fetlfcgaft nachmittags baS Dorf Dingleff, wo ebenfalls SRaft gehalten würbe. 9?ad) cinftiinbigem Aufenthalt mahnte ftlauS jum Aufbrud). AIS aber bie fReifenbcit auf bie ©trage traten unb bie fdjwereit ©ewitter- Wolfen bemerften, bie fich im ©übweften injwifdjett jufammengetürmt hatten unb fd)on im begriff waren, bie ©onnc ju ocrbedeit, machte bie Dame ben Sorfcglag, im Dorfe übernachten unb erft mit Anbruch beS neuen DagcS bie Steife fortjufegeu, jumol in geringer Entfernung fid) ein groger, biifterer SBalb anSbehnte, burd) welchen, wie eS fdjien, ' ihr Söeg ginburcgfügrte. StlauS aber, ber einjat), bag er biefeS Vorhaben unter allen Umftäuben gintertreiben miiffe, ba ein Übernachten gier, in faft unmittelbarer Stage beS AklbeS, bie Vereitelung feines planes un- fehlbar nad) fid) jiegen werbe, bot alle Serebfamfeit auf, bie Dame jur ÜBeiterrcife ju oeraulaffcn. ffir wies barauf gilt, bag er cS nie oer* antworten fönnc, bie oornegme Dame, bereu Jügrung er ja bod) über = nommen gäbe, in bem elenbeit DorfwirtSgaufe iibernad)ten gu (affen, wo fie feinerlei Sequemlidjfeit gaben fönnc, wicS barauf gin, bag ber nage 38alb gegen ein etwa gercinbred)cnbeS ©ewitter oorläufigen ©djug ge- währen werbe, unb betonte, bag am jenfeitigen AuSgange eben biefeS SEBalbeS baS gaftlicge £au3 feines greunbeS belegen fei, welcgeS man oor Einbruch ber fltacgt nod) bequem erreichen fönne. Unb wirflid) gelang eS feiner ÜberrebnngSfunft, bie Dame jnr (fortfegung ber Steife ju beftimmen. Der $ug fegte fid) abermals in Semequttg unb oerjd)wanb nad) furjer $eit in ben biifteru fiaubgängeti beS SBalbeS. Unterbeffeu war im ®d)loffe alles auf ben Empfang ber (Säfte aufs genauefte oorbereitet worben. Der Difd) für bie oornegmen Jpcrrfcgaften war mit ©peijen unb SBein üppig befegt, unb im ®d)toggofe waren Difdje gufammengeftcllt, an toelcgen bie 9Jtannfd)aft igr ßecggclage galten füllte. SBcit in ben SBalb ginauS waren unbewaffnete, als Diener oer- fleibete 2Bad)tpoften aufgeftcllt, weldje bie Annäherung beS ßugeS burd) oerabrebete Reichen oerfiinbigen, bann aber fid) bemfelbeit anfcgliegen follten. Seim Anblid biefer uniformierten fßoftenreige ftugte bie Dame, unb igre ^Begleiter griffen ju ben SBaffen. SHauS aber berugigte fie läd)dnb: Das fei ber Stand) feines greuitbeS, bie burd) ben äöalb paffierenben fjremben an feinen gaftlidjett Difd) ju laben. Als eS ge- Digitized by Google 126 9Ridjelfen. hingen war, and) bieSmal bie Beunruhigung ber $ame jn beseitigen, betrachtete er jein Sßerf als get^an ; alles Übrige erwartete er non beit Borfef)rungen feines unwichtigen Herrn. 9tacf) fnrjem fRitt mürbe baS Sdjloß fidjtbar utib uor bemjelben zu beiben Seiten beS Einganges eine zahlreiche ®ienerfd)aft, meld)e ben ^retrtben entgegenging unb fie el)r= erbietig begrüßte. Balb erjchien and) ber Sperr beS «Schlöffe#, begrüßte bie Slnfommenben aufä frennblidjfte, ließ jicf) oon feinem Befannten ftlauS bie Xante unb ben ©entließen oorftellen unb führte fie fobann in ben Saal hinauf, nachbem er ber Xienerfdjaft Befehl gegeben hntte, bie Begleiter ber Herrfdjaften unten im .©ofe reichlid) jit bewirten. 9t ad) furjer Unter- hattung mit ben ffremben unb mit SlauS, ber nun bie 9tolle h®he, ben ©aft ju fpieten, befahl er ben Wienern aufzuwarten unb feßte fid) mit ben ©äften ju Xifd). Sßäljrenb beS 3)tahle# unterhielt er fid) mit ihnen fcfjr eifrig. Sr befragte bie Xame über ihre SReifeerlebttiffe, erfunbigte fid) nach 3'rl unb $med ber Steife unb leerte manchen Becher auf bie glüdlidje Becnbigung berfelben. SS lonnfe aber ben jjremben rtirfjt entgehen, baß fid) in feinem Benehmen nach unb nach eine fonberbare Unruhe unb 3rrftreutl)cit zeigte. Btandpnal unterbrach fr feine fprubelnbc Siebe unb lanfdjte nad) bem $ofe hinunter, non wo bann unb wann ein wiifter Sarm herauf ertönte, manbte fid) bann errötenb unb nerlcgen ber ©efellfdjaft wieber ju unb ftammelte einige Sntfd)ulbigungen. Xic Xante unb ber ®eiftlid)e [tonnten gewiffe bunfle 9ll)nungen nid)t unterbriiden, umjomehr, ba jenes wiifte ©efdjrci immer lauter würbe. Betroffen blieften fie cinanber an, fo oft cS fid) wieberljolte, bis eublid) ber ©eiftlidje auf ein Beiden ber Xante fich erhob, ein fnrzeS ©ebet fprad), im Stantcn feiner Herrin für bie freunblidje Bewirtung banftc unb zum Slufbruch mahnte, ftaum aber l) ntte er feine Sporte beeubet, fo erfdjoH ein wilbeS Hurrarufen, bie Xf)üt würbe aufgeriffen unb ein milber, betruntener Burfdje mit blutigen Häitbcn ftür^te herein, ber mit lallenber fjungc bem Runter melbete, baß er bie Siriegcr jeßt tiid)t meljr Zu fürd)teu braudje. SOiit wilbem Ungeftüm erljob fich ber Unt)olb, f^lug ben ©eiftlidjen mit einem Sd)lage zu Bobcn unb wollte fid) eben ber l)ulb ohnmächtigen Xante zuweitbcn, als biefe, bie le^te Straft zu» fammenraffenb, baS genfter anfriß unb fid) Ijimmterftür^te. SJtit einem furchtbaren glud)e ftiirzte ber Stäuber ans ffenfter unb faf) hinunter. Sr hätte aber ben gerfdimettcrtcn Jitörper feines unglüdlichen Opfers nicht gefefjen, wenn nidjt in biefem Slugenblid ein greller Bliß ben Schauplaß ber Unthaten beleud)tet hätte. 3n bemfelbett Slugenblid ertönte ein furchtbarer Xonnerfdjlag, ber Digitized by Google Sie gtiSSleer ®onbt)üget. 127 beit miiften Säritt ber trunfenen SWettge oerftummen mad)tc. Gntfetjt fitfjr ber Suttfer inS ßunmer ^uvüct. 3 um erften ÜJfate überfam iljn eine entfeblid)c Slngft. GS mar ißm, als fjätte ein ^ö^ercr £>err, ben er gmar niemals anerfannt batte, mit ®onner!aut if)m gttgerufen: 3 e(jt ift baS 9J?afj beiner Untaten ooll! D()ne fid) um ben erneuten Särm ber tobenben ©efetten gu be» ftimmem, faß er eine Stunbe unbemeglid) ba, trat bann auf ben Matt hinaus, baS mogenbe Slut gu fiitjlen. Slbcr o Sdjrcdett ! Gin erftidenber Guatm trat ü)iti entgegen. 9lu brei ober oicr Stetten ringS nm baS Schloß toberten bie betten Flammen auf unb fudjten, burd) ben ermaebten Sturm angefaebt, fid) gu einem gefdjloffencn Flammcitring gu oereinigeu. GS mar feine $eit gu oerlieren. Sitte feine Spicßgcfettcn, alte Softbar» feiten ber foeben gemadjtcn 93cutc im Stidje laffenb, febmang er fid) auf ein fßferb unb jagte ber Stelle gu, bie nod) möglidjcrmcife einen SluSmeg geftattete. Mein eS mar 311 fpät. Gin nieberftürgenber Sannt» ftamm traf ben Weiter unb fefUc bent oerbred)erifd)eit lieben ein Gnbe. Slucb bie übrigen Wforbgefetleit oerfuebten oergeblid), bem Crte beS StbredenS gu entrinnen. Wur ÄtauS mürbe am anbertt 'Dtorgen am fiiblicbcn Saume beS SßatbcS unter feinem Spfcibc liegettb aufgefunben. Cbglcid) jum lobe oermunbet, batte ber etenbe 9Bid)t nod) fooiel Sc» roußtfeiit, baß er imftaube mar, über bie Sorgängc in ber SdjredcnS» nad)t einige Sericfjtc 31 t erftatten. Sin ben fotgenben Sagen bot ber brcitnenbc 353atb eilten großartigen Stnbtid bar. Slllmäbtid) fenfte fid) baS Flammenmeer; aber ein bid;ter Cuatnt, aus meldjem bie Flammen bann unb mann emporjd)offcn, hüllte monatelang bie gange ©egettb ein. Gin ftröitienbcr Wegen töfebte etibtid) ben Sranb, ber in ber tiefen WJoorfd)id)t rcid)Iid)e Wabntng gefunben ttnb auf meite Strcdcu alles bis auf ben Sattb uerget)rt batte. Stts ber Waud) fid) oergogen, geigte bie ©egettb ein gang oeränberteS Sitb. 28o ber finftere Urmatb mit bem uttbeintlid)en Waubfdjtoffe Glftingborg ge» ftanben batte, mar jeßt eine Sattb» unb 9lfd)euftäd)e, unb nur an ben niebrigften Stellen, mo baS feudjte Grbreid) baS ßerftüruitgsmerf beS SranbeS gebemmt batte, ober au ben t)üd)ftcn, too bas SBurgclmerf bis in ben Sattb gebruitgcit mar, faubett fid) Überrefte beS SBatbeS. Ser SBinb baufte auf ber üben Ftadje mie in einer SBüfte, trieb ben Ftugfanb tton einer Seite gur atibern uttb türmte ibn, mo er an ben ©rengeit irgenb $a(t gemattn, atlntät)tid) gu £>ügetfetten auf, bie uod) beute bem ©ebiet ber „FröSteer Sanbbügel" fein cigetttümlicbeS ©epräge oerleiben. Digitized by Google 128 ©aut ftmitf). (Über bliitcnbiologifdic Beobachtungen. ©on Dr. ©aut Snutl). (Sd)!ii&.) 'Cie Übertragung beg SBIütenftaiibcS gefd)tef)t aber nirfjt bloS burd) Ciere (bei uns nur burd) 3nfcften, in tropifdjen ©egenben and) burd) Sögel, befonberS ÄolibriS, unb burd) ©djneden), jonbern aud) burd) ben SBinb, in fetjr wenigen fällen aud) burd) baei SBaffer. SetstereS ift als Sofleniiberträger nur befaunt bei ?lrten ber ©attungen Kuppia, Elodea, Vallisneria (ber Rollen fdjwimmt auf ber Oberfläche beS SöafferS) uub Csratophyllnm, Najas, Zoatera (bie Sefrudjtung finbet unter SBaffer ftatt). Cagegen gejdjicljt, wie bereite öfter erwäljnt, bie Übertragung bes SBIiitenftaubeS auf bie Siarbe bei einer grofjen ?lnjal)l uou ^flan^en burd) beu äBinb. Sßäfjrenb bei ben „infeftenbliitigen" iß flanken bie ißollenförner fiebrig unb au ihrer Oberflädje mit Rödern, ©tackeln unb anberen Sorfprüngen, welche ba§ .'paften am Snfeftenförper erleichtern, »erfefjen fiub unb bie 9tarbe eben- fall8 fiebrige Oberfläche befifct, ift ber Slütenftaub ber „winbbtütigen" Sflanjen troden, ftoubartig, mit glatter Oberfläche, leicht oerwefjbar unb bie 9tarbe burd) reichliche, pinfei« ober feberbufdjartige Ser^weigung ihrer Äfte befotiberö geeignet, beu tmm SBinbe pgefiitjrten, in feljr reichlicher SOienge bereiteten ©lütenftaub aufpfangen. ©ie bebiirfen aud) ber 9ln> lodungömittel nidjt unb befißen baljer feinen Sdjanapparat, fonbern ihre Slitteu fiub unfdjeinbar, buft- uub honigloS. Cie ©taubbeutel fiub fdjaufelartig an ber ©pifce ber ©taubfaben aufgefjäugt ober bie ganzen männlichen Sliitenftänbe in gorrn oon ftätfdjen leidjt beweglich, ü- ®- ,‘pafelnuB, Rappel u. f. w. gig. VII. l’lantago maritima L. 3n fecf)3f aefjer ©ergröberung. ©cifpiel einer nrinbblßtigen ©ftauje. (Vtue meinem SBerfe: „©turnen unb 3nfcfteu auf ben norbfriefifetjen 3ujcln”). 9tad) blüteubiologifd)en ©efid)tspunften taffen fid) bie SBIütcupflanjen alfo folgenbermafjen gruppieren: I. SBafferbtiitige (hhbropl)ile) ißflaniett. Digitized by Google Über btütenbiologifdte 3koba(f)tungen. 129 n. Söinbblütige (anemopljife) ^Jflatt^en. III. Dierbliitige (joibi opljile) ^ftanjcn. a) SSogelblütige (ornitfjoptjile) fßflan^en. b) Sdjnedenbliitige (malacopf)ite) S 45flaiiscn. c) Snfeftenbliitige (entomopfjile) ißflanjen. s Jfad) ber SJergung bcö ^tonigä jerf allen bie lebten in folgenbc 7 (non £>erm. SDtiiller aufgeftedte) Slumenflaffen : 1) Rollen bin men ') (Ülbfürjuug P-). Sie bieten ben 33cfud)crn feinen .fponig, foitbcrn nur Rollen, j. 33. bie 9lrten ber Gattungen Anemone, Rosa, Papaver, Hypericum, Sambucus, Solanum u. j. in. 2) 93lumcn mit freiliegenbem .fjottig (A). Der frei abgefonbcrte, niillig offene .'pouig ift unmittelbar fidjtbar uub baljer ben maunig» faltigfteu Snfeften jugönglid). .fyierljer gehören faft fämmtlid)e Dolbeit= bliitler, Acer-9lrtCU, Ilex uquifolium, Rhamnus Frangula, Euphorbia- 9lrteu lt. a. 3Sorl)errjd)enbe 33lütenfarbcn finb ©d)muf>ig=roeif), ffieifj uub ®elb. Ditrd) jafjlreidje Übergänge ift biefe Sil affe mit ber folgenbcn »erbunbcn. 3) 33lumeu mit Ijalbuerborgenein ftottig (AB). Der fyonig ift nur unter giinftigen llmftänbeu (bei Ijellcm Sottncnfdjein) fidjtbar. .^ierljer gefjören faft fämtlidje Streue bliit ler, Ranunculus- unb Batrachium- 9lrten, Caltha, Crataegus, Sorbus, Comarum palustre u. f. tu. 33or= fjerrfdjenbe 93lumcufarben finb iutenfioe$ SB e i jj unb Selb. 9lud) biefe Silaffe ift burd) Übergänge mit ber folgenbeu oerbunben. 4) 33Iunten mit uöllig geborgenem |>onig (B). Der £>onig ift burd) uorfpringenbe 33liitcnteile, .fpärrijeit, Spipdjcn u. f. tu. uerbccft ober in ©ittfadungen geborgen, mithin ben 33liden ber 33efud)cr burdjaus entzogen. §ierf)er gehören j. 33. Calluna, Geranium, Erodium, Rubus, Menyanthes, Lythrum, Mentha, Thymus U. f. tu. Die lueiffe Utlb gelbe S3htmenfarbe tritt gegen bie rote, uiolette unb blaue jurüd. 5) 331umengefellfd)aftcu (B’). Die £>onigbcrguug ift biefelbe tuie in Silaffe B, bod) treten bie 331umen ju gefdjloffettett ©efellfdjaften iufamiticn, tuoburd) fie nid)t nur befonberä augenfällig werben, fonbern aud) bie 3Wöglid)feit bieten, bafj eine Slnjaljl uon 33Iiiten gleidjjeitig be= frudjtet wirb, ^tierfjcr gehören bie Storbblütler, Knautia, Scabiosa, Succisa, Armeria u. f. W. 6) 33iencnblumen (H). Sie fittb ben .fjtjtnenopteren (Hautflüglern) angepafd ; lur^rüffelige ©äfte finb atwgejdjloffen. 53lumenformen unb ') Viertlet finb aud; bie wenigen minbblütigen ijjflanjen (W.) ju regnen, bei weiten gelegentlicher Sitfcftenbefuc^ beobachtet ift, j. $3. Artemisia- unb Plantago-Slrten. Digitized by Google 130 ©aut ftllUtt). -färben finb oon ber größten SJlannigfaltigfeit. £>ierl)er gefjören bie sSdjmetterlingöblütfer, oiele Üippeit« uiib iRadjenblütler u. f. to. .7) galt er bl um cu (P). Sie roevbeit Ijauptfädjlid) oon Schmetter- Iiugeu bejudjt, beren langer, büntier 9?üffel im Staube ift, ben in fefjr tiefen 9iöl)reit ober Spornen geborgenen tponig 31t erreichen. Sie jcr= fallen in Sagfalterblumen mit meift roter Sliitenfarbe (j. S. Lyclinis flos cuculi, Melandryum rubrum, Diantlius Carthusianorum) unb 9tad)t= faltcrblumen mit meiner Ölütenfarbe (j. 8. Silene inflata, Melan- dryum albura, Lonciera Periclymenum). ,'piernad) laffen fid) bieje Slumentlaffen ju folgenben brei ©ruppcti jufammenftelleu (nad) üoetu ')): I. ©utropc S turnen: Sie finb niefjr ober weniger auSfdjlicjjlidj einem beftimmten Streife langrüffeliger löcftäuber ang.’pafjt. 1) galterblumcn (F). 2) ©ieucnblumen (H). II. .fyemitrope SSlumen: Sie finb nur unoolltommen einer be- ftimmten Stoffe mittelrüffeliger Söcfudjer angepafjt. 3) Slumen mit oöllig geborgenem .'ponig (B). 4) ©Inmengcfellfdjaftcn (B’). III. 91llotrope © lu men: Sie finb oerfdjicbenartigen furjrüffeligen Sejudjeru augepafft. 5) ©lumeit mit teiltueifer |>onigbergung (AB). 6) Cffene .'ponigblumen (A). 7) ©ollenblumen (Pti) SEßie bie ©liimcn fo finb and) bie gnfeften in biologifdjer Spinfidjt gatij anbcrS ju gruppieren als in ft)ftcmatijd)er '). Sie verfallen wie bie Slumen in brei Slbteilungen: I. ©utrope Snfeften: „Sie finb im Sefifje oon @etoof)iil)citeit unb Sürpereinrid)tungen, bie fotuolfl bem gtuede eigener ® (unten- auSnufjuitg als and) bem iljnen an fid) fremben ßmede möglidjft erfo(greid)cr S3cd)fclbefrud)tung ber ©fumeti in tjoljem ©rabe ent- ') 9tod) E. üoeto, ©eobadjtungen über ben ©tumenbejudj oon 3n(cftcn an Sreitanbpflanjen be3 ©oian. Wartend jtt ©crlin. (3aljrbud) b. lt. ©ot. OarlcnS ju ©erlin, III, 1886, unb „Weitere ©eobadjtungen . . . (IV, 188fi). 3 n biejcit trefftidjen Arbeiten, in tocldjen über taufenb neue Seobadjfungen über Snfettcnbefudje au beutfdjen ©lunieit gegeben »werben, bringt E. Soeto bie oon ilpn juerft aufgeftetltc Einteilung ber ©tunten unb ber Jjnfeften in bie genannten ©ruppett unb beljanbctt ba3 gegenfeitige ©erl)ätlni$ ber brei cntfpredjcnbeu ©tumen- unb ©cftäubertlaftcn. Ergänjungen finbet man in „Seiträge jut btütenbiologijdjen Statiftif" (fflbf). beS bot. ©creinsS ber ©r. ©ranbenbutg, XXXI). Digitized by Google Übet blütenbiologifdje Seobacbtimgen. 13 ] fpredjcn. Sie führen baßer and) if)re ®lumenbefud)e mit großer Stetigfeit unb Segelmäßigfeit ber ^Bewegungen aus. 3f)itcn fommt in ber ipflanjcnwelt eine außerorbcntlidjc SWannigfaltigfeit «er* fd)iebener, nur aus ben SPefuchen regelmäßiger SBeftäuber erflär« barer Slumeneinridjtungen unb Slumenformen (SBienen* unb .Öummelbtumen) entgegen". §ierßer gehören bie Slpiben mit 9luSnal)me ber furjrüffcligen SBienen, b. f). ber Unterfamilien Panurgina, Melittina, Andrenina, Sphecodina, Prosopina, fowie oon ben Schmetterlingen bie Sd) wärmer (Spßingiben). II. .fjemitrope ^nfeften: „Die ?(u$rüftungen für erfoIgreid)en SPlumenbefudj finb nod) bcutlid) erfetinbar, aber oict fdpoädjcr als bei ber «origen ©ruppe ausgeprägt. Die ^Bewegungen beim SPlumen* bejuef) finb awar nod) gewanbt, aber laßen nicht metjr bie Segel* mäßigfeit erfennen wie bie ber cutropen formen. SPefonberS ißnen angepaßte iPlumenformen finb fpärlid) utib werben aud) «on SBe* fudjern anberer 3 nfeftengruppen in ftärferem ©erßältniß aufgefudjt, als eS bei dienen* unb .fpummelblumen ber Jatl ift." ßierßer gehören oon 1 ) .fjpmenopteren: bie oben genannten f urjrüf jeligen SBienen, bie langrttffeligen ©rabweSpen (Bombex, Ammophila, Psammophila) , bie langrüfjeligen ©otb* weSpcn (Parnopes) unb einige JaltcnweSpen (Pterochilus, Celonites), 2) Dipteren: Conopiden, Bombyliden, Syrrphiden, 3) galtern: ade mit SluSuafjme ber Sphingiben, (4) Käfern: nur auSlänbifdje wie Nemognatha.) III. SHIotrope 3nfeften: „SPefoitbere, nid)t etwa im ©efamnitbau ber ©ruppe mitgegebenc KörperauSrüftuugcu junt spiumenbejud) fehlen gänjlid) ober finb nur ganj anbeutungSweife erfennbar. Der .'panptunterjdjieb gegen bie «orige ©ruppe liegt barin, baß fie neben ben SBlumenftoffen aud) anbere Währung in größerem Umfange genießen unb gelegentlid) aud) blumenoerwüfteub auf* treten ( 5 . iP. Caphus*9lrten). Den allotropen SPefudjeru entjpredjcube SPlumenformen (bie fog. SEßcSpett* unb SdßupfweSpcublumen) finb feßr fpärlid) cntwidelt unb feinesfallS ben genannten Snfcften allein angepaßt ju betradjten, wenn biefe fid) aud) mit befonberer Sßorliebc auf berartigeit SPIutneu einfinben." hierher gehören «on 1 ) §t)ntenopteren: bie fnrjrüffeligen @rab= unb ©olb* weSpen, bie meiftcu 5altenweSpcn, bie ®latt= unb Schlupfwespen, Digitized by Google 132 ( 4Scmt Snutfj. 2) Dipteren: Musciden, Empiden, Tabaniden, Stratiomyden sc. 3) Stöfem: Dermestiden, Coccinelliden, Nitiduliden, Lumelii- eornier j. 2., Melyriden, Lopturiden it. f. 10., 4) bie bluntenbefudjenben §cmiptcren inib 9leuropteren. 9US eine leptc ©ruppc ftnb fjiitjupfügen IV. Spätrope 3nfeften: „Sei ihnen ift eine befoitbcre, auf 3«= ftörung non ^flan^enteilen ober lierftoffcn berechnete ftürper- organifation (ftarfe Euttoicflung ber Cberfiefer u. j. io.) oorhaubcn, tueld)e fid) aud) bei ihren gelegentlidjcn Slumenbefuchen geltcnb mad)t. 3f|ve Slolle al3 Slumcnbeftäuber ift bemnad) eine ganj untergeorbnete, unb eg fomnten an Slunieu ioof)lSd)uheinrid)tungcu gegen ihren Scfud] aber feine 9lnpaffutigcn oor". .'Qierper ge-- fjörcn oon 1) £>t)menopteren: bie Formiciden, 2) Säferu: Chrysomeliden, Lamellicornier J. Cucurlioniden, Chrysomeliden U. {. ln., 3) Orthopteren: Forficula. Ser angefjenbe 93lumenforfd)er raufe alfo aud) mit ben 9lnfättgen ber 3nfeftenfunbe ncrtraut fein. 3 1,m ©tubium finb j. S. ju empfehlen: 91. Äarfd), bie Snfeftemoelt. üeipjig 1883. 3 - SeuniS, ©pnopfiS ber Sierfunbe. .öauiioucr 188t». 91. ft'otbe, Einführung in bie Sufeftenfnnbe. Serlin 1892. 91. 6. S r e h ni , Sierleben, Sanb IX; Sie 3nfeften, Sanfettbfüfeler nnb ©pinnen, oon E. S. Safdjcnberg. Scipjig. 91ad) meinen Erfahrungen raufe ber 9lufänger fid) junächft mit ben raidjtigften 9lrten folgeitber ©attungen oertraut ju madjen fuefeen: 1) .fppmenopteren: Andrena, Anthophora, Apis, Bombus, Haliotus, Osmia, Punurgus, Prosopis, Formicu, Vcspa. 2) Lepidopteren : Plusia, Argyunis, Colias, Lj’caena, Pieris, Polyommatus, Epiucphele, Vanessa, Macroglossa, Sphinx, Zygaeua. 3) Dipteren: Empis, Anthomvia, Arieia, Lucilin, Musca, Sarco- phaga, Scatoiihaga, Eristalis, Heloj)hilus, Melanostoma, Rhin- gia, Syritta, Svrphus, Volucella, Tabanus. 4) Coleopteren: Cryptocephalus, Coccinella, Cantharis, Cetonia, Melolontha, Phyllopertha, Trichius, Meligethes. toirb längerer Seobadjtung^eit bebiirfen, bi? man im ftanbe fein loirb, loeuigftenst bie ©attung ju erfeunen, loenn baö 3nfeft auf einer Slöte fifet; mand)iual rairb man biefelbe fdjon an ber 9lrt beg 9lu-- Digitized by Google Über bliücnbiologifdjt Beobachtungen. 133 fliegend feftftellen fönuen : man toirb bie Stimme ber Honigbiene oon bern feineren Jflugton oott Helophilus pendula» unb bem tieferen oon Eristulis tenax ober einer Hummel unterfdjeiben föttnen, io baß man, ofjne fid) umjufefjen, juweilen unterjdjeiben fann, toer fid) ber ©(umc näßt. 3ur geftfteltung ber Snieftenbefucfjc an ben ©lumen toirb aber bie Kenntnis ber Arten ber oben angeführten ©attungen teineSwegS genügen, fonbern baju gehören etngehenbe unb langwierige Stubien ber einheimifdjen Kerbtiere. $mar finb i Q &ei weitem nidjt alle Arten blumenbefudjcnb, fonbern bie ©liitengäfte „bilben einen {(einen ©rudjtßeil oon ben überhaupt bei unS einheimifdjen. Aber eS fommen immerhin fämmtlidje Arten ber ©ienen, ®rab>, galten* unb ©olbweSpen, bie SLRehr^ahl ber Sdjmetter* finge, ein bebeutenbeS Kontingent oon .ßtoeiflügleru, Käfern unb ©latt* weSpen, fotoie audj einige Schlupfwespen, s Jieß- unb Halbflügler in ©e* tradjt" *). 3cß habe ftets als große Siüde empfuubett, baß meine 3nfe!tenfenntniS nur eine geringe ift. Der gang ber Snjeftcn gefd)ie()t, nadjbcm man bie '-Bewegungen berfelben an mehreren ©tüten genau bcobadjtet, aljo ben SeftäubuugS- oorgaug (©erüßrung ber aufgefprungenen Antßeren unb ber 'Jiarbe), baS Honigfaugen, baS ©ollenfreffen ober -fammetn gefehen (jat, in ber be* fanntett ©Seife bitrd) ein ^autjncfj. Die Döbtung ber Kerbtiere muß mit Süßer ober Schwefelfohlenftoff, niemals burdj Alf oßol oorgenommen werben, ba burdj festeren jartcre Organe jufammcttfallen unb nnfenntficij werben, fo baß bie ©eftimmnug ber ©lumenbefndjer erfdjwert, wenn nidjt ($. ©. bei Heineren SUiuSciben) gaitj unmöglidj gemacht wirb. Gbcttfo barf bie Aufbewahrung ber 3ufcfteu auS bemfelben ©runbe uießt in Alfoljol gefdjeljcu. Am befteu läßt man fie vorläufig in Keinen, trodenen, mit einem Kort ober ©Jattepfropf p oerfdjließcnben ©löschen, auf bereu ßtifett bie Wanten ber ©flattje unb ber 3nfe!tcn, baS gangbatum unb ber ©cobadjtungSort notiert fiitb. Gtwaige Sdjimmelbilbung fann man baburdj toieber jerftören, baß man bie 3nfeften in Ätljer taudjt. Hat man erft eine größere Anjafjl ber ©(umeubefudjer gefangen, fo macht fid) halb baS ©cbürfniß ttadj Orbnuug berfelben bemerfbar. ÜSfan fpießt fie bann auf 3nfcftennabeln unb oerwaljrt fie itt luftbidjten Käftcn, auf bereu ©oben einige Dropfen Ouedfitber gefdjüttet werben, beffeu giftige Dämpfe jerftörenbe Söfilbcn u. f. w. oon ben aufbemaljrten Onfeften fentljalteu. 3n einer Sifte fuhrt man bann bie oon jeber 3nfetteuart befudjten ©flattjenarten wieber uebft gangbatum unb =ort au. ’) IS. Soeio, „Anleitung au bliltenbioIogifd)en ©eobndjtungcn“, S. 8. — vier finb auch bie roidjtigften Jpitfstmittct jur Bcftimmung ber Qnfeftcn mitgetfjeilt. Digitized by Google 134 tßaul ftnutf). Sei einiger Übung wirb man bie meiften 3ttfcften aud) otjne 9lpparate beim Sliitenbefud) fangen (önnen, beim bie Slumengäfte fitib beim Ser* je^ren ber bargebotenen Stabrung meift fo eifrig befd)äftigt, baff man fie mit ben Ringern »on ben Slüten nehmen fann, otjne bah fie oortjer an ftfortfliegen benfen. Selbft bie aus ber Suft fetjr frfjroer fogar mit bem Ste^c fangbaren Scfjtoirrfliegen (Syrphas S(rten), welche bei hellem Sonnen« fc^eine mie angebeftet an einem fünfte fdjmeben, häufig im tlnfdjauen einer Stute mie oerfunfen, bann plöblid) bei Seite fcbieften, um fofort bie Sdjmebeftellung mieber einjunet)men, — ietbft biefc taffen fid) leicht oon ben Slüten beruntemebmeu. Sei biefer Slrt beS Ranges muff man fid) natürlich hüten, ein mit einem SBcbrftadfel oerfebcncS Kerbtier anberS als an beiben ^liigelpaaren jugleid) ju ergreifen, lueit man fonft recht fdjmerjliche Erfahrungen ntadjen mürbe. 3ft mau anfangs ju jaghaft um jujugreifeit, fo fann man bie fummeln ( — benn abgefehen oon ber Honigbiene mirb eS fid) befonberS um biefc banbeln — ) aud) mit Hülfe eines mit einem Korfftopfen oerjehenen SHitfbemabrungSgläScbeuS fangen, inbem man baS 3nfeft mittetft beS KorfeS in baS gläfchd)en hineinfd)iebt. Son legieren trage ich (nebft bem 9itl)erf(äfd)cben) im Sommer ftetS eine Stnjaht bei mir; ich benufce biefmaubige, an einer Seite jugejchmoljeue ©taSröhrchen oon 6 — 7 cm Sänge uub 1 — l 1 /* cm lichten $urd)meffer. SBann unb rno follcn bliitenbiologifche Seobadjtungen oorgenommen rnerben? darauf laffe id) Sprengel antmorten; er fagt in feinem ein« gangS citierten Sßcrfc: „SefoitberS finb bie SDtittagSftunben, roenn bie am unbemölften Himmel hocfjftehenbe Sonne marm, ober motjl gar beifc fd)eint, biejenige $eit, ba man fleißig Seobachtungen anftellen muff. 3)eun bie XageS« blumen erfcheincn alSbann in ihrer gröfftcu Schönheit uub buf)len mit aßen ihren SReijen um ben Sefud) ber Qnfeften, unb ihre Sefrud)tung fann um fo oiel leichter oon Statten gehen, meil ber Staub auch foldjer Slntheren, melche an ber freien Suft liegen, oöllig trodeu ift. ®ie Snfeften aber, benen bie gröffte Hif3 e grabe am liebften ift, finb alSbann in unb auf ben Slumcn in ber größten $bätigfeit, um, ihrer 9lbfid)t nad), im 9?cftar berfelbeu ju fdjmelgen, nad) ber 9lbfid)t ber Statur aber, um fie jugleid) ju befrud)ten. 3m Steife ber glora, beren 28eiSl)cit nicht minber bemunberungömürbig ift, als iljre Sd)önf)eit, gefd)el)en alSbaitn ÜSunber« binge, oon toeld)en ber Stubenbotanifer, welcher unterbeffen fid) bamit befchäftigt, beit fyorberuttgeit feines SltagenS ein ©einige ju thun, nid)t einmal eine 9lf)nbung hat". Sei toinbftillem Sktter unb marinem SoHuenfd)ein alfo finbet ein reid)lid)er 3nfeftenbefuch ftatt, roährenb minbige, trübe ober gar regnerifche Digitized by Google Ißaul Stnutf). Über bliitenbiologifdje Skobad)timgen. 135 SBitterung bie Slumengäfte in iljre Sd)lupfwinfcl treibt. „SBenn bogegen nadj einigen falten unb winbigen Rebet» utib Regentagen plöplicb toicber fonnigeS, winbftillcS SBetter eintritt, fiefjt man um jo mehr blumenbe» judjenbe Sttfeften in 'Xljätigfeit. 3e länger fie haben hungern müfjen, um jo entjiger unb anbauernber jinb fie nun im Sluffucffen ber Slumen» naljntng, unb bie SBlumen, bie nad) mehrtägigem SBarten fiel) beit warnten Sottttenftral)len geöffnet haben, finbett nun fidjer größtenteils ihre 33e» fruchtet" '). @3 giebt aber auch eine Slnjahl Slumett, weldje bei Sage gejd)Iojjett fittb ober tuelf unb uttanfehnlid) erfdjeinen unb erjt abenbS jich öffnen. S>iefe „Rachtblumen" werben oon SDämmerungS» unb Radjtinfeften befud)t, fo baff man fie ttad) eingetretcuer Slunfelheit beobadjten muh. hierher gehören bie oben als Rad)tfalterblumen beeeidpteten Slüten. Sprengel djarafterifiert fie folgenbertnaßen : fie hüben „eine große unb heßgefärbte Krone, bamit fie in ber Xuttfelheit ber Radjt bett Snfeften itt bie Slugen fallen. Sft ihre Krone ttnanfehnlich, fo wirb biejer ÜUJaugel burch einen ftarfen ©criicf) erfebt. ©in Saftmaal hingegen finbet bei il)nett nid)t Statt. ®enn hätte j. 33. bie weiße Krone einer Radfablunte ein Saft» maal oott einer anbem, aber aud) h e ^ en Sarbe, fo würbe baffelbe in ber Jütnfclhcit ber Radtt gegen bie jfarbe ber Krone nicht abftedjen, folglich ohne Ruhen faßen. .jpätte fie aber ein bnnfelgcfärbteS Saftmaal, fo würbe bieS nicht itt bie Slugctt fallen, folglich ebenfo unnüß fein als jenes." Seit Schluß biejer Slbfjanblung mögt noch ein SBort aus SprettgelS SBcrf bilben, welches bett attgehenben 33lütenbiologett an’S £>erj gelegt fein möge : „$en Rlait ber Ratur im 33att ber 33lumen wirb man feines» toegS entbeden, wenn man fid) bie ^Jflanje aus bem ©arten ober com fffalbe holen läßt. Rtau muß oielntehr bie 33lumett an ihren itatürlid)cn Stanborten uttlerfuchen, — fttrj, matt muß bie Ratur auf ber Xßat 3 tt ertappen fud)en". Slttf bie 33cjd)reibung ciitjeluer 33lütenciitrid)tungen hier cinjugehett, muß id) »erdichten, obgleid) ein gatte befonberer Reie barin liegt, einige ber intereffanteften 33eifpiele herauSeugreifen unb eu fdjilbeni. Sch oer» weife in biejer .jpinficht auf bie eingangs angeführten Slkrfe. Sollte id) bttrd) biefe fleine Slbhanblung eu blütenbioIogifd)en 33cobad)tuugcit an» geregt ober and) nur SßerftänbniS unb Sittereffe für biefclbett gewedt haben, fo mürbe ber ßiuetf berfelben erfüllt fein. ’) öerm. äJtüller, Vüpenblumen S. 647. Digitized by Google 130 SuftuS Scfimibt. ^tocitcr Jahresbericht über bie 'üThätigkeit bcs Uotamfcheit öcrcins ju Hamburg. Leiber würbe ber herein in feiner Arbeit burd) bag Auftreten ber Eholcra erljebltcf) geftört, ba eg nieten Sülitgliebern jeitrocilig un< möglich gemacht würbe, einen größeren SInSftug in bic llmgegenb ©am* burgä ju unternehmen, ©öffentlich mirb ung eine Störung biefer 9lrt fernbteiben, bamit wir bem gefteeften 3iele, genaue 3)urdjforfdjung ber glora ©amburgg unb ©olfteing, näher fommeu. ®ie ßahl ber 9)?itglieber betrug am Enbe beg oorigen 3ahrc§ 39; neu hin^u tarnen 4 äJlitglieber, wohingegen 5 ©erren augtratcu. ®eni* gemäfj beftcf)t ber herein jur ßeit auö 38 fDlitgliebern, bie big auf 3 ihren SBohnfifc in ©amburg unb nädjftcr Umgebung hoben. Slugflüge würben oom herein aug währenb beg Sommerg in größerer Slnjaf)! gemacht. ®ie Slrt unb SBeife ber 9lugfüf)rung biefer Slugfliigc würbe etwag geäubert, ba wir bie Erfahrung machten, bafj eg fid) bequemer unb crfolgreidjer arbeitet in einem {feineren Streife. Slug ben größeren Slugflügen heben wir heroor: 1. Clbcgloe unb llmgegenb, 2. Segcberg, 3hÜee nub llmgegenb, 3. SJleuflofter mit Xoreit bei S3ujte£}ube, 4. S3arm* ftebt unb E(mgl)orn, 5. Srittau, 6. GSeefthadjt (3 mal), 7. Ctternborf unb 8. fiauenburq. Sluffer biefen fittb wöchentliche Slugflüge in bie nähere llmgegenb ©amburgg regelmäßig gemacht worben. ®ie ßaljl ber SBinter = Slitgflitge war eine bcfdjränftere. Ser Söefud) ber Slercingocrfammluugcn, wcldje ftatutengemäfj wäf)= renb beg SBinterhalbjahreg monatlich ftattfanben, mar ein reger. 3tt biefen SSerfammlungen finb über nad)ftef)enb bejeidjncte Somata Stör* träge gehalten worben: 1. Sie $lora ooit £anb Clbenburg, oon ©erru 3uftu8 Sdjmibt. 2. Sie Sßegetationgocrhältniffe beg norböftlichen SJJofen, oon ©errn SBalb. Sdjmibt. 3. Sie Slboentioflora ber Umgebung ber Sieuen SDiüljle bei 2Banb8bet, oon ©errn D. 3aap. 4. Sie §tora beg ©lafccr Sdjneebergcg , oon ©errn £. 3aap. 5. Sie ^reilartb = Eoniferen ©amburgg, ooit ©errn E. Saufd). 6. Sie glora beg ©arjeg, oon ©errn gifdjer. 7. 9ieue unb feltcnere Slbocntiopflanjen ©amburgg, oon ©ru. SB. ßimpel. 8. Sic Sllgenflora ber Dftfee, oon ©errn 5- 93rung. 9. Einige intereffante ißflanjen aug ber ©amburger 3rlora, oon ©errn Saban. Digitized by Googl gweiter 3af)re$bcridjt bc« Sotnnijrfjcn Setein« ju Hamburg. 137 10. 9ieue Stbocittiopflan^en au« ber llmgcgenb SBanböbef«, oon Herrn 33. Timm in 2Banb«bef. 11. 'Heue Staiiborte unb neue 3ßfIanjenformen au« fiolftein« Jlora, uoit ,'perrn Quftu« ©eßmibt. An ber Heroollftänbigung be« Herein«ßerbarium« würbe oon oerfeßiebenen 3Jfitgliebern fleißig gearbeitet. Temfelben unb ber Herein«* bibliotßef würben oou ben Herren öfajor Heinbolb in Siel, 9. Herbft in Altona unb Mutige in Hamburg ©efeßenfe iibcrwiefen, für wclcße wir im tarnen be« 'Herein« unfeni oerbinblicßften Tanf au$fprecßen. Ta« Siefultat nnferer bie«jä(>rigen Herein«arbeit war ein red)t erfreuliche«. 9Benn wir junäcßft au« ber großen $aßl oon Heobad)tungen biejenigen ßeroorßeben, weldjc fid) auf nufere eiußeimifcße ^flan^entuelt beließen, fo ergiebt fid), baß al« neu fiir nufer ©ebiet feftgeftellt werben fonittc ba« Horfommen non : Anemone ranunculoides L. var. subintegra Wiesb. Tiefe ßöd)ft iutereffante Harietät fommt jiernlicß ßäufig in einer walbigen ©d)lud)t, „in ben ©riinben" bei ©olbenbef im Sreife Siegeberg oor. Tie Hflaitje würbe im oorigen 3al)re«berid)t erwäßnt al« neue ffform, ba eine '-Benennung un« nod) nidjt befannt geworben war. 23 ie 'fJrof. Afd)erfon aber im oorjäßrigen Heridjt be« Hotan. 'Herein« für Hranbenburg beridjtet, ift bie fßflanje oou 2Bic«baucr in Hößmen aufgefunbett unb al« subintegra bezeichnet worben. Turd) genauere« 'Jlacßforfcßen biirfte fid) ergeben, baß bieje Harietät nod) an aubern Crteu Holftein« oorfommt. Ta bie Hefcßreibung biefer 'Hflan^c nod) feine allgemeine Herbreitung gefunben ßat, fo geftatten wir un« an biefer Stätte für} barauf ßinjuweifen, baß biefe ffonn fieß oon ber normalen bitrcß bie ganjranbigen Hlättdjcn ber Hüllblätter unterfeßeibet. Höcßften« ift ber Sianb ber Hlättcßen uaeß ber ©piße ßin fein gefägt. Ervum hirsutum L. f. fissum Froelich würbe auf ©etreibeädern be« Söniglanbe« bei 2öanb«bef beobad)tet. Lycopodium Selago L. var. recurvum Kit (a. A.) ift in einer bcwalbeten Scßlucßt bei Appelbüttel, fiiblid) oon Harburg, gefönt* weit worben. Rosa Sepiurn Thuill. var. inodora Fr. ift am 3fefaual bei H an,s bürg beobaeßtet. Potentilla procumbens X silvestris fommt jwifeßen üangeußorn unb Hummel«büttel oor. 3»t ben widjtigften ißflanjen, bereu Horfommcn bei un« fd)on Digitized by Google 138 3nftu3 Sdjmibt. friif)cr feftgefteüt worben, bic aber in oielen Qaljren nidjt beobachtet mären, gehören: Anemone nemorosa L. var. caerulea D. C. int SBalbc bei Vienborf. Salix repens X viminalis in ben Söefcnljorfter Sßiefen bei @eefthnd)t. Vicia tetrasperma L. f. tenuis Fr. bei äyaubSbcf. Potamogeton fluitans Roth bei Srittau. Splachnum ampullaceum L. am Sbälfenteicf) bei Srittau, jugleidj neuer Stanbort. 9teue $unbftätten feltencr Sßflanjen nnferer eiiitjcimifdjen ^lura fittb feftgcftellt worben für: Asplenium septentrionale L. Steinmauer am Sßege oon ffrriebrid)3ruhe nacf) SOfötjnfen. Asplenium Trichomanes L. Sffiinteröfjageti bei ‘Dlcuftabt. Carex Boenninghausiana Weihe. ©Ibufcr bei Söittenbergen unterhalb SBlanfenefe. Dentaria bulbifera L. 9Jetl)toifd) bei CIbcäloe. Hepatica triloba Gil. ©rünbeit bei ©olbenbef, Streie Segeberg. Iuncus difFuaus Hoppe. tjjorncr SRennbafjn bei Sffianbäbe!. Lobelia Dortmanna L. f. panniculata Prahl. 3t)Ifee bei Segeberg. Liparis Loeselii Rieh. (Jurauer nnb Süjeler Üioor. Melioa nutans L. ©ebitjeh am gr. Sec bei Segeberg. Myriophvllum verticillatum L. f. pectinatum D. C. äBefterrabe im Streife Segeberg. Ophioglossum vulgatum L. Gbeuborf bei 3ßel)oe. Oxalis Acetoselia L. var. lilacina Rchb. 3)oren bei Vujtehube. Phegopteris polypodioi'des Fee. Gbcuborf bei 3lU’()0e. Potamogeton mucrouatus Sehrader. äBatlbäbef. Rhynchospora fusca Rom & Schult. (Sbenborf bei 8bel)0e. Sagina maritima L. CSIbufer bei Otternborf. Samolus Valerandi L. 3{ol)Iäburf am SEÖarber See im Streife Segeberg. Senecio viscosus L. (Sbeitborf bei 3>bcl)oc. Triticum caninum L. ©rünben bei ©olbenbef im Streife Segeberg. Sei biefer yfujammeiiftellung mar majjgebenb bie glora »on Dr. Sraf)(. Shtfgenommen finb fo!d)e Sßflanjen, bereu Verbreitung in nuferem ©ebiete eine befdjränfte ift. £ie oben angeführten Stanborte waren bislang entroeber nid)t befannt ober bie bieSbcjüglidjen Eingaben mürben als jmeifell)aft angejehen. ®ie Slbocntioflora Hamburgs, wcldje feit Qafjreit baS Sntereffe ber fjiefigcn Votattifer in Slnfprud) nimmt, mar im lebten Safjre nicht fo reich entroicfelt roie früher. 3)er ©runb hierfür liegt barin, baß ein Streitet 3at)rc36erid)t best Sotanifdjen SJcreinS ju Hamburg. 139 längere^ Sägern öon Slbfnllftoffen , Sdjutt k. nid)t mef)r geftattet ift. Sefonber« ergiebig erwie« ficf) im Summer 1892 bie Umgegenb ber neuen SJfiiljle bei Söanbsbef, wo circa 100 ftremblinge beobachtet worben finb. §ln neuen ^flanjen nnferer Slboentioflora erwähnen wir: Aegilops triaristata W. , Ajuga Chamaepitys Schreber, Alyssum argenteum Vitm., Alyssum montanum L., Audrosace maxima L., Bromus squarrosus L. vaivvillosus Koch, Crepis rhoeadifolia M. B., Delphininm Orientale, Genm macrophvllum Willd., Hordeum maritimum With., Hvoscyamus niger var. agrestis Kit. (a. A.), Lepidium graminifolium L., Linaria genistaefolia D.C., Lotus angustissimus L., Panicum colonum L., Phalaris minor L. , Phalaris paradoxa L. , Pimpinella Anisum L., Polycnenum arvense L. , Sorghum halepense Pers., Specularia hybrida D. C., Trifolium Cherleri L., Vicia cordata Wulf, Xeranthemum annuum L. 3}on ben oorftel)enb genannten '^flanjen finb Geum macrophyllnm, Lotus angustissimus, Vicia cordata uub Panicum colonum jehon in früheren fahren gefammelt, aber erft im lebten Saljre beftimmt worben. 91n« ber großen 3af)l fold)er Slbttentiopflanjen, bie fdjon in früheren fahren gefammelt imb befannt geworben, im testen ^faljre fiel) aber wieber jeigten, erwähnen wir foldje, bie entweber feiten gefunben finb, ober audj in größeren SKengen auftraten: Aegilops cylindriea Host., Acbillaea nobilis L., Alyssum minimum Willd., Althaea hirsuta L., Amarantus spinosus L., Ambrosia arteini- siaefolia L., Anacyclus officinarum Hayne, Anthemis ruthenica M. B., A. tinctoria L. , Artemisia scoparia W. K. , Atriplex tataricum L., Bidens leucanthus W., Blitttm virgatum L., Brassica elongata Ehrli., Bromus commutatus Schrad. , Br. squarrosus L. , Bupleurum rotundi- foliutn L., Caucalis daucoides L., Centaurea cristata Bartl., C. solsti- tialis L., Chenopodiitin ambrosioules L., Ch. Botrys L., Ch. Vulvaria L., Chorispora tenella D. C., Coronilla scorpioides Koch, Diplotaxis muralis D. C., Echinospermum patulum Lehm., Eleusine indica Gaertn., Elymus caput Medusao L., Erysimutn canescens Roth, E. repandum L., Eucli- diutu syriacum R. Br., Glauciuin coniiculatum Curtis var. tricolor Beruh., Gypsopliila pauniculata L. , Hordeum jubatum L. , Kochia Scoparia Schrad., Lathyrus sativus L., Lepidium micranthum var. apetalum Ledeb., L. perfoliatum L., Medicago hispida Gaertn., Melilotus coeruleus Lam., M. dentatus Pers., M. parvitlorus Derf., M. rtithenicus M. B., Nicandra phvsaloides Gaertn., Phleum asperum L., Ph. graecum Boiss & Heldr., Rapistrum perenne All. , Sideritis montana L. , Silene conica L. , S. dichotoma Ehrli. , S. vulgaris var. sapouariaefolia Schott. , Sinapis Digitized by Google 140 3ufiu$ Sdjmibt. Sie b ritte ©eiicrntoeriammlutig unfercS Scrcinb juncea L., S. arvensis L. var. orientalia Murr., Sisymbrium Columnae L., S. junceura M. B. , S. Loeselii L., S. Siimpistrum Crantz, Specularia Speculum D. C., Stachys annua L. , Trigonelia Foenum graecum L., Triticum criatatum Schreber, Tr. villosum M.B., Turgenia latifolia Hoflin., Vaccaria parviflora Mncb. , Verbaacum Blattaria L., Vicia grandiflora Scop. , V. lutea L. , V. narbonensia L., V. narbonenaia L. var. aerrati- folia Koch, V. tricolor Seb. & Maur., Xanthium apinosum L., X. stru- marium L. Hamburg, int SOZoi 1893. Suftuö Sdjmibt, 3- 1 • Sorfißettber. ■ §ie britte (lenmtlberfnmmlung unferes Dcrcins in Jflensburg am 23. ÜDlai b. 3- luurbe »ott gegen 60 Jeilneßmern befudjt. 3?er Sorfißenbe, tperr ©gmnafialleljrer a. ®. $ad jdjloß an bie Segrüßung bic 93ittc an alle Sereinömitglieber unb Sefer ber tpcimat, fidj als SlJlit» arbeiter auf bent ©ebictc ber 9latur= tittb SanbeSfunbe ju betradjten unb ju bem Snbe redjt jaljlreid) Meine 9JütteiIungen für bie |>eimat ein» jufenben. 91(3 Seifpiel mad)te er aufmerffam auf ba3 Sorfommett einiger feltener Sdjuedenarten unb beutete an, »nie felbft foldje fdjeiitbar nur ben Sammler angeßenbe fragen ein großes allgemein roiffenfd)aft* Iid)eS Sntereffc fjaben föttuen. (S. ÜKitteilungen 2.) ®er Sdjriftfüfjrer ,'perr Äleetnann teilte in feinen löeridjt mit, baß bie 3 n ß! ber Söiitgliebcr im Saufe bcS QaßreS non IKöO auf 21f>0 ge* fliegen ift unb noef) fortbauernb junimmt. SSegeit ber größeren s JiWit= gliebcr^aßl fann bie Heimat jeßt regelmäßig in einem Umfange uou l 1 /* Sogen ausgegeben rnerben ; and) füll bie Heimat fotueit ber 3nl)alt cö roünfcßenöroert erfdjeinen läßt, nteßr als biäljcr mit 9lbbilbungen aus» geftattet toerbett. 9lad) bem Seridjt beS Saffeumartö ,'perrn Meters betrugen ber ftaffenbeßalt au« bem 1. SereinSjaßr. j. Heimat 1892 8. 167 266,88 SMf. ®ie SDlitglieberbeiträge für 1892 jufammen mit ber Sin» ttaljmc für uadjbeftellte .fjefte ootu 1. Saßrgaug ber .fjeimat 4090,90 ü)lf. 5)ie Sinnaßme für 3lnjeigen auf bem Umfdjlag b er Heimat 110,38 Hilf. ÜDie ©efamteinnafjme für 1892 alfo . . 4468,16 ®if. Digitized by Google in gtcnSburg. 141 Tie 9lu8gaben ftellten fid) im ganzen auf 4477,15 9Jif., fo baß ber Släffenmart einen Borfcßuß oon 8,99 'IW. ju Ieiften fjatte. Ter ftef)l< betrag ftammt im ©runbe nod) aus bem 1. BereinSjaßr, benn |'o mie ber Slaffenbeßalt für baSfelbe unter bie ©innaßmen für 1892 aufge= nommen ift, ift aus biefen baS Honorar für bie größeren 91uffäße ber ber .fpeimat fomoßl für 1892 mie aud) nod) für 1891 beftritten. Tic 9luSgabe hierfür beträgt im ganzen 725,85 3Rt. Tie .fjerftellung unb ber Berfattb ber fpeiniüt toftete runb 3000 ü)if. Stuf Eintrag beS Bor> fißenben finb für baS 2. BereinSjaßr an beit Schriftleiter 200 SKI. unb an ben Staffeumart unb Sdjriftfiiljrer je 100 !Dtf. als Sntfcßäbigung für bie im Tienfte beS BereinS geleiftete 9lrbeit unb bie aufgemenbete 3eit befahlt. Ter SHeft ber ©imtaßme ift anägegebeit für fReifefoften, ^ßorto, 9lnjeigen, 9lufforberuiigen u. f. m. 511111 Silitritt in ben Berein. TaS Steigen ber ÜJtitglieberjaßl jeigt, baß biefe 9luSgaben nicßt oer= geblid) gemacht finb. Tie 'Jieoiforen, Sperr Brüder in ©aarben unb ,perr ©dmaitn in Sllerbef hoben bie 9lbred)uung geprüft unb richtig befunben. Tie Ber= fammhing cutlaftet beu Staffenmart. 9In Stelle bes auSfd)cibeitben fRemforS .'nenn Brüder mürbe für baS BereinSjaßr 1893 Sperr Troguift Sappe in Stiel gemaßU. TaS auSfcßeibenbe BorftaitbSmitglieb, ber Borfißenbe, .fperr @t)im tiafiallehrer a. T. Jad, mürbe eiuftimmig micbergemählt. — Ta bie Arbeit bes geftßäftSfilfjrenben 9luSjcßuffeS fid) häuft, fo mar feitens beS gefcßäftsfüßrenbett 9tuSfcßuffeS ber Antrag geftellt, bie Saßuitgen bes BereinS baßin abjuänbern, baß ber gcfcßäftsfüßrenbe 9luSfcßuß fiinftig auS fünf ftatt aus oier ÜRitglicbcrn befteßt, biefer Antrag mürbe an- genommen. 911S neues 9litSjcßußmitglieb mürbe Sperr Splietß, StuftoS am Sd)leSmig=|ioIfteinfchcn Blufeuin in Stiel, gemäßlt. Ten erften Bortrag hielt .perr Seßrer Kalifen aus ^len«burg über BerfeßrSmege unb ßiftorifdje Orte im mittleren unb jüb ließen ScßleSmig. Ter Bortrag geigte, mie reidp gerabe baS mittlere ScßleSmig 0011 ffflenSburg bis ScßleSmig an ßiftorifd) midjtigeu Orten ift unb mie anregenb cS ift, fid) in bie ©ejd)id)te feiner liäßercn Umgebung ju oertiefen. Ter Bortrag rnirb in ber Speimat abgebrndt roerben. Sperr Tireftor Sa 11 ermann ßattc auf SSunjd) beS gefcßäftS= fiißrenben 9liiSfd)iifieS aus beu reichen Sd)äßen beS ffflenSburger .Stimft= gemerbemujenmS einige Brobeit ßeimijdjer Spa uSinbu ft rie auS= geftellt 1111 b ^mar 1. 91 r beiten 00111 Süebeftußl, 2. Stlöppel* ober mie bei uns gejagt mirb „St niipp e ("arbeiten unb 3. Sdjniß, Digitized by Google 142 britte ©tticrafoerfammluug unfereä SScreinä in StenSburg. Stitteilungen. arbeiten. Tag SSerftänbuiö für bie auggeftcllteu ©cgctiftänbe teurbe auf ba» beftc burd) einen erläuternben Sortrag ooit ©errn Sauermann geförbert. ©err Sauermann tj<ü feinen ©ortrag mit einigen djarafe> riftifdjeu Slbbilbungen für bie ©eimat in Slugfidjt gefteßt. Sin bcn ©ortrag fdjlofj fidj eine ©cfidjtigung ber Slugftelluitg, unter ©errn Sauermanng eigener Leitung. Dann fpradj ber ©orfihettbe, ©err gatf, über bie ©oben* bilbung unfereg Sanbeg. ©adjbem er ältere Slnfidjten erwähnt Ijatte, ging er auf bie SüjeU’fche Trifttljeorie uitb bie oon %. Torret begriitibete 3nlanbeigtfjeorie über. Ter ©ortragcnbe hält bie Slnnabme, bafj unfer Slanb zweimal uom 3nlanbeig bcbectt getuefeu fei, für nidjt begrünbet, fonbern nimmt nur eine Siäjcit an. 'löäfjrenb ber 3nlanb- eisbebeduug luar nach Slnfidjt beg ©ortragcnben bie Dftfee in ihrer gegenwärtigen ©eftalt nidjt uorbanben. Tie Oftfee felbft mit ibreu Suiten au ber fdjlesmng-bolfteinfdjeu Stufte erflärt er als Srfjcbuitgg* jpalteu. Sind) ©err gad wirb feine Slnfidjt über bie ©Übung unfereg ©oben« in ber ©eimat augfüljrlidj barlegcit. Sin bie ©erfammluug fdjlofj fidj eine gemeiufcbaftlidjc Saljrt ber Teilnehmer über bie fdjüne ^leitssburger göljrbe nad) ©liirfgburg. Sin Spaziergang führte bie Teilnehmer burdj ben Ijerrlidjen SBalb unb ben gicden. SJiit biejem Slugflug fdjlofj bie ©erfammluug, bie allen ©e= fucberu fidjer oiel Slnrebenbeg geboten Ijat. Stiel, Sube SJiai 1893. ©. Tann m eie r. Mitteilungen. Sonnenving ober Secving. ©feine Slnfrage unb ©itte im bieg* jährigen SRärzheft ber „©eimat" S. 09 Ijat einen überrafdjenben Srfolg gehabt unb fühle idj midj oerpflidjtet, nidjt nur meinen Tauf für bie erhaltenen ©fitteilungen augsufpredjen, fonbern audj bie mir zugegangenen ©adjvidjten befannt ,jit machen. Slnt 10. ©tärz fdjreibt ©err 0. ©anzer ang Steunüinfter, bajs in feiner Stnabeiizeit bie bamalg Sonnenuhren ge* nannten Stinge in Sifenmorcnfjaublungen zu etwa einem Sdjillinge Oer* tauft würben, ferner fdjreibt an bemfelben Sage ©err fi. jjfratjm au« ©oppenbiittel, bafj früher in feiner ©eimat, zwlidjen ©argteljeibe unb Slljrengburg, bie Sonneuriuge bei fiitedjten unb größeren Stuaben feljr allgemein unb auf bcn bamals nodj mehr befudjten Sahnnärften für fünf big fedjg Sdjillinge täuflidj waren, ©err ©. Sieben in ©eiligenljafeu fdjirft unterm 11. ©tärz einen Sonnenring unb bemerft, bafj um 1850 faft jebeg Stint) ber Stabt Sdjlegmig einen folcfjen befafj. Slug ©attftebt berichtet ©err 3t>h- Soljannjen, bafj in feinen Schuljahren, etwa 1830 Digitized by Google ©iitteilunßcn. 143 big 1840, bie Singe non ^aljlreidjen §irtenfnaben unb anbem jungen Üeuten für enua jroei Schillinge, namentlich auf 3al)rmärften ; getauft unb mit Stetten über '-{taub wie eine lafrfjenuljr getragen würben, Sperr St. Sriigge in Segeberg fcßirft einen Sing, ben er fid) im oorigett 3al)rt’ oon einem Wirten int' öftlidjen |)olftein erftanben batte, unb bemertt, abweidjenb oon allen übrigen SSttleilnngcu, baff foldjc Singe ttod) jcbt non fpirtenfnaben nielfad) benußt würben unb biefelbett in ®ejd)äften beg öftlidjen Spolfteutg nod) uerfätiflid) feien. Sperr öritggc bot mir bann fpätcr itt ber Thal nod) einige Singe jtt bejorgett bie (bitte gehabt. Sperr |>auptpaftor ,fp. Sjjeterfen in ©bbcldrf bcftätigt unterm 17. ÜJfärj, baß in ben oierjiger 3af)ren bie Singe in ber öegenb oon fjSinneberg feljr allgenteitt, aber etwa 1865 Derfdjwunben waren ; eg gab jwei »er» fdjiebene ©roßen; bie Shtbbirten betutjjtett fte, um bie Stube redjtjeitig auf ben |>of tu treiben. 9lud) in Titl)marjd)cn tannte man ben Sing. Ter Sperr fßaftor batte bie (bitte, mir einen felbftocrfertigteu Sing ju überfenben. (Sttblid) erhielt id) oon Sperrt! Siebter St. aJtartenfen tu Sorberlügum ein fehl - fd)öticg ©gentplnr. ©g ftel)t alfo fcft, baß bie Soutienringe eine $eitlang, bie äußerften Eingaben liegen jwijdjen 1830 unb 1865, feßr allgemein alg einfache Uhren in beit fterjogtitmcnt oerbreitet waren, ferner, baß Singe uer* fdjiebcncr @röße unb Qualität uerfertigt wttrben, wag bie Sßreigoerjdjiebew beiten erflärt. Sterfwiirbig ift eg, baß bieg fehl’ alte uttb lange oer= fdjwuttbcn gewefeuc Snftrumcnt piößlid) toieber jum Sorfdjeitt fomnit, tim nad) fitrjer 3^it faft oöllig außer ©cbratid) jti fommett. ©aßr» fdjeinlid) ift nämltd) biefe f teilte trangportablc Sonnenuhr int 16. 3ahr- bunbcrt angefertigt worben. 9lug bem folgenbett 3ahrhunbert nenne id) nun 9ltl)anafing Stircber, ars magna lucia et Umbrae, Slmfterbam 1671, wo S. 365 biefe Sonnenuhr alg annuhis horologus abgebilbet uttb befcbrieben ift. Stiel, 20. Slpril 1893. @. Starften. (Sinigc fcltene Srfiticcfcmn'tcn. Stuf ber ©eneraloerfammlung jtt glengburg übergab id) an .fperrtt Gallien bafelbft ttac^fte&enb aufge= tübrt ett 9irtcn mit ber Sitte ju iintcrfttdjen, ob biefelbett nicht aud) bei glettgburg aufgefunben werben löttutett. 1. Helix (Trigon iostma) obvoluta SfüUer. Sig jeßt feinte id) bie 91 rt nur oom Ugleifee, wo fic am nörblidjett 9lbf)ang lebt. ÜJtörd) itt feiner Ueberfidjt ber 58innen=(Panb=)SSollugfen Tänemarfg, nennt auch fflengburg alg ffunbort, ol)ne aber bie Stelle iljrcg Sor> fommeng näher ansugeben. 3" SütteO uttb Sübbentfd)Inub häufiger. 2. Helix (Xerophila) caperata Montg. Tiefe 9lrt würbe uor einigen 3al)reu oon .fperrtt SBtiftenei bei Sonberburg auf ©arteugebiijd) uttb am SSBatt utqbiutb auf Honkenya Peploidea aufgefunben. 9lud) foll fic bei SBetmar oorfomnten, ift aber im übrigen Teutfdjlanb nicht befannt. 3. Pnpa (Pnpilla) cylindracea da Costa — P. mublicata Montg. oon mir unterhalb Storügcu (am St ul er .fpafett) aufgefunben, fottft nod) auf Sitgcit unb im {üblichen Sdjwebcn oorfontmetib, im übrigen Teiitfdjlaub nidjt befannt. Stiel. 3 ad. Digitized by Google 144 9ftittei(ungen übet lanbeSfunblidje Stitteratur. 3ur «conttt)ortun(i Dev «nfrnflc int fltsrilljeft ©. 95. Cb biefdbc Sage in Sdjleötuici ■ Jfjolftcin oorfommt, weife idj nicfjt; aber iifjnlidje Sagen fenne idj eine ganje SHeilje. Ä'nicferbeen ift offenbar ber s Jiatne eine« llnterirbifdijeii. 3tt anbern Sagen Ijeifet biefer Untertrbifdje .piitfcl- been. SBeibe Manien be^iefjen fiel) unjwcifdljüft auf bie ©ejdjaffcnljeit ber Seine. 3n oiclen Sagen 0011 beu lliiterirbifdjcit raubt ein 'Jlianti beitjelben einen golbenen Sedjer. Xie Unterirbifdjen oerfolgen it)n nnb ba gcrabc fpinfelbeeu beut ff lietjeubcii am nädjfteit ift, rufen bie anbern : „fpinfelbeen, lop !" Xer fDtaim erreidjt aber gliidlid) fein pau«. Xie Unterirbijdjen werfen ifjm eine gliitjenbe ^euerjange nadj, bie itibc« ifjn nidjt trifft, fonbern in einen ,’pecfpfat)! tjineinfä^irt. Xie glüljeitbe geuer-- janae ift basfelbe , toa« in ber iiauenburger Sage ba« ffeuerrab ift. Seibe« beutet wofjl auf ben Xotiar mit feinem '-Bitte; roie beim ja auefj bie Unterirbijdjen nidjt« anberc« finb, al« perjonifpierte fJiaturfräfte. Xie Unterirbijdjen tjeifeen fonft audj Üllcrfeit, Slnlfen, SUfeit, b. ij- bie ©Ilten. Xarrenwnrtlj. ,$einr. Warften«. Mitteilungen über hmbcskutiülichc Jiittcnitur. 6. Gbler«, heimattunbe ton 51 1 1 o n a u n b 11 m g e g e it b. 2. Derb, u. Denn. Stuft. ÜJlit 'Itlänen mtb einet Starte. 87 ®. 8°. 3Utoita, perrmann lliiader« Sudjbanblung 189:$. ^?rei« geb. 1,50 Uif. Ta« Siicbleiit scigt an bem Seifpiel Don 'Ultona, wie bie Schüler burd) bie fjeimatfimbe fiel) in ibter uäcbften Umgebung orientieren lernen uub bamit bie atifdjau Itcbett ©rimblagen für ba« Serftünbni« ber Starte unb ben Unterriebt in ber ©eograpbie überhaupt gewinnen. Ta« Sud) wirb intereffiren al« eine gute ilberficbt ber Crt«tuubc Slltona« unb feiner Umgebung, fowie feiner ©e = fcbidjte, befonber« aber al« Dortrefflicbe« Seifpiel für ben Unterricht. Tie bei- gegebene Starte, geicicbnet Don Gb. ©übler, ftellt bie Umgegenb Hamburg Don Sffiebel bi« äöanbsbet unb doii Gibelftebt bi« füblid) Don Marburg, fowie auf einer 9lebentarte Gitrbafen bar. Sie ift bentlidj unb tlar gejeidmet. D. Hi n ber, 9HiJn. Gin »Jübrer burd) bie Stabt SJHön unb bereu Umgebung. 5luhang: SpiiSner ©efetiebten. 9)lit einer Statte doii ber Umgebung ber oftbolfteinfdjeu Seeen int Dlafeftab 1:40 000. 31 uub 210 Seiten. 8°. 9SlBn o. 0- (1893) öirtfibe Sucbbruderei. 'ISrei« 75 '4t fg. Ta« Dorliegenbe Such ift eine neu bearbeitete unb erweiterte Auflage eine« Dom Serfaffer früher herauögegebeneu gübrer«. G« ift juoerläffig unb bie bei- gegebene Harte, welche Dont 5lfcbeberg bi« 311m llflei reicht, wegen ihre« grofien 'JJiah- ftabe« febr beutlid). Seigelegt ftnb ein Tfabrplau ber oftbolfteinfdjeu '-Hahnen unb einer über bie Schiffahrt auf Tied-, Schier- unb ©ro§en 'lilötier See. Wes fouber« anregenb wirb ba« Such burd) feinen 210 Seiten umfaffenben 5lnhang: 'ItlBner ffiefcbidjtcn : Gin Sürgermeifter be« 1 7. gabthmtbert«. Taitiel Sogewifcb. Gin öerenproieb, Shriftian ©ottlieb. Ter fdjwarie gelbtrompeter. Tie Tochter be« grobu«. ÜJIagifter spetru« (Horn. Ceibeigeu. Tiefe alten Silber haben Dor Dielen anberen ben 'Vorjug, baji fie „treu unb wahr ober wie mau fagen fBnnte attenmüfiig" unb bod) gut erjühlt finb. Turdj feine Gtlüuterungen macht ber Serfaffer fie perftüitblicb nnb seigt ihren Stert für bie Hulturgefcbichte. Ten 'Itlöner ©efchichteu geht eine ©e[cbid)te ber Stabt 'ft (Sn Dorauf. Ter beitpieflo« billige 4trei« Don 75 4t f. erleicbiert bie 'Verbreitung, welche ba« Such in hohem ©rabe oerbieitt. D. Trucf bon 91. g. genfen in Stiel, Sorftabt 9. Digitizer) by Google hielte 9ftitgliet>er. 258. Scparff, ipauptleprer, Jleneburg. 269. Sdjaufer, ©oftgepülfe, j. 3<- meinfelb töolftein). 260. Stplüter, Üctjrer , veinfenborftel pc. Wortorf. 261. Sipmalmad, graul. S„ ßeprerin, “fiiel, Jammftrage 12. 262. Scpmibt II, Seminarift, Segeberg. 263. Sdjmibt, ßeprer, aitona, Stuplmann* ftragc 5 U. 264. Scpmibt, ßeprer, 'Ileutirdjeu pr. I onbern. 265. Sdjmibt, ßeprer, riodernp. 266. Sdjmibt, ßeprer, 'JJJei'c^enborf b. .'peiligen- pafen. 267. Sdjmibt. ipauptleprer, glenbburg, SBil- pelminenicpulc 268. Sdmeeflotp, ßeprer, glenbburg. 269. Sdjneibcr, Seminarift, lonbern. 270. Sdjott, Sngfnieur, tpelgolanb. 271. Scprcier, gortififationo • ©tarntet, Sjclgolaub. 272. Sdjulj, ßeprer, Spann pr. Sianerau. 273. Sdjulj, Seminarift, Üterfen. 274. Sdjupje, SDireftor ber ©erteprbjdjule, Htflingpufen. 275. Schümann, ßeprer, ©arlt. 276. Sdjütt, ©ropft, ßütjenburg. 277. Scptoien, ßeprer, iüaplftorf pr. ©reeg. 278. Stabe, 3., iiofbefijer, Sioorrege pr. Stjeboe. 279. Stepban, ßeprer, Hübten bei UioUn i. ß. 280. Stud, ßebrer, ?litona, Steinftr. 54 III l. 281. 'Jeege, 1. ßebrer, ©argtepeibe. 282. Ipeen, Sitterat, Söbp pr. Jpoljborf. 283. Ipomjen, ßebrer, §ufum. 284. Xpomjcn , ßebrer, glenbburg , Rnutp* Itrage 12. 286. 2pomfen, ©aftor, Sclent. 286. Ipotnien, ©ürgermcifter, Slmbporn. 287. Jietgenb, Hamburg ■ ©armbet, §am< burgerftrage 6611. 288. limmermann, grl., ßebrerin, £>oderup. 289. Jroft, ßebrer, HI. • Sarau bei ©r.- ©rünau i. ß. 290. Urbapnb, ^()otograp>^, Stiel, Sdjlog- garten 17. 291. ©iertp, ßebrer, ©litte! pr. St. ©iarga- retben. 292. ©ollquarbfen, ßeprer, ® Ilona, parallel- ftrage 1611. 298. ©ob, Sientier, aiberbborf, ©apnpofftr. 294. IBeber, ©rofefjor Dr., Siel, Jpoltenauer> {trage 101 . 296. ©Jebberer, Seminarift, ^aberöleben. 296. SBelld, ßebrer, ßolftebt. 297. Söenbt, 38., fporbefiger, SBeftermoor pr. 3beboe. 298. SBentorf, Seminarift, ©cfcrnförbe. 299. SBeftetgaarb, ßebrer, Hlantoft bei ßieUeroatt. > (gortfegung folgt Siel, ben 26. 3)iai 1893. 800. 301. 302. 303. 304. 305. 312. j 313. I . 314. ! 316, 316. 317. 318. 319. i 820. 321. 322. 323. 324. 826. 326. 327. 328. 329. 330. 831. 832. 333. 384. 835. 336. 837. 888 . 889, 340. 341. 842. 343. SBeftppal, ßeprer, ßübecf, ©lodengieger* präge 4411. SBiebenfelbt , 3°^ t ’ nne b mer , ^eiligem pafen. üiiepr, 1. fleprer, Setf. SBillrobt, ©räparanb, Siel. SBifier, ßeprer, gigen bei ©üdjen. üüüfittei, 38., Oberlehrer am fiöniglidjen JReatprogpmnafium, Sonberburg. SBoplb, Rircpfpielfdjreiber, Sarg i. 2). iefe, fiirtpenprdpft, Sdjlebrotg. oepert, ßeprer, 9JeU'Hönigbf&prbe. oega, ßeprer, glenbburg, Snutpftr. 14. Slbolffen, ßeprer, .gmebt) in Engeln, ©ernparbt, 3. $., Haufmann, glenb- bürg, ©rogeftrafje 3. ©jerring, griebridj, Scplntup bei ßübed. ©öje, Jpotelbefiger, 'Jiaimünfter, ipotel jum Hronprinjen. ©ubberb, ßeprer, glensburg. ©dort, 9iub., Sorfteper beb iiarbenberg- fdjen SBaifenpaufeb, Worten i. §annooer. ©bleffen, Haufmann, pelaolanb. ©ggerb, $., 1. ßeprer, Scpiffbel. ©ggerb, ßeprer, SoDingftebt bei gübet. geirber, 3-. ©iaurermcifter, Hl.-glottbet. gröliep, SB., Sonmalift, glenbburg. ©eprt, ©rüparanb, ©demförbe. ©rotmad, ©rofurift, ttlein-fflottbef. ßtaab, Sepubmatpermeiftcr, ßielgolanb. ipanjen, ©rofefjor, ©nmnafiaDeprer, jlenbburg. iiarg, ßeprer, ßoit • Stpaubp pr. ßoit* Hirfebp. .pate, Ingenieur, ^iclgolanb. .fiaupt, ©rofeffor l)r., Scpleäroig. Siecftpen, 9R., ©oftnerroalter , Hiein* Rlottbel. jpelmer, 2red)bler, Jlenbburg, ©ergftr. 8. .(xtiningfen, ©., ßeprer, Jlenbburg, ^ioIm 51. .fiormann, fi., ßeprer, IR einbet. |iorft, .fi., ßeprer, 9Iltenbeicp bei Üterjen. fnittmann, Siubolf, ^ofbefiger, 'Jiape bei Sülfclb. 3acobfen, ßeprer, Ireia. 3üger, ©räparanb, ©dernförbe. 3apn, §., Romtoirift, filein • Jlottbet. 3anjen, ©., ipotelbefiger, fjelgolanb. 3ben, Haufmann, Hamburg, St. ©auli, ©aulinenplag 1 III. Senfen, a., ßeprer, ®ieberbbüH pr. ©mntelöbdll. 3tpfen, ©., ©utppalter, Hamburg, Sdjleujcnbrüde 8. Stoerfen, ßeprer, SRaftorfer ©afiau. Hertelpeim, 3- 3-. Seprer em., 'Jiieblnm a. ppr. Hndud, Dr., Ijfelgolanb, ©iologifcpe Station. im nädjften Jpeft.) ^er Sdjriftiüprer. 51 it $ c t g c ii I>r. med. Lahmann's Reform -Unterkleidung sangt Schweis» wie Wolle, ist weich wie Wolle, reizt aber die Hanf nicht. springt in der Wäsche nicht ein, bwiiMchtigt die AttsdniistuDg de Körpers licht, wird nach der Wüsche nicht hart, legt sich nicht kalt an den Körper an, hat also mit der gewöhnlichen Bamnwolle keine Aehnlichkeit, eignet sich in den verschiedensten glatten n. gereiften Strickarteu für jede Jahreszeit und für jedes Klima, ist in Kit’l ausschliesslich nnr zu haben bei Brunswikerstrasse 37, 1, gegenub. der »Hoffnung*. iBorbcrcitunßönitftalt für bic ^apge^iilfen-priifung ffirünblidte Vorbereitung, gute erfolge, eigene ijJenfion, anerfunnt gut unb biütg. Sorgfältige Seauffidjtigung. Aufnahme }u jeber 3eü- ftiel, Untereftr. 17. ^obnttn t (inititulbDorfteljer. $>te Gcmbanöiiccfc jur -fteimat 1891 u. 1897 ift mieber neu nriertigt. 3u tjabeu 4 60 Vffl- bei SWnE Oiicmcr, ibinberei unb Vergolbe-9lnftalt. Stiel, Vorftabt 9. Teschner & Frentzel, ßinnsroirhcr fimt)hauhlung t ittufthalirn, Vribbibliotbfk 11 . frhrmittrlgffd)äft Kiel, Bruns wiekerstr. 46. iregenüb. d. Schulst!*. Prompteste und billige Lieferung aller Arten Bücher u. Zeitschrift, in- u. ausländ. Litter. Schnellste Besorg, v r . Antiquaria. L»?h von ZdehantBuOitii, Sckrab- und l'apienaatm für Private, Comptoir-, Bureau- u. Studienzwecke. Grosse Auswahl vorzüglichster Schreib-, Copir- u. Zeichen-Tinten. BaareinköulV* zu "V orzugspreisen. Leih-Bibliothek. Lesegebühr pr. Bd. 16 Pf. die Woche. Abonnements auf 2 Bde. X. 1.— pr. Monat. Üomiiopntljifdjf lApotptke ftid, fcoltenouctftr. 8. Kronen - Apotheke. — ■ 9lrjnci • Präparate unb \iau« ■ Jlpotbeten. ^omöopotüifdje iianbbüdjet. Schnelle unb gemitjentjafte üiubfüljranfl nüer Aufträge. Job. Eckardt, Samen - Handlung. (Inhaber : A. Böttc-lier.) Markt 18. Kiel. Markt 18. Preis - Verzeichnis über Gemüse- nnd Blumensamen etc. liegt vor. 4. F. Jensen, Accidenz- u. Buchdruckerei, Vorstadt 9. Kiel. VoJ-stadt 9. Anfertigung sämtlicher Druckarbeiten für behördliche u. private Zwecke schnell, sauber, korrekt nnd zu massigen Preisen. i^Sic ■»titflliebcr, welche iljrc ^ neränbertt, wer» ben crfudjt, folriic^ ber unter» ^cirfjnctcit Crgbebition red)t= jeitifl miljuleilen. Lüfter Solper, Stiel, slÖaifcnbofftrake "Jlo. 4J8. (Srpebition : ftüfter Mol) wer, ftiel, Saifcntipfftra&e 42. onafsfdmfl üereins sur Pflege ber ZIatur« uttb lartbeshmbe |l«Cx» u«6 JUtgxtß=$eff. Jnhalt: 1. Sie Siimfirfr ju btm S.'anbt*bfiitniol Raifrr OTIbtlm I. fiir €d)Ie#roig>£>oIftrin. 2. flur ©obenbilbunß S(ftle«»oiß-^oIftein«. 3. lieber SJlrtforbeobarfjiuiißfit. 4. Bcröffentlidmnßfn au« ber bioloßiftfien Station in '451ött. 5. 9RttteiIungen au« ber behtttttltrfjfH Bflaitjemoelt. 6. VtittfUunßen über laitbe*lunbli 33efeler-®en!mal in 0djteSwig befannt geworben ift, geftattet, außer Sonfurrenj einen Ent- wurf nuäjnfteilen. ®ie in ®ip£ auSgefüßrten ÜJZobette finb feit Sanuar 1892 in einer für biefen ßweef erbauten Sretterßalle im Sdjloßgartcn ju Stiel $ur allgemeinen Söefidjtigung auSgeftellt. ®er StuSfcßuß ßat oon jebem ber oier Entwürfe jwei pßotograpßijdje Slufnaßmen anfertigen taffen unb biefelben ber „.fjeimat" jurn Slbbrud jur Verfügung geftellt. Seiber tonnte ber St offen wegen nur je eine Slufnaßme wicbergcgcben werben. ®ie glatten für ben ®rud würben naeß fßßotograpßieit oon Sdjmibt unb 2Begener in Siel in ber bewährten Slnftalt oon SRiffartß, SOtcifenbacß & Eo. in äöerlin angefertigt. ®ie „.fjeimat" fann unb will nießt eine Stritif ber einzelnen Entwürfe bringen. iftaeß ben eigenen 93ejd)reibungcn ber Siinftler geben wir ju beit Stbbilbungen bie folgenbcn Erläuterungen : Digitized by Googl 146 $ie Gntroürfe ju bem fianbeSbtnfmal Raif« aSJiltjetm I. für Sd)Wro.-£>oI[t. (Sntiuurf öon Söriitt. Digitized by Google Sntnmrf »oit ^einricfy ÜJtiHIer in Hftona. ®ie'_8ntn)iitfe ju btm Sanbcäbfnfmol Ifaifer ffiilfjctm I. für Sdjttäro.^iolft. 147 Digitized by Google 148 2>ic dnlroürfe ju bem Sanbeäbenfmol fioiict SBilfjetm I. für 1. Der (Sitttmirf boit örütt pellt Saifer SQitlfjelm I. im 70. ScbenSjaprc in ber Uniform be3 1. ©arbe= regiinents ju gup bar. Slm ©odel unb Unterbau finbeu fid) @rinne> rungSjcidjen ber gefcpidplicpen ßntmidlung 2d)le3»mg=$olftein3, bie in ber ©riinbung beS beutfcpen SRcidjcä burcp Saifer SBilpelm gipfelt, am ©odelfcpaft riidtoartS: baä Söilbniö Sornfeni (1830), rcdjtS oont 8c- fdjancr: 8ilbitiffe beS ©rafcn ÜHeoentlou unb SBefcterS (1848—50), Iinfö: Sitbniffe Saifer griebricpä III. unb $er$og ^riebrid) VIII. non ©d)Ieä= roig=§olfiein (1864 — 66), oorne: (snfcprift. — 91 m Unterbau fiept man norne ben iBappenpalter ber ^erjogtümer ©dpleStoig=$olftein, als SSoIfg* traft gcbacpt, recpts einen bie ©eftpidjtc ©cpleSn>ig=$olfteinS erjäplenben ©reis, lintS eine fipenbc 93iftoria , an bie entfdjeibenben ©icge non 1870 — 71 mapncnb, uub riidmärts eine Darftellung ber SJiarine, foroic baS Datum ber ©rnnbftcinlegung bcS ftanals. Slujjer bem Sittmurf jum ©tanbbilb fiat fflriitt nod) jmei ©tijjen p einem SMtcrftanbbilb auSgeftellt, non beneit bie „£>eimat" leiber {eine Slbbilbungen bringen fann. 2. Der ©nttuurf non §>ctnricp SUlöUrr in Slltoitn. Saifcr SBilpelm I. breitet bie ,f)anb grüfjenb über bie für Deutfd)- lanb tniebergemonnenen ^erjogtiimer ©djteSnng=;poIftein aus. Sin ber 8orberfeite beS ^5oftamentä ift ber beutfcpe 'Diicpel als ein Urgermane bargefteflt. DaS $ell, bie rope Urfraft bebeutenb, ift ipm »on ben ©cpultern geglitten ; an feiner ©teile finb ipm gliigel gemacpfen. Sieben ipm bemacpt ber preufjifdje Slbler bie ftaiferfleinobien. — Sin ber pinteren ©eite beS ©odelS finb bie ^erjogtümer ©djlesiuig = f>olftein als jmei ©cpmeftergcftalten Wiebergegeben. — Stuf einem SRelief recfjtö oben legt Saijer SBilpelm I. bie .fpanb beS bamaligen l^rin^eit SBilpelm, unjereS &äijerS, in bie fpattb ber ißrinjeffin Slugufte Sßittoria. ‘Der greife Slaijcr ift umgeben non feinen Sßalabitieu, bie jur SBiebererobcrung ber beiben §erjogtümer unb ju ber barauf folgenben Sinigung ber beutfdjen Stämme beigetragen paben ; eS finb Saifer gnebricp, 8iSmard, äJtoltfe, Siooit u. f. tn. Der nercmigte .'persog griebridj feguet baS glüdliipe 8 aar - ® r ift umgeben oott ben großen ÜJiännern, bie jur Srpebuug ber ^ersogtiimer mitiuirfteit, nämlidj Sornfen, Sieoentlou, Söefeler, Gpemnip u. }. m. Sluf bem SRelief linfS oben nimmt 8 r * n ä fffriebrid) Sari bie SDtelbung nom f^all ber Diippeler ©cpanjen entgegen. 3>oei tletne SieliefS recptS unb linfS unten ftellen 1. ben ©ieg bei (£dern> förbe unb 2. bie Sanbung ber Deputation natp Äopenpagen in Sief Digitlzed by Google lit Gulmürfe ju bcm JJanbcäbcitfntal Äoifer SBittjelm I. für ©d)Ieäl».-.fjoIfl. ]4fl ober bie Stünbeoerfammlung bar. ©cinber an ben Sfranjen über biefeit SHeliefS tragen bie tarnen ber Statthalter Sdßlestoig ■ HoIfteittS. 3, Xcv Entwurf Bon ©rofcffor % Ctto. gür baS eigentliche SReiterftanbbilb finb brei Snttoürfe zur SluStoaßl gefteUt : 1. in großer ©eneralSuniform im Saifermantel, 2. bie icfjlidjte militärifche ©rfcßeinuug unb 3. in großer ©eneralSuniform mit Hermelin- mantel. Unjerc Slbbilbung giebt ben juerft genannten ©ntrourf tuieber. Sin ber ©orberfeite beS ©oftamcntS foll in einer auS brei Figuren befteßenben ©ruppe bie untrennbare ©crbinbung ber Herzogtümer unter ©reußenS Scßufc oeranfcßaulicßt merben : ScßleStnig unb Holftein reifen fid) bie Haube, wäßrenb ©orujfia fteßenb ißren ©unb fegnet. ®ie s JieIiefS am fßoftament bringen brei Hauptmomente aus ber neueften ©ejdjicßte ScßtcSraig-HolftcinS zur Slnfdjauung, nämlicß: bie ©rßebung am 24. 2Rcirz 1848, ben Sainpf bei ©au unb ben enblicßen Sieg 1864 ($üppel). Unter ben ©cliefS »ermitteln Iropßäen bie ©erbiitbung Ztoifcßen fßoftament nnb Stufenban. Stuf ben Xreppemoangeu beS Stufen- baueS lagern üöroen. — SllS ©laß für baS ®enfmal ift bie Stelle im Sdjloßgarten gcbadjt, an toelcßer jeßt baS ftriegerbenfmal fteßt. -Die ©eitcrftatue ift mit bem ©eficßt ber großen SUlee ober bem H a f en Z u ge- roenbet unb ßat als Hintergrunb baS Söttiglidje Sdjloß. 4. £cr ©ntmurf Bon ©ctcvitß.*) „Sei ber SluSfiißrung beS ©ntrourfS für ein Staifcr SBilßelm-üenfmal in Siet bin id) oon bem ©ebaitfen auSgegangcn, bie für bie ©ntroirflung ScßleStnig = HolfteinS bebeutfamen Ißaten SBilßclmS I. zum SluSbrud Zu bringen. ®aS Denltnal ftellt ben Saijer im ©eitermantel bar; mit ber linfen Hanb lenft er baS rußig baßinfdjrcitcnbe ©ferb, toäßrenb bie redete in grüßenber ©etoegung gefeuft ift. Xer »orberen Seite beS ftßlanfen SorfelS eutmäd)ft ber Sdjnabcl eines oon ftilifierten SBellcn getragenen ScßiffeS, auf bem ©ermania in ^>elm nnb ©anzer bem ÜJteereSgott mit bcm £reizad bie Hanb zum ©unbe reicßt: bie fpmbolifd)e ®arftellung ber ©riinbung ber beutfcßen SÜtarine. *Jic gcgenilberliegcnbe Seite beS SodelS uerfiunbilblicßt baS freubige Staunen $eutfdjlanbs über bie ©eugrünbung beS ©eußcS: bie ©efcßicßte, eine lorbeergefräuzte graueit- geftalt, ßebt bie |miib »on ber eßemeu üafcl, auf ber fie bie SSorte „Up eluig ungebeelt" cingejeidjnet ßat, unb fdjaut ocriounbert unb begliidt Zugleid) mit erhobenem Sinne zu bem Slbler empor, ber, bie Saiferfronc in ben gangen, auf bem ©eidjSroappen ficß niebcrläßt. 3n bie Seiten- *) Siom Künftler für Bie §eimat itiebcrgefdjneben. Digitized by Google 150 Sntroürfe ju Dem SJonbeSbenImal Äaiftr S3ilf)tlm I. für @$lc4n>.-$olft. Digitized by Googl Entwurf oott ^Srofeffor Otto. ®it gntmürft ju btm £anbt$benfmot Raifer ffiilfjclm I. für 15 1 ©ntttmrf Bern fpcteridj. Digitized by Google 152 ®tc ßntmürfc ju bem üanbelbciifmat Slaifcr SBilfjcfm I. für ScbWiu.-.polft. iüäitbe bei ©odell finb jwei SReliefl eingelaffen, oon beiten bal eine bie Srftürmung ber Siippeler Sdjanjen burd) bie preufjifdjen Xruppcn unb bal jweite bie ©runbfteinlegung bei Jtorb < Cftfee > Sanall burd) ßaifer SSilljelm I. barftellt, jene beiben Sreigniffe, bie neben bem erften unb bem lebten ©rfdjeinen bei Saiferl in Scfjlelwig ■ $olftein ben ge- famten 3 e > trnu m feiner ruljmreidjen Sfjätigfcit in fidj fdjliefjen." Ser Slulfdjufj fjat feinen ber bargeftellten SntWürfe jur Slul- fliljrung beftimmt, fonbern ficrrn Sriitt aufgeforbert, feine Sfijjen, unb gwar fowoljl bas Stanbbilb wie bie iReiterftatue, normal burd)äuarbeiten unb neue Sntwiirfe einjufenben. Sarnadj will ber Slulfdjujj entfdjeiben, ob bal Senfmal all Stanbbilb ober all SHeiterftatue auljufüfjren unb ob $crrn ©riitt bie Slulfüljrung ju übertragen ift. §err ©rütt will feine Sntwiirfe bis ju fommenbem iperbft fertig [teilen. 3lud) ,fpcrr ifSeterid) wirb eine Umarbeitung feines Entwurfs oornctjmen unb wieber mit auSfteUen. Jpoffentlid) fann bie [peimat if)ren Sefern aud) biefe Entwürfe in 9lb- bilbungen oorfiifjren. Sannmeier. $m* $5obenbilbung §ritlcsh)ig-|)olfteins. SSon SW. SB. Sotf in Siet. Ser ©oben unferer ißroninj wie bei ganjett norbbeittfdjen Sief- lanbel, cbenfo ber ©oben 3ütlanbl, ber bänifdjen Cftfeeinfeln unb bei fiiblidjen Sdjwebenl, foweit berfelbc biluuial ift, beftcfjt aus roeidjen Srbmaffen, aul Sfjon, ÜRergef, Sanb unb oielen fleinen unb großen ©efteinen, fogenannten ©efdjieben, unb ift ein ©erwitterunglprobuft oon Ijartcn gellartcn, Sljouen unb tfjonigen halfen. Cb biefer ©oben ba entftanben ift, wo wir if)it jef)t fefjett ober ob berfelbc Ijierljer be- förbert würbe, ift nod) eine offene 5 ra S e - ©ewöfjnlidj nimmt man an, bafj berfelbe bttrdj Sil fjier äufammengejd)oben würbe unb fomit fpridjt man oon ben eingefd)loffenen Steinen all oon ©efdjieben. Über bie Slrt unb ©Seife, wie ber ©oben picrljcr gefotnmen ift, t)at man feit ©nfang biefeS 9al)rl)unbertl oerfdjiebene £>t)potl)efen geljört. ©alb füllte ber ©oben oon ben beiberfeitigen ÜJfceren angejdjlemmt fein, baljer woljf ber sJlamc ©djlemmlanb ; halb füllte berfelbe oon unter* irbifrfjen ©ewalten l)eraufgcfd)(eubert, halb burd) ©djlammoulfane ab- gefegt fein. Siefe tptjpotpefen, aul wcld)eit Ijerau! man nicfjt alle Srfcfjeinungen erflären tonnte, fauben bclljalb uidjt allgemeine Slufnafjme, fonbern blieben ©nfidjten Sinjelner. Srft im 3aljre 1835 würbe oon bem englifdjen ©cologen Spell bie Srifttfjeorie aufgeftellt, nad) toeld)cr unfer ©oben oon treibenben Digitized by Google $ur ©obcnbilbuitg ®d)Ie$n>tg ‘.fünfteilig. lf>3 (SigfdjoHen, weldje ooit beu nörb(id|eu unb öftlidjett STüften ber Oftfee abgetrieben tjier ftranbeten unb mitgeführte Satcritmaffen ablagertett, gebilbet worben fein fotl. X)iefe Xfjeorie fanb jatjlreidje ?lnf)änger unb blieb 40 Satire lang bie fjerrfdjenbe ?lnfid)t. Xa trat im Satjre 187 » ber fdpoebifdje ©eologe Xorell mit einer neuen Xfjcorie t)eroor. Xorell f)at Norwegen, Spitzbergen, ©rönlanb bereift unb beobachtet, baff bie ©Ictjdjermaffen beg Snlanbeg, bag fo= genannte Snlaitbeig, beu unter üjnt Iiegcnben ©erwitterunggboben 311m Xeil in fiel) aufnimmt, 311m Xeil oor fidj herfdjiebt unb beim 9 lb= fdimetjen beg CSifeö nieberlegt. Xiefe Xheorie fanb bei neueren ©eologen fofort Aufnahme unb jept wirb faft allgemein an berfelben feftgefjalten. Sd) barf cg l)ier ruoljl angfpred)eit, baff halb und) ©efanntgeben biefer "Xljcorie unfer ber;, eitiger üanbcggeologe, ber uerftorbene Dr. äRetju, auf einer galjrt, bie id) mit ihm madjte, mir biefe Sbce einjuimpfen fudjte unb 311m Sdjlujj fagte: ©0 ift eg unb auberg fanu eg nicht fein. Xod) tann id) nid)t unterlaffen, h er0 °r3uheben, baff ber jefjt oerftorbene ^rofeffor SRöntcr in Söreglau, ein gewiegter Kenner beg X)ilnöiumg, fid) biefer Xheorie uidjt anfdjloh, fonbern big an fein Sebengeube bei ber Stjellfchcn Xrifttheorie ucrblicb. 3«m weiteren Serftänbnig wirb eg nicht iiberflüjfig fein, einen filmen fRiidblid auf frühere fßerioben ber ©rbbilbung 31t tl)nn. 3 Mc ftreibe fiubet firf) auf fRiigen, in ÜRedlcuburg, hier bei ung 311 Sägcrborf, ilieth bei tpemmiugftebt, SBaterneoergborf, in Sütlanb am £imfjorb, auf Seelanb, galfter uub im jiiblid|en ©djweben, ringg um ben weftlidjen Xljeil ber Oftfee herum. Xie Mreibe fdjliefjt 3a()lreid)e äReercgcondjplien ein. ®g muh alfo bamalg, alg bie ttreibe fid) ablagerte, unfer Slanb 9 Reeregboben gewejen fein, bebedt oom fogenaunten ftreibemeer. 9 luf bie Kreibc folgt bie Xertiärformation ; bag (Socän ift bei Kopenhagen erfchloffen, bag Otigocän fommt bei Stettin oor, in ÜRedlcttburg, bei ung 31t 3he()oe anfteheub unb 31t ©iitel in £anb Olbenburg uub bei SRuggegfelbe burd) fflohning erreidjt; bag ÜRiocän tommt oiel häufiger in nuferer ©egenb oor, in |>olftein 3U £angenfelbe= 9 Utona, SRuggegfelbe, Shehoe, in ©djlegwig an 3af)(reid)eu fßunften, namentlich ctuf ©tylh S u Spanbet, ©ramm, XornffoW, aud) in Sütlanb. X)iefe tertiären Stufen fd)fiehcn eine SReeregfaunna ein, eg flutete bamalg über unferm ©oben ein 9 Recr, bag X ertiärmecr. Sluffallcnb ift eg, baß bie jiingfte Xertiär= bilbnng, bag fßliocän, bisher hier nid)t aufgefunbeu worben ift. X)aß ber ÜReeregboben bamalg fchon gehoben war, ift nid)t wahrfdjeinlid), oiel eher ift au3Uttehmen, bafj 311 ber ßeü bie fjemifphärenebbe ftatt= gefunben l)ot, beim gleid) uad) Slblageruug beg Xertiär, wo bag XÜluoium Digitized by Google 154 TO. SB. ftad. beginnt, ift unfer ©oben mieber unter ©leereSbebecfung gewefen. Der altbiluoiale, gejdjiebefreie Dijon ift ein 9lbfa^ be« ©leere«. gür eine ©leere«bebecfung zeugt ferner ber jum alten Diluoium gehörige Brodett* mcrgel oon Burg, gafjrenfrug uub anber«wo, ber lii)prinemt)on oon Alfen unb bei Apettrabc. ähnliche 6ond)t)Iien fiifjrenbe Ablagerungen fennen wir au« bem fiiblidjeit Norwegen, bei ©othenburg, bei Äönig«berg unb in ber ißrooinz Branbenburg. 6« mufs alfo ju ber $eit ber Ab= lagerung be« alten Diluoium« t)ier ein ©leer gewefen fein, ba« DiluoiaO meer, aitcf) ba« Balticum genannt, nidjt zu oermcdjfelu mit ber je^igeit Cftfee. Da bie eingefdjloffeneit Skalen, namentlich im (Spprinew tboit gebrodjen finb, fo ift ohne .ßweifel ba« Balticum ein nicht tiefe« ©leer gewefen, welche« t)öd)ftwaf)vfchcin[ich übet ©ujjlanb mit bem nörblicheti ©i«meer in Berbinbung ftonb; nachweisbar burch Dierformen im bottnifdjen Bufen, bie heutigen Dag« nur im nörblidjen ffiiSmeer nod) leben. ©ad) Ablagerung be« Brocfenmergel« unb be« Gt)priuentl)on«, welche beibe Bilbungcit al« juni alten Diluoium gehörig ange}el)en werben, trat nun bie @i«jcit ein. ©anz ©orbeuropa bi« herunter ju einer üinie, weldje burd) ba« fübliche üngtanb bi« zur Dhemfemüitbung, burd) £mllaub, SSeftfalen, bi« an ba« beittfdje ©littelgebirge, $arj, ©äd)fijd)e« Berglanb, läng« beit Sarpattjen, burd) ©ujjlanb bi« nahe an ben Ural unb oon hier bi« an ba« nörblidje (Sismeer oerläuft; alfo faft halb Europa war oon einem mächtigen Snlanbei« bebeeft, fogar ba« Balticum muh bi« auf ben ©runb aufgefroren gewefen fein, ©tan hat bie ©fädjtigfeit be« ^ulanbeife« für unfere ©egenb auf 5000 gujj gefdjä^t; bieje Ziffer ift jebenfall« oiel ju l)od) gegriffen, ba ©ortoegen unb Schweben nod) nicht gehoben, alfo oiel niebriger waren, al« jefct. 3Bo= burch biefe« gnlanbei« cntftanb, ift nid)t mit Beftimmtheit zu fageit; e« laffen fid) bafiir oerfdjiebene Urfadjen anführen: gröbere (Sjcentricität ber (Srbbat)n unb al« golge berjelbeit fältere« Jtlima, bie lpemifpf)ärenflut unb bamit in Bcrbinbutig eine Söafferbebedung ber Sahara, uub oiel* leicht nod) Anbere«. ©enug, e« tarn bie ©«zeit, bereu Ausbeutung burd) bie Giitlageruitg norbifcher ©efteine al« ffiefd)iebe angebeutet wirb. Diefe« raädjtige SSnlaubci« muh man fid) nicht feftgelegt benfen, , joubern e« befanb fid) nach Art ber heutigen ©letfdjer in Bewegung, teil« oon ©orb nad) Siib, teil« unb wohl gleichzeitig oon ©orboft nad) ©übweit, gür eine foldjc Bewegung zeugen bie in unferem Boben befinblichen ©efteine, weldje iljre .pcimat in Schweben, ginnlaub, ©hftluub, ©otlanb, Bomholm u. f. w. haben. Die ©ichtmtg ber Be= wegung au« ©orboft lägt fid) aiifjerbem conftruiren au« ben Au«-- Digitized by Google 8ut Bobenbilbung Sc^Ie^roig • j£>otftein«. 155 Biegungen ber norbbeutfcf)en glüffe. bereinigen wir bie Ausbuchtung ber 9Seid)fel bei bromberg, ber Ober beim Jittonuftanal, ber ©Ibe bei ÜKagbcburg, ber 2Befer bei Minben, burcf) eine fiinie, fo £>aben mir ungefähr bie 9torboftrid)tung (?). ®ieje glüffe biegen an ben genannten Stellen nad) 2Beften ober ef)er iiibmeftlicf) aus nid)t megen oorftefjeuber Reifen ober ©ebirgSpartien, fonbern oorroiegenb megen oorgefd)obener ©lacialbilbungen. 5Da8 3nlanbeiS naf)nt oon feinem Untergrunbc teils in fid) auf, teils jcf)ob eS bie ©rbmaffen unb ©efteine oor fid) l)er. So ift nun moljl bie 3nlanbeiStf)eorie aufgufaffen. 2)ud) finb in biefer £f)eorie geroiffe fragen nod) nicfjt genügenb aufgeflärt. des- halb ftelle id) für bieSmal ein paar fragen (jerauS, um mid) über bie= jelben auSgufpredjen : 1. SBie oiele ©iSgeiten l)at eS gegeben? 2. SBaS mar bie Oftfee gur ber ©isbebetfung: SBie niete ©iSgeiten hat eS für unfere ©egenb gegeben? ©S giebt ©eologen, meldje 3 ober nod) mehr ©isbebecfuugen annefjmen. $orell nafjm 2 ©iSgeiten an nad) ben beibeu £>auptbilbungcn beS SöobenS, bem blaugrauen Mergel, ber mehr in ber liefe ftecft, unb bem Slorflefjm, ber metjr oben auf liegt; ber ©rftere, ben man and) ©lacial- (©letfdjer) Mergel nennt, ift ungefd)id)tet (aber mit ©efd>iebe= (Sd)liff=) flächen), teils eben, teils gebogen, falfljaltig, ootl oon ©efdjiebeit; ber S3lodlet)m ift g e lb, roetiig falfhaltig, ebenfalls mit @efd)iebcu meift fleincrcr Art, enthält menig ober feine Halfgejdjiebe. 2)cr ®letfd)er» mergel ift oerfdjieben mächtig, non ca. 50 Jufe an bis gu 300 gufj unb mehr. 3m jpubberSborfer fiolge bei Schmarlau fanb man eine maffige Äreibe bis 25 gufj mächtig, bann fjörte fie auf unb man traf auf ©lacialmergel. ®ieS oeranlajjte eine S8ol)rung, meldje bis 358 gufj getrieben mürbe. ®aoon maren bie unterften 56 gujf 2£)on, ber rnofjl als altbiluoial ober präglacial angufehen ift. Somit nerbleiben für bie Mäcf)tigfeit beS ©letfd)ermergelS 298 f^uf? bei einer 2el)mbetfc oon nur 4 guff. 5)ie treibe ermieS fid) als groffe Sdfolle, als ©e* fd)iebe non 80 guff tätige, niebergelegt oom 3nlanbeiS. 3n ©ranbenburg nimmt man bie Mädjtigfeit beS ©letfdjermergelS gu 700 gufj an. Unb mie ntädjtig fann ber ©lotf lehnt merben? IjödjftenS 12 — 14 gttfi, meiftenS geringer bis gu 2 guff fjerab. Unb gur ©Übung einer folgen 2ef(m« bede mill man nod) eine grneite ßiSgeit annefjmeit? ®aS mirb mofjl ein bisdjen 9tad)froft ober 9tad)tfroft gemefen fein. SBäre eS aber eine mirflidje ©iSgeit, eine grneite, gemefen, fo müjjte man gmifdjcn beiben Ablagerungen eine Meeresfauna antreffen, ba baS ©alticum nod) epiftierte. ©ine foldje gauna giebt es nirfjt unb fo fann eS eine ßmifdjengeit gmijdjen beit beiben ©iSgeiten (3nterglacialgeit) nidjt gegeben fjabeit. Digitlzed by Google 15ß •at. ffl. fad. @S fommt mir oor, als Ijättc man bie ^nterglacialjeit als SJorauSfeßung genommen unb alles 3Jiöglicf)e unb Unmögliche Ijiucinjnpacfeu oerfudjt, ftatt umgefeljrt aus 5Beobad)tungen unb Xljat)ad)en biefelbc nad);turoeifeu. Unb roaS man für biefe 3nterglacialjfeit angeführt Ijat, roirb anberSroo f)ingef)ören. ®aS SUtoor bei Stauenburg an ber Slbe mirb felbft non SJtoorfennem für nicfjt interglacial au gef eben unb menn cS nidjt jung» biluuial ober alluoial ift, fo fann eS eben fo gut präglacial fein. So gut bie ©iS^eit große ©efdjiebe tronSportirte, tonnte fie auch ein präglacialeS SWoor aufnehmen unb anberSroo mieber oblegen. 3m örotljner Ufer liegt ein DJtoor, baS ficfj nach einer ©eite austeilt, an ber entgegen* gefefcten ©eite non 2—3 guß 2ef)m bebectt ift. 3 cf) halte eS für nicfjt interglacial. Unter Slfdjau liegt ebenfalls ein 9)toor unter ber 2ehmbede, baS id), ba eS mcnig 3ufammenf)aug Ijat, für präglacial halte, baS >» ben ©letfdjer eingefroren gcmejeu ift unb bei ber Slbfchmetjung abgelegt fein muß. ©benjo fanb Statfjorft im iöett beS neuen 9torb=€ftfeefanalS ein SDtoor angeftochen mit norbifdjcn formen, baS mofjl aud) präglacial fein biirfte. ®aS Sluftemlager oon Xarbed ift präglacial, ba einzelne Sdjalcn im ©letfdjermergel nicht meit oom 2agcr felbft gefunbeit merben, id) ftelle es in baS Sllter beS ©ppriuenthonS unb beS SrorfenmergelS. ®ie fubfoffilen Schalen oon illiüllu tonnen ebenfo gut poftglacial fein, ba baS Sbalticum nad) ber SiSjeit nod) eine ßeitlaug beftanb. ®a nun nach foId)er Sluffaffung eS meber eine 3nterglaciaf ( feit noch eine jmeite ©iSjeit gegeben l)at, fo fragt fid), rooher ift bie 2ef)m= bede getommen? $aS Snlanbeis lag nicht fo eben unb glatt raie baS (Siä im Sßiitter auf unjern gliiffen unb ©een. (SS mußte bei ber ®oppelbcmegung oon 9t. nach ©• unb jugleid) oon 9t.-D. nad) ©.=30., oielfad) aufgebrochen, in= unb burcheinanber gefdjoben, oielfad) ein roafjreS fiaufroerf gemorben fein, baS ben weiten Untergrunb fomohl als aud) bie ©efdjiebe in fid) aufnahm unb mit fid) forttrug. 33ei ber ?lb= fchmeljung mußten biefe 33erunreinigungen beS ©letfdjereifcS als 9tücfftanb ju SBoben fallen unb bcnfelbcn bebeden. ®aß babei ber ©ijengefjalt beS 2el)inS höher ojctjbiert mürbe, ift mahrfcheinlicf), ebenfo baß er babei ober jpäter nach Hebung beS ÜJteereSgrunbeS burd) SJettoitterung feinen ttalfgefjalt uerlor. ®od) bleibt auch noch hie Ü)töglid)feit, baß ber 2ef)m aus einer ©egenb ftammt, mo Stall unb ftalfgefdjiebe fehlten. SEßic lange bie SnlanbeiSbcbedung anbauerte, ift uidjt p jagen, nad) ber Ü)fäd)tigtcit ihrer ?lblagernngen geroiß red)t lange; geitng, fie hörte auf, bas ©iS fchmolj, aber nid)t über Stacht, nur fcljr allmählig fann bie Slbfdjmelpug oor fid) gegangen fein. 32o fing beim bie 3lbfd)melpng au? ®a roo ber ©lacialbobeu Digitized by Google 3uu 93obenbilbiitig Sd)te^Dig«^)olftciiis'. 157 nm niebrigften ift, in .fpollanb, SBeftfalen, 0lbenburg, .fjannooer unb fo fortfcpreitenb big pm nörblidjen iRuplanb piit. SBäprenb fo im S.-3B. bas ©iS anfing abpfcpmelpit, lag ber nad) 91. nnb 91.-0. gelegene Deil nod) feft unb arbeitete in feiner ^Bewegung fort. So fommt es beim, bap bie £>öpen beS ©lacialbobenS oon SB. nad) 0. I)iit mel)r unb me[)r pnepmen. 3tp gebe im 9lacpftepenben eine 3ufammenfteflung ber ;j?öpen oon |mllanb bis nad) iHuplanb bin. • Der SBoIbberg in £mllaitb 58 ÜKeter Der SBinbberg (Sirenenberg 2Jfeppen) 63 „ Der Steinberg, ßannoöer 74 „ Der ißimpeuberg p>. SJüneburg u. lleljen .... 117 „ Der |>ol;rerberg in $annooer 130 „ Der S3nngSberg in .fplftein 150 „ Der fiimmcISberg in Jiiitlnnb 172 „ Der .fpelpterberg in 9Jtedlenburg 177 „ Der 9iaapenberg in Sommern 246 „ Der SBirfpöfer SSerg in Sommern 257 „ Der Scpimripberg in Sommern 260 „ Der Steinberg in Sommern 276 „ Der Dpurmberg bei ®e in Jinplanb 351 „ Sicper ift bieS allmäblige Sluffteigen beS SBobenS in einzelnen tpöpen oon SB. nach 0. für bie Dbeorie ber ©isbebedung nicht ohne SBebeutung. 9iacp ber Slbfcpmelpttg bcS SnlattbeifeS beftanb uoep bas SSalticum, ein feid)tes 5D?eer. Dap biefeS feine gauna pinterliep, erflärt fief) 1. barauS, bap in bem eisfalten Sdjmelpiafier fiep nid)t fogleid) eine Dbierroelt anfiebelte, 2. bap baS ©alticum in feinem SScftanb halb aufbörte, unb bap 3. toenn fiep and) eine ÜltolluSfenfauna bilbete, bereit Scpalett in ber oberu Dede bes SSobcnS oerioitterteu unb fid) auflöften. Slbcr mäbrenb bas SSalticum beftanb, mup pr 3cd beS SBinterS eine Drift gemefen fein, aus ber fid) baS SJorfommen beS fffajöfalfeS in 0ftprenpcn unb a. erflciren läpt. ©betifo ift and) oor ber ber SiSbebedung eine Drift gemefen. ©ine anbre fjrage ift: SBaS mar bie 0ftfee pr ber bebedung, mar fie oorbanben ober nieptf? Slngenommen, fie mar oor- banben, fo mupte fie ertjeblidj tiefer gemefen fein als jept. Dann ift aber ttidjt p oerftepen, mic bie norbifepen ©efteine über fie naep Siibeit bis an bie beutfdjcu SJiittelgebirgc pintoeg tarnen, fie miipten ja in ber 0ftfee oerfinfen. SBar aber bie 0ftfce mäprcnb ber ßisjeit bis auf Digitized by Google 158 SR. SB. gacf. be» ®runb auggefroren, jo muffte biefe mächtige Stgmaffe atsS Steil, alg an bet Unterfeite befeftigteg ©rat, bei ber Fortbewegung beg ffiifeg fiel) einen SBeg btird) bie cinibrifd)e ^albinfel pr Sflorbjee burdjpfliigen, ober wenn eine ©erbinbung fdjon beftanb, biefelbe erweitern unb nad) ber Slbfdjntelpng alg SSerbinbung jwifdjen beibett SOieeren priidlaffen. Dag ift ber nidjt gefcfjeljen, folglich tarnt man wot)I fagen, muffte bie Oftfee nod) ttidjt gewefen fein. Dod) wir müffen nodj anbre ©rünbe Jucken. Da barf id) wot)l auf etwag fjinweifen, wag fdjon mehr befannt ift. SDian nimmt an, baff aud) ber englifdje Stanal früher nidjt gewefen ift, baff efjemalg F rfl nfreid) unb ffinglanb mit einanber oerbnnben waren. SJian führt bafür an, baf; an beiben ©eiten beg fianalg p Salaig unb Dooer bie Streibe anftehh baff in SB. in Sornwall ©ranit oortommt, ber fonft an ber fiiblidjen Stufte Snglanbg nicht befannt ift, unb baff ©ranit gegenüber in ber Bretagne ebenfalls anftetjt. Dag finb aljo gleiche ©ebirggformationen. @g fommt bap, baff beiberfeitg nodj feltifcf) gefprodjen wirb, baf; in Sornwall wie in ber ^Bretagne Druiben» refte unb feltifdje Sllterthümer Dorljanben finb. ©efjett wir nun bie Ufer ber Oftfee einmal näher an. Da haben wir in Shftlanb, Siiolanb, Sturlaub, auf Oefel unb Dago einerfeitg unb auf ber fdjwebifdjen Oft» fiifte, auf Oelanb unb ©otlanb anbererfeitg bie ©ilurformation. Stuf 93ornf)olm finben wir neben älteren Formationen eine 3urabilbung unb biefelbe Silbung auf ber gegenüberliegettben ©reuffifcf)en Stufte ßftlid) ber Dimenow, p ©riftoto, an 7 oerfdjiebenen ©unften anfteljenb. Stuf fRügen giebt eg Sreibe, ebenfo an ber gegenüberliegenbett fdjtoebifcpen Stufte, ferner auf SJtßen unb auf Seelanb. fju ©jebfer auf ber @iib< fpifce oon Halfter fommt biefelbe junge Streibebilbung oor, bie wir gegenüberliegeub aud) p ^eiligettpafett in .'polfteitt antreffen. Stuf Sllfen (fiefenig) fommt ber Spprinentljon oor unb gegenüber am ©tranbe bei Diittebiill ebenfo. 3“ ber Uebereinftimmung ber Ufer nad) ber Formation, fommt bann nod) bie Form gewiffer Uferftreden ber Cftfee Ijinju. Die Ufer beg ©ottttifdjen ©ufeng finb einfad) unb paffen aufeinanber; bem Sinfdjnitt beg F*nntfd)cu ©ufeng entspricht ber öftlidje ©orfpruttg ©djwebeng oor Stodfjolm. Die Ufer ©iibfdpoebeng unb ber STiorbfüfte oon fßommem fittb wieber ohne einfdpeibettbe Sufen. SBag enblid) bie ©ufett oon SKcdlcnburg, ©d)legwig»|jolftein betrifft, fo finb bie fo eigen» artig geftaltet, baff, wenn man bie gegenfeitigeu Ufer pfammenjd)iebett föunte, biefclbett genau aufeinanber paffen mürben, namentlich ift bieg redjt beutlid) am Flensburger SBufen p erfennen, auch S u Sieh unb ber Sleuftäbter Sucht. s Jlad) biefen Slugführungen hoben wir ©runb anpneljmen, bah Digitized by Google $ur ©obenbilbmig Sdjlcäwig ■ ipoIfteinS. 159 bie Ufer ber Oftfee, bie jeßt weit auSeinanberfteßen, ehemals jufammen» ßängenb waren unb baß bie Oftfee nicfjt oorßanben war. ©o lange bie Oftfee fehlte, muffte bas Salticum als fladjeS ÜJteer hefteten. 3cß getje noti) einen ©d)ritt weiter unb lief) me an, baff bie Seite unb bas Stattegat nid)t oorßanben waren unb baß 3ütlanb unb bie bänifdjen 3nfeln, baS füblicfje Schweben unb 9iorbbeutfd)Ianb ein jufammen» ßängenber 2)ieeresboben war, auf bem baS 3nfanbei8 fid) bewegte unb baS $iluoium jufammenfdjob, baS mittlere ESiluoium. &ie Oftfee muß ja aber einmal entftanben fein, ebenfo ber englifdje Äonal. Seibe finb maßt gleicßjeitige Silbungeit ober tur^ nad) einanber entftanben. 3ßre (Sntfteßung bringe id) in Serbinbung mit ber Slufridjtung ber europäifdjen ©ebirge. Sefanntlid) ßat 6. b'Seaumont für Guropa unb beffen ©ebirge 12 ^ebnnggfßfteme unterfdjicbeu unb ßat als GrfaßrungSfaß ßingrftellt, baß bie ©ebirge einer jRicßtung gleichzeitig geßoben würben. 2>ie Hebung fann auf einmal, fann aud) rutfweife gefdjeßen fein. 9tun trifft eS fid) eigen» tiimlid), baß bie ?llpen als baS ßödjfte ©ebirge jugleid) bie jüngften finb. 3Jie 2Rontblane»@ruppe oon fübweft>norböftIicßer s Jiid)tung würbe erft geßoben, als fdjon SOlolaffe unb Stageifluß, ein paar tertiäre Silbungen, abgelagert waren, ©leicßjeitig mit biefer ©ruppe würbe ©cßottlanb unb Norwegen geßoben. ®aS leßtere fommt für uns in Setradjt. ®aß eS geßoben würbe, bafiir ^eugt nicht bloS bie fteil aufgerichtete Skftfüfte, fonbern aud) bie tiefe Stinne um baS füblicße Norwegen ßerum, bie Sticßtung fann nur natß St.’D gewefen fein, ba bie tiefe fRinne fid) nad) ber ©eite beS atlantifdjen CjeanS öffnet, b. I). breiter wirb. Sei biefer Hebung würbe ©cßwebeu mit geßoben, zugleich abgeriffen oom beutjcßen fUiittelgebirge, baS Salticum würbe geteilt, fein SJteereSboben zugleich mitgeßoben, nad) Storben ßin jebenfallS, aber and) ber füblidje Seil, alfo bie germanifdje Tiefebene, naßm woßl an biefer .'pebuitg 2cil unb würbe trodeu. SDabei würbe bie cimbrifcße ,'palbinfcl abgeriffen, ebenfo bie bänijd)en 3ujelu. @o entftanben baS Sattegat, bie Seite unb bie Cftfee, leßtere als ein großer Vlufriß, als ein GrßebuitgSf palt. 3>urd) bie Slbfcßleuberung ber cimbrijd)en ^albinfel nad) SEßeften ßin würben muß bie Sufen an unferer Oftfiifte aufgeriffeu, fie finb aud) nichts weiter als GrßebungSfpalten, ßier wie in ber Oftfee mit fteil abfallenben fHänbern, ben fogcnannten © d) a r f a n t e n. 35ie Gntfteßung ber Oftfee, bie fiebung Norwegens fann erft ftattgefunben ßaben nad) Slblagerung ber ©cßicßten oom SUter beS GßprinentßonS, benn biefe Sd)id)ten liegen jeßt 4—500 guß hoch über bem SDieercSfpicgel. ferner ßaben wir fdjon ausgefprocßen, baß bie Gntfteßung ber Oftfee erft nad) ber GiSjeit Digitlzed by Google 160 ■ffi. SB. Jatf. >}ur ©obtnbi(bung ®ßre. (Über JHctcorbcobiichtungcn. SScut JUftcb 'gärig, Stltonn. Söoßl für faum eine anberc 9(rt »on ©eftimmungen ift ber 91ftronom fo feßr auf bie »oit Baien gemadjtcn Mitteilungen angewiefett, alg für bie Serecßuungeu ber ©aßneu »on ^enerfngeln unb ©ternfeßnuppen. Ginegteilg liegt bieg fd)on in ber Statur ber ©aeße, benn bag Grfcßeiuen biefer Meteore finbet befanntlid) jeßr gufällig unb plüglid) ftatt; anbern» teilg finb aber bie Slftronomen »on ©eruf berartig mit wichtigeren 9lmtg» gefcßäften überßäuft, baß ihnen für biefe ©eobaeßtungen meift wenig ober Digitized by Google Über ÜTiefeorbeobodjtungcn. 161 gar feine Seit übrig bleibt; aud) ift eS benfelben unmöglid), ei« fo um» faitgreicfjeS SOiaterial, wie für fold)e Berechnungen nötig ift, allein 511 jamnteln. Söenn nun aud) in ben hunbert fahren, welche oerfloffen finb, feit man angefangen fjat, fid) mit biefen fpimmelSförpern eingeljenber ju befdhäftigen, bereits eine Wenge XljatfacEjen ju läge geförbert mnrbeit, fo ift bod) f)ier nod) manche Süde in «nferem ÜBiffen. BieleS ift noch bunfel nnb rätfclfjaft, unb einige Beobad)tungen laffen fid) garnidjt mit unferen heutigen SBeltanfdjauungen nnb Jfjeorien oereinbaren. Serr ißrof. .'poffmann giebt fogar ber Hlufidjt HluSbrud,*) baff, bei fortfdjreitenber Erweiterung unferer Senntniffe oon ben Weteoren uie((eid)t bermaleinft eine ßeit lommen loirb, wo, eben burd) bie hierbei gemachten Erfahrungen, unfere jebigen 28c[tentftel)uugStl)corien gang unb gar über ben Raufen geworfen werben. Seiber finb aber bie Witteilungen, wcldje über berartige Beobachtungen in bie Öffenilidjfeit bringen, meifteuS jo lürfenljaft unb nnoollftänbig, bah fie nur in ben feltenften gälten fid) für Berechnungen brauchbar erweijen. $ier ein Beifpiel eines folchen ziemlich unbrauchbaren Berichtes. Sin ißrooinjialblatt fchreibt unterm 26. ®ecember 1892: „Sin oer» fd)iebenen fünften 9torbfd)leSmigS würbe in ben elften Slbenbftunben ein präd)tigeS Weteor beobachtet; baSjelbe fan! aus einer £>öf)e oon 70 ®rab in langjamer, majeftätifd)er galjrt am .'pinimel herab; mit feber ©efmtbe naljm baS Sicht an ©tärfe ju unb erhellte einen ®eil beS tiefbunflen tpiinmelS ; plöfjlid) ejplobierte ber ,'pimmelStörpcr nnb ein prachtooller gunfenregen ergof) fid) nad) alten ©eiten. Sin Beobachter fchreibt : SS war ein munbcroolleS, bläuliches, flareS Sid)t, welches ber ©tern auSftrahlte." @0 poctifd) fcf)öit biefe ©chilberung aud) fein mag, jo ift auS ihr für bie 3Biffenfd)aft weiter nid)tS gu entnehmen, als bah ani 26. ®ecember 1892 in bortiger ©egenb (wo?) ein Weteor oon blauem Sicht erjd)ienen ift, welches bei feinem Srtöfdjcn ejplobierte. 3cbe weitere Hingabe über $eit, Ortsnamen, fotoie über bie jdjeinbare 9Jid)tnng unb Sänge beS Sieges fehlt. Sin ^ujammenfaffen mehrerer Berid)te gu einem, wie eS bod) offenbar bei obigem geschehen ift, ift abfolut nnftattl)aft; im Sntereffe ber SBiffeitfdjaft ift ben 3 e >tungen gu empfehlen, wenn fie bod) einmal ben s fila(3 für einen Weteorbcrid)t l)er geben, auch olle Witteilungen, welche fie etwa baritber erholten, eingeln abgubruden, refp. bei fßlafomangel biefelben an eine ©ammelftelle für biefe Berid)tc, g. B. an bie SHebaftion ber Witteilungen beS Bereins *) Statur, 1891 S. 277. Digitized by Google 162 Hlfrtb ÜSari«. oon greunben ber Slftronomie unb foSmijdjen Bßßfif ju SBerlin S.W., Endeplaß 3a einjujcnben. 93erictjte, »oie ber oben crwäßntc, finb ßäufig in ben ÜageSblättern ju finben. SDlancßmal gelingt es wol)l ttocß, burd) 9iacß> forirfjen bei ben Bcobadjtern felbft, fofern bieie aufjnfinben finb, 'JläßereS ju erfahren, bocß ift bieö redjt fdpoierig unb lofjtit oft fanm bie ÜRiißc. 3ebe gute Beobachtung fann aber zur görberung unb Erweiterung unferer flenntniffe oon ben SReteoren beitragen, unb ba bie ridjtigc unb gute Beridjterftattung barüber feineSwegs fcßwer ift, oielmeßr oon jebem ©ebilbeten oßne große Borfenntitiffe auSgefiißrt toerben fann, fo wollen wir un§ ßier nun baniit befcßäftigen, wie man berartige '-Beobachtungen am beften anftellt, nnb auf weldje Slrt unb SSBeife alles, was zu fpäteren Berechnungen tc. bienen fann, auf baS gcnauefte feftgelegt wirb. S)ie nachftehenbcu '.Regeln finb im üaufe ber Zeit allmäßlicß cnt> ftanben; ißtten liegen bie, burd) langjährige Beobad) tungen gemachten Erfahrungen ber Slftronomen Scßmibt in ?ltßen unb £eiS in SKünfter p ©runbe. 3n neuerer Z e 't hat befonberS ,'perr ®t)mnafialleßrer Blaßmann in SBarenborf bap beigetragen, biefelben weiter p oeroolU fommnen unb auSpbilben.*) Bor allen Dingcu — eS gilt bieS nicßt nur für biefe, fonbern auch füt Beobachtungen äßnlidjer ?lrt, z- B. oon 'Polarlichtern, fiöfen unb Sicßterfcßeinungen um ®onne unb ÜRonb — notiere man bas ©efeßenc gleich unb trage p bicjem ßwed immer Papier unb Bleu ftift bei ficß. 'IR an warte hiermit nicht fo lange, bis man p .'panS gefommen ift! 9Ran oerlaffe fich nicht auf fein ©ebädjtniS! Erblidt man ein SWeteor, fo pße man fofort feine Ußr unb notiere bie ßeit (Stunbe unb ÜRinute). 55abei ift cS pnädjft ganz gleichgültig, ob bie Uhr richtig ober falfd) jeigt. Bacßbem bann alle Einzelheiten ber Erfdjeinung aufgefdjrieben finb, begebe man fid) möglid)ft halb auf bie nächfte Bo[t= ober Baßnftation, oergleidje feine Ul)r mit ber inneren $ienftußr, unb oerbeffere hiernach bie urfpriinglidje Zeitnotiz. 2luf bie Zeitangaben oon Stircfj», 'JiatßauS* ober gabrifußren ;c. lege man fein ©ewießt, ba biefelben meifteuS oon ber richtigen Zeit abweießen. 9Ran •) 1 . ißlajjmann, geuertugeln unb SDtcteore. ijerberidjer Sertag, Rreiburg i. »r. '$tciS 0,50 Süi. 2 . ißlafjmann, Anleitung 511 UJCcteorbcobadjtungcn. geitfehrift f. b. p&i)f. u. d)cm. Unterricht, dritter 3al)rgcuig. Sänfte« $>cft. Such im Sonberabbrucf crjdjieneu. 2. ißlafsmann , Vademecum astrunonri. Cbnabrücf 1800, gering bon gerb. £d)üningl). iflrciä 3 311 . — SJiit Stcrnfarte unb Starten jum Cinjeicf)ncn oon 'Jictcorbatjncn. Digitized by Google Über 2Rc!torbeobarf)tmtgen. 163 »ergeffe ti t dj t Datum unb 3af)re«gabl htngu gu fügen. Man fc^reibc nid)t etwa „geftern" ober „beute Morgen", aud) nicht „lebten Dien«tag" ober ähnlich, fonbern g. B- am 26. December 1892." Sei planmäßigen Beobachtungen gewöhne man fich an bie aftronomifcße ßeitrechnuug, nad) welcher ber Dag mittag« beginnt unb bann 24@tunben jählt. Man hüte fich aber oor Berwedjfelungen, fobalb 12 Uhr Übertritten ift. Slm 26. Dec. 7 li 5 m heißt nach bürgerlicher 3eit: am 26. Dcc. 7 Ußr 5 Süiin. nachmittag«; am 13. Slpril 18 h 35 m heißt bürgerlid): am 14 . Slpril 6 Uhr 35 Min. früh- Die nädjfte Slotig begieht fich auf ben Ort, an welchem fich her Beobachter befinbet. 3« ben meiften fällen genügt bie einfache Angabe be« Crt«ttamen; boch ift, befonber« bei helleren Meteoren eine etwa« genauere Begeidjnung wünfchen«wert, wie g. B. : „an ber ftieler ©ßauffee, etwa 2 km nörblirf) oon ber JÜirdje in Ouicfborn." 3n eingelnen ffätlen ift, wie wir weiter unten feßen werben, eine noch genauere geftlegung be« Stanbplaße« erforberlidj. Befinbet man fich S ur 3 e >t ber Beobachtung in ber Bahn ober auf einem Sd)iff, fo läßt fich her Ort, fofern er bem Beobachter nicht befannt fein follte, fpäter leid)t an ber §anb ber ßeit» notig burch ben ffaßrplan nnb eine Sanbfarte ermitteln. Da« wichtigfte jebocß uon allem, wa« gu merlen ift, ift bie genaue uitb richtige Betreibung be« (teinbaren) Sßege«, welchen ba« Meteor am .Himmelsgewölbe gurüdlegt ; fobalb mehrere Beobachtungen oon oer> jchiebenen Orten über ein Meteor oorlicgen, läßt fich au« biefen An- gaben bann gunäcßft bie wirflicße Bahn be«felben in ber üuft, ferner ber 9tabiation«punft, b. h- berjenige Bunft am Himmel«gewölbe, oon welchem e« feinen 9Iu«gang nahm, unb enblid) auch hie fo«mit e Baßn feftftellen. Die Beftimmung ber tcßteren läßt fid) jebocf) nur bei großem Material unb genauen Eingaben mit Sicherheit Dorneßmen. Berhältui«« mäßig einfach ift nod} bie Beitreibung be« SBege« bei fternflarem Himmel; fcßon etwa« umftänblicher geftaltct fid) biefelbe, fobalb ein Meteor am hellen läge, ober boch in ben Morgen* ober Stbenbftunben beobachtet wirb, wenn Sterne nod) nicht wahrnehmbar finb. Beibe ffälle fallen an Bcifpielcn erläutert werben. Sieht man ein Meteor am fternflarem .Himmel aufleucßten, fo »er- folge man ben SEBeg be«jelben gwifdjen ben Sternen; in«befonbere achte man auf bie Üage biefe« SBege« gu d)arafteriftifd)en Sternbilbern. Bei* fpiel: Slm 17. Januar 1891, 9 h 26 m erblicfte ber Beobad)ter ein Meteor unb notierte: Der Slnfang«punft ber Balju, b. I)- berjenige, an welchem e« aufleudjtete, liegt auf ber Berbinbung«linie ber beiben Sterne erfter ©röße, Stlbebaran im Stier unb ISapella im ffußrmann, Digitized by Google 164 Stlfreb v i ( arie. etwa Va biefer Strecfe oom Stlbebaran entfernt. ©on f)ier auä fäfjrt baS ©teteor in geraber St inie auf bett Stern erfter ©röfee im Knie bes Crion, Stigel, loS unb erlifdjt auf biefer ©al)n in bem ©untt, wo bie* felbe »on ber Verlängerung ber burrf) bie brei ©iirtelfterne beS Orion gelegten Stirne gefdjnitten wirb." ?luf biefc Steife ift bie ©alpt feft= gelegt unb fanit nun fpäter jeberjeit burd) aftroitomijd)e OrtSbeftimmungen aufgenommen werben, ©ei frummen ©alpten, wie fotdje fdjon oftmals beobadjtet worben finb, muff itocfj burd) einen brittcn ffSunft bie Starte ber Krümmung angegeben werben, ftfür bie aftronomifdfen OrtSbeftimmungen am .Himmelsgewölbe finb ebenfo, wie für bie geo* grapf)ifdjen au ber Grboberfläd)e, jwei Eingaben nötig; nämlid) bie ber SHeftafcenfion, wcldje ber gcograpf)ifd)en Stange, unb bie ber Seflination, welche ber geograpf)ifd)en ©reite entfpridp. ©tan benft fid) baS Himmels* gewölbe ebenfo wie bie Grbe mit einem ©cp non ©teribianen unb ©reitentreijen überfpannt. — Sie aftronomifdjen DrtSbeftimmungen ermitteln wir nun für unjere ©eobadjtungen, inbem wir eine gute Sterntarte jur Haab neunten unb bie ©aljn bes ©teteorS, genau wie wir fie jatjen, einjeidptett. Ser Gnbpunft ber ©alpt wirb mit einer fßfeilfpifce gefennjeidptet, welcfjc bie ftlugridputtg beS ©teteorS er* tennen läßt. SSenben wir bieS auf bie obige ©cobacf)tung an, fo finben wir mit Hilfe beS auf ber Karte uorfjaubenen @rabne|e8 bie gunftion beS SlnfaitgSpunfteS ju 69 | 24, b. I). feine ©eftafeenfion beträgt 69 0 unb feine nörblidje Seflination 24°; ebenfo ergiebt fid) bie gunftion beS GnbpunftcS ju 75 + 4. SaS ©luöjeidjen l)at f)ier nic^t bie ©e* beutung ber ülbbitioti, fonberu jeigt bie uör bliche Seflination an, wie ein ©tinuSjcidjen am gleidjctt ©lape f üblidje Seflination bebeutet. ©otiert man bie aftronomifdjen ^unftionen, fo l)at man aud) nod) baS 3at)r p »ermerten, auf weldjeS bie Sternfarte, mit bereu Hilfe bie* felben feftgeftedt würben, fid) bejiefp; im obigen fallet 1890. SlnberS muff natürlich bie ©eftimmung ber ©alpt norgenomnteit werben, wenn baS ©teteor am Sage ober in ber Sömmerung erfdjeint; bann bebient man fid) fgerju irbifdjer, aber möglidjft immobiler ©egett* ftänbe ; nimmt man bewegliche, wie in bem unten angesogenen ©eifpiel, etwa einen ©iüf)leitflügel, fo Ijat man aud) eine, bie Stage unb 9tid)tung beSfelben betreffenbe ©otis l)in^ujufügen. Slufferbetn ift aber and) ber Stanbplafc beS ©eobadperS auf bas genauefte ju beftiminen. ©tan begiebt fid) bann fpäter an einem ftcrnflaren Stlbenb auf genau benfelben Staub* plaf) unb fragt fid) nun, wenn jefct bas ©teteor erfdjiette, wie würbe ber Steg beSfelbett unter beit Sternen ocrlaufett. ©tan befd)reibt ben Steg nun äl)ttlid) wie im obigen ©eifpiel unb notiert aud) Saturn unb $eit biefes Digitlzed by Google Über 'Dfettorbeobaditimflen. 105 dergleidjS; unter ©injujiehung ber 3eit ber magren deobadftung fann eitt Senner bann immer nod) beit Sauf ermitteln. deifpiel : „Der ^Beobachter erblitf te am 28. 9lpri! 1 890, 7h Um ein ÜMeteor, nerfolgt beffen Sauf unb notiert barauf: Das ÜDieteor erfcfjien fenfredjt über bem 3iel)brunnen, an einer Stelle, mo bie Senfred)te burd) bie ÜJiitte beSfelben oon ber der- längerung beS 3)?ül)lenflüge(ö gefcf)nitten nmrbe. (Der s JJfüf)lenflügel mar ungefähr GO“ gegen bie ©rboberflädje geneigt; bie grollt ber 9Jtül)len- tappe mar nadj SRorben gerid)tet.) Die daljn beS ÜDfeteorS oerlief nad) rerfjt-i über bie Üiüljlc Ijinmcg, nur feljr menig gegen beit Iporijont geneigt, faft mit biefem parallel; baS erfte drittel ber daf)n enbigte über ber 3)titte ber 9J?iit)Ienfappe ; Ijicr betrug ber 9lbftanb oon ber s J)iiil)le ettoa bereit hoppelte £>öf)e." Dann bie genaue 9?otij beS StanbpInfceS : „Der deobaebter bcfaitb fid) auf ber redjtcn Seite ber (£l)auffee, etma l'/n km oon ber SOiiifjIe entfernt, in ber 9Jfitte jmijdjen beu liljaitffeefteineit 17,3 unb 17,4 km." Spater nmrbe bann ber Verlauf jmifdjeit ben Sternen aufgenommen. — Die meitere 9luS- fübruug unb dercdjnung biefeS ©eifpielS mürbe uns aber ju meitab führen, unb fo moßen mir betrachten, mag nod) $u notieren übrig ift. SDfeiftenS unjiioerläffig unb übertrieben bargeftellt toirb bie fdjein- bare ©röfje ; biefelbe nad) irbifdjeu ©egenftänben, j. d. einer Segelfugei, einem Sitiberfopfe, einer Saffeetaffe u. f. m. aii^ugeben ift nid)t geftattet, ba fie bei foldjen Sadjen, je nad) bem ©efidjtStoinfel, unter bent ber Söeobadjter biefe Dinge fiefjt, fet)r ucrfdjiebeit ift. 91 m einfadjften unb jmecfmäftigften Ijilft man fid) f)ier, inbem man bie fdjeinbare ®rofje ber Ü){onbfd)eibe flum dergleich fjeran^ieljt. Die .fjelligfeit ermittelt man burd) dergleichen mit ben Sternen unb giebt fie nad) Steritgröfjen an. Soldje, bie bem Jupiter an .fjelligfeit gleidjtommen, bejeid)nct man mit 3-; noch hellere, meld)e ben ©laus ber denn« erreichen, mit d. ; erleuchten bie ÜJfctcore einen größeren Deil ber Umgebung, fo fennscidjnet man fie mit g. «IS geuerfugel. häufig bleibt, namentlich bei helleren ÜKeteoren, ein Schmeif juriid; ift bieS ber ff all, fo ift nod) bie fforin unb baS 9luSfeI)en beSfelben an= Sngeben. 3 ft berfelbe längere 3eit fidjtbar, fo jäf)le man (ohne Über- eilutig!) bie Sefunben; and) etmaige deräubernngen in ©eftalt unb gorm beleihen finb jit oernterfen. 3u ermähnen ift ferner nod), in meld)cr garbc baS Sicht beS ÜNeteorS erftrahlt, unb ob oielleicht eilt 2Bed)fel hierin ftattfinbet; ein etma mahrnehmbareS Sanfen ober 3<)rf)eu in ber Suft, ein cttuaigeS 3erfpringen, 9lbjpringcn oon Stiiden ober gor ein Steinfall; aufserbent alles, maS einem fonft noch merfmürbig unb bead)tenSmert erfdjeint. Digitized by Google 166 Sltfreb Seiber geftattet ber Blaß nicht, bic Sache eingeßenber zu beßanbeln, unb jo empfehle ich allen, welche fidj weiter bafür interejjieren, bie oben angeführten Schriften be« Herrn ©tjmnafiallehrerS Blaßmann. gür planmäßige Beobachtungen legt man fid) ein BerzeidjniS an, baS ich aus einem Beifpiel aus meiner Sammluug furz erläutern will. 1892. Ottenfen, 3anuar 31. 1. 9. 8. 4. 5. 6. 7. 8. 47 9 h 25 m 47 + 7 33 + 54 3 gelb — fdjnell SUtona, Slpril 27. 50 9 h 37,5 m 208 — 10 195 — 21 3 gelb — — Srittau, 3«li 24. 52 12 h 37 m 339 + 21 330 + 8 2 rot — — ?Utona, Sluguft 10. 55 9 h 29 m 299 + 21 290 + 3 3 gelb s. Wiuß 56 9 h 40 m 310 + 38 296 -!- 23 1 weiß S. 1 Set. Baris 57 10 h 6 m 328 + 48 315 + 37 3 ff s. ff 58 10 h 8 m 0 + 41 352 + 36 4 // — n 59 10 h 11,5 m 256 + 18 256 + 11 5 — — Wfuß (JO 10 h 14 m 280 + 37 203 + 17 3 weiß — tr ®aS BerzeidjniS ift jdjon oorßer für bie Beobachtung oorbereitet, bie Spalten finb eingerichtet, bie (aufenben Wummern, fowie Ortsname unb ®atum eingefdjrieben. ®ieje planmäßigen Beobachtungen nimmt man jwecfmäßig mit mehreren Beobachtern oor, bie fich in ben Himmel teilen; wiinfdjenSwert ift, wenn anßcrbem noch ein Schriftführer uor= hanben ift. Sinb nicht fo oiele Beobachter anmejenb, baß baS gan,;e Himmelsgewölbe bewältigt werben fann, fo begnüge man fidj mit einem Heineren ®eil beSfelben. 3ebet Beobachter hat nun feine Karte jum ©bezeichnen oor fich; ber Sdjriftfüßrer hat baS BerzeidjniS, fowie eine gutgehenbe unb genau eingeftcllte Uhr zur §anb ; beibeS ift, ebcnfo wie bie Karten ber Be* obacßter, burcß fleine fiaternen erhellt, welche fo aufgcftellt fein müffen, baß bie Slugen burch ihr Sicht nicht geblenbet werben. Beifpiel: „®er Beobadjter beS SübhimmelS erblicft ein SDfeteor; er ruft „Süb"! ®er Schriftführer fieht auf bie Ußr unb notiert bie geit in Spalte 2; in> jwifchen hat ber Beobachter mit einem Bleiftiftftrich bie Baßn cin= gezeichnet unb ben (Subpmtft in ber früher erwähnten SBeife gefennzeidjnet. ®er Sdjriftführer ruft gleich bie laufeube Wummer: „78!" unb ber Beobadjter feßt biejc neben bic fßfeilfpiße. 3ft bieS gefdjeljen, fo wirb baS übrige bejprodjeit unb notiert, unb zwar: in Spalte 6 bie ©röße. Digitized by Google Über 3Reteocbeo6acf)tungen. 167 ©patte 6 bie j^arbe, in ©patte 7 mirb, fofern ein Sdjweif eorßaitben war, ein ©. gefegt, enblicß in ©patte 8 etwaige Vemerfungen nnb bie 9 tarnen ber betreff enben Veobacfjter. ©palte 3 unb 4, weldje bie aftronomifdjen gunftioncn enthalten, werben am Veobadjtunggabenb nicht auggefüllt, fonbern gelegentlich im Saufe beg näcßften Sageg auf-- genommen, unb jwar fommt bie ^unftiott beg Stnfanggpunfteg in ©patte 3, biejenige beg ©tbpunfteg in ©patte 4. Ser .ftwcrf, welchen ich bei ber Veröffentlichung biefeö Stuffa^eS »erfolge, ift ein mehrfacher, ^unäcßft tag mir baran, bie oorßer er> läuterten fRegeln weiter ju oerbreiten unb biefelben größeren Streifen befaunt ju geben; ferner wollte id) flu Sftitteilungen über berartige S3e= obachtungen aufforbern unb enbtich — bie« ift ber .^anptjwetf — möchte id) anregen, baß oiellcicht oon nuferer Vereinigung foteße Veobachtuugen, fpeciell aus nuferer V^ofins, gefammett, jufammengeftellt unb oielleicßt jährlich ober halbjährlich in ber „fieimat" oeröffenttießt würben. 3n< folge ber großen äJtilglieberjtaht nuferer Vereinigung wäre bieg nicht Schwierig unb ber ©folg würbe tiidjt augbleiben. 3um Schluß geftatte mir noch anjufügen, baß mir oon einigen greunben ber SJtaturwiffenfcßaften eine Stnjaßl fogenanntcr ftnmmer Starten ,;um ©njeicßiien oon ÜJtetcorbaßnen überwiejen fiitb, mit ber Seftimmung, biefelben an jolcße Herren, welche geneigt finb, an ber planmäßigen Veobacßtmtg ber SDteteore fieß gu beteiligen, abjugebett, unb bitte icß Sntereffenten, fieß begßalb an mid) ju wenben; ebenfo bin icß jtt jeber weiteren Slusfunft gerne bereit. IDeröffentlichimgcn aus ber biologifchcn Station in pött. ®on I)r. 6. Slpftein in Stiel. 3m Slpril war eg ein 3>aßr, feitbem bie biologifcße ©tation in ißlön, eröffnet würbe. Ser Vefud) war in biefem ßeitraume faum nenuengwert, beim eg arbeitete nur ein fierr wäßrenb eineg 9Ronatg, wäßrenb mehrere anbere nur ganj oorübergeßenb bort anwefenb waren, eg ift alfo bie Eingabe oon oier ftänbigeit $raftifanten, wie in mehreren Slättern ju lefen war, nid)t richtig. 3n biefer $eit finb einige Seeeit um V [ ön, namentlich ber große Vlöner ©ec, oon bem beseitigen Sircftor ber ©tation, §errn Dr. gaeßariag, auf ißre Stier* unb Vflaujenwett ßin unterfueßt worben. Sie Srgebniffe, foweit fie Siere betreffen, finb in mehreren Meinen Strtifeln, fowie in beit „Sorfdjunggbericßten aug ber biologifcßen ©tation ju ißlön" *) niebergelegt worben. 9tußer beit Sieren •) leil I. (Sanniftif(f)c mit' biologifrfic ©eobadjtungcu nm ©r. ©löner See. ®iit 1 Xafel. ©erlin 1H98. U“ Digitlzed by Google 168 Dr. S. Hpftein. finb and) einige intereffante pflaitjlidje gunbe Mannt geworben, fo eine braune Alge, Pleurocladia, beren nädjfte 3$erwanbte im SDJeere leben. Außer bei ißlön ift biefe Alge je^t feßr jahlreicf) in einem Deidje bei 33erliu gefunben worben, io baß fie wof)( faum meßr als einer ber ©Quptanjiefjungöpunfte ‘■piüitä für 31otanifer gelten barf. ferner finb jwei freifdjwimmenbe fiiefclalgen als neu erfannt worben, welche ©attungen angeboren, bie bisher nur aus bem 2Jleere (mit einer Aus* nähme) belonnt Waren, üeiber finb bie Abbilbuugen beiber Arten jel)r mangelhaft, bie eilte Art, Ehizosolenia, ift gerabe noch als ju biefer ©attung gehörig ju erfennen. Die bisher gefuubetien 226 Dierarten hat 3acf)ariaS mit .'pitfe einer großen 3af)l oon ©pejialforfdjerit beftimmt. ©S fanben fid) im See unter anberen 36 Sfrebfe, 69 SÖJürmer unb 78 ^rotojoen. ©anj ridjtig ift es, wenn ffadjariaS jagt, baß bie Sifte bei genanerer Unterjuchung oermehrt werben wirb ; bas ift mit 3)eftimmtf)cit and) fdjon jeßt bei ben äöeidjtieren beS SceS ju jeljcu , ba griebel in ben fertiger fahren bei einem furjen gelegentlichen Aufenthalt bebeutenb mehr Arten im großen '}Slöner See fanb als ßadjariaS im Saufe eines ganjen 3af)reS, „troßbem leßterer fid) um beren (ber SBeidjtiere) ©rtangung auSbriitflid) bemüht h®t." 3n ber Anfechtung ber Diere finb bie pelagifcßen, b. h- jeitlebcnS freifdjwimmenben, oon ben an öaS Ufer mit feinem fßflanjenwuchS ge> bunbenen fenntlid) gemacht. Seiber finb al» pelagijd) eine ganje Anjat)l aufgenommen, bie niemals in ber pelagifchen fRegion leben fe. 31. Stcutor), fonbern nur burd) SBinb ober anberc ungiinftigc 3$erf)ältnifje auf bie Seeflädjc hinauSgetrieben finb, wie baS natürlid) jebem einzigen licre paffierett fann, j. 31. auch einer an ber 3Bafferoberfläd)e Ijängenben Sd)ticde, bie man aber troßbem niemals als pelagifd) bezeichnen würbe. s Jiad)bem 3ad)ariaS bie neu aufgefunbenen Diere cßarafterifiert hat, geht er in einem befonberen Abfdjnitt, in bem er ju einem fehr großen Deite bie „(Srgebitiffe ber ifllanfton=©ipebition" benußt, oßue biefe Guelle überhaupt ju nennen,*) auf bie biologifdjcit SSerhältniffe im flotter See ein. Die Sitteratur fo umfänglich wie möglid) jn benußen, ift jebem SBifjenfd)aftler geboten, babei ift aber baS geiftige Sigentunt anberer auf bas ftrengfte jn odjten unb bei ben einzelnen fünften, fofern fie nießt Eigentum beS Autors finb, iljre .öerfunft anzugeben; fie finb nicht als eigene ijlrobufte auszugeben ober biirfcn ben Sd)eiu foldjer nießt erweden. Dodj jel)cn wir uns nad) biefem bie ^auptrefultatc genauer an: *) 9lu einer flau 5 neben fädjlidjen Stelle ift Sdjiitt, Ißflnnjjenlebeit ber $iod)fee, erinäljnt. Digitized by Google Scröffentlidiuiiflen 011 « bet btotogifcfyen Station in Spion. 169 3ad)ariaS flirrt aus (nach ©cfjütt, ißflanzenleben bcr ftochfec, ©. 292), baff feilt biologifcfjer ©egenfajj jWifdjen ber fitoralen (Hüften)- unb ber Iitnnctifcfjen (freie ©eeenflädje) Segion beftefjt, inbem bie freifcbwintmcnben Organismen bi« birfjt an baS Ufer treten, wogegen bie literalen gegen bie freie ©eeenflädje ftrenger abgegrenzt finb. 3d) fjatte mit fjilfe ber $enfenfd)en fßlanftonmetf)obe nacfjgehtiefen, büg im ©übwaffer Sdjwärme, b. fj- Slnfainmlungen oon Organismen nur auSitaljmSiucife oorfommen, bafi alfo bie Xiere unb ^ flanken beS Sßlanfton g(eid)mä^ig »erteilt finb. 3ad)ariaS nimmt meine Slnfid)t — ol)ne Quellenangabe — auf, bentt nad) feiner Slrt ber Unterfuchung ift es gar nidjt möglich, über biefe S8erf)ältniffe etwas auSzufagen. ferner befpridjt ßacfjariaS 9lnpaffungSerfd)einungen ber fjManftonorganiSmen an baS Sieben in ber freien ©eeuflädje ganz in ber Slrt unb SSJeife, wie fßrof. 2)ranbt unb Dr. ©djiitt biefefben in bem obengenannten SBerf ber SUanfton-Sjfpebition auSgefüfjrt fjabett. Siete Organismen oermögen im SBaffer eben nur 51t fcfjwebeit, baburd), bafj fie befonbere Sinridjtnngen auSgcbilbet fabelt, burcf) welche ihr Hörner nicht fdjwerer wirb afS baS gleiche Sofumen SBaffer. ©oldje Einrichtungen, finb fange, biinne ©tadjefn unb Sorften, (anggeftredter ober fcfjeiben- förmiger Hörperbau, ferner Sfuffpcidjerung oon gett, baS ja leichter ift als SBaffer, unb eigene hhbroftatifdje Slpparate, b. h- fofrf)e mit 2uft erfüllten Säume, bie baS Sicr fo feidjt wie baS fie nmgebenbe SBaffer mad)en. Sine attbere Slrt ber Slnpaffung ift bie Übereinftimmung ber garbe ber Jicre mit ber SBafferfarbc, was s Bvof. S3raitbt mit garben- anpaffnng bezeichnet unb welcher berfefbe im ißlanftonwerf einen intereffanten Stbfdjnitt wibmet. ÜDicfe Slttpaffung finbet ebenfo bei ÜDieereS- wie ©üjjroaff edieren ftatt unb beftefjt bei festeren jumeift in einer oollfommenen SJurdjfichtigfeit, fo bafj bie £ierc im SBaffer faum Zu fetjen finb unb fo ihren geinben leicht entgehen ober fid) unbemerft ihrer Seute nähern fönnen. Snbezug auf bie Slbänberuug (Sariabilität) mandjer Slrten fdjreibt ,>fad)ariaS, baß bie liere in oerfchiebencn ©eeen fich inbetreff ber ©röfje, ber ©eftalt oon ©etjäufen, oon ©tadjeln u. bgl. unterfdjeiben. SBaS bie ^fSeriobicität, b. h- baS Sluftreten unb Serfdjwinben oon Organismen anbefangt, fo giebt 3ad)ariaS bie ßufammeufehung bcS Slanfton im 3nni nub ®ecember. Ss zeigt fid), wie baS oorauS- zufehen war, unter anberem nad) meiner Tabelle über bie Organismen beS SDoberSborfer ©ecS,*) bah Diele Organismen nicht baS ganze 3af)r h* n= *) Schriften bc$ Slntucmiffenfdh- Skreinä für @d}ttSttrig<$oIfiein, Sb. IX, S. 314. Digitized by Google 170 Dr. E. Hpftein. Setöffentli^ungtn au8 ber fctologifdjen Station in $Un. burdj ju finben finb, fonbent nur währenb mehrerer SJtonate, währenb anberc nie öerfd|Winben. Über bag Verhalten uerfctiiebener ©eeen in bejug auf bie ÜJienge ber heroorgebradjten Drganigmen ijatte ich früher auggefprochen, baf; „bag fßlantton benachbarter ©eeen in bejug auf SUolumen unb 3wfammen» jejjitng fehr bebentenb abmeidjt." S)iejen ©ah jcheint 3ad)ariag, tro^bem er ganj f(ar ift, nicht oerftehen ju fönnen, wie aug einer Slnmerfung heroorgeht. Such 3 a ch Q riag h“t felbftoerftünblid) biefeS Verhalten be< obachtet, ba eg ficfj bei fortgefe^ter Unterjnchung bireft aufbrängt. 3n einer attberen Arbeit,*) in ber 3achariag bie SBichtigfeit beg s 4$Ianftong für bie gifdtjucht h e roorl)ebt, glaubt er jur rationellen 3üchterei ben gijdjern ben Sorfdjtag machen ju müffen, fich mit einem ^(anftonneh 31t bewaffnen, um ben gifchfee juerft auf feine Srgiebigfeit an ipianfton ju prüfen, ©o einfach ift bie Sache nicht, Sollte wirflich ein gifcher einen gang gemarfjt unb bag SBolumen ber gefisten Drganigmcn gemeffen haben, bann fehlt ihm immer noch her Vergleich, ju beurteilen, ob fein ©ee reich ober arm ift; unb ferner muh bag ^tanlton oorerft genau mifroffopifd) unterfucht werben, um feine 3 U ‘ fammenfehung feftjuftellen, barnach liehe fich bann erft bie (Srgiebigfeit bcg ©eeg beurteilen. Sittern einfachen gifcher aber bag atleg jujumuten, ift boch etwag oiel oerlangt. Sbcnjo fonberbar flingt eg, wenn 3adjariag in berjelben Slrbeit ooit ber „pflanjenleeren Hütte ttnjerer Sinttenfeen" fpricht. J)ie Diatomeen, Hrotococcaceen, SDegmibiaceen, Shroococcaceen unb Hoftocaceen finb bod) auch ißflanjen unb leben petagifd). JHittciltmgcn -aus ber heimatlichen JJflamentoclt. S3on Cfnltug Sctjinibt in Hamburg. I. 2)ag Sorfommen OOlt Carex Buxbaumii Wahlenberg in ©cfjlegwig » o Ifteitt. Seim ®urcfjblättern eines älteren gloren« werfeg unferer |>eimat begegnen bem Sotanifer hin unb wieber Hamen oon ^flattjen, wclcfje bettfelben ftufeig machen unb jur genaueren ®uroIftrin, bie feit 1891 mit ©idterljeit nadtgewiefcn worben ift. 3d) möchte mir einen furjeit t)iftorifd)enfHürfblicf geftattcn, um ju geigen, wie aufjerorbentlidj fdjwierig eS ift, an ben Angaben älterer öotaitifcr eine geredete Sritif ju üben. 3)er erfte, ber C. Buxbaumii unter ben eim ijeimifc^cn Sßflanjen aufiüfjrt, ift, jomeit ei bie mir jugänglidje botanifdje Sitteratur ertennen läßt, ber oerftorbene fjJrof. 9t ölte in ftief. 9t ölte erwähnt bie fßflanae in feinen 1826 erfdjienenen „Novitiae Florae Hol- saticae” als bei Xrittau in ber ,fjaf)nent)cibe oorfommenb. 9tolte fügt feiner Angabe l)inju : ,,3d) habe fie nur einmal in wenigen ©jemplarcn gefunben." 2>ie zweite Slngabe, bie fid) auf unferc ^ flanke be$ief)t, ftammt oon ©idmann. 3n ber oon ©idmann im 3af)re 1836 f)erauS= gegebenen „Enumeratio” ift C. Buxbaumii mit aufgefiifjrt unb als! gunb* ort baS ©ppenborfer 93toor angegeben ; bie ^flanje wirb E)infic£)tlid) ipreS S3orfommenS als feiten bejeidjnet. ©eit biefer $eit >f } nun bie in 9tebe ftefjenbe fßflanje oon feinem Söotanifer wieber aufgefunben worben, wenigftenS ift nidjtS über bas Stuffinben berfelben in bie Öffentlichkeit gebrungen. Verfolgen wir jefjt baS SSerljalten fpäter lebenber 33otanifer biefcit Zugaben, unb jwar pnädjft ben © i d m a n n fdjen Eingaben, gegenüber. 9tad) ber Arbeit ©idmannS crfd)ien 1851 bie „Flora Hamburgensia" oon Dr. ©onber. SDerfelbe fiifjrt C. Buxbaumii auf unb giebt in ißarentftefe ©idmann als ginber an, fügt aber feine fflemerfung ^inju, welche feine SDieinung bejüglid) beS StorfommenS erfennen läfjt, Wäfjrenb ©onber fonft in äf)nlidjen fällen feiner abweidjenben ÜJteinung 9luS= brud oerleifjt, wie j. 0. bei Carex brizoides L. 3d) glaube batjer nidjt fef)l ju gelten, wenn idj anneltme, bafj ©onber fclbft bie fßflanje nidjt im ©ppenborfer SDtoor gefunben fjat. Qn biefer Meinung werbe id) um fo mef)r beftärft, als ©onber in einer fpäteren Arbeit: „Überfidjt über bie ftamfourgijdte glora" geftfdjrift ber 43. SSerfammluitg 2)eutfd)er 9taturforfd)er unb ärjte 1876 C. Buxbaumii nidjt mit erwäfjnt. 3 U ber fritiflojen S5ufnaf)me in feine glora ift ©onber oielleidjt burd) bie Angabe oon 0rof. 9t ölte bejüglid) beS StorfommenS ber ^Jflanje bei Irittau mit oeranlafjt worben. Slufjerbem ift aud) möglidj, bafe ©onber bie fragliche Sßflanje bei ©idmann, mit bem er perfönlid) befaititt war, gefefjen lfat. Saban fitfjrt in feiner „Jftora oon Hamburg unb Umgegenb" C. Buxbaumii nicf)t mit auf, ba er biefelbe nie gefunben f)at, wie er mir münblid) mitteilte. Digitized by Google 172 SultuS SdjmiM. (I. I. Sintm erflärt in feinen „firitifcben Semerfungen" — 3.?er- banblungen bcs SRaturroiffenjcfjaftlidEjen SSereinä oon Hamburg « Altona 1880 — , baf? er C. Buxbaumii trob genaueren SJtacbfucbenS uicfjt habe finben fönnen, unb fcfjlägt bafjer oor, ba bie pflanze oon feinem ber fjiefigen neueren Sotnnifer beobachtet roorben ift , biefelbe bis auf weiteres ju ftreidjen. Sin anberer ©teile will Simm ältere unbewiefene Angaben gänzlich unberüdfichtigt taffen, bamit nicht immer wieber irrige Anfidjten inbejug auf unfere Jtora in frembe glorenwerfe übergeben. Dr. Änutb bcmerft in feiner „glora ©djleSWig » .^otfteinS 1887" bezüglich unferer ipftanje: „Sm Gppenborfer ÜWoor bei Hamburg wobt oerfcbrounbeit." Dr. ißrahl jäblt in feiner „Sritifchen $Iora »on Schleswig- §olftein II. Seit 1890" bie ©icfmannfdje Slngabe mit auf uitb bemerft baju: „Alle biefe Angaben finb mehr als zweifelhaft." ©o bie Sritif ber ©icfmannfdjen Angabe gegenübcrl Sie 9toltefcbe Angabe ift in fpäteren ftoriftifcben SBerfen oon Sordjmann in feiner „$otfteinifcben gtora 1856" erwähnt worben. Sbeitfo bat Dr. finutb biefelbe aufgenommen, aber mit einem gtagejeidjen oerfeben. Dr. ^raljl giebt bagegen in feiner glora ©eite 238 eine längere AuSeinanberfefcung über baS SSorfommen ber fßftanje bei Srittau. 97acfj Dr. ißrablS Anficht beruht bie 9toltefcf)e Slngabe auf einem SBerfefjen; bie Sjemplare, welche fich «och jegt im 9? o Itefdjeit ,'perbar befinben, finb fatfcb beftimmt; fie gehören bent Slnfcljeine nach z u einer auffaflenben ffrorm oon Carex stricta. Scmnad) ift bie Sftoltefchc 9f otiz aus unferen glorenwerten ju entfernen. AnberS ift eS aber mit ber Slngabe ©icfmannS, beim bie bat fid) int Sabre 1891 bewahrheitet. Am 5. 3uli 1891 fanb ich nämlich an einer fdjwer zugänglichen, red)t fumpfigen ©teile bcS Sppenborfer SMooreS Carex Buxbaumii Wablcnberg in etwa 50 — 60 Sjemplarett. 9Jtau muh fich wunbcnt , wie eS möglid) gcwcfett ift, eine }o auffallettbe Carex- ©pecieS fo lange Sabre burd) ju überfebett au einem fo befuchteu Crt, wie eS baS (Sppenborfer ÜJtoor ift, eine ber widjtigften botanifdjen ffrttnb- ftätten unferer Jpeimat. ÜJlöge benn baS Sßieberfinben unferer Sßflanje ein ©porn fein für bie jefjt lebenben Sotanifer, ocrfd)icbenc zweifelhafte Angaben StolteS unb ©idmannS ju prüfen unb zu oerfudjen, ob nicht bie eine ober anbcre fid) bod) uod) bewahrheitet, ©ollten biefe ßeilen bazu Sßeranlaffuug werben, fo wäre ber 3 lue d berjelben erfüllt. Siadjfdjrift. fturz möchte idj nod) hi«Z u fügen, bah auch int Sabre 1892 bie Pflanze fich »orfanb, unb bah auch int Sabre 1891 in einem 9Jioore bei Apenrabe oon .fperrn S5J e ftp ha l bafelbft Carex Buxbaumii Digitized by Google 9ftittrilunf)fn au£ btr l)fimatlicf|fn tßflanjemüeU. 173 beobachtet worben ift. So bat bag Sdjidjal eg eigentümlich gefügt, bah J« berfelben $eit an jwei weit oon einanber entfernten Orten unferer SjJrooins bie Sßflattje mit Sicherheit hat nadjgewiefen werben fönnen. JHittcihtngcn über lanöcskunülidte lattcratnr. Dr. Arthur ©lob, ^Beiträge jur Siebelunggfunbe SJtorb = albingieng. ÜKit 2 Starten uttb 4 Sejtilluftrationen. Stuttgart, Sngelhorn 1892. 44 Seiten. 8°. (gorfdjungen jur beutfd)en Sanbeg* unb SBolfgfunbe. SBb. VII, $eft 3, S. 273—316.) SBährenb St. Sanfen in feiner ^Soleograptjic ber cimbrifdjen .fpalb= infei (Jorfchungcit I, 8) nur bie Stäbte unb ftabtartigen Orte in ben SBereid) feiner ^Betrachtungen gezogen Ijat , unternimmt eg ©lob, bie länblicf)en Siebclungen einer eingetjenben llnterfuchung $u untergeben, inbem er aug ber ffiille ber oon SHa^el anfgeftelltcn ©efichtäpunfte jwei ©ebicte hetaughebt: I. Sic Sichte ber SBeoölterung, anggebrüeft burd) bie 2Bohnf)läbe unb burch bie fSaumgröfje ber Siebelungen. II. SO ie SiebelungStbbem 3n ber im erften Seile erläuterten Starte fucht ©lob bag 3beal SRafeelg oon einer „rein geograpl)ifcf)cn Sarftcllung ber SBeoöllerung auf einer Starte" p oerwirflid)en. Stuf einem mit ßugrunbeleguitg ber SUehmann’fchcn Starte im ÜJia|ftabe oon 1 : 200 (XX) entworfenen SBlatte, bag einen oon 9Jieer ju SJieer reichenben ?lugfd)nitt aug Schleswig =§o(ftein barftellt, ber im SÜBeften Siberftebt unb 9torberbitl)marfd)eu, im Often noch Se^marii unb bag Sanb Olbenburg umfaßt, hat er in 8 ©röfjeuftufen alle Siebelungen, oon ben Orten mit mehr alg 2000 (Sinwohneru an big s u ben ©inselwohnungen mit weniger als 10, oerjeidjnet, aufferbem aber auch b* e fjauptoerfehrg> abern angegeben unb bag oon ber SDtarfch, oon SBalb, 9Moor unb $eibe eingenommene ©ebiet burd) oerjdjiebene 9lrten oon ^lädjenfolorit l)eroor= gehoben. ©g ift banfenswert, baß einmal ber SBerfuch gemadjt worben ift, in biefer SJtugführlicfjfeit bie Slbhängigfcit ber SBeoöllerunggbichtigfeit oon ben örtlichen Urfachen fartographifch barsuftellen. Sag ©rgebnig ift aber meineg (Sradjteng ein negatioeg. ©lohg Starte unterfcheibet fief) nur wenig oon einer rein topographtftfKU, in bie einige geologifche ßüge ^eingetragen finb, unb wag fic ung geigt, fönnte man faft ebenfo gut aug ber Steijmatm’fdjen Starte felbft, bie feine Starte ber Siebelunggbid)tc fein will, hftauglefen. ©loh h at felbft eingefehen, bah [ich auf biefe SBeife nicht alleg barftellen lägt, wag er barftellen möchte, unb ift in bent SBeftreben, möglid)ft oiel su bieten, infoufequent geworben. SBährenb er einerfeitg bie ÜJiarfd) hfvoorljebt, bie mit ihrem fetten Stleiboben bie Digitized by Google 174 SERitteilungen übet lanbe8funbli<$e Sitteratur. ©olfsbicßte förbcrt, anberfeit« bie in entgegengefeßter ©icßtung wirfenben 9Noore, fjetbeflädjeit unb SEBälber angiebt, läßt er baS fruchtbare SRittel- ®iluoium be3 öftlidfjen ©cßleSwig*§otftem8, bem bocb biefelbe SEBirfung wie bcr ©larfcß jugefdjriebeit werben muß, ganz unbejeidjuet. SEBenn einmal Seoütferungäfarten in biefem großen SKaßftabe entworfen werben Sollen, Scheint eS mir für bie SBiffenfdjaft etfptießlid)er, bie fleinften ^äßlbejirfe, bie £orf= (nnb ®utg-)®emeinben, bie feine burd) abminiftra- tioe SBillfüt zugefcßnittenen Sinßeiten bilben, fonbern fiebcnägemeinfdjafteu, bie in ?lbßängigfeit oon bem ©oben bei allem SGBedjfel ber fianbeäein- teilungen fid) burch bie Saßrßunberte in feften ©renjen erhalten haben, mit ihren ©rennen in bie Karte einjutragen unb nach ißrer ©eoölferungS- ftärfe ju fchraffieren, wobei fid) auch nocß *>' e aeferbautreibenbe ©eoölfe- rung etwa burd) horizontale, bie nicht aderbautreibenbe burd) oertifale Striche gefonbert jur Slitfdjauung bringen ließe. Solche Karten böten bie fießerfte ©runblage ju Karten größerer ©ebiete in fleinerem ©faß* ftabe, in benen bie ©eoölferungSbidjte burch abgeftufte Schraffierung, bie fie bebittgenbeu ©obenoerl)ältniffe aber burch Kolorit t)ergeftetlt werben föitnten. $urd) ©erbichtung ooit ®lot)3 Karte würben fich größere ©ebiete untfaffenbe Überft cßfSfarten nicht gewinnen laffen. ©eeßt oerbienftlidi ift ber zweite fjauptteil, in bem ©lot) bie ©iebe= lungStßpen beä üftlicßen JfpolfteinS unterfudjt. Sr weift nach, ^ a 6 «och heute bie gefchloffetteu ©iebelungen flüüifdjett UrfprungS beutlich neben unb zwifdjen ben unregelmäßigen beutfeßen „paufenbürfern" zu erfennen fiub, unb unterfdjeibet unter ihnen fünf oerfdjiebene Sippen : ©unblinge, ©traßenbörfer, ÜKifcßformen zwifeßen ©unbling unb ©traßenborf, ©ad* gaffen unb ben „feljmarnfchen Ippu8" oou reeßtediger ©runbform. mitten ift bie gefcßloffene Sauart unb ein großer ®orfplaß mit einem $orf- teidjc eigentümlid). ©lot) hat feine SliiffteHungeu nach ben SEeßtifcß- blättern ber Königlich ©reußifcßen Slanbeäaufnaßme gemacht unb fügt barauö oier 3)orfplänc als ©eifpiele feinem SSJerfe ein. St hätte noch einen fünften aufuehmen füllen, um aud) bie oon ißnt „©adgaffe" ge- nannte fpufeifenform zu illnftrieren. ®urd) ©eobaeßtung an Ort unb ©teile, aud) bureß Sinficßt oon ©emeinbefarten, befonberei folcßen älteren ®atum3, würbe ©lot) bie 3 a ßi ber oon ißm a(8 flaoifcß erfannten ©iebelungen nod) haben oermeßren fönnen. Sinige Orte finb nießt ganz unzweifelhaft beit Kategorien, benen er fie gutueift, zuzuzäßlett. 3m all- gemeinen aber ßat er richtig beobachtet, toaä aud) babureß beftätigt wirb, baß bie SEBeftgrenze ber oon ißm obigen Sippen zugezäßlten Orte un- gefähr and) bie SBeftgrenze ber jläoifcßen Ortsnamen in fpolftein bilbet. 3m mittleren tpotftein fällt biefe ©renze anttäßernb mit ber SBeftgrenze Digitized by Google Mitteilungen über tanbeüfunblidje Sitteratur. Mitteilungen. 175 beS ©efdjiebemergelS gegen ben fpeibejanb jufantnten. Sinern Irrtum giebt fief) ©lob nur inbejug auf bie jlaöijcf)'beutfchen 9Jtifd)formen bi«/ bie fid) TDefttid) oon biefer Sinie erfennen laffen, Sörfer oon unregel« mäßiger Sauart, bie aber burd) baS Sorhanbenfein eines grojjen Sorf> plafceS ben flaoifcEjen ©iebelungen ähnlich finb. Sr glaubt, bafs aud) fie auf flaoifcffer ©runblage beruhen, roüljrenb fid) an ben SRamen nad)= weifen läßt, bafj bieje Dörfer fd)on oor bem Sinbrittgcn ber ©lauen beftanben haben müffen, alfo nur beutfehe fjaufenbörfer jein fönneu, bie zeitweilig oon ©laoen befe^t gewefen finb, bie fie tmd) ihren Sebürfniffen unb ©ewohnfjeiten umgeftattet haben. Stuf ber bem zweiten Seile bei» gegebenen Satte h at ©lot) oerfucht, ben fogenaunten Limes Saxoniae Saris beS ©rofjen aujugebett, was er lieber hätte untertaffen jollen, ba biefe ©ren^linie gar nicht bie Sebeutung gehabt hat, bie man ihr lange jugefchrieben hat, unb nicht ben Settauf, ben ©lot) annimmt. OlbeSloe, ben 14. Slpril 1893. g. Sangert. JHitteilnngcn. SaitÖWurm im Si? 3m »ergangenen |>erbft (Oftober) bemerfte eine ^iefige fjanSfrau beim Sierfodjeit, bafj einem jerfprungenen Si ein 1—3 mm breiter gaben entquoll, ber fid) fpäter als ein faft 3 ÜJfeter langer Sanbwurm erwies. SBurm unb Seljaufung finb in Spriet ge= fe^t unb aufbewahrt. Saalermoor. SB. ©ierd. Safür, wie ©d)marober ober gäulniSpilje in ein fpüljnerei gelangen fönnen, giebt £>err $rof. geller in Siel*) folgenbe Srflärung: „Sefanntlid) gelangt auS bem Sierftotfe beS §ul)neS ber Sotter in in ben Sileiter; oon ber SBanb beS festeren wirb bas (Siweijs um ben Sottet herum gebitbet; im untern Seile beS SileiterS erft bilbet fid) bie ©chale, welche burd) Salfablagerung hart wirb. SS fönnen nun ©chtnarofcer, welche im Sileiter haufeu, in baS Siwcif) mit eingehüllt werben, beoor bie ©chale gebilbet ift; jo ift ber genannte Sgel (Di- stomum ovatum) einzelne male gefuuben; baSfelbc fann natürlich ge-- flehen, wenn oon anberem Orte her irgenb etwas in ben Sileiter gerät. Sefanntlid) bereinigt fid) bei ben Sögeln ber Sileiter mit bem Sann ju einem gemeinfameu ÜluSführungSgange, ber fogenanntcit Sloafe; eS fönnen nun im Sarme haufenbe ©chmarofcer burd) bie Sloafe in ben •) Seite 167— 169 feines Sudjeb: „$ieSdjmato|)tr mit befonberet SBerüdfidjtigung ber für ben Mengen wichtigen" mit 84 \io!j[d)nittni unb einer Karte in Rarbenbrurf, 280 S. 8°, Münden unb fieipjig, Olbenbourg 1880, Katurfräfte so. ®b., ®reis l M. Digitized by Google 176 Wtitteilungen. Anfragen. 8üd)er[djau. ©ileiter gelangen unb bort, wie ber genannte ©gel, in baä ©i ein» gcfdjlofjen merbeit. ©o hat Krabbe in Kopenhagen einen ©pulttntrat im @i beobachtet. ©3 ift bieS aber, mie gejagt, ein jehr felteneS @r> eigniS; bie betreffenben ©thmarofcer haben feinertei Sebeutung für bnt 3Wenjchen; man braucht fich bc^halb ba$ reinliche ißrobnft unferer §aii3= hühner nicht }U »erjagen. 3n ähnlicher SBeijc ijt ba8 Serberbett ber ©ier jtt erfläreit. @s gelangen oon ber Kloafe aus ^iljleime in ben ©ileiter unb merbeit in baS noch in. ber ©ntftehung begriffene @i mit eiitgefchloffen. üftatt finbet biStueilett im Snnern frifdj gelegter üötlig unoerlefKer ©ier mit bem ©ierfpiegel buttfle gierte; folche ©ier ber Öebrütutig untermorfen merben immer faul, ba in ber SBrutmärme (40° C) and) bie ^iljfcimc ju ihrer ©ntmidelung günftige fflebingungeit finben. ?l(lc SBerjud)», folche »oit tpaufe au3 angeftedtc ©ier ju fonferoieren, finb ttatürlid) »ergeblich, ba bie ißiljfeime bei fiihlercr Temperatur jmar fpäter, aber fidjer fid) entmideltt unb bie SkrbcrbttiS bes ©icS »crattlaffen. ^iljfreie unb unoerlehte ©ier troefnen, and) nod) fo lange aujbemahrt, nur ein; ihr Snhalt »ermanbclt fid) itt eine fdjlicfjtid) fmrnartigc ©iaffe um. 9iur auänahmSmeife unb unter befottberS begüttftigenbeu SSerljältniffcn föunen ^ilje »oit aufsett her bie Sifd)a(e unb ©il)äute burd)bringen." I). JV n f r n g c n. 1. 2Bo ift ba» ©icrsfelb ? SUthochbeutfcfrChirih, Kreiö, UmfreiS=baS mit©tcincn, mit ©teinfreifen befe^te gelb. 3ft ba3 @ier3fe!b ein ©räberfclb? Tarreitmurth- § e i tt r. ß a r ft c n. 2. 3Bo ift bie ÜJluftf)el Anodonta cygnoa L. ju ()abett ? Slngabcn über gutiborte in bet ißrooins mären ermünfeht. — Tie Anodonta piscinalis Nilh. fommt oor auf Aü()r in ©räbett unb Teichen (Kojen). Unter- jeidjneter bietet hiefige (mtecreä=) ßond)t)lien gegen 2aub= unb ©üjjmaffer- ßüttdpjlieit jum Taufd) an. ytieblum, im 3uni 1893. 3- 3- Kertelhein, omer. fücherfdvau. gof)rbudj ber Dtaturroifienfdjnften 1892—93. 8. gafjrgang. Unter SDiitwirlung non gattjmännem beraub gegeben mm Dr. tDtaj SSilberniann. XVI u. 668 S. greiburg i. Sr. 1893. iperberfcbe Scrlag$bud)t)anblung. grennbe ber Sliaturmiffenfrtjaftcn nifidjen mir barouf aufmerffam, bajj ber neuefie Snnb biefeä befannten Salirlnidieä norliegt unb in gleicher SSeije empfohlen merben faitn mie ber uorfierge^enbe. ., .fjitfner, St. fRienborf pr. Segeberg. 375. iHötgcr, Saiferl. 'Biarinc.ffetierroerfP- Sremier-Siieuteuant, ftelgolanb. 376. Sauermann, §inr., Jircftor,gIcnPburg. 377. Scpmibt, g. fj., fßoftaffifteut, Hamburg, / Jammtfjor-Jercaffe 2 III. 378. Sdtmibt, Siehrer, Sprengcpr.iöioÜfjagen. 379. Sd)mibt, IReftaurateur, fjelgolanb. 380. Sdjmibt, Slrdjiteft, Siel, ^oltenauer- ftr. 26 B. 381. Sdjröber, Setter, fflenPbnrg, Berg* ftr. 1 a. 382. 2ef)ütt, Crganift, ©effelburen. 383. SienerP, Siebter, 9trmftebt pr. Stof (lebt. 884. Sörenfen, ,'jauptlebrcr, glenPburg. 385. Spattuth, Br., fRettor, CIbePIoc. 386. Stcgelmann, Gcnfi, ©pmnafiaft, Sege* berg. 387. Sirutf, Siegrer, Söa raflcth pr. 'IRelborf. 388. Jbomfen, Siegrer, Gcfernförbe. 389. Jbomfen, Siebter, Beringftcbt. 890. Jrueljen, Siegrer, Siel, iKingftr. 80. 391. Jiidjen, 'llpotgeler, JlenPburg, Siötoen* apotgefe. 392. ffiodertfen, ip., fiaufmann, Siel, Spot* tenauerftr. 31. 393. ©iencfe, MmtPgeridjtPrat, ©effelburen. 394. ©iencfe, BahngofP-Sorfieger, ©ejfel- buren. 395. ©ittrocf, .§. 3 ., Siegrer, glenPburg, iRunfetoftroeg 5. 396. 3itf>, Siegrer, Janlenrabepr. 91f)tenPbbcf. Sit t Schriftführer. SStttc um 2tu«ifunft. Bon ben nadjftef>ertben fUlitgliebem, roeld)c bcrjogen finb, ift unP bic jegige Jlbreffe nicgt belannt: 1. gctt, 0., frügcr Hamburg, Bögntcferftr. 29, bann ©infen a. b. S!ul)e, Bahngofftr. 2. 'JJiüUer, 'Beamter, friifjer iiamburg, ©rinbeladee 6011. 3. 'fJeterfen, Siegrer, früher Brnnberup. 4. SRatl), fiebrer, früher ®r. Itjuroiu bei '.Hageburg. 5. Saggau, Siegrer, früher i>örup pr. 'lluguftcnburg. 6. Sd)ad)t, Siebter, feit Cflern in ?l!tona. ©enauere Ülbrefjc fehlt. 7. Sdjmibt, Siebrcr, Dftern b. 3b. »om Seminar ju Gdctnförbe abgegangen. 9ln- geblitb in Sdjiuienfubl bei SlbrenPböf angeftellt, aber bafeibft nicht befannt. 8. Sdjötuing, Siehrer, früher Jrttja pr. Schleimig. 9. Schütt, Siehrer, früher ipamburg, Golonnaben 461. SieHeidjt fönnen einige unfetet fülitglieber über bic »eränberie Slbrefje biejer iterren 9luPfunft erteilen, änflleid) bitte ich a He biejenigen äRitglieber, roctche ihre 'Jlbrcffe Beränberu, folchei rechtjeitig ber Sjpebition ber „iteimat“, öerrn SVüfter 'Jfohmer, Siel, Saifenljofftr. 42, ober bem Unteräeichneten mitteilen ju tooHen. 21ud) bitte ich bei biefen Sinmelbungen bie alte 'llbrefje mitjuermähnen, ba baburch baP Sluffinbeu in ben Siiften frleid)tett mirb. Siel, ben 21. 3uni 1893. 9R. Sleemann, SirchhofPallee 28. Digitized by Google 3 t n j e i ß c ti Soeben erfdjtcn in meintm Verlage unb ift burd) jebe VudjljanMung 51 t bcjicbcn: $cilfamc (Erinnerungen and bcr {vrnnjojengeit. Von Vrof. Dr. fiarl 3an[cn-&iel. @ef). M.. 1.60. (Sine mistige unb jeitgemäfje üeftiire jiit jeben, bcm bai! S 8 ol)l be« Vater- lanbeä am §erjen liegt.) Sfcbendirngcii, Wcbanfcn iiber allerlei 'Jllltäglicttcd Don Pani (brrliatö tjrim«, faiferl. 'Dtnrinepfnrrer a. 3?afior ju Vlefenborf. ©el). .H. 1.80, feijr eleg. gcb. M. 2.60. (Sinen „grauenipiegel" nennt ein befannter ftritifer biefe« Vud), reelle« in geinäf)lter 3|>rad)e bie Iteinen 3cf)ler unb Unterlafjungäjünben bcr heutigen Samenroett beleuchtet unb bie Wittel angiebt, roie bieielben ju Penneiben finb.) Sie rt)riftlid)c V c Ij r c nnf bcr ftlrnnb« läge bed fl. ftatctbietmu# üutberi. 3n bcr ftonfirmanbcn-Vorbereituug Pot- getragen oon ir. tlcclfrn, tropft a. ipauptpaftor emer. ©elf. jit 1.60, Stiel. $. (?cfarbt, Verlag«bud)f)anblung. Teschner & Frentzel, ßnuwuüfkcr ßiidihanölung, ütnfiltaüni, i’cihbibliötljfk n. ßrljnnilttlgtfdjaft Kiel. Brumwiekerstr. 46. gegenüb. d. Sohulstr. Prompteste und billigste Liefernng aller Arten Bücher u. Zeitschrift, in- n. ausländ. 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Lahmann's Reform -Unterkleidung } sangt Schweiss wie Wolle,? ist weich wie Wolle, reizt aber die Haut nicht, springt in der Wasche nicht ein, bwiiMchtigt die Ausduastung des Ktirpm aitht, wird nach der Wäsche nicht hart, legt sich nicht kalt an den Körper an, hat also mit der gewöhnlichen BanmwoUe keine Aehnlichkeit, eignet sich in den verschiedensten glatten n. gereiften Strickarten für jede Jahreszeit nnd für jedes Klima, ist in Kiel ansschliesslich nur zn haben bei Dafür Nicoon Brunswikerstrasse 37, lulCl lilooCll) gegenüb. der »Hoffnung« . £$ovt>crcttuttß*anfta(t für bie fto ff gefjülfen - j) riifung ©rünblidjc Vorbereitung, gute Erfolge. Eigene Venfion, nnerfnnnt gut unb billig. Sorgfältige ©eauffidjtigung. Aufnahme ju jeber 3*d. Siel, Untereftr. 17. 3 ot) > daselbst. Kabinct Ausg. Pr. ä AL 0,50. Nr. 3145, 3146, 3147, 3148. Denkmal der Gefallenen d. österr. Marine, 3149. Realsch. und Realgymn., 3150, 3151. Gymnasium, 3152, 3153, 3154, 3155. Concerth. Hornhardt, 3156, 3157, 3158. Etabl. Flora, 3159, 3160, 3161, 3162, 3163, 3164, 3165, 3166, 3167, 8168, 3169, 3170. Kriegerdenkmal Digitized by Google 5 3171. Rathhaus, 3172. Neumühlen, 3173. Kaserne (Portal), 3171. Kaserne, 3176, 3173, 3177, 3178. Kirche in Ottensen. 31/32. > (Album von) daselbst. Kabinet-Ausg. Pr. Al 4,50. (Visite-Ausg. Pr. dt. 1.50) Inhalt: 3171, 8147, 3152, 3154, 8153, 3101, 3145, 310.3, 3107, 3100, 3150, 3104. 33. Bauausführung (Die) des Nord-Ost sec- Kan als dargcstcllt in einer Auswahl von Lichtdrucken nach den von der Kaiserlichen Kanal-Kommission zu Kiel angeordneten Aufnahmen und begleitet von kurzen Erläuterungen (von Haurat Reverdy). 1. Lieferung, llanerau und Hamburg, Constabel & Knackstedt, o. J. (1892). Titel, 1 Blatt Erl., 24 Bl. Bildgr. 27X38 cm, Knrtongr. 40X 50 cm. Pr. in Leinwd.-Mappe AL 25,00. — Aufnahmen : 1. Einschnitt bei Griinthal, Äug. 1889 ; 2. do„ Sept. 1889 ; 5. Fester Elevator bei km 54,3, Sept. 1890 ; 0. Schwimmbagger mit Spülapparat km 39, o, Sept. 1890; 9. Gieselau-Durchlass, Okt. 1890; 12. Schüttgerüst des Ringdammes im Flemhuder Sec, Nov. 1890; 13. Durchstich bei Landwehr km 85,5, Nov. 1890; 14. do., Blick nach Westen, Nov. 1890; 17. Spülbagger Nr. 5 im Meckelsee, km 47,4, Apr. 1891; 23. Schütt- gerüst des Ringdammes im Flemhuder See, Mai 1891; 29. Ostseeschleuse in Holtenau, Juli 1891; 33. Einschnitt bei kin. 90, Juli 1891; 35. Gummituch-Elevator an der Schleusenbaustelle in Rendsburg; 38. Schleusenbaugrube bei Brunsbüttelhafen, Sept. 1891; 39 40. Schleusenbaugrube bei Brunshültelhafen, Sept. 1891; 41/42. Hochbrücke bei Grünthal, Sept. 1891; 43. do., das linksseitige Widerlager, Sept. 1891; 45. Moor- auftreibung an der Sanddammschüttung bei km 14,7, Okt. 1891 ; 40. Kammerschleuse zu Burgerau hei km 15,9, Nov. 1891; 49. Schleusenbaugrube bei Brunsbüttelhafen, Fcbr. 1892 ; 52,53. Hochbrücke bei Griinthal, Mai 1892. 34. Dreeseil, Wilhelm, An der Nord- und Ost-See. Zweite Auflage. Flensburg, Drecsen, Hofphotograph, o. J. (1892). Titel und 24 Bl. in Lichtdruck, fol. Pr. in Leinwandmappe Al. 20,00. — Auf der Mappe steht: An der Ost- und Nordsee. Die erste Aullage kam nicht in den Handel und ist vergriffen. 35. „ „ (Ansichten von Flensburg und Umgegend) das. Lichtdruck, fol. (1) 1. u. 2. Panoramablatt von Flensburg, Stadt- und Hafenüberblick von Flensburg aus der Vogcl- perspeclive; (2) 3. u. 4. Panoramabl. von Flensb., Panorama von Jürgensby; (3, Der südwestliche Theil von Flensburg, Kielseng — Flensburg, „Bellevue“ in Flensburg ; (4) „An der Promenade,“ der Staatsbahnhof ; (5) „Alte Brücke“; (6) Bad Collund, die erste grosse Schlucht im Collunder Walde; (7) „Ruhethal,“ Villenviertel am Schloss-See in Glücksburg; (8) Föhrdedampfcr „Freia“ vor Sonderburg, Dampfschiffstation „Schelde“ a. d. Flensb. Föhrdc, Unter vollen Segeln i. d. Flensb. Föhrde. 30. Gliickshurg (Plan von). In Nr. 57. 37. (Hadersleben). Ansicht der Stadt aus Bruins Städtebuch in verkleinertem Massstabe. Köln 1585. — ln Nr. 281. 38. Katharinenkirche und Katharineum. (Ansicht und Grundriss). In: Einladung zu den ... öff. Prüfungen . . . des Katharineums zu Lübeck. 1892. Progr. Nr. 738. Lübeck, (Lübcke & Hartmann). Doppeltafel. 39. .Maaseh, 0., Plan von Hamburg-Altona mit Ansichten der hervorragendsten Bau- lichkeiten im Maassstabe 1 : 12000, — In Nr. 60. 40. Neubau, Der, des zerstörten Teiles von Hamburg. 1812 — 1892. (1 : 4000). Plan in Nr. 51. 41. Plan der Städte Hamburg, Altona-Ottensen und Wandxbeck in der Ausdehnung von Bahrenfeld bis Horn, von den Elbinseln bis Lockstedt. Nach den besten Quellen bearbeitet im Maassstabc 1 : 10000. Hamburg, Meissner, 1892. 2 Bl. — Pr. o. Schraffur Al 10,00, m. Schraffur Al. 12,00. 42. Stadtteil, Der zerstörte, von Hamburg. Mai 5 — 8, 1842. (1:4000.) Plan in Nr. 51. 4. Landeskundliche Gesamtdarstellungen. 43. Boysen, I,., Statistische Uebersiclitcn für die Provinz Schleswig - Holstein. Kiel und Leipzig, Lipsius & Tischer, 1892. 1 Bl., IV u. 44 S„ 1 Bl., 8". Pr. kart. ,H. 1,00. 44. Ifeimatskunde, Kleine, der Provinz Schleswig-Holstein. Ein Auszug aus H. H. v. Ostens Handbuch der Heimatskunde für die Hand der Schüler. 4. Auflage. Mit einer Karte von A. Göttsch. Flensburg, Westphalen, 1892. 66 S. 1 Bl., 1 Karte, 8". — Pr. Al 0,40. 15. Henning, A., Die Küstenvertheidigung. Fortsetzung von : Unsere Festungen. Berlin, A. Batli, 1892. XVI n. 344 S., 1 Bl. gr. 8". Pr. ,H. 10,00. — Berücksichtigt das Gebiet in geograpliischer und kriegsgeschichtlicher Beziehung. 46. (München, — ), Wegweiser durch die Provinz Schleswig-Holstein. 1. Mai 1892. Schles- wig, Bergas, 1892. IV, 89 S. u. 4 Karten. kl.-8“. Pr. AI. 1,00. Digitized by Google 47. Nalirendorf, G. A., Adress Buch für Schleswig- Holsteiu einschliesslich Fürstenthum hübeck und Herzogthum Lauenburg nebst einem Verzeichniss der Behörden sowie der in Schleswig-Holstein vorhandenen Spar- und Leih-Kassen und aller Molkerei-Genossen- schaften und Molkereien genannter Landestheile. Nach Postbezirken alphabetisch ge- ordnet. Sechste Aullage. Reinfeld i. Holst., Nahrendorf, 1892. XXIV, 752 S., 52 S. Anzgn. gr. 8“. Pr. kart. dl. 8,50. 48. Schulte - Diefhaus, K., Polluihe von Kiel aus Zenithdislanzcn und aus Circummeri- dianhöhen. Inaug.-Diss. Kiel, 1892. 42 S., 1 Bl., 8 a . 49. Starken, J. K,, Hcimalskunde der Provinz Schleswig - Holstein. Mit 4 Karten. Gera, Hoffmann, 1892. 16 S. u. 2 Bl. Karten, 8°. Pr. JL 0,25. 50. • > Die wichtigsten Höhen und die bedeutendsten Seeen Schleswig-Holsteins. H No. 2, S. 34-3«. 5. Darstellungen einzelner Gebiete und Orte (Führer). 50. Fack, M. W., Das Brodtener Pf er. H, No. 5 u. 6, S. 121 — 126. Mit Kartenskizze im Text ; — vgl. Nachtrag, ebenda No. 12, S. 268. 51. Faul wasser, J„ Der grosse Brand und der Wiederaufbau von Hamburg. F.in Denkmal zu den fünfzigjährigen Erinnerungstagen des 5. bis 8. Mai 1842. Im Aufträge des Architekten- und Ingenieur -Vereins unter Benutzung amtlicher Quellen bearbeitet. Mit 4 Plänen und zahlr. Abbildungen, Hamburg, Meissner, 1892. VIII u. 141 S., gr..8". — Pr. gcb. dl. 4,00. 52. Hansen, K., Neue Eindeichungen und Landanwuchs im nördlichen Dithmarschen. Globus, lld. 61, No. 12, S. 177—179. — Mit 2 Karten im Text. 53. Llpsius, Ad., Helgoland. Beschreibung der Insel und des Badelebens. Mit 48 Ab- bildungen nach Naturaufnahmen und einer Karte. Leipzig, A. Titze, o. J. (1892). 142 (u. 5) S., 8“. Pr. in Leinwand geb. dt. 5,0t). 54. Sympher, — , Etwas vom Bau des Nord-Ostsee-Kanals. Naturw. Wochenschr. Bd. 7 : Nr. 22, S. 213-218; Nr. 23, S. 223— 225; Nr. 24, S. 237— 240; Nr. 25, S. 247— 251; Nr. 26, S. 257- 258. Mit 18 Abbildungen. 55. Traeger, Eng., Die Halligen der Nordsee. Mil 3 Karten und 19 Textillustrationen. Forschungen zur deutschen Landes- und Volkskunde. Bd. 6, Heft 3, S. 227 — 343 u. 3 Karlen. — Dasselbe separat: Stuttgart, Engelhorn, 1892. 117 S., 3 Karten, gr.-8“. Pr. di 7,50. — Kec. : Peterm. Mittlgn. 1892. S. 196—197 durch R. Hansen. Das Aus- land, 1892, Nr. 29, S. 463—464 durch G(ünther); Globus, Bd. «2, Nr. 3 durch B. Andree; Husumer Wochenblatt 1892, Nr. 97, 18. August, durch Thedens (dagegen der Ver- fasser: Husumer Wochenblatt, Beilage zu Nr. 104, 3. Septbr. u. die folgende Nummer). 56. „ „ Antikritische Bemerkungen, die Halligen betreffend. Das Ausland. 1892. Nr. 34, S. 622 -624. Führer. 57. (Lorentzen, S.), Führer durch das Ostseebad Gliicksburg. Mit zwei Karten und in den Text gedruckten Ansichten. Zweite Auflage. Glücksburg, Magnussen (Leipzig, Streller) o. .1. (1892). 28 S (u. 12 S. Anzgn.), 2 Karlen, 8”. Pr. dl. 0,70. 58. Schmersahl, E., Hundert Ausflüge in I.übeck’s Umgegend. Wegweiser mit Namen- und Ortsverzeichnis sowie grosser Karte. Lübeck, Schmersahl, 1892. 106 S., 56 S. Anzgn. u. 1 Karte, 8". Pr. in Wachstuch dl. 1,50. 59. Seellgs Führer. Ost Holstein. Touristenführer durch das östliche Holstein, das Fiirsten- llium Lübeck und die Städte Lübeck und Kiel. Mit Karten und Plänen. Neunte Auflage. Hamburg, Vcrlagsanst. u. Druckerei A..G. (vorm. .1. F. Richter), 1892. 97 S., 29 S. An- zeigen und 7 Karlen, 8". Pr. in Wachstuch dl: 2,00. 60. „ „ Führer durch Hamburg-Altona und Umgegend. Wegweiser mit Plänen der Städte Hamburg, Altona-Ottensen und Wandsbek, mehreren Theaterplänen und Grundrissen, einer Karte des zoologischen Gartens und der Umgebung Hamburgs. 24. Auflage. Hamburg, daselbst, 1892. 80 S., 20 S. Anzeigen und 3 Karten in 2 Bl., 8°. Pr. in Wadistuch Al. 1,00. «1. Sceligs Führer. Helgoland, Cuxhafen, Bremerhaven, Wilhelmshaven. Führer und Rathgeber für Touristen und Kurgäste. 4. Auflage. — Mit einer Karte und einer Ab- bildung: Helgoland aus der Vogelschau. Hamburg, daselbst, 1892. 50 S. (mit 4 S. Anzeigen), 8". — Pr. dl. 1,00. 6. Geologischer Bau. «2. Anderxson. II., Om de växtgeogratiska och växtpaleontologiska stöden für antagandet af klimatväxlingar under kvartärtiden. Geol. fören. Stockh. förhandl. Nr. 14«; Bd. 14 Heft 6, S. 509—538. Mit Kartenskizze im Text — Berücksichtigt die Funde in S.-H. Digitlzed by Google 7 63. Fack, M. ff., vgl. Nr. 20. — Ref. : N. Jahrb. f. Min. Jahrg. 1892, Bd. 2, S. 317 durch A. von Koenen. 64. (ieinltz, E., Arktische Pflanzenreste in Torfmooren Mecklenburgs. Archiv des Vereins d. Frde. d. Natgseh. in Mecklb. Jahr 45 (1891), S. 181—183. — S. 188—188 Briefl. Mitl. von Nathorst über Projensdorf. 65. Haas, H. J., über den Zusammenhang gewisser mariner, insbesondere der tertiären Bildungen , sowie der erratischen Ablagerungen Norddeutschlands und seiner angren- zenden Gebiete mit der säcularen Verwitterung des skandinavischen Festlandes. M M J K, S. 322 — 384. Abgeschl. Juli 1891. 66. Karsten, G., lieber die Wirkungen kleiner Niveauveränderungen durch die atmo- sphärischen Niederschläge. SNS-H, S. 293—296; — Ref.: Ausland. Bd. 65, Nr. 18, S. 286 — 287 durch S. Günther. 67. Keilhack, K., Heber das Alter des Torflagers von Lauenburg an der Elbe. Briefl. Mitt. N. Jahrb. f. Min. Jahrg. 1892, Bd. 1, S. 151 — 156. 68. Krebs, >V., Grundwasser Beobachtungen im Unter-Elbischen Gebiet. Mit Rücksicht auf den Ausbruch der Cholera Epidemie 1892 in Hamburg. Mit acht Abbildungen in Holz- schnitt nnd drei Tafeln. Berlin, Ernst & Sohn, 1892. 2 Bl., 11 S., 2 Tafeln, gr. 4 U Pr. ,H. 5,00. — S.-A. a. d. Zeitschr. f. Bauwesen, Jahrg. 1892. — Ref. : Zcitschr. f. praktische Geo- logie. Jahrg. 1893. Heft 6, S. 246—247 durch N. R. 69. von Koenen. A„ Das Norddeutsche Unter Oligocän und seine Mollusken-Fauna. Lie- ferung IV. Abhandlgn. z. geol. Specialkarte von Preussen u. d. Thür. Staaten. Bd. X, Heft 4. Berlin, Schropp 1892. — S. 843. Bemerkung zum „Nordd. Miocän, II.“ S. 302. 70. Mnnthe, Ifenr., Studier öfver Baltiska hafvets qvartära historia. I. Bihang tili K. Sv. Vet.-Akad. Handlingar. Bd. 18, Afd. III, Nr. 1. 120 S., 8". — Auch separat: Akad. afh. . . . Upsala. 71. Nathorst, A. G., Ueber den gegenwärtigen Standpunkt unserer Kenntniss von dem Vorkommen fossiler Glacialpllanzen. Bihang tili K. Sv. Vet.-Akad. Handlingar. Bd. 18, Afd. III, Nr. 5. 32 S. u. 1 Karte. 8“. 72. „ „ Om nägya mollusker och ostrakoder frän qvartära 0 sötvattensaflagringar i Ryss- land och Tvskland. öfv. af K. Vet.-Akad. Förh. Stackholm. Arg. 49, Nr. 9, S. 425 — 427. 73. „ „ Fresh Evidence concerning the Distribution of Artic Plants during the Glacial Epoch. Nature. Bd. 45, Nr. 1160, S. 273 — 276. Mit Karte. — Ref. Natw. Rdsch. Jahrg. 7, Nr. 18, S. 223 — 225 durch F. M. 74. Peters, H., Das Kochsalz. Vortrag. H, Nr. 4, S. 76 — 84; Nr. 5 u. 6, S. 110—116. — Erörtert Vorkommen und Gewinnung in der Provinz nach Fack, Meyn u. Haas. 75. Stolle)’, E„ Die Kreide Schleswig-Holsteins. U M J K, S. 191—309, Tafel VII — X. — Ref.: N. Jahrb. f. Min. Jahrg. 1892, Bd. 2, S. 436—437 durch Holzapfel. 76. Weber, C. f lieber Cratopleura holsatica, eine interglaciale Nymphaeacee, und ihre Beziehungen zu Holopleura Victoria Carp. sowie zu recenlen Nymphacaceen. N. Jahrb. f. Min. Jahrg. 1892, Bd. 1, S. 114—137 u. Tf. IV u. V. 77. „ „ Der Grund und Boden. J-BLG, S. 5 — 8. 78. Ule, W., vgl. Nr. 85. 7. Gewässer. 79. Apstein, C., (Der Dobersdorfcr See) in Nr. 143, S. 268. Mit Kartenskizze. 80. Kinder, J., Der Plöner See. H. Nr. 7 u. 8, S. 143-148. 81. Patte non, The Hydrography of the Kattegat and Baltic. Proceedings of the Royal Geographical Society. London. N. S. vol. 14, September, S. 627 — 628. 82. Theen, Helnr., Das Wattenmeer. Prometheus. Jahrg. 3: Nr. 24, S. 376 — 379; Nr. 25, S 390—392 83. Tracger, Eug., Die Watten. In Nr. 55, S. 303 (77) — 325 (99). 84. „ „ Die Sicherung der Halligen gegen ihre fortschreitende Zerstörung. In Nr. 55 S. 326(100) — 343(117). 85. Ule, W., Die Tiefenverhältnisse der ostholsteinischcn Seen. Jahrbuch d. K. Pr. Geolog. Landesanstalt u. Bergakademie zu Berlin f. d. J. 1890. Abhdlgn. von ausserhalb der geol. Landesanst. stehenden Personen: S. 102 — 127. Hierzu Tafel V und VI. — Ref.: Petermanns Mitteilungen, 1892, Litteratur-Bericht Nr. 145 durch Supan. 8. Klima (u. Erdmagnetismus). 86. van Bebber, W. J., Bemerkenswerthe Stürme. VI bis VIII. Die Stürme vom 1 1. Nov. und 11. Dez. 1891 und vom 5. bis 7. Jan. 1892. AHHK, Heft 2, S. 45 — 56. Mit 4 Wetterkarten u. 2 geograph. Darstellgn. im Text. Digitized by Google 8 87. Dudergtadt, E., Magnetische Beobachtungen an der Elbmündung. A H M M, Heft 9. S. 316—318. 88. Ergebnisse der lSeobaelitungsstatlonen an den deutschen Küsten über die physi- kalischen Eigenschaften der Ostsee und Nordsee und die Fischerei. Jahrg. 1891. lieft I — XII. Veröffentlicht von der Ministerial Kommission zur Untersuchung der deutschen Meere in Kiel. Berlin, Parcy, 1892. 224 S., quer-4°. — Enth. Beobachtgn. der Küstenstationen: Sonderburg, Schleswig, Cappeln, Eckernförde, Friedrichsort, Travemünde, Westerland a. Sylt, Helgoland. 89. Jahrbuch (Deutsches Meteorologisches) für 1891. Beobachtungs-System der Deutschen Sccwarte. Ergebnisse der Meteorologischen Beobachtungen an 10 Stationen II. Ordnung und an 44 Signalstellen, sowie stündliche Aufzeichnungen an 2 Normal-Beobachtungs Stationen. Jahrg. XIV. Hrsg, von der Direction der Seewarte. Hamburg, 1892. VIII u. 134 S., 4". — Enth. I. (Meteorologische Beobachtungen von Keitum, — Kiel und Hamburg) S. 1 — 5(5; II. Stündliche Aufzeichnungen der autographischen Apparate für Luftdruck, Temperatur, Windrichtung u. Windgeschwindigkeit an Normal-Beobachtungs- Stationen der Deutschen Seewarte (Hamburg S. (57- -81). III. Zur Statistik der Stürme an der Deutschen Küste. Auszug aus den Tagebüchern der Signalstellcn der Seewarte. S. 101—130. 90. (Karsten, G.), Meteorologische Beobachtungen von 12 Schleswig-Holsteinischen und 1 benachbarten Station. Chronik d. Univ. Kiel. 1891/92. Anhang XXIII S. 91. Karsten, G„ Klima. J-BL3, S. 8-10. 92. Koppen, W., Drei Jahre Sturmwarnungen an der deutschen Küste. AH MM, Heft 9, S. 30 (rect 309) — 313. — Ergebnisse für Kiel S. 311. 93. Liidellng, G., Erdmagnetische Messungen im physikalischen Institut der Universität Kiel. Inaug.-Diss. Kiel, 1892. 70 S., 3 Tafeln, 8” — (Sep.-Abdr. aus SNS-H, Bd. IX. Heft 1, 1891, S. 1-70). 94. Meier, H., Weiteres über Grund- und Siggeis. AHMM, Heft 9, S. 297—302. — Beobachtungen vom 27. Nov. — 16. Dez. 1890. 95. N . . ., . . ., Bericht der Deutschen Seewarle über das Ergebniss der magnetischen Beobachtungen in dem deutschen Küstengebiete während des Jahres 1891. AHMM, Heft 5, S. 153—1(52. — Hamburg, S. 154, 155; Lübeck, S. 155--157; vcrgl. die Berichtigung zu S. 1S8 vor S. 221. 90. Nissen, IL, Ein starkes Märzgewitter. H, Nr. 5 u. 6, S, 127 — 128. 97. l’lugemnnn, A., Ein merkwürdiges Barometer. H, Nr. 7 u. 8, S. 173 — 174. — (Brunnen auf Sylt). 98. Schebj-Buch, — , Temperatur-Tabellen von Ording, ln Nr. 208, S. 95—103. — Für 12. Nov. 1891 — 20. März 1892 verglichen mit Hamburg und Sylt 9. Pflanzenwelt. ’) 102. Ascherson, P., Lcpidinm apelalum Willd. (L. micranthum Ledeb.) und L. virginicum L. und ihr Vorkommen als Adventivpflanzen. Verb. d. Bot. Ver. d. Prov. Brandenbg. Jahrg. 33, S. 108- 129; Nachschrift ebda. S. 141 — 142. 103. Hahn, M„ Die Buchenverjüngung in Schleswig-Holstein. VH-K-V, Nr. 5, S. 83— 88; Nr. 6, S. 94 103; wird fortg. — Abdruck aus der Zeitschrift für Forst- und Jagdwesen. 104. Hennings, 1’., Botanische Wanderungen durch die Umgebung Kiels. 2. (Titcl-)Ausgahe. Kiel, Eckardt, 1892. 85 S., 8“. Pr. M. 0,50. 105. „ „ Beiträge zur Pilzflora vou Schleswig-Holstein. SNS-H, S. 229—258. 106. iiöi-k, F., Die Verbreitung der Rotkbuchc und ihrer Begleiter. Bot. Centralbl. Bd. 49, Nr. 12, S. 377—378. — Auszug a. d. Arbeit des Verf. Natur, 1891, Nr. 48, S. 566—569. 107. „ „ Begleitpflanzen der Bliche. Bot. Centralbl. Bd. 52, Nr. 50, S. 553— 558. 108. „ Der Anschluss norddeutscher Laubwaldpflanzen an die Buche und Stieleiche. Deutsche bot. Monatsschr. Jahrg. 10, Nr. 3 u. 4, S. 33—37. 109. „ „ Die Flora der Nadelwälder Norddeutschlands. Natur, 1892, S. 66— 69, 73 — 75; — i. Ausz. mitget. : Bot. Centralbl. Bd. 50, Nr. 16, S. 91—92. *) Die Kommission für die Flora von Deutschland erstattet jährlich Bericht über neue und wichtigere Beobachtungen, welche die Flora Deutschlands hetretTen. Die Berichte erscheinen in den »Berichten der DeutHcnen Botanischen Gesellschaft« und zwar seit 1886. Für die Phancrogamen Schleswig Holsteins war ('. T. Timm Berichterstatter von 1885 bis 1888; 1889 und 1890 trat ihm P. Prahl zur Seite, und seit IHM ist P. Prahl alleiniger Berichterstatter. — ,1. Reinke hat den Bericht über die Algen der Nord- und Ostsee seit einigen Jahren übernommen; der erste Bericht (für 1SÜS und 1889) erschien 1890. Besondere Berichterstatter für die übrigen Kryptogamen fehlen in Schleswig-Holstein. Digitized by Google 9 110. Höek, F., Gclegenheitsbcmerkungen über weit verbreitete Pflanzen im norddeutschen Tieflande. Helios. Jalirg. 10, S. 189--16Ö. 111. Hoffmann, H. Pliänologische Beobachtungen. 28. Bericht d. Oberhess. Ges. f. Nat.- u. Heilk. Giessen. S. 1 — 11, 25 — 36. — Beobachtgn. in Augustenburg, Eutin, Ratze- bürg und Wöhrden (Holst.) f. d. J. 1880 u. 1800. 112. Junge, A., über Verwachsungen von Bäumen. 1. H, Nr. 7 u. 8, S. 169 — 172. 113. Knuth, P., Geschichte der Botanik in Schleswig - Holstein. Zweiter Theil. (Die Zeit nach Ginne.) Kiel und Leipzig, Lipsius & Tischer, 1892. S. 59 — 216, gr.-8°. Pr. kplt. M.. 5,60. — Rec. : Nalurw. Wochenschr. Bd. VIII, 1893, Nr. 3, S. 29—30: Naturw. Rdsch. Jahrg. 7, Nr. 52, S. 667. 114. ., „ Pliänologische Beobachtungen seit dem Jahre 1750. Deutsche BoL Monatsschr, Jahrg. 10, Nr. 3 u. 4, S. 41—44. 115. „ Pliänologische Beobachtungen in Schleswig - Holstein im Jahre 1891. 3, Nr. 3, S. 60-65. 116. ., „ Blütenbiologische Herbstbeobachlungen. Bot. Centralbl. Bd. 49 : Nr. 8, S. 232 bis 236; Nr. 9, S. 263—267; Nr. 10 u. 11, S. 299—308; Nr. 12, S. 360—367. 1 17. „ „ Zur Bestäubung von Galla palustris L. Bot. Centralbl. Bd. 51 : Nr. 36, S. 289 — 291. 1 18. „ „ Die Blüteneinrichtung von Corvdalis claviculata DC. Bot. Centralbl. Bd. 52 : Nr. 40, S. 1—2. 119. „ „ Vergleichende Beobachtungen über den Insektenbesuch an Pflanzen der Sylter Haide und der schleswigschen Fesllandshaide. Botanisch Jaarboek, Gent. Jaarg. 4, S. 26—51. — Holl. u. deutsch. 120. Krause, Ernst H. I„, über einige Pflanzenarten , welche innerhalb der Prooinz Schleswig • Holstein auf den Osten bezw. Südosten beschränkt sind. E, Nr. 6 und 6, S. 117-121. 121. „ „ Das Vorkommen der gelbblühenden Salbei (Salvia glutinosa) bei Kiel. S 17 S-H, S. 312. 122. „ „ Die Heide. Beitrag zur Geschichte des Pflanzenwuchses in Nordwesteuropa. Bot. Jahrbücher f. Syst., Pflanzengcsch. u. Pflgeogr., herausg. v. A. Engler. Bd. 14, S. 517—539. — Ref. : Naturw. Rdsch. Jahrg. 7, Nr. 16, S. 205 durch F. M. 123. „ „ Beitrag zur Geschichte der Wiesenflora in Norddeutschland. Ebda. Bd. 15, S. 387-400. — Ref. Natw. Rdsch. Jahrg. 7, Nr. 33, S. 421—423. 124. „ „ Die natürliche Pflanzendecke Norddeutschlands. Globus. Bd. 61, Nr. 6, S. 81 bis 85; Nr. 7, S. 103—108. 125. „ „ Beiträge zur Geschichte des Pflanzenwuchses in Nordwestcuropa. Natw. Wochen- schr. Rd. 7, Nr. 28, S. 281--282. — Bericht über die Abhandlungen Nr. 122, 123, 124 u. 140 dieses Verzeichnisses. 126. „ „ Florenkarte von Norddeutschland für das 12. bis 15. Jahrhundert. Mit Karte (Taf. 18). Petermanns Mitteilungen. Bd. 38, Heft 10, S. 231 — 235. 127. „ „ Neue Erklärung der schwankenden Westgrenze der mitteleuropäischen Nadel- hölzer. Natw. Wochenschr. Bd. 7, Nr. 52, S. 525—527. 128. „ „ Die indogermanischen Namen der Birke und Buche in ihrer Beziehung zur Urgeschichte. Globus. Bd. 62, Nr. 10, S. 153 — 157; Nr. 11, S. 162 — 168. 129. Kuckuck, P., Ectocarpus siliculosus Dillw. sp. forma varians n. 1., ein Beispiel für ausserordentliche Schwankungen der pluriloculären Sporangienform. Mit 1 Tafel (Taf. XIII). Berichte der Deutsch. Bot. Ges., Bd. 10, S. 256—259. 130. Lewin, L., Pilze von der Insel Sylt (bei Westerland). S 17 S-H, S. 259 — 260. 131. Meyer, W., Die Waldriesen Augustenburgs. H, Nr. 7 u. 8, S. 163 — 165; — mit einem Nachtrag von II. Winkelmann S. 165—167. Mit Abbildung. 132. Ohl, E., Einige verwilderte Gartenpflanzen d. Umgegend Kiels. Z 0 9, Nr. 5, S. 36— 38. 133. Peters, H, T., über Verwachsungen von Bäumen. 2. H, Nr. 7 u. 8, S. 172 — 173. 134. Petit. E,, Supplement til »en floristisk Bcskrivelse af Als.* Botanisk Tidsskrift. Bd. 18, Heft 1, S. 6—11. 135. Prehn, J., Die Laubmoose Land Oldenburgs. S N S-H, S. 261 — 266. 136. Keinbold, Th., Beiträge zur Kenntniss der Algenvegetation des östlichen Theilcs der Nordsee, im Besonderen derjenigen der Deutschen Bucht. S 17 S-H, S. 219 — 228. 137. Relnke, .1., Atlas deutscher Mecresalgen. Im Aufträge des K. Pr. Ministeriums für Landw., Domänen und Forsten hrsg. im Interesse der Fischerei von der Kommiss, z. wiss. Unterschg. der deutschen Meere. Zweites Heft. Lieferung III— V. Tafel 36 — 50 (Schluss), ln Verbindung mit Dr. P. Kuckuck bearbeitet .... Berlin, Parey, 1892. S. 55—70 (2 S. Titel u. Inhal tsverz.), Tf. 36—50. Pr. JK. 18,00; kompl. Pr. ,H. 60,00. 138. „ „ Ucber Gäste der Ostseeflora. Ber. d. D. Bot. Ges. Bd. 10, S. 4—12. Digitized by Google 10 139. Schmidt, Justus (J. H.), Erster Jahresbericht über die Thätigkeit des Botanischen Vereins zu Hamburg. E, Nr. 7 u. 8, S. 148—152. — Wieder- und neugefundene Pflan- zen, neue Fundorte (S. 150—151) und neue und wiedergefundene Adventivpflanzen (S. 151—152). 110. Weber, C., lieber die Zusammensetzung des natürlichen Graslandes in Westholstcin, Dithmarschen und Eiderstedt. SN S-E, S. 179—217. — Im Ausz. mitget. Naturw. Wochenschr. Bd. 7, Nr. 41, S. 417 — 418; Hef.: Natw. Hdsch. Jahrg. 7, Nr. 33, S. 421 bis 422; vgl. das. Nr. 15, S. 205 (Nachschrift). 141. „ „ lieber Dauerweiden und Wiesen. I. Was für Pflanzen sind auf den Dauerweiden einzusäen ? LWS-B, Nr. 3, S. 20 — 22. II. Die wichtigsten Futtergewächse der Dauer weiden und Wiesen Schleswig-Holsteins. L W S-E, Nr. 40, S. 351 — 350; Nr. 41, S. 364 bis 366 ; Nr. 42, S. 373-376. 142. W'inkelinann, H., vgl. Nr. 137. 10. Tierwelt. 143. Apsteln, C., Das Plankton des Süsswassers und seine quantitative Bestimmung .- 3 N S-H, S. 267 — 272. Mit einer Tafel, S. 273. — Hef.: Ber. d. Fischerei -Vereins cl. Prov. Ost : u. Westpr. 1892, Nr. 3. 144. „ „ Über das Plankton des Süsswassers: SNS-E, S. 313 — 315. Mit einer Ta- belle, S. 316. 145. „ „ Quantitative Planktonstudien im Süsswasser. Biolog. Central bt. Bd. 12, Heft 16 u. 17, S. 484 — 512. 146. Duncker, G., Der Elbbutt, eine Varietät der Flunder. Pleuroncetos flesus L. var. Iciurus. S N S-B, S. 275 —291. Mit 2 Figuren im Text. — Separat: Hamburg, Herold, 1892, Pr. X 0,60. 147. „ „ Ein muthmasslicher Bastard zwischen Plcuronectes platessa L. u. PI. limanda L. Zool. Anz. Bd. 15, Nr. 407, S. 451-453. 148. t. E . . . , B. A. , Aus Hcinr. Gätke's „Vogelwarte Helgoland.“ Die Schwalbe. Jahrg. 16 Nr. 2, S. 22 — 23; Nr. 3, S. 32 — 34; N. 4, S. 45 — 46; Nr. 5, S. 55 — 56; Nr. 6, S. 65—67; Nr. 7, S. 82- 84; Nr. 8, S. 90-91; Nr. 11, S. 130; Nr. 12, S. 141—143; Nr. 14, S. 164-166; Nr. 16, S. 189—191; (Nr. 17, S. 900—?); Nr. 18, S. 212-213; Nr. 19, S. 224—225; Nr. 20, S. 238—239; Nr. 23, S. 272—273; Nr. 24, S. 281—283; wird fortgesetzt. 149. de Guerne, Jul., Le laboratoire de Biologie du Lac de Ploen .Holstein). S.-A. a. Revue biolog. du Nord de la France. Bd. IV, Heft 4, 4 S. u. 1 Tafel. 150. Kraepelln, K., Die deutschen Süsswasser Bryozoen. Eine Monographie. II. Ent- wickelungsgeschichtlicher Teil. Mit 5 Tafeln. A 3 N E, 67 S., 5 Bl., 5 Tafeln. Se- parat: Hamburg, Friederichsen & Co., 1892. Pr. X. 9,00 (kpl. X 27,00). 151. Kretschmer, Eng. Fr., Eine ornithologischo Reise nach Sylt. E, Nr. 9 u. 10, S. 203 bis 210; Nr. 11, S. 286—242. 152. „ „ Die interessantesten Brutvögel der Insel Sylt. Zeilschr. f. Oologie. Jahrg. 2, Nr. 6, S. 22—23; Nr. 7, S. 25—26. 153. Panlsen, R., Aus meinen Notizen über den Sperber, Astur nisus. Zeitschr. f. Oologie. Jahrg. 2, Nr. 9, S. 39—40. 154. Strodtmann, S., Die Systematik der Chaetognathen und die geographische Verbreitung der einzelnen Arten im nordatlantischen Ocean. Archiv für Naturgeschichte. Jahrg. 1892. Bd. 1, S. 333—377, Tf. 17—18. — Sep. als Inaug.-Diss. Kiel. 46 S., 1 Tafel, 1 Karte. 8". 155. Verhoeff, C., Heber Amphibien und Reptilien einiger Nordsee - Inseln. Zool. Anz. Bd. 15, Nr. 382, S. 30—36. 156. Weltner, W., Nachträge zur Fauna von Helgoland. III. Zur Cirripedienfauna von Helgoland. Zool. Jahrbücher, Abth. f. Systematik, Bd. 6, Heft 3, S. 453— 455. 157. Wiese, H. F., Verzeichnis der Landsäugetiere in Schleswig-Holstein. E. Nr. 2, S. 30—31. 158. Zaeharlas, 0., Die Biologische Station zu Plön. Zool. Anz. Bd. 15, Nr. 382, S. 36 — 39. Mit 1 Abb. 159. „ „ Vorläufiger Bericht über die Thätigkeit der Biologischen Station zu Plön. Zool. Anz. Bd. 15, Nr. 407, S. 457 — 460. 160. „ „ Die mikroskopische Organismenwell des Süsswassers in ihrer Beziehung zur Ernährung der Fische. JFS-E, S. 11—32. Mit 6 Fig. im Text. 161. „ „ Die Plankton-Thierwelt des Grossen Plöner Sees. JFS-E, S. 36—37. 162. „ „ Ein neuer Hautparasit auf Süsswasserfischen. J F S-E, S. 38—41 ; vgl. Nr. 164. 163. „ „ Eingekapselte Saugwürmer am Herzen einer Maräne. JFS-E, S. 41; Biolog. Centralbl. Bd. 13, Heft 6, S. 192. Digitized by Google 1! 164. Zacharias. 0., Ueber eine lchthyophthirius - Art (cryptostomus; aus den Aquarien der Biologischen Station zu Plön. In: Festschr. z. 70. GeburtsL R. Leuckart's. Leipzig, Engelmann. 1892. S. 289—292. Mit 1 Tafel. 11. Anthropologie und Vorgeschichte. 165. Mestorf, J., Aus dem Steinnlter. A. Gräber ohne Steinkammer unter Bodenniveau. B. Wohnstätten. Mit > (iewerbefreiheit und Zunftzwang in Ottensen und Altona 1543 bis 1640. In Nr. 270. 52 S. — Kef. : H. Nr. 7 u. 8, S. 135 - 143 durch H. F.hlers. 251. > > Altonaer Windmühlen. In Nr. 271. S. 48 — 49. — Erste Windm. in Altona. 252. Jensen, Chr., Eine Landreise in Schleswig -Holstein vor 50 Jahren. In: L. Meyns sehlesw.- holst. Hauskalender auf 1893. S. 139 — 144. 253. Kalender, Hamburger Nautischer, für das Jahr 1892. Hamburg, Eckardt & Messtorff, o. J. (1892). 176 S., 8°. Pr. A 1,00. — Erscheint jährlich. — Enthält: Hochwasserzeiten, bezügl. Verordnungen, Veränderungen der Leuchtfeuer, Signalstellen und Fahrwasser. 253a. Lindenberg, C., Die Briefumschläge der deutschen Staaten unter Benutzung amtlicher Quellen. Heft 3. Die Briefumschläge von Lübeck. Berlin, Dr. H. Brendicke, 1892. 31 S., 8". — Pr. A 0,75. — Archivalische Nachrichten über die Herstellung derselben. 254. Miincliow, — , Entfernungen sämmtlicher Eisenbahnstationen der Provinz von den Stationen Schleswig-Kiel-Neumünster. In Nr. 46. S. 45—61. 255. Slewert, — , Der deutsche Handel nach den nordischen Reichen mit besonderer Berücksichtigung des Ausfuhrhandels der deutschen Elbgebiete und seiner Förderung durch den Elbe-Trave-Kanal. Im Aufträge der Handelskammer zu Halbcrstadt verfasst. (Den K. Pr. Ministerien f. Handel u. Gewerbe u. f. öff. Arbeiten amtl. vorgelegt.) Halber- stadt, Schimmelburg, 1892. 131 S., 1 Tab. u. 10 Bl. statistische Übersichten. Pr. A 4,50. 256. l'eberslchten , Tabellarische, des Hamburgischen Handels im Jahre 1891, zusammen- gestellt von dem handelsstatistischen Bureau. Hamburg, (Herold), 1892. 4 Bl., 78, 104, 138, 23 S., gr. 4°. Pr. A 2,40. — Inhalt: Hamburgs Handel und Schiffahrt von 1846 bis 1891, Waareneinfuhr, Waarenausfuhr, Seeversicherungen, Auswanderer Beförderung, Banken, Wechsel- und Geldverkehr. 23. Kirche und Unterricht {Religionsverhältnisse). 257. Carstens, ('. Er., Geschichte der Predigt in Schleswig-Holstein. Z S-H-L 0 S. 159 -237. 258. Detlefsen, lb, Geschichte des Königlichen Gymnasiums zu Glückstadt. 3. Vom Neuen Glückstädtischen Schulreglement 1786 bis zum Rektorate Germars 1802. (Schluss.) 4. Vom Rektorate Germars 1802 bis zur Trennung der Gelehrtenschule von der Bürger- schule 1821. Glückstadt, 1892. 28 S., 4“. — 1892. Progr. Nr. 277. 259. Ehrenberg, R., Erlebnisse des Portugiesen Alberto Dionisio. In Nr. 271, S. 35—46. 260. Seltz, Aktenstücke zur Geschichte der früheren lateinischen Schule zu Itzehoe. IV. Beilage zum Programm. Itzehoe, 1892. Progr. Nr. 291. 39 S., 8°. 260a. Stockmann, W., Die Versorgung der Prediger-Witwen und -Waisen in der evangelisch- lutherischen Kirche der Provinz Schleswig-Holstein. Z S-H-L 5 S. 303—474. 24. Förderung von Kunst und Wissenschaft. 261. Berthenu, — , Aus dem Briefwechsel Heinrich Kantzaus von 1570 — 1594. Z S-H-L 8. 5. 239—283. 262. Seh(e]tpig), R., f Heinrich Handclmonn. H A S-H, Heft 5, S. 3—8. Digitized by Google 15 25. Geschichte des Landes und einzelner Teile. 263. (Berthean, — ), Aus der Franzosenzeit. A 3 E L, S. 76 — 79. -- Bericht über ein Ver- zeichnis der Einkünfte aus Grund und Boden und bestimmten Gefällen, welche im Amte Lauenburg französischen Offizieren von Napoleon I. als Dotationen verliehen waren. 264. von ßippen, W., Die Gründung des Lübcckischen Oberappellationsgerichts. H 3, S. 23—47. 265. Brehmer, W., Überblick über die Baugeschiehtc Lübecks. Vortrag ... am 19. Mai 1891. H 3, S. 1—21. 266. Detlefsen, I)., Geschichte der holsteinischen Elbmarschen. Bd. I u. II. Glückstadt, Selbstverlag des Verfassers, 1891 — 1892. 447 S., 1 Karte; 515 S., 8°. — Pr. A 16, CK). Kec. : Petermanns Mitteilungen 1892, Nr. 874 Litteratur-Bericht durch R. Hansen. 267. Dführsen), W-, Der Lohwürdigen Hochfürsll. Stadt und Stifts Ratzeburg Glaub- und Besähewährte Merkwürdigkeit, Samt vorhandener Altertums Seltenen Gedächtnissen, nachrichtlich entworfen Candore Virtute Ilonore Lühek, Verlegls Michal Volk, Gedrukt bei Sei. Smalherzens Erben 1667. A 0 H L, S. 71—75. — Nachrichten über den Ver- fasser, Kunrat von Hövelen, und Mitteilungen aus der Schrift. 268. „ „ Lauenburgische Gamisons im vorigen Jahrhundert. A 3 H L, S. 135- 136. 269. Ehrenbergr, R., Altona unter Schauenburgischer Herrschaft. IV. Altona, Harder, 1892. 2 Bl. u. 52 S., gr. 8». — Pr. A 2,00. 270. „ „ Altona unter Schauenburgischer Herrschaft. V. Altona, Harder, 1892. 2 Bl. und 52 S., gr.-8 l> . — Pr. A 2,00. 271. „ „ Aus dem dreissigjährigen Kriege, ln Nr. 270. S. 1 — 34. — Rcf. : H, III. Jahrg. 1893, Nr. 1, S. 11-20 durch 11. Ehlers. 272. „ „ Die Abgaben Altonas an den Grafen, 1590/91 und 1639. In Nr. 270. S. 47—48. 273. Godt, C., Untersuchungen über die Anfänge des Herzogtums Schleswig. Teil II. Jahresbericht des K. Christianeums zu Altona über das Schuljahr 1891,92. Altona o. .1. (1892). S. I— XVIII. Progr. Nr. 275. 274. Hellnig, L., Grundriss der Lauenburgischen Geschichte zum Haus- und Schulgebrauch. Zweite verm. Aullage. Ratzeburg, Schmidt, 1892. VIII u. 45 S., 1 Bl., gr. 8°. — Pr. A 0,60. — Rcc. : E. 111. Jahrg., 1893, Nr. 5, S. 116 — 117 durch Säger. 275. „ „ Chronik der drei lauenburgischcn Städte. Anhang B. zu Nr. 274. S. 30 — 37. 276. Jansen, K., Die Schlacht bei Idstedt. H, Nr. 9 u. 10, S. 186 — 196. 277. Koppmann, K., Zur Ausweichung der Lübischen Bürgermeister Klaus Brümse und Hermann Plönnies. E 3, S. 159—163. — Zur Ratswahl 1531. 277 a. Mejbonr, R., Nordiske Bondergaarde i det XVIde, XVIIde og XVIIIde Aarhundrede. Parste Bind: Slesvig. Kjabenhavn, Lehmann & Stage, 1892. 4 Bl., 220 S., 4°. Pr. Kr. 11,25 (Volksausgabe Pr. Kr. 6,75). — Mit 257 Illustrationen. 278. Mlclielscu , E., Eine Salvaguardia des Grossen Kurfürsten für die Pastoren zu Friedrichstadt. Ein Beitrag zur Geschichte des Kriegs 1657 — 1660. Z S-E-L 3, S. 286 bis 296. — Mit einem Facsimile. 278a. Moltkes Militärische Korrespondenz. — Krieg 1864. — Herausgegeben vom Grossen Generalstabo, Abtheilung für Kriegsgeschichte. Mit einer Uebersichtskarte und zwei Handzeichnungen des Generals v. Mollke. Moltkes Militärische Werke. I. Erster Theil. Berlin, E. S. Mittler & Sohn, 1892. XIII, 244 S. u. 3 Karten, gr.-8“. — Pr. A 279. Pörksen, E., Hadersleben. E, Nr. 7 u. 8, S. 129 — 133. 279a. Zur Geschichte der ältesten und jüngsten Stadttheile Rendsburgs. Zur Erinnerung an das 200jährige Bestehen der Letzteren. Beilage zum Rendsburger Wochenblatt, o. J. (1892). 15 S., 4". 280. Richter, A., Das hamburgische Amt Ritzebüttel und die Elbmündung in den Jahren 1795 — 1814 hauptsächlich auf Grund von Archivalien dargestcllt. Beilage z. d. Jahres- bericht d. Höher. Bürgerschule ... zu Cuxhaven. Cuxhaven, 1892. (Hamburg, Herold.) 2 Bl., 66 S., 4". 281. Sach, A., Der Ursprung der Stadt Hadersleben und das Stadtrecht Herzog Walde- mars IV. vom Jahre 1292. Festschr. zur sechshundertjährigen Jubelfeier der Stadt. Mit einer Ansicht der alten Stadt und sechs Siegelabdrücken. Hadersleben, (Dreesen Nacbfg.'t, 1892. 1 Tf., (VIII), 80 S. u. 1 Bl., 4°. Pr. .«. 2,40. 282. SteiTenhagen, E., Das Preetzer Abecedarium mit dem Richtsteig Landrechts. Z S-E-L 3, S. 297—302. 283. Willers, B,, Garding am Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts. Ein Beitrag zur Kulturgeschichte Schleswig-Holsteins. E, Nr. 3, S. 49 — 59. Digitized by Google 1 « 26 . Geschichte der fürstlichen, adeligen und Patricier- Geschlechter. 284. Diihrsen, W., Markgräfin Fyäncisca Sibylla Augusta von Kaden , geb. Prinzessin zu SachsenLauenburg, Tochter des letzten Herzogs von Lauenburg. 4 9 HL. S. 65— 70. 285. » > Zur Erinnerung an den wail. Regierungspräsidenten Grafen Ludwig Friedrich Georg von Kiejmannsegge auf Gültzow etc. A 0 II. S. 120—127. 286. Selittfer, !>., Zur Gesclyichte Christian III. Z S ■ H - L 3. S. 475—504. 287. zu Reventlow, Graf Ludwig, Das Geschlecht der Reventlow. ZS-S-L8. S. 1 — 158. Mit 4 Stammtafeln und 1 Siegeltafel. Digitized by Google SfMTffiWlY! onaisfd?rifl Deretns 3ur Pflege ber 2Xatur« unb Cembesfunbe §>epie«tB fcßließlich bem öftlirfjett ju. Siejer jiefjt fiel), Don ber Spiße 3ütlanbS an, burd) ganj Schleswig Don Stabt ju Stabt, überfeßreitet bei JRenbSburg bie Siber unb fiifjrt mitten burd) £>olftein, bei SReunurafter fidj nad) mehreren SRidjtungen teilenb, mit bem $auptjweige über Hamburg auf ben beiben Ufern ber @(be weiter. Sine fffahrt längs biefem 3Bege, foroeit er Schleswig be= rüf)rt, bietet neben manchen oben Streifen oerfdjiebene feßöne 91u8fid)ten nad) Often ; aber Don ben einzelnen §öf)epunften, f)in unb toieber burd) flehte SEBalbbeftänbe fjinburcf), mehrere überrafeßenb fdjöne, leiber ju wenig befanttte, SluSblide auf ben ebenen, Don ber Sifenbaßn belebten SBeften. 3Ser im leichten ©efäßrt jeßt auf ber ßßauffee bafjitt rollt, benft faunt ttod) baran, welchen guftanb nod) oor wenig Saßräeßnten hier ber SBegcfürper barbot. Um fid) baoon ein Silb ju machen, gehe man V* ©tunbe weftlich Dott glenSburg hinaus, wo eben hinter ber Sijen« bahn noch ber alte 2Beg an ben roh behauenen SSegweiferfteinen oorbei burcf) bie .fjaibe führt. ®a liegt bie breite gohrboßn, halb ganje Stredeu uuergrünblichett SanbeS bietenb, halb üiieberungen aufweifenb, welche bei ^Regenzeiten in fteljenbe Söaffertümpel fid) Derwanbefn, unb bajwifcßen ragen hin unb wieber l)ol)e gefährliche ÜBegebänfe empor! 33ian wunbert fid), wie auf foldjem ©runbe ein SBagen- oerfehr fid) eittwideln tonnte, unb bod) war bieS ber $all, benn biefer SBcg ift nod) oerßältniSmäßig neu, er jäl)It erft 300 Saßre. — Sßebem waren bie 2Bege jebettfaHS nod) weniger fahrbar, benn ber ältefte Sanb- oerfehr gefdjal) ju ißferbe. 9lnberS waren ja auch &ie offen, auf hohen Sergen ober in Sümpfen belegenen Schlöffet unb Surgen faum ju< gänglid), man benfe nur $. S. an Segeberg, ©ottorf unb unfer ®uburg. ®er fogenannte „.perretiftall" in SdjleSwig, wie auch hier in glenSburg erinnern nod) an bie großen herrjrijaftlidjen iReiterjüge, beren s 4iferbe hier untergebracht würben. ßs würbe oorher fdjott angebeutet, baß ber weftlich Don gfenSburg Iaufenbe ®eil beS SBegeS Derl)ältniSmäßig neu fei. ®icS führt uns auf bie Seränberungen, Weld)e im Saufe ber 3eit bie Dichtung beS SBegeS betrafen. ®ie Shouffee hot nämlid) nicht ben alten 2Beg in feiner ganzen Sänge benußt, fonbern oerfd)icbcnc Heinere unb größere Siegungen abgefchnitten unb ben 2Beg nid)t unbeträdjtlid) oerfürjt. Ursprünglich umging bie alte Straße bebäeßtig jeben §ügel unb jeben Digitized by Google S?erfef)r8mege unb bifiorifdfe Crter im mittleren unb (üblichen SdjleSnrig. 105 SBalb, jeben ©umpf unb jeben ©ee, wie and) bie äufeerften ©pifeen ber einfrfjneibenben Cftfcebuditen. ©o lief fie j. S. oon ber jiitfdjen ©reiche bie .pabcrsleben auf einer ganzen ©treefe ein gut©tiirf weiter nad) Cftcn, als bie Gfeauffee, oon Slpenrabe nad) JletiSburg bagegen weiter nad) SBeften, am fpoftruper unb ©eegaarber ©ee oorbei über filipplef, ©eilau u. f. w. nad) Sau hinauf, non ba über SBalbemaretoft nach 9tief)ue hinunter unb fdjliefelid) ben „frummen Scrg" hinab jum 9iorbert()or in fjleitsburg hinein. ÜBeiter ging ee ben „roten Serg" oor bem roten Dhor hinauf unb bann ungefähr in ber Sftidjtung ber Ghauffce bie hinter 3bftebt= .'poljfrug, wo nod) heutigen lagee ber SBegweifer weftlich nach fHenbeburg jeigt. Von ba ginge über Sührfdjau, ©djubt) unb — öftlid) fid) wenbenb — über .piisbt) nad) Stein > Dannewerf, wo er, ftarf ein* geengt, bei „fHotcnfrug" in bem feften K) ure „Cfterfalegatt" bie Dane* roirfe burchfchuitt, bann in fiiboftlicher SRid)tung bie tRefte bee alten „Äograbene" (Sturgrabcne) freiste unb bei Äropperbufd) bie 5Rid)tung ber Ghauffce einfchlug. gleneburg lag fomit nrfprtinglid) an bem Verfehrewege, währenb Schleswig wegen ber tief ine Sanb einbringenben ©d)Iei, ber an* ftofeenben SBälber unb ber fiibweftlid) belegenen Seffclthäler unb Deid)e ganj abfeite lag. Die tiefe Sage fyleneburge machte ben ßu* unb Abgang befdjwcrlid), baljer würbe (1582) auf Vefeljl .Vtönig griebridje II. ein neuer SB cg „oon SBalbcmaretoft bie ©tenberup" hcrgeftellt. Der ift aber itid)t bie ©tenberup ausgeführt worben, fonbent miinbet fdjou in bie Ghauffce (in ben alten 2Beg) bei Sarplunbljof, etwa Vs SDieile fiiblid) oott gleneburg. Daburd) würbe aber glenöburg oom Verfehr abgefdjnitten. SRertwürbig ift ee, baff ein paar 3al)re früher ber Cnfcl bce ftönige, -perjog Slbolf, ben ©ottorfer Damm über bie ©d)lei anlegett liefe unb io ©cfjleewig in ben Verfehr hinein Jtt jieljen bemül)t war. Dennoch fdjeinen biefe Slbjweigungeu bee SBcgeS auf ben SBerfehr nidjt oon grofeem Ginflufe gewefen ju fein, beim er folgte nad) wie oor ben betannten Orten unb alten Stuubjdjaften; nur fdjwerc burd)get)cnbe Draneporte, .'pcereSjüge, Viehtriften u. f. w. werben um gleneburg ge* gangen fein. Der im Vorftefeenben be^eid)tiete SEBeg blieb ber „Sönigeweg" ober „.peerweg", auch woljl „.perrweg" genannt. Sänge biefent SBege jogett feit alter $eit bie .pccreSpge ber Völler oon ütorb unb ©iib; hier entlang jogeit hoch ju Utofe bie fürftlichen perrfefjaften mit reifigem Drofe; hier hinbnrd) quälten fid) bie in bie ncuefte 3<-’it bie hod)bclabenen grad)twagen, befpannt mit 4, einrid)S bcs! Bornen u. a., unb mir feljen, baf) oon biefem abgelegenen ©rbenminfet aus gar meitgeljcnbe C“ben 3 e = fponnen merben. ,pier refibierte um bie genannte 3 e ' [ nämlich ber thatfräftige, t)eirfrf)= unb ftreitfiidjtige Sifdjof SBalbemar aus Königlichem ©cblitt (ber ©rünber beS KlofterS ©ulbljolm, baS fpäter nad) ®lüds= bürg oerlegt mürbe). — Sieben ber SBiirbe eines S8ifd)ofS befleibete er auch eme Sleitje oon 3af)ren baS Slmt eines Statthalters über Süb» jiitlanb ober Schlesmig. 211S aber ber junge fßrinj SBalbemar (fpäter König SBalbemar II.) erroadjfen mar, mürbe biefer oon feinem Sruber, König Knub VI. jutn £>erjoge ernannt unb ber S3ifcf)of muhte ihm meidjen. Sluu glaubte er nähere Slnfprüdje and) an bie Krone ju haben, unb um biefe geltenb ju machen, oerfdjmor er fid) gegen Knub unb SBalbemar mit ben ^einbett 2)änemarfS: bem König Soerre oon Slormegen, Slbolf III. oon .'polftein, griebrich 23arbaroffo, bem SWarf* grafen oon Sfranbenburg, bem ßrjbifdjof oon SBremen u. a. ®er barauf entbrennenbe Streit enbetc befanntlich mit ber ©cfangennahme beS SBifchofS unb SlbolfS unb fcfjicftlid) and) mit ber 3erftörung ber befeftigten S3urg.*) — 3)aS neue ©ottorf mürbe nun in ber innern *) SHadjträglich finöc ich, t>“B hi« ein Strium »ortiegt. ©djtöber fagt: bie SBurg fei „halb nach ber erften $ä(fte beS 12. 3 a h r h u,1 b«tsS" jerftöct, unb Xrapp giebt genauer baS 3aljr 1161 an. 9lun aber mar SBalbemar Süjdjof »on 1180—1202 unb ftarb 1236. SBalbemar II. regierte »on 1202—41. CS tann alfo hier nur »011 SBalbemar I. (1167 — 1182) bie Siebe (ein, mie auch *Scf)röber angiebt. Cr h ot, e aber Streit mit bem ©rjbifchof ©Stilb in üunb, jit helfen BBiStunt bie ftirdje in Scinemart (unb Schleswig) gehörte. ®er iöifdjof »on BUPOottorf ftanb (omit auf CSfilbS Seite gegen ben König. — Dr. Sach fagt (®ef@ottorf auf einer 3n|’cl im inncrftcn SSintel ber Sdjtci erbaut unb biente bis 1208 als ©ijdjoföfi#- SBaS oben oon Bifdjof ffialbetnar unb König SBatbeiunr II. (Staub VI. 1182—1202) gefagt ift, bejiefjt fisf) aljo auf 9?cu.@ottotf, baS frei(id) aud; 00 m Hanboerfehr red)t abfeitS lag, wenn audj ber Stabt Schleswig unb bem SSafferoerfcfjr näfjcr. — Bifchof fflalbemar würbe burd) Sift gefangen, faß erft in 9!orburg auf 'Ulfen, bann in Seeburg auf Scetanb, bis er fpäter freigclaffcn würbe unb aus bem Sanbe ging. — Seine Burg 9icu-®ottorf würbe nicht jerftört, 1288 aber oon perjog BSalbemar — weil burd; Diele Dieftaurationen buittjdjcdig utib fd)ticf)lid) baufällig geworben, abgebrochen unb neu aufgeführt. *) $ieje oon Schmarj , 3enfen unb Schröber gemachte Eingabe wirb oon Dr. Sach 0 . a. O. S. 76 bcflritten, ba bie Slapelle fd)un oor ber Sieformation öcmeinbefirdje gewefen fei. Digitized by Google 8erW)rä»ege unb Ijiftortfdic Crttr im mittleren utib [üblitfien SdJMmig. 199 praftijd) geworbenen beutfdjett (frage, bie über 20 3 af)re ttadjfjer crft iljre Söfung fattb. Sotdje ffang* unb Serteibigunggftellen, gebilbet burd) bie natjen Söaffcrfc^eiben äwifdjen Oft- unb SBeftfee, burd) anfdjliefjenbe Seeen, Sßiefen, 2J?oore, SBcitber u. }. w. bieten ftd) längg bcm alten fjeerwegc eine ganje 3 Q t)I unb mandjer fjarte Strauß ift an benjelben flu oerfcf)iebenen 3 e * ten QuSgcfodjten worben. 3Bir loolleu, oottt Siiben anfangenb, bie toid)tigften aufjäljlett : a) 35ie Sorge, au« bent Siftenfee fominenb, bitbet mit biefem unb bem natjen SBittenfee eine bei Sorgbriicf gefdjnittenc Söerteibigungg- liuic. fjier bitbet bie roefttid) gelegene Sofjeibe, ber Slnttaljnte nad), bie Stelle, wo ©erwarb ber ©rofje 51 t Slnfattg beg 14. 3af)r= Ijunbertö Gfjriftopf) II. befiegte, unb im Sdjwebentrieg tarn eg t)ier 1713 jum turnen Stampfe. Öftlid) jtoifdjen ben Seeen fattb l)ier im ttorbifdjen Striege 1658 ein ©efedjt ftatt unb 1850, nad) ber Sdjlacfjt bei Qbftebt, richteten bie Sdjlegwig’fjolfteiner fjicr bei Sorgbriid unb oon ba nad) Offen ifjr fefteg Säger ein. b) SBeiter nörblid) forntnt ber Königsflügel, ber fd)on, wie auf gefunbette Shmenfteine betoeifen, in alter 3 ier bejwang fefjott in ber Sföitte beg 10. 3af)r- ljunbertg Kaifer Otto I. ben König fjaralb 93laatanb, unb l)ier tefjrte unb taufte mit Vorliebe ber berühmte Sifdjof ifJoppo. fjicr fcfjlug im 12. 3at)rb uu ^ ert .Öcrjog Slttub Sawarb bie SBcnben, hier fjatte 1522 König C£l)riftiatt II. bie ©rofjcn beg Sattbeg oer= famntelt, um iljre §ülfe anprufen, ttttb Ejier toogte 1850 am Digitlzed by Google 200 3- 3- EoDftn. 25. Suli bie blutige ©cgladjt jwifdjen ©cgleSwig*Holftein unb Dänemarf. e) 3m weitem Verlaufe beS SßegeS ift nod) Öwer fee ju beachten, ebenfalls burd) ©ee, glujj unb 3Balb, tpüfjen uitb Dgälcr eine rechte gangfteHe. H' er fam cS 1848 bei öilfcgau ju einem furjen ©efecgt unb 1864 bcn 6. gebruar fämpften bjier Dänen unb Öfterreicger beit gigigen Äampf. 2Bir tonnten nocg rechts unb Iinfö weiter oom SBege ob manche bcbcittuiigSoofle Örter nnfiifjren ; eS möge aber hiermit genug jein. SBir bemerfen nur im allgemeinen: Der alte $eerwcg liegt, jo weit er nicgt oott ber ßgauffee benugt ijt, tot unb oerlafjen ba; aber auf ber ganjen oon uns burcgwanbertcn ©trecfe, oon ber Danewirfe bis 93au, ftegt nod) heutigen DageS eine fcf)r grofje 3 a f)l rebeubcr Denfmäler eines megr als taufenbjögrigen regen SBcrfcgrSlebenS. Unfcre SBorfagren auS oorgiftorijdjer 3 e >t Rotten gier entlang i£)re Ding* ftätten, unb bie alten gelben liefen fid) mit Sorliebe in bereit 9?äfje begraben, um im Slnbenfcn il)reS SSoIfeS fortjuleben unb baburd) bie 9iad)foitimen ju ^elbcntfjaten su begeijtern. Siccgt jaljlrcicf) liegen I)icr nod) — trog ber gerftörung oieler — bie Hünengräber unb ©teilt* gröber, unb nod) finb nicgt gans bie Flamen ber gier iRugenben oergefjen unb bie Sagen nicfjt gattj auSgeftorben, womit jene Hügel umwoben finb. — 9iod) finbeti fid) an ben weiften ber genannten Örter Überrefte oon großem ober tleiiieru (Srbwerten als GritineritngS* jeid)en an bie ftattgefunbenen Stampfe. — 9iorf) laffett uttS bie Stefte ber Dane wirte bereit frühere ©röfje ertennen; nod) reben bie am SönigSgügel gefunbenen Slunenfteine (in Suifenlunb) oott ben gier gefcgegenen alten Gegebenheiten unb baS öfter rcicgif d)e Den final bafelbft fpridjt oon ben jüngften ©reigniffcn. 3?od) finb bie ©alle beS altenöottorf ftummc beugen ber frügern Herrlicgfeit beffelben ; nod) reben mancge üinmett auf ben Jsbftebter gelbem oon alten Dagen unb baS D e n f m a l oou neuen Dgaten. 3tod) erinnert bei Helligbef ber fogenantite Danfftein ißoppos an bie frügere 93c* beimuig biefer ©teile. Der feftiutgSartige St i reg türm oon Öwer fee unb bie nörblicg baoon nod) oorganbeuen ©teinf egnttgen uub $3all* refte jeugen oon längft oergeffetten alten Dgaten unb bie D ent male baneben (öftcrreicgifcgeS uiib bättifcgcS) oon bcu jüngftcit Sreigniffen. Unb fcglieglid) magnt uns bas Dentmal in nuferer Ütcuftabt unb baS Durn erben final obergalb bcrfclben an ben Dag oon Gau unb bie SHefte ber SBefeftigungen oon 3ticgitS laffen bie ßrinnerung an bcn Scgleswigfd)en Stricg auffteigen. — Unb — um eS nid)t ju ocr* Digitized by Google Setfe^rJtDeflc unb f)iftori(d)e Örter im mittteren unb füblidjcn SdjteStüif). 201 geffen — mt bie Hünengräber alter geit reifen fid), faft ben ganjen SBcg entlang, in (felb unb SBalb wie auf ben benachbarten Sfirdf)f)öfen jat)Ireict)e @injel> unb ÜKaffengräber ber St'ämpfer non 1848—50 unb oon 1864, weld)e hier ihr lieben fürs Sßaterlanb gelaffen haben! So rufen uns noch heutigen DageS auf (Schritt unb Iritt bie jaf)l= reichen 2Sahrjeid)en ben alten SSolferoerfehr ins ©ebächtniS, aber and) bie Stampfe, roeldje hier jwifchen Kultur nttb ^Barbarei, jwijdjen .*peibeit' tum unb Shriftentum unb oor allen Gingen jwifchen jwei feit 1000 3at)ren fid) feinblich gegenüber geftanbeneu SBruberftämmeu auSgefodjten worben finb. Die SBahrjeidjen mahnen uns an Grcigniffe, bie nid)t nur für nufer engerem SBaterlanb, jonbcrn für bie ©efchidc unb Gnt- wicfelung eines großen XeilS oon Guropa oon SBebeutung waren. (Beehrte SBerfammlung! — 3d) bin am Gnbc. 3d) habe 3f)iten fein Quellenftubium bieten fönneit, aber Anregung geben wollen. SJtögen ftuttbigere unb Jüd)tigcre ben Ginjelheiten weiter ltadjforjdjen, eS wirb ber SJtüfjc wert fein. SBir brauchen nidjt in bie $erne ju reifen, um hiftorifd; bebeutfamc Örter ja fiuben, wir haben in ber 9iä he genug. 2BaS oor unfern ffühctt liegt, ift ju lange iiberfel)en worben, möge bas Sßerfäumte nachgeholt werben 1 (Entgegnung auf ben JUtikcl bes Deren Dr. (£. ^pftein. SBon I)r. Ctto gnrfiarino in pün, ©ireftor ber SMotogtjdjcri Station. Das jiingft erfrfjicnene Doppelheft (7 unb 8) ber „Heimat" enthält einen Slufjaj) aus ber ffeber oott Dr. G. Slpftein in Stiel, weldjer über bie ju IfSIön errichtete JforjdjungSftation hanbelt. 3n jenem Sluffapc werben eine Slnjal)! oon ^Behauptungen anfgcftellt, bie jeber Scgrüitbung entbehren utib beren ^Berichtigung jomit notgebrungen erfolgen ntufi, wenn weitere Streife fid) uid)t eine faljdjc SBorftellung oon beut Wiffen» fd)aftlichen Snftitute, beffen SBegriiubcr unb Heiter id) bin, machen füllen. 3d) werbe bie einjelneu fünfte, h'nfichtlid) beren id) eine 5Hid)tig= ftellung für ununtgänglid) halte, ber tHeifje nad) burd)nel)men. I. 9iach ber ^Behauptung beS Dr. G. Slpftein ift ber SBcfud) ber ißlöner ©iologijdjeu Station im 3al)re 1892 ein „fautn nennenswerter" gewefen. Sind) bejeichnct Herr Dr. Slpftein bie oon oerfd)iebenen Leitungen gebradjte SJtotij, wonach im Sommer genannten 3al)rcä „oicr ftänbige ißraftifauten" in fßlön gewefen feien, als „nid)t rid)tig." Hierauf habe ich SoIgenbeS ju entgegnen: Digitized by Google 202 Dr. Otto 8err Dr. ©erling l)at fiirjlid) in ber fjallenfer 3eit> fdjrift „Statur" (oergl. Sir. 25, 2(5 unb 27 berfelben) ausführlich über feinen breiwod)igcn Aufenthalt in s J$lon berichtet unb barin aud) feinen Sauf für bie görberung auSgcfprodjen , welche ihm bei Ausführung feiner zahlreichen ©jfurfionen oon feiten ber ®iologifd)eit Station zuteil geworben ift. fterr Sl)um war gleidjfallS brei SSJochett l)' cr unb $etr cand. freier oier äBodjen. hierzu fommt aber ttod) fjterr Dr. ©. Ap ft eilt jelbft, bcr in ber $eit oom 8. SJtai bis 20. Stooember 1892 bie ^lüner Station 11 mal befndjt hat, um mit ben 3nftitutS = Fahrzeugen Ausflüge auf betn See Zn unternehmen unb fßlanftonfänge zu madjen. ©S gefdjah bieS an folgettben Sagen: 8. SJtai, 26. SJtai, 6. 3uni, 3. 3uti, 24. 3u(i, 31.3uli, 14. Anguß, 11. September, 25. September unb 20. Stooember. 3n biefem 3ah re (1893) h at .jjerr Dr. Apftcitt feine fJJlöner Stubien fort* gejeßt unb ift am 15. Januar, 19. ÜJtärz, 9. April, 30. April, 4. 3uni unb 2. 3uli in s 45Iöu gewefen. (Sr hui an jebent biefer Sage bie Sta= tionSboote für feilte ßwede in Anfprud) genommen. SJon allebem erfährt man freilid) aus bem in Siebe fteheuben Artifel ber „Heimat" nichts; ,$err Dr. Apftein oerfdjwcigt forgfältig, baß er felbft bis «or furzem ber oierte regelmäßige Söefndjcr ber $Iöner Station war. 3d) muß ßu'fuad) .jperrtt Dr. ApftcinS Steferat über ben Scfud) beS hief'Ueu 3nftitutS als eine w iffentlidje ©ntftellung beS wahren SadjoerhaltS bezeichnen. Senn tperr Dr. 6. Apftein hut oon ber Anwcfcnhcit aller jener Herren Kenntnis gehabt, unb cS ift iljm and) nicht unbefannt geblieben, baß .sperr Dr. Sßilli Ule, ’tjkioatbocent ber ©rbfunbe an ber Unioerfität ,'pnlle, in regelmäßigen .gwifchenräunicn beit ^löner See befudjt hat, um hier I)t)brograpl)ifd)en Stubien obzuliegen, ZU betten bie Anregung gleidjfallS oon ber Siologifdjeu Station auS* gegangen ift. £>crr Dr. Ule beftätigt baS in einer Abhattblung über bie Siefenoerhältniffe bcr oftholfteinifdjen Seen*) ganz unzweibeutig unb dar, inbem er fagt: „Ser Anlage biefer Station oerbanft aud) bie nadjfolgenbe Arbeit ihre ®ntftcl)ung." Außer jetten 4—5 regelmäßigen Söefudjerit hüben ttod) über *) Sergl. gafjrtmd) ber Söntgl. ifjreitfj. geolog. i'anbeSonfmU für 1890. Digitized by Google Entgegnung auf ben ftrtifel be* :pcrrn Dr. G. Mpfieiti. 203 Ijunbert burdjreifeitbe ©elefjrte (SBotanifer, 3oologen, Ärjte unb Sichrer) baS Ißlöner 3nftitut befndjt, um bie Einrichtungen beweiben fennen $u lernen. Am 25. Aitguft o. 3. hatte id) and) bie ®t)re, ben £>erni Ober* präfibenten unferer Sßrooinj, ©e. Ejcellenj iperru o. ©teinmann, in ben fRäumlidjfciten ber biologifdjen «Station ju begrüben. Ob nun eine berartige fjrequenj ber Ißlöner Anftalt (im ersten 3al)re if)reS SeftefjenS !) als eine „faunt nennenswerte" ju bezeichnen ift, glaube id) getroft bem Urteile ber geehrten fiefer übertaffen ju fönnen. 3 ft eS bod) allgemein befonnt, bafj felbft bie große Neapeler Station in ben erften 3al)rcn nad) ifjrer ©rimbung einen l)arteit fiampf umS ®afein ju hefteten hatte. ®ie grequenjfrage wäre alfo beffer unberührt ge> blieben, zumal eS fid) bei ber ©üßwafferburchforfchung um ein ©ebiet fjanbelt, welches erft in nenefter 3eit griittblid) in Singriff genommen worben ift nnb junächft überhaupt itod) oon einer fleinen Anzahl oon 3oologeu unb Sotanifern gepflegt wirb. II. 3m weiteren Verfolge feiner Abfidjt, baS Ißlönev 3«ftitut unb meine perfönlicfje Ifjätigfeit an bemfelben thunlid)ft ju bemängeln, erzählt jperr Dr. ß. Apftein ben £efern ber „.jjeiinat," baff „Griebel" (es ift £>err ©tabtrat ©. Griebel, ber oerbienftooße $ircftor beS 3Jtärtifdjen IßroöinzialmufeumS $u SBerlin, gemeint) „bei einem furzen gelegentlid)ctt Aufenthalt in HJlön bebeutenb mehr Arten ooii SWolluSfen im ©roßen IJJlöner ©ee auffanb, als Dr. 3adjariaS im Siaufe eines ganzen 3ahrcS." $aß auch bie je ätefjauptung in ber leichtfertigftcn Seife oon Dr. Apftein in bie Seit hiaauSgcfdjleubert worben ift, geigt bie einfache Darlegung beS wahren ©achoerljalts. Auf eine oon mir am 19. 3«li b. 3- bireft an .jperrn ©tabtrat ®. griebel gerichtete Anfrage teilt mir berfclbc unterm 24. 3uli er. gütigft mit, baß fein h an M4jriftticher ©ammlungSfatalog 16 Arten aufweife, welche er jeinerjeit bei ©elegen» l)eit oon IReifeauSflügen im ©roßen Ißlöncr ©ee gefuitben habe. ©S finb bie folgenben: 1) Dreissensia polyraorpha. 8) Limnaea auricularia. 2) Anodonta ponderosa. 9) „ stagnalis. 3) Unio tumidus. 10) „ vulgaris. 4) „ crassus. 11) Planorbis carinatus. 5) „ pictorum. 12) Vivipara vera. 13) Bythinia tentaculata. 6) Limnaea l'ragilis. 14) Neritina fluviatilis. 7) „ ovata. 15) Valvata piacinalis. ^ierju fomrnt noch eoentueß als 16. ©pecieS Limnaea truncatula, Digilized by Google 204 Dr. Otto 3<*4l<*ria$. bie aber |>err 6 . griebel nicht au« bem ©rofjen ^löncr ©ee felbft, jonbern „au® einem ©raben jum ißlüner ©ec fiihrenb" erhielt. Sie non mir 1892 aus bem ©roßen flotter ©ee gewonnenen ÜJtoHu®fen‘©pecie® finb (laut Eingabe meine® ^Jahresbericht®) bie ttad)» ftehenb oerjeichneten : 1) Dreissensia polymorpha. 8) Limnaea ovata. 2) Anodonta variabilis. 9) „ palustris. 3) „ tumida. 10) Planorbis corneus. 4) Pisidium nitidum. 11) „ carinatus. 5) Sphaerium comeum. 12) Vivipara vera. 13) Bythinia tentaculata. 6) Limnaea stagnalis. 14) Neritina fluviatilis. 7) „ aurieularia. 15) Velletia palustris. §err ©tabtrat $ricbcl l)at alfo, wie au® ber ©cgcnüberftellung biejer beiben Sifteit erfirfjtlirf) wirb, jufälligerweijc genau bie gleite Snsa^I oou Wirten im ©roßen flotter See aufgefuttben wie ich unb feine®weg® „bebeutenb mefjr," wie ,'perr Dr. Slpftein ben Sejern ber „Heimat" ju berichten bie grennblicf)feit gefjabt hat. Slber felbft wenn ber Bon mir t)od)gejcf)ä^te berliner SDialafojooIog bantal® wirflid) eine „bebeutenb größere ?lnjahl" Bon SBcidjtieren im hiefigett großen ©ee gefammelt hatte, jo tonnte man mir ba® fdjwerlid) jur Saft legen, ba iujwijdjeit bie Uferoerhältnijfe biefe® SSafferbeden® (b. 1). bie SBoljnftätten ber 9JioUu®fen) eine oollftäitbige Umwälzung erfahren haben. Senn im 3aßre 1881 ift unfer großer ©ee um Bolle oierffrttß tiefer gelegt worben, fobaß ba® Sittoral beäfelben gegenwärtig ein ganj anbere® ©efidft geigt , al® bamal® (in ben fcdjgiger Saßrcn), wo ber SSajferjpicgcl faft bi® jiitti planum ber Gutiitcr (Iljauffee heran* reid)te. 3eber ßoolog weif), baß ein joldjer ©ingriff in bie Seben®* bebingungen einer Siergruppe gewiffe Slrteu berfelbcn jum 31u®ftcrben bringen fattn, wogegen anbere ©pecie® oollig unberührt unb in ifjrem ©ebeißen unbeeinträchtigt bleiben. III. ,'perr Dr. Slpftein erßebt in feinem SIrtifcl ben SS or Wurf gegen mich, „bie ©rgebttiffe ber SßIantton-©j:pcbition beultet ju hoben, ohne biefe Ouelle 511 nennen." Sa® ift eine Slnfdjulbigung Bon genau bem* felbcn Söcrte wie bie oorhergehenbett. 3d) befd)äftige mid) feit 1884 fortbauerub mit ber Unterfudjung oou ©üßtoafjerfeen, unb id) habe faft in allen Seilen SRorb* unb SDiittel» bcutjd)[aub® berartige iyorfdjungcu au®gejnßrt. Sie Äoftcit biejer Unter- nehmungen finb oott beit namhafteften gelehrten Äörperf chaften beftritten worben unb bie erhielten ©rgebitiffe finb burd) bie erften gad^eitjdjriften Digitized by Google Entgegnung auf ben Ttrtifet beS §errn Dr. E. Äpftein. 205 (3eitfd)rift für Wiffenfdjaftlid)e 3 oo(o 3> e * Siologifcfjeö ©entralblatt imb 3oologifcf)er Slnjeiger) allgemein befannt geworben. 3m fterbft 1891 würbe bie Siologifdje Station ju ^ßlön eröffnet, ©eitbem burdjmufterc icfj Sag für Sag bie gufammenjebung öon Ober- flächen* unb Siefenfängen, regiftriere bie neu jutn Sorfcfjein fommenben Slrten, füfjre Sud) über bie fßeriobicität ber augenfälligeren Ster* unb fßflanjenformen u. bergl., fobaß id) allgemacf) ju einer ähnlich auö* gebreiteten ©rfaßrung in biefett Singen fonttnen muß, wie fie manche Seute für fid) allein in Änfprucß nehmen. Unter bett ejefefjilberten Umftänben fattn eö aber aud) leicht paffieren, baß man oößig unabhängig oon anbern ^orfefjer« , bie auf bemjelben ©ebiete tßätig finb, ju ©efidjtgpunften gelangt, um bie fid) in ber 2iolge leicht ißrioritätöftreitigfeiteu entfpinncit. Sluf etwas SerartigeS muß man immer gefaßt fein. So l)abe id) in meinem gorfcf)ung3berid)te (für 1892) bie OrganifationseigentiimlidjEeiten einer Slngaßl limnetifdjer Siere mit ber 3lnnat)mc ju erflären oerfud)t, baß bie SluSbilbung ber* felben (b. 1). jener ©igentümlidjfeiten) unter bem Sinfluffe ber natür* ließen 3üd)tung unb ju bem Seßufc ftattfanb, ein anbauernbeS ©i^weben ber betreffenben SSefcn im SBaffer ju begünftigen. Siefer ©efießtspunft eröffnete fid) mir beim ©tubinm oon Dr. Otto ©djnteilö auSge^eicß* neter ÜJlonograpßie über bie frcilebcnbeu ©iißmafjercopcpoben (1892). 3tt biejem Söerle (©. 4t» tt. 47) jeigt ©d)tneil, baß Cyclops acutifer lebiglid) ein an baö Iinmetijd)e Sieben (b. 1). an bie beftänbig feßwim* menbe ©jiftenjweife) angepaßter Cyclops strenuus ift, unb baß biefer fid) oon jenem bloß bureß jcßlaufcren .‘pabituä, größere garblofigteit unb flcinere ©iballen unterfdjeibet. Sie nämlicße Seobadjtung l)infid)tlid) ber rebujierten Siballett mad)t matt aud) bei bem tiotorifcß limnetifcßen Cyclops oithonoides, bent jat)lreid)ften (Sopepobeu bes S©ner ©eeö. Schmeil fiitjrt nun biefe OrganifationS-Serbältniffe, weld)e bas ©djwebcn im freien Sffiaffer fel)r ju förbern geeignet finb, auf „bie ocr* bältniömäßig farg öorßanbenen 9ial)rungSftoffe" juriief, weld)e — nad) feiner 91nfid)t — bie bellen ®afferfd)id)ten großer ©een int ©egenfaß ju flachen Süntpeln enthalten füllen. Söeun id) nun aud) auf ©ruttb meiner SBahrnehmuttgen am ©roßen fßföner See bie „9M)rungäarmut" nicht alö Urfad)c jener Slbäubcrnngctt gelten taffen tonnte, fo eignete id) mir hoch ben ©d)meilfd)en @efid)töpuuft au, baß manche (Sopepobett* formen tbatfäd)lid) in foldjcr 9tid)tung oariieren, baß baS ©nbergebniS baoon bie gäßigfeit S u befferent Schweben im SBaffer ift. Siefen @e* fidjtspuuft oerallgemeinerte id) unb übertrug i!)it auf anbere limnetifd)e il ruft er (Hyalodaphnien, Bosminiden), fowie auf bie plaiiftonifchen Digitized by Google 206 Dr. Otto 3aä)aricig. 9?äbertierc unb Protozoen. 9118 bann ein 3al)t fpäter (1893) §erm Dr. g. ©djüttS Slbhanblung über baä „Bflanzenlcbeit ber §od)fee" erfdjien, bin id) burd) beffen ©rörterungen in meiner 9lnfid)t tiorfj wefentlid) beftärft worben , unb id) fjabe auch oiclfache Belehrung aus (einer trefflichen Slrbeit empfangen. 2MeS hätte ich, wie ich jugeben muh, in meinem ©tationSberidjt ermähnen (önnett. Ottbeffen habe ich baS Berfäumte fehr halb nachgeholt (2Rai 1893), infofern id) in 5Rr. 2 ber naturwiffenfchaftlichen 3eitfd)rift „$elio8" (^ranffurt a. 0.) an> lählid) einer Befpredjung ber ©dfrift oon ©d)iitt wörtlich fagte : „®iefe Wunberbaren Berljältniffe an ben in Siebe ftef)enben milroffopifd)en Bflanzenwefen juerft eittgehenb gewiirbigt ju hoben, ift ein Berbienft beS Vieler BotaniletS Dr. grauz ©d)iitt." Soweit mein 3ahreibcrid)t babei in f^rage fommt, muh id) mich alfo einer UnterlaffungSfünbe fdjulbig befennen; gleichzeitig oerwahre id) mid) aber entfchieben bagcgeit, als ob ich erft auf bie „Grgebniffe ber $ßIanfton*®jpebition" hätte warten miiffen, um barauS ben oben betaillierten ©efichtSpunft für bie Srflärung ber 9lnpaffungSerfd)einungen bei limnetifchen lieren ju entnehmen, liefen gewann ich oielmchr beim ©tubiurn ber Gopepobenmonographie beS Dr. Ctto ©chmeil. IV. ferner behauptet .föerr Dr. Slpftein : „2>ie biäljer im ©rohen Blöner ©ee gefuitbenen 226 Tierarten hat 3 a d)ariaS mit |nilfe einer grof)en SUnjahl oon ©pejialforfcfjern beftimmt." 3>ie ftiliftifche Raffung biefer Behauptung ift fo gewählt, bah ber Befer ganz im 3weifel barüber bleibt, ob ich fämtlidje 226 Wirten „mit .'pülfe" oon ©pezialforfchern beftimmt habe, ober nur einen gewiffen £eil ber= felben. §err Slpftein nötigt mid) infolge beffen, and) über biefen fßunft baS SBort zu nehmen, unb ba oerhält eS fief) in SBafjrheit wie folgt: fierr ©. Gleffin (0d)fenfurt), ber befannte Gondjpliolog, hat bie SJtolluSfen beftimmt (15 ©pegieS) ; §err g. Äönife (Bremen) bie 9Baffcr= milben (7); §err Dr. 0. ©dpneil (ftalle a. ©) bie Gopepoben (12) unb f>err 5ßrofeffor SB. Billjcborg (Upfala) bie BoSminen (4). hierzu fommt nod) bie Beftimmung eines feltenen (unter SBaffer lebenben) StiiffelfäferS, bie §err Dr. Äraajj (Berlin) auSgefüljrt hat, unb bie geftftellnug eines fleinen ^abenwurmeS (Chromndora ratzeburgensis) burd) .fperrn Dr. oon Siuftow (©üttingen), ben urfprünglidjcn ©ntbeder biefeS interefjanten fßematoben. 3m ganzen habe ich alfo zur Beftimmung oon nur 40 ©pezieS ben Beiftanb oon ©pezialiften in Slnfprud) genommen, wä()reitb 186 Slrteit oon mir felbft ibentifigiert worben finb. $nrd) SlpfteinS SRcferat fann hingegen bie ÜReinung hetuargerufeu werben, als ob ich an ber Be* « Digitized by Google {Entgegnung auf ben Slrtifet beä .\icrrn Dr. (E. Stpftein. 207 ftitnmung jener 226 Slrteit überhaupt feinen perfönlidjen Anteil ßätte. llttb bainit erreichte .'perr Dr. Slpftein bas SRefultat, baß fid) joßtreicße Sefcr bcr „.pcimat" eine gaitj unjutreffeube Vorstellung Bon ber ßicfigen Stuftalt unb ißrer Xßätigfeit macßen mufjten; btes um jo eßer, als woßl uicfjt jcbem bic Xßatjadje befannt ift, baß bei allen größeren gorfcßungS= Unternehmungen Spejialifteu jur möglicßft fidjcren Seftimmung beS gc> jammelteu äRaterialS ßerangejogen werben. das ift mit Bollern Vecftt aud) Bon feiten beS Leiters ber Mieter fßlanftone;rpebition gefcfjefjcu, unb jwar jäßlen f)icr bie jur üöiitarbeit angetoorbenen ©pe^ialforfcßer ju dußenben (fobaß fie einen förmlidjen ©eneralftab bilben), oßne baß |>crr 2tpftcin beSßalb fid) bewogen fiißlte, bie Verbienfte beS ©eßeimratS tpenjen um bie 'HieereSbiologie ßerabjufeßen. den üeferu ber „fjeimat" ßat .fperr Dr. Stpftein aud) bie Xßatfacße Borentßalten ju müffen geglaubt, baß unter jenen 226 Bon mir feft> geftcllten Slrten audj 12 oöllig neue befinblid) finb. diefelbett oerteilen fidj auf 11 ©attungen, unb 5 Bon leßteren finb ebenfalls neu. Sille biefe Slrteit finb im Saufe beS oorigen SaßreS (1892) bou mir entbedt, beftimmt unb betrieben toorben. da fterr Dr. Stpftein biefe dßatfacßen, bie bod) ju einem Silbe bou ber SaßreStßätigfeit ber fjicfigen Siologiftßen Station geljören, oerfdjioeigt, fo fanu man feine Seridjterftattung un= möglidj als eine wahrheitsgemäße unb unparteiifdje bejeicßtien. Sie ift oielnteßr im ßöcßftcn ©rabc mangelhaft unb willfürlidj. V. Strn Scßluffe feines SlrtifelS fommt |)err Dr. £. Stpftein aud) nod) auf einen bou mir ausgegangenen Sorfdjlag ju fprcdjen, welcßer barauf ßinauSgeßt, bie mit Srut ju befeßenben ^ifdjteic^e uorßer auf ißren ©efjalt an SRaßrungStiercßen mittels beS Sßlanfton©teßeS ju prüfen. 3d) habe biefen Sorfdjlag eingetjenb in einem populären Sluffaße moti> oiert, ben id) im Jahresberichte beS Sentralfifdjerei-SBereiuS für Sd)leSwig> £>oIftcin (1892/93) Beröffentlidjt ßabe. Er führt ben Xitel : „die mifroffopifdje Organismenwelt beS SiißmafferS in ihrer Sejießung jur Ernährung ber $ifcße." £>err Stpftein fudjt biefen Sorjdjlag lädjerlid) ju madjen, inbem er baS, tuaS ich wirtlid) gefagt ßabe, oerbreßt. Er bemüht fidj, ben Scfern ber „Heimat" glauben ju madjen, als ßättc idj „einfachen gifdjcrleuten" jugemutet, eine iuiffen= fdjaftlicße Sianftonunterfudjung mit bent ®aje=9teß unb nacßfolgenber mifroffopifeßer Unterfudjung uorjuneßmen. diejenigen, tneldje meinen Stuffaß in Original gelefeit ßaben, werben fidj bagegen erinnern, baß id) nidjt uoit „einfadjeu gifdjern," jonbern bou „gifcßerei=3nterefienten" gefproeßen ßabe, unter betten es befanntlicß feßr tiidjtige unb unterrichtete Sente giebt, bie fieß bie gortjdjritte ber SBifjenfdjaft ju nuße madßen. Digitized by Google 208 Dr. Otto ßadjariaS. ®a eS bet ber 33onitierung ber ©een (rate ich bctg SSerfafjreu furj bezeichnet tjabe) hauptfädjtid) mir auf bie im ©affer oorf)anbeuen Krebs» tiere (®aphniben, SSoSminen unb ßopepoben) anfommt, fo ift eine „genaue mifrojfopifd)e Unterfudjung" beS ^attgergebitiffeö bei ber Sondierung garniert nötig, ba man biefe ®ierd)en fefjou mit unbemaffnetem §luge ober bod^ jebenfaflS mit ber £upe beutlidjft zu erfennen oermag. SlpfteinS Sinwenbungen fiub alfo micberttm blofje Üftäfeleien, fotoeit babei niefjt offenbare ©ntftellungen mit unterlaufen. Slnftatt jeber ttjco-- retifdjen Rechtfertigung meines SonitierungSoorfd)lagS oertoeife id) auf Ro. 16 ber „Slllgcmeinen fjifdjereizeitung" (oom 27. 3uli 1893), worin ein Xeicfpoirt auS ber Rahe oon RettbSburg auf bie praftifche SBraudj» barfeit unb ©idjtigfeit meines ißrüfungSoerfahrenS fjintoeift, *) unb jtoar auf ©runb eigener ißrajiS. ®iefer unparteiifdjcn ©timmc werben fidjerlid) noch satjlreidje anbere in Sälbe nachfolgett. - hiermit fdjliefte id) meine Slbrcdjnung mit |>errn Dr. Slpftcin, faittt aber nicht umhin, and) noch ein ©ort über bie Kampfes weife beSfelben ju fagen. .fxrr Dr. Mpftcin hat nämlich ©eparatabjüge feines ?lrtife(S in grofjer ?(njahl and; außerhalb beS iieferfreifeS ber „tpeimat" verbreitet, namentlich an goologijdjen UnioerfitätSinftitnten unb innerhalb ber ©tobt ißlön. Ratür-- lid) gefdjah baS, wie jebermann zugeben wirb, nidjt in ber §lbfid)t, um wiffenfcfjaftlidje Sntereffen ju förbern. SnSbejottbere gilt baS oon ben nadj fßlütt birigierten ©enbungen, bie offenbar nur baju beftimmt waren, Riififtimmung itt ber ©iirgerfdjaft ju erregen. Severe ift närnlid) am ©ebenen ber hit’figen Siologifdjett ©tation infofern fpejiell intereffiert, als baS geräumige SnftitutSgebäube auSfdjliepIid) mit ftäbtifchen Rütteln erbaut worben ift. ®iefc ßpfcrwilligfcit wollte Dr. Slpftein ber Ijicftgcn öcoölfcrung waf)rjd)einlid) recht lebhaft wieber in ©riunerung bringen, ©ine anbere SlnSIegung für feine Krcuzbanbfenbungen an ben Bürger» meifter unb anbere 'ißerfönlidjfeiten in ißlön giebt eS nicht. Rodj oor furgem hätte id) es für unmöglich gehalten, bafj id) eines ®agcS genötigt fein würbe, $crrit Stpftein wegen breift in bie ©eit hinauSgefdjriebetter Unrichtigfeiten oor ber ßffentlidjfeit jn berichtigen. @S hat mich and) Übcrminbung gefoftet, baS ju tl)un, weil bie nod) frifdje Sriunemng an bie gemeinfam im miffenfd)aftlid)en ©cbanfenanS' taufd) oerbrad)tcn ©tunbeu fclbft burd) ?lpfteinS feinblidjen Slrtifel nod) nid)t oollftänbig oerwifdjt werben tonnte. 3d) meinte aber im Sntereffe meines SnftitutS, tucldjcS fid) befanntlid) ber Untcrftii^ung ber *) Ser 9tuffa() betitelt fidj : „Sin Beitrag jur Sroge nach ber S3ebeiitung tooit ’ßtanftommterfudjungen für bie 3ifd)suct>t." Digitized by Google Entgegnung auf ben Strtifri btS Jperrn Dr. C. Stpftein. 209 König!. ©reuhifdjen StaatSregierung . erfreut, jenen .fjerrn nicfjt [ofjne SEBibcrlegitng laffen ju biirfen, nnb jo erflärt fidj bieje auSfüljrlidje ßrwiberung. ©Ion, SDiitte ?luguft 1893. Dr. Otto 3ad)airia8. Söiologijcfje Station. §ic JUfgabcn ber $Hologifthcn Station ju |3lön. 3m ?lnjd)luh an oorftcljenbe Entgegnung fjalte id) eS für angebracht, bie näd)ft intereffierten Streife mit ben Rieten befannt ju madjett, tocldje oon feiten ber tjiefigcn Slnftalt in erfter Sinie oerfolgt merben. Sie Söc^eidjnung ber Station als eine „biologifdjc" ift etwas uietbeutig. 91ber fie würbe feinerjeit bcSljalb gewählt, um bamit auSjubrütfen, baf? n idj t au 3 fd)(iefrlid) ßoologen, fottbcrn and) fflotanifer als ©iitarbeiter bei ber Surd)forfd)ung beS ©rohen ©löner See’s willtommen feien. Snbeffen fa^t jeber Einzelne, je nad) feinem Stubiengange, ben ©egriff ber ©iologic etwas weiter ober enger, nnb barum erfdjcint cS geboten, baS ©rogramm, welches bei beti Ijiefigen Arbeiten innegeffalten wirb, fpejieller barjulegeit. Sie ©iologijd)e Station ju ©tön bcjwerft folgcnbeS: 1. Sie möglicfjft oollftänbige Jeftftellung ber im biefigeu ©rohen See oortommenbcit Iier= uub ©flan^enfpejieS ober baS, was id) Digitized by Google 210 Dr. Otto 8<>d}aria3. an anberer ©teile „bie ?lufnol)me beS fauniftifcßen uttb flonftifcf)cn SnoentarS" genannt habe. Siefe gorfd)tingen füllen mit bcr 3 e *t auf ganz Oftholftein auSgebeljnt tuerben. Huf biefe Söeife (unb namentlich, wenn bie tjlefigeu Pefttnbe mit benen auS anberen Seen oerglidjeit werben!) wirb fid) bie noch fdjwebenbe grage entfefjeiben taffen, ob es für bie Protozoen (Urtiere) unb Proto» pl)t)ten (Urpflanjen) beS ©üßtoafferS äljttlidje ©reitjen ber 93er» breitung giebt, wie fie notorifd) für bie höheren tierifdjeu unb pflanzlichen SSefen oorhattben fitib. Sefanutlid) nehmen mehrere namhafte gorjdjer gegenwärtig an, baf? bie nieberften liere unb Pflanzen foSmopolitifcf) feien unb baff ihre Perbreitung mehr ober weniger oom gnfall (b. h- uott SSinb« unb SSafferftrömungen, fowic oon allerlei anberen SranSportgelegenl)eiten) abhänge. Ob fidj bieä wirtlich f° »erhält, ift aber noch nicht »ollftänbig ent» fd)ieben. Sie oergleidjenb » biologifdje Surdjforfdjung ber ©een wirb babei fünftig ein SSort mitjufprechen haben. 2. Sie ®rforfd)ung ber f p e j i eilen ©giften jbebingungen ber im 2Baffer lebenben Siere nnb Pflanzen: alfo beren Defologie, mit befonberer Pcriidfichtigung ber Organismen, welche bas pianfton jufammeitfegen. 3. Peobadjtungen über bie periobizität bes Xier« unb Pflanzenlebens im ®r. pioner ©ee, b. £)• fortgefegte Peobad)tung beS HuftretenS unb SBieberoerfdjwinbenS ber Hrten im SahteSlaufe. Vorläufig erftreden fich biefe ©tubien nur auf eine beftimmte Hnzatjl größerer gormen, weil fiel) biefe leid)ter oerfolgen laffett. hierbei foll hauptfädjlich auch her ßinflnfj äußererer Pcbingungen auf bie gortpflanjung in grage gezogen werben, ©rmittelungen hierüber haben bis jeßt nur in fefjr geringer Hnjahl oorgelegeit. 4. ©pejialftubien über bie oerfdjiebetien Pertreter ber lafuftrifrfjen gauna nnb glora fowohl in t)iftologifd;er (mifroffopifd) » anato» mifdjer), als and) in entwirfeluugggefcfjidjtlidjer .fpinfidjt. hierfür enthält ber @r. planer ©ce ein fct)r reidjeS ÜRaterial. 5. ©djliejjlid) ©tubien über bie ^Beziehungen ber ltieberen Sier- unb Pflanzenwelt zur gifdjfauna, inSbefonberc z«r ©rnährung ber lefcteren. Siefe gorjdjungen haben einen bireften '-Bezug auf baS gifdjereiwefen unb fittb bazu beftimmt, mit ber 3eit ftreng lu i f } c u f d) a f 1 1 i cf) e ©efidjtSpunfte für beit möglidjft praftifchen unb lufratioen '-Betrieb bcs gifdjcreigcwerbeS (bezw. ber gifd)zud)t) Zu liefern. ©elbftrebenb iiberfteigt bie Surdjfüljruttg eines fo umfaffenben Pro« Digitized by Google Tic Aufgaben bet Sio(ogi|cfjcn Station ju Ißlön. 211 gramm« bie Straft eine« einzelnen gorfdjer«, mtb fomit ift ber Seiler ber Ijiefigett ^Biologifchen Station auf bie Dlitarbeitcrfcfjaft berjettigeu Herren angeioiefcn , weldje p ecfen Ijiertjertommen ttub bie ^linier Slnftalt befugen. 3Uie jeber Sadjfunbige pgeben wirb, ift ein ißkffcrbetfen, weldje« eine Oberfläche oon 30,280 Cuabratfilometern (unb liefe bi« $u 60 Slfctem) befifet, auf unabfetjbare 3 e * t hinan« bap tjinreidienb, bie Ijier^erfommeuben ijkattifanren mit Stubienmaterial p oerfetjen. diejenigen .'perren, welche miiljrenb be« oorigen unb beurigett Sommer« f)> cr gearbeitet buben, werben ba« au« ihrer perfönlidjen ©r= fabruug beftätigen föunen. Snswifcben ift aud) an bem algenreidjcn SJfüggelfee in ber 9täf)e oon ^Berlin eine SBioIogifdje Siifjwaffcrftation begrünbet worben, bereit Seitnng fjSerr t^rof- Dr. 3. $ren j e l übernehmen wirb, tpicr fotl haupO fachlich bie ocrgteidjntb > phhfiologifche 9tid)tung pr Weitung fommen, fobafj bie fßlöner Slnftalt unb bie p griebrid)«hagen in« Seben tretenbe nicht al« Stonturrenpnteruel)mungcn, fonbern oielttiebr al« Sd)mefter= inftitute p betrachten fittb, welche im gegenfeitigen 2lu«taujdj ihrer @r= fabrungen bie Söjuitg oon Slufgaben anftreben, bie bisher enttoeber im .fpintergrunbe ber gorfdjung geftanben haben ober überhaupt oödig oer= uadjläffigt worben finb. Jttitixihmgen über lanbeslutnblidie fattcr-atur. da« ältefte Stieler tHentebutf) (1300—1487). 3m Aufträge ber ©efcllidjaft für Stieler Stabtgefdjidjte bearbeitet unb herau«gegeben oott Dr. phil. ßhr- JHeuter, Stiel. £>. ©darbt. CXII unb 423 Seiten. 8°. 9Mit biefer ^nblifation ift wieberum ein wertoofler Seftanbteil be« Urfunbenjdjahe« ber Stabt Stiel ber SBcnupung zugänglich gemadft, naefp bem 1875 ba« ältefte Stieler Stabtbud) oon 1264 — 1289 im Aufträge ber ©efellfdjaft für bie ©cfdjidjte ber .'perjogtümer Sd)Ie«wig=.fpolftein unb Sanenburg 001t ^rofeffor .ftaffe neu hrran«gegcben ift unb 1883 bie Sübeder Briefe be« Stieler Stabtardjio« oon 1422—1534, bearbeitet 001t Dr. Sßefcel, al« ^eftgabe für bie 13. ©eneraloerfammluug be« ffanfifdjen ©efdjid)t«ocrcin« crfdjienen finb. Sie uuterfdjeibet fich oon ben plefct genannten "JSublifationen nidjt nur burd) ihren beträchtlich größeren Umfang, fonbern aud) baburd), baff ber ,perau«geber berfelben eine au«fii()rlid)c Sinlcituug ooraitgefchidt hat. dicfclbc bringt in 4 Sta= pitein alle« pnt Stcrftänbni« be« tRcntebndje« ©rforberlidic bei, iubent fie pnädjft oon bcni Sentebud) felbft hanbelt, oon ben Stabtbüdjern im Digitized by Google 212 SHittcilungen über lanbcätunblidje Sitteratur. allgemeinen, ben Kielern inSbefonbere, oon ber SBef^affen^eit ber ,f>anb= fegrift beS öorlicgenben Wege, auf welchen ber 3 u ä u fl nach Jtid erfolgte, unter Hinweis auf bie Starte „bie oon bem fiiblid)ften fünfte biefeS Streifes abwärts burd) baS 2hal ber Stör gebilbete Serbinbung jwifdjcn «Reumünfter unb bem Sanbe Sfebingcn" bcjeidjnct, fo liegt, wie ein Slid auf bie Starte zeigt, HohenaSpc oielmeßr in biefer tRidjtung als ©roßenaSpe (ogl. £onete (Sooft) unb Sdjcncfelb). TDod) eine eubgiiltigc ©mjdjeibuug läßt fid) fdjwerlid) treffen. Sei Subebovp ift bie 2öal)l gelaffen jwifdjen bem ehemaligen Sunenborp bei Sütjenburg unb Sujenborf bei Eutin, wäljrenb auf ber Starte leßtereS ganz unberürffidjtigJ geblieben ift unb nt. mit 5Red)t. ®enn baß bie beft beglaubigte SRamenSform für baS nerfdjwunbene ®orf bei Sütjenburg Sunenborp ift, fann nicht alljufeßr ittS ©etoidjt fallen. Sunenborp wirb juerft 1197 erwähnt, im Anfang beS 3aßreS 1271 erwarb eS bie Stabt Sütjenburg gegen eine jährlid)e Abgabe non 18 JU oon bem $omfopitel in Siiberf. tütit biefem Stauf hot eS and) woßl aufgehört zu efiftieren, ba fein ©ebiet zur ©Weiterung ber Sütjcnburgcr getbmarf, welche bis bafjiu feßr befd)ränft war, bienen füllte, unb barum ift eS feljr wal)rfd)cinlich, baß ber eine ober ber anbere feiner Sewohncr, wenn er eS nicht uorzog, in ber genannten Stabt fid) nieberzulaffen, in ber aufblüßenben ©olftenftabt fein ©liicf fudjte. $ie Sage beS Ortes ift übrigens auf ber Starte ungenau angegeben, norböftlich non ber Stabt hatte er feinen «fRaß, and) weift uns bie an einem Xcil beS StabtfelbeS nod) haftenbe Scnennung Sonenbicf (aud) Sobenbief) nad) 'Jiorbwefteit in bie fRäße ber nach Router füßrenben Sanbftraße. Digitized by Google aJhtteiluitgen übet lartbeSIunMidje fiitterotur. 215 Schließlich itodj einige Semerfungen ju bem 2Bort= unb Sadfregifter. ßienilic^ ratlos fleht ber Herausgeber ben alleces putridi (441) gegen = über, rneldje nad) bem SBortlaut nichts anbereS fein tonnen als üerfaulte Häringe. Sa inbeffen bie 10 Raffer, rueldje bett Seeräubern abgenommen ttmren, beim ffierfauf eine Sinnaf)me ooit 3 # 12 fi erhielten, jo müfjen nad) Dr. SReuterS SReinung bie alleces putridi bejonberS bereitete Häringe gewejen fein, meil jonft ein joldjer IßreiS unocrftänblicf) märe. Sem ift jebod) ju entgegnen, baf;, menn l)ier oon einer befonberert Zubereitung bie Siebe fein follte, bafür gerniß and] ber entfprcdjenbe SluSbrud gebraucht morben märe, benn bie mittelalterliche Sprache, auch bie mittelnieber* beutfdjc ift burdjaus nicht arm an ÄunftauSbrüden, roie jdjott ein ®lid in baS ©loffar ju SBehrmannS Sammlung ber älteften Uübetfer 3 un ft* rollen lehrt. 9Jt. @. löft fid) bie Schmierigfeit, rneldje offenbar oorliegt, am einfadjften, menn mir nicht faule, fonbern Sollhäringe, b. h- folcfje mit Sogen ober üJlildj oerftchen. SaS fann nun freilich alleces putridi niemals bebcuten; aber meiner Slnfidjt nad) finb fie auch nur burd) ein SBerfeßen beS meifen SatSjdjreibcrS in ben Sejt gefommeu, um nad) fo oielen Saljrhunberten uuS Kopfzerbrechen ju machen, gaul unb öoll lauten nämlich im 'Dfittelnieberbcutfdjen ganz übereiuftimmenb, nur in ber Quantität beS SofalS abmeichenb vul. SBcitn nun ber Schreiber eines ehrbaren SRatS, mie ber Herausgeber mal)rjcheinlid) gemad)t l)at, fid), beoor er ben gall in baS Stabtbud) eintrug, oorläufige fRotijen machte, fo tonnte baS vul harink (SBollfjäringe) bei ber Übertragung ins £ateinifd)e bei einiger glüd)tigfeit leidjt p einem aloc putridus (vül ha- rink) merbett. greilid) ift bei biefer Sinnahme ber ißreiS ein feljr geringer, benn oon Sudimalb hat (.geitfefjr. XII S. 91) beredetet, baß ber 93oU= häring, im Unterfd)ieb oon bem miubcrmertigen Hohlhäring, um 1450 etma mit 4 $ 8 — 12 ß bie Sonne befahlt mürbe. Slbcr einmal giebt er felbft jit, baß ber gefallene Häring, beffen öebeutung für bie bamalige Zeit fdjon barauS erhellt, baß Siibetf bem HäringShanbcl jurn großen Seil feinen 5Reid)tum oerbantte, eine große ißreisbifferenj in ben cin= Seinen 3aljren aufmeift, bann liegt aud) ber fiauf, oon bem im fRentebuch bie SRebe ift, noch um etma 100 Saßre jurüd (1328), unb fdjließlid) ift nicht ju oergeffen, baß es ein ©elegenßeitsfauf mar. Ob in Sir. 45 in ben SJÖorteu pro 4 dhonaticis blaviis unter bla- vium, meldjeS ber Herausgeber oorßer rid)tig als Oietreibe ertlärt h«t (cf. Du Cauge s. v. bladurn, franz. bie), ein beftimmtcS SDlaß ju oerfteljen ift, fdjeint mir jmeifelljaft, ba mir eine äfjnlidje Übertragung nicht be= fannt ift; oiel mahrfdjeiitlidjer ift mir, baß l)ier im Sejct ein gehler ftedt, ebenfo mie in bem dhor (40), benn an ein grembmort ift motjl Digitized by Google 216 SDlitteilungen über lanbeäfnnblidje Sitteratur. ©lilteitung. 9lufforberung. nid)t bei biefent SSort ju [benfen, wenn aud), wie bie ©loffarien t)in* länglid) nadjweifen, bie ©erwälfdjung unferer Spradje utel früher be-- gonnen fjat, als man gewöljnlid) annimmt. 3)aS bem Herausgeber jweifctljafte ruffeling erflären Sübben unb SBaltljer (9J?ttbb., Hanbwörterbud)) nöllig genügenb = l /j Scheffel. ißrcefe. g. SSitt. ®. SRidjelfen, ifJaftor in Mlanjbüll. $5er ©uftan Slbolf -©ereilt in ©cfyleSwig’Holftcin. ©efcf)id)te feiner Stnfänge unb erften 931iite bis 1865. fliel unb Seipjig. SipfiuS uttb lifdjer. 56 <5. SttS gcftfd)rift jur 50 jntjrigen Jubelfeier beS fd)leSwig«l)oIfteinifd)en HauptnereinS ber ©uftan SlboIf=@tiftung crfdjtenen, ergebt fid) bieS ©üd)= teilt weit über anbcrc berartige lageöerfdjeinungen unb «erbient nidjt nur »cm ben fjreunbcn ber ©uftao SlbolpSacfje, fonbern aud) non beit ffrcuubett ber SanbeSfunbe grünblid) ftubiert ju werben, ba in iljrn ein wichtiges Stiicf unferer neueren Slircf)eugefd)id)te in flarer unb anfdjau= lidjer Steife jur Xarftellung gebracht ift. ÜHügc bas fteine 2öcrf and) über ben SfreiS ber geftteilnefjmer f)inauS redjt niete Sefer finben. ißreefc. ff. SBitt. Jftitteilung. ©rforfdjung unferer fUtoore unb fSMefcn. Herr Dr. SB eher in Hofjenweftebt tjat eS übernommen, für ein non ben ©rofefforen ©ngler in Serlin unb Xrube in $>reSben in Singriff genommenes SSerf „®ic Scgetation ber @rbe" bie SUioore unb ©raSfturformationen SD?itteI* ©uropaS ju bearbeiten. Dr. SBeber fällt ats befonbere Stufgabe ju, bie SDJoore unb ÜBiefen beS norbbeutfd)en JieftanbeS ju unterfudjen unb bereit gufamntenfebuitg in it)rer ?lbf)ängigfeit non ben Sobennertjältniffen unb bem ftlima feftjuftetlen. £er wanifter für ßanbroirtfdjaft ljat bie laitbmirtj^aftlidjen ©cneratoereine erfudjt, bat)in ju Wirten, baff Dr. 2Bebcr (eine fiinberniffe in ben S53eg gelegt, bemfelben oielmefjr baS '-betreten ber üBicfen unb SDtoore geftattet unb feinen Seftrcbungen jebc möglid)e görberuitg unb Unterftübuug ju teil werbe. (Stad) b. Sattbw. SBodfeublatt 9tr. 22 b. Jaljrg.) Aufforderung! Unter ©ejugnabme auf meinen im Juli=9lnguft--Heft ueröffentlidjten Slitffaf) über wtcteorbeobadjtuiigcn, crfudje id) tjiermit, SÜiitteiluugen über etwaige in ber ißrooinj gemachten ©eobadjtungeu nou (feiierfugelu unb @terrifd)uuppen an mid) gelangen ju laffen, jroedS §ufantmenftellung unb ©ermertung berfelben. Slfreb © a r i S. Slltona, ttönigftr. 91. J'rtKf non 91. J. Jenfe» in Uiel, Sorjiobl 9. Digitized by Google Weite Wütglieber. 1. Dr. jur. $1. 'Abraham. 3iccbt«anioalt unb Aotar, griebricbhabt. 2. Dr. Apftciu. iticl, fiircf|bof«a[lee 8b. 8. ©otljar Brütete, st ml. theol., ttiel, ©angereif)e 14. 4. Hj.^lemcnj, AItona.Bal)renfelb, Kirchen, weg 19. 6. 3°IPer Dammann, üanbmann, Wiemer- hebt bei ©ennftebt. e. Beter grapin, ©anbmann, Süberbeifiebt bet ©ennftebt. 7. ©an« Beter« ©anien, fianbmann, ©ägen bei ©ennftebt. 8. ©arber, Baftor, Auge i. übg. 9. ©augmann, Aeftor, Apenrabe. 10. ©an« Daniel ©olm, ©oibeiifjer, Silber- griftebt bei ©ennftebt. Stiel, ben 21. Auguft 1898. 11. 3enfen, ©auptlegrer, ftetlinghufen. 12. gaJob harften«, ©ofbefiger , Apclböt bei ©cnnflebt. 13. It). ftolgau, ©egrer, ©amburg-©antm, Wittelftr. 26, ©«. 16. 14. ©an« 'Jt. Srufe, öanbmann, Barfenholm bei ©ennftebt. 15. Sübbe, Baftor, 3J!amc. lfi. Wünftcr, Kaufmann, ©ennftebt. 17. 3°b- Aottelmann, Wcmeinbeoorfteher, gebbringen bei ©ennftebt. 18. Beter Aogbe, ©ofbefifer, Wlüfing bei ©ennftebt. 19. Dr. 5. ülajfcrjietjer, Segrer a. b. höheren Wäbcgenfchule in glenSburg. Der Schriftführer. % ti j c i ß c m 3um Betuch ber V. SBaniteröerfantmluna u. Stitäftelluncj bc# Drntfdjrn btaiuirtfdjaftlidp (Kential-gmins 3« JrlxcC DPiti 81. — 85. 2c©tftiibcr 1893 roirb hiermit eingclaben. t a (1 c « o t 1 ti n n g: Donner« tag, beit 21. September: Borftanb8fi{tungeu ; abenb« 8 Uhr: Empfang unb Begrüguttg in ben fHeitgSgallen. greitag, ben 22. September: 10 Uhr: Sröitnung ber 'Ausheilung, 11 Uhr: Berganblungen, 6 Uhr: Delegierten-Bcrfammlung be« Deutfcgen Gentral-BereinS. , Sonuabcub, ben 22. September: 10 Uhr: gortjebung ber Berganblungen, lßrei«nerteilung unb Schlug, 4 Uhr: geftefjen. Sonntag: gahrt in See, Beficgtigung be« Aorb-Cftfeetanal«. Konzert in ber Walbroicje. SOloittag : 10 Ugr: Berlojung. gerner: Betuch ber 'Ausheilung burdj Scgulflaft'en ju ermägigten 'greifen. gür bie Wanberoerfammlung finb bisher folgenbe 10 Borträge angcmelbet: 1. SRabboro: Sic Erlernung ber Bienenzucht einft unb jeßt. 2. @ Agier: Berfcgicbene Wittel jur Stärlung ber l£inigfeit unb be« Wachstum« be« Deuticgcu bienenroirtfchaftl. ßentral-Berein«. 3. Schube: Dgüringer 3 m! eru>eifc. 4. Werbung: Die unerlägliehcn Anforberungen be« Bien« unb be« Bienenzüchter« an bie- Bienemoognung. 6. W ahnten: Berfuchc ber Bicneubchanbluitg mit ScgtoefcUäurc. 6. ßlauffcn: Cutioicflung unb ©eben ber ftönigin. 7. fReepen: Die neue Sehr« unb einige« anbere. 8. Sehjen: Wie erflärt fich ber Aücfgang ber Bienenzucht in Deutfcgtanb. 9. Wühler: Über ben Wert ber djemiieben ©öiiigunterfuchungen. 10. 3ond«: Die befte Wohnung für ben Wobilbetrieb. ©oft für bie mit ber Ausheilung oerbunbene Berlofung 4 1 >1 oerfenbet Sefretär D. Sch nt arg in Acuftabt i. ©olftein. Wieberperfäufcr erhalten 10 Prozent '.Rabatt. Die Anmetbungen zur Ausheilung erfolgen bei 3nfpettor Saat in Siel. Allen bie Aufteilung bcjudjenbeu ©egrem Breugen« hat ber ©err Winifter oom 21 — 25. September Urlaub bewilligt. $ie Giitbanbbcdf jur Primat 1891 u. 92 liefert ü *‘>o $[. Max ltiemer, ©ud)b. ftiel. Teschner & Frentzel, ßrnttsmickrr ßiidjlianölung, . ütufümlmi, Cciljbiblioibflt n. i’fhrmiltrigrfdjäft. Kiel» Bruuswickeretr. 46. geueniib. d. Sohulstr. Prompteste und billigste Lieferung Aller Arten Bücher n. Zeitschrift, in- u. ausländ. Litter. Sclip.ellste Besorg, v. Antiquaria. Lager foo ZeictalmilicD, Schreib- uuil Papwvuiei für Private, Comptoir-, Bureau- u. tftudienzwecke. Grosse Auewahl TorelUrliehster Schreib-, Copir- u. Zeichen-Tinten. Baarnnkhufe »u Vorzugspreisen. Leih-Bibliothek. LceegebUhr pr. Bd. 10 Pf. die Woche. Abonnements auf 2 Bde. Al.— pr. Monat. . Dr. med. Lahmann’s Reform-Uii terkleidnnar saugt Sch we iss wie Wolle ist weich wie Wolle, reizt aber die Haut nicht springt in der Wäsche nicht beeinträchtigt dir Ausdimsüing des Kerpen licht, A. F. Jeusen, Accidenz- u. Buchdruckerei, Yorstudt 9. Kiel . Vorstadt 9. 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Programme u. f. to. bureb ®ircctor <£ortra6t. Stnftiiutöoorftelier. Jicjntilini 'DJitfllieDer, iucld)f im Voufc De* Jaljrcs Dem Herein beifletveten ftnD linD Den Heitrüfl 0011 2 .VL noct) nid)t bcjntjlt linbcit, luerDen freuiiDlidift erjudit. Den genannten Hetvag tut Den Untcvjcidinetcn cinjujcnDcn, Damit Die slaifcn=\'lbvcd)nnng abgejdilojfen luerDcn tonn. Miel, Den 21 . Sluguft 189 ;}. Hcterö, .^aubticl)iev, stiel, Söaiicnljofitv. 4 . (Sjepebitioit : SUifter fHotjiuer, Stiel, SBaifenhofftrafee 42. > . wwroivmwT] Deretns 3ur Pflege fcer ZZatur £cmfcesfun&e <3)ftfoßer=,$t populärert 35arfteUungen flehen ©ort unb 'Mb oft in gar feinem Hufammeubaitg ; hier erfebeint ba« Stilb ale notioenbige (Jrgäiuuug be« Jettes. ©ie beutlicb ertlärt bie Harten’ ffijje (S. 29) ba« lyortfebreiteu bet irlutmellcn in ber Siorbfee unb bie barau« iteb ergebeube 'Abweichung ber öafenjeiten ! Am heften bewährt »af)rganß. J\s 10. Oftoöer 1893. $if „fteimat* frfdjrint jrbrn SWonnt in 1— 1 V« $oflen. Witßlifbri be* Herrin« frijaltrn biefrlbf gfQftt fine» »ritraß bott 2 Warf frei auflfjatibt. r Beitrag hum bi« $um 1. 9lpril jrbrn ftalnv* an brn ttaRrnfübrrr, $auptlrl»rrr t^rtrr« in fiiel, KBniirntiofftroftr 4, einßfjoiibt turrbrii; bi« Balun nidif rnt* ridiieir liHnhräflr lorrbrit burd) fßoftiMdmafymr fiiißfjoßfu. J\iir 'It'iditniüfllirber fuftd bu* „t>e»mar burd» ben $hid)t>anbrl int ^nbr Warf, bir fiiuHitf Wtminirr :u» Vln\cifl<*ii foflrii 15 bir ge fpattrnr ^ftil,\rilr, bei SiMfbcrMtmß »wirb brr “Urne rrmftftlAt. Sdjriftlfitrr .(>auptlct]rcr §. $attnnirirr in kiel, üontfrnflr. 59. Sicbclnngstnpcn bcs bcntfdtcn licichcs. (Unter bejonberer SBeriitffid)tigung ber in Sd)Ie«ioig>.fjolftciu oertretenen.) ®tit 12 ül&biKwitgcu. ®on I)r. Strtt)nr Wlog m ftiri SiebelungStppu« nennen mir bie burd) 9(uorbnung unb Stellung ber ©cbäube ju einmtber enlftetjenbe äußere ^orm einer nienfd)lid)eit 9licberlaffung. 2>iefc ^orm ift in ber .fjauptfadje bebingt burd) brei ftaf- toren: burd) bie SBobeubefdjaffentjeit, burd) StammeSeigentümIid)fcit ber iJlicberlaffcr unb burd) il)re SBefdjäftigung. Stäbtifcße fftieberlaffungen, bie ben .ßroeefen be« .ftanbel« unb ffir- merbe« bienen, ßaben im großen unb ganzen fein feßr luefcntlid) wer fdjicbene« ?lnSfcßcn. ?ln einem für ben SBerfeßr geeigneten Ort entftel)t ."pau« an .fjau« unb Straffe auf Straße. 9ln biefeS meift unregelmäßige Straßengeiuirr ber SUtftabt fdjließt fid) gewößnlid) itod) eine regelmäßig angelegte Mcuftabt. SSollftäubig neu, unter Leitung einer fadjoerftänbigen Söeßürbe angelegte Orte ßaben au« praftifdjeu 9Jürffid)ten nur breite, gerabe, redjtminflig fid) feßneibenbe Straßen, einige wenige and) ein ctroa« fiinftlidjereö SluSfeßen, wie bas fäcßerfürmigc StorlSruße ober ba« fternförmige 9leu=Strcliß, aber beSßalb faun bod) non „Stäbtettipeu" im oben angebeutctein Sinne faunt bie 9kbe fein. 9lnber3 oerßält e« fid) mit ben länblidjen Siebclungen. Sd)ou auf ben erften SBlitf ergeben fid) l)icr, bereit« innerßalb eine« Heineren ©ebiete«, feft unb beftimmt ausgeprägte Eßpen. Digitized by Google Wcfdiloifenco Torf, im U.-SIfag. (Butätqtmo. Siiffau, Str. Oldenburg. .fioffiiftcm auä (jiserftrtt. .finufcnborf. lenäbiittel in Titin. Im w wHi'' iil» |pi PS118B BepfsafimSg ~^rr -s Siei)dung«ü)peii boäl btulfc^tu 'Jicitfics. 219 tpicr oercinjelte ©eßöfte in mäßigen, meßr ober minber regelmäßigen Slbftänbcn, ober ©rappen oon gwei unb mehr .jjöfen, bort eine laitg- geftredte SReiße ober eine bunt burdjcinnnber gewürfelte, lodere 9lnßäufung menfcßlitßer SBoßnftättcn. .'picr wieberunt ein gefdjloffencS ®orf mit einem wirflicßen, wenn aud) unregelmäßigen Straßcuneß, bort eine offen- bar oöllig planmäßig angelegte 9tieberlaffung. ®ie Urfacßen aller biefer Verjdjiebenßeiten liegen in ben bereite oben angebeuteten ffaftoren: Vobenbejcßaffenßeit, 9lrt ber Sefdjäftigung bei ben Vewoßnern, StammeSeigentiimlicßfeiten; Urfacßen alfo oon mattnig- fadjer 9lrt, jobaß e§ woßl oon 3ittereffe ift, naeß biejem ©eficßtSpunfte bie SiebeluitgStppcu in SSIort unb Vilb jn betradjten. ®ie fleinfte $orm einer felbftänbignt länblicßeit SJlieberlaffnng ift ber .ö o f , weldjer entweber, bei Trennung in SSJoßnßauS, Stallungen unb SSJirtfdjaftSgcbäube, a(S SRecßtcd mit 3 ober 4 bebauten Seiten fieß barftellt, ober als flmuS, roelcßeS alles unter einem ®acße entßält. fliegen joldje 4?öfe ober Käufer in größeren Slbftänbcn oon ciuanber, oßite baß ein 3ufammenfcßließen ju größeren ©nippen eintritt, fo nennt man biefe 9lrt oon Siebelungen: fjoffpfteui (ogl. I unb X I ) . ®ie ©ebiete feiner auSgebeßnteften Verbreitung finb: Cber-Vatjcrn, Cbcr-Sdjwabcn, SBcftfalen, ber Siieberrßein, gricS- lanb, Dftpreußen unb in Sd)leswig-£wlftcin : ©iberftebt unb s Jtorb=Scßle3wig. Vereinjelte §öfe finb faft überall im bentfd)en iReid) ju finben, obwoßl es allerbingS aueß ©egenben giebt, wo man lange itad; einem wirflicßen ©injelßofe fudjen mnß, wie j. V. im Unter -©(faß unb in mandjen cßemalS jlaoifd)en ©egenben. 9Ran fießt gleid) aitS ber Verbreitung bes fpoffpftcmS, baß wir feine Urfadjen nießt allein in Slima unb Vobcnbefdjaffenßeit ju fud)en ßaben. ®ie baprifeßeu Vergc, baS ebene SBeftfalen, ber fette ÜJfarfdjboben ©iberftebtS unb ber jiemlid) magere 'Jiorb - SdjleStoigS finb ©egenjäße, wcldje fid) nidjt oereinigen laffen. ®as .'pofjijftcm fdjeint eben oon einigen Stämmen beoorjugt ju werben, wäßrenb anbere lieber in Dörfern woßnen. Seite Vorliebe für baS SBoßnen in ©injclßöfeu, bas ®acitus oon ben alten ©ermaneu bezeugt, teilten and; bie Selten. 91. SRcißen ift baßer ber 9lnfid)t, baß baS .'poffijftem SSkftfalenS unb bcS SRieberrßeinS auf bie eßemalS feltifcße Vcfiebclung biefer ©egenben jnriidjufüßren fei. ©in ätueiter, woßl ber fpauptfaftor für bie ©ntfteßung beS fpof- fßftcmS ift bie Vejdjäftigung ber Sewoßner. Sflie bie intenfioc Vewirt- fcßaftnng große Dörfer ßeroorbringt, fo fiißrt bie eytenfioe ju flciuen Sicbcluitgcn. ©S fdjeint in ber Xßat, baß in ©egenben, wo oicl Vieß- jud)t getrieben wirb, and) bas .'poffpftem feine größte Verbreitung fiubet Digitized by Google 220 1)r. Strlfjnr ffllot). unb umgefeßrt. ^-iir Cber-älapern, CSiberftebt »nb Cftpreußen menigften« trifft bie« öollfommen ju. Da« SBJarum liegt jo auf ber £>nnb. Der Sießjüdjter tjat jo feine Sl'ciben in unmittelbarer Wätje, wäßrenb ber Dorfbewohner fein Wiel) unter Umftänben erft eine weite Strecte treiben muß. Daneben foll natürlich bie Segünftigung be« .poffpftein« burd) flimatifdje unb namcntlid) burd) topocjr»pt)ifd)e Werßältniffe nicf)t ge- leugnet werben. 3n bid)t bewalbeten ©egeubeu liegen bie crftcit Siebe ^ langen gauj natürlich oereinjelt (in bereite! oorf)anbenen ober neugero- beten üidjtungen), fobalb e§ fid) itid)t um planmäßige, burd) bie ©efjörben geleitete Slnfiebelungcn im größeren SDiaßftabe Ijanbclt, bc«gleid)cit in Dorfmooren, bie erft urbar gemadjt werben, unb wotjl and) in joldjem ftaibclaub, in wcldje« vereinzelte flciuc glerfdjeit befferen Woben« ein* geftreut finb. 3ü>o aber offene« iiaitb reidjlid) oorljanbeit ift, ba f (fließen fid) bie ßinjclf)öfe leidjt gu Dörfern gufammen, wenn bent nid)t eine bejoitbere Vorliebe be« betreffeuben Wol!«ftamme« cntgegenfteljt. Dem .£>offt)ftem am näcßfteit oerwanbt ift ba« nrgermanifd)c „.'paufen- borf" (fffig. III). Die ©eßöftc liegen innerhalb be«fclbeu nur etwa« näßer ancinanber uttb meift truppweife. 3eber woljut betutod) für fid), wenn aud) ba« ©anje eine ßinßeit bilbet. ß« ift baßer ein Srrtum, ju glauben, baß bie befannte Dacituöftelle nur auf ßiitgelßöfe gu beuten fei. 3m ©egenteil jagt Dacitu« and), „baß bie ©ermanen ißre Dörfer anber« bauen, al« bie3talifer; biefe bauen ißre .ftäufer eng ancinanber, jene laffeit einen freien SRaum um jebe« .pan« unb ©eßöft." Diefe 9lrt be« SBoßueu« ift nod) Ijeute im norbweftlidjen Deutjd)Ianb bie burd)au« »orßerrfdjenbe. ß« ift bie Wauart ber alten Sadjfcn. 3e weiter wir ttad) Silben fontmen, befto gefcßloffenere Dörfer treffen wir an. '-Bereit« im fiiblidjen .panuoucr, weiter in .peffeit unb namentlich im ßlfaß ßabett bie Dörfer burdjmeg ein au«geprägte« Straßenucß mit bid)t atteinanber gereiften ©ebäubeu ($ig. IV). ß« giebt faum einen größeren ©egenfaß al« ein 'JJießtijdjblatt au« bem ßljaß unb ein fold)e« au« Worb - Sd)Ic«wig ober bem jübl)olfteiuifd)en •paiberiictni. ,'pier in jiemlid) ungleidjmäßigen 9lbftänben au«geftreute ©eßöfte (gig. XI), bort große gejdjloffene Dörfer in jiemlidj gleid)= mäßigen äwifdjcuräumen. ß« ift jjanj offenbar, wenigften« bei bem Wcrglcid) be« nirberbeutfdjen ,'paufcnborfe« (pig. III) mit bem mittel- unb fübbeutfdjen gcfd)loffencn Dorf (3ig. IV), baß, bei glcidjeu ober naßeju gleichen wirtfdjaftlidjen Serßältniffcn, bie Wcrfcßiebenßeit in ber Anlage auf ®tammc«cigeutüm< lidjfcit ber beiben germanifdjen Stämme juriidguführen ift. Der Siib= Digitized by Google SicbctungfttjpcH bef bcutfdjcit 'Jieidjcf. 221 unb SKittelbeutfche liebt es, feinem 9?ad)bar in« fünfter feljen ju fönnen, mit il)m häufiger ju plaubern, furj, er liebt bie ©efelligfcit. Sei bem 'iltorbbeutfdjen ift biefef SBebiirfniö weniger ftar! aufgebilbet. ®icfer ßfjarafterjug fpiegelt fid) benn wof)l aucf) in ber 21rt unb Sßeifc bef SBohuenf mieber. I)aji baf |>offt)ftem bennod) gernbe in Cber*$cutfd)> lanb ftarf certreten ift, crflärt fid), wie fdjon angebeutet, aus ben S8oben> unb namcntlid) ben wirtjd)aftlid)eit ®erf)ältuiffen. 3>ie eben befprodjette llrfadjc ber Serfdjicbeuljeit gilt nur für bie Öauernbörfcr. (Sin fffabrif’ borf fiel)! natürlich fdjon aus anberett ©rünbeit ganj anbcrs aus wie ein Stderbau treibenbes tticberbeutfdjcs Sauemborf. SSieberunt ganj burd) bie natürlichen S0obencert)ä(tniffe bebingt finb : baf Söiarftfjenborf (f^ig. IX) unb baf .'pageti^ufenborf (SSalbljufenborf) (3*9- vi). ®af 2Jiar jcf)enborf hübet in ber Stegei eine lange, meift fd)nur= gcrabe SReihe. Qn ben am ®eid) gelegenen Dörfern bilbet btefcr bie ®orfftra$e, unb bie ©eljöfte liegen an beffen innerer Söjdjung. SDie weiter lanbeinwärtf liegenben Dörfer finb meift an ben SSetterungcn (= SBäfferungen), ©räben, 3fl ll felöufen unb jum Xeil aud) an ben ftuitft« ftrafjen entlang gebaut. SUIe biefe $örfer haben in ber Siegel nur eine ■Läuferreihe. £er ju jebem @cf)öft gehörige ©ruub unb Soben ift feiner $eit nad) ben fogenannteu ÜRarjdjenhufen aufgcteilt toorbcn. ©ie be< ftehen auf 5 ober 6 jieinlid) genau 5 m breiten, oon ©räben eingefaftten unb com Reiche ober ber Sßetterung auf gerablinig in bie SRarjdj fort» laufenben ^arallelftreifen. 3ebcr Streifen ift ootn ©ehöft aus jugänglid). Cuerwege finb felteite SluSnahmen. $ie ©räben finb jo breit, bafs fie nur mit bem ©pringftorf überjpruugcu werben fönnen. Sie bienen jur ©utwäfferuug ; mit bcni tief aufgehobenen löoben wirb ber Vlcfcrftrcifen erhöht, unb fie hallen jugleid) baf ffieibcoiel) bef Lojcö ohne Lirteit auf bem ihm eingeräumten 2Beibefd)lnge feft.*) 2Bo biefer 3)orftt)pus anjutreffen ift, befagt jdjoit ber Sfatne. 3n Söetradjt fontmen auffer ben uorbweftbcutfdjen SKarfdjett audj bie grojfen auf ber ©ifjeit ftammenben Sdjmel^wafferriniteu iRorbbeutjdjlaubf mit bem Ober-, Sieücbnid) u. f. w. 3it Sdjlefmig-Lolftein ift baf ÜRarfchen* borf an ber ganzen Söeftliifte oertreten, oon Söebel am ©Ibufer bif n ad) Siipen hinauf. Dajwifdjeu liegen ©iujcll)öfe unb .'paufenbörfer teilf auf fünftlidjen ©rhöhungen bef Sobenf („SBurfteu," ogl. $ig. I), teilf auf natfirlidjen. *) 9iad) Dl. Weihen : 33eobad)tungcn übet Dkfiebclung, ipanfbau unb lanbrairt- jagen(= 3Balb)l)ufenbörfcr finb in einigen ©egenben SDfetflcuburgS,*) fßommemS, in fßofen, in ber $rooinj Sadjfett, im ©peffart unb uament(id) in ©cfjlefien red)t jatjlrcid) oer- treten. GS finb fdjmale, tanggeftredte, in ben Xfjätern unb an ffluf;- läufen fid) entlang jiehenbe ©iebelungen oon oft ftunbenmeiter Grftrcdung. 3d) erinnere nur an jene 30 km lange Kette oon Dörfern unb einzelnen SBohnftätten, bie „lange ©affe" ooit fJJrobfttjainer ©pifcberg bis §ainau, bie jwar in ber Verwaltung getrennt ift, topograpfjifd) aber unb Wirt- jchaftlicf) ein 0an$eS bilbet. — Der 9tame .fpagenhufenborf rührt oon ber bei ber Verteilung ber SWerflur an bie ?lnbauer oerwanbteu .fjageu- ober SBatbtjufe Ijer. ©ie fattb gewöhnlidj bei ber Vobung unb Kolotti- jatioti oon gebirgigem SSJalbterraiu Verroenbung. Der Unternehmer bejeidjncte, wie Weiten a. a. 0. fagt, im Dtjal am 53ad) bie geeignetften ©teilen für bic ©efjöfte in ber beabfidjtigten $ufenjahl, fudjte für jcbeS ©cfjöft, ben D()ü(abt)ang in bie §öf)e, eine wegen bcS GrforberniffeS ber ^aljrbnrfeit oft redjt gefriimmte Sßfegtinic auf unb majj bann bie einzelnen .'pufeii fo jwifdjcn biefe 2Bege ein, bajs womöglich fein Sieg bie ©renje ber ungehörigen .'pufe überfdjritt. Die ,'pufenftreifen erhielten beSljalb ebenfalls eine oft rcdjt gewuubcne ©eftalt, unb cS war unmög- lich, ben oerfchiebenen .pufen untereinanber gleidje 53obenbefd)affeuheit ju gewähren, fffig. VI jeigt ein ©tiid eines foldjeit ,'pagenhufenborfeS unb jwar oon Viebcr-Kauffung, an ber Kapbad) in ©chlefien gelegen. Die SJohnftätten liegen im Dljale am gluffe, an ber burd) bie fRatnr oorgefchriebenen .'pauptoerfehrSftrajje. 9iad) beiben ©eiten laufen C Her- wege bie .pöl)cn hinauf, bis fie fid) in ben bie größeren .'pöheu frönen- ben ilaub- unb 'Jlabelholjwalbungen oerlicreit. Die in ber Slbbilbitng beutlid) heroortretenbe ^idjadbahti ber Oiterwege bient natürlid) ,ptr befferen Überwinbung ber ©teignngett. •) 3» 'Jtorbbcutfdjlanb genauer nl« „.'päger^Hfenborf“ $u ' bejcit^nen, roe!d)ca iiibcflcu Dom .{lagcntjufntborf taum Dcrjd)ieben ift. Digitized by Google 8icbelungStt)pen be$ brutjdjcn iJicid)c^. 223 Wit bcn bi-Sljer namhaft gemachten Sicbelungdttjpen fiub bie auf bentfdjer Wrunblage berul)enbcn in ber .fjauptjadjc erfdjöpft. Wan fönnte nur nod) bad Wut ald felbftänbigeu Tßpud anführen, obwohl cd eigcnt- lid) weiter nid)td ift, ald ein Giuzelljof in größerem Waßftabe. Vom $of jd)eint cd fid) im Wrunbe nur burd) bie Wrößc ber SBirtfcßaftd- gebäube nnb bed Vlaßed, auf betu cd angelegt ift, ju unterfdjeibeu. 3ßad und berechtigt, bad eigentliche Wut ald einen befonberen Siebelungd- tppud t)iu ( \uftcllen, ift ber Anhang oott Tagelöhncrfatl)en, gelegentlich and) einer Sdjitle, Sdjmicbc u. f. m. Ticd alles bilbet ein jnfammen« gehöriged nnb meift auch jnfammenhängettbed Wanze, mnf)renb ber fjof nur für fid) beftcht. Vielleicht barf man fogar aud) oon „Wut ft) ft cm" fprechen, in bem Sinne, toie man oon .'poffpftem rebet. 3« gemiffen Wegenbett, wie j. V. in bcn Streifen Grfcrnförbc, fßlön, Clbenbnrg nnb beionberd in einigen Tiftrifteu Wedlenburgd fiub bie Wüter fo zahlreich, baff fic beu übrigen Siebelungdttjpen, bcn Dörfern, ual)cju bie SEBagc halten, ftelleuiueifc fogar übenuiegen. — Gd ließe fid) ein 9Weßtifd)blatt aud SWecflenbttrg, tueld)ed faft nur Wüter enthält, aud einem uorbfdjled- migfehen burd) Vergrößerung entftaitben beulen, freilid) nur in einem getoiffen Sinne. Ten beutfehen Siebelungdtppen gegenüber bilben bie flaoifdjen einen fd)arfen Wegcnfafj. Sßäßrenb ber Wermane, wenigftend ber Vieberbeutfdje, ohne fid) »iel um feinen s Jlnd;bar zu fümmern, fein Weßöft bort anlegte, wo ed ihm gerabe für gut erfd)ien, baute ber Slaoe nad) einem fefteu, oon ber Wefamtheit ber Slnfieblcr beftimmten fßlane. Tie Vehoufungen ber Slooen liegen entweber freid* ober hufeifenförmig um einen freien fßlaß b enim ober and) in s 45arallelreihcn ju beibcit Seiten einer breiten, zuweilen mit einer jweifeitigen Äudbudjtung (»gl. f^ig. VII) »erfehenen Straße. Tiefe beibeu .'paupttppen flauifdjer Slufiebetungen hat man fid) gewöhnt ald „fRit nbling" (ÜRunbborf) (ffig. V) uub ald „flaoifdjed Straßen« b o r f " (ffig. VII) zu bezeichnen. Tanebeu habe id) in meiner Tottor- Tiffertation *) ald Übcrgangdformen zwifdjen biefen beibeu fjaupttppen unterfd)iebcn : u) eine 9Jlifd)form jwifd)en fHunbling uub Straßetiborf, weldje burd) fyifl- VII repräfentiert wirb , b) bad Mcd)terf (gig. X), weldjed fid) burd) Vebanung and) ber beibeu Sdjmalfeiteu eined Straßen- borfed entftaitben laffen beult, nnb c) bie cigentlidje Sacfgaffe (gig. XII), obwohl uripriinglid) wot)l jeber fHnnbling nur einen Sind- nnb Gingang gehabt hoben mag. Soldje Torfanlagen beruhen nrfprünglid) auf ber *) goridjungen jur beulfdjen üanbcd- unb ©olfdfunbc, tjeroudg. Bon St. Äirdjtjoff, ©b. VII, 4>cft 3: ©titräge jut Siebclungdtunbe 9)orbalbingien#, Stuttgart 1803. Digitized by Google 224 Dr. 'itdfjur ®tol). fogenannten „^auSfommunion" ober betn fommuniftifdjen ßufammem leben ber gefamten Familie, bie allmäplicp jn einer Sippe attwucpS (ogl. lUteipen a. a. 0.) 3Bie bei ben Sielten eine folcpe Sippe ein einziges, freilid) Jepr grofecS |>auS einttapm, jo bei ben Slaocn ein ganzes (Dorf. (Sin weiterer bie Siemen leitenber ©efiiptSpunft ift unjweifelpaft baS SebürfniS geioejen, fidj gegen feinblicpe Überfälle jit fcpüpeit. (Da bie pinten an bie tpäufer ftofeenbeu ©arten nad) anfeen burep eine |>ede ober einen Steinwall abgefdjfoffcu ober womöglicp aud) an einen Jlnfe- lauf ober Sumpf gclcpnt würben, fo bilbete jebcS (Dorf opne weiteres eine Meine geftung. 9?ur ber (Singaug (bei ben Strafeenbörfcrn ;goei) brauepte nötigenfalls uod) oerrammelt ju werben. 9iod) peilte weifen einige ^epmarnjepe (Dörfer, welcpe jum gröfecren (Jeil auf wenbifdjer ©rutiblagc berupen, joldje Steinwälle auf. Stau fiiplt fid) bei ber Setradjtuitg biefer Slaoeubörfer, namentlicp ber ntarnftpen Dicdjtedc (»gl. $ig. X), unmillfiirlid) an bie SJagcuburgen ber (puffiteu erinnert; fie waren gleidjfain wanbelube (Dorffeftungen. Slufeer ber fKiidficpt auf leicptere Verteibigung pat ferner jebenfalls aud) bie Vorliebe für, ober man mufe oielleicpt fagen: baS SebürfniS nad) einem freien (Dorfplap bie Slaocn bei ber Slulage iprer (Dörfer geleitet. Slaoeubörfer opne (Dingftätte in ber SOiitte giebt eS wenigftenS gar nidjt. Sieben biefer (Dingftätte, bie in fruperen fetten burep einige (zuweilen nod) peute erpaltene) grofee Steine ober Säume gcfennjeidjnct war, lag bann in ber fHegel ein 'leid) ober aud) meprere SEBaffertümpel. Seit ber Sefiebclung burd) bie (Deutfcpen tragen biefe Vläpe aufeerbem bie Siirdje, Sd)ule, Sdjmiebe, überpaupt bie öffcntlidjen ©ebäube. (Die Verbreitung ber flaoifcpen (Dorftppen iitnerpalb bes beutfepen SieidjeS ift eine rcd)t auSgebepnte. Sie überwiegen im epe= ntalS flaoifcpen Often bitrdjauS. 3m SäSeften, etwa jwifepen Cber unb (Stbe unb nod) über biefe weftwärtS pinauS pat ber fRunbling fein ©ebiet ber gröfeten Verbreitung, öftlid) oon ber Ober ift baS Strafeeuborf päufiger. ÜRur ift cS feit Vefiebelung bes BanbeS burd) beutfdje Stolo- niften oft fepr oerbaut, jobafe eS in oielen fällen fcpwer fällt, ein ur* fprüngltd) flaoifcpeS Strafeeuborf oon einem beutfdjen Straffem ober Stoloniftenborf gu unterfepeiben. tpier fauu ber co. uod) flaoifd)c 9tame bie (Sntfdjeibuug geben, wenn auep feine oollfommen fidjerc, ba neu gegrüubeten beutfdjen (Dörfern juweiten and) ein nur ber ©egenb an- paftenber flaoijdjcr 9iame beigelegt würbe. (Sin fieperes, tppifd) jlaoifdjcS SWerfntal ift febod) bie (MuSbudjtung ber Strafee (ogl. gig. VII), bie fid) aber nid)t bei allen flaoifdjen Strofecnbörferu finbet. Üian ift geiooput, als bie epemalige SEBeftgrenje ber Slaocn in Digitized by Google SiebflungSttjpen bc3 bcutjdjcn 9i(id)fS. 220 ®eutfdjlaub bie ©lbe-Saale=2inie anjunehnten. £aS ift aber ju ungenau. ®iefe Hin i e hat niemals eine fefte ©renje jwifchcn ben beiben Stationen gebilbet. ®ie „Sorben gren je" (limos Sorabicus), weld)c Sari bcr ©rofje jwifdjen SDeutfrfjeit uitb Slawen feftlegtc, jog fid) auf ihrem gonjcn Verlaufe wcftlid) uon ber ©lbc-Saale-2inic I)in nnb wirb mo()rfd)einlid) im grofscn nnb ganjeu bcm bamaligcn Vefihftanbe bciber Stationen ent- fprodjen fjabcn. Sie führte non ber ®onan aufwärts oon 2ord) (bei 2inj) bis SRegenSburg, oon ba jur Vegniö burd) bie ©egeub oon Viirit- bcrg, 55 orc ^f) e * m ' Samberg über ben Springer SBalb nach Srfurt, bann bie Saale entlang nad) Staumbnrg nnb ÜJterfeburg. Von l)ier auS hielt ftc fid) wieber weftlid) uon ber ©Ibe-Saale-2inie; beim fic oerlicf oon SWerfebnrg über ©l)cS(a, norböft(id) oon ©ifl)orn (bei Sraunfdjweig) über Sarbotoit itad) bcr ©Ibe. 3enfeitS fe^te fie fid) fort als „Sadjfen- grenje" (limos Saxoniae) bie ®clocnan bei 2aueuburg fjiitauf über $mrn bef, Sillcquclle, ßidjebe, Siibcrbefte, ClbcSloc, Iraocfnie bei Segeberg, Sinn!, ©torffee, Sd)toentinc bis jur Sieter ffrüf)t'be. Sind) bicfc Hiuie, tocldje jur $cit SarlS bes ©raffen beftanb, ift nicht au allen fünften nnb ju allen ßeiten bie weftlichfte ©renje ber ©lauen geroefen. Sin einigen Stellen haben bic Slaoen fie jeitioeilig iiberfcf)ritten. 5DaS I)abc ich für Storbalbingien an ber tpanb ber f(aoifd)Cit ®orftt)pen nnb Orts- namen in meiner ®iffertation nad)gemicfen. ftfür bie Slaoengrenje im übrigen ®eutfd)Iaitb ftel)t eine berartige Unterjudjung bisher nod) ans, mcit bie betr. SDtcfftifchblätter nod) nid)t fertig geftellt ftnb. Sorten Heineren SWafiftabeS, als im Verhältnis oon 1 : 25000, biirfteu für biefen ßloerf nicht gut ju oerloeuben fein, ba es fid) an ber äufjerfteit 333eft- grenje in manchen ©egenben jebenfallS um red)t oerbaute SRunblinge hanbelu loirb. Sind) hier luirb fid) iual)rfd)ciulid) ergeben, baff bie Slawen* börfer über bic Sorbcngrenjc loeftlid) f)inauSqereid)t haben. Sie tRunb- (inge beS 2üneburgifd)eu SBenblanbcS, 100 nod) im uorigen 3af)rf)uubcrt bic f!aoijd)c Sprache nicht ganj uergeffen loar, finb nod) ganj oorjiiglid) in ihrer urfpriinglidjcn Einlage erhalten. giir Sd)tesmig<|>olftein war baS ©rgebniS in ber Sürje folgenbeS. Xie ffieftgrenje beS }Iaoifd)en ®orft)puS ftimmt mit ber bcS üftlid)cn .'gügeüanbcS jiemlid) genau überein, hierüber faitn bie einer nod) folgenben Slrbeit über ben „©aitg ber ©ermantfation in Oft* .'polftein" beijujügenbe Überfidjtsfarte über bie ehemaligen Sffieubcnborfcr ocrglidjen werben. 9tad) Vorben reichen oereinjelte Spuren ber Slaocit nod) etwas über bie ©iber hinaus (Sropp jiiblid) oon Sd)(eSwig 1111 b ÜBentorf am SBittenfee). Sie auf ber 2afe( abgebilbeten Slauenbörfer (SrunSborf i. 2., Siebenbäumen i. 2., ©idjebe, Sr. Stormarn, unb Vis- Digitized by Google 22G l)r. 9Irtf)iir ©tot). borf auf Fehmarn) finb bic am tieften uub tqpifdjftert erhaltenen ©jrem« plare. Tie grojjc ÜJtenge ber ehemaligen Slavettbörfer in Dft»§olftcin ift bei weitem nidjt je gut erhalten, wie j. bie beS Sünebnrgijdjeit SBenblanbeS ober bie ber jßrieguip («gl- Jig- XII). Tie am beften cr= Ijalteueu uub oertjältniömäfjig aud) bic meifteu ©laoenbürfer 9! erb« albingienS liegen in fiauenburg. 3nt nörblicfjen Söagrien finb fie feljr fpärlicl) , was feinen ©ritnb [ebenfalls l)at in ber Ulicbcrlcgung uub Umwanblung «ielcr Xürfcr in ©iiter. Xie fjrchmarnfdjcu Dörfer haben faft burdjweg ihren urfarünglidjeu flauijdjen Tt)pnS bewahrt, wenn aud) nidjt alle fo ausgeprägt, wie bnS abgebilbete SöiSborf (gig. X). Sei anbcreit finb nur brei ©eiten beS StedjterfS bebaut, bic übrfgett nur an jwei Seiten, fobofj man fie and) als Straffenbörfcr bejeid)uen fönutc. Über bic einzelnen Xörfer uub iljrc j. T. flauifdjen Stauten, fowol)l auf i5el)marn wie im übrigen vwljteiu, ift meine Tiffcrtation uub bie bort angeführte fiitteratur p vergleichen, ©er fid) nod) cingehenber mit ber Sadje p befaffeu wiinjdjt, über bie ©renjeu Schleswig » fpolfteiuS hinaus, möge nod) pr .fpanb nehmen bas Söiidjlein «ou Ü. 3atobi: Slawen» uub Teutfdjtum in fnltur» uub agrarhiftorijdjeu Stubien 51er Slnfdjauuug gebrad)t, bejonberS aus Wüneburg uub Wittenburg , £>au» 1100er 1856. ©eitcrcS finbet fid) bei 91. SOteipen: Ter Stoben uub bie lanbeSwirtfchaftlidjeu SSerhältniffe beS preuffifefjen Staates, Serlin 18(i8, Stb. I; ferner in feinen „öeobadjtungcn über SSefiebelung, .fjauSbau uub wirt)d)aft(id)e fiultur in ber Slnleitung pr beutfdjen SaubeS» uub ®olfSforfd)ung," Stuttgart 1889, Sßerlag oou 3. ßngelljoru, tfkeis lö dl, ein fchr empfehlenswertes ®udj, wetdjeS bie nötige Anleitung giebt für Unterfudjungen über Cberflädjenbau, ©ewäfjerfunbe, ßrbmague- tiSmuS, Stlima, SSflanjeu- uub Tiergeographie, ferner p Seobadjtuugen ber förperlid)en SRcrftnale ber lüevülferuug, über Tialeft, 9$olfStümlid)eS in ©laube uub SBraud), Sage uub SDfärdjen 11. f. w. — 3« Stapels 9lntl)ropogcographic 8$b. II, Wlbfdjn. 3: „Tie SBcrte uub Spuren bcs ÜJicnfdjeu an ber ßrboberflädje" finbet fid) ebenfalls oiclcS hierher ©e hörige. Stapel l)«t biejeS ©ebiet ber ©eographie in ber umfaffeubfteu SSJeife bchanbelt; feine Unterfudjungen erftrectcn fid) über bic Siebeluugcn beS gattjen ßrbballes. ffum Sd)Infi möd)te id) nod) auf einige fünfte hinroeifen, weldje bei weiteren Söeobadjtungen über flauijdjc Torftijpcu in Jjpolfteiu von einigem Stupcu fein uub Srrtiimer verhüten föuntcu. (£s get)t natürlid) nidjt an, gleid) jebeS Torf, weldjcs einen freien '4>Iab l) flt / «ls flauifdjen Stuubliug auhalteu p wollen. Sind) urfprüuglid) gut bentfdje Türfer tjabcu zuweilen einen foldjen freien Torfplap, ber Digitized by Google SicbclungSlljpcn bc« beuljdjcu Sieidicb. 227 entweber bei bcr Anlage beS Straften itebeS burd) Dreiwege uiib bergl. ober and) burd) topograpl)ifdje S8erl)äftniffe bcbingt jciit tonnte. ©S läfjt fid) benfeit, bafj bentfd)c Stoloniften fid) j. SB. um einen leid) ober Siefengrunb Ijerum nnbauten, welcher jngefchüttet fpäter einen prächtigen ®orfpIa| bilben tonnte. AuS biefem ©rutibe fjabe id) manche Dörfer ber ^robftei, wie Dietrid)Sborf, Sd)önfird)Ctt u. a., auf meine Starte nid)t mit auf genommen; benit it)re fd)cinbar flaoifdje Bauart tarnt fd)oit burd) bic SBobeuoerhältuiffe bebingt fein. — 3ft bcr 9tame beS betr. Dorfes flaoifd) ober ans einem flaoifdjcn Sorte entftanben, t)at er beu früheren, nachweisbar ftaoifdjcu Spanien oerbrängt (wie .pöger^borf (Stt- ^alina, ©niffau SWejeuua) finb ftaoifd)e Flurnamen, ein urtuublid) ober im SBolfSmunbe noch erhaltener 3ujab „Senbefdjen-," ober enblid) eine f[aoifd)e Söegrä6nitap gemad)t haben, fo barf man bod) umgetehrt nicht immer fdjlicfteu, bafj heutige tu ©roh- unb Stiem- ge- fehiebene Dörfer einem ehemaligen Dubejd)en= unb Senbefchen- cntjprodjeu haben tnüffeu. Das ift in Dftl)Olftein freilich faft burdjmeg ber gall. Aber and) neu angelegte beutfehe Dörfer finb fpäter in ©roh» unb Stleiit- geteilt worben. genter ift barauf jit achten, ob nicht urfpri'tuglid) freie Dorfplüpe erft bebcittenb fpäter bebaut worben finb. DaS fdjeint mir j. SB. bei ©roft- tjparrie unb giefbergen ber galt jn fein. Set)r alte etwa nod) oorhanbene glurfarteu biefer beiben Dörfer muffen nod) ganj prädjtige SHuubliuge jeigen. Ser in ber Sage ift, joldje glurfarteu benutzen ju fönnen, wirb na- tfirlid) gu beu oodfommenften ßrgebniffen gelangen. Wan wirb auf ©runb fold)er Starten nodj eine Wenge non ehemaligen Slaoeubörfern fonftatieren tonnen uitb jwar in ffiegenbcit, wo man fie oortjer taurn oermutet hätte. Jas tppifd) Slaoifdje ift immer bie fächerförmige Ausbreitung beS ju jebem ©eljöft gehörigen ©ruubftücfeS ober ©artcnS nach aufjeu (ogl. gig. V, VII unb XII). Senn biefes Aujeidjen aus beu glurfarten ober and) ber heutigen gönn bes Dorfes fid) uad)weifeit läßt, fo mögen bie l)iftorifd)en and) fehlen. And) ift e» in biejent galle gleichgültig, ob uns nur ber beutfd)c 9iame überliefert ift, mie SB. SBritnSborf (norm. SBarnneStorp) unb bie übrigen abgebilbeten Slaocnbörfer bei ihrer tftpifd) flaoifdjeu Anlage (gig. V, VII, VIII unb X). Die Wöglidjteit, bafj beutfehe Aufieblcr bei SReitgrünbungen bie flaoifd)« Sauart in biefer Seife nachgeahmt hätten, ift oollftäitbig auSgefchloffen. Auch uid)t ein einziger Digitized by Google 228 I)r. 'Jlrtfjur &lot). 0iebriung3tl)pcn bcS brut[d)cn 3icicf)cb. foldjer f^all läfjt fid) fiir .'potfteiu nadjweifeu. Vtenn fie bagegen oer> laffene ©laoenbörfer bezogen, bann liefen fte freilid) bie alte Zulage in ber Siegel weiter befteljen. 35at)er bic heutigen flaoifdjeit SDorfttjpeit. Die .piittcu ber ©lauen aber tuerbett fie luoljl gleich burd) uieberfädjfifdje unb friefifefje Söanerntjäufer erfetjt haben. Die Dtätcncinrichtimgen ber I)nlligpflstnKn. (Vorläufige ÜWitteilung.) (Siadi einem am 20. Sluguft 1893 in ber ©etteral = Verfaminlung be$ naturroiffenfd)nftlid)en Vereins für ©chleSwig-ipolfteiu in Üiibcrf gehaltenen Vortrage.) Sion Dr. '4>nnl 5i nutl) in Miel. $ic f5(ora ber galligen febt fid) (abgcfchcn uoit ben Unfräutern nnb ©djuttpflan^eu) aus nur 90 — 37 'pflau^euartcn jufammen, ltänilid) : Cochlearia officinalis L., Spergularia marginuta P. M. et E., Sagina maritima Donn., Honckenya peploides Ehrh. (nur auf bellt ©anbftrailbe oon Slorberoog), Trifolium repens L. unb T. fragiferum L. (nur auf ilangeitcji bemerft), Lotus comiculatus L. (auf Vorberoog, fpooge, üangeueh), Potentilla nnserina L., Aster Tripolium L., Leoutodon autumnalis L., Hypochoeris radicata L., Artemisia maritima L., Ery- thraea spe.c. (finitgcucf)), Euphrasia Odontites L. var. litoralis Fr. (Sattgcuejt), Glaux maritima L., Statice Limonium L., Armeria mari- tima Willd., Plantago maritima L., Atriplex litorale L., A. hastatum L., Salicornia lierbaeea L., Chenopodina maritima Moq.-Tand., Obione portulacoides Moq.-Tand., Triglochin maritimum L., Zost.cra marina L. lllib X. nana Rtb. (im SSatt), .Tuncus Gerardi Loisl., Hcirpua maritimus L., Festuca distans Ktb., F. tbalassiea Ktb., Ammopbila arenaria Lk. (nur Slotberoog), Phragmites communis L. (,’pooge), Agrostis alba L. var. maritima G. F. W. Mey., Triticum repens L., Elvmus arenarius L. (Slorberoog), Hordeum secalimun Schieber, Lepturos iucurvatus Trin. (früher Vcenshatlig, uielleidjt auf einer aubcrcit fällig uodi luieber aufjufiubcu). Unterjndjcii mir nun, wie fid) bieje ^flanjeit bem auf ben galligen faft beftäubig tuchenbeu VJitibe angepajjt haben , inSbejoiibcrc wie fid) bie Vlumeit , rueldje gewöhnlid) ber SBcitpilfe ber Oufeften jur Ve* frudjtiiug bebürfen, beu Sigentümlidjfeiten ber galligen gegenüber ocr= halten. Offenbar ift ber faft ftctS herrfdjenbe SBinb unb fiitb bic häufig eintretenben Überfdjwenimungcit feine Vebingungeu für eine gebcil)lid)c Digitized by Google 33c SBIütcneiuriifjliuiflcit ber ^aOigpftaiijtn. 229 (Entfaltung beä 3nfeftenleben3, linb in ber 1f)at fann man and) in ber fog. bcftcn 3al)rcäzeit tagelang auf ben galligen nerweilen, ofjnc troß aufmerffamften llmfcßaußaltciw and) nur einem einzigen blumenbcfudjenben Kerbtiere ju begegnen. Cßne 3 )De >f e l muß biejeä zeitweilig gän^lidje ffiefjlen beä 3nfeftenbejud)eä non Nüdtnirfung auf bie '-öliitencinricßtungeu ber .ßalligpftanjcn fein: man barf non oorneßerein anneßmen, baß auf ben , Madigen folcße ißflanjen, bie zu ißrer Sefrudftung beä 5fnfcftcn= bejudjcä unbebingt bebiirfen, nidjt oorfotnmen. ®icfe fllnnaßmc wirb burd) bie Seobacßtung betätigt. Sou bcn oorijin aufgezäßlten ißflanzenarten finb 2 (= 5,5%) wafferblätig, näntlid) bie beiben Seegraäartcn (Zostera marina unb nana): ber Rollen wirb in ^oritt einer feinen, findigen Waffe in baä SSaffer entleert unb non ben gabelförmigen, zur SPlittcjcit etwa 3 mm weit aus ber Vliitew fdieibc ßeroortretenben Warben aufgefangen. $Wei anbere ?lrten (Salsolu Kali unb Chenopodina maritima) be = frudjten fid) felbft, inbem regelmäßig ber Vliitenftaub auf bie glcidjzeitig reife Narbe berfelbeit Vliite fällt. Von 3 flirten (= 8%) ift bie Vlntencinridjtung nidjt befannt, uämlid) non Atriplex litorale, A. hastatmn nttb Obione portnlacoides. Vei ber Unfdjeinbarfeit ber Vliiten ift regelmäßige Vefrndjtmig burd) Büfetten auägef eßloffen, wenttgleid) gelegentlidje »orfomnit. (Sä ift baßer bie Wöglidjfeit oor= ßanbett, baß biefe eiußäufigen Pflanzen fid) entweber infoferu felbft befrud)teu, alä Rollen aus männlidjen Vliiten auf Narben ber weib= lidjett fällt ober, was uiel waßrfdjeiulicßcr ift, bie Übertragung beö Slütenftaubeä non Pflanze jn Pflanze burd) bcn SBittb gefeßießt. 9lls e d) t e winbblfttigefpflanze u finb aufierbem noeß 14 anbere gallig» pflanzen befannt (Artemisin maritima, Plantago maritima, Triglochin maritima unb 1 1 @räfer, Vinfeu unb tpalbgräfer), fo baß einfd)ließ(id) ber eben genannten uid)t weniger alä gegen 47 % berfelben burd) Vermittlung bce SäJiubcä befrud)tet werben, tiefer '’lkozcntjaß ift ein ganz anßer- gewüßulid) ßoßer, inbem bie winbblötigeu Sjiftanjen ber J-lora non $eutfd)lanb etwa 21 */»%, nun Sd)le3wig«.f)olfteitt 27% unb felbft ber Oufeln iHötn, St)lt, Sltnrum unb fyößr nur 36 '/ 4 % auämadjeit.*) Wan Wirb fo unwillfitrlid) zu ber iflufftellung beä Soßeä gefüßrt : 3e nt e l) r ein Statt bort bent SSinbe auä gef eßt ift, befto größer ift bie $al)l ber winb blutigen Pflanzen. 2)ic übrigen 16 Slrtett (=42%) ber tpalligpflanzeu finb Vlunten im engeren Sinne, b. I). fie befißen eine buntgefärbte Slumenfrotte, *) SZgl. % iliuttf), SBlumcit unb 3>»fcftcn auf bcn norbfriefifdjen Unfein, S. 170. Digitized by Google 230 Dr. 5)3 mit ßiiurt). Sie 'iUiitctmnridjtungcn bcr patligpflanjen. bereu ßluecf befanntlicß bie Slnlocfung ber ben SBliitenftaub übertragenben uitb jo bie Sefrucptung oermitteluben Sfnfeften ift. SBie eingangs er= wäpnt, ift aber bie Sßaprfcpeinlidjfeit bes 3nfeftenbefucpeS auf ben galligen eine geringere als au gefdpißteren ©tauborten, unb eS ift baßer als eine Slnpaffuug an bie tpalligoerßältniffe auf jufaffen , wenn man fitibct, bafj alle ©lumen, aud) biejenigen, welche unter giinftigeren Umftänben burcßauS beS 3nfeftenbefud)S bebürfen, auf ben galligen fid) als fRotbeßelf ber fpontanen ©elbftbeftäubung $u bebiencu imftanbe fiub. (Sin ganj bejonbcrcS 3utcreffe beaufprudjt in tiefer ,‘pinfidjt Euphraaia Odontites var. litoralis oon fimtgeneß. SBäprenb eS nämtid) oou ben übrigen 15 9lrtcu befannt ift, baff fie ber fpontanen ©elbftbeftäubung fäpig fiub, pabe id) für bie Stranbform bes roten Slugcutroft’S auS-- briirflid) ßeroorgeßoben, baff tiefe ©lumc ,v ©. auf Slmrum burcßauS beS SnfeftenbcfucßeS bebarf, *) ber and) oou feiten mehrerer tpununel» arten reidjlidj gefeßiept. 5*1 uf lepterer 3ufel ift fie itämlidj ausgeprägt frudjtblattoorrcif, inbem bie empfängiiisfäßigc 9iarbe im erften iölüten* jnftanbe an gebogenem (Griffel aus bcr Oberlippe peroorragt, roäßrenb fie im ^weiten ^uftaube «ertroduet ift, ber (Griffet fid) gerabe geftreeft Ijat unb unter le(jterem, opne i()u berühren ju fönneu, bie aufgefprungeneit i’littperen fißen. dagegen beobaeßtete id) auf üatigeueß feinen 3» jefteubejud), troßbem bie SfiSitteritng äußerft giinftig war; bafiir aber waren bort fämt» lidje 33 1 ü t e n ber fpontanen ©elbftbeftäubung fäl)ig, wobei id) allcrbiugS bemerfen muß, baß bie .fjauptbliitejeit ber jJJflauje uoriiber war unb nur etwa uod) bas oberfte drittel beS ÖliitenftanbeS in ©liite ftanb, roäßrenb ber untere Xeil beSfelben bereits pfrüd)te angefeßt patte. 33 e i ben 5f>flau,;eu oon Uangeueß trat bie 9tarbe überhaupt nid)t aus bcr Oberlippe peroor, jonbern blieb in bcrfelben oerfteeft jroifeßen ben allmäßlid) ßeranreifenbcu ©taubbeutclu ber beiten längeren ©taubblättcr, wcldje biejelben niitpiu mit fßoUeit belegen mußten. l£s ergeben fid) aus Obigem aljo folgeubc wieptige ©äße: 1. 55 ie $aßl ber wiubblütigen © fl au gen ift auf ben galligen eine verhältnismäßig jepr große. 2. X 1 i e i n f e f t e u b l ii t i g c u © f l a n j e n ber .fr a 1 1 i g e it fiub (bei a u S b I c i b e n b e tu 3 u fett e n b e f u d) c ) f ä m 1 1 i d) i m • ftanbe, fid) felbft ju befruchten. *) ®. ii. C., S. 115 u. llti; »flt. nud) „Sic .'öciinat," HI. Saprgang (1803), ,'öcjl 6, 2. 102. Digitized by Google Antwort auf bic (Entgegnung be« .{terrn 3»ficut. ticrc bes grojjcn ^löncr ©ec« oon Jyricbet. DicfeS ift in ber Sittcratur feft gelegt unb au biefes allein fann id) ntid) fjalten. Damit ber Scfer fid) fclbft ein Urteil bilben fann, ftcllc id) bie oon ,’perrn ftriebel gcfuubenen 9(rten äufninmen mit ber Tabelle, wie fic ,perr ffad)arias giebt. Die tum ^ricbel gefummelten 9Beid)tierc, oon Griebel oerSff entließt: oon ^adjariaö ocrüffent(id)t: Dreissensia polyniorpha. Unio tumidns. „ crassns. ,, pictormn. Anodonta anatina. „ piscinalis. „ ponderosa. Cyclas cornoa. Pisidium amnicum. „ cinereum. Noritinn iluviatilis. Valvata antiqua. Vivipara vera. „ fasciata, Bythinia tentacnlata. Planorbis corneus. ,, carinatus. „ vortex. Limnaea truncatula. „ palustris. „ stagnalis. „ ovata. „ nuricularia. Amphipeplea glutinosa. Dreissensia polyniorpha. Unio tumidns. „ crassus. „ pictornni. Anodonta ponderosa. Ncritina iluviatilis Valvata piscinalis (!) Vivipara vera. Bythinia tentaculata. Planorbis carinatus. Idmnaea tunoatula. „ fragilis (-= palustris). „ stagnalis. „ ovata. „ auricularia. „ vulgaris. DaS fixib nad) griebel *) 24 IHrtcn ober 21 9(rteit unb 3 SSarietäten (bie 3 Anodonta oon A. Mutnbilis), nad) ßadjarias’ ßäljlung 10 9lrten. Die gefperrt gebrueften finb von .perru ßadjatiaS nid)t erwähnt. Das ®er> jeid)nis oon griebel weift aljo nad), bafi id) mit meiner Söeljanptuug red)t l)attc. 3. perr ßadjarias giebt jept $u, bafj er bie Arbeit oon Dr. ©d)iitt oljne DueHenangabe benupt l)at, er fjätte nur baffelbe ©cftänbitiS inbetreff *) 3)iolncoäoo(ogifd)e ©lättcr 1S70. II. iHadjlrag Seite G2. Digitized by Google Antwort auf bie Entgegnung bc£ fiertn gadjariaS. 233 ber Arbeiten oon ^Srofcffor ©ranbt*) uitb mir madjeit miiffen. 3eßt erfahren mir aber aucf), moßer perr 3acßariaS feine erften Senntuiffe über SlnpaffmtgSerjdjeinungen gemonnen f)at: 9luS einer ganj furzen ©otij in bem ©eßmeilfeßen Sopepobeumerfe. $iefe ©otij ßätte perr 3acßariaS mirflid) nießt abjumarten brauchen, benit über Slnpaffung ift jo »iel gefcßrieben,baß jeber ßoologe eine SOienge Angaben bariiber gefannt ßat. Sßenu perr 3öd)ariaS bie genannten Arbeiten benußt, fo ift bas fef)r richtig, menn er aber baS in biefen ?lrbeiten niebergclegte genau ebenfo in feiner Ülrbeit miebergiebt, oßtic bie Guellc ju nennen, fo ift baS unjuläfftg. ®aß bei einer anberen Gelegenheit ^>crr ^ad)aria§ in einem ©eferate über bie ©eßüttfdje 9Irbeit perm Dr. ©djütt als ?(utor anführt, ift gauj felbftoerftänblich ! 3eß muß alfo barauf hefteten, baß ich genau baS ©idjtigc in meiner erften ©eröffeutließuug angegeben habe ! 4. 3cß hatte gejagt, baff .perr 3<>fßatiaS feine $iere mit pilfe einer großen 3 a ßl l ’ on Sßejialiften beftimmt bat. perr 3üd)ariaS beftätigt baS burd) ©euitung oon bereu ©amen. laß bicjeS aber nidjt alle finb, meiß ich; f° fehlt h ■ ©• perr Dr. floppe uitb perr ©rofeffor Safcßeiiberg. SSeitn perr 3adjariaS fid) auf perrn ©rofeffor penfenS ©lanfton* Arbeiten beließt, jo ift eS boeß ein großer Unterfcßieb, ob man ©eleßrtcn Siaterial jfur ©earbeitung übergiebt, bamit biefelben bie ©cfultate aus biefer Uuterfudjung unter ißrem ©amen oeröffcutlicßen, ober ob man bie Organismen beftimmen laßt unb bann (nad) perrn 3“d)ariaS ©fetßobe) felbft oerüffcntlidjt. 5. Ss märe ja jeßr erfreulich/ meint jeber jfijcßer — ber bod) and) ein gifcßerei’Snterefjent ift — ben ©ee, eße er ißu jptm ffifcßjee benußt, auf feinen ©lanftongeßalt liuterfudjen fönnte. ®ie größte 3 a ßl bcrfelben mürbe aber bod) mit einem ©läScßen ooll ©lanfton ratlos bafteßen; ©ltSitaßmen giebt eS natürlich, mie mir foldje and) befannt finb. ®aS ©erfaßren, aus ber ©lauftonmenge einen ©ürfjcßluß ,;u macßeit auf bie möglidje örgiebigfeit an pijdien, nennt perr 3 rtC ßariaS „©onitiernng." SDerfelbe feßeint gar nießt ju miffen, baß biefe „©onitierung" bie ©runb= ibce ber ganzen penjcnfdjcn ©lanftouunterfudjung ift uitb baß penjen oon biejem ©efießtSpunft auSgegaugcn ift. ©id)t perr 3ocßariaS, fonbern perr ©rofeffor penjen ift ber Segriinber biefer ©onitiernng! 3d) ßabe eS für nötig geßalten, einmal Stlarßcit bariiber ju fdjaffen, baß perr 3 n£ t)ariaS nur in befcßränltem Sinne als ©ertreter ber Zoologie aujufeßen ift unb nießt als ein ffiißrcr and) nur in ber ©idjtuug bcs ©üßmafferftubiumS. Unter anberem jeigt fid) biefeS fdjlagenb and) in *) Übet 2(npaffung3crfdjeinungen unb Slrt bet Sictbrcitung bei .pocfjicetiercu in „ßrgebnipe bet ©(anftoR-gjrpebition." 1892. iüb. 1 A jig. 338. Digitized by Google 234 Dr. G. flpftein. 'Jutroort auf bic Ciitgcgnung bc« .ftcrrii 3odjarin$. ber^ublifation gegen mid), ba .'perr ßadjarinö bic £)t)i>otf)cfe fnnbamentater Stnberuitgen in bctn Vergehen unb Sntftcljen uott Wirten im ©r. '-Blöuer Sec aufftellt, weit er anbcre SBcidjtierc gefunben ßat, nt« ^riebet, toäfjrcnb es fid) bod) nur borurn haubeit, baß er ben See, beit er jo fclbft fanm befährt, nidjt geniigenb fennt. *) 28ic will §err ßndjariaS über ißlanftonprobuftion fpredjen, wenn er fid) nidjt einmal für ben gr. 'fMöner ©ec ein eigenes Urteil erworben hat. SBie will er itergteidje über bie fßrobuftion »erfdjicbeuer ©een anftellen, wenn er auf bem einen See feinen, allerbingS tiid)tigcn, Wiener fifcf)en läßt nnb auf einem anberen See einen, freilid) tjiidjft intelligenten, gifdjer, ber ju mir äußerte, ,,id) weiß ja nid)t, ob id) ebenfo fifd)e wie ber Wiener." Unb babei Ijanbclt cS fid; nur um Oberflädjew fange, bie für quantitative Unterfndjung überhaupt nid)t geeignet finb. 3Ran oermißt bei H errn gadjariaS bie für wiffenfdjaf t= lid)e ^5 o r f d) u it g notwenbigfte ® orauSfeßung : bic 95iaf)rl)eitS‘ liebe, (©ießc ißunft 1 , 2 .) ©tau oermißt bei il)in bie Sichtung oor bem geiftigen Gigentum anberer. (Siel)e Ißunft 3, 5.) 3d) hoffe, baß bie Sefer, fowie alle Qntereffenten an ber Station, bereu ©riinbung mit jo großer jjireube begrüßt würbe unb auf bie man fo große Hoffnungen feßte, eße man ben jufitnftigen üeiter berfelben fannte, burd) meine SBeröffeutlidjung bas gewonnen ßaben, bie ^ubtifa- tioiten bes Herrn (jad)ariaS in ben Leitungen unb in wiffenfd)aftlid)en '-Blättern mit fritifdjem Singe anjufdjauen, feine HßP°tl)efen mit größter '■Borfidjt aufjuneljtnen unb nid)t alles für bare fölünje ju neunten. Über Schnecken im (Sr. fJlöner §ec. 3$on Ur. 6. Slpftciit in Miel. GS ift eine befanute 1l)atfad)e, baß bic im freien SBaffer, in ber pelagijdjen '.Kegion eines Sees fid) aufßaltenben liere unb 'fjflanjen gleichmäßig oerteilt finb, b. I). wenn man an oerfdjiebenen Stellen eines ©eeberfenS bieje Organismen untcrfudjt, baß man ftets biefelben Slrteit finbet; aber nid)t nur bie Wirten, fonbern aud) bie Onbioibucnjaljlcit ber einzelnen Slrten in berfelben Söaffermengc finb glcid). SlnberS ift bies *) 3di biefem -iicftc bet Jpcimat toerbe ut) über eine 3 /< ftünbige Suinmclloiir am gr. (pliiner Sec berieten, roobei id) alle 5riebclfd)cn Set) netten (auf biefe be- fdjrätttle itf) mid)) fanb unb nteift in jct)r grober 3<>I)l, mit JtiiSnaljnic non Vivipara fasciata. Digitized by Google Übet S djneden im ©r. ißlöner See. 235 bei Organismen, bie in ber Uferregion leben, j. SB. bei beit SBaffer* jdjnedeit. Söüljrenb man an einer ©teile faft gar feine ©djneden finbet, treten fie an anbercn Orten in größter Üfteitge auf. Peßtere Uljatfadje fanb id) mieberum betätigt bei einer ©jfurfion an ben ®r. Slöner ©ee. 9ln bem SJlorbufer beS ©eeS jwijdjen Sßlön unb ^eejetafc^e madjte es mir große üliüfje, einige ©djneden ju erlangen, wäljrettb id) auf bem SBege oom ©djloßgarten nadj ber fogen. 3nfel bie ©djneden in folcfjen SDlengen antraf, baß id) bei nur breioicrtcl- ftiinbigem ©ammein*) .fjunberte öon biefen lieren fing. ?lm Ufer, bidjt über ber SBaffergrcnje lagen bie meift leeren ®e- Ijänfe fo bidjt, baß id) fie mit ben .fpänben äufammenfdjarrcn fonnte. SlnS biefent SDfaterial erhielt i cf) größere Sfftcngen ber fleinen Saloatcn. ©ine faft ebeitfo reidje Ausbeute ertjielt id), mettn idj bie im SUaffer tuadjfenbeit Sßflanjen abfndjte, rejp. in meinem Scß auSfyülte ober mit bem fleinen 9Jeß aus SDJull jtoifdien ben Sßflanjen Ijinburdjfuljr. Sfficr ©djneden fammeln will, muß natürlich bie Orte fennen, an benen biefelben leben. ÜRan wirb ba, wo wenig ober gar feine 2Bafjer- pflanjen ju finben finb, meift audj nur wenige ©djneden finben, bagegeit bei reidjem SßflanjenwucfjS eine an Slrten unb Snbioibuen reidje ©djneden- fauna. ©o finb größere ^ladjen ber Uferregion an ber 3nfel mit ©djilf bewadjfcn, atibere ©teilen uamcntlidj mit Characeen unb Potamogeton, fo baß Ijier fetjr giinftige Sebingnngen für eine fidj reicfj entwidelnbe ©djnedettfauna gegeben finb. Über bie ©djneden beS @r. SJilöner ©eeS liegen außer einigen fleinen fRotijeu **) bie ©ammelcrgebnifje oon Griebel unb ßadjarias) twr. ^ricbel fammelte ©nbe ber fedj^igcr 3aljre bei Spiön unb Pangenrabe***) unb fiiljrt neben einer größeren gatjl (10) oon ÜJiujdjcln 14 Wirten oon ©djneden in feiner feljr lejcnöwcrten Arbeit „3ur ÄenntniS ber SBeidjtiere ©djleswig-lpolfteinä" (ijjfalacoüoologifdje Sliittcr, Sb. 16 unb 17, 1860 unb 70) auf. .^adjariaö Ijat nur 10 Slrtctt gefnnben, was woljl baljer fomnten mag, baß er nur an bem Diorbufer beS ©eeS, an bem bie Station gelegen ift, gefammelt Ijat. glitte er an ber 3nfel gefammelt, jo Ijattc er bie in größter Stenge oorljanbenen Salöaten finben müffen. Sei meiner “/iftünbigen ©ammeitour fanb idj 16 ?lrteit. Sou ben *) Vlm 2. 3uli 1803 oon 10— ’/Ol Ufjr DormittngS. **) (Sief f in: ®ie SOtotluetcnfaunn ^»olficiii« in Herl). b. Vereins f. Siatutln. Unterhaltung. Hamburg, Sb. 2, 1876, S. 262. %ad: $ic im nötbl. $>olfteitt oon mit gcjammcltcn SinnenmoUuSfen. Srfirijteu b. 9!nliirm. Herein in £djltei»ig-£ioIflein, Sb. 1, 1876, S. 273— 276. ***) Septetts* jioiidicn pßn unb 'llfdjcberg, ober and) om ©r. pöner See. Digitized by Google 23(5 Dr. CS. Slpftcin. Über SdjMctfen im ®r. ((älöiier See. ffriebelfd)en Slrtcn mir nur Vivipara fasciatu ltnb Limnaea trun- catula, festere foll (nad) 3 ac i) ar ' a ^) niefjt im Sec fetbft gefunben fein, mooon in ber ffriebetfeßen 9lrbeit aber nießtg ju Iefen ift. ®3 ift ober miiglid); fo baß id) biefe 9lrt aud) nid)t im See antreffen tonnte. ®8 mürben biSfjcr im @r. ifMöner See nad) ffriebet, 3 llc ß ar i ag nnb meiner Sammlung fotgenbe 9lrten gefunben, roobei id) hinter jeber 9lrt burd) ff. = ffriebet, 3- = 3 ac f) lir i ag unb 9(. = 9lpftein beu Sammler biefer 91 rt fennjeidjne. Neritina fluviatilis L. jcf)r häufig. ff. 3 . 91. Velletia lacnstris L. 3- Valvata antiqua Sow. Ijöufig. ff. 9t. » piscinalis Müll, häufig. 91. Vivipara vera v. Frauenf. f)öufig. ff. 3- 91. » fasciata Müll. ff. Bythinia tentaculata L. I)öllfig. ff. 3- 91. Planorbis corneus L. jetjr häufig. ff. 3- 91. » carinatus Müll. fet)r häufig. ff. 3- 9t. » vortex L. feltener. ff. 9t. » contortus L. jetten. 9t. » nitidus Müll, feiten. 9t. » albus Müll, fetten. 9t. Limnaea stagnalis L. jet)r fjöufig. ff. 3- 9t. » palustris Drap I)ällfig. ff. 3- 9t. » ovuta Drap fet)r tjäufig. ff. 3 - 91. » auricularia L. häufig. ff. 3- 9t. » truncatula L. ff. Amphipeplea glutinosa Müll, fetten, ff. 9t. ®aä fittb oortnufig 19 9(rten, febod) bin id) fidjer, baf) bamit nod) nid)t bie ganje 3^1)1 an Scfjnedeu ans bem @r. ^tüiter See betannt ift. 3d) jelbft fanb einige (Sjremptare, bie nidjt geniigenb erhalten, aber bei beu oben genannten nid)t eittjnreitjen maren, alfo nod) neu finb. 3ugteid) ift am* meiner Tabelle ju erfcljen, baß bie lieferteguug bes SeejpiegelS gar feinen (Sinflnß auf bie Sdjnecfen auägeübt fjat, roie bas non oornßerein and) anjuneljmett war. (fttons bon unfern* |).uisculc. 'JSoit 3. Jctflc, Sinnier in ®aifltcl)cibc. ft m ®otfe tuirb unfre .'pamsente allgemein als ein tjarmlofer SBogel gelten, ber auf feinen näd)tlid)eu ffUigcn l)i'd)ften« burd) fein plöfolidjeS Digitized by Google gtroa« non nuferer £>au$rulc. 237 9luffreifd)eii furdjtfomc aKenfrfjenfmber erfdjrecfen fantt. @inem auf = merfiamen 8eobad)ter wirb allenfalls bie ernfttjafte Somit ber ©ule befaunt fein. DaS Sollen bev 9lugcn, baS öffnen uitb ©rfjliefjen ber= fclbcn, baS Snappett mit bem fräftigen ©cfjnabel, baS gaudjen, baS £>in= ujtb ,'perrücfcn unb bas gurüctweichen oor bem SBefcfjaucr wirft auf biefen fo urfomifd) in feiner brolligcn ©rnfthaftigfeit, baff feine Siacfjlnft erregt wirb. $ iefe fotiberbare @eberbenfprad)e ift übrigens allen (Sitleit- arten eigen, wie ein 33efud) in ber ©ulenburg unferer joologifd)en ©arten lehrt. es ift nun weniger biefeS, worüber id) berieten wollte. 3cf) will heute mit ber ,'pauSculc inS ®erid)t getjen unb fie öffentlid) attflagen. 3d) uerfjcljle mir bei meinem i?ornef)men utdjt, baß id) uielen Zweiflern begegnen werbe unb baß fidj aud) (Berteibiger ber ©nie ntelben fönnten. SDfir fünnte es mtr angenehm fein, wenn meine Slttflagcn wiberlegt ober nur in etwas eutfräftet werben fönnten. 9fid)t ^eiub- fdjaft gegen nuferen SBogel oeraulafit mid) jur 91 n flage. Diefelbc ftüfjt fid) auf öfter gemadjte Söeobadjtuugeit. Senner beS (BogelS ftimmten mir of]uc ©iuweubungen ju ober beftritten l)üd)fteuS bas Ijiiufigc (Bor« fontmen ber oon mir oorgcfiil)rteu Fälle. Dod) nun jur ©adje. 3d) l)abe bie ©ule ju beobadjten ©elegenljcit getjabt in bem alten ftüfterfjaufe, bas 10 3af)re fjinburd) meine SSoljnung war unb erft 1887 abgebrodjen würbe. Dies .fjauS, uralt, mit Stroljbad) unb Fadjwänbeu, Sufammengeflicft im 2anfe ber 3*it, beftanb aus einem ÜJfittelbau, bem fpäter liitfS unb rcdjtS je ein Flügel angefjäugt würbe, wobttrd) eine Frontlänge oon über 1(X) Foß eutftaub. 9Jiit feinen 3 @iebcln unb großen (Bobcnräumcii fd)icn eS gar eiulabenb für bie (Stilen, oon betten ein (jSaar minbcftenS ftctS barin fein SBcfen trieb. (BcfonbcrS intereffant waren mir bie Diere int wenn bie (Brut beeubet unb bie Sungeit oon ifjrer hohen 2Biegc oor beut @iebcl Ijerunterftiegen, um fid) auf bem uuterbeS immer leerer geworbenen (Bobcti ju tittumelu. DaS war bann abcnbS ein ^niidjeit unb ©dreien, ein (Rufen nad) ben ©Itertt, bis biefe mit (Rührung fatnen unb bie Ijungrigeit Sichten für Slugenblirfe ftilltcu. Da Ijabe id) beim öfter morgens mid) nad) beit Sdjreiertt litngejeljen unb faitb l)ättfig Febern fleitter (Bügel, wie 3iot= fel)ld)ett, ©raSnuirfen :c., mehrmals aud) bie £cid)cit biefer fleiueit Säuger. SBeil id) bis ba()iu uidjt gewußt unb aud) nid)t geglaubt hatte, baß bie .'pauseule ein foldjer (Räuber fei, — id) hotte fie nur für einen eifrigen IRäufejägcr gehalten, — fo forfdjte id) weiter unb fragte aud) bei Sägern unb anberen SSogclfunbigen, bie mir, toic fd)ou oben bemerft, Zum Deil fofort aus oollfter Überzeugung üeiftimntten. Digitized by Google 238 3. Iceflf. ©lunä Bon imffrcr $au$tule. Um mir jebod) ooüe ©ewißpeit su werjdjaffen, tötete id) eine junge Hufe. Ser 3npa(t bes 'Magens beftanb außer anbcrit Stoffen teils auS fiebern uub flcincn Sogclfnodjeu. Somit mar id) für meine ^ßerfon feft überzeugt, baß nufere jo parmloö fcpeinenbe ,'pauseulc ein arger Sauber ift. 3d) pabe meine iöeobadjtungen fortgefeßt, fie namentlid) in iprern abeitblidjen Sreiben in ben Sinben, bie unfern alten SÜrcppof umfännten, oft unb gern bclaufcpt. Mepr als einmal fjat mir ber XobeSftprei eines (leinen SogelS bie ©ewißpeit gebracht, baß ber licptßpeue Säuber ba oben fein fcpänblicp Saubpanbwerf treibe. SBenn Srepm in feinem Xierlcbeu ben Sperber einen Straucpbicb nennt, ber allen deinen Sögeln in Sufd) unb .fjerfc auflauert, io nenne id) bie .jjauscule nid)t minber einen Straudjbieb, einen näcptlidjen Straudjritter. 3pte Sad)taugen finb ja wie gemadjt basu, um felbft mitten in buuder Sadjt fdjarfe Umjdjau palten ju fünueu in Saum unb Strand), bie fie aud) förmlid) ju burcpfucpen fdjeint. Saß unferc ©ule fein ftfreunb ber deinen Sogcl= weit ift, ^eigt uns and) bie VI rt, fie ju empfangen, wenn fie burcp irgenb einen Zufall aus iprer XageSrupe aufgcftört ift unb fid) braußen jcigt. über follte bas ettoaS 3 u fälligeS unb nur in bem jeltenen 91 h* blirf begriinbet fein, ben bie ©ule bei Sage ipneti bietet ? 3d) benfe, fie tenncu ipren f^etub nnb fucpen burd) ipre mit argem Wefdjrei be= gleitete Scrfolguug ipm fein Sfjnn entgelten ju (affen. 3pren geinb ju bewältigen, ba^u reidjt ja ipre geringe Straft nicpt aus, benn ber Sauber pat gar ftarfe unb gefäprlid)e SJafjen. JVus bem 'liedeben, 95on .£>. Oefcr in ©narben. 1. Ser .f>cd)t. Ser . l ped)t ift befanntlicp ein arger Sauber, meld)er fiep nidjt ftpeut, feine eigenen Stameraben jn oerfepliugen. ©ar oft pabe id) friiper beim 9(bfd)lad)ten ooti £>ed)tcn im Innern bcrfelbeu palboerbaute ,'pecpte ge funben. 91 uf Sceeu pabe id) luieberpolt bie SBaprncpmung gemad)t, baß ffifd)c fid) für einen Slngeitblicf über bie ÜBafferfläcpe erpobeu, woraus id), mopl niept mit Unrecpt, gefolgert pabe, baß jene oon in bem See reidjlid) oorpaubenen Ipetpten oerfolgt worben finb. ©rfnprungcu, bie mir giftper bariiber mitgeteilt pabeit, beftärften mid) in biefer 9lnfid)t. ©aus neu war mir inbeS bie Seobad)tung, bie id) im Sommer 1891 rnaepte. 3n einem ©efäß mit S3affer patte id) deine ffjifdje oon ber Digitized by Google tön« bfin licrtebeii. 2H‘.t ©röfje eines 8tid)IingS, bie fid) barin luftig tummelten. Salb bavauf fing id) einen ctma 10 cm langen .'pedjt, ben id) in basfelbe ©efäfj jebte. Kaum mar berfelbe barin, als id) ju meiner Übcrrafdjung bc= mertte, bafi ber fjcdjt mit gefriimmtem Rücfen unb im Sprunge einen ber ficineu jJifdje oerfdjlang. (Sine Uuterfudjuug mciucrfeits ergab, bafi ber f leine fyijd) tjatbücrfdjlungeu im Rachen beS Räubers ftedte; bod) mürbe er uou mir nod) lebenb miebcr heroorgcjogett. £>ajj ber .fjedjt, ohne fid) jnoor an feine ©cfangcnfdjaft gemöfjnt jit tjaben, feiner an- gebornen Raubluft früfjnte, mar mir neu. 2. $cr gemeine Stichling. $iefer fdjeiut ein fampf» unb raubluftiger Semofjnet beS 3öafferS ju fein, taüuon id) mid) burd) ben Slitgenfdjein überzeugt (jabe. Sin red)t großes ©laSgefäß barg mehrere Äarautfdjeu unb jmei gemeine Stidjliuge. Anfangs fdjienen bie Xicre frieb(id) in il)rer gemeinfamen Sebaufung mit eiuanber leben ju mollen, bod) füllte id) halb bas ©egenteil erfahren. $er deine Stidjliug mar fü()n genug, mieberholt Angriffe auf eine ber oiel größeren Sarautfdjen ju machen. 2)a id) ben meiteren Serlauf nid)t abmarten mußte, blieb mir nid)tS anbereS übrig, als bie ©efellfdjaft ju trennen. 3. 2ic Ringelnatter. 9(n bentfelben läge, als id) ben Sorgaug mit bein ,yed)t beobachtete, hatte id) ju meiner fjreube bie ®e!rgenl)eit, baS Sdjmimnicn einer Ringel- natter -pt fehen. — 3d) ging längs bem mit langem ©raS beftatibencn Ufer eines ©rabettS, als id) plöplid) etmaS ins SSJaffer fpriugen fah- (Ss mar eine Ringelnatter, bie, burd) meine gußtritte aufgejd)rcdt, fid) ihrem oermeintlidjcn Verfolger burd) bie glud)t ju entziehen fud)te. ©emanbt unb rafd), ben Stupf aufgerid)tet, babei biefelbeit fdjlüitgelnben Seitenbemegungen auSfiihrenb mie auf bent fianbe, burdjfdjmamm fie längs ber Cberflädje beS ffiafferS ben etrna 1 V 2 m breiten ©rabcu bis au baS jenfeitige Ufer, .'pier ucrjdpuaub fie im Retß. JHittcilungcn. (Anodonta eygnea L.) Slntmort auf bie Anfrage im 3uli-9luguft- £>eft ber „.fjeimat" S. (Steffin tyat in feiner „$cutjd)en (SjrfurfionS- 9)folluSfen=3auna" — ein fcl)r ju etnpfehlenbeS .fjaubbudj — bie ?ltto= bouteu fel)r auSfiihrlid) behattbelt, unterfdjeibet aber nur 2 .fjauptarteu : Anodonta mutnbilis Giess. mit beit SarietätCli Cygnea Linne, cel- lonsis Schröter, piscinalis Nilsou, anatina Linne, larustrina Giess. Anodonta complanata Ziegler. Digitized by Google 240 TOitteitungen. Sfittrilungen ü&cr tanbrMunMidjf Sittfratur. Von ber erfteren 9lrt lummen bie oier elften Varietäten I)ier in ftßlammigen ©ewäffcrti woßl überall uor, bie var. lacustrina Cless. finbet fitß nur in ben uberbat)rijd)en ©een. ®ie var. Cygnea L. mirb feßr groß, id) habe fie gefammelt im ©cßnjeufee nitb im alten ©(ßlegW.=§olft. Sanal mtb fie ift mol)l in allen ©ent nitb fjlußläufen anjutreffen. ©ie ift and) leicht ju erfennen, ©cfjale groß big 190 mm, breit, attfgcblafcn, Gpibermig lebhaft gefärbt, mit marficrten Saßregriugett, Söirbel faft in ber Vlitte fteßenb, Vorberranb gerunbet, Hinterteil fnrj unb breit, baßer bie gattjc 9Rufcßel eiförmig; Perlmutter rein, bläulid) unb glänjenb, äWuSfeleinbrüde beutlid). Ülleine Gjemplare finb nur mittelgroß, bagegen Ijabe id) var. collonsis riefengroß big 187 mm, bie var. piscinalia unb anatina, bie weniger groß werben, finb ßier and) gewößnlidje Vorfommen. 3wijd)cn ben tßpifdjen Varietäten finbeu fid) uiclfadjc Übergauggformen, jo baß (Steffi it fie alle ju einer 9(rt, A. mutabilis, pf am menfaßte. Siel. JHittcihmgcn über lanücsliuntilichc pttcratm*. Snutl), Dr. p., Vluntcn unb Onfeftcn auf ben ttorbfriefifeßen 3nfeln. 3Jtit 33 Hol^djuitteu in 110 Ginjclabbilbungcn. Siel unb Sieipjtig, fiipfiug & Jifdjer, 1894. VIII unb 207 ©. gr.=8°. Preig 4 A ®ie Vefer ber tpeimat finb fdion burd) beg Verjafferg 9lufjaß „Über bliitcnbiologifdje Veobadjtungen," Heimat Heft 5 unb 6 b. Saßrg., mit feinem bejonberen Slrbcitggebiet, ber Vliiteubiologie ber ttorbfriefifeßen Snfelu, befannt geworben. — Dag oorliegcnbc SBerf cutßält auf ©eite 1—10 eine furje Ginfüßrnug in bie Vliiteubiologie, ©eite 10—12 folgt ein Verjeicßnig ber wießtigften ©cßriften ßierüber. 3m 2. ?lbjd)iiitt, ber Vlitmen unb Snfeften ber norbfriefifeßen 3nfeln beßanbelt, wirb jnnäcßft ber allgemeine Ginbrud ber 3nfeftenwclt unb bereu Vejicßungcu ju ben Vluntcn auf ben Snfelu Vom, ©ßlt, Slmrunt unb gößr gefdjilbert unb bann bie Vcftäubunggcinridjtungen ber Vlutnen erörtert. @g folgt eine Überfidjt über bie 3njcftcnbefud)e au biefett Vlumen, bie Verteilung ber Pflanjeu auf bie Vlumengruppen unb Pftonjetiflaffen unb eine Überfidjt über bie auf ben einzelnen 3ufelu beobacßtetcu 3nfeftcn. 'Dann ftellt Verfaffer bie Snfeftengruppen mit ben VInmenllaffen jnjantinen. 9111- gemeine Vemerfuttgen über bie Pflanjen ber uorbfricfifdjeu Snfcln unb eine äufamnienftcllung ber Grgebniffe bilben ben 3. 9lbfd)iiitt. Vadjträge unb Verbefferutigcn, fotuie ein augfüßriidjeg Vegifter feßließen bag Vnd) ab. Sieg möge junädjft genügen, um bie Skier auf bas oorliegeube 3Berf aufmerffani ,pt ntadjeii. $. Irurf oon 91. 5- 3 cll fcn in Siel, töorfiabt ti. Digitized by Googlp Xirjenigm SJtitfllicDer, wcliijc im ßnufr Des Sabres Dem herein bciflctvctcu jinD uitD Dm ©citrag Don 2 Al. ttodi nidjt befahlt haben, wer Den frmnDltdjft crfudjt, Den genannten ©etrag an Den llnter.jetdjueten ciir,ufcnDrn, Damit Die ttaifrm'Jlbvcdjnnng aüfieiftiloiien werDeit tann. ftifl, Den 21. Hnguft 1893. £. © rtcrS, $>au|>tlrt)rrr. Siel, aßaifratjofftr. 4. 2>cr gefdjaftsfityrcnöe EitSfdjitfj befielt pr 3 e i J . 3- erfebeint: ©cbcitfbud) etnc3 0d)le^n)ig-'§olftciuer^ II. teil. Sion IMrclitur Dr. G. 1$. Ecrit. Inhalt: 1, Sugcubgebichte; II. iielbenlieber oon ben Sdjauentmrger ©rafen; III. 8eicbauli(b«4 au4 ber Säneujeit; IV. 3rieben*gloden au« fiiirinijd) beroegter 3eit ; V. 9Tu$ ber itorbgrrmanifd)en ®6tter. unb £ielbenfage; VI. J m neuen !Rcid)e. ®er obige II. Teil bei oon verrn Jircltor Dr. Red oor jrcei fahren »er* öfientUd)ten ©ebculluube« loirb co. 20 SBogen umfafjen. 3d) bitte, Subjfriptionen mir oor bem 1. 'Jloocniber jngeben ju tofien, unb erbalten fdmtlicfje 5?orjeid)ner bai ®ud) }um SorjugSpreifc Oon ■ 'Dinrf 2. — , === — I I loätjrenb nadt bcni 1. Wooember eine erbeblidje 'ßreioerböbung eintritt. 8orau$be(tcllungcn uebmeu famthdje bic|ige 8mbbanblungen entgegen. Miel, im September 18ü3. B. ISrharDt, 8erlag«bud)banblung. JrnpnronDfnrinftolt iu Ile(. Aufnahmeprüfung am Sonnabetib, ben 14. Ollober, morgen* u lll)t. Jpauptlebrcr .fi. Rloppenburg. 3ur lOOiälirip d&elnirtstagtfeta: utm 11 . 1 Cornfni Soeben erfebienen : llni( Jen« üomfen. ®in ©ei trag jur ®efd)id)te ber 'Bieber- gebürt be* beutfehen ©olfe* ton ©vof. Dr. flarl 3 onfen. 2. iuot)lfeiIe Slubgabe (642 ©eiten) geb Jt3.— . Stoii bcmielben ©erfoffer erfebienen früher unb finb al« jeitgemäft ju empfehlen: j§>eUfame (grinnerutigcti au* ber Sranjofenjeit. ®eb- jtt 1.60. Die (Eriimmiiwn Dfsfrnogs €mftIL non Coliurg-Cotlw aus §d]ltsiüiB-§olltehi 1848 — 51 . 9luf ©rnnblage teil* befonnter, teil* bi*ber nidjt ocröffentliibtcr ^eugnifie geprüft. ®eb. M. 2.-. ftiel. <•. Crrtatb», 9ierlag-?budibanbUing. Dp. med. Lahmann’s Reform -Unterkleidung saugt Schweins wie Wolle, ist weich wie Wolle, reist aber ilie Haut nicht, Teschner & Frentzel, ßrunsmirkrt ßudiliauMnitg, *u|Uallrn, CrihMbUotlitk u. febnnillrlgrfHÄft. Kiel, Branswiekeretr. iS. sesentlb. d. Schultfr. Prompteste und billiint« Lieferung aller Arten Bücher n. Zeitschrift, in- u. ausländ. Littar. 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SnDrgnng. 1893 . | mm e © p < WT " ^gggggggggggggggggggggggggggggggggggggggggg^ * : * r •». diejenigen ©litgtieDer. welrfie im üaufe Des Ingres Dem ©rrein Deigetreten jinD unD Den ©eitrag Don 2 ML. nodj nidjt be^atjlt Daten, werDen frcunDlirtjft eriurftt, Deft genannten ©etrag an Den UnterjcUDneten ein^ifcnDen, Damit Die Mnfien.flbredmnng abgejdjloffen toerDen tann. ftiel, Den 2t. CftoDcr 189:5. ©eterö, £üuptlrt|rer, fiel, ffiaijenbofftr. 4. Xcr rtcfdtnftöfül)rcnbc befiehl tut au« : ®nmnaiiaDel)tet a. X. fyarf, «orfiäenbet. Stiel, Sdiulftrafte 14. fcauplletjrer Xnnumeicr, Sdiriftleiter, ftiel, ftornfenftrafte 6fl„ 6aupllei)ret Jllccmaiiii, •Schriftführer, • Mtel, .«ird)hoi4aüce 28. £iauptlel)rcr Vctcv«, ftafienführet, ftiel, 3Baijent)offtrati« 4. ftufto« Splictb, ftiel, ltird)ftifirafie 8. rimat ♦ Jflonatsfdmft bcsöcrcinsjuvPftcgckrllittuiwi.^ankGkunöc in Sdtlestoig-Jjolftcin, Hamburg unb ^Ciibcdi. 3. ^aljrgang. JM 11. Sioüentbcr 1893. Xir „ftrimat* rrfdKint irbrn Woitat in 1—1*/« Vogen. Xie Witglieb« brd Verein« rrtmltrn biejrlbe gegen einen Veitrag oott -'Warf frei Augrfanbt. Xcr Veitrag Tann bi« &um 1. *pril iebeu fahre* an ben Mafieninlirer. jCuniptlelirer Veter« in SVieX. Vlaifenhofftra&e 4, ringefanbt werben ; bi« baliin nidit ent^ ridttrte Verträge werben bnrdi Voftnadiiiahme einge^ogen. gür Widrtniitglirber foftet bie „Heimat" öurdi ben Vudthanbel im fahr :t Warf, bie einzelne Stimmer :mj Vf- ¥ln$eigen foften 15 Vf bie ge fpaltene VetttjrUf, bei VJieberljolnug wirb ber Vreie erntäBigt- Schriftleiter jjSauptlehrer $. Xannmeier in Stiel , üomfettftr. 59. (Ütoc Jens Jo rufen. SJon .Snrtroifl Jtoarf in Kid. S9ohl bein, ber feiner Väter gem gebenft, Xer froh oon ibrett Ihaten, ihrer «rüge Xen ftörer unterhält. (Woctbe, 3phigeitie I, :t. SBenn rin itolf liacfi tjnrten ftämpfe« unb idjtuereu Cpfcrn lang (£rftrebtc§ cnb(id) ueriuirf (icfjt fiefjt, anberS oiellcidjt, als nuindjcv gebadjt unb gehofft, aber bod) berrlid) unb groß, bann wirb nicht feiten übcr= feljeu, tuie oiele Stationen p burdjlaufcn waren, clje matt pm $iele gelangte, wie oiele eble ÜDtiinner ifjr gattjeS Streben unb oft ihr ©lut unb Sieben ciufeficn muhten, beoor ein gfiirfticheä @efd)led)t bie f?riid)te beä (Srruttgeneu geniegeu tonnte. Uttb wenn and) in bem ^odjgcfiihl ber erften Siegesifreubc itod) einmal baufbar prütfgeblicft wirb auf ben Cuetlen: Saufen: Uiue 3*n8 Sornfen. Stiel 1872. (Sluf biefeü üorpglicbe SBerf, baei joebeit in 2. Stilfinge jum greife »on 3 JiL. crfdjiencn ift, foD nidjt unterlaffen werben, hier cmpfcMenb tjinjutoeifen.) $erjelbe: 3tt Sadjcn Sornfenb I. SBeröffenttirfjt in ber 3eitfcf)rift ber @efeQfd)aft für bie (i)efd)id)te ber Jjjerjogtümer Sd)(c3roig, .fjolftein unb Siauenburg. Stiertor Sfanb. Kiel 1873. Ufinger: Uwe 3cn3 Siornfen. ®erü|'jcutlid)t itt betfelbcn ijeitjdjrift. dritter Stanb. Stiel 1873. $erfelbe: 3n Soeben SJornfcuS II. Steiöffentlidjt ebenbaf. Stiertet Sfanb. Siel 1873. Si prüfen: Über ba3 SJerfaffung3werf itt Sig-$>otf)cin. Siel 1830. Digitized by Google 242 fjartrois Stniuf. burdjlaufenen 2öeg, unb licbeub unb eljretib man fid) berer erinnert, bie bas fdjöite 3'cl mit haben erftreben helfen, ohne bas ©lürf gu geniefjen, in bcm (Miaute best (Errungenen fid) gu fonnen, — bann folgen ßeiten, 100 mit bem ©emorbenen gerechnet wirb, als mit etwas, baS fo hebe fommen miiffen, nnb immer mehr Warnen, bie einft Ijdl erglänzten, tauchen unter in ber Sergeffenheit Wadjt, unb nur wenigen futibigen Singen bleiben bie folgen ihrer SBirffamfeit unoerborgen. öS follte baS nicht fo fein. Söafjrhaftigfeit unb ©ered)tigleit, bie allein gefchichtlich ©eworbeucS redjt oerftef)eu unb barum auch recht fetten lehren, erforbern e§ ebenfo fc^r als Pietät unb Janfbarfeit, baf) man auch fotdjer DJiätuter nirfjt oergeffe, bie wie ÜWofeS ooin Serge Webo nur einen Slid hoben hineinwerfen bürfen inS gelobte Sanb unb oft nicht einmal biefcS: — bie, oerfanut, ocrfcfiert, oerbannt, gefangen, ein SDiärttjrertum ftatt beS oerbienteit Sot)ncS gu ihren Lebzeiten baoon getragen. SBenn wir bie @efd)id)tc ltnfereS engeren SaterlanbeS Schleswig“ tiolftein burd) alle bie Sönnblungen gurücfoerfolgeu, bie fie im Saufe biefeS 3al)rl)unbcrtS burchgemacht, fo wirb unfer 3ntereffe oon einer foldjen Serfötilidjfeit gefangen gehalten. öS ift Uloe 3enS Sorufcn. ©erabe baS laufenbe 3al)r, in weldjem jitm hunbertftenmal ber Jag feiner ©eburt wieberfchrt, lenft unfere Slicfc auf ihn. Stuf wogenumraufd)ter Worbfeeinfel ftanb feine SBiege. $u Seitnm auf Stylt würbe er am 18. Wooentber 17H3 geboren. Sein Sater war als SdjiffSfatyitän unb SRatmaun feiner Sanbfdjaft eine geachtete s $erfünlid)feit, feine SDlutter eine mehr praftijd) tüchtige, als geiftig be> bentenbe fff rau. Unterrichtet würbe ber junge „llf" bis gu feiner fton= firmation in ber Schule feines IpeimatborfeS. Sluficrbeiu lernte er SJlathematif bei bem Setyrer eines Wadjbarorts. ör war oon feinem Sater für ben SeemannSberuf beftimmt; bod) war eS bei ber Unfidjertyeit ber bamaligen SBeltöerfjältniffe, unter wetdjer wegen ber oon Watyolcon aitgeorbneten ftoiitinentalftyerre namentlich ber Seehanbel gu leiben hatte, itidjt Ieidjt, als Seemann bauernbe Sefdjäftigung unb ftortfommen gu finben. JeStyalb gab ber Sater enblid) bcm bringenben Änraten eines SdjwagerS nach, beti bereits ndjtgchujährigen Soljn ftubiereu gu laffen. 3m Cftobcr 1811 faiti er mit einem ungefähr gleichaltrigen Setter gu-- uädjft auf bie Sdjulc und) Joubcrit, bie er nach 2'/» 3ahren mit ber J>omfd)iiIe in Schleswig oertanfd)te. 1816 begog er bie Unioerfität ftiel, um fid) bem 9icd)tSftubium gu wibmeu Jnf) er fid) Ijiev mit allgugrofkm öifer beu SBiffeufdjafteu l)i n ‘ gegeben, ift nicht woljl angunehmen, hat bod) einer feiner afabemifchen Digitized by Google Urne JtenS Siornfen. 243 Sekret itjm bog Sfkäbitat „unfleifeig" uidjt oorentfealten. dagegen liefe ba! ftubentifd)e Sieben unb Xreibcn ifen nidjt fall, unb er wirb fid) be§ Vofjen, Scereu mtb Sfnljolteslofen beäfelben wot)l ebenfowenig bewufet geworben jein, als bie .^uuberte feiner Kommilitonen, bie an ben ocr* jdjiebenften beutfdjcn ipodjjdjulen bamal! an einem Sieben ©einige fanben, bafe in jeinen Äußerungen nidjt nur mit ben ©efefeeu ber !ß}of)Ianftänbig> feit, jonbern gar nid)t feiten and) mit benen ber ©ittlid)leit follibiertc. Snbejjen audj in Verirrungen bc! menfdjlid)en ©eifte! offenbart fid) eine Kraft, ber oft nur eine anbere Vidjtung gegeben ju werben braucht, um fie §um ©egen au!fd)tagen ju taffen. ®a! jeigte fid) aud) tjier. 3n 3ena war, nameuttid) auf Anregung ber au! bem Vefreiung!friege Ijeimgefeferteu ©tubenten, oon bem @efüf)l geleitet, bafe and) unb bejonber! ba! ©tubententeben ber grofeen ßeit gerecht werben müffe, am 12. Suiti 1815 bie erfte Vurfcfjenfdjaft gegriinbet worben, bie ,,©{)«, greifeeit unb Vaterlanb" auf iferc Jafene fdjrieb, unb beren SDtitgtieber getobten, nid)t nur äußerer @l)re, fonbern and) in Ifeat unb Sieben innerer ©fere unb ftfreifeeit nadfftreben j$u wollen, juin fpeile unb im ®ienfte be! geliebten bcutfdjcu Vaterlanbe!. Von tjier au! würbe nun im ©ontmer 1817 bie ftubentifdie Sfugenb au! ganj ®eutfdjlanb betjuf! ©rünbung einer att- gemeinen beutjdjen Vurfdjenfdjaft ju einem gefte auf ber SSartburg eiitgelaben. Unter ben ©rfdjienenen waren aud) 30 Kieler ©tubenten, bie, als fie nad) Veenbigung ber erfeebenben freier auf ifere tjeimatlidje $od)jd)ule juritdfefjrten, fetjr batb eine Veformotion be! ftubentifdjcn Sieben! in bem ©eifte, wie er unter ben fd)warj=rot‘golbnen färben fid) funbgab, bewirften. Von biefem ©eifte würbe aud) Siornfcn mädjtig ergriffen, ©r befunbetc e! baburd), bafe er im griil)ial)r 1818 Stiel mit 3etta ocrtaujdjte. ®a! 3al)r, ba! er feier oerlebt Ijat, ift bebcutfam für it)n geworben, ©r würbe fid) l)ier im Verfefer mit ben Vrüberu au! allen leiten be! grofeen Vaterlanbe! erft redjt bewufet, bafe aud) er al! ©d)lc!wig>|>olfteiner ein Dlfitglieb „ber mädjtigften unb cbelftcu Station ©uropa!" fei, bie allein ifjrer „Ijeillofen 3erftücfelung" e! jujufdjreibeu feabe, bafe fie „oon jeljer unb oon allen ©eiten unb Völfdjen Spott unb .'pol)u feabe auf fid) laben laffen müffeu." *) 2)fit biefem Vewufetfein feljrte er auf feine feeimatlidje 3nfel jitriid, unb biefcs Vewufetfein naljm er mit fid), 'als er, nad) beftanbenem ©yamen unb nad)bem feine S'lbfidjt, fid) al! Slboofat nieberjulaffen, fid) nirfjt Ijatte oerwirtlidjen wollen, im fjerbft 1821 in bie „@d)le!wig>.ji) 0 lftein = S3aucnburgifd)e Slanjclei" ju Kopenhagen al! Volontär eintrat. ®iefe! Vewufetfein ift llrfacfec, *) SOorte au« feiner Sdjrift „Über ba! SierfoffungSroert in @d)te3nrig>$olftein." Digitized by Google 244 ■tmrtiwifl Jlfldrt. bajj mir bei üornfen eine ©erücffidjtigung bcv allgemeinen beutfdjeit ©erljältuiffc nimmer »ermiffcn. 3n ber Kanzlei mürbe KornfcnS Kraft halb gcmiirbigt. Seine ©or= gefegten fdjä^teu bie „griinblidje unb überjcugenbc Klarljeit," bie iljm ju Gebote ftanb, unb feine SlmtSgenoffen erfanuten ncibloS feine Aber* (cgenljeit an unb rühmten feine ©orjgige in jum Xeil überfdjroänglidjen ÜBorten, mennglcidj fie anbererjeits uidjt »erfennett tonnten, baff fid) bei iljm „ein Mangel an eigentlidj miffenjdjaftlidjer unb ancrgogener Gilbung" bemcrtbar macfje. ©eine Xiidjtigfeit lieft iljn »erfjättniSntäfjtg jdjuell aufrüdeu. bereits im Saljrc 182(i fefjcn mir ifjn auf »erantmortungS= »ollem ©often als CSfjef beS erften unb »icrtcn SefretariatS-Komtoir. üorufenö SebenSpfnb fdjien geebnet. SBar fein ©eljalt »on 500 Sttljlr. and) uidjt gerabe bebcuteitb, jo reidjte cS für feine ©erljältniffe bocfj au«, unb bei ber Stellung, bie er fidj burdj feine Tiidjtigfeit ermorben, burftc er mit Stecfjt crmarteu, bajt eine Steigerung feiner Sinnafjmen nicfjt lange auSbleiben merbe. (Sr Ijätte otjne Sorge ber ßufunft cntgegcnfcljen tonnen, mcnn nidjt fdjon jc(jt ein Übel fidj bemcrtbar gemadjt Ijätte, baS feinem ganzen Seben eine tief tragifdjc SMjtung geben follte. Vorigen mar »on ber Statur mit einem fräftigen Körper auSgerüftet. Tie „redenljafte" ©eftalt bes ^riefen Ijat eiuft feinen 3enacr Kömmili’ tonen imponiert. Slber in biejcm fräftigen Körper jirfuliertc ein „JdjroereS ©lut." liefe Stiebergefdjlagenljeit unb Sdjmermut folgten bei iljm oft auf tpeiterfcit unb fröljlidje SluSgelaffeitljeit. ©oldje Staturen pflegen alleä alljuernft jn neunten. Sclbft bie ^röljlidjfeit trägt bei iljucti einen gemiffcrmafjen ernften Gfjaraftcr. Stamcntlidj aber Störungen im eignen ffiofjlbcfinben erfüllen fo »eranlagte 'fierfoneu ntciftenS mit crnfter, iiber- triebcner Sorge. Stun Ijatteu fidj bei üornfen fdjon halb nadj feinem 3enaer Slufentljalt ^eidjeu einer geftörten ©erbauuug unb eine üble .'öautauSbüuftuiig bemcrtbar gemadjt, ju beiten fidj jeitmcilig ein fledjtem artiger, über beit gattjeu Körper fidj auSbreitenber SluSfdjlag gefeilte. Turd) auljalteubeS, oft 7— 8 ftünbigeS Slrbeitett in Kopenhagen Ijätte fidj biejeS Übel nur »erfdjlimmert. SJfebijinifdjc, ftrcugftc Tiät> unb ©abe= furcn tjatten nidjt gcfjolfcn, IjödjfteitS »orübergefjettbe ©efferting gebradjt. „Söic pcinlidj idj gelitten unb gefeufjt Ijabe unter bent ntcfjrjäljrigcn Trurf biefeS furdjtbaren Übels," fo fdjrcibt er felbft, „baoott tönnen Sic fidj feilte ©orftcllung madjen. ©cfonberS in ben bcibcu lebten Qafjren (jatte fidj eine ftille Trauer meines ©cmittcS bemädjtigt, bie nur burdj SluSbriidjc eines au ©erjmeiflung grcnjeitben Unmuts, bnrdj eine milbc üebljaftigfeit unterbrodjen mürbe." Dbmofjl er fidj jagen tonnte, „bafj er feilte üebeuSfoitbs nidjt uergenbet, fonbern feilte innere 2cbcn8= Digitized by Google Uwe 3 f n$ üoriijcii. 2+5 traft uod) ungefd)wnd)t uitb in ungewöhnlicher urfprünglidjer ffülle ba* ftdje," uiib obwohl ilpu är«tlid)erfeits mehrfad) bie SBerfidjerung würbe, baß fein Üeibeu einen ernften Sf)arafter nidjt trage, jo erachtete er eS bod) „als feine ^fließt, nidjt «u raften unb «u rußen, bis bas Übel mit ber äBurjel anSgerottet fei." -Da er nun glaubte, baß er in feiner ber» «eiligen Stellung biefeS uid)t werbe ermöglichen tönnen, ba fid) ferner »on 3aßr «u 3aßr mein - bie Überjeugnng in itjni befestigte, „baß bie 'Jiatur il)u mit ungcroötjulidjen geiftigen Waben auSgerüftet habe, bie für bie 9J gehofften 3beeit ber Überjeugung, bafj jeßt für fie bie ßeit «um fpanbeln getommeu fei. 9tud) in Stopeuljagen, in ben Streifen, beuett Sornjen angehörte, würben bie ißarijer Steigniffe unb ihre etwaigen folgen lebhaft erörtert. Jiir Siornfeu, ber bis baßin geglaubt, „bafj bie 93erl)ältniffe feines fiaitbeS in politifdjer ,f)iufid)t «u feinen Sebjeiten nid)t aus ihrem bisherigen Weleife ßerauStreten würben," trat jeßt „bie größte 2Bal)rfdjeiulid)fcit ein, baß fid) ber entgegengefeßte ftfall ereignen werbe." Sr hielt „bie Seftrebuugen ber $eit mit einem 3Rale um ein halbes 3at)rl)uubert iljrem näher gerüeft" unb erad)tete es nicht für uitwal)rfd)eiulid), ben Iriumpf ber Sadje ber SBölfer mit «u erleben. 2>aS befeftigte il)u nur in feinem Vorhaben, feine Stopeuf)ageuer Stellung mit ber eines Digitized by Google 246 .'partmtg .Uaatf. üofalbeamten ju uertaufdjen. „@S näßt (ebenfalls," fo jcßreibt er, „eine tßateitoollc 3 c *t ßeran, bie jeben ftreitbaren 93?mm maßnt, fid) woßl> gerüftet oorfinben ju laffen, unb meine Sßlter Wuße jotl meine 9tüft= lamm er werben." 9S3ar aljo urfpriinglid) in erfter Sinie bie Stüdficßt auf feine ®e= funbßeit eS, bie eine Slnberung feiner Stellung ißm miinfcßenSmcrt, ja notwenbig erjdjeinen liefe, jo trat im Verlaufe neben biefer immer nteßr ber ©ebaitfc, feinem Statcrlanbe in feiner oeränberten Stellung non größerem SRußen werben ju fönnen, in ben sUorbergrunb. SOiit bem Sorfaßc (ebenfalls, bemfelbcn nadj Staffelt bienen ju wollen, »erliefe er Äopenßagen, unb mit biefem feften SUorfaße, ju feanbeln, betrat er Witte Cftober 1830 in Siel ben Stoben feiner fd)leSwig=ßolfteinifd)en feeimat. I'aß bie befreienbe £ßat, wegen ber er oerbient, bafe fein Slnbeitfen für alle oon allen SdjleStoig • feolfteiiiern in ßßren gehalten werbe, oollbracßt fein füllte, nocß ef)e er fein neues $lmt angetreten, f)at er bamalS freiliefe nid)t geafent. Um biefe feine 2feat reefet würbigen ju fönnen, ift eS notwenbig, einen furzen Slicf auf bie 93erfeältniffe unb 3uftänbe beS Staubes ju werfen, bem fie galt. $ie ißerbinbung SdjleSwig * feolfteins mit ®änemarf als einer fßerfonnluuion, wie fie im Safere 1400 gefdjloffcn worben war, batte im Saufe ber 3eit iferen urfprünglicßen (SfearaFter oerloren. $wor mußte bei jeber neuen Ißronßefteigung ber Snßaber ber Srone geloben, bie IHetßte ScßlcSwig * ,'polfteinS atfeten ; allein eS war bicfeS naeß unb nad) ju einer nidjtsfagenben görmlid)feit geworben. ®aS erfennt man neben anberem iiberjteugenb aus ber Xfeatfacfee, baß bie oerfaffungSmäßigen üanbftänbe ber feerjogtiimer in iferer orbuungSmäßigen ßufammenjepung — Prälaten, SKitter unb Stäbte — fefeon im Safere 1675, Prälaten unb Stifter allein im Qaßre 1711 jum leßtcn Wal waren einberufen worben. ScßleSroig würbe immer meßr als oölligeS bäitifcfeeS ©igentuin beßanbelt. ffeir .feotftein blieb bis juiii 3aßre 1806 freiliefe eilt fefewadjer Scßcin oon Unabßiingigfeit in feiner '-Uerbinbnng mit bem beutfefeen iHeicfe ; bod) mußte eS and) jitr tpauptfaeße bie Sdjidfale ber bäuifdjcit Wottarcßie mit tragen. äBenigftenS gilt biefeS Bon bent föniglidjeu Slnteil. Stom Safere 1773 an aber, in melcßem ber im Safere 1767 gejdjloffeite Ver- trag, nad) weldjcm ber ßerjoglidjc Heil oon feolftein gegen bie ®raf< fefeaften Olbenburg unb I'elmcnßorft auSgetaufcßt würbe, feilte Seftätigung fanb, teilte gaitj feolftcin bicfeS fios. Stad) Sluflöfung beS beutfeßen 9teid)eS im 3aßre 1806 würbe fogar „feolftein mit bem gejamten Staats^ förper ber bem föniglicßen Scepter untergebenen Wonarcßie als ein in jeber JBfjießuitg oöllig uitgetreimter Xeil berfelbeu Bcrbutibeit." gjrcilid) Digitized by Google Urne Sen« üornjen. 247 fo leicht feilten firfj bie 'JÖitnfdje ber Dänen auf oöllige Vereinigung ber beutjdjcn H er iogtümer mit ihrer SJlonardjie nidjt uerwirtlidjcu. Der Sturz SlapoleoitS fteüte junäd))t bas alte Verhältnis Sd)IeSwig-Holftein3 ZU Dänemar! wieber fjer. Die Söiener Kongrehafte erflärten Holftein unb SJaucnburg für einen Deil beS beutjdjcn VunbeS, unb alS foldjent luar ihnen nad) Slrtifel 13 ber VunbeSafte eine lanb- ftänbifdje SSerfaffung jngefidjert. Die uielen Vergewaltigungen nnb mancherlei Venadjtciligungen namentlich finanzieller 3lrt, weldje bie Vc= wofjner ber beutfdjen Herzogtümer hatten erfahren muffen, waren Urfadje, bah baS Streben nad) Erreichung beS Verfprodjetten, namentlich in Halftern, fofort auffam. 3113 erfte wanbten fid) bie Siitter an bie Regierung unb baten um Veftätigung ber alten ^ßritjilegien. Hatte man fid) in Kopenhagen anfangs uid)t gefcheut, zu erflären, baff burd) bas potent oon 180Ü bie Verfafjung beS Raubes aufgehoben fei, jo oerftaub mau fid) bod) jdjliefjlid) bazu, bem SBunfdje ber SRitter z» willfahren unb bie Veftätigung in ber althergebrachten fjrorm zu erteilen. 31ud) in anbern Steifen regte man fid). Die beiben Kieler ^Srofefforen Dahlmann unb $altf würben nidjt mübe, immer wieber mit 9tadj- brud auf bie alten h*ftorifd)en Siechte ber „up ewig ungebeelten" Herzog- tümer hiuzuweifen, unb balb würben biefe auch *" weiteren Streifen ber Veoölfcrung lebhaft erörtert. Sogar zu einer Petition an beti König fam es, worin um „^ufidjernug ber ferneren fffortbouer ber grunbfäfe- lid)en Verbinbung ber Herzogtümer Sdjleöwig unb Holftein, fowie um balbige Einführung ber neuen Verfafjung" gebeten würbe. Die Detenten erhielten freilid) leine 3lntwort; beim oou einer gruubfäfclicheu Verbinbung Schleswigs unb HolfteiuS wollte man gerabe in Kopenhagen itidjts wiffen, unb ba befannt war, baff eine Verfaffuttg ohne biefe ©ruublage bie Veuülferung Sd)Ieswig - ."polfteittS nidjt zufrieben ftellen werbe, fo oerlief bie Einführung einer Verfafjung ganz int ©anbe. Der fdjleöwig- holfteinijdjen Veoölfcrung fanu ber Vorwurf nidjt erfpart bleiben, bah fie mit allzuwenig Vadjbrud itjr ffledjt oertreten. Den ®runb hierfür finbet Veofeffor llfinger in bem Umftanbe, baff bie Sd)leSwig-HoIfteiner nidjt burd) bie ftrenge 3udjt ber napoleoitifdjen $eit gegangen waren, „bie bem übrigen Deutfd)laub gefunbere politiidje ßuftänbe unb ein felbftbcwufjtcS, ftaatSbiirgerlidjeS Streben gebradjt hatte." Hinzu fam eine übergroße 3(uhänglid)feit au bie ffkrfoti beS leutfcligen Königs fffriebrid) VI., ben man nidjt mübe würbe, immer unb immer wieber als ben „ebelften, befteu unb gütigften üaubeSfürften," ben „guten König," ben „geliebten, innig- unb Ijeihgeliebteu üaubesoater" zu 'preijett. So Digitized by Google 248 .yartiuig Statut. Ratten bie Schleämig-Holfteiner ftc^cr aud) bie günftige ©elegenheit be# 3al)rc# 1830 ungerni^t oorübergeljcn laffen, tjätte nid)t SJornfen fie ettergifd) jum Raubein aitgetricben. ©leid) bei feiner Anfunft, in Stiel trat er mit feinen planen heroor. Pod) auf ber 2anbuttg#britrfe erflärte er: „6# inuf? petitioniert werben." ©r fud)te unb fanb ©ingang bei ben politijd)en Potabilitiitcn Stiel#, bei Hegeroifd), gald, Salemann, preufjer «• a. unb feine Sorfcfjlöge fanben faft überall Anhang. 2>ie Stieler würben btird) it)u auf einmal au# ihrer frudjtlofcn Uncntfd)lofjeul)cit aufgerüttelt. 'Heben feiner iinponierenben unb zugleich gewinnenben fJJerföulidjteit tntg baju jebenfall# uicf)t wenig ber Umftanb bei, bafj Sorufen eben erft ba# l)öd)fte SJegierungSfoDeg oerlaffen hatte, aljo mit ben bortigen Strömungen befannt fein muffte, moburd) man in Anbetracht be# CSifers, mit bem er feine Sad)e betrieb, fid) berechtigt glaubte, feine Sebcnfeu h e 9 en S u bürfen, if)m ju folgen. So würbe beim befdjloffen, nad) Straften eine Agitation für @inreid)utig non Petitionen l)cruor^iivufcn. Sornfen follte ju bem .ßmctfe bie Stabte Sd)le#wig# unb be# weftlid)en Spolfteiitö be- reifen, anbere follten an anberen Crten in bemfclben Sinne wirfen. Am 1. Pooember follten fid) SJlänner au# allen Heilen ber Herzogtümer Zu einer größeren Serfammlung in Stiel einfinben. Siornfett reifte über ©tferttförbc nad) JInwburg. .fjier fanb er günftigen Soben für feilte 3beeu, bagegen fel)r wenig Peigung, fid) an ber Scrfammlnng in Stiel jii beteiligen. ©r lieh fid) baburd) beftimmen, ooit ber Abhaltung jener Perfammlung ganz abjufel)en, unb reifte, nadjbcm er nod) ben ffleti#- bürgern oerfprodjeu, ihnen eine Petition anjufertigen, nad) Stiel juriief. Seine bortigen ffjreunbe waren oon ber plohlidjett Änbcrung feine# ©nt- fdjluffe# nicht alljufehr erbaut. SBenige Hage nur nod) trennten fie ooit bem 1. Pooember, unb nicht alle ©elabeuen fonnten bi# baljin be- nad)ridjtigt werben, fiornfeu tröftete, c# würben bod) feine fommen; aber barin irrte er fid). Au# bem öftlid)en .'polftcin, au# 28aub#bef unb Altona fanben fid) am 1. Pooember mehrere Ptanner in Stiel ein, um fid) an ber in Au#fid)t geftellteu Perfammlung zu beteiligen. fiornfen halt? wührettb beffett jette Sdjrift uerfafft, bie feinen Hamen fo berühmt gemad)t hat, unb bie halb nadjbent unter bem Xitel : „Über ba# Perfaffnng#merf in Sd)le#wig = lpolftein" im Drurf erfdjiett. ©r la# fie ber Perfamntlung oor, bie fie feljr günftig aufnahm unb all- gemein ben Hrutf berfelbett wünfehte. Sie werbe, fo hoffte mau, „bie ttod) zweifelhaften Xiftrifte in ben Herzogtümern beftimmen, Petitionen eittjnreichen." Hem Xrncf ber Sdjrift ftellten fid) aber nicht uuerl)eblid)e Sdjwierigfciten entgegen. Xer ©ettfor, poli^eimeiftcr ©hriftenfen in Digitized by Google Urne 3en$ flornfen. 24$> Siel, fd)Iug einen bahingebeuben Eintrag junadjft runbweg ab. Sind) ber Hinweis barauf, baß ein Wann auS bem l)öd)ften 9tegiernngSfolleg fie »erfaßt f)abe, oermodjtc itjn nirfjt nnijnftimmen. (Srft SornfenS perfön« licken Sovfteünngen gelang esS, ben Sllten jn bewegen, etwas ju erlauben, mag if)it fpäter jein ?lmt foftete. 3n größter (Silc würbe jeßt ber Tritrf bcwerfftelligt nnb »om 5. 'Dtooember an würbe bie Sdjrift in zahlreichen Sjcmßlaren an einflußreiche Witnner in ben uerfd)icbetiften leiten ber .Herzogtümer »erfaubt. 3{jr 3 n halt ift, furz gefaßt, folgenber: Tie in Slrtifel 13 ber beutfdjen SöunbeSafte zugeficßerte repräfentatioe SSerfaffuitg ift für baS .Herzogtum ^»olftein nod) nicht in Srfüllung ge* gangen. Tie gegenwärtige 3 e it mahnt jeben Staatsbürger, feiner Über* Zeugung offen SluSbrutf ja geben. Sine Trennung SdjleSwigS ooit Holftciit ift jebem Schleswig*, jjolfteiner unbenfbar; bagegen forbern zwei Thatjacßen gcbicterifd) eine burdjgreifenbe Umgeftaltung nuferer StaatS* einridjtungen, nämlich : 1. bie ginanzoerwaltnug, bie iwr ber ®efamtl)eit ber Staats* biirger ein ©eheimniS ift, unb 2. bie gefaulten f)üf) rre u abminiftratioen Sinridjtungen unfereS iianbcS. Tie crwünfdjte Drbnung ber Tinge ift nadj ber Überzeugung ein* fidjtsooller Wänner nur zn erreichen burd) eine 9ieprä{entatio*8er* faffung unb burd) eine wefentlidjc Umgeftaltung in ben abmini* ftratioen Einrichtungen. TeSljalb ift folgenbeS zu erftreben: 1. ßufammenberufung einer prooiforifdjen 18 c r f a tn m I u n g oon Slbgeorbneten, ber oon Seiner Wajcftät ein Entwurf zu einer Sier* faffungSurfunbe für beibe Herzogtümer oorzitlegen ift, welche auf nachfteljenben ©ntnbbeftimmungcn bafiert: a. Tie 33erfainnilung ber Slbgeorbneten bilbet eine ©efamtheit. Tie Slbgeorbneteit wählen aber aus ihrer Witte einen SluSfdjuß als er ft e Sa mm er. b. Söcibeti Sommern fteht baS Stcu erbewillig ungSrecbt zu, Z“ welchem ©nbe fie fid) in eine Samnter uereinigeu. c. Söeibeu ftammcrn fteht bie Teilnahme au ber gefamteu ©efeß* gebung zu, weldje jebe für fid) getrennt übt. d. Ten Sommern fteht bie Snitiatioe fowoßl als bem Siinige zu. e. Ter Sönig hat ein abfoluteS $eto. 2. Verlegung ber jämtlid)en ÜoiibcSfoIIcgien oon Sopeuhagen nad) ben H er İfltumern, Digitized by Google 250 imttnnc) Saorf. 3. Trennung ber SIbminiftration uon bfr 3uftij, 4. (Errichtung eines obcvfieu SuftizhofeS für beibe Herzogtümer, 5. Sinfefjung zweier BegierungSfollegien, eines für jebeS ber beiben Herzogtümer, ü. (Sinfe^ung eines obcrfteit ©taatSrateS jur Regierung beiber Herzogtümer. ü)tidjt nur bie SBo^Ifntjrt beS üanbeS, fo wirb bann weiter auS= geführt, fonbern aucf) bie Sl)re ber bcutfdjen Nation, beren BoIfSgeflifjl wicbcr fräftiger fid) zu regen beginne, erforbere gegenüber ben oie!fad)cn Berfudjcn ber Xäncn auf Berjdjntelzung beiber Stationen bie ®urd)= fiiijrung ber oorgcfdjlagenen Reformen, keineswegs aber biirfc bie grunblofe gurd)t oor bem f^öbel ober gar bie Biicffidjt auf ben geliebten köuig, bem bie gewiinfcfjten Reformen mißfällig fein fönnten, Bebeufett erregen, bie ©ad)e jefit in Anregung zu bringen; beim fo biirfe fid) bie Siiebe zum köuig in ber Bruft beS BianneS nid)t funb tijun. Sin Syemplar feiner ©djrift fanbte Siornfen fofort mit einem Be* gleitfdjreiben, aus welchem mit fütjncr Cffeutjeit ein ganzer Biann rebet, an feinen feitfjerigeu Sljcf, ben kanzlcipriifibenten ©rnfen oonBioItfe in kopeitfjageu. Sine bis bafyin unbefannte Bewegung folgte, üornfen erfennt ben (Srunb hierfür barin, baf; er in feiner ©djrift »le secret de tout le monde« *) auSgefprodjen. Sr Hatte es getljan in SBorten, bie, allgemein oerftänblid), and) ben Uneingeweihten auf ben erften Blitf erfennen lief;, um was eS fid) Ijaitbelte. Sine reid)e Brofdjiireulitteratur Hielt bie Bewegung im fyluf? unb leitete fie in kreife, in bcneit man mit fjjolitif fid) fonft nicht bc}d)üftigt Ijatte. ©leid)zeitig führte fie ihr ein widjtigeS Bioment nod) hinzu, baS Sornfen auS UnleuntniS unbcri'tdfid)tigt gclaffen: bie Begriinbung ber aufgeftellten ^orberungen burd) baS l)iftorifd)e 5Hcd)t ber Herzogtümer. BJohl l)u*te bie ganze Bewegung angenblirflid) nicht ben gcwünfd)ten Srfolg; aber immer mehr unb mehr in breitere Sd)id)ten beS BolfeS ciubriugenb, ift fie bie Quelle all ber Begebungen geworben, bie jd)liefilid) bie oiell)uubertjäl)rige Berbinbung ©djlcSwig = HoIftcinS mit ®änemart löfen folltcu. ilornfcit l)nt, mit Brofefior Raufen z>* reben, „ZWifchen Taunnarf unb ben Herzogtümern ben erften Bifs gemacht, ber unheilbar, fo wie er ba war, mit Botweubigfeit ben lebten nad) fid) Zog; er f) at in bie Zwingburg ber yv r e i n b 1) e r r f dja f t bie erftc Brefdje gelegt: zögerub unb langfain ift fein Bolf ihm nadjgerürft, geführt «oit feines erften BiärtprerS unoerföhnten Binnen. " *) Xas (Mjeimnib ber gaiijcn Seit. Digitized by Google Uwe 3enS Sornfcit. 251 6in Württjrertum wartete nämlich fiornfenS. Slm 13. Stooember trat er nad) wicberholter 3lnfforberung fein Stmt als £anb»ogt auf St)lt an. iUnt 24. 9iooember ftanb eine große Änjafjl Splter am Straube unb faß feudjten kluges nnb erbitterten .fperjenS bent Sdjiffe nad), bas itjreit £auboogt unb £anbSmanit als ©efangenett entführte. (Sine änßerft ftrenge £>aft in iRetibSburg erwartete itjn. s Jhtr eine einftiiubigc ifle- wegung im freien würbe ihm täglid) geftattet, unb halb machten fid) bic übten folgen bei bem au reidjlidje Bewegung gewöhnten Wanne bemertbar. Äränftidjfeit uub Sdjlaflofigfeit ftetttcn fid) ein, unb biefe Sogen wiebcrum jene Sßerbüfterung ber ©emütsftimmuug nad) fid), ju ber er fo fe()r neigte unb über bic ifjm in Kopenhagen allein ber (Sifer, mit welchem er fid) feinen beruflidjen Obliegenheiten gewibmet, einiger- maßen t)inwcggd)otfcn fjatte. So(d)e ©cmütsftimmung fonnte aber wieberum nid)t ohne (Sitifluß auf feinen 'Bitten bleiben, unb fo erflärt fid) einigermaßen baS bei bem energifdjeit Wanne fonft fo uncrllärlidje Sd)wanfen wäfjrcnb feines ifkoseffeS. $>attc er nämtid) anfangs auf öffentliche müublid)e Stnflage unb Serteibigung, auf baS, was man fis» talifdjenißroseß nennt, beftauben, fo hielt er biefen Staubpunft fpätcr nicht feft, geigte bann aber wieberum nidjt wenig Steigung, auf ben erften Stanbpnnft suriidsufetjren. 3nbcffcn btieb eS bei bem einfachen geriet)!- lidjcit Verfahren. £er ißroseß sog fid) aber unerwartet lange t)in. ISrft ■\ am 31. Wai 1831 oerfiiubctc baS iDberfriminalgeridjt s« ©ottorp | bas Urteil. SS lautete bat)in, „baß ber Kausleirat Uwe 3ntS Sornfen wegen bcS, unter SBerleßung ber itjm atS Beamten obtiegenben i}iflid)ten bewiefenen, bie öffentliche 5Rut)e ge- fährbenben Verhaltens jeineSStmteS atS Üauboogt berSnfel St)tt s« entjeßen unb mit einjährigem fteftungSarreft beS erften*) ©rabeS s u belegen, and) fämtlidje UnterfudjungS- foften, foweit er beS Vermögens, s« erftatten fdjutbig fei." £as Urteil iiberrafdjte allgemein. Wau hatte, and) ber Verurteilte, nid)t erwartet, baß auf bie ungewöhnlich lange UnterjudjungShüft uod) eine fo erßeblidje $reil)eitsftrafe folgen werbe. £orttfeu inbeffen, froh, baß wenigftenS eitblid) ber Vroseß s«m Vlbfdjluß gefommen, nahm and) biefeS ftrenge Urteil mit männlicher jveftigfeit entgegen unb beforgte nichts mehr, atS baß bie ©nabe beS Königs ihm etwas oou bem, was ihm oon VedjtS wegen snertaunt worben, erlaffen möge. @r wollte fotdjes nicht, weil eS ihm fein fiinftigeS 'Jluftreten erjdjwercu werbe. „(Sin großer leil meiner üanbsleute würbe eS," fo fagte er, „mir übel nehmen, wenn id) fiinftig wieberum gegen bie ^Regierung beS Königs auftrete, nad)bem *) b. f|. getinbeftm. Digitized by Google 252 Hartwig Saacf. ich mir einen Deil ber ©träfe allergnäbigft hätte fcßenfen Iaffen." SBar er bod) feft entfdjloffen, „auf gefefttidjein SBege unter Slufbietung aller feiner fträfte bat)iu ^u’ wirten, baß ©d)leäwig = ^wlftein ju einer rnafjr» haften StepräfentatiO'Serfaffung gelange." 3u bem @nbe tjatte er fid) junädift oorgenommen, ein 3Bert ju fcßreiben, weld)e3 überjeugenb barttjun jollte, baß eine „gemeinfd)aftlid)e Siehräfcutatio » Serfaffung für beibe .’per^ogtiimer in ber ©ejd)id)tc unb bereu 9icd)tcu ooUfommen begrünbet fei." Damit aber tjatte Sorufen fid) eine Slufgabe geftellt, ber er eigentlid) iticfjt gcwadjfen war; benn iljm fehlten nidjt nur faft jegliche gefd)id)tlid)en ftenntniffe, fonberu, wie er felber bezeugt, aucf) bie Steigung, fid) mit gefd)id)t(id)cu ©tubien ju befaffen. . Hub fo ftanb beim er, bem nur eine Slrbeit, in ber er voll unb gauj aufging, ein ©egcngewidjt gegen ben Dämon feinet Innern hätte fein tonnen, einer Aufgabe gegenüber, bie it)u ftetä unbefriebigt taffen uttb auä biefem ©runbc gerabe jenem Dämon immer neue Stabrung ,;ufüt)ren mußte. Daß er trojjbem nid)t tiad)gelaffen, bis er fein Stert ooltenbet, ift, wie SBaifc jagt, „ein .geugnist ber Eingebung unb Straft, mit weldjer Sornfen ba§ auäffifjrte, was er fid) jur Lebensaufgabe ge< macht." Drcue f5 reuil ^ e haben it)n barin nad) firäften unterftiißt unb ancß nicfjts unoerfud)t gelafjen, ben büfen geinb fetitcö Snnern ju be> fämpfen, lefjtereS freilid) otjne Srfotg. ©ie würben baran aud) batb oerbinbert burd) bie SluSfüljrung eines ungtücftidjeu ©utfcfflufieS, bie üornfeu in bie weite grembe führte. Diefer tjatte feinen ffreftungS« arreft in gricbrid)3ort unb Sienbsburg oerbiißt, eifrig mit $or= ftubien für fein SBert befcßäftigt, war bann nad) ©t)tt gegangen, um feine Strbeit ju üolleitbeu. SBereitS in Stenbsiburg aber hatte ein Süecßfet- fieber feine Slufmerffamfeit in erhöhtem SJtaße wieber feiner ©efunbßeit jjugewaubt. 9US biefesS gieber nun auf ©gtt fid) wieber einftellte, ba^u aucß auberc Sefcßwerben, namentlich baä am meifteu gefürchtete $aut= [eiben — ein fffledjtenauSfdjlag ift cs übrigens nad) Br. SBiilffc auf ©t)lt nie gewefeu — fid) wieber bemertbar machten, ba trat batb bei allem, was er uorbatte, bie Stüdfid)! auf feine ©efunbljeit in ben 93orber= gruub, unb immer tiefere ©chatten legten fid) auf fein ©emiit, jumal auch feine Slrbeit aus ben angeführten ©rünbeu ben erwitnfd)ten $orb gang nicht nehmen wollte, ©eine greuube rieten ißm ju einer größeren Steife. Sie hofften, baß biefelbe feinen ©ebanten eine anbere 9tid)tung geben, and) gegen bie wirflid) uorl)anbeuen förperlidjcn Übel oon ^ei(< famem (Sinfluß fid) erweifeu werbe. Der treue .yegewifd) ftellte ihm bie baju erforberlidjeu ©clbmittcl in uneigcnnüßigfter ffieife jur ®er= fiigung, babei nicht unterlaffenb, ben fffrcunb immer wieber auf bcffen Digitized by Google Uwe 3*ttS Sonifen. 253 übertriebene 33eforgniS wegen feiner ©efunbbeit fiinjiimeifen. Heiteres tljat unnüd)täfi(id) aud) Dr. SJBiitffe. ©S ljalf md)tS. Hornfeti batte burd) eifriges ©tubium ntebijiuifdjer ©djriften fid) eine eigene SßorfteUuitg feiner Äranffjeit gebilbet, eine abenteuerliche. @r tjielt fein Heiben für oufteefenb unb alle, bie it)m nafje traten, für gefäl)rbet. ©r fdjloft fid) immer mehr non SDJenfdjcn ab, unb halb quälte il)n ber Oiebanfe, bafj fein Heiben fid) möglidjerweife fdjon auf anbere, ifjm liebe SStettfdjeu über- tragen haben fönnte, meljr, all bie ©orge um feine eigene fßerfon. XeSljalb tarn er and), als er fid) enblid) ^u ber i£)m angeratenen Steife entfdjlofj, auf beit ©ebanfen, itiöglid)ft weit tneg ju geljeii. ©r ljatte fid) Sörafilien auäerfefjen. Xort wollte er in beider ©onnenglut ©etiefung fudjen. 3m Cftober 1833 reifte er non ©l)!t ab; am 18. tDejember lanbete er in s Jtio be Satteiro. SöisS jum 23. 9tpril 1837 bat er tjicr gelebt. 28aS er gefudjt, bat er nidjt gefunbcit. 2Bie follte er es aud)l gern non ber Heimat, fern non ben geliebten ©einen, fern non ben treuen greutiben, fern non bem politifdjen Heben feines SBaterlanbeS, ber Hilfs- mittel fo oft entbebrenb, bie feine Slrbeit erforberte, bat er nur wenig frobe ©tunben hier gehabt. Stur einmal erbebt fid) fein ©eift, als bie Siadjridjt non ber am 15. ÜJtai 1834 erlaffenen llerorbnung non Tronin jialftänben für ©t^leSWig^JpoIftein, gefonbert jreilid) für jebeS ber beiben Herzogtümer, zu il)m gelangte. @r fal) barin bie erfte gnidjt feines 21) uns. Xanit fenften fid) bie ©dritten tiefer unb tiefer auf fein oerbiifterteS ©einiit, unb als enblid) bie Siadjridjt uott ber Stranfbeit feiner geliebten ©djwcfter unb bie fd)Iief,lid)e Stollenbung feines SöerfeS, baS fpäter 1841 non ©eorg Sefeler unter bem Xitel: „Xie Uni ouSncrf affuttg XänemarfS unb ©d)IeSwig-H°lfteinS" in Xrurf gegeben würbe, il)n zur Hrimfebr ueranlafftcn, ba war er geiftig unb nunmehr and) törperlid) — beim ben ©cwaltfuren, bie er anwaubte, batte aud) fein ftarfer Störper auf bie Xaiter nidjt wiberftel)en fönnen — ein gebrodener SOtann. Slm 23. Slpril fdjiffte er fid) in Stio be Janeiro ein, am 10. 3«ni ftieg er in SSt ar fei Ile ans fiaub. iltoit l)icr begab er fid) uad) Öenf, wo er SSiitte ©eptember anlaugte, „fdjwer erfranft, an gieber unb SUlut- fpeien leibenb unb in ber biifterftcn ©emütsftimmung," wie er au feinen Sater fd)rieb. Hiev traf ihn and) bie 5tarf)rid)t non bem Xobe feiner ©djwefter, bie il)u tief erfdpitterte. @r felber |'ab feine Heimat nidjt wieber. 31m 18. Februar enbete er freiwillig fein Heben in beit gluten beS ©enfer ©eeS. grcitibe ©rbe birgt fein ©ebeitt. SStöge feine Heimat allzeit fein Slnbenfeu in @f)reit halten! SSSoljl bem, ber feiner IBater gern gebeitft! Digitized by Google 254 Submig gtafim. Bits ulte r.ichfifchc SnncrnhiUis. Sion Unbillig ftroljm Unjere söorfafjren, bic alten ©affen ober Sadjfeit, — beim ben größten Seil unferer Heimat bewohnten fie — bauten ifjrc ,'paujungeu gerabe jo wie aubere beutjefje Stämme an ben il)nen am m elften &ufagenben Crt utib in jwecfbiettlidjer SBeife aug bem ÜWaterial, bag am geeignetften unb am uädjften war. So lange eg frieblid) im üanbe Ijergiug nnb bag SlUeinwofjnen gefafjrlog war, fo lange ntod)ten bie Sadjfen biefer urbcutfdjen Steigung woljl 9 ted)nung tragen; a(g aber gcgeitjeiliger Sd)u() gegen bie SBenben unb aubere ßinbringliuge t)öd)ft ttotweitbig nnb bic 3 ?or^üge beg |]u= jammenlebeng geahnt unb empfiiubcu würben, ba ficbelten fie fid) in Sörfern an. Sic Einlage ber Crtfdjaften war eine regellofe, gefdjal) alfo nidjt aug irgeub einem ©rutibe in üaugforiu, Sidjelgcftalt, 9 {ing ic., fonbern bie Oberflädje beg SBobeug war in ben nllenneifteu fällen be= ftimmenb. *) ÜBo bie näljreube Sdjolle gut nnb ju iiberfetjen war, wo geniigeubeg SBaffer (bejonbers in See unb SBad)) oorljanben, wo SBolb Sdjufc unb äöiefe Ü'eibe bot, ba war ein guter Crt 311111 Sefjljaftwerben. Sehr häufig liegen bie ätteften Crte auf .jjiigeln ober auf fdjicfen (Sbenen, bie ber Sonne jugefeljrt fiub unb fomit ba» Irorfenwerbeu oon .*pof, ©arten unb Straffe crleidjterten. I. Sie iKidjtuitg beg .paujeg, bag allemal ein tlanggebäube unb ur= jpritnglid) oljne 'Jiebengebäube war, aber ift in ganj iiberwiegenber äKeljrjal)! eine überciuftimmenbe. llnfere ®orfat)ren fehlten fid) gerabe *) Slergl. ©Ion, Siebetimggtiipcii beg beutfeficn iNcidjfg. Ctobcrpeft ber -veiniat b. 3- Digitized by Google Sa? alte jädjftfcfie Stauern fjau«. 255 jo freubig jum SiicCjtc wie tuir; baljer wanbten fie bas „SBoljnenbe" bes Kaufes ber Sonne ju. Das wirb jeber Beobachter in Crtjcfyaften mit alten Raufern beftätigt fitibett. Unb weiter tonrbe ber Süboften (ober ein tuenig abweidjenber SBinfel) bem Often nnb Süben, nnb ber Often wieberum bem Süben oorgejogeit. ES wirb mir leidet, mir 200 Käufer, bie nach Sübojten jdjauten, gu oergegenwärtigen, ohne baft ich bieje Behauptung jttr Siegel ergeben miß. Wur ba, wo nal)er Sßalb im Often unb Süben (ag unb ben Blid hemmte ober wo mau gegen §iigel ober auf „Uttlanb" unb frembes Oicbiet blidte, ba legte man bie 23oI)nräume und) entgegeugejeftter Wichtung, unb anbererfeitS lehrte mau bie grofte D()ür, bie fid) beim Sadjjenijauje allemal in ber Mitte ber ben 2Boljn= räumen gegenüberliegcnben Enbwaitb befinbet, um eine bequeme Ein* fahrt ju ermöglichen, bem bei beut .ftauje befinblidjeit üaube ober ber Strafte ju. Die Bejdjaffung bes ju einem £>auje erforberlic^en Materials war ehemals wenig foftjpielig unb umftänblid). Eidjen, bie ju Schwellen, Stänbcrn unb Balten notwenbig waren, gab es entweber auf bem eigenen @ntnb unb Bobeit, ober fie waren auS ben gorften billig ober unetit* geltlid) ju bejiehen. Die fuhren würben nicht nur oon ben nadjbarlidjeu Säuern, fonberu and) oon benen aus nahen Ortjd)üften unentgeltlich auSgefül)rt, eine Sitte, bie fid; in uieleu fflegenben bis auf ben heutigen Dag erhalten hut. Das £oIj war oft nicht fehr forgfältig bearbeitet, aber fehl' bauerhaft, unb es würbe nicht an ihm gejpart. Wadjbem bas .paus gerichtet war, was immer mit einer geftlidjfcit, Einweihung, »erbttuben war, würbe juiuidjft bie Sebadjnng hergefteflt. Mit eiferneu Wägeln war man änfterft fparfam; man nagelte bie „Satten" nicht auf ben „Sparren" feft,' foubent man jdjlug .^oljpflode in bie letzteren, bie foweit mit bem Stopfe hctuuSragten, baft man bie hatten in beit jo entftanbeneu SBMufcl legen unb fie fcftbinbcu founte. Das Biitben qejdjal) oevmittelft „gefreßter SBeebit", unb jwar wählte man bie ftarfen Wüten nicht oon ber SCÖeibe, bereu tpolj leicht oom SBurm gefrefjen wirb, jonbern oon ber „Guitfdje" *) ober Eidje. Das fogenannte „Streßen", Drehen, weldjeS in ber Drennung ber ^oljfafern unb berem ftridartigeu ßufammenbrehen befteljt, gefdjieht bei ftärferen unb längeren Wüten in ber 3Beife, baft man baS biinne Enbe unter ben Ihtfcn guft jtedt unb nun mit ber redjten $aitb breftt. Watürlid) muft ber Juft immer nad)gejcf)oben werben, bamit bie „SSeeb" nidjt abgebrcl)t wirb. *) „tQuilfdjern" (nadj ffiillfontm SBalbbücfitrin), (Stjcvcj dje, gemeiner Siogetbecr- bäum, Sorbns aucuparin 1,. Digitized by Google 256 Siubmig Jfraljnt. 3dj (jabc jogar on einem alten ,'pauje, welches neu gebcdt tuerben jollte, gefeljcn, bafj felbft bie Sparren oben nidjt jufammengenagelt, fonbern mit ftarfcn ©idjenruten jujainmengebunben waren. 3)er Oner> ballen, ber je jroei gegenftänbige Sparren mit einanbcr nerbinbet, Ijei&t balb „tpafjnenbalfen" ober „Jpafjnljolt", halb „Stetjlbalfen" ober „,fiefjl ! holt", audj l)in unb wicber ber Azalien, weil er mit ben Sparren bie {(form beS großen ?lntiqua-A [jat. 3n mand)en ©egcnbeit würbe bie $adjgruttblage, alfo Sparren unb iiatten, juerft mit jungem, belaubtem SBufdj bebedt, unb jwar wählte man baju gerne SBudjettsweige aus ben SBälbent, bie befonberS breit unb fladj finb. Sßermutlidj gefdjalj bas nur, um eine ebene ffdädjc herjuftellen. ®ann würbe jpim Werfen gejcfjritten. 9ln Ufern unb in Dieberungen würbe wie heute bas tJeidjroljr, „Detlj", Dieb (Phragmatis communis Trin.) oerwenbet,*) weil biejes Diaterial nott aller weidjen S8e- bachung am fjattbarften ift. Sffio es fpärlicfjer oorfam, wcchfelte man mit einer Srfjidjt Stroh ab ; wo cs fdjtoer ju befdjaffen war, bedte man ganj mit Stroh- 2)asfelbe muBte möglidjft uitgebrodjen unb wenig gequetjdjt fein unb wirb allgemein „Sdjoof" unb feltener „Xatfftrolj" genannt. ®er Sdjoof burfte, nadjbem er mit ber „©affet" gefdjüttet, mit einer .fjanbljarfe auSgefämmt unb bann „geftoBen" war, nidjt an bem unteren ©nbe ber ©arbe, St lappe", gerabe gejdjnitten werben, fonbern eS muBte bie Schnittfläche, bie non ber Senfe berührte, bleiben ; beim fie ift noch härter unb folglid) wiberftanbsfähiger als eine neue. SSJo groBe ,'peibe wudjS, ba pflegte man auch foldje jum Xfetfen ju nerwenben, unb jwar wedjfelte man mit Stroh 1 unb fjeibefdjidjt ab. ®aS SBefeftigcn gefdjah allemal mit „Sdjädjt unb Sßeebn." SDic 2 bis 3 Dieter langen unb gerabeu Stangen ber Sdjüdjte**) würben quer auf bie ÜJadjfdjidjt gelegt unb battn mit ben „SBeebtt" auf bie Hatten feftgebunbeu. 2>aS Sdjneiben ber „Sdjädjt unb SSkebn" gefdjah *”• SBinter in SUrudjgegenbeit, SBälbern unb in ben „ÄnicfS", meiftenS non nur wenigen Sßerfouett bcS SDorfcS, bie mit biefer Süefdjäftigung einen fleinen Debenoerbienft erhielten. SJieiftenS gefdjah f* auf unerlaubte SBeije, auf frembem ©ebiet, unb nidjt feiten fam eS oor, ba& ber Sauer fidj biefeS ÜMaterial auf feinem eigenen Söben fteljleu taffen unb nachher voll befahlen muBte. £ie Dutcn, p 5Piinbelit nereinigt, würben fobaun eine Jj^ttit laug ins iiBaffer geworfen, um fie gcfchtneibig p erhalten. ®ie fyirft beS .fjaufeS, „gaftn" genannt, luurbe eutweber gleidj= *) $aljer in einigen ©egenben „$ncf* genannt (nndj Sfl. ©roll)). ®. •*) 3m mittleren .polftein benugte man als foldje gerne bie fdjlanten Stuft- auSidjlägc Bum Jaulbaum, „ Spritein ", Rhamnus Frangnla L. ®. Digitized by Google Xat nllc jäiljfifdjc äaunntjauS. *257 falls au« Stroß mit fogeuannteii „gaftnwipen", fieittcn Strofjbiinbeln, fjergeftellt, ober man belegte fic mit gäljen „Ipeibeplaggett", bie mit einer fdjweren fidjclförmigett Jpade, ber „fßlaggenfjatf", genauen würben, unb ftccfte bie fdjon burd) iljr Setuidjt fidj anfdjntiegenbcn flaggen bann nodj mit eigenen „gaftnplüd", tfirftpflörfen feft. 9 luf jebem ©iebelenbe, „HenSenbe", mußte aber bas oberfte Stürf in ber Spiße beS leßten Sparrenpaares frei bleiben; fo entftanben bie „Ultt> lödcr" (Sulenlöd)er), welche allerbingS beit ©ulen gum ©in- unb SluSgattg bienten, bie aber beu größeren 9 tußen fjatten, baß fie bie einzigen 2idjt- fpenberinnen für beit ©obenraunt waren, unb and) ,511m Slbguge bes SRaud)e$ bienten. Her Slberglaube ließ aber and) bie Hradjett burd) btefe Öffnungen ein= unb auSfpagietett. ©S war fomit geboten, biefe beibeu ©den beS Hadjes nidjt mit einem feften Siebet 511 oerfdjließett ; man nagelte bie beiben Siebei- brctter freugweife gegen bie hatten. Hcn emporragenben Stiiden ber Sicbelbrettcr würbe oft bie ^igur oon fßferbeföpfen »erliefen, bie ent- Weber cinatiber gugewanbt waren, ober mit ber Hacßflädje parallel abwärts ftanben. HaS Hadj reichte bei bem Sadjfenljaufe bis auf bie äJfauern ber 2Bänbe, ober genauer bis auf bie „SKauerplatte", wie ber obere ©alfett genannt wirb. ©S fittbet niemals eine ©erfleibung oon ©rcttern, wie man fie an ben grontwättbeu ber üöfarfdjfjäujer unb bei attberen Stämmen finbet, ftatt. HaS Hadj ftaub möglidjft weit über, 11m bas 'Jlieberfiderit unb beu Hropfenfall an ben SBäitben 511 oertjinbcrn. Her SBinfel gwifdjeu Hadj uub SBanb Ijeißt „Stufen" ober „Ofen", utib ba in biefem buitflcn Ort ficfj lttandjeS oerbergen ließ, fo mag baraus bie oolfstiimlidje fHebeusart entftanben feilt: „wat adjtern Slufcn ßebbn." Um eine größere Hicßtigfeit unb für bie oft nur mit aneinanbergelegten ©rcttern gebcdtcu Stuben eine größere SSärme gu erzielen, würben bie nidjt gang gu oermeibenben ^ugett unb Spalten mit ifeljnt oerflebt. Her untere fRanb beS HadjeS Ijeißt „Öfel" ober „ÖS" (Slöfel ober Slös), uub ber oon iljm ergeugte Hropfettfall Ijeißt „iJed". „Ünner bc Sied ftalju" ßat fidj fpridjwörtlidj crfjaltctt unb gilt für gcfätjrlidj, weil eS Sdjuupfen, .paarlofigfcit uub anbere Übel oerurfadjen foll. Her gefdjiißte fHaum gwifdjeu Cjel uub ÜBaitb außerhalb beS ,'paujes bient nidjt nur Sdjwalben uub Spaßen gum .’port tljrer Stcfter, foitbern wirb audj gum Slufljängcn oon Leitern, fyeuerljafett unb anberu Scgen- ftänbcu benußt. ^uiu langfamen Hrodncn Ijängt matt Ijicr Sartcugewädjfc, wie ^tuictteln , Sufdjboljueu, Santcnbolbcn u. j. w. auf, uub auf fdjmalen ©rcttern ftcljeu felbftbcreitcte Äümmelfäfc u. bgl. Digitized by Google 258 flubtoig grnfim. Urfpriiitglid) waren alle oier ©Sänbe beS .ßaufcS oon gleicher .fpößc; bie Unterfantcn bcs TadjcS lagen runb Ijerum in einer üinie. ur ba, wo fief) bie große Tßür, roeldje bie ©infaßrt für ein guber Ülorn ermüglidjett mußte, befanb, war ein redßediger ISinfdjnitt in baS Tod) bi^ ju ber erforberlid)en £>öf)e nötig. Ta eine foldje @inrid)tung aber umftänblid) war, fo würbe bie SBanb in ber ganzen ©reite erßößt, unb nm bie Symmetrie ßerbeijufiißren, gcfdjaf) eS and) auf bem „SSoßncnbe". Ter baburd) entftanbene, obere Heil ber ©Sanb Ißeß „Trempelwaub", ßatte, um fein fo großes ©eroießt ßerbeijufüßreit, oft eine geringere Tide, mar aber bamals nodj oßne genfer unb „8ufen". 9tur jwei runbe Öffnungen oon ber ©röße einer Untertaffe waren wie Gingen in bemfclben oorßaitben unb fpenbeten Slicßt. 3m ©Sinter mußten fic aller» bings mit „Stroßwiepen" oerftopft werben, bamit oor allem fein Sdjnec ßineinweßte. ©ei ben älteften Käufern war bas Tacß ber ©iebelenben feljr fteil ; bübnrd) würbe eine größere Tauer besjelben errcidjt. ©Saßreub ein neues Tad) auf ben beiben .pauptfladjen gegen breiig Sabre liegen fattn, ßält baS Tacß an ben fteileren (Snbfliidjen um 1—2 3aßrjeßnte länger. ?IIS nun aber bie ©iebelbadjflädjeu, wie oorßiit erörtert, be> träeßtlid) oerminbert würben, legte mau fie bebeutenb fdjräger. Tie große Tl)iir befteßt aus jwei ßälften, bie Beim Öffnen nad) innen fdjlagen. Um aber nidjt beftänbig mit bem ganzen ©ewid)t einer .jpälfte arbeiten ju müffen, würbe bie eine .'pälfte burd) einen Querfcßnitt in eine Ober* unb Unterßälfte geteilt, ©eim ®in= unb Sluggang würbe alsbann nur bie Untertßür geöffnet. Sollte man aber SSicßt einftrömeu unb Stand) ausfließen laffeti, fo würbe bie Obertßür juriidgefcßlageii. Seßr natürlich ift eS, baß bie reeßte pälfte ber größten Tßür ungeteilt ift; id) meine bie öälfte, bie rechts liegt, wenn man oon ber großen Tiele ber Tßiir jufdßreitet. Tenn mit ber redjten ,'panb ift bie fcßwercre Tßiir leidjter ju öffnen. ÜJfir ift benn and) in ber Tf)at fein (fall be^ fanitt, wo bas (Sntgcgengefeßte oorfommt.*) Ter öerfeßluß ber großen Tßür war ein jiemlid) umftänblicßer : Tie beiben Tßürpfofteu ßatten je einen furzen, in baS Tßiirlod) einfpringenbeit Strebepfeiler, um baS Slitfaßrett ber ©Sagen an bie Tßürpfofteu ju oerßittbern. Tiefe Streben ßatten au iljrem ©runbe eine Sterbe, in toeldje eine, foniit beweglidje Tßiirfcßwelle gelegt würbe, ©ou ber ©litte berfelben führte „be Tönt' bom", „be Tröffet" ober „Trüffel", fenfrcdjt empor , ber gerabe fo *) lind) meiner ‘Meinung ift foft immer bie Itjür, welche oon ber groben Siele nuS gefefjen rerfjt« liegt, geteilt. 3 H ber ©egenb oon Siitbccf fott beibc« oortommen. $aiinmeier. Digitized by Google £aä alte fädjfijdje Öaucvnljaus. 259 eingcfe()t war wie ein Surnred in feine Pfeiler, unb jwar war bas einfache üod), in ba3 ber 2t)ürcnbaum gnnädjft eingefe^t würbe, oben. Oben in ber „Sroffel" jag eine groffe eiferne ftrampe; waren nun bie 2f)ürt)älftert gefdjtoffen, fo würbe ein Siegel burd) bie oorfteljenbe ftrampe gefdjoben. Sie Untertl)ür aber war mit einer fjöljernen Älinft »erfefjeu, bie non aufjen mit einem ©anb emporgejogen werben tonnte, unb burd) SBegfdfieben oolljog fid) bann bas Öffnen. Sin Sifen würbe überhaupt bama(§ fefjr gefpart; id) pabe nod) einige „grofjc Shiiren" gefannt, bereit ©retter an ihre üeiften burd) froljfpflöde befeftigt waren. Sbettfo waltete an {färbe bie größte ©parfamfeit; bie ©ermtbcrung bes fro4e£ inbejug auf bie garbe überließ man bem Saud) unb ber $eit. Sluffer ber großen gab es in ber ffrontwanb feine Xßiir ; alles ©iel) muffte alfo burd) biefelbe getrieben ober geführt werben. Oft nur an einer ©eite, tneiftenS aber wofjl ju beiben ©eiten ber großen Xtjür befanben fid) fleine Slnbauten, bereit niebere Säume ju ©tällen für ©d)afe mtb 3 cf) weine ober juni Sluf bewahren oou .froß unb Sorf bienten. 3it leptcrem ffaüe waren bie SBättbe oft nur gejäuut, unb bal)er hatte ein fold)er Slnbau tool)l ben Samen empfangen, nämlich „fredjdptr"; ftelleitweife h e ißt et und) „Sdjurfaben" ober blos ,,©örfd)ur." (Scblufi folgt.) JHittcilungen über lanbeshunblichc güttcr.itur. ©d)leöwig = .^>olftein in geogrnpßifcßctt unb gerichtlichen ©ilbertt. (Sin .franbbud) ber .freimatsfuttbe für ©d)ule unb .frauS. ©on .fr. fr. oou Ofteti, fiefjrer in Üterfen. 4. Sluflagc. ©erlag oou Slug, ©Jcftphalen in fflenäburg. 3 M.. Slls unfer Saitb oou ber frerrfdjaft ber Sänen befreit war, eittftanbeu eine Seihe oou ©itd)eru, weldje bie Suitbe oon uttfereS Raubes .guftätiben unb oon nttjereS ©olteS @cfd)id)te in bie fräufer hineintrugen. Ser ©iitn für bie JlenntniS ber freimat bnrfte frei fid) äußern unb fid) entfalten, fleißige Sdjriftfteller unb willige Sefer fatiben fid) battials genug; cS fei nur erinnert an bie Samen: üiubeinattu, ©öutfen, ff ad, ©rüufelb, ©reiner, SEßaij), (Sbert, SKöller, Siicfer. (Sine gewiffe (Sbbe trat aber ein, nadjbem bie frod)ftut ber ©egeifterung gefchwuttben war. Safiir l)ie(t bie freimatS* funbe ihren (Siitjng itt bie ©djule. .frier beginnt auf ber Slittelftnfe ber geographifd)c Unterrid)t mit bem ©Joljuort unb feiner Umgebung uub fd)reitct bautt fort stittt Greife unb jur ifkooinj. Stuf ber Oberftufe wirb ber wefentlid)fte 3nl)alt unferer üaitbe£gefd)id)te bei ©eßaiiblung ber Digitized by Google 260 ältittciUmgcit über (anbe-^f iniDUrfjc Vitteratur. beutfrfjen ©cfdjidjte fjerangejogen; giebt e3 boef) trofc ber 400 3at)re langen Serbinbung mit Sänemarf bod) mandjeSerfniipfungSpunfte jtuijdjen tutfrer uitb ber beutfd)eu @efd)id)te. Stbcr and; in ben ipäufern unfereS fiaubeS ift ber ©inn für bie§eimat nid)t ertoidjen; er äufjert fid) nur ctinaS anbers als frütjer: ©efedfdjaft für ©d)te3tuig^£>oIftein=2aneuburgijd)e @efd)icf)te, ber natunoiffenfdjafttidje Serein, nnfer herein pr pflege ber 9iatur» unb SanbeSfunbe — , fie ade inerben getragen non bem ^ntereffc für bie .'peimat. ©eljen bie Arbeiten in ben '-Bereuten me!)r auf baS t£in^elne, tnoden fie I)inreid)cnbeS SerftcinbniS finbeu bei benen, lueldje bie adgemeineit ©runbpge bcljerrjdjeu, fo finb im ©egeufafc bap üetjrbiidjer unb Veitfobcn beftrebt, biefe ©runblage ju geben. Unter ben Siidjern biefer 3?id)tung ift feit bem £?at)re 1875 baS |>aubbud) ber £)eimat3tunbe non bem Mel)rer non Dfteu in llterfen eines ber inertoodften. 63 ift ba3 einzige Sud), iueld)e3 ©eograpfyie unb @cfd)id)te nufere» ManbcS in fid) ncreinigt unb bie @efd)id)te bis auf bie ©egeuluart fortfilfjrt. Sie in biefem Qatjre erjd)ienene 4. Stuftage jeugt loieber non bem Semiitjen bc3 SerfafferS, jein Sud) immer metjr ju nernodtommnen. Ser geograpt)ifd)c Seil ift non 87 ©eiten ber 3. Sluftagc auf 134 ©eiten in ber 4. Stuftage angetnadjfcn. Setjanbelt merben Mage unb ©renjen, natürtid)e Sefd)affent)eit ber Dberf(äd)e, bie Jtiiffe unb ©een, Mtima unb 'Brobufte, bie Urzeit unb bie Jhitturoertjcittniffe. 8n tebcitbigcr, frifdjer unb bod) cingefjenber unb griinblidjer SBeifc lueifj ber Serfaffer un3 ben ©tofj oorpfütjreu. 6iue befonberS ausführliche ©d)ilberuug inibmct er ben intereffanteften ©teilen unfereS MaitbeS: bem Mieter idieerbufen, ber Flensburger göf)vbe, bem '-Bungsberg, bem Jpeffenfteiu, bem ©djeersberg, ben Siippcler Sergen, ber Sitfel Stljeit, bem ©adjjemoatb, bem ©egeberger Mattberg, ben .jjmttencr Sergen. 6r fdjilbert ferner ben Urpftanb ber 'JUi'arfdieu, bie 6ntfte()ung be3 griebricfj-sfoogS, bie Snfel .petgotanb, bie Dünen, bie Snfel Sitt, bie @efd)id)te 'Jiorbftraubs, bie .'palligen, bas SBatt, ben 9torb=0ftfee--Manat, ben Stapeburger ©ee, ben Slöncr ©ee. Slujjer* orbeuttid) gemonnen tjat in ber neuen Stuflage ber Seit, ioe!d)er bie Sefd)reibitng ber Streife mit it)ren Crtfdjafteu bietet, friitjer 10, jefjt 48 ©eiten. Sie roidjtigfteu Örter finb jiemlidj eingeljenb befdjriebeu; non ben ©täbten ift oicl SntercffanteS über bie 6ntmicf(ung berichtet; aud) ift oft uerfudjt loorben, eine 6rftärung ber Ortsnamen p geben, fomcit barüber beftimmte ©rgebnifje ber ©prad)forjd)er uorliegeu. So ift ber gcograpljifdje Seil uidjt bloß eine ^»nbgrube für ben Mel)rer, um feinen ©toff für ben Unterrid)t barauS p entnehmen, er ift and) tcjenSiocrt für jeben, ber fid) mit ben guftänben unfereS ManbeS betaunt machen luitt. 6iuige fteinc Digitized by Google 9Jlittfiliinfleii über taitbesf nubltcfjc üiltcratur. ->(51 SluSftellungen fittb mir beim Xurdjlefett aufgeftofjen. ffienit ©. 24 gejagt wirb, ber unfruchtbare „.£>eibcriicfeu" bilbe beit „Stamm" ber tpalbiufel, jo ift biefer ?luöbrncf leiefjt imftanbe, eine irrtümliche Sßorftellung s u erzeugen. Xie .'pöhenangabcu fiub in ber 4. Auflage nach beit ÜJfeptijchblättern ber SlanbeS--?lufnahme richtig geftellt; nur bei bem ÜJJtthlenberg uott Sparitt ftcfjt noch bie alte ^aljl 126 ra ftatt 72 m. ®ei ,'pelgolanb (©. 40) ftcl)t weftlidje tätige ftatt üftlidjer. Xie Xraoe (©. 56) wirb jegt nicht mehr bist ClbeSloc mit fleinen Schiffen befahren, weil fie oerfanbet ift. tUid)t bloß bei ©rüntfjal (©. 56), fonbertt and) öftlid) oon SeoenSau wirb eine £>od)brüde angelegt, eine Sinberung beS urjprünglidjen SauplanS, woooti ber Slerfaffer jur ber Verausgabe feines SudjeS wohl uod) feine Äitnbe hoben fouitte. Xas Öohrlod) bei Stell) (©• 69) ift gegenwärtig mit 1100 m nicht nicht baS tieffte; bet ©perettberg in ber Släfje uott Söerlin befinbet fidj ein Soljrlod) uott 1250 m liefe. 9luf ©eite HO fteljt richtig, bas ©als liege m unter bem ©tjpS ; ©eite 70 melbet bagegen 146 nt. ©eite 83 giebt au, bag ber ©runbfteiu ber llnioerfität 1873 gelegt fei; auf ©eite 113 ftefjt bie falfdje 3al)l 1875. Xcn Slawen öaarbett (©. 111) führen jwei fclbftünbigc Ortfd)afteu; ©aarbett im Streife 'fJIön hot 10457 Sitiwof)ucr, ©aarbett im Streife Miel 1414. SUtüffen wir bem ®erfaffer ttnfere Slnerfettnung sollen für bett Steif), womit er ben geograpt)ifd)en Xeil erweitert l)ot, fo muffen wir mit Söesug auf bett gejdjidjtlidjen Xeil iljn bafür loben, bajj er oon jeber erheblidjeu Vermehrung abgefehen. (Sine iiberfidjtlidjc ®efd)id)te nuferer .fpeimat su fdjreibett, ift feine leidjte Aufgabe. Xa finb es uor allem bie oerjdjiebeuen Sürftenlinien, weldje gleichseitig in nuferem Sanbe Ijerrfdjten, bie uns bett Überblicf crfdjwerett. Sn ben Südjertt, weldje unt 64 entftanben, würbe and) ftarf bie (Erbfolge beriidfidjtigt. 3iir ben Verfaffcr fallt es barattf an, baS herauSsuheben utib ju terfnüpfett, was allgemeine Söebeutnng für bie Sutwidlung uttjereS SanbeS hotte, llttb bas ift iljtu gleich > n ber erften Auflage fo gelungen, wie feinem oor ihm. Sr fdjilbert bie SaitbeSgcfdjidjte in fünf Vauptabfchnitten : llttfer Sßatertanb in heibitifdjcr 3«t, Sinführuug beS ShriftentnmS, Vereinigung ©djleSwigS mit .'polfteiu, ©d)lcSmig=Volfteiu in ^erfonaMlniou mit Xäuctuarf, ©djleSwig=.'polfteiu in Ißerbinbitng mit ^teuften, ©erabe in ber Söefdjtäutung auf baS Gfotwenbigfte hat fidj hier beS Verfaffer# 3Weifterfd)aft bewährt. Sllcrbef. 3- S dm amt. Digitized by Google 262 Mitteilungen. Jftitteilungen. Xicrnnntfit in Den £rte= unD Sluvnnntcn 3d}lcomi(\ = töoliicinö. Söätjreitb ber Weitfd) bei ber ©enennung jeine« SBohnorte«, feiner glurctt nnb SBcilber in ber ©egel ba« ©elief be« ©oben«, bcjjen ©flattjen- unb SBafferbebetfuttg, Äüftenumriffe, feljr häufig aud) bie Konten bebeutenber, in ben meiften gälleu ober un« uidjt mehr hetannter Wänner jn ©runbe (egte, jo fel)lt e« bod) nicfjt an Crt«bejeid)itungen, jn welchen Xiere, oott ber Würfe bi« jum SSJnlfijd), ihren werten Flamen tjaben Vergeben ntiijjcn. SSeitn nun joldje ©amen begreiflidjertoeife bei ©öltent auf nieberer Stulturftufe, für bereit Unterhalt nnb ©eguemlidjfeit ba« be= trefjenbe ©efdjöpf eine grafte ©olle jpielt, ba« ©ebiet ihrer größten ©erbrcitnng (jabett, wie 3. ©. bei ben (S«fimo« nnb Snbianern, jo finb fie bod) and) bei ?lcferbau treibenben ©eoölferungett recht ga^freirf) oer= treten. — Xie folgenbe {(eine 9 ltt«Ieje au« Sd)Ie«mig=£tolfteiu möge bie« befräftigett. (£« ijt namentlich bie geflügelte 9 Belt, toeldje jid) in ber ©omcnflatur ber eitnbrijdjen tpalbinfet redjt breit gcmad)t hHeoSl)alen = gudjsfdjmanj u. f. m). 3} er Jpirjd), nb. fyarte, fyerte, j. $8. in ,'paffec, norm, ^»erteffe, .'perfe; in .£) a fj ftraffe, in §erjl)orn, norm. fjerteSfjorne. Das Ißferb, angeljädjfifd) fyors — Stute, in povsbcf, jpordfaüU, .'poftrup, norm, jporStorg. ÜMöglid) ift uatitrlid) audj bic 9tb= leitung ooit bem (Sigennamen .porja. Dass füllen, Dielleidjt in SJnlenfife (jept Sie!) = „Joijleutcid)", ober aber and) = „fauler, jumpfiger Dcid)" (oergl. gaulftrajjc in Siel). Der tifijd), nb. oilf, midi, r>is, fteeft moljl in {Jifdjbef uttb gifcbe!, oorrn. StfiSbefe. Der Söarfd) in ®orSflctf). Der Sarpfen in lltlci» See, Dom flau, ouflejc (alburnus lucidua) = SÖJeifjfifd). Der grofd) in ber nb. gorm pogge in ben fefjr häufigen DrtS= unb Flurnamen : ^oggeufec, >mifd), =ficf n. f. m. unb in ber flao. gönn jaba in SafjmS, norm. Sabnipe, Santbje (flau, jabinica = grofdpeid) ; baS auffix ica bcjeidpiet ben Ort bes SßorfommcnS). Der SBlutegel, nb. ei, yl, in 3f)lfee, 3l)Iiaal, oorm. 2)Ija(, 9)Ifole — „SMutcgellod)." Die Söiene, nb. imme, in 3mmenftebt. Die Senate (Steel) müde) in Sdptafeitbef, =teid). — 9lufierbem mimmeft cS in bett fdjleSroigolftcinS Ijäufiger oertreten ift; meil bei uberfläd)licf)er Prüfung eine 9>ermed)felung mit ber Sreujsotter nid)t auSgcfdjloffen ift. Da meines SBiffcnS allgemein angenommen mirb, baf; in nuferer 45ro- oinj nur bie Sreugotter unb DJingeluotter Dorfommen, fo mödjtc id) an liefet ber „Heimat" bie Stnfrage ridjten, ob bic glatte 9iattcr jdjon öfterer fjicrfelbft beobadjtet morbeu. ?ll)renlof)c b. Dornefd). 91. reef c. i'crr jyreefe fjnt bn-? oben ermähnte tijji'inplnr ber glatten 9ialter bem (jicftgeu goologifcften Jnftitut, in beiten Sammlungen eS eingereif)t mirb, iiberlaffen. (SS (cfieint in ber üiiteratur feine Hingabe bariiber oorjuliegen, öafj biefe Solange in SdtleSmig- .yolfteiu gefmibrn ift. Tannmeier Digitized by Google SDlitteilungen. 264 ®on .pcrrn 6. © ö r f f c n toirb bcr „.^»ciiiiat" folgenber 'Jiadjruf mitgeteitt, btn ba? Siiclcr Sforrcfponbenjblatt in (einet Stummer Bom 24. Süirj 1838 bem Olefdjiebcncn tnibmete unb ber Bon Clöljaujen ober iiegeiuifd) Berfnfit (ein biirfle. Ter Jlufruf ift in latcinifc^cit ©udjftabcn gebrneft nnb mit einem etwa r> mm breiten Trauerranb umrahmt. Tie Sntcrpunftion unb SKcdjtjdjreibuttg ftimml genau mit bem Original iiberein. 3m Slnfang beb ffltärämonat? 1838 ftarb gebrodjctieit £>crjen« auf einem üanbfjaufe am Öfenfer See nabe bei (SJenf eltoc Jens sCornfm Bon ber 3**f6 Silt in 9forbfrie?laub cinfam 8erla((en freiroiliig Bcrbannt beb Rricbcnbbrndj? rocldjeit bab 3°f)r 1830 oerlongte ber beften Opfer ein«. Ter 'Übel feinet Seele bic Straft feine? (Weifte? bie Tiefe feine? ©emüttje? offenbarte fiefj im fleinen «reife feine Tljntfraft luiifjlte fleinen Sdjauplaß, fein Sieg blieb Ijalb unb oljne «ranj feine Siicbcrlagc nnfjrn itjm Wiest bi? auf ben SHuljm. Tu «(impfet oljne Scpmcrbt Tu Relbljerr oljne £reer Tu Reinb ohne £mß im iperjen bie Rarfel bie Tu ongejünbet unb fiitjn ant ljödjften geftellt fjaft leurfjtct fort ob Tu aurij gefdjicbcu. Tein Slnmc fanit nimmer ocrlöfdjeti in Sd)lcbiDig-$olfieiu Tein Söort nimmer Berljatlen. ©Sie Teilte milb ■ ernften ^iige bem ber fie gefefjen für immer in bie Seele eingeprägt finb ©Sic ifjn Tein lendjtcnber ©lirf Teiner ©Sorte geiualtiger Sdiall fein ©eben lang begleiten fo ift Teint Tljnt unfdjeiubar nadj außen innerlich groß cingcgrabcn in biefcb '-Bolle? lebenbige? Olcbädjtniß unb Bcrerbt in bic tuadjfcnbe (Wefrfjidjtc bieje? ©nitbe?. Jn ber Rrembc ift Tein Wrab ßier im ©ntcrlnnbe Ijicr ift Tein Sieben. Sdjimpflidjeu Sdjlaf oerjdjeudjct Tein 3>*ruf ber ©rrriitfjer jitlert trifft fein jdjeue? sfluge ben burdjbofjrenben ©lid Teint? blaffen Silbe? ben Sdjmndjen ftärfet Tein Ruioinf Unb mit ben glflrflidjen ©rauen gelang« Tu ein« bcr (Srftc | an? 3*6. I Trnrf Boti 21. R. Stufen in Stiel, ©orflabt 0. Digitized by Google 9teue Sütitglieber. 1. Tie Möniglicbe Biologifdje Vluftalt *u ^iflgolanb. 2. Tennen, (I., pr. Vlbj. Tennert 4 Bape, Bltona, griebenöfira&t. 8. Tetlefien. ©timnafialbireftor, ©lüdftabt. 4. Stabtbibliotbef Jrifbridjfiabt 5. 3tm>n, ©jrcftian, guljtmaim, ftlenöburg, 3ot)amü»firci)t)oi 7. 6. Hablboum, Tireftor Pr., Oiörlig. 7. Ibobe. Kehrer, Olbenborf pt. 3pef)oe. 8. Tporftraten. ftojbeitger, Strudborf bei ©ejebenborf. Siel, ben 24. Cftober 1 893. T>et Schriftführer, '4»t)äuolortifd)p fBeobadjhtttflen. {ictr Dr. flitutb bitte! bieieuigen JjSerren, welche biefeu Sommer ohanologifcbe Beobachtungen angeftellt unb aufgeteiebnet haben, ihm bie Sorten rrtfjt balD tutuiteflen. T a n n m e t e r. $. .f>cmm?, Stummer Sd)iil=3(tln£ mit Bfrgament-Wamen>8lättem. ©ejeiebnet in 7 — 10 ßöbenfebiebten. Vluögabe A. Vitia« ohne Anhang, geh. M. 0,90, fort. .H. 1,20. Vlu»= gäbe B. Vitia« m i t Vlnbang, enthaltenb 4 Seiten fulturgeograpbiicber TarfteUungen unb 12 Seiten Bilber. @eb- X 1,20, [art. il 1,50. Vluegabe C (für Öebrer). ©it= halteitb Vluegabe B juiamtnen mit bet Sörofdjüre : Ter Situ lat la» unb ber geoSraphifcbe Unterricht. @eb. .H. 1,70, (art. .H. 2. ftamburg. Berlageanftalt u. Truderei V1..0. (normal« 3 - 5 - Siebter). Ter oorftehenbe oollftänbige Titel beutet febon bie ©genfebaften an, welche ben Vitia« oon aitberen guten Scbnlatlanten unterfebeiben ; e« finb: 1. ber Vitia« ift ftumm, benn er enthalt auf feinen «arten möglicbft wenige 'Hamen. 2. Tiefe finb auf befonberen Bergamentblättern enthalten, welche fo ajtgehefte» finb, bah bie Hamen' genau ben Crt bezeichnen, ju welchem fie gehören. 3. Sämtliche «arten tes Vitia« finb feöhenfcbicbtentarten ; ber Berfaffer bat barauf oerjicbtet, bie Berge burch Schroffen hereortreten ju laffcti. 4. Ter Vitia« bat einen Vlnbattg non ebarafteriftifeben Bilbem unb pon 4 Seiten mit tartographifeben Tarfieüungeu be« Sultur- unb 2Birtfcbaft»leben«, foirie jur pbufifalifcbeu ©eograpbie. 6« fehlt an biefem Crt ber Waum, mieberjugeben, wie bet Berfafier in feiner ©rofdjüre : »Ter Sdmlatla» unb ber geograpbifebe Unterricht" bie Vlbweidmugen feine» Vltlaffe» non anberen guten ©eefen biefer 2lrt begriiubet unb bie '-Berechtigung biefer Vluöfiibrungeu ju erwägen. Ta« intereffiert junäcbft bie Vebrer, boeb muh ber Weferent gefteben, bah er bem Berfaffer burebgehenb» jufiimmt. 6» wirb gernifi aber jeher ffreunb ber ©bfunbe mit Bergnügen biefen Vitia» fennen lernen unb kubieren. Hl an wirb ficb pieUeicbt baran flohen, bah ber Vitia» ein Scbulatla» ift, unb bah für bie Benugung im fiaufe bie groben fianbatlanten Pott Stieler, Vlnbree unb neuerbing» pon Tebe», ober ber tleine 'JJIeperfcbe öanbatla« au« ben «arten be» Sonoerfation»«i'ejiton» befteheub, geeigneter feien. Wichtig ift bie», fofern man ficb bureb ben Vitia» über bie Sage einzelner Orte, Berge ober Wemäifer untere iebten will; bieie Vltlauten paffen für ben ^eitungslefer, für ben Touriiteu unb beim fiefen oon Heifebefcbreibungen. ©n Bilb non ber Befcbaffenbeit eine« Sattbe«, feinen Bobeuerhebungeti, ©emäffern u..f. w. oermögen ihre meiften «arten aber niebt ju geben ; baut finb bie oortrefflicben «arten unfercr neueren Scbulatlanten auf« befte geeignet- Unter biefeu fleht ber Vitia« pon Spboro-VBagner ju 8 oben au, uno ihm luitäcbft tommen bie Scbulatlanten oon «irebbof unb «ropatfebeef, fowie Tierde uno ©übler. Unter ben billigeren nimmt ooriiegenber Vitia« einen bet erften Blage ein, fowohl wa« Wicbtigfeit unb Teutlicbfeit, wie Schönheit ber Tarftetlung betrifft. Wechten Hugen bat man aber erft pon bem Vitia«, wenn man bie «arten zu lefen oerftebt, unb baut giebt bie oben genannte Brofcbüre in Beifpielen eine oortrefflicbe Einleitung. Tauumeier. 31 tt 5 c i g c »t. Tie fiefer ber „Heimat" werben freiinblid)ft gebeten, bei ®ebarf bie fjier Dorgelegten Anerbietungen ju berüdficfjtigen. fowie Üdj bei ®efictlungeu auf bie „£etmat" gütigft ju bejie^en. l&orbereitungänttftaft für bie Jopge^ölfeu-priifung öirünblitöc Sorbereitung , gute Erfolgt. Eigene ißenfioii, anertannt gut unb billig. Sorgfältige ©eauffidjtigung. Aufnahme ju jeber 3 e >*- fticl, Untereftr. 17. 3obamt Xolirti, Jnftitut^oorftehet. A. F. Jensen, Accidenz- u. Buchdruckerei, Vorstadt 9. Kiel « Vorstadt 9. Anfertigung sämtlicher Druckarbeiten für behördliche u. private Zwecke schnell, sanber. korrekt und zu massigen Preisen. Teschner & Frentzel, ßrimsroifltcr ßudilKuibluncj, Änfthalicn, ßcfhbibliolhck n. t’rbnmllflgrfdiäft. Kiel, ßrunswiekerstr. 46. gegenUb. d. Sohulntr. Promptest« und billigste Lieferung aller Arten Bücher n. Zeitschrift, in- n. ausländ. Litter. Schnellste Besorg, v. Antiquaiia. Lager von Zticknnttnsilira, Schreib- und Papirnraarca fllrPri vate, Comptoir*. Bureau* u. 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Äujciocu für „Tie öeiniat" bitte ich mir bis ,put 22. ciitcö icbcn aKonatö ppfenbcti. Jtfi. |\olUucr, fticl, 'Itfnifcnljofftrabc 42. ©jpebition: Hinter fRobwcv. .Miel, ffiaifenbofitrajje 42. ortafsfd^rtff Vereins 3ur Pflege ber Hatur« uttb Canbesfunbe Jnhalt: 1. Tie neuen Entwürfe bein i'nnbeibenfmal flauer fBilbclm 1. für 0(f)le*toifl‘fiolftein. 2. Ta« alte mchfiiche $auernbau« (SdHufej. 3. $um iHolonbretten in SHinbbrrgen 4. ÜKtteilungen. WrFmW< 3C« foic öcfec ber ^cintat"! 1. Ta? ©tfcheinen lieg o genben Tezember-ßefte? bat Tb oerzögert, weil bet ßerauSgeber erft türjlitb in ben üefig ber töefdjtcibung oon bcm 'h .tericfefchen TenfmalS- Sntrourf fam. Tic beiben Blatter mit ben Abbiloungeu fmb nut lote in ‘bie „ßeimat" bmemgelegt, weil eS ba? ßeften nicht unroeientlicb oerteuert bätte, menn üe ein- gellebt wären. Jrogbem ber ßerauSgeber felbft ben 9lacferuf für Cornfen 3. 264 mit bem Original im „Sieter (forrefpoubeuzblatt" oerglicheit bot, fmb in bemfelben zwei Rebler flehen geblieben, bie zu oerbeffern bie Seiet gebeten werben. Seile 13 o. u. fotl es ftatt oerftbt bei feen oertDCbt. „ 3 „ „ „ , „ gelangft „ gelangffl. ßernt 65. in Schm. banfe i Warf, bie einzelne Kummer »0 «f. Anzeigen foften 15 «f. bie gr fpaltene «etitjeile, bei SBirberljoluitg wirb ber «reis ernnlftigt. Sdjriftleiter : $auptlct)rer Tannin ei er in Stiel, Üorafenftr. 59. $ic neuen Ömtünirfc nt bem ^nnbesbcnhmnl llnifer öüilhclm I. für <§dücstoig-$)olftcin. Sd)on im 3ult’2luguft*Heft würbe ben Sefcrn ber „Heimat" mit- geteilt, baff ber Slusfdfufj für bie ©rridjtung beä SanbeSbenfmalä $errn Brütt aufgeforbert fjabe, feine erften ©ntwiirfe, namcntlid) and) ben ju einer fKeiterftatue, non neuem burdjjuarbeiten unb bann bas Ergebnis feiner ®f)ätigfeit in neuen SDtobellen auSjuftellen. ©lcid)jeitig mürbe erroäfjnt, bafj aud) ,|>err ijBeterid) feinen ©ntrourf umarbeiten unb oon neuem auSfteüen merbc. — ®ie „Heimat" ift in ber Sage, auf ben beiben anliegenben blättern ben Sefern uon jebem ber ©ntwürfe eine Stnficfjt oorlegen ju fönnen. Sie bcjdjrcinft fid) and) bieemal baranf, jur Srläuterung bie non bett beiben Stiinftlern iljren ©ntwiirfen beigegebenen Betreibungen abjubruden: 1. ®er ©ittwurf nott ©vütt. ®erjelbe ift in ein Viertel ber auSjufüljrenben ©röffe augefertigt. ®a3 ®enfntal rnirb bemnad) eine Ht e noit etwa 8 SJfeter erhalten. „®er fd)lid)ten ©rö&e be$ l)od)feligen StaijerS entfpredjenb, barf ein ®enfmal, weldjeS bem ©iniger be£ ®eutfcf)en SReidjeä gewibmet ift, uid)t prunfen mit überflüffigeu ®eforationen; jebod) um baS ÜKonument als ein Sc^Ieäwig = §olfteinifd)c«S Sanbesbenfmal ju djaratterifieren uub bie ©ntroidlung ber ©efdjidjte be3 Sanbeä ju oerfinnbilblidjcn, fitib bie Slawen berjenigen 'Minner, meldjc fjauptfädjlid) iE)re ganze ©uergie unb Straft ber Befreiung ber .Herzogtümer uom ®änijd)en 3odje wibmeten. Digitized by Google 2(i.'$olft. eingegraben auf einer ‘ßlatte, melcfye oon jWci allegorifdjen giguren, Sd)leSmig unb £>olftein, gehalten mirb. Sdjfesmig, toeldjcä tjauptfädjlid) ber Sdjauplafc ber Erhebung unb beS blutigen Stumpfes mar, fdjmiidt bie ®enftafel mit bem üorbeer. £>olftein l)ält baS Sdjmcrt jum b^B bie 'ßrouinjeu ®eil Ratten an bem Stampfe, ber bie Einigung $eutfd)lanbs oollenbete. £infS Pont 93efd)aucr, an ber Siangfeite beS SodelS ift bie lebte ®l)at Steifer 3BiIf»eImS für bie s ßrooinjen, bie ©runbfteinlegung beS 9torb * Oftfee • StanalS, als SReliefbilb angebrad)t unb unter biefem bie fjeroorragenben ®enftage oon 1870 — 71. UtedjtS Pom SBefdjauer befinbet fid) ber rutjmooüe Vorgang oon (Sdernförbe am 5. Slpril 1849 unb unter biefem Stelief fittb bie ®enf* tage ber Sd)IeSmig=|)oIfteiniid)en Srfjebung einjitgraben. Sluf ber 9tüdfeite beS SodelS ift burdj Embleme auf bie ®eutfdje SRarine ßingemiefen. SBrütt." 2. 2er Entwurf dp» Sßetcrid). 2er Sntmurf ocrfjält fid) 31t bem auSjufüljrenben ®cnfmal in ber ©röße mie 1 : 3 1 / s . ®aS ®en(mal mürbe alfo bem SBriittfdjen au .fjölje ungefähr gleid) fein. „Sei ber gertigfteüung bcS l)ier 31« SluSftclIung gelangten Entwurfes 31t einem Sd)leSwig>4?olfteinifd;en £anbeS>®enfmale für beti Pcremigteu Staifer SBilljelm I. bin id) oon bem Seftreben geleitet morben, alle fjauptfädjlidjen Momente aus ber ©efdjidjte Sdjleswig -,£>olfteinS, in Serbinbung gebracht mit bem Sntfteljeu unb ber SlnSgeftaltung beS ®eutjd)en SteidjeS, monumental 311m SluSbrud 3U bringen. ®en Stern beS ©runbriffeS bilbet ein abgeftumpfteS Segment. Son ben beiben 9tabien=Seitcn »ermitteln 3mci breite greitreppen ben Slufgaug. ®ie Serbitibung jmifdjeti ben beiben uorberen ^reitreppeneden mirb burd) eine bogenförmige ©raniteinfaffung Ijergeftcllt, bie ein SBafferbedeit berjrenjt. 3n biejes Süafferberfeu ragt ein aus ber felfenförmigen fyront beS unteren SlufbaueS fjerauStretenber Sug eines 'ßmijerfdjiffes tjcvuor, auf bem, geleitet 001t bem ÜJicergott Steptun, bie gemappnete ©eunauia fitjt, bebedt mit einem gifdjfdjuppcufjclm, bemefjrt mit einem entblößten Sdjwert; fie ift bie Serbilblidjung ber unter Staifer SBilfjelm I. in Sln= griff genommenen SluSgeftaltung unferer Seemadjt, bie für SdjleSmig- .fpolftein unb fpesieH für bie 2aubeSf)auptftabt Stiel uoit fo überaus großer Sebeutuug gemorben ift. Sluf bie Sorgejd)id)te SdjleSmig '^wlfteinS, aus meldjer fid) befannt* lid) atlmäßlid) bie ©rünbung beS ®eutfd)eu SReidjeS entmidelt tjat, unb auf biefe felbft, meijeti f)in bie IReliefS 31t beiben Seiten beS ißoftainentS, Digitized by Google $ie neuen (Entwürfe ju bem fianbcSbenfmnt Satter SBiltjelm I. für @cf)(c£w.-$olft. 207 bie Gmbleme barunter, fowie bie üilbfirfjen larftelluitgen an ben beiben Gdpoftamenten. lag fHelief linfg ftetlt bie Grhebung Schleswig * ©olfteinS unter ben Statthaltern bar, wogegen baS »idief rccfjtS ben Sturm auf bie liippeler Scffanjen geigt. las Gmblent ju bem erftrren, ein Sud) mit ber leoife: „Up ewig ungebeelt," unb bem Schleswig > ©olfteiitifdjen Sßappen; mit ^erbrochenen ©rafett- unb Söürgerfroneit, unb einem oon (Sitfjcnlaub unb lortten umflochtenen Sdjwert — beutet barauf hin, bafj Schleswig -©olftein um feine tHedjte geftritten unb gelitten {jat. 1aS Gmblent ju bem gtucitcn jcigt Iroptjäen aus bem bättifdjen Kriege. las fRelief au ber hinteren Seite ftetlt bie ©runbfteinlegung junt ÜRorb-Cftfee-Kanal bar. laS ißoftament linfS geigt einen jungen ©ermatten, ber ben iöecfntf an baS beutfche Solf inS ©orn ftöfjt; über ihm, oon ber SdjleSwig- ©olfteinifdjeit loppeleidje, erhebt fid) ber beittfdje Star jutn Kampfe bereit. An ben Seiten bie s 4$ortraitreIief$ ber Scf)IeSwig-©olftciniid)en Patrioten: fReoentlou, Sefeler, griebrid) VIII., fiornfeti. 2)a«S ißoftameut redjtS geigt bie 0efd)id)te SchleSwig-©olfteiitS, oer- förpert in einem jungen üBeibe, baS überrafdjt oon ber gliicflidfcn üöfuitg ber beutfdjen Seftrebungen freubig bewegt ju bem bentfeheu Aar empor- blidt, ber ihr bie Krone beS neuen 9ieid)eS bringt. An bett Seiten bie fßortraitrcliefS oon Sigmare! unb Sioltfe; Kaifer ^5ricbricf( III. unb ^riitg griebrid) Gart. las fReiterftanbbilb unb bie figürlidjen larftelluitgen finb in 93rottge gebadjt, bie Ardjiteftur in poliertem unb geftodtem ©rauit. Saul eter ich-" ©err Sriitt hotte feinen Gutwurf ju einem Stanbbilb nur wenig oeränbert; bie „Heimat" oergicfjtet barutn barauf, baoon eine neue Ab- bilbung ju bringen. gür jebcä ber beiben ÜReiterftanbbitber ift in unferer treffe, befonberS in Kiel, lebhaft gefämpft. 1er Vtn^fdjnfj hat bejd)loffen, ©errtt Sriitt bie Ausführung beS letifmalS $u übertragen, ©err ^eteridj hat für bie Koften bei feinen beiben Gntwürfen eine @ntfd)äbigung oon ju- fammen 4(XK) it. erhalten. 1er AuSfdjufj wünfcfjt, bafj ©err Srütt an feinem neuen Gtttwurf noc^ einige Änberungen oornimmt. lie weitere Sehattblung ber len!» matSangelegenheit ift einem Sub=AuSfd)ufj übertragen, bem bie ©errett ©rafett flteoenttow-^reep unb Scocntlow-SBittcnberge, ©err Dbcrbiirger- meifter gujj nttb bie ©errett ©eheimräte Sartori unb ijirof. ©änel in Kiel angeboren. Als Sacfjoerftättbige werben fie bie ©erren ©eheimräte Sorbatt unb o. Gnbe, fotoie ben Silbhauer ^rofeffor Sdjaper ^ingugie^en. Digitized by Google 2ß8 $ic neuen CSntroiirfc ju beut Sanbcabeufmal fioijet SBitßctm I. für Sd)Ie#n>..§oI?t, Die ^ßotograpßieen, nadj weldjen mittels ijSßototßpie bie glatten ju ben Abbilbungen ßergeftcllt fiub, ftammen aueß bieSmal »on ber ffirma Scßmibt & SBegiter in Siel. Die „fpeimat" oerbanft fie «lieber bem DenfmalS-AuSfdjuß. Die fßßototßpien fitib mieber oon SMeifenbacß, SHiffartß unb Go. geliefert; bieje jfirma ßat aueß ben Drurf ber Ab= bitbungen ßerftellen taffen. .£). Dannmeier. gas alte |achftfchc Bauernhaus. Sion Pubreisi Jfreafjnt. (Sdjluü-) n. Das alte fädjfifdje IBauernßauS biente beiben groetfen, jur SBoßnung ber ffamilie unb jmeitenS jur Stallung beS Siebes unb Bergung ber ifirobufte, unb ungefähr fam auf jebeti bie §älftc beS fpaufeS. Den größten fHaum beS Innern naßrn bie „©rotbeet", große Diele, ein. An Stellen ßieß fie aud) „itoßbeel", oietleid)t beSWegeu, loeit fie unten im .fjaufe unb ein wenig niebriger lag, (low, cnglifcß = niebrig). Sßrcm .fpauptjwecfe jufolge aber mürbe fie „Döfcßbeel", Drefcßbiele, genannt. Sie mürbe geroößttlicß im grüßling unb Sommer, wenn bas £wrnoieß fie nid)t beging, ßergefteüt, bamit fie jur Grnte troefett mar. Der größeren fialtbarfcit wegen oermifeßte man ben Seßm, ber „fett" unb fteinfrei fein mußte, mit Deer. Das Sneten mürbe bureß ^ßferbe beforgt unb baS Gbnen ber ^tädjc mit „DeeluflägcrS." Daß man (brei) ißferbeföpfe unter bie Dielenmaffe legte, um einen bumpfen Ion beim Drefcßen ju erjeugen, erfdjeint mir nießt roaßr* fcßeinlicß. ©efdjaß eS aber ßiu unb mieber, fo mag ein Aberglaube ober eine alte ßcibnißße IBolfSmeiuung $u grunbe gelegen ßaben. 2Bol)l aber pflegte man unter bie Diele Sal$ ju ftreuen, bamit fie fiefj im ©ruttbe feueßt erßalte unb oor fftiffen gejd)üßt fei. Alle Dßüren öffneten fid) naeß ber Diele. Der ißferbeftaH, ber fieß faft immer auf ber redjten Seite (oom SBoßneube aus gefeßeu) befinbet, benn bie ißferbe roareit beS SBefißerS rocrtoollfteS ©ut unb mußten ftets bequem mit ber redjten tpanb ju erlangen fein, mar bureß eine Dßür uerfdjloffen, ber Kußftall, bet aljo linfsjeitig lag, aber mar geöffnet. Die .gaßl ber ißferbe mar befonberS in ben ©egenben, roo bie £eib= eigenjeßaft ßerrfeßte unb ber Süauer ju ftetem £>ofbienft oerpflicßtet mar, berjenigen ber Kiiße gleid). Somoßl ißferbe als Süße ftanben mit ben Köpfen ber Diele ju, um eine bequeme Fütterung ju ermöglicßen. 4for ben ^ferbetrippen ftanb eine Sifte mit fpäcfjel, unb neben berfelben an ber 9Battb, oft aueß an ber großen Dßür ßing baS ©efeßirr für bie Digitized by Googb alte (nd)fiM)c ©ciucrn()au§. 269 Uferbc. ©owoljt oor ber Xfjür, be§ ^ferbeftadcä als and) oor ben Äüljeu war bie Xiete mit fleiucn Jelbfteinen gepftaftert ; beim oon bem SBaffer, ba§ in Gimern gercid)t würbe, wäre bie üetjmbiele gar leidjt aufgeweidjt worben. Xiete unb ftufjftall waren bagegen nid)t burd) eine SBanb oon ber Xiete getrennt, bamit ben Siifjen teidjt ba§ gutter, g. S. ber Stbfatl beim Xrefdjcn, gereidjt werben tonnte. 3ebe Shit), wenn fie nidjt an einem ©tänber itjren ijSIa^ ßatte, ftanb gwifd)en gwei armbitfen Säumen; an einem beleihen nmr fie mit einem fid) auf unb ab bewegenben SRing, ber burd) eine furge Äette an bem „fjatsftoben" befeftigt war, oerbunben. Xie ftätber unb anbereä Sungoiet) waren entweber mit im Sutjftall ober in einem SJtaum baneben uutergebrad)t. 3n bem Xielen -- SBinfet groifdjen SPferbe* refp. ftut)ftat( unb ber großen Xfjür befanben fid) bie 2öäd)ter be$ fjaufeö, auf ber einen ©eite ber fjunb, auf ber aubern in einem Serfdjtag bie ©änfe. Söeiter aufwärts befanben fid) ber ©djweineftatl, ber ©djafftall (b. t). wenn biefe Xtjeitljaber beilg" allgemein betannt ift. Der Staum über it)r war nad) ber Xiete offen unb würbe entweber mit fpcu ober fotd)em Sorn, bag halb abgebrofdjen würbe, betaben. Statürlicf) mußte an jeber ©eite ein fteiner Siaum ber „.fjitt" frei bleiben, bamit man oon if)r auf ben „|)od)böl)u" gelangen tonnte. SBäßrenb bie „fjitt" nad) außen t)in oon ber „SJtauerptatte getragen würbe, würbe fie nad) innen oon beit fjauph ftänbern („,'pöoebftänner", furg „fwoftänner") gehalten. Xiefe fjaupt= ftänber waren fefjr biefe betjaueuc eiefjene Säume unb rut)teu auf eben fo bieten ©dpoelleu. Xie ©djwetlen feljten oft in ben älteften .fjäufern ; e$ war oietmeßr ©ebraud), bem Saum ben Söurgeltnorren, ber im Statt' beutfdjen ben mir nicf)t erttärlid)en Stauten „SBorbot" ober „iffioßrbob" *) rägt, gu taffen unb il)n mit biefem ber größeren ffeftigfeitwegcn.eingugraben. Xa3 Xad) mit feinem Satfwert würbe atfo oon biejen $aupt= ftänbern getragen. Xatjer brauchten bie Slußenwänbe nidjt fetjr ftarf gu fein unb bienten nur gum ©d)uße. Seftanb bie Slußenroanb aus Saltew ober gaeßtoerf, fo fteltte man jogenannte „Seßmwänbe ober ©d)äd)twänbe" ßer, inbem man bie ftfläcße gwifeßen bem ©cbätf gaun» artig auöf(od)t unb bann mit Steßm bewarf ober fie mit Sfnittetn, bie guoor mit ©troß bewirfett unb burd) Skßmbrei gegogen waren, oott= *) Dielleittjt nm$ im ©oben roaljrt. ©ob ober ©ot = ©oben ; »crgl. ©oten, ©orboten eine beionbere SIrt bcS Cggcna. Hiadjiräglidj ber ©erfaffer. Digitized by Google 270 Cubroig Jrafjm. fcfjob. SSenn bie SSänbe bann geebnet uitb genügenb getroefnet waren, jo würben fic auften (nnb and) meiftcnS innen) mit Stalf geweiftt. Xie ©tätibcr aber erhielten einen jdjwarjcn Slitftrid); ju welkem woljl ineiftenö Stienrujj oerwanbt würbe; in ber ©egettb wefllidj oon ben ,'piiftener Sergen aber würbe eine cigentümlidje jdjwarje ßrbe, beren Seftanbteile mir inbejfen unbefannt geblieben finb, baju genommen. XaS Sd)wari(erbel)o(en gejd)af) furj oor ^ftngftcn unb bilbete an einem lauen griit)lingSabenb einen SieblingSgang ber erwad)jencn Sugenb. Slber nod) in unjernt 3a()r()unbert bejtanben nid)t alle Vlujjenmänbe aus jfad)wcrf; jonbern eS würben foldje aus Sel)nt ohne ©tänberwerf l)ergcfietlt, wie eS nod) heutigen XageS im 21)üriugijd)eu unb anbern ©egenben gejdjieht. 2Bäl)renb ber Xtjon bort mit langgefchnittenem ©troh burdjgefnetet wiro unb bie dauern nur in längerer 3e*t mit Unterbrechung aufgeführt werben tonnen, bis eine ©d)id)t »on etwa Vi Dieter getrorfnet unb feft geworben, benujjte man bei uns jur ffeftigung furje ßidjenftäbe, bereu Sd)id)tcn fdjicfroinflid) jur SängS- linie ber SBaitb auf ober in ben Sel)m gebriieft würben unb bie fid) immer abwed)felnb treusten. Sei bein Stufführen fo!d)er Diauern, wie überhaupt bei ber ßrridjtung eines Kaufes leifteten bie jungen Diänner willtommene unb uncntgcltlidje fjülfe. ©e()r f)äufig gejdjat) bemjufolge manche Arbeit beim .^äuferbau an ben ©onntagen. Xocf) weitben wir uns wieber bem Snnern beS Kaufes jul Sin bem oberen ßnbe ber grofjcn Xiele, unb jwar ber Diittellinie quer oor> gelagert, lag ber ffeuerljerb. ßr h a Ue wohl burd)gef)enbS eine Sänge oon reid)lid) l 1 /* unb eine Sreite oon etwa 1 Dieter; feine ipöh e * oar bie feinem 3 lucc f entfprcdjenbc unb noch Kfct üblirfje, alfo bie eines niebrigen XifdjeS. Sr ftanb öollftänbig frei unb war anfänglich aus möglid)ft ebenfeitigen ffelbfteinen, in jüngerer 3 C * 1 aber jd)Oit aus 3ifgeln erbaut. 3n leiderer fform fanbeit fid) iolchc ffeuerherbe nod) währeub ber StriegSjatjre 1848—51 in ben Sauerhäufern ber Dörfer bei 9ienbSburg. Son ben Stampfgenoffen jener 3al)re ift mir mehrfad) erjäl)(t worben, wie fie fid) abenblid) „um beS SichtS gefeH’ge ff lamme", bie über bem fjerbe glomm, fammeltcn unb aud) wohl um ben lefcteren Stingeltänje aufführten. 3e|jt biirfte in ben fci)leSwig- l)Olfteini)d)cu ©auen fd)Wcrlid) nod) ein foldjer ©erb ju fiuben fein. ßr l) att e eine £mupt- unb eine ober mehrere Debewffeuerftellen. XaS Stochen gefchah auf Xreifüjjen ; ber fpauptfeffel ober ©rapen aber hing an einer Stette, bie für* unb lang gefteHt werben tonnte. 2Die Stette l)ing in bem fünfte, wo oier „5cucrl)erbSftrebeu", beren je eine oon jeber ßde auSging, fich treusten. Xer ffeuerherb war ber 3entralpuuft beS ipaufeS unb ooruel)mlid) ber SlufenttjaltSort ber fmuSfrau. Son Digitized by Google alle |ädjft(d)e Söaiicrnfjniiä, 271 ßier au# fonnte fie nid)t nur alle SHäumc bfö Ipaufe#, ntinbeften# bod) bereit Dßiircn, beobaeßten, fonbern aueß burd) bie große Dßiir ben tpof- plaß, burd) eine Seitcutßtir bie Straße unb burd) bie onbere einen Seil be# ©artend überfeinen. Xenix fie loar, wenn bie gelbarbeit bringenb war, oft außer ben ftinbern bie einzige £mtcrin bc# fpaufe#, unb ba galt e# auf oiele Xinge Slcßt ju geben. Ilm beit £>erb fammelten fid) 511 ben ÜWaßljeiten bie gamilienglieber, um ben |>erb faßen fie bei fpärlicßem Sicßtfdjein am ^Ibenb unb oerrießteten ißre ©anbarbeiten, fo lange e# bie 3 aßre#zeit erlaubte. SBar ba# geuer wergtommen, fo ftütpte man über bie ?lfd)e, um Scßaben ju oerßüten, ein oerbraueßte# ©cfäß, ba# einen 3liß ober ein fleine# Socß ßatte, ober eine au# ©ifen- ober SRcjfingftreifen geflorfjtene feffetartige Äapuße, bie noeß ßier unb ba aufbewaßrt worben ift. Über bem tperb im fogenannten „SBiemen" ober „Spedmiemen" ßingen Sped uub 0d)infen, SBiirfte unb SJtaucß- fleifd). 3 ebe# glcifcßftüd war mit einer ober meßrereit „Sßcebcn" an einem „Spitt" befeftigt, unb biefe# würbe bann mit ber „Sperfgaffel" auf bie tragenben Satten be# SßJiemen# gefeßoben. Sftatürlid) ßingen bie anfänglicß noeß tropfenben gleifcßftütfe nießt gerabe über bem fperb unb feiner näcßften Umgebung; obwoßl man bamal# nießt jonberlid) utt= angeneßm berüßrt war, wenn einem ein Xropfcn gfeifeßlafe ober „Sott" auf bie $aut ober bie Stleiber fiel. Durd) bie zentrale Sage be# geuerßerb#, bie unbeftritten bie erfte, weil uatürlicßfte mar, wirb bie SReinuug wiberlegt, baß ba# Sacßjcnßau# in feber grontmanb eine „große Dßür" geßabt ßabe, baß bie große Diele atfo bureß ba# ganze §au# oertaufen unb fomit ber wolle SBagen ju einer Dßür ßerein unb jur anbern ßinaus beförbert worben fei; beim fo ein geuerßerb ließ fid) nießt umgeßen, noeß an bie Seite feßen. Diefe Siuridjtung, bie mit einer zweiten „großen Xfjiir" bei anbern söaucrßäuferu übtid) ift, ift allcrbing#, als ber geuerßerb an bie Seite gewanbert, zeitweilig, aber nur zeitweilig, in fäd)fifd)en ©egenben uor- gefomnten. ^mifeßen bem geuerßerb unb ben SBoßnräumen erftreefte fid) burd) bie ganze Breite be# .paufcs ein mit fleinen gelbfteiiten oft mofaifartig gepflafterter ©ang, ber naeß ben Stußenmäuben ber „glett" ßieß. SBott jenem fiißrte eine „ölangbör", bie au# einer Unter- unb Oberßiilfte beftaub, in# {freie. Der freie 9Jaum über bem „fflett" ßieß bie „Sucß" ober „Sucßt". Der glett ßatte allerbing# weiften# nur ein genfter neben ber Seiten- tßür (SBtangbör), unb ba# meifte 2id)t mußte woßt bie geöffnete Dßür fpenben. Diefc war baßer weiften# and) zweiteilig. 33i# z u beit äöoßnräumen war bie Söobcuberfe fo ßodj, baß ein Digitized by Google 272 üubtmß grnljm. Silber Slorn ©laß Ijatte, unb würbe beäßalb „.'podjböfjn" ober „Siom- büßn" geheißen. Über ben SÜHoßnräuinen ober reichte ber Sobcnraunt bi« jur ßimmerbede ßinab; c« entftanb fomit eine fogenannte „Stifte" ber „.£»11" über ben Ställen entfpredjenb. Xieje würbe junäcßft belaben nnb jwar mit $eu. SEöcnn aucß alle anbern fRäume be« £>ocßboben« soll waren, jo tonnte man bod) in mandjeit Käufern burcß einen engen Äriecßgang ju berjelben gelangen. Über bem $eu warb ber fRoggen gelagert, unb er pflegte bie fmlfte be« ©oben« einjuneßmen, er reichte bi« an bie „Sute", bie fieß al« unoerjcßließbarer Sinfdjuitt ber Xede ungefähr in ber SRitte über ber großen Xiele befanb. ßu beiben ©eiten unb in bem übrigen ©oben- ranm befanb fid) gewößnlicß ber .jpafer, wäßrenb ber ©udjweijen, ber nur in einigen ©egenben ftart gebaut würbe, auf ben „§iUe" ißlaß fanb. Xod) eine fcfte Siegel ßerrfeßte ßicriu nidjt. Xie ©obenbede beftanb nid)t wie ßeute, au« feft ineinanber jdjließenbcn ©rettem, jonbern nur über ber größeren £>älftc ber großen Xiele lagen große eidjene ©oßlen, bie nid)t auf bie fie tragenbeit Söalfen genagelt waren, fonbern fid) burd) itjre eigene ©djwere hielten. Über ber anbern fmlfte (»on ber Sufe bi« jur großen Xßür) lagen mciften« nur riinbe geglättete Säume ober Satten, ebenfall« loje unb barum oerfeßiebbar. @« war für ben Uneingeweihten fomit nidjt oßne ©efaßr, ben ©oben ju befteigen unb maneßer Unglüd«fall ift burd) bie mangelhafte ©efeftigung unb burd) bie nießt eingefriebigte Sitte eutftanben. Slitßerbtm galt e« oft tpanf, Sl flC h s !C - S“ bergen. Xerfelbe würbe jnnt ©eifpicl auf ben oberen Sitbcn ber §ille gelagert. Xiefer Crt, ber nad) ben „§öob= ftänbern" „ßöobftaußl" genannt warb, barg übrigen« nodß anberc Xingc, wie ©ratbinten in ©öden, .'peebe, ^ladjöbrarf;en, alte ©pinnräber, oer« braudjte« ©efeßirr, feimenbe Kartoffeln u. u. a. je nad) ßeit unb ©ebarf. ?lit einem Siornbobcn unb an einem Steller fehlte e« im ©aeßfen- häufe. Xa« Storn, übrigen« nad) Scharf gebrojdjen unb wenig für ben ©erlauf beftimmt, lagerte in ©ädeu, bie an ber Xielenjcite ftanben. Xa« war im SBintcr für bie .jMißner ein „gejunbene« greffen"; beun oft war ber ©ad garnidjt jugebunben unb anbernfaH« fanb fieß leicßt ein Sodj im ©ad. Sür bie 3Rilcß gab’« halb ßier halb bort einen SRaum, ba« ©rot würbe in beit nu«gcbraud)ten Sadtrog, ber an ber ©eitenwanb, nidjt weit oo m .'perbe ftanb, gelegt, unb für anbre SRuuboorräte war ein „IStcljdjapp" oorßanben. s Jtid)t feiten floßt man an« gebreßten ©troßtauen große tonnen- äßnlicße ©eßälter für Startoffeln. (Sin widjtige« Qnftrument fanb fieß nod) auf ber Xicle, ba« war Digitized by Google Xa$ alle fnd)fifcf|e ©ouernTjauS. 273 ber „SMidjterpaljl", an bem ber „Xtjranfriifel" Ijing. (311« Xodjt benufcte man ben ,,^cvf" ober „Sebbig" ber Sinfen.) Xenn am äRorgen rottrbe fdjon bei ilicfjt gebrofdjen unb am Slbenb fjäcffel in ber „©nielab" gefcfjnitten. Sei ,'pod)äeit«feierIid)feiten mürbe nadj 9J?itter> ttadjt bem £üd)terj)afjl bie ©Ijrc juteil, bafj mit ifjm getankt mürbe, unb mar er nidjt ju entbehren, fo oertrat ber oorfjin ermähnte Saum ber großen Xfjiir, „Xrofjel", feine ©teile.*) 3um ilohmördtcn in «Binbbeigen. Xa« am 16. 3utti Ijiefelbft abgefjaltene Solanbreiten, ein uralte« Solf«feft, ba« au bie mittelaltcrigen furniere erinnert, bietet un« eine miUfommene ©elegenfjcit, ber in ber fteimat, Safjrg. 1891, ©eite 58 gegebenen furjett Sefdjreibung an« ber ffeber bc« .fjerru ifleter«, Siel, einige« erganjenb fjinjujitfügen. — Xie Seiterfdjar beftefjt au« Sauer > föhnen unb Xienftfucdjtcn ; letztere reiten ein« ber Sterbe iljre« Xienft* Ijerrn. Xie ißferbe roerbeit mit roten unb blauen Säubern gefdjmüdt. 9lm ©onntag oor bem Xuruier mirb Stöbe gehalten. |)ier fdjon jeigt e« fidj, ob ba« ermäljlte Sü'vb geeignet ift; ntaudje finb ju fdjeu, milb unb üiigello« — trofj ernfter unb milber fjanbfjabung iljre« Leiter«. Sor bem eigentlichen „Seiten" mirb Umjug burdj« Xorf geholten — ein ftattlidjer ßug. Soran reiten „alter Sönig" unb „Oberft", mit ©djärpe unb Slumen gefdjmüdt, baju Regelt an ber ©eite. Xaraitf folgt Ijodj jn SJagcit eine Slufiffapelle, enblid) bie Seiler. 9lngefcljrt mirb beim Sönig, Cbcrft unb ben SSirten; früher mürben autfj SIMlIer unb — Softor unb „Sofettcr" beetjrt. Xa« Seiten ift nidjt ofjnc ©efatjr, 9lrm- unb Seinbriidje finb fdjon oorgefommen, Seriebungen ber .ftätibe unb „©anbbäber" gehören jnr Xagc«orbuuug. Xer neue Sättig mirb burdj eine Scbe be« Oberft gefeiert, ©in Xan$, mobei natürlich nadj alter bcutfdjer Ski je mader ge;jed)t mirb, befdjliejjt ba« (feft. — Xer Ijiefige Solattb mag au« bem Slttfnng biefe« Qaljrljunbert« ftammen. Wejciert mtirbc ba« geft bi«fjer nodj in SJtelborf unb ©efdj bei Sielborf. Xie Solattbe merbett int Sielborfer ÜKufeum aufbemaljrt. Serfaffer biefe« erinnert fidj nodj, in ©t. SJidjaclisbonn al« Snabe in ben öO.gcr Saljrcu nadj bem „Solanb" gelaufen jtt haben, ^tcrru Xr. Sllberti-Siel gebührt inniger Xanf für bie Sadjforfdjungcn unb Sfitteilungen ber litterarifdjcit Sadjtoeife bejüglidj ber SoIaiib-9lngelegciiljcit. (©. §cimat, 1891. ©. 77.) *) Ser Serfajfer Ijot ber „§eimnt" einen jineiten 'Huffnjj über bn« Sadjj'enbnu« Bcr(prod)cn, ber bie Söoljtiräume unb bie Umgebung beweiben befjanbeln foll. $. Digitized by Google 274 3um Stotanbreitcii in SOiubbtcgen. Siebe („Söort") beö Tbcrft beim Siolnubveitrii. Seib mir gegriifjt, il)r ^eft gen offen! j 3dj tjabe midj fdjon längft gefeint Xcit fvoljeit Xag ju feiern, Xer unä an einen .jjelbcu nialjnt 3u Starl be« ©rofecn feiten. .'pelb Siolanb, ja, ber Sfjrcnmann, Xe« Sieicfje« ftarfe Stille, Sr ift an« feinem ©rab erwadjt llnb ruft jutn Stampf bie Streiter. Sr fdjreitet je£t mit Siiefeufraft Xurcfj alle bentfefjen ©aucn Unb rüttelt, wa« im ©djtafe (ag, £>eraity jum groficn Stampfe. Xem SJiidjel bort im tiefen Sdjlaf Steifet er oom £>anpt bie SRüjje: ©tel) auf oon Xeinem faulen ©djlaf, Xer ÜJtorgen längft fdjott bämmert. Unb Xeutfdjlanb tjort ben .^elbenruf Unb regt bie ftarfeu ©lieber. Xer Stowe, ber im Storben braut, ©inft angftooll auf ben öoben. Sitglanb, ba« ftoljc 3nfcluolf, Xie feigen, langen ©eelen, ©ie Ijören aud) ben ^elbenruf Unb werben angft unb fdjeue. Napoleon, ber fdjlaue f^eiub, SBagt nidjt ben .'pelb ju netten, Sr fdjmeidjelt gar mit melfdjcr Siuft Xem fiirdjterlidjcu Sieden. Unb brimten gar im eignen Stanb, 9öie reben ba bie Steute, 9Bie Ijeulen fie, wie wimmern fic Unb ftetfdjen mit ben gäljnen. Unb tennt itjr biefen Siolanb niefjt, Xer fjodj fein Gauner Ijcbct Unb al« ein ftarter Siiefengeift Xurd) Xeut fdjlaitb« ©auen fdjwebet ? S« ift ber waljre 0rreif)eit«brang, Xie freie beutjdje Siebe. ©ie fdjreiten frei burd)« gan^e Staub Unb rufen auf jum Stampfe. Unb nun woljlan beim mit wudjtiger Steule Xem Siolanb ju Stcibe! ©i(St feft je|)t im Sattel, ©ebt tjeftigen ©tofe! Xie« Vergnügen, je(jt gcljt e« Io«, ßum ©djtufi roünjd) id) ba« öefte fleiu unb groß, SÜfir aber bodj ba« grofee Stoo«! Si a d) f d) r i f t. Sßorfteljenbe „Siebe" fdjieit mir ber SBeröffeutlidjung wert jit fein, weil fid) in berjelbcu ber ^eitdjaraftev unb ein bewerfen«* werter 3 U S öe« SSolfsleben« wiberfpicgelu. Über Urfprung unb $eit ber Sntfteljung fonute id; nidjt« öeftimmte« erfahren, bod) fdjeinen bie filängc auf bie $eit ber greifjeit«friege ober ber „Srfjebung" Ijiiijubeuteu. Sine SJiitteilung oon „Sieben" bei äfjnlidjen unb oerwaubten 3tolf«feften wäre ju wiiufdjeti. fficr Ijilft jamincltt? 333er Eeunt ältere Sieben? SBiubbergen, Snbe 3uli 1893. 3- ©djwarfl. JHittcilungcn. „Über Cvtö» tuiD Flurnamen ©djlcemiig^olfteiitö." Sluf bie Slu* regungen, weldjc Dr. ©lotj unter obiger llberfdjrift gegeben Ijat, gingen folgenbe SJiitteilungcn ein: Digitized by Google Witteilunsjen. 275 1. SBogelfang. 3) er Kante S3ogeIS = ang fommt in SdjleStoig» .'putftciu nidjt oor, mof)I aber ntefjrfad) S8ogeI>fang. ®ie Jo bcfleidjucten Örtlidjfeiten fittb feine SBiefcn, auf benen 9Köoen niften, fonbern SBJälbcr, in benen S3ügct fingen, j. S. bei Ißrecb, Slfdjeberg. ®ic Slbteitung S?ogetS»ang ift Jd)on beSbjalb unftattfjaft, weil ang, anger (J. o. io. @raS» lanb) ber nicberbeutfdjcn Spradje frcmb ift. Kur im Slugelfädjfifdjen ift „iitgc" oorgefomnien, me!d)eS fid) nod) im Jriefifdjen finbet, bänifd) ift „ßng." — ®iefe SluSfteHung ift nidjt bie einzige, bie id) an Dr. ©lotjS ÜHitteiluitg im Kooemberfjeft ber „§eimat" ju ntadjen l)abe, aber cS feljlt mir bie 3^'t, ouf anbere fünfte einstigeren. Dr. @. $. 2. ftraufe. 2. ®er Slnffaf) oon §errn Dr. ©tot) im Kooentber »|>eft, über» fdjriebeit: „Siernamen in beit Orts» unb Flurnamen SdjleS» toig--|toIfteinS" — ben id) übrigens gerne gelefen fjabe — , oeranlajjt mid) fotgenben Senterfungen: 1. Sßogetfang = 93ogetSanger = Sogeltoiefe jd)cint mir bod) feljr frag(id) ju fein. „Singer" ift tjier — toenigftenS in SdjleStoig — gar fein oolfstümlidjer SluSbrucf. 3d) fiitbe in ScfjröberS ®opograpl)ic oier» mal biefcn Kamen füblidj oon Flensburg unb breimat nörblid) baoon: „guglfang." ©änifdjctt giebt eS aber fein „Singer." Sind) liegen, fomeit mir befannt, biefe Drtfdjaften nidjt auf SSiefett, tooljl aber in ber Käljc oon (je^igem ober früherem) ©ebüfd) unb SBalbung. ©S toirb atfo toof)I ber Ort fein, too bie „23ögel fangen." 2. Kabcnfirdjcn = Kaonfjcer = Kabcnfumpf fjabe id) fdjott gar oft gelefen, immer aber mit Äopffdjüttetn. Klan fagt auf Onitifd) : „raogal" = rafeitb toll, „Kaobaitff" = jcf)ted)teS ®änifd), alfo audj „Kanfjcer" == arger Sumpf, — l)at alfo mit bcm Kaben nidjts ju tl)un. — 1848—50, in ber erregten ßeit, t)nt man and) oiel oon „Kabcit» bänifd)!" — gcfrfjrieben. Übrigens fommt „Sjcrr" — Sumpf im Sd)lcStoigfd)eu feljr l)äufig oor, l)at aber burd) ungliidlidje Kerbeutfdjuug gar oerfd)iebeite SJormeu angenommen, j. 58. : Äarr = 5larrf)arbe, Koljrfarr — fHofjrfumpf ; Sijair = Äer — Sterf = Äirdje; — Kabcnfird)en = too jufällig eine ttircfje ift, aber Ktoorfird)=K?orbfjmr— Klorbfumpf, too toeber Kloor nod) ftirdje gemefen, nod) ift. 3. ©S märe eine intcreffante unb getoif; fel)r banfenStoerte Slrbcit, einmal bie Orts» unb giurnamen Sd)IeSmig=f>olfteinS erflärcitb jufant- meujuftellen. ©S mürbe mand)cr Sluffdjlufj baburdj gegeben merben fönneit. $abei ift aber grofje Korfidjt geboten. ®cr ftlang bcS KamcnS fiiljrt I)ier ju leitet irre. — $ür oerfjältuiSmäfjig neuere Kamen mag Klattbeutfdj unb fjin unb mieber aud) o d) b c u t f d) jutreffnt; für bie älteren aber fommt im Ofteu SBenbifd), im Söcftcn griefifdj Digitized by Google geben (ollen. ifar Die „Seimat" fine befonberä furje Mitteilungen au« biefen ®e« bieten wert roll ; gerabe ba« ©ebiet ber ©olfShmbe fann unfer 'herein mit feiner groben Mitglieoerjabl beiter pflegen al« irgenb ein anberer Serein. Xa mit oer weiteren SUi«breitung be« SBerein« fein SirfungSfrei« roa*tt , fo bitte icb feine Jrtunbe, gfei*»eitig na* Straften bafür ju arbeiten, ba& neue Mit« gtieber gewonnen werben. Sief, im Xejembct 1893. X a n n m e i e r. 9leue lülttflltcber. 1. ©odenbatjl, ft., cand. pharm., Stiel, ©nmewiferftra&e 11a. 2. X unter, cand. m«d., Wiel, Jetbiiraße 3. 3. Oraf, X., $>6f6eftper, Semmel« bei £tot)enroeftebt. 4. Sunbiu«, fflpotbeter, ®aarben. 5. SHopbe, 3nfpeftor, Stiel, 3«ger«berg 24. Q. SAliiter, iierar*t, Stiel, gledenftrafie 14 a. 7. Jobt, Sbudrb, Canbmann, SBoftebt. 8. thieHer. ‘Aifiur, pr. 9lbr. be« tpertn Soepde A Hijos in SalbiDia (S^ile). fiel, bcn 23./9Jooember 1893. $et «djriftfiifjtet. i i tt j e i g e n* Xi e Sief er ber „Heimat" tnerben freunbfiepft gebeten, bei ©ebarf bie l)ie porgelegtr” Sfnerbietungen jit berücfficfjtigen, foroie fiep bet ©efteüungeu auf bie w $einiat" gütigft ju bejiepen. 211« 2$ctf)tutdjt3 * (^cfrfjcitf empfohlen : 0d)lc3uug=.£olfteinifd)e $olf$fmd)er : I. ©anb: t>xc Oappeteirfjs, ©djlcänng « ^»olftein« Sianb unb Soll im Xiefjtertuor^ 300 Qfebiepte entpaltenb. barunter oiele Original «©eiträge. II. ©anb \ in neuer n ftarf mit 34 SHuftratiouen. Ibzt: ber.£>efbengeifter unb 2Utmeifter, perporragenbften Männer Scple$njig«$ol« mit 25 ©ortrait« entttattenb. 3eber ©anb foftet in feinem blauen Originafbanb mit bem fdjieäroig« polfteinifcpen Sappen unb ©otbfcpnitt 3,60 ©lf., in einfachem ©anb mit ftotfcfjnitt 8 ungebunben 2,40 9Jtf. 9ffle brei ©änbe finb äufjerft günftig aufgenommen unb beurteilt; fie ‘oUten auf feinem ©iiepertifepe feplen. Su bejiepen buref) affe ©ueppanblungen fotnie bireft oon bem |>erau8« > nb Selbitoerleger '^oppenlnittcl bei jpamburg. Xutrtutg 3fral|tn. Ul «anb: (Gruppierung, 300 Set ms fteind terbtenjtDoUL 7":)T"wo^ rappten