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Stettiner
Entomologische Zeitung, i
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69. Jahrgang.
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Heft
1
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1
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Stettin 1908.
Druck von R. Graßmanii.
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Auszug
aus der Satzuiii» des eiitomologischen Vereins
zu Stettin.
ij 5. Jedes ordentliche Mitglied hat einen Jahresheitrag von zehn (10) Mark /u zahlen. Der Beitrag ist bis zum 30. Juni an den Rechnungsführer des Vorstandes zu ent- richten. Der Rechnungsführer ist befugt, die bis zum 30. Juni nicht eingegangenen Beiträge durch Postnachnahme zu erheben.
Der Vorstand ist befugt, ein Mitglied, das seine Beiträge bis zum Schluß des Jahres nicht bezahlt hat, in der Mitglieder- liste zu streichen. Durch die Streichung erlischt die Mitglied- schaft des betreffenden Mitgliedes.
§ 11. Der Verein giebt eine Vereinszeitschrift unter dem Namen „Entomologische Zeitung" heraus, die jedem Mit- gliede unentgeltlich zugesendet wird.
lieber die Aufnahme der in der Zeitung abzudruckenden Aufsätze entscheidet die Redaktion, in zweifelhaften Fällen der für diesen Zweck bereits eingesetzte, aus drei Vereinsmitgliedern bestehende Ausschuß, dessen Mitglieder der Vorstand ernennt.
§ 12. Die Benutzung der Vereinsbibliothek ist den Vereinsmitgliedern nach näherer Anordnung des Vorstandes der- art gestattet, daß dem Verein daraus keine Kosten erwachsen.
Mitteilungen und Anfragen an die Redaktion werden ausschließlich erbeten unter der Adresse:
Entomologischer Verein zu Stettin
Lindenstraße No. 22.
ntomologische Zeitung.
Herausgegeben
von dem
entomologischen Vereine
zu Stettin.
N eil nimcl sechzigster Jahrgang.
Stettin 1908.
Druck von R. Gi'assmann.
ljil§a@l@gte©l§ Iiltii|
herausgegeben von dem
entomologischen Vereine
zu Stettin.
Redaction: Dr, Heinrich Dohrn, Vorsitzender.
In Commission bei der Buolihandhing R. Friedländor & Sohn in Berlin.
1908. 69. Jahrgang. Heft I.
Neue Dynastiden=Arten.
ücsclirieben von Clii*. Sternlierg^, Stralsund.
II.
Coelosis inermis n. spec.
6 (^ 3 $. (coli. aut.). (^ L. 30 — 31. B. 15 — 16 mm. $ L. 28 — 31. B. 17 — 18 mm, S. Paulo (Süd-Brasilien).
Steht C. sylvanus Fabr. am nächsten, ist dem $ desselben ungemein ähnlich in seinen beiden Geschlechtern, da beim ^ die ohrförmigen Brusthörner des sylvanus-,^ in solche flache Wulste, wie sie das sylvanus-^ hat, verwandelt sind, wodurch n. spec. sich scharf von genannter Art unterscheidet. Auf Ober- wie Unterseite ähnlich dunkel rostfarben wie sylvanus, ist die neue Art oben und unten viel glänzender als diese Art. — Der Kopf zeigt dieselbe Form wie bei sylvanus : hinten über den nach oben sehr flach vortretenden, gelblichen Augen am breitesten (hier breiter als lang), verschmälert er sich allmählich bis zum schmalen, in zwei spitze, hohe Seitenzacken auslaufenden Endrande. Das Kopf schild ist an den Seiten und vorn mit gelbrötlichen, sich über die Mandibeln legenden Härchen dicht gewimpert und senkt sich leicht von der Stirn in grob und ganz dicht nadelrissig
Stett. cntonHjl. Zeit. 1908.
punktierter, ebener Fläche nach vorn; Stirn und Scheitel sind leicht ausgetieft und mit groben Augenpunkten, die an den Seiten dichter, nach der Mitte zu sperriger stehen, bedeckt. Auf der Stirn steht ein kaum 2 — 3 mm langes Hörnchen, das beim $ sich in einen stumpfen Höcker umwandelt. Die über die Kopf schild- Seiten weit vorragenden Mandibeln tragen an den Außenseiten drei gleich große, seitlich gerichtete spitze Zacken, Die zehngliedrigen Antennen sind lang und kräftig, das erste Glied derselben verdickt sich von der Basis bis zum Apex stark und ist mit groben Punkten bedeckt, die lange rotbraune Härchen tragen. Die Palpen sind sehr schlank, besonders in dem letzten Gliede der Kiefertaster, das etwas nach innen gebogen, allmählich verdickt und am Ende schräge abgeschnitten ist in runder Apertur. Das breite, länglich runde, hinten grade abgeschnittene Kinn ist fast ganz eben, mit sperrig gestellten Punkten, die sehr lange, aufrecht stehende rotgelbliche Härchen tragen, be- setzt. Halsschild viel breiter als lang, an den Seiten fast halbkreisförmig vorgerundet, verschmälert es sich von der hinter der Mitte liegenden größten Breite nach hinten nur wenig bis zu den stumpf abgerundeten (bei dem $ aber stärker vortretenden) Hinterecken; stärker bis zu den in fast rechtem Winkel vorragenden Vorderecken. Die un- gerandete Hinterseite ist in der Mitte ganz leicht vorgezogen ; die sehr fein gerandete Vorderseite ist leicht ausgeschnitten; die Seiten sind in eine sehr feine Randleiste leicht aufge- bogen. Die Hinterhälfte des Halsschildes ist leicht gewcUbt, die vordere ist hinter dem Vorderrande in ihrer ganzen Breite in eine hinten fast halbkreisförmig geschlossene Quervertiefung vertieft, die sich in der Mitte nach hinten in die gewölbte Hinterhälfte des Halsschildes als breiter, hinterwärts verschmälerter und verflachter Einschnitt bis nahe an den Hinterrand vorschiebt. Die ganze Fläche dieser Quervertiefung ist mit dicht quergestellten groben, kurzen
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Nadelrissen bedeckt ; vor derselben steht auf dem Vorderrande ein niedriges, kaum mehr als 2 — 3 mm hohes stumpf abgerundetes Hörnchen. Die hintere gewölbte Fläche des Halsschildes ist an den Seiten (viel schwächer und lange nicht so dicht als bei sylvanus) mit groben Augenpunkten, die nach der Mitte zu kleiner und schwächer werden, bedeckt. Das Halsschild ist beim $ wie beim ,^, doch ist das Brusthorn in einen sehr stumpfen, niedrigen Höcker zusammengeschrumpft. Das Schild- c h e n bildet ein gleichseitiges Dreieck und ist stets ganz glatt, unpunktiert. Die flach zylindrischen, parallelseitigen Flügeldecken sind so breit als das Halsschild, hinten stumpf abgerundet, an den Seiten mit feinster Randleiste versehen. Dieselben sind gestreift punktiert; die nicht sehr tiefen Punkte sind neben der Sutur und den Rippen in grade, regelmäßig stehende Reihen ge- stellt, dazwischen aber unregelmäßig verteilt. Am Schulter- und Endbuckel verschwinden die Streifen. Bei den $? sind (wie bei sylvanus) die Punkte meistens tiefer, mit schärfer vortretenden Rändern versehen. Die Unterseite ist heller gefärbt als die Oberseite, besonders alle Schenkel. Meso- und Metathorax sind dicht mit anliegenden, kurzen rotgelben Härchen bedeckt; die Bauchsegmente tragen der- gleichen nur an den Seiten. Die langen nicht sehr kräftigen Beine haben einzelne Reihen langer Härchen an den Schenkeln, deren Mitte aber frei bleibt. An den Schienen ist die dem Leibe anliegende Seite mit langen Härchen bedeckt, am Ende und den Schrägkanten sind sie mit kürzeren, kräftigeren gewimpert. Die sehr schlanken Tarsen tragen am Ende der Unterseite ihrer Glie- der einige lange, zu zweien oder dreien zusammengestellte Härchen, während auf deren Oberseite vorn hinter dem End- rande jederseits nur ein solches Härchen steht. Die sehr kurze Afterkralle trägt deren vier, jederseits zwei derselben.
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Die abgeplatteten Vorderschienen tragen in der distalen Hälfte an der Außenkante drei lange, scharfe Zacken, deren mittlere etwas größer als die beiden anderen ist und der Endzacke etwas näher als der ersten gerückt steht. Die Mittelschienen tragen auf der Außenseite zwei schräge gestellte Querkanten, wovon die hintere, größere seitlich nach außen in einen langen, scharfen Dorn ausgezogen ist; der mit kurzen Börstchen gewimperte Endrand dieser Schienen ist breit abgerundet, nach außen in eine stumpfe Zacke ausgezogen. Die Hinterschienen tragen auf der x\ußen- seite zwei ebensolche schräg gestellte Querkanten wie^die mittleren und sind bei der hinteren, größeren ebenso in einen langen, spitzen Dorn ausgezogen; der gewimperte Endrand derselben ist ebenfalls breit und stumpf vojge- rundet, aber nicht so wie bei den Mittelschienen nach außen in eine stumpfe Zacke vorgezogen, sondern hier einfach abgerundet. Das P y g i d i u m ist beim ^ stark vorge- rundet, am Ende scharf eingezogen und dicht mit sperrig, aber regelmäßig gestellten größeren Punkten bedeckt. Beim $ ist es nicht so stark vorgerundet, am Apex nicht so scharf eingezogen und äußerst dicht mit Augenpunkten überzogen. Als Stridulations-Organe dürften wohl ohne jeden Zweifel sehr feine, quergestellte Kielchen zu betrach- ten sein, die in nicht regelmäßig geordneten Reihen, sondern in scheinbar unregelmäßiger Anordnung auf dem Propy- gidium beiderseits neben der Mitte sich finden. Die äußere Seitenfläche neben diesen Kielchen ist auf dem Propy- gidium mit feinen rundlichen, haartragenden Knötchen dicht bedeckt und nicht, wie die mittlere, die die Kielchen trägt, abgescheuert und der Härchen beraubt.
Scapanes grossepunctatus n. spec. 17 c? 5 ? (coli. aut.). ^ L. 39 — 53. B. 20 — 26 mm. ? L. 43 — 50. B. 21 — 26 mm. Neu-Pommern, Neu-Lauen- burg.
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steht dem S. australis Boisd. nahe, doch>t der ganze Körper compakter. gedrungener, besonders im Hinterleib; das Kopfliorn ist länger und stärker gekrümmt, d i e B r u st- hörner sind kürzer, am Ende viel weniger nach innen gebogen; die Flügeldecken sind viel gröber p u n k t i e r t - g e s t r e i f t. - Die neue Art ist am Kopf und Halsschild tiefschwarz, die Flügeldecken sind pechbraun, die Unterseite ist heller rot- braun, am hellsten erscheinen die Schenkel aller Beme. Der kurze Kopf ist hinten über den flach gewölbten, bald helleren, bald dunkleren Augen am breitesten, verschmälert sich allmähhch bis zum Vorderrande, der breit und hoch aufgebogen und in der Mitte zwischen den breit abgerundeten Seitenecken leicht ausgeschnitten ist. Unmittelbar hinter diesem Ausschnitt erhebt sich aus breiter, die ganze Kopf- breite einnehmender Basis das sehr lange Kopf- h.orn das im ersten Drittel seiner Länge grade empor- steigt um sich dann allmählich in sanfter Biegung nach hinten zu neigen, erst ganz kurz vor der leicht abgerundeten Spitze sich schärfer nach hinten zu umbiegend. An der Basis am breitesten, verschmälert und verjüngt es sich all- mählich bis zur Spitze; an der überall mit feinen Pünktchen bedeckten Vorderseite leicht vorgerundet, trägt es an der Gleichfalls fein punktierten Hinterseite kurz vor der Spitze einen kurzen dreieckigen, seitlich flach gedrückten Hocker, von welchem aus eine stumpf abgerundete, rippenartige Erhöhung in der Mitte des Hornes verläuft, die sich bis zur Basis allmählich verbreitert; neben derselben zieht sich iederseits eine flache Furche vom Höcker bis zur Basis hm. Die hinter dem Kopfliorn liegende Kopffläche ist leicht gewölbt, ganz glatt. Die M a n d i b e 1 n sind hinten schmal, nach vorn stark verbreitert und nach außen vorgezogen; am Vorderrande von außen schräg nach innen abgeschnitten und auf der Oberseite leicht vertieft. Die ganzen Mund-
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teile sind von langen rotgelblichen Härchen dicht umhüllt. Das Halsschild ist viel breiter als lang (23 X 15 mm) ; hinten auf zwei Drittel der Länge ungemein stark vorgerundet, verschmälert es sich dann im vorderen Drittel schnell (hinten an breitester Stelle 23, vorn an schmälster 11 mm breit). Die Seitenränder sowie der in der Mitte schwach aber breit vorgezogene Hinterrand haben eine feine, scharf aufgebogene Randleiste, die an dem leicht (in der Mitte auf kurzer Strecke schärfer) ausgeschnittenen Vorderrande sich in ein flaches Band umwandelt, das nach der Mitte zu sich verbreitert. Im vorderen Drittel ist das Halsschild flach, hebt sich dann rasch in die hintere, längere Hochfläche als ein in die Breite gezogener Buckel, von dem sich die beiden großen langen, schräge nach oben und vorn gerichteten Seitenhörner ausgehen, die (bei großen Exemplaren) kaum die Länge des Halsschildes erreichen, seitlich flach gedrückt, am Apex stumpf abgerundet und hier kaum merklich (bei 5. australis sehr stark) nach innen gebogen sind. Der vordere abschüssige Teil des Halsschildes unter den Brusthörnern, sowie der hinter denselben liegende leicht gewölbte Teil desselben, nebst den Hörnern sind glatt, glänzend und mit feinen, sperrig stehenden Pünktchen versehen; eine grobe, halbmondförmige Augenpunkt-Run- zelung erstreckt sich an den Seiten nicht ganz bis an die schwach vortretenden, spitzigen Vorderecken, reicht hinten bis an die stumpf abgerundeten Hinterecken, von wo die- selbe dicht gestellt sich bis an die Basis der Brusthörner erstreckt und auf diese bis zu halber Länge derselben in immer sperriger werdender Stellung sich ausdehnt. Das S c h i 1 d c h e n ist breit, dreieckig, hinten stumpf ab- gerundet, hat an den Seiten Randleiste und die ganze Fläche dicht mit groben Augenpunkten bedeckt. — Die Flügel- decken sind sehr hoch gewölbt, fallen von der Sutur zuerst allmählicher, dann schroff nach denSeiten ab, wäh-
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rend sie schon nach dem ersten Viertel sich alhnähhch nach dem Apex zu neigen beginnen; der Schulterbuckel tritt sehr deutlich, der hintere sehr schwach hervor; an der Basis so breit als das Halsschild, verschnicälern sie sich von hier nur sehr allmählich und wenig bis zum stumpf abgerundeten Apex. Die Seiten haben eine feine Randleiste; die ganze Fläche der Flügeldecken ist dicht mit großen, groben Augen- punkten bedeckt, die längs der Sutur und den schwach erhöhten Rippen regelmäßig in Reihen gestellt sind; zwischen diesen groben x\ugenpunkten stehen unregelmäßig ver- streut feinere Punkte. Die hellrotbraun gefärbte Unter- s e i t e ist meistens glatt, nur am Pronotum und den Beinen mit wenigen rotbraunen Härchen. Pro-, Meso- und ]\leta- thorax sind grobpunktiert, die Bauchsegmente feiner. Alle Schenkel der kräftigen Beine sind unpunktiert, mit zwei Reihen von Haarpunkten besetzt. Die Vorder- schenkel haben am Innenrande vor dem Knie einen drei- eckigen, stark vorragenden, stumpf abgerundeten flachen Höcker. Die Vorderschienen haben in der distalen Hälfte an der Außenseite drei scharfe Zähne, von denen der mittlere dem letzten näher steht als dem ersten. Die vier Hinter- schienen tragen am Endiande neben den beiden Sporen zwei sehr lange, scharfe Zähne, an den ^Außenseiten zwei schräge gestellte, abgerundete Querkanten, die mit kurzen, breiten Börstchen gewimpert sind. Von den schlanken, kräftigen, unten mit wenigen langen Härchen besetzten Tarsen ist das erste Glied das längste, die anderen werden allmählig kürzer, doch ist das Krallenglied das längste, so lang als die beiden vorhergehenden zusammen. Die Afterklaue ist sehr lang, am Ende jederseits mit einem Haarbüschelchen. Das P y g i d i u m (3) ist ziemlich grade nach unten vorgezogen, kurz vor dem Endrande etwas eingezogen und dichtest punktiert auf der ganzen Fläche, nur am Ende in der Mitte auf kleiner Fläche fast punktlos.
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Der Prosternalzapfen ist ziemlich hoch, etwas flach gedrückt von vorne nach hinten. Die hier gegebene Beschreibung gilt für große Männchen: je kleiner diese werden, desto kleiner werden Brusthörner ebenso wie Kopf- horn; erstere erscheinen bei kleineren und kleinsten (^(^ nur noch als mehr oder weniger kurze Höcker, letzteres als ganz kurzes Hörn, das den kleinen Höcker der Hinterseite ganz verloren hat. — Die Weibchen gleichen den Männchen sehr, doch ist bei ihnen das männliche K o p f h o r n in einen breiten, oben eingeschnittenen Höcker umgewandelt. Das H a 1 s s c h i 1 d ist beim Weibchen vorn etwas ab- schüssig, hier zu rundlichem Eindruck leicht vertieft; an den Seiten hinten gleichmäßig vorgerundet, verläuft es vorn vor den Endecken in grader (nidit wie beim (^ in scharf ausgeschnittener) Linie; demselben fehlen die Hörner des <^ gänzlich, es ist gleichmäßig gewölbt auf der hinteren Hälfte, hier über dem vorderen Eindruck mit breiter, länglich runder, hinten verschmälerter und verflachter Längsvertiefung; die ganze Oberfläche des Halsschildes mit Einschluß der Längs- vertiefung ist mit groben, quergestellten Augenrunzeln be- deckt, die hinten vor dem Hinterrande sich in feine Augen- punkte umwandeln. Beim P y g i d i u m des $ ist die ganze Fläche desselben dichtest mit Punkten bedeckt, ohne eine Fläche mit sperriger gestellten Punkten, wie sich solche beim (^ findet. In jeder anderen Hinsicht unter- scheidet sich das $ nicht vom ^J. — Von Stridulations- Organen zeigt sich bei der neuen Art weder auf dem Progygidium noch sonstwo eine Spur. Bei allen mir in großer Anzahl vorliegenden Exemplaren dieser neuen Art ragen die Flügeldecken stets weit und sehr tief über das Pygidium herab und lassen nie einen Teil des Propygidium frei. Ähnlich tief über das Pygidium herabgezogene Flügeldecken findet
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man auch bei anderen Dynastiden- Arten, bei denen die Stridulations-Organe auf dem Propygidium dann auch stets fehlen. Ich vermute daher, daß man alle Arten, bei denen derart tief über das Pygidium herabgezogene Flügel- decken vorhanden sind, als nicht mit Stridulations-Organen versehen betrachten darf. Die Flügeldecken sind bei diesen Arten eben so weit nach hinten vorgeschoben, daß es dem Tier unmöglich ist, dieselben wieder so weit nach vorn vorzuziehen, daß es mit dem Apex derselben das zu weit nach vorn liegende Propygidium erreichen kann.
Die neue Art scheint auf die Inseln von Neu-Pommern und Neu-Lauenburg beschränkt zu sein; vom Festlande von Neu- Guinea sind mir keine Exemplare vorgekommen.
Von den Inseln Bougainville und Shortland des Salomo- Archipels, sowie von Neu-Mecklenburg liegt mir in mehreren Exemplaren verschiedener Größe eine neue Varietät von 5. grosscpiindatus n. sp. vor, die ich nenne:
Scapanes grossepunctatus-salomonensis n. var.
6 (^ I $ (coH. aut.). S L. 40 — 47, B. 21 — 24 mm. $ L. 45, B. 23 mm. — Salomo-Archipel (Insel BougainviUe und Shortland), Neu-Mecklenburg.
Der Prioritäts-Form sehr ähnlich, doch noch kürzer, gedrungener; das K o p f h o r n {,^) kürzer; die M a n - d i b e 1 n vorne schräger von außen nach innen abgeschnitten, nach außen stärker vorgezogen; das H a 1 s s c h i 1 d hinter den Vorderecken an den Seiten weniger stark ausgeschnitten und die Augenpunkt-Runzelung auf denselben weniger ausgedehnt; die Brusthörner weniger breit; die Flügel- decken kürzer, gedrungener, die Augenpunkte auf denselben weniger kräftig entwickelt und sperriger gestellt, auch nicht so regelmäßig neben der Sutur und den Rippen in Reihen geordnet; Unterseite ein
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wenig dunkler rotbraun gefärbt. Weitere Unterschiede finde ich nicht. — Scheint auf die Insehi des Salomo-Archipels und Neu-Mecklenburg beschränkt zu sein.
Scapanes brevicomis n. spec.
2 große (^ (colL aut.). .j L. 46 — 52, B. 22 — 25 mm. — Fergusson-Insel (D'Entrecasteaux-Archipel) .
Stellt dem 5. grosscpiindatus ui. (vgl. p. 6) am nächsten, doch ist das Kopfhorn stärker gebogen; die Brust- hör n e r sind ganz kurz (bei S. grosspunctatus sind sie erheblich länger, bei S. australis am längsten); die Punktierung ist (wie bei australis) eine sehr schwache, feine, unregelmäßig gestellte, nicht (wie bei grosscpiinctatus) grobe und neben den Rippen regele mäßig in Reihen geordnete. Diese neue schwach glänzende Art ist oben am Kopf und Halsschild tief schwarz, an den Flügeldecken pechbraun, an der Unterseite kirschrotbraun, die Schienen und Tarsen dunkler. — Der Kopf ist kurz, hinten über den sehr schwach vortretenden, gelb- lichen Augen am breitesten und verschmälert sich allmäh- lich bis an den aufgebogenen, in abgerundete Endzacken vorgezogenen Vorderrand. Unmittelbar hinier diesem End- rande erhebt sich aus breiter, die ganze Kopffläche ein- nehmender Basis das lange, kräftige Kopf- horn. Dasselbe biegt sich schon von der Basis an in fast halbkreisförmiger Linie allmählich nach hinten, um sich dicht vor der abgerundeten Spitze kräftiger zu krümmen. An der Basis am dicksten, verjüngt es sich allmählich bis zur Spitze; an der Vorder- und Hinterseite abgerundet, trägt es an der letzteren dicht hinter der Spitze einen drei- eckig vortretenden, schwachen Höcker, von dem sich jeder- seits eine schwach eingedrückte Furche bis zur Basis hinab- zieht. Die M a n d i b e 1 n sind an der Basis am schmälsten, am Apex in gerader Linie von außen nach innen zu schräge
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abgeschnitten und auf der Oberseite leicht vertieft. — Das Halsschild ist viel breiter als lang (23 X 16) ; hinten auf zwei Drittel der Länge breit und stark vorgerundet, verschmälert es sich schnell im vorderen leicht ausgeschnittenen Drittel (hinten 22, vorn 10 mm breit). Die Seitenränder desselben, sowie der in der Mitte breit, aber nur sehr schwach vorgezogene Hinterrand haben feine Randleiste, die hinter dem in der Mitte auf kurzer Strecke schärfer ausgeschnittenen Vorderrand in ein breites, flaches Band sich umwandelt. Das im vorderen Drittel flache Halsschild hebt sich, schräg nach hinten hinaufstei- gend, schnell in die hintere, längere Hochfläche als breit- gezogener Querbuckel, auf dem über der vorderen Abfall- fläche jederseits neben der Mitte die beiden dreieckig ab- geschnittenen und seitlich zusammengedrückten Brust- hörner sich nur wenige Millimeter er- heben, während dieselben bei S. grosse- punctatus m. fast in Halsschildlänge vor- ragen. Die von den Brusthörnern bis zum Vorderrande des Halsschildes sich herabsenkende Abfallfläche, sowie der hinter den ersteren liegende, bis an den Hinterrand reichende Teil desselben sind glatt, glänzend und mit sehr sperrig gestellten Punkten besetzt. Eine grobe Augenpunktrunze- lung bedeckt die Seiten des Halsschildes von den leicht spitzig vorragenden Vorderecken bis zu den stumpf ab- gerundeten Hinterecken und zieht sich bis auf und zwischen die Brusthörner hin. Das S c h i 1 d c h e n ist dreieckig, ochmal, glatt umrandet und mit groben Augenpunkten dicht bedeckt. Die schwach glänzenden, sehr gedrun- genen, hoch gewölbten Flügeldecken sind an der Basis so breit als das Halsschild; vorn kaum ver- schmälert, verlaufen sie fast parallel, bis sie sich am Apex stumpf abrunden; seitlich und hinten mit feiner Randleiste versehen, sind sie in ganzer Länge hochgewölbt und fallen
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von der Siitur zuerst allmählich, dann schroffer nach den Seiten und dem Apex zu ab. Die ganze Fläche derselben ist (wie bei 5. australis) mit feineren, unregelmäßig ver- streuten, nicht (wie bei 5. grossepunctatus m.) mit neben den Rippen in regelmäßige Reihen gestellten Punkten bedeckt. Neben der Sutur steht ein deutlicher Punktstreif. Die Unterseite, die Beine und der Proster- nalzapfen ganz wie ich bei grossepunctatus m. (vgl. p. 9) beschrieben. Das leicht gewölbte, vor dem Apex leicht eingezogene P y g i d i u m ist mit Punkten bedeckt, die in der Mitte etwas sperriger stehen. — Stridulations-Organe fehlen dieser neuen Art ebenso wie den anderen Scapanes- Arten. — Das Weibchen ist mir unbekannt. —
Die beiden mir vorliegenden großen Exemplare dieser neuen Art sind auf Fergusson-Insel gesammelt worden, der größten Insel des D'Entrecasteaux-Archipels, der dem Ostende von Neu- Guinea vorgelagert ist. Scapanes australis Boisd. scheint nur auf dem Festlande von Neu-Guinea, 5. grossepunctatus m. nur auf den Inseln von Neu-Pommern und Neu-Lauenburg und 5. salomonensis m. nur auf den Inseln des Salomo-Archipels und auf Neu-Mecklenburg vor- zukommen. Diese neue Art ist also im Westen, Norden und Osten von den anderen Arten der Gattung Scapanes umgeben.
Noch bemerken will ich, daß Scapanes solidus Burm. nicht zu Scapanes, sondern zur Gattung Semanopterus gehört.
Xyloryctes laevipennis n. spec.
6 c^, 3 ? (coli. aut.). S L. 23 — 29, B. 13—15 mm. $ L. 23 — 27, B. 13 — 15 mm. — Mexico.
Wie ich vermute, dürfte man in dieser Form, die ich als neue Art aufstelle, die var. ensifer Sturm, die Bates (Biologia Centrali Americana, Dynastidae, p. 324) zu X. telephus Burm. als (zwar sehr zweifelhafte) Varietät stellt,
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zu suchen haben. Die von Bates in seiner kurzen Diagnose angeführten Merkmale passen allerdings auf diese neue Art, aber man kann dieselbe trotzdem nicht als Varietät zu X. telephus Burm. stellen, denn bei derselben ist der Endrand der Mittel- und Hinterschienen ganz anders ge- formt als bei telephus. Hier in drei breit ab- gerundete, durch tiefe Einbuchtungen getrennte Zacken ausgezogen, dort in 9 — 10 ganz kurze, leicht zu gerundete, wenig vorragende und durch je ein kurzes Borst c«h en getrennte Zacken geteilt. Auch der aufgebogene Endrand des Kopfschildes ist bei telephus anders geformt als bei der neuen Art. Ich sehe daher diese Form, da sie auch keiner der beschriebenen Arten verwandt- schaftlich näher steht, als gute neue Art an. — Bates läßt in der Biologia bei Beschreibung der Xylory des- Arten zwei gute Unterscheidungs-Merkmale ganz unbeachtet: die Form des Endrandes der Mittel- und Hinterschienen, sowie des Kopfschildes. Mir scheint für die richtige Trennung der Xyloryctes- Arten die Beobachtung der Verschie- denheiten in der Form gerade dieser Körperteile darum von ganz besonderer Wichtigkeit zu sein, weil bei den größten wie den kleinsten (^ ^ wie $$ derselben Art die Form derselben die stets gleiche, immer constante, nie nach der Größe der Exemplare abändernde, verbleibt. Bates unterscheidet dagegen, bei gänzlicher Nichtbeachtung dieser Körperteile, die Arten dieser Gattung fast ausschließ- lich nach der verschiedenen Form des Kopfliornes, der Abfallfläche des Halsschildes und des diese überragenden Höckers, obgleich alle diese Körperteile nach der Größe des Exemplares erheblich abändern, wodurch, besonders wenn nur wenige oder nur einzelne Exemplare vorliegen,
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die Bestimmung derselben sehr erschwert, ja oft unmöglich gemacht wird.
Die neue Art gehört zu den heller gefärbten Arten der Gattung, sie ist ähnlich so kastanienbraun — mit einem Stich ins Kirschrote — gefärbt, wie X. teuthras Bates, steht dieser sonst auch am nächsten, doch fehlt ihr der bei jener Art deutlich eingeschnittene Nahtstreif gänzlich (bei zwei Exemplaren findet man eine schwach punktierte Andeutung derselben) ; über der vorderen Abfallfläche des Halsschildes findet sich bei der neuen Art ein (bei teuthras, wenigstens bei den kleinen, mir allein vorliegenden Exemplaren ganz fehlender) sehr kurzer, breiter, grade vorragender, vorn in der Mitte des Vorderrandes leicht eingekerbter Höcker, der mit breiter, halbrund vortretender, wulstartiger Basis bis auf gut die halbe Höhe der Abfallfläche hinabreicht. — Der Kopf ist breiter als lang ; hinten über den sehr flachen, kaum nach oben vortretenden, gelblichen Augen am breitesten, verschmälert er sich in leicht vorgerundeter Linie erheblich bis an den sehr hochaufgebogenen, scharf auslaufenden Vorderrand des Kopfschildes, der in zwei breite, sanft abgerundete Seitenhöcker, die durch eine mittlere, kurze, flache Ausrandung getrennt sind,- ausgezogen ist. Die Seiten des Kopfes, wie des Kopfschildes haben eine scharfe, gehobene Randleiste; die ganze Oberfläche beider ist, mit Ausnahme einer kleinen hinter dem Kopfhorn liegen- den glatten, glänzenden Fläche, dicht und grob gerunzelt- punktiert. Aus breiter, einen großen Teil der Kopf- und Kopfschildfläche einnehmender Basis erhebt sich das bei großen Exemplaren hohe, wohl die doppelte Kopflänge erreichende Kopfhorn, das sich vom Vorderrande des Kopfschildes in sehr schwacher Biegung schräge nach hinten aufrichtet. An der Basis breit und an der Vorder- wie der Hinterseite leicht abgeflacht, verschmälert es sich allmäh- lich bis zu dem abgerundeten, nach hinten ein wenig buckcl-
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artig vortretenden Ende. Auf der Vorder- wie der Hinter- seite grob runzlich-punktiert, bleibt nur die Spitze glatt, glänzend. Die sehr kurzen, ganz unter dem Kopfschild verborgenen M a n d i b e 1 n sind am Ende spitzig ab- gerundet, an der Seite leicht ausgeschnitten, sonst ohne weitere Zacken. Antennen gewöhnlich, Taster kurz und ziemlich dick. — Das Halsschild ist querelliptisch mit sehr stark vorgerundeten Seiten, leicht ausgeschnittener Vorderseite und in der Mitte breit, aber nur schwach vorgezogener Hinterseite. Die an den Seiten und hinten verlaufende, hochaufgebogene starke Randleiste ändert sich vor dem Vorderrande in eine glatte, flache, in der Mitte verbreiterte und schneppenartig vor- gezogene Binde um. Beim cJ ist das Halsschild in der vor- deren Hälfte, dicht vor der Mitte, steil abschüssig bis zum Vorderrande; in der Mitte des oberen Randes dieser Ab- sturzfläche tritt ein sehr kurzer, breiter, in der Mitte seines Vorderrandes äußerst schwach eingekerbter Höcker gerade vor, der sich wulstartig nach unten- über die Absturzfläche lang und breit vorstreckt, ähnlich so wie man es bei lohicollis findet, doch ist bei der neuen Art der Randhöcker weniger scharf vorgezogen, kürzer, breiter, der nach unten vor- tretende Wulst viel breiter und tiefer herabreichend auf die Abfallfläche, welch letztere unten über dem Vorderrande weniger vertieft ist als bei lohicollis. Die ganze Absturz- fläche und die Halsschildseiten daneben sind dicht mit tiefen, breiten Punkten bedeckt. Die ganze hintere gewölbte Hals- schildfläche ist glänzend, glatt und an den Seiten fein punk- tiert. Das Schildchen ist gleichseitig dreieckig, glatt, glänzend, ohne jegliche Punktierung. — Die hoch ge- wölbten Flügeldecken sind an der Basis so breit als hier das Halsschild; unter dem Schulterbuckel ein wenig verschmälert, verlaufen sie dann parallelseitig, bis sie zum Apex stumpf abgerundet werden. Die Rand-
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leiste ist an den Seiten kräftig, hochaufgebogen, verschmälert und verniedert sich aber am Apex. Die ganze Fläche der Flügeldecken ist glatt, sehr glänzend, unpunktiert und ohne Punktstreifen neben den Rippen und der Sutur, nur bei den beiden größten Exemplaren zeigt sich neben der letzteren eine äußerst schwach angedeutete Reihe von Punkten, die nach dem Apex zu ein wenig deutlicher hervortritt. Das fein punktierte P y g i d i u m ist breiter als lang, längs der Basis querbucklig gewölbt und nach dem Apex zu dann scharf eingezogen. Unterseite und Beine ohne Eigentümlichkeiten, der Endrand der Mittel- und Hinterschienen ist nicht (wie bei telephus) scharf und tief ausgebuchtet, sondern einfach abgerundet, mit 9 — 10 kleinen, kurzen Zacken, zwischen welchen kurze Börstchen stehen, die manchmal ganz abgerieben sind, so daß dann der End- rand einfach glatt abgerundet erscheint. Die Vorderschienen tragen in ihrer distalen Hälfte 3 große, stark abgerundete Zacken. Die Weibchen sind lange nicht so breit und gedrungen als die Männchen, sondern viel schlanker, schmä- ler ; sonst gleichen sie denselben ganz, doch ist das K o p f - hörn des ^ bei ihnen durch einen sehr kleinen, zwischen den Augen stehenden Höcker ersetzt. Das H a 1 s - Schild zeigt beim $ keine Absturzfläche, ist lange nicht so querelliptisch verbreitert, an den Seiten nicht so stark vorgerundet und mit schwächerer, feinerer Randleiste ver- sehen; auf der gleichmäßig gewölbten Fläche ist es glatt, glänzend, unpunktiert. Die Flügeldecken sind beim $ glatt, glänzend, punktlos wie beim (^. Das P y - g i d i u m der $ ist nicht so stark eingezogen als beim ^, kaum punktiert. Die drei Zacken an den Vorderschienen der $ sind schmäler, spitzer auslaufend als beim c?.
Bates hat vollkommen recht mit seiner Behauptung,
, daß sich bei den Xyloryctes -Arten keine Stridu-
lations-, Organe auf dem Propygidium
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finden. Ich glaube hinzufügen zu dürfen, daß denselben diese Organe überhaupt fehlen. Ich habe bei eingehender Untersuchung aller Körperteile eines X. satyrus-<^ keine derartigen Organe finden können.
Xyloryctes perpendicularis n. spec.
I ^. (coli. aut.). L. 32 mm, B. 18 mm. — Venezuela.
Da aus Venezuela neben dem Xyloryctes lohicollis Bates nur noch diese neue Art bekannt ist, so bemerke ich für Zweifler, daß das vorhegende einzige Männchen aus der Coli. V. Rothschild-Tring stammt und mit gedrucktem Zettel (Venezuela) versehen ist; ich glaube daher, daß die Richtigkeit der Vaterlandsangabe durchaus nicht zu bezweifeln sein dürfte. — Das vorliegende Männchen gehört (nach der Ausbildung des langen Kopfhornes zu schließen) zu den großen Exemplaren der Art. Dieselbe glänzt oben wie unten gleich stark, ist oben am Kopf und Halsschild schwarz, an den Flügeldecken dunkelbraun, an der Unter- seite heller rotbraun, mit dunkleren Schienen und Tarsen. Dieselbe steht X. telephus Burm. am nächsten, sie hat die- selben glatten Flügeldecken, denen der Nahtstreif auch ganz fehlt, doch ist das Halsschild ganz anders als bei telephus gestaltet, indem der Absturz auch nicht annähernd so stark ausgehöhlt ist, der Mittelhöcker des oberen Absturzrandes breiter, aber weniger lang vorragt und als breiter Wulst über die ganze Abfahfläche bis dicht hinter den Vorderrand des Halsschildes sich fast senk- recht her absenkt, hierdurch sich von allen be- kannten Xylorydes-hrien unterscheidend. Auch das lange Kopfhorn hat eine eigenartige Form. — Der Kopf ist breiter als lang, verschmälert sich allmählich von hinten nach vorn, wo das Kopf schildende scharf und hoch auf- gerichtet ist und in zwei breite, stumpf abgerundete Seiten-
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zacken, die durch einen leichten Ausschnitt getrennt sind, ausläuft. Die Seiten des Kopfes und des Kopfschildes sind gerandet, leicht aufgebogen. Das lange Kopf hörn erhebt sich aus breiter, den größten Teil der Kopf- imd Kopfschildfläche einnehmender Basis, biegt sich im ersten Drittel der Länge schwächer, dann stärker nach hinten bis zum Ende, wo es eigenartig stumpf abgeschnitten-zugerundet und hinten (anders als bei allen anderen Xylory des- Arten) als spitzig auslaufender Höcker vorgezogen ist. Da es an der Vorder- wie Hinterseite nicht so abgeflacht ist wie bei den anderen Xyloryctes- Arten, so erscheint es dicker, rund- licher, wie bei diesen. Die das Kopfhorn umgebende Kopf- fläche ist mit grob gerunzelter Punktierung bedeckt, welche sich auch auf die Basis des Kopfhornes erstreckt, um sich im weiteren Verlauf desselben in grobe Punktierung zu ver- wandeln, die vor dem Ende desselben aufhört und letzteres glatt und glänzend erscheinen läßt. — Das q u e r e 1 1 i p - tische Halsschild ist sehr stark an den Seiten vorgerundet, mit ziemlich scharf vorgezogenen Vorder- und leicht winklig abgerundeten Hinterecken; die Vorderseite desselben ist leicht ausgeschnitten, die Hinterseite fast gerade, nur in der Mitte leicht vorgezogen. Die Randleiste des Halsschildes ist hinten fein, leicht aufgebogen, ver- stärkt und erhöht sich an den Seiten, bis sie vor dem Vorder- rande in eine nach der Mitte zu verbreiterte, flache, glänzende Binde sich umwandelt. Das Halsschild ist in der vorderen Hälfte, dicht vor der Mitte steil abschüssig bis fast zum Vorderrande; in der Mitte des oberen Randes dieser Ab- sturzfläche ragt ein vorn in der Mitte leicht eingekerbter, ziemlich breiter Höcker gerade und ziemlich lang vor. Der- selbe senkt sich von seinem Ende wulstartig nach unten über die ganze Absturzfläche bis kurz hinter den Vorderrand des Halsschildes fast senkrecht herab, hier- durch die Absturzfläche in zwei leicht
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eingedrückte, scharf getrennte Seiten- teile scheidend. Diese ganze Abfallfläche und der dieselbe teilende Wulst ist mit quergerunzelter, grober Punk- tierung bedeckt, die sich auf die Seitenflächen neben der Abfallfläche ausdehnt und, etwas verschmälert, bis an die Hinterecken sich hinzieht. Die hintere Hälfte der Hals- schild-Oberfläche ist glatt, glänzend, punktlos. — Die ho c h- gewölbten Flügeldecken sind an der Basis so breit als das Halsschild an den Hinterecken, sie sind unter dem Schulterbuckel auf kurzer Strecke stark nach vorn verschmälert eingezogen, laufen dann parallelseitig bis sie sich zum stumpf abgerundeten Apex umbiegen. Die an der Basis der Seiten ziemlich kräftige, aufgebogene Randleiste schwächt nach hinten zu allmählich ab, bis sie am Apex ganz verschwindet. Die Oberfläche der Flügel- decken ist glatt, glänzend, ohne Spur eines Nahtstreifens, doch zeigen sich schwache Spuren von Punktstreifen neben den Rippen, die der Naht zunächst leichtest gehoben sind. Unterseite und Beine ohne besondere Eigentümlichkeiten ; Pro-, Meso- und Metathorax mit langer, abstehender, rotbrauner Be- haarung, die an den Seiten am dichtesten steht. Die Baue h- segmente zeigen nur an den Seiten eine leichte Be- haarung, sonst nur eine Haarpunktreihe dicht vor ihrem Endrande. Die Schenkel aller Beine unpunktiert, glatt, glänzend; die Schienen der vier Hinterbeine am Ende sehr erweitert, der Endrand derselben breit vorgerundet, mit 9—10 kurzen, leicht abgerundeten Zacken, wovon die innen stehenden die kürzesten, am stumpfsten vorgerundeten sind, um dann nach außen zu allmählich bis zur Außenecke höher, vortretender, breiter zu werden. Zwischen diesen kleinen Zacken steht je ein kurzes Börstchen. Auf den Außenflächen der vier Hinterschienen stehen zwei schräge gestellte Querkanten (wovon die hintere die größere ist)
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und ist der Rand derselben in ganz kleine Zacken ausge- zogen, die durch je ein Börstchen getrennt sind. Die an der distalen Hälfte der Vorderschienen stehenden drei Zacken sind groß, breit, stumpf abgerundet. Die ersten Glieder der Tarsen der vier Hinterbeine sind in lange spitzige Zacken ausgezogen, die am Ende ein kleines Haarbüschelchen tragen. Das P y g i d i u m steht senkrecht, ist längs der Basis querwulstig vorgerundet, am hinteren Rande mit breiter Randleiste versehen und fein punktiert, glatt, glänzend ; in der Mitte zwischen Basis und Apex trägt es zwei äußerst schwach hervortretende, nahe nebeneinander stehende Tuber- kelchen, wie ich solche bei anderen Xyloryctes- Arten nicht bemerkt habe. — Das Weibchen ist unbekannt.
Xyloryctes thestalus-intermedius n. subspec.
8 ö", 3 ?. (coli, aut.), (^ L. 31 — 38, B. 17 — 19 mm. $ L. 30 — 35, B. 16 — 19 mm. — Mexico (Sierra Durango, La Cumbre, Promontorio, Becker). —
Gleicht der Prioritälsform ganz, nur die Bildung des Halsschildes ist eine andere. Bei den Männchen des X. thestalus Bates beginnt die Abfallfläche des Halsschildes oben hinter der Mitte desselben (bei allen anderen bekannten Xyloryctes- Arien vor derselben) und senkt sich schräge nach vorn bis zum Vorderrand; der in der Mitte des oberen Randes dieser Abfallfläche ziemlich breit und lang vortretende, in der Mitte meistens leicht einge- kerbte und schwach nach oben gerichtete Höcker verlängert sich als gleichmäßig breit und hoch hervortretender Wulst nach unten über die Mitte der ganzen Abfallfläche bis zum Vorderrande des Halsschildes in ungebrochener, leicht ausgeschnittener Linie. Bei der neuen Unterart ist diese Linie eine (bei den größeren und größten Männchen stärker, bei den kleineren und kleinsten schwächer) gebrochene, in der
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Mitte zurücktretende, wodurch der Mit- telhöcker stärker über die Absturz- fläche hervorzutreten und die letztere tiefer ausgehöhlt zu sein scheint. Diese Bildung der Absturzfläche läßt die neue Unterart als eine Zwischenform von X. thesfalus Bates und X. tdcphns Burm. erscheinen, doch beweist die bei ihr (wie bei thestalus) oben bis hinter die Mitte des Halsschildes reichende Absturzfläche, daß sie als nächstverwandt z u thestalus zu stellen ist. In dieser ge- brochenen, zurücktretenden Linie der Abfallfläche des Halsschildes liegt der Haupt unterschied der neuen Unterart von der Prioritätsform. Es mag noch bemerkt werden, daß bei der ersteren der Nahtstreif und die Punkt- streifen neben den Rippen auf den Flügeldecken meist kräftiger sind und stärker hervortreten als bei der letzteren. Sonst dürften kaum weitere nennenswerte Unterschiede zwischen der Prioritätsform und der neuen Unterart vor- handen sein. Das K o p f h o r n ist bei beiden Formen gleich lang, gleich schwach nach hinten gebogen und am Ende knöpf artig vorgezogen. Das H a 1 s s c h i 1 d ist bei beiden über die ganze Abfallfläche mit dicht quergestellten' groben, in die Breite gezogenen Punkten bedeckt, die sich auf den neben der letzteren liegenden Seitenflächen in runde verwandeln. Die ganze obere Hinterfläche des Hals- schildes ist bei beiden Formen glatt, glänzend, punktlos. Unterseite und Beine zeigen bei denselben keine Verschiedenheiten. Die vier Hinterschienen sind am Ende stark erweitert vorgezogen, am einfach vorgerundeten End- rande mit vielen kleinen Zacken, zwischen denen kurze Börstchen stehen, versehen. Das P y g i d i u m fällt bei beiden Formen senkrecht ab, ist längs der Basis etwas quer- wulstig vorgerundet, am Endrande mit kräftiger, breiter
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Randleiste umgeben; die ganze Fläche desselben ist glatt, dicht und fein punktiert. Bei beiden Formen ist Kopf und Halsschild schwarz ; die Flügeldecken sind heller oder dunkler pechbraun, die Unterseite und Beine heller rotbraun mit dunkleren Schienen und Tarsen.
Die neue Unterart scheint mehr auf den Westen Mexicos beschränkt zu sein, während die Prioritätsform im Westen und Osten dieses Landes vorkommt.
Enema gibbicoUis n. spec.
2 (^. (coli, aut.), c? L. 40 — 42, B. 21 — 22 mm. — Surinam.
Steht Enema Endymion Chevrl. am nächsten, doch größer, die Färbung eine viel dunklere und das Halsschild beim (^ hinten viel höher gebuckelt. Das kleinste der beiden ^^ ist oben überall tiefschwarz, das größere nur am Kopf und Halsschild so tiefschwarz, auf den Flügeldecken aber dunkel schwarzbraun; beide sind an der ganzen Unterseite und den Beinen dunkelbraun und glänzend, auf der Oberseite sind die Flügeldecken beider von gleichem Glänze, während das Halsschild fast glanzlos erscheint, nur die Mitte des- selben ist glänzend. Der Kopf ist breiter als lang; hinten über den nach oben nur flach vortretenden, gelblichen Augen am breitesten, verschmälert er sich langsam nach vorn bis zum stark aufgebogenen, in zwei scharfe Seitenzacken, die durch seichten Ausschnitt getrennt sind, auslaufenden Endrand; die Seiten des Kopfschildes sind in eine scharfe Randleiste aufgebogen. Aus breiter, die ganze Kopffläche einnehmender Basis erhebt sich das wenig mehr als kopflange, schräge nach hinten gebogene K o p f h o r n ; unten am breitesten, verschmälert es sich rasch bis zur leicht abgerundeten, glänzenden Spitze; an der Vorderseite flach, mit ziemlich scharf vorgezogenen
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Seitenkanten ist es auf der Hinterseite flach abgerundet und in der Mitte mit feinem Kiel versehen; die Vorder- seite ist grobrunzlig-punktiert, die hintere ist glatter, mit sehr sperriger Punktierung. — Das Halsschild ist breiter als lang (20 x 13), hat seine größte Breite hinter der Mitte, verschmälert sich in leicht gebogener Linie von hier bis zu den rechtwinklig vorragenden, leicht abgerundeten Hinterecken nur wenig, stärker jedoch in fast gerader Linie bis an die schärfer vorgezogenen, aber nicht spitzen Vorderecken. Die Vorderseite des Halsschildes ist leicht ausgeschnitten, stärker in der Mitte zur Aufnahme des stark nach hinten vorgeschobenen Kopfhornes; die Hinterseite desselben ist neben den Hinterecken leicht ausgeschnitten, in der Mitte breit vorgerundet; alle Seiten desselben sind mit schwacher, kaum gehobener Randleiste versehen. In der hinteren Hälfte hinter der Mitte steigt es als länglicher Buckel zu größter Höhe empor und fällt von hier allmählich nach allen Seiten ab. Dieser mittlere Langbuckel trägt vorn oben zwei flache Knötchen und fällt von diesen nach vorn in gerader Linie als glatte, glän- zende, äußerst sperrig punktierte Abfallfläche schräge auf den Vorderrand des Halsschildes herab; nach hinten aber senkt er sich als glänzende, schwach punktierte Fläche sehr allmählich bis zum Hinterrande herab, wo seine Basis in leichter Rundung breit vorgezogen ist. Während somit die ganze als Langbuckel gehobene Mitte des Halsschildes glatt, glänzend ist, bleiben die allmählich nach den Seitenrändern abfallenden Seitenflächen desselben wenig glänzend, da sie mit nadelrissiger, grober, aber nur seicht eingedrückter Runzelung bedeckt sind. — Die breiten, stark gewölbten Flügeldecken sind an den spitz vorgezogenen Schulter- ecken etwas breiter als das Halsschild an den Hinterecken; sie sind im ersten proximalen Viertel leicht \'erschmäU'rt eingezogen, runden sich dann an den Seiten leicht \()r
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um sich darauf im letzten Drittel stark verschmälert zum Apex abzurunden. Neben der Naht ziemlich flach gewölbt, fallen sie dann allmählich schroffer nach den Seiten und dem Apex zu ab. Schulter- wie Hinterbuckel treten nur schwach vor. Der Seitenrand ist breit aufgebogen und mit feiner Randleiste versehen. Der N a h t s t r e i f ist als feine, leicht wellig gebogene Furche tief und glatt (nicht punktartig) eingeschnitten. Unterhalb und hinter dem Schulterbuckel verlaufen diverse Reihen tiefer, grober Augenpunkte bis fast an den Hinterbuckel und ziehen sich, allmählich seichter und sperriger werdend, auf den Discus bis an die erste Rippe heran. Die Fläche zwischen dieser letzteren und dem Nahtstreif trägt sperrig gestellte, feinere Punkte. Neben den kaum merklich gehobenen Rippen der Flügeldecken sind die Punkte in regelmäßige Reihen geordnet. Die Unterseite und die Beine zeigen keine Eigentümlichkeiten, sie gleichen denen von Endymion sehr. Pro-, Meso- und Metathorax sind punktiert, an den Seiten dicht mit rotbraunen Haaren bedeckt. Die Bauchsegmente haben Reihen haar- tragender Punkte, die vor dem Endrande derselben am dichtesten stehen. Die Schenkel tragen neben den gewöhnlichen Haarpunktreihen eine sperrige Punktierung auf ihrer glatten, glänzenden Mittelfläche. Die lang mit rötlichen Härchen gewimperten Endränder der vier H i n t e r s c h i e n e n sind in eine mehr oder minder scharfe Zacke nach außen vorgezogen. Die Innenfläche dieser Schienen ist mit langen ebensolchen Härchen dicht bedeckt. Die ungemein schräge gestellten, schwach vor- ragenden Querkanten dieser vier Hinterschienen haben kleine, schwache Zacken, mit dazwischen stehenden langen Börstchen. Die Vorderschienen sind mit drei großen, scharfen Zacken versehen, vor welchen als erste eine sehr schwach ausgebildete steht. Alle Tarsen tragen
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lange Härchen, sind kurz (erlieblicli kürzer als die Schienen) ; die ersten Glieder der vier Hintertarsen sind oben in einen spitzen, haarlosen Stachel ausgezogen. Das Krallen- g 1 i e d ist so lang als die beiden vorhergehenden Glieder zusammen. Der Prosternalzapfen zwisclien den Vorderhüften ist in einen kurzen, dreieckigen Höcker zu- sammengeschrumpft. Das P y g i d i u m ist querwulstig vorgezogen, am scharf eingezogenen Apex mit breiter, ungewimperter Randleiste; längs der Basis trägt es auf breiter Fläche tiefe Punkte, die lange, abstehende rot- braune Härchen tragen, sonst ist es glatt, fein punktiert. — Die Stridulations-Organe werden aus sehr feinen Querrippchen gebildet, die auf dem Propygidium in zwei schmale Streifen gestellt sind, welche hinten dicht zusammenstehen und nach vorn stark diver- gieren. — Weibchen ist unbekannt.
Man möchte fast diese neue Art auf E. paniscus Burm. beziehen, doch widersprechen einige Punkte in Burmeisters Beschreibung dieser Auffassung allzusehr.
Enema Pan Fabr.
Burmeister, Handbuch d. Ent. V. p. 235.
Obgleich diese schon längst bekannte, in den aller- meisten Sammlungen vertretene Art eigentlich nicht in den Rahmen dieser Arbeit gehört, so will ich mir dennoch erlauben, einige der von mir an dem in meiner Sammlung mir vorliegenden sehr reichen Material gemachten Beobach- tungen und Vergleichungen hier mitzuteilen. Dieses Material von E. Pan bietet in mehr als 200 von sehr verschiedenen Fundplätzen stammenden Exemplaren meistens sehr voll- ständige, ja lückenlose Reihen. Encma Pan hat einen un- gewöhnlich großen Verbreitungskreis: von Mexico und Columbien-Venezuela im Norden bis nach Paraguay und Argentinien-Uruguay im Süden, von Para und Espirito
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Santo-Rio Grande do Sul im Osten Brasiliens bis nach Ecuador und Peru-Bolivien im Westen! Enema Pan be- wohnt also außer Mexico und den anderen Ländern Mittel- Americas ganz Süd-America im Osten der Cordilleren, mit Ausnahme des südlichen Argentiniens. Ob die Art auch westlich von den Cordilleren, besonders in Chile vorkommt, kann ich nicht sagen, da mir Exemplare aus diesen dem Pacific angrenzenden Ländern nicht bekannt geworden sind. — Daß eine in so weit voneinander entfernten Ländern unter sehr verschiedenen Lebensbedingungen auftretende Art nicht allenthalben sich gleichartig entwickelt hat, sondern nach Verschiedenheit von Klima, Bodenbeschaffenheit und Höhen Verhältnissen einigermaßen modifiziert worden ist, darf wohl angenommen werden. Und man irrt da niclit! Die von Burmeister untersuchte und von ihm (Hand- buch d. Ent. V. p. 235) beschriebene lange Reihe dieser Art war von Beske in dem nördlich von Rio Janeiro ge- legenen Novo Friburgo (Provinz Minas Geraes) gesammelt worden. Aus der gleichen Gegend habe ich in meiner Collec- tion eine hübsche Reihe von Männchen und Weibchen, worunter auch einige größere Männchen von Novo Friburgo selbst. Diese östliche Form von E. Pan ist von Mittelgröße (kleiner als die Amazonas-, größer als die Columbia-Form), hat Kopf und Halsschild oben schwarz, die Flügeldecken pechbraun, die Unterseite und die Beine dunkel rotbraun gefärbt. Das Kopf hörn ist ziemlich lang; das Brust hörn verhältnismäßig kurz und breit ; das Halsschild ist an den Seiten hinter den Vorder- ecken leicht ausgeschnitten. Der kurz wellig verlaufende Nahtstreif ist tief und glatt eingeschnitten; die Punk- tierung der Flügeldecken bestehr nur aus einigen kurzen, kräftigen Streifen unter dem Schulterbuckel, weiter auf den Discus hinauf verschwindet sie. Die erste Zacke an den Vorderschienen ist klein, sehr kurz.
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Dieser Friburgo-Form steht diejenige von C o 1 u m b i e n (und Venezuela) am nächsten, doch ist die letztere etwas kleiner, weniger kräftig entwickelt, auch ist sie oben meistens ganz schwarz, nur sind manch- mal bei kleineren Tieren die Flügeldecken dunkel pech- braun. Das Kopfhorn {^) ist ziemlich lang, nur schwach gebogen (selbst bei den kleinsten Männchen), rundlich und oft höckerlos, letzteres schon bei großen Exemplaren, die ein langes Brusthorn tragen. Bei ihren großen Männchen ist das Brusthorn höher, schmäler, schlanker; die Punk- tierung der Flügeldecken ist noch schwächer als bei der Friburgo-Form.
Die am mittleren Amazonas und dem unteren Rio N e g r o (Manaos) vorkommende Pan-Form ist eine sehr eigenartige; sie übertrifft nicht allein alle anderen Formen dieser Art an Größe sehr erheblich, sondern sie hat auch auf den Flügeldecken die stärkste, tiefste und ausgedehnteste Punktierung von allen; auch ihr Brusthorn ist höher und schlanker als bei allen anderen Formen. Bates beschreibt diese Amazonas-Form (Biologia Centr. Amer., Dynastidae, p. 329) als zweimal so groß wie die größten Exemplare von Mexico und Paraguay, was wohl ein wenig zu viel gesagt sein dürfte, besonders in Hinsicht auf die Exemplare aus Paraguay, deren es recht stattliche gibt. Alle die mir in lückenloser, sehr langer Suite vor- liegenden Männchen und Weibchen dieser Amazonas-Form sind oben tief schwarz, selten auf den Flügel- decken pechbraun, an der Unterseite und den Beinen ist die allergrößte Zahl der Männchen und Weibchen ebenso tiefschwarz wie auf der Oberseite, nur einzelne Exemplare sind hier pechbraun. Bei nur einer kleinen Anzahl der größten Männchen ist das Kopfhorn ziemlich gerade, wenig zurück- gebogen, bei den übrigen großen und allen kleineren Männ- chen ist es in starker Krümmung nach rückwärts gebogen.
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Bei zweien der allergrößten Männchen fehlt dem Kopfliorn der hintere Höcker gänzlich, auch ist bei dem einen dieser beiden Männchen das Ende des Kopfliornes nicht wie bei allen anderen Exemplaren einfach abgerundet-zugespitzt, sondern leicht verbreitert. Diese beiden Eigentümlichkeiten erinnern sehr an die Bildung des Kopfliornes von E. in- fundibulum Kirby. Ich will hier gleich bemerken, daß in meiner Collection in der sehr langen Suite von Männchen letztgenannter Art sich zwei sehr große Exemplare befinden, die hinten am Kopfhorn nahe der Basis einen (sonst bei E. infundihulum ganz fehlenden) Höcker tragen, wie wir ihn bei E. Pan finden. Wie mir scheint deutet das wenn auch nur sehr vereinzelte Vor- kommen dieses Kopf hörn -Höckers bei E. infundihulum, ebenso wie das Fehlen dieses Höckers bei den größten Männchen von E. Pan darauf hin, daß beide Arten nur als allerdings sehr abgeänderte Unter- formen einer längst verschwundenen Art zu betrachten sind. Schon Bates spricht bei der Beschreibung von E. Pan (Biologia Centr. Amer., Dynastidae p. 329) die Vermutung aus, daß beide Arten nur abgeänderte Entwickelungsformen ein und derselben Art seien.
Doch kehren wir nach dieser Abschweifung zu den Pan- Formen zurück. In Paraguay findet sich eine mir in lückenloser Reihe vorliegende Pan-Form, die der Amazonas- Form am nächsten steht, doch ist dieselbe nicht (wie letztere) an der ganzen Oberseite schwarz, sondern so gefärbt nur an Kopf und Halsschild, während die Flügeldecken pech- braun, bei kleineren Exemplaren oft kastanienbraun er- scheinen ; die Unterseite und die Beine sind dunkel rot- braun, bei den Exemplaren mit kastanienbraunen Flügel- decken heller rotbraun. Das Kopfhorn ist lang und schmal, der hintere Höcker desselben ist sehr kurz und klein, ähn-
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lieh wie bei der Columbia-Form. Das Brusthorn ist lang und schlank, wie bei der Amazonas-Form. Die Punktierung der Flügeldecken ist schwach, wie bei der Columbia-Form. Die in Mexico vorkommende Pan -Form ist die kleinste, zierlichste und schmäl- ste von allen; Kopf und Halsschild sind, wie immer, oben schwarz, die Flügeldecken kastanien- braun, die Unterseite mit den Beinen heller rotbraun, alles ähnlich so wie bei manchen kleineren Exemplaren der Paraguay-Form. Das Kopfhorn ist schlank und schmal; das Brusthorn ist ebenfalls sehr schlank, fein, hoch. Die Punktierung der Flügeldecken reicht zwar manchmal bis auf den Discus, ist aber stets eine schwache, sperrig ge- stellte, nicht tiefe.
Noch ein Dieiiches der iiniguttatus-Griippe
(Rhynchota)
von G. Bredcliii, Oscherslebcn.
In der Bearbeitung dieser Rhynchotengruppe, die ich im Jahrgang 1906 dieser Zeitschrift S. 321—331 der Öffent- lichkeit übergab, erwähnte ich S. 325 einiger, nicht ganz einwandfrei erhaltener javanischer Stücke, die ich nur mit Zweifel der ceylanischen Art D. nudipcs m. zugewiesen habe. Die Auffindung eines gut erhaltenen Stückes unter ungeordnetem Material meiner eigenen Sammlung, ließ mich in dieser Form eine neue, zwischen D. Yeh Dohrn und D. nudipcs m. stehende, aber von beiden wohl unter- schiedene Art erkennen.
Dieuches procericornis n. spec. ^^. Große Art, dem D. Ych sehr ähnlich; der Kopf ebenso gebaut, Fühler länger, auffallend schlank,
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pechschwarz (einschheßhch der Spitze des 2. GHedes'), das 3. GHed deiithch schlank-keuhg-verdickt ; der weiß- liche Ring des 4. Gliedes ist so breit oder wenig breiter als die pechschwarze Basis (er ist auf der Vorderseite des Fühlergliedes ein wenig breiter als auf der Hinterseite). Pronotum etwas weiter nach vorn zu geschnürt ; das Pron. proprium ist daher merk- lich k ü r z e r als bei D. Yeh, dabei hinten breiter und nicht so deutlich kugelartig konvex wie bei jener Art; der Randkiel des Pron. proprium sehr deutlich entwickelt. Processus des Pronotums mit einer verkürzten, lebhaft rostgelben Mittellinie, deren Vorder- ende von der Einschnürung des Hals- schildes etwa ebensoweit entfernt bleibt wie ihr Hinterende vom Hinterrande; ^) der schwarze Randkiel des Processus trägt ein kurzes, schmutzig rötliches Längsstrichelchen, das der Einschnürung fern bleibt. Schildchen schwarz, die äußerste Spitze hellgelb. Corium trübfarbig, die schwarze Querbinde breit durch- laufend, ihr Vordersaum stark schräg (von innen vorn nach außen hinten) gestutzt, ihr Hinterrand im ganzen trans- versal, jedoch bogenförmig, sodaß der vorn ausgebuchtete, graugelbliche subapikale Bindenfleck mit je einem scharfen Spitzchen längs der Costa und längs der Membranscheide nach vorn ausläuft. Membran in ihrer Basalhälfte pech- schwarz, mit trübe gelbem Strich auf der i. und 2. Ader und dem typischen gelben Fleckchen hinter der Corium- spitze; die Endhälfte etwas heller mit schmutzig gelblichen z. T. verfließenden Atomen If reichlich durchsetzt. Von den typischen gelben Flecken des Bauchrandes entspricht der vordere in seiner Längenausdehnung genau dem gelben
') Diese ist bei D. nvdipes schmal rostgelblicli.
2) Bei D. Yeh ist die Zeichnung nach vorn zu bis an die Einschnürung verschoben und vom Hinterrande weit entfernt.
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subapikalen Bindenfleck des Coriums. Vorderschenkel auf der Oberseite mit deutlicher, wenn auch etwas spärlicher und nicht sehr langer, halb- liegender Behaarung'). Schnabel pechbraun ; das gelblich-weiße 2. Glied in seinem Basalviertel pechbraun. Der Höcker der ^. Genitalplatte dreikantig -pyramidal.
$. Das einzige mir vorhegende weibliche Stück ist ein wenig schlanker und besonders im Bau des Pronotums etwas zierlicher als die Männchen, doch ist auch hier das Pron. proprium deutlich kürzer als bei D. Yeh.
Länge 12 (?) — 12^4 mm; größte Breite (hinter der Basis der Deckflügel) 2) 31/3 mm.
Ein (^ ohne Fundort aus der Schultheißschen Samm- lung, wahrscheinlich von Sumatra; ^ und $ von Java (Samarang, leg. Jacobson).
Von D. Ych besonders durch die oben in gesperrtem Druck hervorgehobenen Kennzeichen unterschieden. Von D. nudipes, mit dem er manche Charakteristika gemein hat, unterscheidet er sich durch die längere Gestalt 3), die längeren, in ihrem 3. Glied keulig verdickten Fühler, die deutliche Behaarung der Schenkeloberseite, und die trans- versale, bogige hintere Begrenzung der schwarzen Quer- binde des Coriums«). Auch ist bei D. nudipes das 2. Schnabel- glied ganz weißlich (selten an der äußersten Basis leicht ge- bräunt), das 3. Glied verwaschen pechbraun, fast rostgelb.
^) Bei D. Yeh ist die Behaarung viel länger, dicht wollig und auf- recht stehend.
2) Mittels des Abbeschen Zeichenapparats gemessen.
^) Die Lcänge von D. nudipes beträgt 10% — 11% mm.
*) Bei D. nudipes ist ihr Hintersaura deutlich schief (von außen- vorn nach innen-hinten verlaufend).
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Neue Pyrrhogyra und Uebersicht der bekannten Arten
von II. Friilistorf'er.
I. Pyrrh. neaerea L. Syst. Nat. X. 1758 p. 479. Aiirivilliiis, Recens. Critica 1882 p. 97. P. tipha Kirby, Cat. Lep. 1871 p. 218. P. tiphus Stdgr. Exot. Schmett. 1888 p. 131. P. docella Moeschier, Verh. Z. B. G. Wien 1876 p. 316. Diese Art ist unter dem Namen tipha L. und tiphus L. in allen Sammlungen verbreitet, da Staudinger 1. c. leider keine Rücksicht auf die Ausgrabungen von Aurivillius nahm.
Neaerea zerfällt in folgende Rassen:
a) neaerea neaerea L. Surinam.
b) neaerea cuparina Bates. Tapajoz- Gebiet.
c) neaerea amphiraBsites. Oberer Amazonas $, Waupes (^ (Coli. Fruhstorf er) .
d) neaerea argina nov. subspec.
Habituell die kleinste 7ieacrea-Kd.sse, Flügel rundlicher als bei Columbiern, sonst steht sie arge Stdgr. am nächsten, von der sie durch prominentere Subapicalmakel der Vdflgl., schmäleren, mehr ovalen Fleck über der Zelle und distal schärfer abgegrenzte Medianbinde der Htflgl. differiert. Roter Analfleck äußerst lebhaft.
Unterseite: Submarginalpartie aller Flügel reicher weiß dotiert als bei arge, und dadurch zu juani Stdgr. und hypscnor Godman hinüberleitend.
5 bleicher als der (^ mit zwei subapicalen und zwei medianen weißen Submarginalpunkten der Vdflgl. -Oberseite.
Patria: Amazonas superior (5*$ Coli. Fruhstorfer,
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e) neaerea juani Stdgr. 1. c. p. 131. Cohimbien. c^$ darunter i $ Cotype in Coli. Fruhstorfer.
f) neaerea kheili nov. subspec.
Differiert von juani durch schmälere, proximal mehr convex, distal mehr concav aufgebogene weiße Median- binde der Htflgl. und verengte, schärfer abgeschnittene und daher geradliniger verlaufende Vdflgl.-Binden. Die weiße Makel oberhalb der Zelle größer, nach unten spitzer.
Unterseite: Die schwarze Binde, welche die beiden weißen medianen Flecken der Vdflgl. trennt, erhebhch ver- breitert, Submarginalpartie aller Flügel reicher violett.
Benennung zu Ehren des sprachgewandten Herrn Prof. Napoleon Kheil in Prag, dem Verfasser eines der an- regendsten Werke über indo-malayische Lepidopteren, der in seinen „Rhopaloceren der Insel Nias" 1884 dem Leser jede Seite durch originelle und zutreffende Bemerkungen würzt.
Patria: Columbien. 2 ^^ von Herrn Stichel empfangen, während sich juani stets in Sendungen vorfand, die mir der jetzt so bekannt gewordene Mr. Weeks aus Boston zuschickte.
Das Vorkommen von zwei Subspecies ist nicht weiter überraschend in einem Lande wie Columbien, wo fast jedes Flußtal eine eigene Caligo-Rasse produziert und in dem die pacifischen Abhänge der Centralcordillere naturgemäß andere Lokalformen entstehen lassen, als jene, die sich nach der Amazonasseite hinneigen.
g) neaerea oUius nov. subspec.
Eine ungemein spitzflügelige Form, die sich im Habitus und der Zeichnungsanlage neaerea ophni Butler nähert und durch mehr vertical gerichtete wesentlich schmälere Binden von hypsenor abweicht.
Die Submarginalflecken der Unterseite aller Flügel erheblich reduzierter als bei hyPscnor.
Patria: Honduras, ^'^ Coli. Fruhstorfer.
Stett. eiitomol. Zeit. 1908, 3^
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h) neacrca hypsenor Godman und Salvin ? Patria: Chiriqui, i ^ ex coli. Staudinger in meiner Sammlung.
i) neaerea ophni Butler. 1870. Patria: Minas-Geraes (Type), Espiritu-Santo, Sao Paulo, Sta. Catharina (Coli. Fruhstorf er) , Bahia (Staudinger), k) neaerea arge Stdgr. Patria : Paraguay, 3 S3 Coli. Fruhstorfer.
2. Pyrrhogyra tiphoeus Felder. Reise Nov. p. 411, 1867. Columbien.
3. Pyrrhogyra catharina Stdgr.
1. c. p. 131. 1888. cJ? Espiritu Santo. (Coli. Fruh- storfer) .
4. Pyrrhogyra stratonicus nov. spec.
Eine eigentümliche Species, welche vielleicht tiphoeus nahesteht und in der leichtweißgrünen Färbung der Median- binden die Mitte hält zwischen edocla und neaerea.
Durch die geradlinig verlaufende rote Submedianbinde der Htflgl. -Unterseite gemahnt stratonicus an edocla, dadurch aber, daß diese Binde mit dem roten Costalstrich zusammen- fließt, zugleich auch an neaerea, mit der des weiteren die klammerartig verteilten offenen, unten also nicht wie bei edocla zu einer quadratischen Figur geschlossenen roten Subapicallinien der Vdflgl. übereinstimmen.
Oberseite: Ein kleiner, rundlicher Subapical-, ein völlig isoliert stehender länglicher Fleck ober der Zelle und ein hoher, schmaler grünlich-weißer Medianfleck. Htflgl. mit der üblichen Medianbinde. Grundfarbe braun- schwarz, mit einer lichteren Submarginalzone.
Unterseite: Vdflgl. ähnlich neaerea amphira Bates, nur etwas dunkler, weil der Submarginalanflug obsolet wird, die distale rote Linie kürzer.
Stett. cntomol. Zeit. 1908.
37
Htflgl., abgesehen von dem bis zur roten Medianlinie verlängerten Costalstrich, sehr nahe cdocla, jedoch mit viel breiterer, brauner Distalregion.
Patria: Amazonas sup. von Herrn Bang-Haas erworben.
5. Pyrrhogyra edocla Doubl. Hew. Genera Diurn. Lep. 1850 t. 32 f. 5. Zu den bekannten 3 Lokalrassen dieser distincten Species kommen jetzt weitere 3 neue, so daß wir zu be- handeln haben:
a) edocla aenaria nov. subspec.
Kleiner, Flügel schmäler, grüne Medianbinde weniger ausgedehnt als bei edocla.
Distalpartie der Flügelunterseite viel schmäler, tiefer schwarzbraun mit etwas weniger breiten, dunkler violett grauem (anstatt weißlichen) und sehr viel schärfer be- grenzten Submarginalstreifen. Die roten Binden tiefer- und mehr carmin- als hellrot.
Patria: Honduras. (2 SS Coli. Fruhstorfer) Gua- temala, Chiriqui. (Staudinger).
b) cdocla cdocla Doubl.
Neben breitbindigen cdocla kommen in Columbien auch Exemplare vor mit auffallend ausgebleichten sehr schmalen Medianbinden auf allen Flügeln, von denen jene der Vdflgl. distal tief von der schwarzen Grundfarbe eingekerbt werden.
Die spitze Form der Hinterflügel erinnert bereits an aenaria m., von der die hellen Columbier unterseits sofort zu trennen sind durch die, wie bei edocla lichtbraune Distal- partie aller Flügel.
Weil mir ein genauer Fundort für diese verkleinerte Form fehlt, kann ich nicht entscheiden ob die genannten Differenzen auf lokalen oder horodimorphen Einfluß zurück- zuzuführen sind und bescheide mich die betreffenden Exem- plare als
forma athene nova zu bezeichnen.
Stett. cntomol. Zeit. 1908.
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Patria: Coliimbicn, forma typica von Herrn Stichel, forma athcne aus verschiedenen anderen Bezugsquellen erworben.
c) edocla lysanias Feld.
P. lys. Feld. Wien. Ent. Mon. 1862 p. 115; Staudgr. 1. c. Patria: Oberer Amazonas. (Coli. Frühst.) Brcitbindige Lokalrasse, die hinüberleitet zu
d) edocla maculata Stdgr.
P. ed. var. mac. Stdgr. 1. c.
Sofort zu erkennen durch 2 — 5 submarginale, diffuse, grünliche Punkte der Vdflgl. und 5 ebensolcher aber deut- lichen Makeln der Htflgl.
Patira: Peru, 10 ^3" Pozuzo. (Coli. Fruhstorfer.)
e) edocla anthele nov. subspec.
Eine kleine verdunkelte Rasse, ohne Spur einer Vdflgl. - Punktierung und nur mit Rudimenten einer solchen auf den Htflgln.
Die grünen Binden wesentlich schmäler, aber immer noch viel breiter als bei den columbischen und zentral- amerikanischen Formen.
Schwarzer Distalsaum der Flügelunterseite viel ein- geengter als bei edocla und dunkler als bei maculata.
Patria: Ecuador, Richard Haensch leg.
6. Pyrrhogyra otolais Bates. Ent. M. Mag. I 1864 p. 126. Eine zierliche Art, von der 2 Lokalrasscn bekannt sind:
a) otolais otolais Bates. Amcr. mer. et centralis. Häufig in Honduras, Costa Rica 5 (^<^, i $. (Coli. Frühst.)
b) otolais ncis Feld.
Verh. Zool. Bot. Ges. 1869 p. 473.
P. neaerea var. neis Kirby, Cat. 1871 p. 218.
Stott. cntoraol. Zeit. 1908.
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Größer als die vorige, mit etwas breiteren Binden. Patria: Mexico, (^$ Coli. Fruhstorfer
7. Pyrrhogyra crameri Aurivillius. P. er. Aur. Recens. Grit. 1882 p. 98, Anmerkp;. ;
Staudgr. 1. c. Pap. neaerea Gramer nee Linne, I t. 75 f. G D 1779. Pyrrh. neaerea Kirby nee Linne, Cat. 1871 p. 218.
a) crameri crameri Aur.
Patria: Surinam, i (^. Jiil. Michaelis leg. (Goll. Fruh- storfer.)
b) crameri hagnodorus nov. subspec.
Schwarzer Distalsaum viel reduzierter, grüne Median- binden dafür erheblich erweitert; Apicalpunkt und Sub- apicalmakel (über der Zelle) viel stattlicher, mehr gelb- lichgrün.
Schwarze Binden der Flügehmterseite zurücktretend, alle roten verbreitert, weißlich-violetter Distalsaum der Htflgl. viel schmäler als bei crameri.
Patria : Pozuzo, Peru i (^ Type, Peru (ohne genauere Angaben) (^9 von Garlepp gesammelt, von A. Bang-Haas erworben.
c) crameri nautaca nov. subspec.
Habituell größer, schwarzer Distalsaum breiter, proximal weniger gewellt, alle grünen Binden viel dunkler, distal schärfer abgesetzt.
Distalpartie der Flügelunterseite reicher violett über- flogen als bei crameri.
Patria: 2 (J? Columbien; i (^ Amaz. sup. Goll. Fruh- storfer.
8. Pyrrhogyra iiasica Staudgr. Exot. Schmett. 1888 b. 132. a) nasica iiasica Stdgr. Rio San Juan (Stdgr.)
Stott. eiitomol. Zeit. 1908.
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I (^ ohne näheres Vaterland als Columbien, Coli. Fruh- storfer.
b) nasica olivenca nov. subspec.
Grüne Binden viel heller und ausgedehnter, Fleck oberhalb der Zelle schmäler, oblong, Submarginalpunkte markanter, lichter als bei nasica.
Rote Submarginalbinde der Htflgl. distal breiter schwarz bezogen, weshalb die weiße Antemarginalregion viel schmäler erscheint als bei nasica.
Patria: Sao Paulo Olivenca, Alto Amazonas, Michael leg. I (^ von A. Bang-Haas erworben.
c) nasica seitzi nov. subspec. ^ Pyrrh. nov. spec. Stdgr. i, 1. ' r3
Eine distincte Lokalform — mit stark verschmälerten grünen Binden — die im Farbenton die Mitte halten zwischen den dunkelgrünen nasica und den lichten olivenca.
Seitzi trägt nur 2 statt 5 grünliche Submarginalpunkte der Vdflgl., der rote Analflcck der Htflgl. tritt zurück.
Der Fleck ober der Vorderflügelzelle im vorderen Teil fast so breit als bei nasica, analwärts jedoch gekrümmt und stark verjüngt.
Schwarzer Basalfleck der Hinterflügel nach unter sehr spitz auslaufend, nur bis zur Flügelmitte reichend, während er bei olivenca kaum zu erkennen ist, bei nasica den ganzen Hinterflügel aber als breite Binde durchzieht.
Unterseite: Ähnlich nasica, jedoch mit längerem, schmä- leren und gleichmäßigem concaven Subapicalfleck der Vorder- flügel.
Patria: Bolivien, i (^ von der Firma Staudinger ge- kauft.
Es ist mir ein besonderes Vergnügen diese interessante Pyrrhogyra nach Herrn Dr. Scitz zu benennen, bekannt
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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durch anziehende Berichte über seine Weltreisen und noch mehr durch das genial angelegte und mit viel Geschick inaugurierte Werk — die Groß-Schmetterlinge der Erde.
Die von Kirby erwähnte Pyrrh. ircnaca Gramer geluirt auf keinen Fall in dieses Genus, was auch Staudinger bereits aufgefallen ist, sondern meines Erachtens in die Gattung ,,Dynamine''\ Nach der schwarzen Oberseite beurteilt muß es ein $ sein.
Kirby kannte 1871 von Pyrrhogyra 7 Arten, die ich auf 6 Species reduzieren mußte, dazu tritt eine 1888 von Stau- dinger und eine heute von mir creierte Art, so daß 8 wirkliche Species existieren, die in zusammen 21 Lokalrassen auf- geteilt wurden.
Neue Ectima=Rassen
von II. Frulistorfei*.
Über die zierlichen Arten dieser Gattung herrscht noch völlige Unklarheit, zunächst ist die Heimat der ältesten Art {liria F.) nicht bekannt, auch nicht von einer zweiten relativ großen Species lirina Feld, und dann dürfte rccti- fasciata Butler synonym mit lirina oder erycinoidcs Felder sein.
Fabricius sagt von liria Ent. Syst. 1793 p. 239 ,,habitat in Indiis".
Ich vermute, daß damit vSurinam gemeint ist, wenn nicht West-Indien.
In Venezuela kommt liria vor, ebenso überall am Ama- zonas, somit dürfte sie auch in Surinam leben. Aus West- Indien fehlt sie in continentalcn Sammlungen, was um- somehr für ihr A^)rkommen in den Guyanas sprechen dürfte,
Stctt. eutomol. Zeit. 1908.
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als von dort zu Linncs und Fabricius' Zeiten fortwährend Sendungen nach Europa kamen.
Verteilen wir die bekannten Formen deshalb bis mehr Licht in die Sache kommt, wie folgt:
a) liria liria F. West-Indien ( ? ?) Surinam ( ?) Vene- zuela, (Butler, Cat. Fabr. Lep. i86g p. 66).
b) liria infirma') nov. subspec. Bahia-Exem])lare differieren durch ihre auffallend hell
mausegraue Grundfärbung und die viel breiteren weißen Subapicalbinden der Vorderflügel auffallend von lirissa Godt. aus Rio de Janeiro.
Die Unterseite erscheint fahler, mit obsoleten schwärz- lichen Zeichnungen, die in der Distalpartie fast stets fehlen.
Patria: Bahia, Richard Haensch leg. 4 0 J, i $. Coli." Frulistorfer.
c) liria lirissa Godart.
Pap. liria Jones Figur, t. 23 f. 2.
Nymphalis lirissa Godart, Enc. Meth. 1823 p. 406.
Godart vertauschte den Namen ,,/rrm" F. in lirissa, weil Fabricius zwei „Papilio liria'''' geschaffen habe.
Diese Umtaufe verliert zwar ihren Wert dadurch, daß die zweite Fabricius'sche liria in unserm heutigen Genus Hypolimuas eingereiht ist, aber ich verlösche nur ungern Namen alter Autoren, umsomehr als sich bei genauem Nach- forschen fast immer herausstellt, daß sich die alten Be- nennungen auf verschiedene Lokalformen verteilen. Der Godart'sche Name hat schon deshalb Wert, weil Godart zuerst einen genauen Fundort angab, so daß wir bestimmt wissen, welche Lokcdform Godart vor sich hatte, während wir dies bei liria Fabricius immer nur vermuten können, weil sein Patria ,,Lidia" natürlich falsch ist. Lirissa ist einer der Charakterschmetterlinge Brasiliens, er kommt
i) vüii iiilinnLis --= scliwiiclilicli wegen der iliimieu Flügel. Stett. eutomol. Zeit. 1908.
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mit jeder Sendung nach Europa und setzt sich nacli Bates und Bönninghausen auf Baumstämme (nach Art der Ageronia mit flach angelegten Flügeln.)
Patria: Rio de Janeiro, Coli. Fruhstorfer. liria exilita nov. subspec.
Exilita (von exilitas, die Feinheit, große Zartheit) entfernt sich von lirissa durch die viel zierlicheren schwarzen Binden und Fleckchen auf der Flügeloberseite durch das Auftreten zweier schwarzer Ringe im distalen Teil der weißen Schrägbinden der Vorderflügel und die viel mehr zerteilten weniger ganzrandigen Medianbinden der Hinter- flügel.
Die Grundfäbung ist viel heller, auch fröhlicher grau als selbst bei infiruia m. und der Apicalteil der Vorderflügel mit etwas grau-weiß untermischt.
■ Patria: Paraguay, 2 cdo (Typen) Bolivien, Mapiri, Garlepp leg. von x\. Bang-Haas erworben. liria liridcs Stdgr.
Ectima lirides Stdgr. Exot. Schmett. 1888 p. 126
'•• 4o o-
Staudingers Bild ist recht gut, insbesonders ist die
anale Verbreiterung der weißen Vorderflügelbinde getreu
wiedergegeben, die sich so prägnant bei keiner anderen
liria Form w^iederfindet.
Patria: Pebas, 2 ^S Cotypen mit Staudingers Hand- schrift von A. Bang-Haas erworben. liria astricta nov. subspec. (J$ ausgezeichnet durch einen eigentümlichen beim (5* düsteren, beim $ helleren violetten Anflug der Flügel- oberseite.
Die weiße Schrägbinde der Vorderflügel analwärts nicht horizontal breit auslaufend, sondern tief eingebuchtet, wodurch eine zapfenartige Figur entsteht. Alle schwarzen
Stett. eutoinol. Zeit. 1908.
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Längsbinden verticaler gestellt, breiter und deshalb präg- nanter, was auch unterseits bei der distalen schwarzen Medianbinde (innerhalb der weißen Längszone) auffällt. Patria: Peru, 0$ ohne genauere Lokalität von A. Bang- Haas erworben.
2. Ectima rectifasciata Butler. Butt. Costa Rica, Pr. Z. S. 1874 p. 345. Eine gute Art, von der ich annehme, daß der Name entweder mit lirina Feld. Reise Nov. 1867 p. 409 oder erycinoides Feld. ibid. synonym ist.
Patria: Chiriqui (Butler) Columbien, Chiriqui ^^ Coli. Fruhstorfer.
3. Ectima Jona Hew. Gen. Diurn. Lep. 1849 t. 42 f. 4; Staudgr. 1. c. p. 126. Patria: Amazonas (Stdgr.) Tarapoto, Peru i ? Coli, Fruhstorfer.
Eine neue Eunica aus der alciiiena-Gnippe und Beschreibuno- neuer Loiialformen
von 11. Fi'ulistorfei*.
Eunica ii'ma nov. spec.
S- Vorderflügel mit lebhaften, reich blauen Binden, die von der Basis bis zum Apex gehen, sich dort stark er- weitern, um sich dann umbiegend im Analwinkel des Distalrandes zu verlieren.
Hinterflügel. Die blaue Prachtbinde geht vom Costal- rand, sich mählich erweiternd bis tief in den Analwinkel und wird von den schwarzen Adern fein zerteilt. Diese Distalbinde präsentiert sich etwas kürzer, aber merklich
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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breiter als bei alcmena und ist des weiteren nach innen weniger gewellt, d. h. schärfer begrenzt.
Die Intensität der Blaufärbung erinnert an alcmena Doubl., der Verlauf der Binden an pomona Feld. Habituell kommt irma durch den rundlichen Flügelschnitt jedoch pomona näher.
Unterseite: Ähnlich pomona (jedoch etwas dunkler) und alcmena, aber mit reicheren und zierlicher gewellten Schwarzzeichnungen .
Patria: Peru, Pozuzo, lo <^(^ Coli. Fruhstorfer.
Erst mit Kenntnis des $ wird sich ermitteln lassen, ob irma allenfalls als geographischer Zweig der alcmena oder pomona aufzufassen ist, oder ob sie ihren Speciesrang behaupten kann.
Irma ist jedenfalls weitaus die schmuckste Art aus dieser vornehmen Gattung und es soll der Name dieser durch ihr blendendes Aussehen so distinguierten Eunica an eine wunderschöne Frau erinnern, die zufällig meine eigene ist.
Eunica eurota Gramer. Pap. eurota Gramer I p. 37. t. 24 f. G. D. 1775.
Eine gleichfalls durch vornehmes Golorit ausgezeichnete Species, die anscheinend seit ihrer Entdeckung nicht mehr nach Europa gekommen ist, bis sie mein Sammler Julius Michaelis vor einigen Jahren in Surinam wieder auffand.
Was Hewitson, Exot. Butt. 1852 t. 1. f. 7 als eurota abbildete, ist eine subspecifisch verschiedene Verwandte.
Mein Surinam-Material versetzt mich ferner zugleich in die Lage, die weitere Synonymie zu klären, denn die von Kirby mit eurota zusammengezogene euphemia ist gleich- falls gute Lokalrasse, mit der jedoch dolores Prittwitz identisch sein wird.
Stett. entomol. Zelt. 1908.
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Wir müssen folgende geographische Rassen trennen:
a) curota flora Felder.
Eimica flora Felder, Wien. Ent. Mon. 1862 p. iii. Rio Negro.
T3^pische flora sind seit fast 50 Jahren nicht mehr nach Europa gekommen, erst neuerdings hat sie Dr. Koch- Grünberg, der als erster Weißer das Quellgebiet des oberen Rio-Negro betrat, wieder aufgefunden und mir mit seiner gesammten Falterausbeute zum Zwecke der Bearbeitung verehrt.
Patria: Rio-Negro, (Felder) Rio Waupcs . i ^ (Coli. Fruhstorfer.)
b) eurota myrthis nov. subspec.
Cybd. eurota Hew. 1. c. --
Eunica flora Staudgr. nee. Feld. Exot. Schmett. 1888 p. 109 t. 40 S^. Viel heller als typische flora, besonders unterseits mehr grau, anstatt schwarzbraun. Patria: Oberer Amazonas.
c) eurota theophania nov. subspec.
Eunica flora Stdgr. partim 1. c. 9. Unterer Amazonas.
Habituell kleiner als flora, alle Binden matt anstatt glänzend und violett anstatt tiefblau, außerdem auf den Hinterflügeln viel breiter angelegt.
Unterseite rötlich statt braun oder grau mit hellbrauren Distalflecken der Vorderflügel.
Staudinger erwähnt, daß sich ein $ vom unteren Ama- zonas durch eine weiße Schrägbinde auszeichnet, die aus 3 isoliert stehenden Makeln besteht, während die Flecken beim $ vom oberen Amazonas noch zusammenhängen.
i^itria: Manaos, i (^ Coli. Fruhstorfer.
d) cnroia cnroia Cramer.
Habituell kleiner, Unterseite dunkler als flora Feld., sonst differiert flora nur sehr wenig von der Cramerschen Form.
Stett. eiitoniol. Zeit. ]i)U8.
47
Patria: Surinam, 2 (^(^, Jiil. Michaelis leg. (West- Indien, Cramer ex errore.)
c) curota cuphemia Godart. Nymph. euphemia Godt. Enc. Meth. 1823 p. 418.
„Bresil." Eunica dolores Prittwitz St. E. Z. 1871 p. 244.
Staudgr. 1. c.; Eunica alcmene von Bönninghausen, Hamb. Verein für Naturw. Unterh. i8g6 p. 16. (Nur einzeln im Hochgebirge). Gute Lokalrasse mit matteren, dunkler blauen und schmäleren Binden. Unterseite von ^'^ fast schwarz, statt braun oder grau.
Patria: Espiritu-Santo, (^$ (Coli. Fruhstorfer,) Rio de Janeiro.
Eunica tatila Herrich-Schäffer.
Cybdelis t. Herr. -Seh. Exot. Schmett. 1852 — 1858 f. 69 — 72. Von dieser Species existieren eine Reihe von Lokal- rassen, die entweder als tatila oder coerulea etiquettiert in den Sammlungen stecken, deren Verteilung aber in nach- stehender Art geschehen muß.
a) tatila tatila H.-Sch. Cuba.
b) tatila coerulea Godman und Salvin. Honduras, (^$, Columbien (^ (Coli. Fruhstorfer.) S. Florida (Holland).
c) tatila bellaria nov. subspec.
. Nicht selten im mittleren Brasilien, erheblich kleiner als coerulea aus Columbien, von matterem Violettblau und mit kleineren, weißen quadratischen Vorderflügelflecken.
Unterseite: Hinterflügel hellgrau ohne rötlichen Anflug.
Patria: Espiritu-Santo, 2 ^^ Coli. Fruhstorfer.
d) tatila tatilina nov. subspec.
Weißfleckung prominenter, auch unterseits schärfer abgesetzt.
Stett. entoinol. Zeit. 1908.
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Hinterflügel fast ohne violetten Anflug, aber mit zwei schmalen schwarzen Punkten, die bei c und b fehlen.
Unterseite: Apex und Distalregion der Hinterflügel weißlichgrau, das Basalfeld mit einem großen schwarzen, breiten sammtartigen Fleck bedeckt, wohl nur eine auf- fallende individuelle und aberrative Erscheinung.
Patria : Alto-Amazonas ? Eunica ariba nov. spec.
Erinnert in der Flügelform etwas an mygdonia Godart, der Apex von ariha ist aber noch kühner geschwungen, und ebenso heraustretend, wie bei sydonia God. {empyrea Herr.-Schäffer), aber analwärts etwas mehr gerundet und an der Apexspitze proximal zurücktretend.
Mit 35 mm Vorderflügellänge zählt ariha zu den statt- lichsten Eunica-krien. Oberseite aller Flügel mit Aus- nahme einer lichtbraunen, mattglänzenden Submarginal- region tief dunkelblau, mit matterem, violettem Hauch.
Auf allen Flügeln macht sich in der Submarginalregion eine schwarzbraune, rudimentäre Reihe von nur teilweise zusammenhängenden Punktflecken bemerklich.
Unterseite: Vorderflügel hellbraun, mit braunschwarzen großen Discalf lecken, einer etwas deuthcheren, dünnen Submarginallinie als oberseits und violett beschupptem Apex.
Hinterflügel grau-violett mit Ausnahme einer matten, grau-rötlichen Basalregion, leicht glänzend und mit diffusen, schmalen Medianbinden — sonst völlig zeichnungslos.
Patria: i (^ mit der Angabe Brasilien von der Firma Staudinger gekauft; ich vermute die Heimat jedoch am Amazonas oder der andinischen Region Süd-Americas.
Stctt. cntomol. Zeit. 1908.
49
Neue Curetis und Uebersicht der bekannten Arten
von II. Fr iilist orfer.
Wenngleich mir aus Süd-Asien 135 und allein aus Java 80 Exempl. vorliegen ist es mir nicht möglich mehr als 5 Arten Curetis zu unterscheiden, während de Niceville in Butterflies India nicht weniger als „13 Arten" nur aus Nord-Indien und Birma, und Distant, Rhopalocera Malayana deren 5 von der Malay. Halbinsel registriert.
In der Hauptsache haben wir es mit 2 Gruppen von Individuen zu tun, die sich recht gut insgesamt auf 4 Species alter Autoren zurückführen lassen. Die vielen Moore'schen und Felder^schen „Species" bezeichnen dagegen fast aus- schließlich Lokalrassen, Zeitformen und vielfach sogar nur individuelle Formen.
Bei den Curetis macht sich nämlich ein bei den Lycae- niden kaum iDeobachteter, weitgehender männlicher Poly- morphismus bemerklich, wie wir ihn in noch höherem Grade, unter den Nymphahden etwa bei einigen Euthaliiden und Euphaedra-Arten wiederfinden und dieser Polymorphismus verleitete die Autoren zur Creierung der vielen Arten!
Meine heutigen Zeilen sollen dazu beitragen die Sy- nonymie der Curetis etwas zu klären und die Kenntnis einiger neuer Formen meiner letzten Reisen vermitteln. I. Gruppe. Hinterflügel rundlich. A. ? mit weißen Discalflecken. I. Curetis thetis Drury. a) thetis thetis Drury. Bombay (Drury).
= P. phaedrus F. ,,Habitat in India orientali" (J. = P. aesopus F. ebenso $.
= Phaedra terricola Horsf. (nom. superfl.)
4
Stett. entomol. Zeit. 1908.
50
b) thetis cinyra Cramer 1779.
= P. cinyra Cramer. Tranquebar $. = P. thetis Cramer ebenso ^. Cramer bildet die normale Regenform ab, wie sie mir aus Bangalore vorliegt.
forma arcuata Moore. 1883. Eine Form mit reduzierten weißen Discalflecken der Hinterflügel.
Patria: Süd-Indien, Krawar Aug. 1897, 2 $?, Ceylon I $ H. Fruhstorfer leg. Malabar (Moore).
c) thetis gloriosa Moore. 1883.
^ größer als solche aus Vorder-Indien. Patria: Assam, i S Coli. Fruhstorfer.
d) thetis nisias nom. nov. "- Für Distants fig. 14 t. 14. 1886 p. 451.
$ . Größer als vorderindische, weißer Discalfleck der Vorderflügel länger als breit, distal stark eingekerbt, jener der Hinterflügel stark gekniet, sehr schmal.
Patria: Malay. Halbinsel.
e) thetis falawanica Stdgr, 1889. Palawan. ^, 2 $$
(Coli. Fruhstorfer.)
f) thetis aurantiaca Frühst. 1900 Bazilan.
g) thetis bar sine Feld. 1865. Amboina.
Felder bemerkte ausdrücklich, daß die $$ oberseits weißgefleckt sind.
h) thetis galinthias nov. subspec.
(Cur. thetys Stdgr. Exot. Schmett. 1888 p. 279 t. 96 c??.) (^. Weißer Discalfleck der Vorderflügel außerordent- lich groß, rundlich.
Patria: Waigiu, i ^ Coli. Fruhstorfer. i) thetis menestratus nov. subspec (^. Distalsaum der Vorderflügel viel breiter schwarz als bei galinthias cJ, Basalteil der Hinterflügel fast bis zur Flügelmitte schwärzlich beschuppt.
Stett. entomol. Zeit. 1908.
51
$. Größer als galinthias $, weißer Discalfleck der Vorderflügel oval nach oben tief gekerbt.
Hinterflügel mit kürzerer, weißer Makel, so daß der schwarze Außensaum Gelegenheit findet sich viel mehr auszudehnen als bei galinthas.
Patria: Deutsch-Neu- Guinea, i ^, Hattam, Arfak- Gebirge, Holl. Neu-Guinea, i $ (Coli. Frühst.) k) thetis eberalda nov. subspec. Vorderflügel mit sehr schmalem, schwarzen Distalsaum. Key, (Coli. Frühst.) Aru ? (Grose Smith.) 1) thetis georgiana Ribbe.
(Cur. barsine ab. georgiana Ribbe, Iris 1899 p. 248.) Insel Rubiana, Salomonen.
B. $ mit gelben Discalf lecken.
Als sicherer ältester Name für eine Curetis mit gelb- gefleckten $$ hat insularis Horsfield zu gelten. Es ist noch sehr fraglich, ob sich insularis als distinkte scharf abgegrenzte Species neben thetis halten wird oder ob wir es mit einer Art zu tun haben, mit dimorphen (weißen und gelben) $$.
Die Curetis von Java, Sumatra und Borneo besitzen immer gelbe $$, Palawan hingegen hat eine weiße $ Form, die übrigen Philippinen beheimaten wieder nur gelbe $$.
Die Amboina-, Waigiu- und Neu-Guinea-Curetis haben weiße, jene von Halmaheira wiederum gelbe $$.
Die Verbreitung der Curetis-^'^ ist demnach eine sprung- weise, intermittierende und würde an sich für eine speci- fische Trennung der Arten plaidieren helfen. Auf der ma- layischen Halbinsel, den Salomonen und anscheinend auch auf Ceram kommen neben den weißen aber auch gelbe $$ vor, woraus wir allenfalls auf sexuellen Dimorphismus schließen dürfen.
Da sich aber die Arten der iw/ts- Gruppe ohne weiteres auf Grund der $ Färbung trennen lassen, glaube ich auch
Stett. eutomol. Zeit. 1908. 4'-^
52f.
bei der thetis- Gruppe, die so einfache und natürliche Auf- teilung in Arten mit. weißen und gelben $ vornehmen zu dürfen. Stellt sich dann wirklich heraus, daß die Rassen der insularisSene nur als intermittierende oder dimorphe Formen der alten thetis zu gelten haben, wird es sehr leicht sein, dieselben statt an insularis an thetis anzugliedern.
2. Curetis insularis Horsf. Vom Norden nach Süden gehend haben wir folgende Rassen :
a) insularis nesophila Felder 1862. Luzon.
Die Formen der übrigen von Semper genannten Inseln dürften vielfach eignen geographischen Formen angehören.
b) insularis camotina nom. nov.
Für C. tag. Semper, Schmett. Phil. 1889 p. 159
t. 31 f. 30 $. $. Ausgedehnter gelb gefleckt, als die übrigen bisher bekannten Philippinen-Curetis. Patria: Camotes-Inseln.
c) insularis obsolcta Felder. 1852. Mindanao.
d) insularis isahella Frühst. (B. E. Z. 1900 p. 28.)
«) forma izaheUa Trockenform. $. Klein mit schmalen gelben Discalflecken.
ß) forma hazilana Frühst. (1. c. t. 2 f. 3 .$.) Regenform $, mit dreimal so großen Gelbflecken. Patria: Bazilan.
e) insularis jolona nov. subspec.
(^. Hält in der Ausdehnung des schwarzen Costal- saumes die Mitte zwischen izahclla und bazilana, dieser ist noch wesentlich sclmiäler als bei celehensis Feld.
$. Die hell ockerfarbenen Discalflecken in der (heiße gleichfalls zwischen izahclla und hazilana, etwas größer als bei ncsopJiila Feld, und viel ausgedehnter als bei obsolcta Feld.
Stett. eutomol. Zeit. 1908.
53
Patria: Jolo, 2 3^^, 3 ??. Waterstradt leg. (Coli. Fruh- storfer.)
f) insularis jopa nov. subspec.
Schwarzer Distalsaimi aller Flügel schmäler als bei jolona m., insularis Horsf. und acsopus Distant.
?. Mit gleichmäßigen, ovalem gelbl. Discalfleck der Vorderflügel und einer fast dreieckigen, distal breiten, proximal spitzen Medianmakel der Hinterflügel, welche in der Größe die. Mitte hält, zwischen den Figuren von insularis Dist. und spcrthis Dist.
Patria: Süd-Borneo, c?? Coli. Fruhstorfer.
g) insularis minima Distant u. Pryer 1887. Sandakan. (= nesophila Druce, aesopus Druce, P. Z. S. 1895
P. 594-) h) insularis spcrthis Feld. 1865. Eine ungemein variable Lokalrasse, deren einzelne Zustandsformen Distant auf nicht weniger als 3 Arten
verteilte.
a) $ forma pseudoinsulai'is nova.
(= insularis Dist. nee Horsfield, t. 41 f. 7-) $. Mit dunkel ockergelben, sehr kleinem, stark ge- krümmten Discalfleck der Hinterflügel (?? mit ähnlich reduziertem Fleck kommen in Java nicht vor). Ö) $ forma spcrthis Distant. $. INIit größerem, mehr ovalen, rotgelben Fleck der Hinterflügel.
$ forma fcldcri Distant. $. Mit sehr großen heüockergelben Makeln auf allen
Flügeln.
^^. Wie sie Distant t. 41 f. 6 als insularis abbildet, besitze auch aus NO.- und West-Sumatra. Sie sind dunkler rot als Javanen mit reicher schwarz beschupptem Basal- , teil aller Flügel.
Patria: Malay. Halbinsel, Sumatra.
Stett, entomol. Zeit. 1908.
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i) insularis indosinica nov. subspec. Eine kleine relativ helle Rasse, (^ mit sehr breitem schwarzen Apicalsaum der Vorderflügel, sehr schmalem Distalbezug der Hinterflügel.
$. Ähnlich sperthis Distant $, Analsaum der Vorder- flügel jedoch schon vor der Flügelmitte ausmündend und deshalb proximal nicht breit, sondern spitz- verlaufend. Patria: Slam, Jan. Februar 1900 auf ca. 1000 Fuß Höhe, I ? Süd-Annam, Febr. 1899 H. Frühst, leg.) Chen- tabun (Druce.)
k) insularis nov. subspec. Hainan (Crowley.)
(Cur. sperthis Crowl. P. Z. S. 1900 p. 508.) 1) insularis hera Frühst.
(B. E. Z. 1900 p. 28 t. 2 f. 4. ^^). a) forma hcra Regenform. 8) forma niasica Frühst. Trockenform. Patria: Nias, 12 SS, 8 ??. (Coli. Fruhstorfer.)
m) insularis saronis Moore, 1871. Andamanen, S^-
(Coli. Fruhstorfer.) n) insularis insularis Horsfield. 1892. Eine distincte Inselform, mit gelblicher Unterseite, feinen und scharf abgesetzten Längsbinden. Bei geflogenen Exempl. erscheinen diese Binden stark verbreitert. (Ähn- lich Distants felderi Fig. 3 t. 24.)
a) forma insularis Regenform. Vorderflügellänge
20 — 21 mm. 8) forma eda Trockenform. Vorderflügellänge 15 — 16 mm. S- Analsaum der Hinterflügel manchmal bis zur Mitte hinaufziehend.
Die $9 beider Formen auch in der Färbung etwa an felderi Distant (Fig. 26) erinnernd, jedoch etwas weniger groß, der Discalfleck der Vorderflügel nur wenig schmäler, jener der Hinterflügel länger und stärker gekrümmt.
Stctt. entomol. Zeit. 1908.
B5
Patria: Ost- und West- Java, 14 S3. 6 ?9, Regenfovm, 2 <J(J, 3 ¥?. Trockenform. H. Fruhstorfer leg.; Bah. o) insularis baweana nov. subspec.
Größer, dunkler als die vorige, Discalfleck der Hmter- flügel gerade, spitzer, nicht gekrümmt und nur wen.g schmäler als bei sperthis Dist. ^ , , t \
Patria: Bawean, 2 ?9, ]nli-Sept. leg. (Coli. Fruhstorfer.)
p) insularis kiritana Dolierty.
(C. malayica var. kiritana Doh. J. A. S. Beng. 1891
P- 179-) Nach Doherty die dunkelste bekannte CurcUs.
Patria: Sumba, Sumbawa.
insularis cclebcnsis Feld. 1865. Eni ? von Patunuang, Januar 1896 gesammelt, mit nur wemg breiteren, dunkelockergelben Discalf lecken. ^ ohne
schwarzen Aderbezug.
Patria: S. Celebes, bis 3000 Fuß Höhe, Jan. März 1896
H. Fruhstorfer leg.
q) insularis venata nov. subspec. ^ Alle Flügel mit schwarzem Längsstrich am Zellapex, Adern' beider Flügelpaare bis zur Flügelmitte deutlich schwarz bereift, Merkmale, die sich bei keiner anderen Curetis wiederholen.
$. Hinterflügel ganz schwarz, Vorderflügel nur mit obsoletem gelblichen Medianstrich.
Patria: Nord-Celebes 2 ^3, i ?• ToU-Toli, Nov. Dez. 1895. H. Fruhstorfer leg.
r) iusulayis egcna Feld. 1862. Halmaheira. s) insularis solita Butler. Neu-Pommern. t) insularis schortlandica Ribbe. (Iris 1899 P- 248.) Shortlands-Inseln. II. Gruppe. Hinterflügel spitz ausgezogen oder gewinkelt.
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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3- Curetis bulis-Reihe.
Als ältester Name aus dieser Artenreihe ist Curetis bulis Doubl. -Hew. 1852 bekannt, um die sich die indischen Arten gruppieren lassen, während für die malayischen Formen Curetis sanatana Moore 1857 als nomenclatorischer Typus zu gelten hat.
Bulis läßt sich wie folgt aufteilen:
a) hulis bulis Doubl. -Hew.
forma discalis Moore. 1879 Regenform. Patria: Sikkim, Assam, 31 ^^. Coli. Fruhstorfer.
b) hulis dcntata Moore 1879. a) forma dentata Regenform.
ß) forma angulata Moore Trockenform.
Patria: NW.-Himalaya.
Sollten sich dentata-angulata nicht als Lokalformen halten lassen, sinken beide unter bulis als Trocken- und Intermediatf orm .
c) hulis Stigmata Moore. 1879. Birma, Tenasserim, Mergui. 2 ^(^. Coli. Fruhstorfer.
d) bulis fortunatus Frühst, nova subspec.
^(^. Differieren von hulis und Stigmata durch den schmäleren schwarzen Analsaum der Hinterflügel und den etwas breiteren Distalrand der Vorderflügel.
Patria: Tonkin, Than-Moi, 2 ^^^^ Juni- Juli, 1900, West- Siam, Kanburi April 1901. H. Fruhstorfer leg.
e) bulis subspec. Ichang, West-China (Leech).
f) bulis subspec. Hainan (Crowley).
4. Curetis acuta Moore 3. (= trujicaia Moore $.)
a) acuta acuta Moore. Shanghai (Type) West-China (2 SS- Coli. Fruhstorfer.)
b) acuta japonica nov. subspec.
Stett. ciitomol. Zeit. 1908.
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Habituell kleiner als Chinesisclie acuta. Vorder flügel mit ausgedehnterem, nieht schwarz überpudertem rot- braunem Discalfleck.
Hinterflügel rundlicher, die Basalfleckung fast bis in den Analwinkel ausgedehnt.
5. Blaugrauer Discalfleck der Vorderflügel breit oval, jener der Hinterflügel lang, schmal wurmf{)rmig, Spitze nach innen gebogen.
Patria: Japan, Hondo, 3 (^<^, 2 ??. H. Fruhstorfer leg.
c) acuta tsushimana nov. subspec.
Habituell kleiner als a und b, beide Flügelpaare fein geschwungen.
^. Rotbrauner Discus aller Flügel viel heller, leuch- tender als bei japonica, schmäler aber viel schärfer begrenzt.
$. Oberseite ganz schwarz, nur auf den Vorderflügeln kaum merkliche Rudimente eines blauen Anflugs.
Patria: Tsushima, Sept. -Okt. 1899 (^$. H. Frühst, leg.
d) acuta subspec. Hongkong (Walker).
5. Curetis sanatana Moore. a) sanatana tagalica Feld. 1865. Felder beging bei Beschreibung seiner tagalica zwei Fehler.
1. Vereinigte er damit ein $, das zur ijisulavis-Gxwp'^e gehört (schuf also eine Mischart.)
2. Ließ er tagalica außer in Luzon noch in ^lacassar vorkommen. (Vermengung zweier Subspecies.)
Kirby stellt tagalica und sanatana aus Versehen zu thetis, anstatt zu bulis, und umgekehrt sperthis Feld, zu bulis, während sie nach seiner Einteilung zu tJictis gestellt werden müßte.
Semper übersah, auf den spitzen Schnitt der Hinter- flügel von tagalica zu achten, und hatte deshalb Schwierig- keiten ,,die philipp. Arten bestimmter zu placieren." Jeden-
Stctt. entomol. Zeit. 1908.
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falls war Hewitson auf dem rechten Wege, als er tagalica in die 6M7zs-Gruppe brachte.
b) sanatana tagalina nov. subspec.
Vermittelt den Übergang von tagalica zu malayica Feld, und differiert von ersterer durch das Fehlen des schwarzen Analsaumes der Vorderflügel (Anklang an typische sanatana Moore) und von tagalica durch den breiteren schwar- zen Distalrand aller Flügel.
Patria: Nord-Borneo, 2 c^c^. Coli. Fruhstorfer.
c) sanatana malayica Feld, 1865. (() forma malayica.
ß) forma honesta nova.
Neben Exemplaren ohne breiten schwarzen Basalstrich der Hinterflügel-Oberseite, wie sie Felder und Distant ab- bilden, kommen in Sumatra und S. Borneo auch solche mit wie bei bidis deutlich ausgeprägtem Basalfleck vor {forma honesta m.), eine Erscheinung, die Hand in Hand geht mit einer starken Verbreiterung des Distalsaumes der Hinter- flügel.
Patria: Mergui Archipel, Malay. Halbinsel, S. Borneo, Sumatra, 5 ^(^. Coli. Fruhstorfer.
d) sanatana sanatana Moore.
(Cand. phaedrus Hübner 1823; Anops phaedrus
Boisd. 1863.)
Typische sanatana, wie sie Boisduval abbildet (dessen
Figur Moore benannte), scheinen auf Java außerordentlich
selten zu sein, denn mir begegneten nur 3 im Laufe von
ebenso viel Jahren.
Von sanatana lassen sich auf Java selbst 3 Haupt- formen absondern.
A. Hinterflügel ohne schwarzen Basalstrich. a) sanatana. Sehr groß, Distalsaum aller Flügel schmal schwarz. West-javanische Regenform. 4 (^cJ, i $.
Stett. cntomol. Zeit. 1908.
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B. Hinterflügel mit Basalstrich. 8) forum semilimbata nova. (Intermediatform.) Hinterflügel mit schwarzem, relativ schmalem Distal- saum der Hinterflügel. 14<SS- Ost- und West-Java. y) forma latipicta nova. (Trockenzeitform.) Hinterflügel mit analwärts breit ausfließendem Distal- saum. ? ca. 34—36 mm Spannweite. Die dominierende Form in Ost-Java, die vielleicht Subspeciesrang verdient. 30 Jc^, 4 ??. H. Fruhstorfer. leg
Das ? von sanatana differiert von insularis $ durch die etwas spitzeren Hintcrflügel und dadurch, daß die größeren, rundlicheren, hellockergelben Discalmakeln der Hinterflügel bereits sehr breit am Costalrand beginnen. Patria: Ost- und West- Java, Bah( ?)
e) sanatana ge Frühst. Nias, 3 c^c^. Coli. Fruhstorfer. (Cur. mal. ge Frühst. B. E. Z. 1900 p. 28.)
Nene central- nnd südafrikanische Apionen.
Beschrieben vnn Hans Wagner, Züricli, (Eingelaufen am 5. IX. 1907.)
Durch die Liebenswürdigkeit der Herren: F. Hart- mann-Fahrnau, Prof. Dr. K. M. Heller-Dresden, G. Severin- Brüssel und Prof. Dr. Y. Sjöstedt-Stockholm, ist es mir möglich gewesen, mit Ausnahme weniger Arten*) sämt- liche, bis jetzt beschriebene Apionen Zentral- und Südafrikas,
^W)i^ beiden Gerstäclver-sclien Typen des Ap. galUnula und nasua, im Berliner kgl. zool. Musenm, eind nicht erhältlic.i und nach den ganz unvollkommenen Diagnosen im Wiegmanschen Archiv, undenlbar. - Die Typen von Äp. crassirostre, piUfcnim und ruhiruHdum (-ylli. sind verloren gegangen.
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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an den Typen studieren zu können und die weitere freund- liche Unterstützung der oben und nachfolgend genannten Herren durch unbearbeitetes Material, hat mich in die Lage versetzt, im Nachstehenden eine Serie neuer Arten beschreiben zu können. Es ist jedoch gewiß, daß damit des ,, seh Warzen Erdteils" Artenreichtum dieser ir^teressanten (iattung noch lange nicht erschöpft ist und daß weitere, intensive Durchforschungen dieses Kontinents noch eine ungeahnt große Ernte an Novas dieser Gattung erhoffen lassen, obgleich die Gattung Piczotrachclus im äthiopischen Faunengebiete einen nicht unbedeutenden Prozentsatz der Apioniden darstellt. — Dank der Liebenswürdigkeit der bereits genannten Herren, wird es mir bald möglich sein, auch in diese, sehr schwierige Gattung ein wenig Klarheit zu bringen. Meine Absicht ist es, nach vollendetem Stu- dium alles mir zugänglich gewesenen, zentral- und süd- afrikanischen Apionidenmaterials, eine monographische Be- arbeitung desselben zu bringen und für diese seien auch die bereits gewonnenen synonymischen Resultate meines Typenstudiums gespart. — Die nachstehenden Beschrei- bungen sind zum Teil etwas länger ausgefallen, als es mir selbst lieb gewesen wäre; allein die Umstände, daß mir einerseits von den meisten Species nur wenige (i — 2) Exemplare vorlagen und ich daher die Variationsbreite der einzelnen Formen nicht studieren konnte, andrerseits aber einzelne Artenkomplexe und Subgenera (so z. B. Conapioii) ungemein nahestehende Arten einschließen, zwangen mich, die Beschreibungen möglichst ausführlich und genau ab- zufassen. In meiner bereits erwähnten monographischen Bearbeitung hoffe ich, infolge weiterem Studiums, dem gesamten Stoff eine kürzere und prägnantere Form geben zu können.
Nun sei mir noch ein Wort des Dankes an alle jene Herren gestattet, die mein Studium jederzeit so liebens-
Stctt. cutomol. Zeit. 1908.
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würdig unterstützten; es gilt außer den eingangs erwähnten noch den Herren: L. Ganglbauer, Dir. d. zool. Abt. am k. k. naturh. Hofmuseum Wien, L. Beguin-Billcocq-Paris, Dr. Gestro-Genua, P. Pape-Friedenau-Berhn, Kustos S. Schenkhng-BerHn, Dr. H. Schonteder-Brüssel, A. und F. Solari-Genua und Dr. Staudinger und Bang-Haas-Dresden.
I. Apion Ganglbaueri nov. spec.
Aus der Verwandtschaft des Apion consimüc m., diesem auch nahe stehend; abgesehen von der dunkleren Färbung, durch den, in beiden Geschlechtern kürzeren, nach vorne nicht verjüngten Rüssel und den breiteren Halsschild sehr leicht zu trennen und ausgezeichnet.
Körper dunkelbraun mit einem Stich ins rötliche, die Fühler und Beine blaß bräunlichgelb, der Rüssel rötlich gelbbraun, beim (^ in der apikalen Hälfte blaßgelb; die Fühler gegen die Spitze, die Naht der Flügeldecken und das Schildchen, die Knie und die Tarsen etwas angedunkelt, die Klauen pechschwarz; der ganze Körper mit feinen, ziemlich langen, weißlichen Härchen mäßig dicht bekleidet. — Kopf mit den großen, ziemlich stark gewölbten, mäßig vorstehenden Augen etwas breiter als lang; fein und spär- lich punktiert, wie die ebene, nahezu unpunktierte Stirne dicht chagriniert, matt. Rüssel beim ^ so lang wie das Halsschild, beim $ wenig länger, verhältnismäßig kräftig, mäßig gebogen, nahezu zylindrisch, nur an der Fühler- insertion sehr schwach angeschwollen; ziemlich stark und dicht, gegen die Spitze beim ,^ merklich spärlicher punk- tiert; beim (j* in der basalen Hälfte ziemlich dicht, beim $ spärlicher behaart, im (irunde chagriniert, matt, in der apikalen Hälfte glatt und glänzend. Fühler sehr nalie der Basis, beim (^ etwa um den '/.;, beim 9 "ni c^^''^ '2 Längs- durchmesser der Augen vor diesen eingefügt, beim o etwas kürzer. Schaft beim ^ etwa 1^2- beim $ doppelt so lang
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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als das erste Geißelglied, dieses in beiden Geschlechtern wenig länger als breit, doppelt so breit als die folgenden, das zweite Glied kaum länger als breit, die folgenden all- mählig kürzer werdend, das letzte schwach quer; die ei- förmig zugespitzte Keule deutlich abgesetzt.
Halsschild so lang, oder kaum länger als an der Basis breit, nach vorn schwach verengt, am Vorderrande etwas stärker als am Hinterrande eingezogen, die Seiten sanft gerundet, die Hinterecken spitzwinkelig nach außen tretend, die Basis schwach zweibuchtig ; mit feinen flachen Punkten spärlich besetzt, im Grunde chagriniert, vor dem Schildchen mit einem undeutlichen Strichelchen.
Flügeldecken eiförmig, an der Basis reichlich breiter als das Halsschild, an den Seiten -sanft gerundet, etwa in der Mitte am breitesten, seitlich gesehen schwach gewölbt; kettenförmig punktiert-gestreift, die fein gerunzelten Zwischenräume kaum breiter als die Punktstreifen. Schulter- beulen deutlich entwickelt, das ziemlich kleine Schildchen an der Basis mit einem grübchenförmigen Punkt.
Beine mäßig schlank; erstes Tarsenglied etwas länger als das zweite, dieses wenig länger als breit; die feinen Klauen undeutlich gezähnt. Beim (^ sind die Hinterschienen an der apikalen Innenecke in ein feines, einwärts-gekrümmtes Dörnchen verlängert.
Long. (exkl. Rüssel): 1,7 — 1,9 mm.
2 Exemplare (^$) aus D.-O. -Afrika: Morogoro (Nachlaß Schmidt) aus der Sammlung des K. K. Naturh. Hofmuseum zu Wien, zur Beschreibung vorgelegen.
Es ist mir eine Ehre und Freude, diese interessante Art meinem hochverehrten Lehrer und Meister Herrn L. Ganglbauer, Direktor der Zoologischen Abteilung des obigen Museums, dedicieren zu können.
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2. Äpion fuscum nov. spec.
Mit Apion considerandum Fahr, sehr nahe verwandt, durch den viel schlankeren, dünneren Rüssel, das feiner und spärlicher punktierte Halsschild und die weniger grob punktiert-gestreiften Flügeldecken leicht zu trennen.
Körper pechschwarz, wenig glänzend mit weißen Härchen wenig dicht besetzt.
Kopf mit den stark gewölbten, vortretenden Augen breiter als lang, auf der Unterseite unter dem hinteren Augenrand mit einer, im Profil, als stumpfes Höckerchen erscheinenden Querleiste; ziemlich stark punktiert, die ebene Stirne mit drei mehr oder minder tief punktierten Längsstricheln, im Grunde sehr fein chagriniert. Rüssel beim (J wenig kürzer, beim $ etwas länger als Kopf und Halsschild zusammen; nahezu zylindrisch, an der Fühler- insertion sehr schwach verdickt, bis nahe zur Spitze fein — beim ,^ dichter als beim ? — punktuliert, beim (^ in beiden basalen Dritteln im Grunde sehr fein chagriniert, matt, an der Spitze glatt und glänzend, beim $ nur die Basis fein chagriniert und wenig glänzend, im übrigen Teile glatt und stark glänzend. Fühler sehr nahe der Basis, kaum um den Längsdurchmesser der Augen vor diesen eingefügt, ziemlich lang und schlank ; Schaft i ^ mal so lang als das erste Geißelglied, dieses doppelt so lang als breit, breiter als die folgenden, zweites Geißelglied doppelt so lang als breit, drittes Glied noch länger als breit, die folgenden Glieder an Länge abnehmend, das letzte rundlich; die spindelförmige Keule schwach abgesetzt.
Halsschild so lang als an der Basis breit, an den Seiten stark gerundet, wenig hinter der Mitte am breitesten, von da nach vorn ziemlich stark verengt, am Vorderrande stark, am Hinterrande etwas schwächer eingezogen, die Hinter- ecken spitzwinkelig nach außen tretend, die Basis zwei- buchtig; seitlich gesehen ziemlich stark gewölbt, der Vorder-
Stett. entomol. Zeit. 1908,
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rand schwach aufgebogen, mäßig stark und -ziemlich dicht punktiert; die fein chagrinierten Zwischenräume so breit als die Punkte, vor dem Schildchen mit einem flachen Längs- grübchen.
Flügeldecken kurz-eiförmig, etwas hinter der Mitte am breitesten, an der Basis reichlich breiter als das Halsschild, stark kettenförmig punktiert-gestreift, die flachgewölbten Zwischenräume etwas breiter als die Punktstreifen, fein runzelig chagriniert. Schulterbeulen ziemlich kräftig ent- wickelt. Das länglich-dreieckige Schildchen an der Basis mit einem grübchenförmigen Punkt. Seiten der Brust und das Abdomen ziemlich stark und wenig dicht punktiert.
Beine mäßig schlank, erstes Tarsenglied wenig länger als das zweite, dieses wenig länger als breit ; beim ^^ die vier Hinterschienen an der apikalen Innenecke in einen feinen Dorn ausgezogen.
Long. (exkl. Rüssel): i,6 — 1,8 mm.
3 Exemplare (i (^, 2 ?$) aus D.-O. -Afrika, Amani (Eichel- baum 1903), von Herrn F. Hartmann zur Beschreibung vorgelegt.
Das männliche Exemplar ist in den Flügeldecken etwas schmäler, die Vorderschenkel sind gegen den Außenrand rötlichgelb, ebenso die Vorderschienen in der proximalen Hälfte; ob dies ein Sexualcharakter ist oder ob die Bein- färbung derselben Variabilität wie bei Apion considcrandum unterliegt, kann ich wegen Materialmangel momentan nicht erklären.
3. Apion conicoUe nov. spec. Der vorigen Art sehr nahe stehend, abgesehen von der Beinfärbung, durch den im männlichen Geschlecht etwas robusteren Rüssel, dessen äußerste Spitze rötlichbraun und durch den, an den Seiten fast geradlinig verengten Halsschild leicht zu unterscheiden.
Stett. entomol. Zeit. ]!)08.
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Körper pechschwarz, die Wurzel der Fühler, die Coxen, Trochanteren, Schenkel und Schienen ockergelb, die Knie und Tarsen pechbraun, beim (^ die äußerste Rüsselspitze rötlichbraun; bisweilen sind die Schenkel und Schienen dunkel kastanienbraun; der ganze Körper mit feinen weiß- lichen Härchen spärhch besetzt, die Seiten der Vorder-, Mittel- und Hinterbrust und das Abdomen dicht weiß be- schuppt, der untere Augenrand lang weiß bewimpert.
Kopf mit den stark gewölbten, vorstehenden Augen wenig breiter als lang, ziemlich stark und dicht punktiert; der Scheitel glatt und glänzend, die ebene Stirn ziemlich fein gestrichelt, im Grunde sehr fein chagriniert. Rüssel beim (^ etwas kürzer, beim $ etwas länger als Kopf und Halsschild zusammen, kaum gebogen; in beiden Geschlech- tern an der Fühlerinsertion etwas verdickt, nach vorn sehr schwach verjüngt; beim (^ bis zur rötlichbrauen Spitze fein behaart, im Grunde chagriniert; beim $ nur an den Seiten spärlich punktuliert, kahl, glatt und glänzend. Fühler ziemlich kurz und kräftig, sehr nahe der Basis eingefügt. Schaft I i/i mal so lang als das erste Geißelglied ; dieses beim o wenig länger als breit, beim $ if^ mal so lang als breit; beim 3* die folgenden Glieder rundlich, das letzte schwach quer, beim $ das zweite Glied noch deutlich länger als breit, die folgenden allmählig kürzer werdend ; die eiför- mig-zugespitzte Keule deutlich abgesetzt. — Halsschild wenig länger als breit, nach vorn fast geradlinig verengt, am Vorderrande nur sehr schwach eingezogen, die Hinter- ecken in ihrer Anlage schwach spitzwinklig, Basis zwei- buchtig; sehr fein und sehr spärlich punktiert, im Grunde chagriniert, ohne Basalstrichelchen.
Flügeldecken kurz-eiförmig, an der Basis reichlich breiter als das Halsschild, beim (^ an den Seiten etwas schwä- cher als beim $ gerundet, etwas hinter der Mitte am breitesten, tief kettenförmig punktiert-gestreift. Die Zwischenräume
Slett. eutomol. Zeit. laoö. 5
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wenig breiter als die Punktstreifen, fein gerunzelt. Schulter- beulen deutlich entwickelt, das dreieckige Schildchen ge- furcht.
Beine ziemlich kräftig; erstes Tarsenglied wenig länger als das zweite, dieses so lang als breit; Klauen deutlich gezähnt. Beim (^ die vier hinteren Schienen an der apikalen Innenecke in einen scharfen Dorn verlängert.
Long. (exkl. Rüssel): i,6 — 1,8 mm.
3 Exemplare (2 c^^^, i $) aus D.-O. -Afrika, Amani (Eichelbaum 1903), von Herrn F. Hartmann zur Beschreibung mitgeteilt.
4. Apion spadiceum nov. spec.
Dem Apion russeolmn Gyllh. nahe stehend, durch das viel feiner punktierte, seitlich schwächer gerundete Hals- schild, die beim (^ in einen Dorn verlängerten vier hinteren Schienen und durch die dunklere Färbung leicht zu unter- scheiden.
In der Färbung variabel; Körper rot oder pechbraun, das Halsschild und die Flügeldecken heller oder dunkler kastanienbraun, der erstere auf der Scheibe mehr oder minder angedunkelt, Kopf, Rüssel un4 die Fühler gegen die Spitze meist dunkel kastanienbraun, das Schildchen und die Naht der Flügeldecken, der Basalrand des Hals- schildes und das Klauenglied schwärzlich; der ganze Körper mit weißlichen Härchen, die sehr leicht abgerieben werden, ziemlich dicht besetzt. — Kopf mit den ziemlich großen, mäßig gewölbten und kaum vortretenden Augen reichlich breiter als lang, ziemlich stark und dicht punktiert; die etwas längsgewölbte Stirn mit zwei, durch einen Mittelkiel getrennten und von zwei Längsfältchen begrenzten Furchen, in diesen punktiert. Rüssel ziemlich kräftig, beim c? wenig länger als das Halsschild, beim $ wenig länger als Kopf und Halsschild zusammen, fast zylindrisch, beim (^ bis-
Stctt. cntomol. Zeit. 1908.
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weilen an der Fühlerinsertion deutlich stumpfwinklig ver- dickt, in beiden Geschlechtern nur wenig gebogen, beim ö* mehr oder weniger stark und dicht punktiert, beim $ spär- licher und feiner, meist nur an den Seiten punktiert, im Grunde glatt und glänzend. Fühler sehr nahe der Basis des Rüssels, beim ^ kaum um den Querdurchmesser, beim 2 um den Längsdurchmesser der Augen vor diesen einge- fügt; beim (^ etwas kürzer als beim $; Schaft bei letzterem doppelt so lang, beim c? etwa 114 i'n^^l so lang als das erste Geißelglied, dieses beim cJ ^V2> beim $ 2 mal so lang als breit, breiter als die folgenden Glieder; zweites Glied merk- lich länger als breit, die folgenden allmählig kürzer werdend, das letzte quer; die eiförmig-zugespitzte Keule deutlich abgesetzt. — Halsschild etwas kürzer als an der Basis breit, nach vorn schwach verengt, an den Seiten sehr sanft ge- rundet, am Vorder- und Hinterrande kaum eingezogen, die Hinterecken schwach spitzwinklig nach außen tretend, die Basis schwach zweibuchtig; mit mäßig groben, flachen Punkten mehr oder minder dicht besetzt, die Zwischen- räume chagriniert, vor der Basis mit einem bisweilen un- deutlichen Strichelchen.
Flügeldecken ziemlich kurz gedrungen, etwa lYo mal so lang als breit, an der Basis breiter als das Halsschild, an den Seiten sanft gerundet erweitert, hinter der Mitte am breitesten, hinten stumpf zugerundet; tief kettenförmig punktiert-gestreift, die gewölbten Zwischenräume wenig breiter als die Punktstreifen, sehr fein gerunzelt. Schulter- beulen deutlich entwickelt, das Schildchen länglich-dreieckig an der Basis mit zwei kleinen Höckerchen.
Beine ziemlich kurz, erstes Tarsenglied nur wenig länger als das zweite, dieses kaum länger als breit; Klauen fein, undeutlich gezähnt. Beim (^ sind die vier hinteren Tibien an der apikalen Inneneckc in einen scharfen Dorn ausgezogen.
Long. (exkl. Rüssel): 1,3 — 1,6 mm.
Stett. entomol. Zeit. 1908. 5*
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Mir lagen 6 Exemplare, i (^, 2 9- ^.iis dem Kapland: Dimbrody (coli. Hartmann) und 2 (^(^, 1 $ aus Eurythrea: Adi-Ugri und Keren (Mancini, coli. Solari) zur Beschrei- bung vor.
Die Exemplare aus Eurythrea differieren von den kapländischen Exemplaren nur durch die wenig dichtere Punktierung des Halsschildes und die dunklere Färbung.
Apion sanguinipes nov. spec.
In der Körperform dem Apion tanganum Hrtm. sehr ähnlich, durch die dichte, schuppenförmige, gelblichweiße Behaarung, die den Untergrund schwer er- kennen läßt, und das seitlich weniger gerundete Halsschild leicht zu trennen.
Körper schwarz, nur die Schenkel und Schienen hell- rot, der Fühlerschaft rötlich gelb; der ganze Käfer mit gelblich weißen, schuppenförmigen Härchen dicht besetzt.
Kopf mit den flachen Augen so lang als breit, ziemlich grob und dicht punktiert, die ebene Stirn mit einer deut- lichen Mittelfurche. Rüssel kräftig gebaut, beim ^ (?) kaum so lang als das Halsschild, zylindrisch, kaum ge- bogen; ziemlich kräftig und dicht punktiert, bis zur Spitze behaart. Fühler kurz, nahe der Basis — etwa um den 14 Durchmesser der Augen vor diesen — eingefügt; Schaft so lang als die zwei ersten Geißelglieder zusammen; erstes Geißelglied wenig länger als breit, die folgenden Glieder rundlich, dicht aneinander gefügt; die verhältnismäßig große, kurz-eiförmige Keule scharf abgesetzt. — Hals- schild etwas länger als breit, nach vorn schwach und fast geradlinig verengt, hinter dem Vorderrande nur sehr schwach eingezogen, mit flachen, ziemlich groben Punkten dicht besetzt, vor dem Schildchen mit einem, etwa bis zur Mitte reichenden, unbeschuppten Strichclchen.
Flügeldecken ziemlich gedrungen, an der Basis breiter als das Halsschild, an den Seiten bis etwas hinter die Mitte
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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nahezu parallel, hinten stumpf-eiförmig zugerundet, punk- tiert-gestreift; die Zwischenräume etwas breiter als die Punktstreifen, mit zwei Reihen, die Schüppchen tragenden Punkten. Das sehr kleine, rundliche Schildchen schwach gefurcht.
Beine ziemlich kurz und plump, Schenkel und Schienen dicht beschuppt, die vier hinteren Schienen an der apikalen Außenecke mit dunkleren Haarbüscheln versehen. Erstes Tarsenglied etwas länger als das zweite, dieses so lang als breit; die feinen Klauen deutlich gezähnt.
Long. "(exkl. Rüssel): i,6 — 1,9 mm.
2 Exemplare, die ich für (^(^ halte, von folgenden Lo- kalitäten: Eurythrea; Agordat, L 1906 (D. Figini) und Brit.-O.-Afrika; Lago Basso-Narok (Rudolfsee) IX. 1896 (Potego) Mus. Civ. Genova.
Ein Exemplar aus Abyssinien (Raffray, Coli. Beguin- Billecocq) unterscheidet sich von obiger Art nur durch seit- lich etwas stärker gerundete Flügeldecken und ganz schwarze Beine. — nov. var. atripes m.
6. Apion Solarii nov. spec.
Dem Apion consors Desbr. in der Körperform ähnlich, das Halsschild ist jedoch nach vorn stärker verengt, der Rüssel ist kräftiger.
Körper schwarz, mit weißlichen Schuppenhärchen ziem- lich dicht bekleidet.
Kopf mit den großen, kaum vorstehenden Augen fast doppelt so breit als lang, der Scheitel sehr kurz, ziemlich stark und dicht punktiert ; die ebene Stirn infolge der dichten Behaarung undeutlich erkennbar gestrichelt. Rüssel ziemlich kräftig gebaut, beim S f^^^t so lang als Kopf und Halsschild zusammen, ziemlich stark gebogen, beim ? etwas schwächer gebogen, wenig länger als Kopf und Halsschild zusammen. In beiden Geschlechtern nahezu zylindrisch, nur an der
Ötctt. cutomol. Zeit. 1908.
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Fülilerinsertion schwacli verdickt; ziemlich stark und dicht und etwas runzhg punktiert, nur gegen die Spitze etwas schwächer punktiert, daselbst im Grunde glatt und glänzend. Fühler um den Längsdurchmesser der Augen vor diesen eingefügt, ziemlich schlank; Schaft beim $ so lang als die zwei ersten Geißelglieder zusammen. Erstes Geißelglied doppeit so lang als breit, etwas stärker als die folgenden Glieder; beim (^ der Schaft und das erste Geißelglied etwas kürzer. (^$: zweites Geißelglied reichlich so lang als breit, die folgenden allmählig kürzer werdend, das letzte schwach quer. Die eiförmig zugespitzte Keule deutlich abgesetzt.
Halsschild wenig kürzer als an der Basis breit, nach vorn ziemlich stark konisch verengt, an den Seiten sanft und gleichmäßig gerundet, am Vorder- und Hinterränd schwach eingezogen, die Hinterecken scharf spitzwinklig nach außen tretend, die Basis zweibuchtig, ziemlich grob und dicht punktiert, vor dem Schildchen mit einem kurzen Strichelchen.
Flügeldecken etwa 1-/3 mal so lang als breit, an der Basis wenig breiter als das Halsschild, an den Seiten bis hinter die Mitte nur sehr sanft gerundet, fast parallel, hinten eiförmig zugespitzt, kettenartig punktiert-gestreift ; die ebenen Zwischenräume kaum breiter als die Punktstreifen, mit zwei Reihen anliegender Schuppenhärchen, die sich an der Basis des dritten Zwischenraumes verdichten. Schulter- beulen kräftig entwickelt, das ziemlich kleine, rundliche Schildchen gefurcht. Seiten der Brust und die zwei ersten Abdominalsternite ziemlich grob und dicht punktiert, die letzten Abdominalsternite sehr fein chagriniert.
Beine ziemlich kräftig; erstes Tarsenglied nur w^enig länger als das zweite, dieses so lang als breit; die feinen Klauen deutlich gezähnt.
Long. (exkl. Rüssel): 1,8 mm.
Stett. cutomol. Zeit. 1908.
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3 Exemplare (i ^, 2 $?) aus Eurythrea: Gliinda-Saati, Adi-Ugri und Agordat von Herrn F. Solari zur Beschreibung mitgeteilt und diesem herzlichst zugeeignet.
7. Apion (Catapion) subelongatum nov. spec Dem Apion dongatum Grm. nahestehend, von dem- selben im weiblichen Geschlecht durch den längeren Rüssel, dem längeren, nach vorn weniger verengten Halsschild und die seitlich etwas stärker gerundeten Flügeldecken und die feinere, gelblichweiße Behaarung verschieden.
Körper pechschwarz, die Fühler bräunlichgelb, der ganze Körper mit feinen, gelblich weißen Härchen mäßig dicht besetzt. Kopf mit den großen, mäßig vortretenden Augen kaum so lang als breit, durch eine schwache Ein- sattelung vom glänzend-glatten Scheitel getrennt, ziemlich fein und spärlich punktiert, die ebene Stirn gestrichelt. Rüssel beim ? i ^/^ mal so lang als Kopf und Halsschild zusammen, schwach gebogen, an der Fühlerinsertion sehr schwach angeschwollen, gegen die Spitze erst unmerklich eingeengt, dann wieder verbreitert, fein und spärlich punk- tiert ; bis etwas über die Mitte im Grunde sehr fein chagriniert, matt, gegen die Spitze glatt und glänzend. Fühler etwa im basalen Viertel eingefügt, lang und schlank. Schaft so lang als die drei ersten Geißelglieder zusammen, an der Spitze verdickt. Erstes und zweites Geißelglied von gleicher Länge, das erste stärker als das zweite, oval, doppelt so lang als breit, das zweite verkehrt kegelförmig, das dritte noch merklich länger als breit, die folgenden allmählig kürzer werdend, das letzte so lang als breit. Die schwach abgesetzte Keule spindelförmig.
Halsschild etwas länger als breit, an den Seiten mäßig stark gerundet, etwas hinter der Mitte am breitesten, nach vorn etwas stärker als nach rückwärts verengt, am Vorder- rande ziemlich stark, am Hinterrande schwach eingezogen.
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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Die Hinterecken nahezu rechtwinklig, die Basis zweibuchtig, seithch gesehen schwach gewölbt, mäßig stark und wenig dicht punktiert; die fein chagrinierten Zwischenräume so groß als die Punkte; vor dem Schildchen mit einem kurzen Grübchen, das sich gegen die Mitte als feine Linie fortsetzt.
Flügeldecken doppelt so lang als breit, an der Basis reichlich breiter als das Halsschild, an den Seiten sanft gerundet, hinter der Mitte am breitesten, hinten eiförmig zugespitzt, seitlich gesehen flach gewölbt, kettenförmig punktiert-gestreift; die ebenen Zwischenräume kaum breiter als die Punktstreifen mit einer regelmäßigen Reihe Härchen tragender Punkte. Schulterbeulen deutlich entwickelt, das dreieckige Schildchen gefurcht.
Beine ziemlich lang und schlank, erstes Tarsenglted etwas länger als das zweite, dieses etwas länger als breit.
Long. (exkl. Rüssel) : 2,3 mm.
I Exemplar (?) aus D.-O.-Afrika: Amani (Eichel- baum 1903) von Herrn F. Hartmann freundlichst zur Be- schreibung mitgeteilt.
8. Apion Beguini nov. spec.
In der Körperform dem Apion tcnehricoswn Est. sehr ähnlich, durch den im weiblichen Geschlecht auffallend langen Rüssel, durch die Stirnskulptur und die stärker kettenförmig punktiert-gestreiften Flügeldecken genügend unterschieden und leicht zu trennen.
Körper bräunlichschwarz, mit Ausnahme des Rüssels wenig glänzend, mit feinen, weißlichen Härchen spärlich besetzt, der untere Augenrand dicht weiß bewimpert.
Kopf mit den mäßig gewölbten, nicht vortretenden Augen viel breiter als lang, nach vorn schwach verengt, nur hinter den Augen mäßig grob punktiert; die ebene Stirn mit zwei wenig tiefen, aus groben Punkten gebildeten
Stctt. entomol. Zeit. 1908.
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Furchen, im Grunde mikroskopisch fein chagriniert; der Scheitel gkitt und glänzend. Rüssel beim $ etwa i^mal so lang als Kopf und Halsschild zusammen, zylindrisch, mäßig gebogen, seitlich gesehen durch eine flache Ein- sattelung von der Stirn getrennt; bis zur Spitze ziemlich stark und dicht punktiert, im Grunde glatt und glänzend. Die langen, schlanken Fühler im basalen i/i des Rüssels eingefügt; Schaft fast so lang als die drei ersten Geißel- glieder zusammen, an der Wurzel bräunlich. Erstes Geißel- glied 2 1^2 mal so lang als breit, stärker als die folgenden, zweites Glied reichlich doppelt so lang als breit, drittes doppelt so lang als breit, die folgenden Glieder noch merklich länger als breit, die spindelförmige Keule nicht abgesetzt.
Halsschild wenig kürzer als an der Basis breit, nach vorn mäßig stark verengt, an den Seiten sanft gerundet, am Vorderrande deuthch, am Hinterrande undeutlich ein- gezogen, die Hinterecken in ihrer Anlage nahezu recht- winklig, die Basis zweibuchtig, ziemlich stark und dicht punktiert; die Zwischenräume äußerst fein chagriniert, vor dem Schildchen mit einem deutlichen Längsgrübchen, das bisweilen als feine Linie bis über die Mitte fortgesetzt ist; der Vorderrand kurz bewimpert.
Flügeldecken kurz-eiförmig, mäßig stark gewölbt; an der Basis reichlich breiter als das Halsschild, seitlich sanft gerundet erweitert, etwas hinter der Mitte am breitesten, hinten eiförmig zugerundet, stark und tief kettenartig punktiert-gestreift; die schwach gewölbten Zwischenräume kaum breiter als die Punktstreifen, mit einer Reihe härchen- tragender Pünktchen. Schulterbeulen deutlich entwickelt, das länglich-dreieckige Schildchen doppelt so lang als an der mit zwei stumpfen Höckerchen bewehrten Basis breit. Die Seiten der Brust und die zwei ersten Abdominalseg- mente ziemlich stark und dicht punktiert, mit etwas schuppen- förmigen, weißen Härchen ziemlich dicht besetzt.
Stett. eutouiol. Zeit. 1908.
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Beine ziemlich lang nnd kräftig; erstes Tarsenglied etwa I '2 nial so lang als das zweite, dieses wenig länger als breit; Klauen scharf gezähnt.
Long. (exkl. Rüssel) : 2,3 — 2,5 mm.
3 Exemplare ($$) ans Abyssinien (Raffray) von den Herren Beguin-Billecocq und F. Solari zur Beschreibung freundlichst mitgeteilt und crsterem herzlichst zugeeignet.
q. Apion fortirostre nov. spec
Dem Apion africaiiiDii Gyllh. sehr nahe stehend, durch das kürzere, nach vorn etwas stärker verengte, feiner punktierte Halsschild, den im männlichen Geschlecht längeren und etwas schwächeren Rüssel und die wenig kürzeren Flügeldecken leicht zu trennen. -
Körper bräunlichschwarz, wenig glänzend, mit feinen, gelblich weißen Härchen spärlich besetzt.
Kopf mit den starkgewölbten vortretenden Augen etwas breiter als lang, ziemlich stark und dicht punktiert; die ebene Stirn gestrichelt. Rüssel beim <^ so lang als Kopf und Halsschild zusammen, kräftig gebaut, sehr schwach gebogen, an der Fühlerinsertion ziemlich stark stumpfwinklig erweitert; bis zur Spitze ziemlich stark und dicht punktiert, im Grunde sehr fein chagriniert, matt, oberhalb der Fühler- insertion mit einem kleinen Grübchen. Fühler im basalen Drittel des Rüssels eingefügt, ziemlich kurz und kräftig; Schaft so lang als die zwei ersten Geißelglieder zusammen. Erstes Geißelglied 1 14 mal so lang als breit, breiter als die folgenden; zweites Glied merklich länger als breit, die folgenden allmählig kürzer werdend, das letzte schwach quer; die eiförmig-zugespitzte Keule deutlich abgesetzt.
Halsschild wenig kürzer als an der Basis breit, nach vorn ziemlich stark verengt, am Vorderrande stärker als am Hinterrande eingezogen, an den Seiten sanft gerundet, die Hinterecken spitzwinklig nach außen tretend, die Basis
Stctt. entomol. Zeit. 1908.
75
zweibuchtig; mit mäßig staikcii, flachen Punkten ziemlich dicht besetzt, im Grnnde chagriniert, vor dem Schildchen mit einem, bis etwas über die Mitte reichenden Strichelchen. • Flügeldecken etwa i^/.-; mal so lang als breit, an der Basis reichlich breiter als das Halsschild, an den Seiten schwach gerundet, wenig hinter der Mitte am breitesten, seitlich gesehen mäßig gewölbt, stark kettenförmig punktiert- gestreift; die ebenen Zwischenräume wenig breiter als die Pnnktstreifen, sehr fein gerunzelt. Schulterbeulen deutlich entwickelt, das dreieckige Schildchen gefurcht.
Beine ziemlich schlank; erstes Tarsenglied wenig länger als das zweite, dieses etwas länger als breit ; die feinen Klauen schwach gezähnt. Beim (^ die vier hinteren Schienen an der apikalen Innenecke in einen kurzen Dorn verlängert.
Long. (exkl. Rüssel) : 2,2 — 2,3 mm.
2 Exemplare (0^0*) aus D.-O. -Afrika: Dar-es-Salam (D. Ent. Nat. Mus., Berlin und Coli. Staudinger) zur Be- schreibung vorgelegen.
10. Apion subangulirostre nov. spec.
Aus der Verwandtschaft der vorigen Art, derselben auch nahe stehend, durch den im männlichen Geschlecht kürzeren Rüssel, die flacher gewölbten, wenig vortretenden Augen, das etwas längere, an den Seiten stärker gerundete Halsschild und die schmäleren Flügeldecken leicht zu trennen.
Pechschwarz, wenig glänzend, mit feinen, weißen Här- chen spärlich, die Mittel- und Hinterbrust und das Abdomen mit etwas stärkeren Härchen dichter besetzt.
Kopf wenig breiter als lang, die großen ziemlich flach- gewölbten Augen kaum vortretend; stark und dicht längs- runzlig punktiert, die ebene Stirn ziemlich stark gestrichelt. Rüssel robust, wenig länger als das Halsschild, kaum ge- bogen, an der Fühlerinsertion stumpfwinklig erweitert; im basalen Drittel grob und dicht längsrunzlig punktiert,
Stett. eutomol. Zeit. 1908.
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in den beiden apikalen Dritteln etwas schwächer und nicht längsrunzelig punktiert; oberhalb der Fühlerinsertion mit einem kleinen, infolge der groben Punktierung undeutlich erkennbaren Grübchen. Fühler ziemlich kurz und kräftig, um den Längsdurchmesser der Augen vor diesen eingefügt; Schaft wenig länger als das erste Gcißelglied, dieses etwa I V2 rnJ^l so lang als breit, stärker als die folgenden; das zweite Glied deutlich länger als breit, die folgenden Glieder rundlich, das siebente schwach quer; die eiförmige Keule schwach abgesetzt.
Halsschild so lang als an der Basis breit, nach vorn mäßig verengt, hinter dem Vorderrande deutlich, am Hinter- rande schwächer eingezogen, an den Seiten mäßig gerundet, etwas hinter der Mitte am breitesten, die Basis schwach zweibuchtig; auf der Scheibe fein und mäßig dicht, an den Seiten viel spärlicher punktiert; die mikroskopisch fein chagrinierten Zwischenräume auf der Scheibe so breit, an den Seiten merklich breiter als die Punkte; vor dem Schildchen mit einem kurzen Strichelchen.
Flügeldecken fast doppelt so lang als breit, an der Basis reichlich breiter als das Halsschild, etwa in der Mitte am breitesten, hinten eiförmig zugerundet, seitlich gesehen schwach gewölbt, tief kettenförmig punktiert-gestreift; die ebenen, fein gerunzelten Zwischenräume w'enig breiter als die Punktstreifen. Schulterbeulen deutlich entwickelt, das kleine, dreieckige Schildchen an der Basis mit einem grübchenförmigen Punkt.
Beine ziemlich kräftig, namentlich die Vorderschenkel ziemlich stark keulig verdickt. Erstes Tarsenglied merklich länger als das zweite, dieses kaum länger als breit; Klauen deutlich gezähnt; beim o die vier hinteren Schienen an den apikalen Innenecken kurz dornförmig ausgezogen.
Long. (exkl. Rüssel) : 2 mm.
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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I Exemplar ((^) aus D.-O. -Afrika: Amani (Eichel- baum 1903) von Herrn F. Hartmann zur Beschreibung mitgeteilt.
II. Apion foveirostre nov. spec.
Gleichfalls aus der Verwandtschaft der vorhergehenden Arten; durch die geringere Körpergröße, den viel schwächer punktierten Rüssel, die kurzen und kräftigen Fühler, das feiner und spärlicher punktierte Halsschild und die ge- drungeneren, seitlich stärker gerundeten Flügeldecken ge- nügend differenziert.
Körper bräunlich schwarz, die Beine dunkel rotbraun, wenig glänzend, äußerst fein und spärlich behaart.
Kopf wenig breiter als lang, die schwach vortretenden Augen mäßig stark gewölbt ; ziemlich fein und etwas runzelig punktiert, ebenso die ebene Stirn. Rüssel sehr kräftig, beim (^ wenig länger als das Halsschild, sehr schwach ge- bogen, nahezu zylindrisch, nur an der Fühlerinsertion schwach stumpfwinklig verdickt; an der Basis mäßig stark und ziemlich dicht, nach vorn feiner und spärlicher punktiert, im Grunde glatt und glänzend; oberhalb der Fühlerinsertion mit einem kleinen Grübchen. Fühler kurz und kräftig, im basalen Drittel des Rüssels eingefügt; Schaft etwas länger als die zwei ersten Geißelglieder zusammen. Erstes Geißelglied kaum länger als breit, stärker als die folgenden Glieder, diese eng aneinander gefügt, rundlich, das letzte Glied deutlich quer, die eiförmig zugespitzte Keule deutlich abgesetzt.
Halsschild so lang als an der Basis breit, nach vorn schwach und sehr sanft gerundet verengt, am Vorderrande sehr schwach eingezogen, die Basis schwach zweibuchtig, ziemlich fein und sehr spärlich punktiert, die mikroskopisch fein chagrinierten Zwischenräume viel breiter als die Punkte ; vor dem Schildchen mit einem kurzen, aber deutlichen Strichelchen.
Stctt. entomol. Zeit. 1908.
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Flügeldecken ziemlich gedrungen, etwa i y, mal so lang als breit, seitlich gesehen mäßig gewölbt, hinten ziem- lich steil abfallend; an der Basis breiter als das Halsschild, an den Seiten ziemlich stark gerundet, etwas hinter der Mitte am breitesten; stark kettenförmig punktiert-gestreift; die fein runzlig chagrinierten Zwischenräume kaum breiter als die Punktstreifen. Schulterbeulen schwach entwickelt, das kleine, dreieckige Schildchen ungefurcht.
Beine ziemlich kurz und kräftig; erstes Tarsenglied wenig länger als das zweite, dieses so lang als breit; Klauen stumpf gezähnt. Beim (^ die vier hinteren Schienen an der apikalen Innenecke in einen stumpfen Dorn verlängert.
Long. (exkl. Rüssel): i,6 mm.
I Exemplar (cJ) aus Togo (Conradt). D. Ent. Nat.- Mus., Berlin.
12. Apion oxyrhynchum nov. spec.
Schwarz, wenig glänzend, auf den Beinen, am Hals- schild und an den Seiten der Brust und des Abdomens mit sehr feinen, gelblich-weißen, auf den Spatien der Flügel- decken mit schwärzlich -braunen Härchen spärlich besetzt.
Kopf mit den ziemlich stark gewölbten Augen, hinter denen er schwach eingezogen ist, etwas länger als breit, durch eine schwache Ouerdepression vom glänzend-glatten Scheitel getrennt, grob und dicht punktiert; ebenso die mehr oder weniger stark eingedrückte, ziemlich breite Stirn. Rüssel robust, etwas länger als das Halsschild, sehr schwach gebogen, von der Basis bis zur Fühlerinsertion zylindrisch, von da zur Spitze ziemlich stark verjüngt, grob und dicht punktiert; gegen die Spitze etwas feiner punktiert und stärker glänzend, auf der Unterseite in der apikalen Hälfte mit kurzen, nach vorn gerichteten Härchen besetzt. Fühler kurz und kräftig, in der Mitte des Rüssels eingefügt, kurz behaart; Schaft etwa so lang als die zwei ersten Geißel-
Stott. cutoiuol. Zeit. 1908.
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glieder zusammen, in der basalen Hälfte r.Ul.eh geft Erstes GerßelgUed so lang als breit, so stark als der Schaft am Ende- zweites Geißelglied etwa i%mal so lang als bre.t, verkehrt kegelförmig, das dntte bis fünfte Glied so lang als breit, rundlich, das sechste schwach quer, das s.ebente deutlich breiter als lang; die robuste, eiförmige Keule scharf
abgesetzt.
Halsschild etwas länger als breit, nach vorn deutlich verengt, an der Basis fast doppelt so breit als am Vorder- rande hinter diesem ziemlich stark eingezogen, se.thch gesehen schwach gewölbt, die Basis schwach zweibucht.g. grob und dicht, doch nicht sehr tief punktiert; die Zwischen- räume schmale Runzeln bildend; vor dem Schildchen m,t einem feinen Strichelchen.
Flügeldecken kurz, an der Basis reichlich breiter als das Halsschild, von der Basis bis zur Mitte seitlich kaum erweitert, von der Mitte zur Spitze eiförmig zugerundet, seitlich gesehen mäßig gewölbt; punktiert gestreift, die ebenen Zwischenräume wenig breiter als die Punktstreifen, mit einer Reihe mehr oder minder regelmäßig gestellter, feiner Pünktchen, im Grunde äußerst fein chagriniert; die zwei ersten Pnnktstreifen sind gegen die Spitze scharfer eingedrückt. Schulterbenlen kräftig entwickelt, Schildchen mäßig klein, dreieckig, gefurcht. Seiten der Brust grob und dicht, die Abdominalsternite etwas feiner punktiert. Beine ziemlich kräftig; Schenkel und Schienen ziemlich grob doch nicht sehr dicht punktiert; erstes Tarsenglied länger als das zweite, dieses so lang als breit, Klauen stumpf gezähnt.
Long. (exkl. Rüssel): 2,5-2,7 mm. Mir lagen 3 Exemplare aus Deutscli-O.-Afrika: Dar- es-Salam und Umbugw-e, die ich für 63 hMe. zur Beschrei- bung vor.
Stctt. cntoniol. Zeit. 1908.
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13- Apion gracilipenne nov. spec.
Von der Gestalt und Größe eines Apion tenue Krb., ihm auch sehr nahe stehend, durch den, im Verhältnis zum Halsschild sehr robusten Kopf, den längeren, feineren Rüssel und das lange, erste Tarsenglied leicht zu trennen.
Körper schwarz, Kopf, Halsschild und Flügeldecken mit schwachem Bleiglanz, mit äußerst fein staubförmiger spärlicher Behaarung.
Kopf hinter den starkgewölbten Augen deutlich ein- geschnürt, mit dem stark verlängerten Scheitel fast doppelt so lang als breit, fein und wenig dicht punktuliert; die ein- gedrückte Stirn mit groben, flachen Punkten unregelmäßig besetzt. Rüssel sehr dünn, so lang als Kopf und Halsschild zusammen, zylindrisch, schwach gebogen, äußerst fein und spärlich punktuliert; im Grunde glatt und glänzend. Fühler im basalen Drittel des Rüssels eingefügt, lang und schlank; Schaft so lang als die zwei ersten Geißelglieder zusammen. Erstes Geißelglied doppelt so lang als breit, oval, breiter als die folgenden; zweites Geißelglied etwa I Y2. n^^l so lang als breit, die folgenden Glieder allmählig an Länge abnehmend, das letzte Glied so lang als breit. Die spindelförmige Keule nicht abgesetzt.
Halsschild etwas länger als breit, kaum breiter als der Scheitel hinten, nahezu zylindrisch, in der Mitte nur sehr schwach gerundet, fein und dicht punktiert ; die Zwischen- räume chagriniert, vor dem Schildchen mit einem sehr fein eingeritzten, undeutlichen Strichelchen.
Flügeldecken lang gestreckt und schmal, an der Basis wenig breiter als das Halsschild, nach hinten schwach er- weitert, etwa im apikalen Drittel am breitesten, hinten eiförmig zugespitzt, seitlich gesehen flach gewölbt; punktiert- gestreift, die gewölbten Zwischenräume doppelt so breit als die Punktstreifen, etwas runzlig chagriniert. Schulterbeulen deutlich entwickelt, das dreieckige Schildchen ungefurcht.
Stett. entomol. Zeit. 1908.
Beine lang und schlank; erstes Tarsenglied 2 1/2 mal so lang als breit, das zweite Glied reichlich länger als breit ; Klauen deutlich gezähnt.
Long. (exkl. Rüssel) : 1,9 mm.
I Exemplar ($) aus Abyssinien (Raffray) . Coli. Beg.-Billc.
14. Apion Papel nov. spec. Körper tief schwarz, ziemlich stark glänzend, die Tarsen bisweilen pechbraun, die ganzen Fühler rostgelb; der ganze Körper mit staubförmigen, weißlichen Härchen spärlich
besetzt.
Kopf mit den großen, starkgewölbten, vortretenden Augen so lang als breit, ziemlich fein und spärlich punktiert; die Stirn mit zwei tiefen, durch einen scharfen Mittelkiel getrennten Furchen, die beiderseits am Innenrand der Augen durch ein scharfes Längsfältchen von diesen getrennt sind. Rüssel beim S kaum so lang, beim ? wenig länger als Kopf und Halsschild zusammen, beim S schwach, beim $ etwas stärker gebogen; beim S von der Basis bis fast zur Mitte zylindrisch, fein und wenig dicht punktiert, in der apikalen Hälfte etwas dünner, unpunktiert, wenig glänzend; beim ? in den beiden basalen Vs zylindrisch, mäßig grob und dicht punktiert, im dritten Vs verjüngt, in den zwei apikalen Fünfteln wieder zylindrisch, glatt und glänzend. Fühler beim c^ wenig hinter der Mitte, beim $ im basalen 1/3 des Rüssels eingelenkt, mäßig lang und schlank, bewimpert, in beiden Geschlechtern kaum ver- schieden. Schaft wenig länger als das erste Geißelglied, erstes und zweites Geißelglied beim $ von gleicher Länge, das erste jedoch stärker als das zweite, reichlich doppelt so lang als breit ; beim S das erste Glied wie beim ? gebildet, das zweite wenig kürzer; zweites bis sechstes Glied verkehrt kegelförmig ; das dritte doppelt so lang als breit, das vierte bis sechste noch merklich länger als breit, das siebente so lang als breit. Keule ziemlich schlank, deutlich abgesetzt.
Stett. eutoiuol. Zeit. 1908. 6
82
Halsschild etwas länger als breit, nach vorn kaum verengt, am Vorder- und Hinterrande schwach eingezogen. Die Hinterecken schwach spitzwinklig nach außen tretend, seitlich gesehen schwach gewölbt, die Basis schwach zwei- buchtig mit feinen, flachen Punkten mäßig dicht besetzt; vor der Basis viel spärlicher punktiert. Vor dem Schildchen mit einem mehr oder minder deutlichen, flach-grübchen- förmigen Eindruck; die Zwischenräume in der Mitte der Scheibe bisweilen schwach gerunzelt.
Flügeldecken länglich-eiförmig, etwa in der Mitte am breitesten, seitlich gesehen mäßig gewölbt, ziemlich fein punktiert-gestreift; die flachen Zwischenräume viel breiter als die Punktstreifen, äußerst fein und unregelmäßig punktu- liert, im Grunde mikroskopisch fein chagriniert. Schultcr- beulen deutlich entwickelt, Schildchen ziemlich klein, un- gefurcht. Die Mittel- und Hinterbrust mäßig stark und spärlich, das Abdomen feiner und dichter punktiert.
Beine lang und schlank; erstes Tarsenglied nahezu doppelt so lang als das zweite, dieses kaum länger als breit; Klauen scharf gezähnt.
Long. (exkl. Rüssel) : 2 mm.
Herrn Paul Pape, der mir 3 Exemplare (2 00, i ^) aus N a t a 1 zur Beschreibung mitteilte und von diesen eines freundliclist mir, eines der Sammlung d. Deutscli. Ent. Nat.'Mus. zu Berlin überließ, freundlichst dediciert.
15. Apion fuscitarse nov. spec.
Der vorigen Art sehr nahe stehend, durch die schlankere Gestalt, den im weiblichen Geschlecht viel längeren, schwä- cher gebogenen Rüssel, die feineren Fühler, die schlankeren, pechbraunen Tarsen und die stärker punktiorten-gestreiften Flügeldecken leicht zu trennen.
Körper tiefschwarz, Kopf und Halsschild wenig, die Flügeldecken ziemlich stark glänzend, scheinbar kahl. Fühler
Stctt. cutomol. Zeit. 1908.
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rostgelb, die zwei ersten Tarsenglieder pechbraun, das dritte Tarsen- und Klauenglied heller gelblichbraun, die Klauen schwarz; die äußerste Spitze der Schienen rötlich- braun beborstet.
Kopf mit den stark gewölbten, vortretenden Augen und dem ziemlich langen Scheitel, etwas länger als breit, mit ziemlich starken flachen Punkten dicht besetzt; die Stirn mit zwei scharfen, durch einen Mittelkiel getrennten Furchen, die am Innenrand der Augen durch ein scharfes Längsfältchen begrenzt werden. Rüssel (?) reichlich länger als Kopf und Halsschild zusammen, ziemlich dünn, schwach gebogen; im basalen Drittel am Rücken dachförmig ge- kanntet, mäßig stark und ziemlich dicht punktiert, wenig glänzend; in den beiden apikalen Dritteln etwas dünner, walzenförmig, glatt und stark glänzend. Fühler im basalen Drittel eingefügt, lang und schlank, ziemlich lang bewimpert. Schaft etwas länger als das erste Geißelglied, dieses doppelt so lang als breit, oval, stärker als die folgenden; zweites Geißelglied zweimal so lang als breit, das dritte und vierte doppelt so lang als breit, das fünfte und sechste noch merk- lich länger als breit, das siebente rundlich; die eiförmige Keule deutlich abgesetzt.
Halsschild etwa Il^mal so lang als breit, nach vorn kaum verengt, am Vorder- und Hinterrande mäßig ein- gezogen, die Seiten in der Mitte schwach gerundet, die Basis schwach zweibuchtig mit mäßig starken, flachen Punkten ziemhch dicht besetzt; die an den Seiten schwach gerunzelten Zwischenräume fein chagriniert, in der Mittel- linie undeutlich gefurcht.
Flügeldecken länglich-eiförmig, reichlich . doppelt so lang als breit, seitlich gesehen mäßig hoch und gleichmäßig gewölbt; an der Basis reichlich breiter als das Halsschild, an den Seiten gleichmäßig gerundet, in der Mitte am breite- sten; stark punktiert-gestreift, die ebenen Zwischenräume
Stctt. cutomol. Zeit. 1908. 6*
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etwa dreimal so breit als die Punktstreifen, äußerst fein und spärlich punktuliert. Schulterbeulen deutlich ent- wickelt, das kleine rundliche Schildchen ungefurcht.
Beine lang und schlank ; erstes Tarsenglied i Vy mal so lang und etwas schmäler als das zweite, dieses merklich länger als breit; Klauen scharf gezähnt.
Long. (exkl. Rüssel) : 2,6 mm.
I Exemplar (?) aus D.-O. -Afrika (ex Coli. Staudinger) in meiner Sammlung.
16. Apion subnitidum nov. spec.
Körper schwarz, Kopf und Halsschild schwach, die Plügeldecken etwas stärker metallisch glänzend, der ganze Körper mit etwas schuppenförmigen, weißen Härchen ziemlich dicht bekleidet.
Kopf mit den ziemlich flachgewölbten, kaum vor- tretenden Augen so lang als breit, ziemlich stark und dicht punktiert, die ebene Stirn fein gestrichelt (die Skulptur von Kopf und Halsschild infolge der Behaarung etwas undeutlich erkennbar). Rüssel beim ^ so lang als das Hals- schild, beim $ kaum länger als Kopf und Halsschild zu- sammen, beim ^ etwas stärker gebogen und seitlich gesehen auf der Unterseite an der Fühlerinsertion etwas angeschwollen. In beiden Geschlechtern bis zur Fühlerinsertion zylindrisch, fein punktiert, im Grunde chagriniert, matt, von der Fühler- insertion zur Spitze allmählig verjüngt, fein und wenig diclit punktiert, im Grunde glatt und glänzend. Fühler in beiden Geschlechtern kaum verschieden, sehr nahe der Basis, kaum um den Längsdurchmesser der Augen vor diesen eingefügt. Schaft so lang als die zwei ersten Geißel- glieder zusammen; erstes Geißelglied wenig länger als breit, rundlich, breiter als die folgenden; zweites Glied deutlich länger als breit, die folgenden allmählig kürzer werdend, das letzte schwach quer. Die eiförmig-zugespitzte Keule deutlich abgesetzt.
Stctt. cntomol. Zeit. 1908.
85
Halsschild etwas länger als breit, zylindrisch, oder nach vorn nur sehr schwach verengt, seitlich gesehen kaum gewölbt, am Vorderrande sehr schwach eingezogen, der Vorderrand selbst schwach ausgebuchtet, mäßig grob und ziemlich dicht, flach punktiert, vor dem Schildchen mit einem kurzen, mehr oder minder deutlichen, flachen Längs- strichelchen.
Flügeldecken an der Basis reichlich breiter als das Halsschild, etwa 1-/3 mal so lang als breit, seitlich schwach gerundet, in der Mitte am breitesten; ziemlich kräftig punk- tiert-gestreift, die schwach gewölbten Zwischenräume doppelt so breit als die Punktstreifen mit zwei bis drei Reihen un- regelmäßig gestellter, die Schuppenhärchen tragender Pünkt- chen. Schulterbeulen deutlich entwickelt, das kleine Schild- chen etwas vertieft gelegen, undeutlich gefurcht.
Beine mäßig schlank, erstes Tarsenglied etwas länger als das zweite, dieses merklich länger als breit, das Klauen- glied ziemlich lang, die feinen Klauen schwach gezähnt.
Long. (exkl. Rüssel): 1,6 — 1,7 mm.
Ein Pärchen aus Abyssinien (Raffray) und Eurythrea: Keren (Coli. Mancini) von den Herren Beguin-Billecocq mid F. Solari zur Beschreibung mitgeteilt.
17. Apion nitidipenne nov. spec.
]\Iit der vorigen Art nahe verwandt, abgesehen von der größeren, schlankeren Gestalt, durch den kräftigeren, nahezu zylindrischen Rüssel, die eingedrückte, fast un- skulptierte Stirn, den auf der Unterseite mit einem Quer- Icistchen versehenen Kopf, das feiner und spärlicher punk- tierte Halsschild und die stärker messingglänzenden Flügel- decken etc. leicht zu trennen.
Körper schwarz, Kopf und Halsschild schwach, die Flügeldecken stark metallisch glänzend, der ganze Körper mit schuppenförmigen, weißen Härchen ziemlich dicht besetzt.
Stett. cntouiül. Zeit. 1908.
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Kopf mit den flachgewölbten, nicht vortretenden Augen und den, durch eine schwache Querfurche abgesonderten glatten Scheitel, etwas länger als breit, auf der Unterseite, unter dem hinteren Augenrand mit einem, im Profil als schwaches Höckerchen sichtbaren Querleistchen, mäßig fein und spärlich punktiert; die ziemlich stark eingedrückte Stirn unpunktiert, im Grunde chagriniert. Rüssel ((^) so lang als Kopf und Halsschild zusammen, ziemlich stark gebogen, nahezu zylindrisch, bis zur Spitze ziemlich stark und dicht punktiert; in der basalen Hälfte äußerst fein chagriniert, wenig glänzend, in der apikalen Hälfte glatt, etwas stärker glänzend. Fühler ziemlich schlank, um den Längsdurchmesser der Augen vor diesen eingefügt, fein und kurz behaart; Schaft so lang als die zwei ersten Geißel- glieder zusammen. Erstes Geißelglied etwa 1 1^ mal so lang als breit, stärker als die folgenden; zweites Glied merklich länger als breit, die folgenden allmählig kürzer werdend, das letzte so lang als breit; die eiförmig-zugespitzte Keule schwach abgesetzt.
Halsschild etwa i^s mal so lang als breit, zylindrisch, hinter dem Vorderrande kaum merklich eingeengt, seitlich gesehen schwach gewölbt; etwas hinter, dem Vorderrande sehr leicht niedergedrückt, der Vorderrand selbst sehr schwach aufgebogen. Die Basis sehr schwach zweibuchtig mit mäßig groben, flachen Punkten ziemlich dicht besetzt; vor dem Schildchen mit einem kurzen, feinen Strichelchen.
Flügeldecken doppelt so lang als breit, an der Basis merklich breiter als das Halsschild, an den Seiten hinter den Schulterbeulen schwach eingeengt, dann schwach ge- rundet-erweitert ; etwas hinter der Mitte am breitesten, an der Spitze eiförmig zugerundet, ziemlich tief, doch un- deutlich punktiert- gestreift, die schwachgewölbten Zwischenräume reichlich doppelt so breit als die Punkt- streifen, mit I — 2 Reihen unregelmäßig gestellter, Schuppen-
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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härchen tragender Pünktchen. Schiüterbeulen ziemlich kräftig entwickeh, das sehr kleine, ungefurchte Schildchen von einer Furche umgeben.
Beine mäßig schlank, erstes und zweites Tarsenglied von gleicher Länge, wenig länger als breit; Klauen deutlich gezähnt.
Long, (exkl, Rüssel) : 2 mm.
Patria: Brit.-O. -Afrika: Lago Basso-Narok (Rudolfsee) IX. 1896, Bottego. (Mus. Civic.-Genova). i Exemplar {0) von Herrn F. Solari zur Beschreibung mitgeteilt.
18. Apion hemisphaericum nov. spec.
Ausgezeichnet durch die nahezu halbkugeligen Flügel- decken und das im Verhältnis zu diesem kleine Hals- schild.
Körper tiefschwarz, mäßig glänzend, kahl.
Kopf mit den flachgewölbten, nicht vortretenden Augen und dem mäßig langen Scheitel, kaum länger als breit, fein chagriniert, nur hinter den Augen mit einigen sehr feinen Pünktchen; Stirn flach eingedrückt mit einem feinen i\Iittelkiel und einem feinen Längsfältchen beiderseits am Innenrand der Augen; unpunktiert, im Grunde sehr fein chagriniert. Rüssel etwa i^/a mal so lang als Kopf und Halsschild zusammen, mäßig gebogen, fast zylindrisch, nur an der Fühlerinsertion seitlich und nach unten leicht verstärkt; mikroskopisch fein chagriniert, matt, nur an der äußersten Spitze wenig glänzend. Fühler nahezu in der Mitte des Rüssels eingefügt, lang und schlank. Schaft so lang als das erste Geißelglied, dieses etwa 2 14 mal so lang als breit, wenig stärker als die folgenden; das zweite Cilied 2% mal so lang als breit, das dritte doppelt so lang als breit, die folgenden reichlich länger als breit; die kurz- spindelförmige Keule schwach abgesetzt.
Stctt. cntomol. Zeit. 1908.
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Halsschild wenig breiter als lang, nach vorn sehr schwach verengt, am Vorder- und Hinterrande schwach eingezogen mit mäßig groben, flachen Punkten in der vorderen Hälfte ziemlich dicht, vor der Basis viel spärlicher besetzt, die fein chagrinierten Zwischenräume schwach gerunzelt; vor der Basis mit einem undeutlichen, flachen Grübchen.
Flügeldecken an der Basis doppelt so breit als das Halsschild, wenig länger als breit, seitlich stark gerundet erweitert, etwa in der Mitte am breitesten, seitlich gesehen halbkreisförmig gewölbt; punktiert-gestreift, die flachge- wölbten Zwischenräume mindest dreimal so breit als die Punktstreifen, fein und etwas runzlig chagriniert. Schulter- beulen deutlich entwickelt, Schildchen sehr klein, rundlich.
Beine ziemlich kurz, erstes und zweites Tarsenglied von gleicher Länge, zweites so lang als breit; die feinen Klauen undeutlich gezähnt.
Long. (exkl. Rüssel): i,6 mm.
Patria: Capland, Cap-Town (E. Simon 1893). i Exem- plar, das ich für ein $ halte, von Herrn Beguin-Billecocq zur Beschreibung mitgeteilt.
19. Apion (Conapion) flexipenne nov. spec.
Dem Apion {Conap.) flexuosum m. sehr nahe stehend, durch den, an der Fühlerinsertion in beiden Geschlechtern stumpfwinklig erweiterten Rüssel genügend zu unterscheiden ; dem Conapion Sewerini m. gleichfalls sehr nahe verwandt, durch den, im männlichen Geschlecht in der apikalen Hälfte stärker verjüngten, kürzeren Rüssel und durch die viel breiteren Flügeldecken leicht zu trennen.
Körper schwarz, Kopf, Halsschild und Flügeldecken mit schwachem, metallischen Schimmer, der ganze Körper mit äußerst fein staubförmigen Härchen spärlich besetzt.
Kopf mit den flachgewölbten, nicht vortretenden Augen und dem lang abgesetzten Scheitel etwa i ^ mal so lang
Stett. cntomol. Zeit. 1908.
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als breit; hinter den Augen mäßig stark und dicht punktiert, vor dem glänzend-glatten Scheitel spärlich punktiert, die mäßig eingedrückte schmale Stirn nahezu unpunktiert, im Grunde wie der Kopf mikroskopisch fein chagrinicrt. Rüssel beim (^ etwas kürzer, beim $ wenig länger als Kopf und Halsschild zusammen, in beiden Geschlechtern sehr wenig gebogen; von der Basis bis zur Fühlerinsertion zy- lindrisch, daselbst schwach stumpfwinklig erweitert, von da zur Spitze allmählig verjüngt, mäßig stark und etwas längsrissig punktiert; im Grunde sehr fein chagriniert, im apikalen Drittel spärlicher punktiert, im Grunde glatt und glänzend; seitlich gesehen von der Basis zur Spitze allmählig verjüngt. Fühler lang und schlank, beim o in der Mitte, beim $ wenig hinter derselben eingefügt, in beiden Ge- schlechtern kaum verschieden. Schaft wenig länger als das erste Geißelglied; erstes und zweites Geißelglied beim 9 doppelt so lang als breit, beim (^ das zweite wenig kürzer; erstes Glied etwas stärker als das zweite, oval, das dritte und vierte etwa i Yo mal so lang als breit, das fünfte bis siebente so lang als breit. Die kurz-spindelförmige Keule schwach abgesetzt.
Halsschild kaum länger als an der Basis breit, nach vorn ziemlich stark und fast geradlinig verengt, am Vorder- rande mäßig, am Hinterrande nicht eingezogen, der Vorder- rand in der Mitte deutlich ausgebuchtet, die Basis zwei- buchtig; mäßig stark und dicht, vor der Basis merklich spärlicher punktiert, im Grunde äußerst fein chagriniert, ohne Basalstrichelchen, nur in der Mitte der Scheibe mit einem undeutlichen feinen Längsstrichelchen.
Flügeldecken fast doppelt so lang als breit, seitlich gesehen sehr hoch gewölbt; an der Basis reichlich breiter als das Halsschild, an den Seiten sanft gerundet, in der Mitte am breitesten, hinten eiförmig zugerundet, punktiert- gestreift; die sehr breiten, ebenen Spatien mit drei Reihen
Stett. cutomol. Zeit. 1908.
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ziemlich starker Punkte, die schwach gerunzelten Zwischen- räume sehr fein chagriniert. Schulterbeulen als scharfes Beulchen an der Basis des sechsten und siebenten Zwischen- raumes entwickelt, das Schildchen nahezu kreisrund; in der Mitte flach-grübchenförmig eingedrückt. Seiten der Brust und das Abdomen ziemlich stark und mäßig dicht punktiert.
Beine lang und schlank, erstes Tarsenglied wenig länger als das zweite, dieses so lang als breit. Klauen deutlich gezähnt.
Long. (exkl. Rüssel) : 2,7 — 2,8 mm.
I c?? aus Coromma, 10. IX. 1893 (E. Ruspoli) Mus. Civ. Genova.
20. Apion (Conap.) abyssinicum nov. spec.
Durch die verhältnismäßig langen, bis hinter die Mitte nahezu parallelseitigen, seitlich gesehen nur mäßig hoch- gewölbten, an der Nahtspitze dreieckig-lappenförmig aus- gezogenen Flügeldecken, sehr charakteristisch und leicht kenntlich. — Tiefschwarz, Kopf und Halsschild wenig, die Flügeldecken stark glänzend, der ganze Körper äußerst fein, staubförmig behaart.
Kopf mit schwachgewölbten, nicht vortretenden Augen, mit dem, durch eine schwache Ouersutur abgetrennten Scheitel etwas länger als breit, fein und mäßig dicht punk- tiert, die eingedrückte Stirn mit einem flachen, undeut- lichen Mittelkiel, sehr fein chagriniert. Rüssel merklich länger als Kopf und Halsschüd zusammen, mäßig gebogen, von der Basis zur Spitze allmählig verengt, äußerst fein und spärlich punktuliert, im basalen Drittel im Grunde sehr fein chagriniert, matt, in den beiden apikalen Dritteln im Grunde glatt und glänzend. Fühler etwas hinter der Mitte des Rüssels eingefügt; Schaft wenig länger als das erste Geißelglied; erstes und zweites Geißelglied von gleicher Länge, das erste wenig stärker als das zweite, dieses reichlich doppelt so lang als breit; die übrigen Glieder allmählig
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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an Länge abnehmend, das letzte noch deuthch so lang als breit. Die spindelförmige Keule nicht abgesetzt.
Halsschild wenig länger als breit, etwas vor der Mitte am breitesten, nach vorn ziemlich stark, nach hinten schwä- cher und etwas ausgeschweift verengt, am Vorderrande stark eingezogen; die Hinterecken in ihrer Anlage etwas spitzwinklig, seitlich gesehen ziemlich stark gewölbt, mäßig stark und nicht sehr dicht punktiert; die Punkte ziemlich flach, die an den Seiten schwach gerunzelten Zwischen- räume sehr fein chagriniert; vor dem Schildchen mit einem undeutlichen flachen Grübchen.
Flügeldecken etwa i % mal so lang als breit, an der Basis breiter als das Halsschild, an den Seiten bis wenig hinter die Mitte nahezu parallel, hinten eiförmig-zugespitzt, der Nahlwinkel dreieckig-lappenförmig ausgezogen (seitlich gesehen als stumpfer Zahn erscheinend), mäßig stark ge- wölbt, punktiert-gestreift; die flachgewölbten Zwischen- räume viel breiter als die Punktstreifen, sehr fein chagriniert und äußerst fein und spärlich punktuliert; der erste und neunte Punktstreifen an der Spitze stärker eingedrückt. Schulterbeulen kräftig entwickelt, Schildchcn klein und schwach gefurcht.
Beine ziemlich schlank, erstes Tarsenglied dreimal so lang als breit. (Die übrigen Tarsenglieder fehlten an sämt- lichen Beinen).
Long. (exkl. Rüssel) : 2,3 mm.
I Exemplar ($) aus Abyssinien (Raffray) von Herrn Beguin-Billecocq zur Beschreibung mitgeteilt.
21. Apion (Synapion) indubium nov. spec.
Eine, durch den verhältnismäßig feinen, nach vorn schwach verjüngten Rüssel, den lang abgesetzten Scheitel und die seitlich gesehen verhältnismäßig hochgewölbten Flügeldecken, sehr ausgezeichnete Art dieses Subgenus.
Körper tiefschwarz, wenig glänzend, kahl.
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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Kopf mit den ziemlich kleinen, kaum vortretenden Augen und dem stark verlängerten Scheitel etwa i Yz m^^l so lang als breit, fein und spärlich punktuliert; die Stirn mit zwei flacheingedrückten, durch einen Mittelkiel ge- trennten und von zwei Längsfältchen begrenzten Furchen, wie der Kopf sehr fein chagriniert. Rüssel fast so lang als Kopf und Halsschild zusammen, sehr wenig gebogen von der Basis zur Spitze allmählig und wenig verengt, an der Basis chagriniert, matt, in den drei apikalen Vierteln glatt und glänzend. Fühler um den Längsdurchmesser der Augen vor diesen eingefügt. Schaft etwa i % nial so lang als das erste Geißelglied, dieses 1 14 mal so lang als breit, stärker als die folgenden, zweites Glied doppelt so lang als breit, die folgenden Glieder wenig kürzer, das letzte so lang als breit ; die eiförmige Keule schwach abgesetzt.
Halsschild wenig länger als breit, wenig breiter als der Scheitel, zylindrisch, am Vorder- und Hinterrande kaum merklich eingeengt, seitlich gesehen sehr sanft gewölbt ; mit fein eingestochenen Pünktchen sehr spärlich besetzt, im Grunde fein chagriniert, ohne Basalstrichel.
Flügeldecken vollkommen elliptisch, in der Älitte am breitesten, ziemlich hoch gewölbt, ohne Schulterbeulen, an der Basis so breit als das Halsschild, das sehr kleine Schildchen kaum sichtbar, fein punktiert-gestreift; die flach- gewölbten Zwischenräume viel breiter als die Punktstreifen, sehr fein und etwas runzlig chagriniert; an der Nahtspitze sind die Flügeldecken in einen dreieckigen Lappen aus- gezogen, der seitlich gesehen als scharfer Zahn erscheint.
Beine schlank, erstes Tarsenglied doppelt so lang als breit, das zweite wenig länger als breit, die feinen Klauen deutlich gezähnt.
Long. (exkl. Rüssel): 1,8 mm.
I Exemplar ($ ?) aus Süd-West-Afrika (Coli. Stau- dinger), in meiner Sammlung.
Ötctt. entomol. Zeit. 1908.
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Fulgora sapphirina,
eine neue Fulgora=Art von Sumatra.
Von Ediiiuixl Selimidt in Stettin.
Fulgora sapphirina n. sp.
I ^•
Kopf. Kopf und Kopffortsatz so lang wie der Hinter- leib. Kopffortsatz schräg aufwärts gerichtet, in der Mitte oben eingedrückt, die Endhälfte stärker gehoben und keulen- förmig, seitlich betrachtet bildet die Unterkante einen stumpfen Winkel. Stirnfläche mit zwei Kielen, welche als untere Seitenkiele auf den Stirnfortsatz sich verlängern; am Grunde der von ihnen eingeschlossenen, fein unregel- mäßig querziselierten Rinne verläuft nur angedeutet der Mittelkiel, welcher von der Mitte des Kopffortsatzes als scharfer Kiel auftritt und vor der gewölbten, glatten und glänzenden Endfläche endet; die Stirn- Seitenkiele ziehen verlängert auf den Kopffortsatz als deutliche Seitenkiele, und vereinigen sich mit den verlängerten Scheitel- Seiten- kielen I mm vor der Kopffortsatzspitze, dem Treffpunkte der Kopf fortsatzkiele ; die von den Scheitel-Seitenkielen eingeschlossene Rinne ist schmal, vertieft und auf dem Grunde fein querziseliert. Der Scheitel, die Seiten des Kopfes und die Stirnfläche sind ockerfarben, der Kopf- fortsatz graublau gefärbt. Augen braun; Ocellen glashell auf braunem Grunde. Fühler ockerfarben, Fühlerborste mit Knopf braun. Clipeus mit starkem Mittelkiel und ocker- farben. Rostrum überragt die Hinterkoxen und ist bis auf das letzte braun gefärbte Glied ockerfarben.
Pronot um. Pronotum mit zwei eingestochenen Punktgruben auf der Scheibe, welche durch den vorn un- deutlichen Mittelkiel getrennt werden. Die geschwungenen
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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Seitenkiele sind scharf und werden am Vorderrand un- deutlich. Die ganze Fläche ist fein quergerieft und mit einzelnen Punktgruben bestanden, welche den Seitenkielen genähert sich befinden. Brustlappen viereckig mit abge- rundeten Ecken. Pronotum und Brustlappen sind ocker- farbig.
S c h i 1 d c h e n. Die Seitenkiele und der Mittelkiel sind scharf; die Fläche zwischen den Seitenkielen ist un- regelmäßig schräg längst gerieft, die Seitenfelder zeigen eine schwache Querziselierung; die nicht gekielte und ver- tiefte Fläche vor der Schildchenspitze ist deutlich quer- gerieft. Die Färbung ist ockerfarben und erscheint dunkeler als beim Pronotum.
Deckschuppen ockerfarbig.
Deckflügel. Basalzweidrittel matt ockergelb, im Clavus und an der Basis intensiver mit fünf graublauen Flecken im Corium, welche wie folgt verteilt sind. Ein Fleck und zwar der größte liegt an der Basis unmittelbar hinter der Basalzelle zwischen dem Radius und der Clavus- Coriumnaht, zwei gleich große in der Zelle zwischen dem Radius und dem ersten Aste der Media zwei mm vonein- ander und dem Basalfleck getrennt, ein ebenso großer steht zwischen der Media und dem Cubitus, an der Gabelungs- stelle des letzteren, drei mm von den erwähnten Flecken entfernt, der fünfte und kleinste Fleck befindet sich einen mm entfernt vom zweiten Fleck in der Radialzelle und zwar nach hinten und mehr im Corium. Der Costalraum ist elfen- beinfarbig. Apikaldrittel bräunlich gelb mit bräunlichen Nerven.
Flügel. Basalteil blau mit braunen Nerven, Apikai- spitze milchweiß mit braunen Nerven, Anallappen mit rauchbraunem Keilfleck, dessen Spitze die Flügelwurzel nicht erreicht.
Stett. ciitoinul. Zeit. 1908.
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Hinterleib. Bauchsegmente knochenfarben mit schmalen, blaugraiien Hinterrandsäumen, jedes Segment trägt am Vorderrand zwei braune Flecke; Rückensegmente blaugrau, die ersten Segmente sind in der Mitte des Vorder- randes knochenfarbig. Genitalplatten bräunlichgelb, Anal- lappen blaugrau, Afterröhre ockergelb.
Brust ockerfarben.
Beine. Coxen matt ockergelb mit braunem Fleck : Schenkel grünlichgelb mit braunen Punktreihen zu den Seiten der Kanten; Schienen graublau mit braunem Ring am Ende, die Hinterschienen tragen sechs Dorne, deren Spitzen, wie die Enddorne, braun gefärbt sind; Tarsen braun, nur das erste Glied der Hintertarsen ist an der Basis blaugrau gefärbt.
Maße. Deckflügelspannung 55 mm; Deckflügel- länge 25 mm; Länge des Kopfes und des Kopffortsatzes von der hinteren Scheitelleiste gerechnet 10 14 mm; Länge von Schildchen und Hinterleib zusammen 191,^ mm; Flügel- länge 20 mm.
West-Sumatra: Padang Pandjang (F. A. Bedier de Prairie S.).
Type im Stettiner Museum
Stett. cntomol. Zeit. 1908.
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Neue Arten aus den Gattungen Chlaenius, Polyhirma und Tefflus,
gesammelt 1900 von Prof. Oscar Neumann auf seiner
Durchquerung Nord-Ost-Afrikas,
hauptsächlich Abessyniens und der Gallaländer.
Ucscliriebeu von Clii*. Steriibei'g^, Stralsund.
Polyhirma Dohmi n. sp.
4 (^ (colL aut.). Länge 26 — 28, Breite 8 — 9 mm.
Steht P. polioloma Chaud. ungemein nahe. An Grciße und Form sind beide Arten sehr ähnhch, doch ist das Hals- schild am Apex schmäler; die Flügeldecken sind loirzer, das letzte Glied der Maxillar-Palpen ist etwas länger als bei P. polioloma. Der basale Suturalstreif der Plügeldecken besteht bei der neuen Art ganz aus hellen Haaren, bei polioloma dagegen das basale Drittel desselben aus dunkel- braunen, die allerdings häufig abgerieben sind. Der helle Marginal- Saum der Flügeldecken verbreitert sich am Apex stärker als bei polioloma, fast in stumpfer Dreieckform, ähnlich so als bei P. interrupta Fairm. Die neue Art hat auf den Flügeldecken sieben ganze, ziemlich scharfe Rippen, wie polioloma auch, doch fehlt ihr die kurze, nur halblange achte der genannten Art.
Dem Herrn Dr. Dohrn-Stettin widme icli diese neue Art.
Hab.: Harar, Dadal, Adi, Haiin.
Polyhirma Neumamii n. sp.
I (^, I $ (coli. aut.). (^ Länge 27, Breite 7 mm. $ Länge 26, Breite 8 mm.
Der Pol. macilenta Oliv, sehr ähnlich, doch der Kopf breiter, plumper; das Halsschild länger, an der Basis breiter; die Flügeldecken an den Schultern gleichfalls breiter, vor-
Stett. cutoniol. Zeit. 19Ü8. .8w&
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tretender; vorletztes Glied der Maxillar-Palpen erheblich länger als bei macilenta. Die Antennen lang, über das erste Drittel der Flügeldecken hinreichend, in den letzten acht Gliedern sehr stark verbreitert. Halsschild mit breiter, flacher Mittel-Rinne, hohem Seitenrand und grober, dichter Punktierung. Flügeldecken mit sechs Rippen — Sutural- Rippe mitgerechnet — und zwischen der fünften und sechsten vorn und hinten je eine kurze Zwischen-Rippe, die als An- sätze zu einer nicht ganz ausgebildeten siebenten Rippe zu betrachten sind. Die zweite und vierte Rippe etwas wellig gebogen, die anderen sind gerader. Die Grübchen sind rund, schwarz, ohne das bräunliche Toment, wie solches sich bei macilenta in allen Grübchen findet. Die Rippen verflachen sich auf dem letzten Viertel der Flügeldecken, jedoch nicht so stark als bei macilenta. Helle Behaarung auf Kopf, Halsschild und Flügeldecken sehr schwach, fehlt jedoch nicht ganz, wie es bei macilenta der Fall ist. Der basale Sutural-Streif erreicht kaum ein Viertel der Flügel- decken-Länge.
Dem Entdecker, Herrn O. Neumann, zu Ehren benannt.
Hab.: Djala, Uba.
Tefflus Neumanni n. sp.
I <^ (coU. aut.). Länge 40, Breite 15 mm.
Steht dem Zehulianus Raffray sehr nahe, doch ist der Kopf breiter, besonders zwischen und hinter den Augen; das Halsschild ist flacher, breiter, hinten viel weniger ver- schmälert; die Flügeldecken sind weniger konvex als bei der erwähnten Art. Das Halsschild ist viel dichter gerunzelt- punktiert und vor den im stumpfen Winkel vorspringenden Hinterecken viel weniger ausgeschnitten als bei Zehulianus, wo dieselben rechtwinklig vortreten. Die Rippen der Flügel- decken sind etwas schmäler und höher, die Zwischenräume daher breiter, aber ebenso fein skulptiert als bei Zehulianus.
Stett. entomol. Zeit. 1' 7
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Der ganze Körper glänzend schwarz, mit Ausnahme der gelbbräunhchen, sturren Haarbüschel unter den Tarsen- gliedern und eines kleinen am Apex der Mittelschiene stehen- den rotbraunen Haarbüschels. Wie bei Zehulianus die ganze Unterseite mit allen Episternen, glatt, ohne jede Punktierung; ebenso die Beine, bei welchen nur die Schienen an der Innenseite grobe, tiefe Punkte tragen.
Weibchen unbekannt.
Zu Ehren des Entdeckers, Herrn O. Neumann, benannt.
Hab.: Gidole-Gardalla.
Chlaenius Neumanni n. sp.
6 (^, II $ (coh. aut.). (^ Länge 15 — 16, Breite 5 — 6 mm. $ Länge 15 — 17, Breite 5I/2 — 7 mm.
Ist dem Chi. oculatus Fabr. vom Senegal am ähnlichsten, doch ist das Halsschild konvexer, schmäler, besonders die Seiten sind nicht so vorgerundet; der Seitenrand ist gleichmäßiger und besonders vor den Hinterecken nicht so stark aufgebogen ; diese letzteren sind weniger abgerundet ; die Punktierung ist gröber, tiefer und sperriger gestellt als bei vorgenannter Art. Die Flügeldecken sind breiter, länger und hinten stumpfer zugerundet; deren Intervalle sind ebenso konvex, die Punktierung derselben ist erheblich gröber und tiefer als beim oculatus. Das letzte Glied beider Palpen, die bräunlich gefärbt sind, ist sehr breit, fast drei- eckig und vorn schräg abgeschnitten. Kopf und Hals- schild sehr glänzend, entweder rein metallisch hellgrün oder so mit rötlichem Anflug, der in vielen Stücken all- mählig intensiver wird, bis er in einzelnen Exemplaren zum dunklen Purpurrot wird. Die Flügeldecken sind etwas glänzend, dunkelgrün, auf dem letzten Viertel mit einem meistens rundlichen, manchmal hinten etwas ausgezackten, gelb-bräunlichen Fleck, der zwischen dem dritten und neunten Intervall steht. An den Antennen die drei ersten
Ötctt. entomol. Zeit. 1908.
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Glieder gelbbraun, die anderen schwarz und verbreitert. Die Beine gelbbräunlich, die Unterseite blauschwarz, iri- sierend.
Zu Ehren des Entdeckers, Herrn O. Neumann, benannt,
Hab. : Gelo.
Chlaenius superbus n. sp.
I $ (coli. aut.). Länge 14, Breite 5 mm.
Diese neue Art gehört zur Gruppe des Chi. oculatus Fabr. und steht hier dem vorbeschriebenen Chi. Neumanni n. sp. am nächsten, doch ist das Halsschild, bei sonst gleicher Skulptur und Punktierung, im Vorderteil mehr eingezogen, im Basalteil vor den Hinterecken ein wenig mehr' ausge- schnitten, die Vorderecken nicht so abgerundet; die Flügel- decken sind erheblich schmäler und länger, an den Seiten gerader, parallel verlaufend, nicht so vor-, am Apex nicht so stumpf abgerundet; die Intervalle etwas feiner punktiert als bei Neumanni n. sp. Die Oberseite ist auf Kopf und Halsschild glänzend metallisch hellgrün; die Flügeldecken etwas dunkler grün, ohne jede helle Fleckenzeichnung; die Unterseite schwarzblau irisierend, an den Seiten ziem- lich dicht punktiert, auf den Bauchsegmenten feiner, auf den Episternen viel gröber und tiefer. Die Beine hellgelb, Tarsen, Palpen und Oberlippe etwas dunkler gefärbt. An den Antennen das erste und zweite Glied rein gelb, das dritte ebenso gelb, aber am Apex schmal bräunlich gesäumt, die folgenden Glieder schwarz.
Hab. : Gelo.
Chlaenius imperialis n. sp.
I (^ (coli. aut.). Länge 14, Breite 4^2 ^^'
Muß nahe Chi. Neumanni n. sp. gestellt werden, ist
aber kleiner, im Halsschild viel kürzer und breiter, in
den Flügeldecken aber schmäler. Das Halsschild ist an den
Seiten sehr vorgerundet, in der apikalen Hälfte, von der
Stctt. entomol. Zeit. 1908. 7»
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Mitte an, wo die größte Breite liegt, bis zu den stumpf ab- gerundeten Vorderecken eingezogen; in der Basalhälfte von der Mitte bis zu den nur leicht abgerundeten Hinter- ecken noch stärker eingezogen, daher hinten schmäler als vorn ; die Punktierung ist eine ähnlich aus zerstreut stehenden groben Punkten bestehende, aber etwas dichter gestellte, als bei Neumanni. Flügeldecken lang, schmal mit ziemlich parallelen Seiten, Intervalle ein wenig konvexer und etwas feiner punktiert als bei Neumanni. Auf Kopf und Hals- schild ungewöhnlich intensiv goldig purpurrot glänzend, letzteres seitlicli schmal hellgrün gesäumt; Schildchen gleich dem Halsschild purpurrot glänzend; Flügeldecken dunkel rötlich-violett mit grünblauem, schmalen Rande, Unterseite schwarzblau, stark irisierend, an den Seiten mit den Episternen fein gepunktet; die schlanken Beine gleichfalls schwarzblau, irisierend, die Tarsen aber pech- braun; Oberlippe und Mandibeln ebenso gefärbt, die Palpen luid die zwei ersten Glieder der Antennen bräunlich, die übrigen schwarzbräunlich. Hab. : Schoa.
Chlaenius Roeschkei n. sp.
I 9 (coli. aut.). Länge 13, Breite 5 mm.
Steht dem Chi. caecus Chaud. ungemein nahe, doch ist der Kopf breiter, die Augen stehen mehr vor, das Hals- schild ist flacher, breiter, an den Seiten viel stärker vor- gerundet, an der Basis eingezogener, daher schmäler; die Flügeldecken flacher, auf den weniger konvexen Inter- vallen ganz erheblich feiner und dichter punktiert als bei genannter Art. Die Färbung ist auf Kopf und Halsschild ein glänzend metallisches Hellgrün mit Purpuranflug, der auf dem Halsschild am stärksten hervortritt. Flügeldecken dunkel schwarzgrün, auf dem letzten Viertel mit hellgelbem Discoidalfleck, der vom dritten bis auf das achte Intervall
Stett. eutomol. Zeit. 1908.
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reicht und viel kleiner, besonders kürzer als bei caccus ist, da die auf dem siebenten und achten Intervall stehenden hellen Streifen ganz ungemein, die anderen drei stark ver- kürzt sind. Da der auf dem sechsten Intervall stehende helle Streif sich weiter nach hinten als die beiden anderen auf dem vierten und fünften stehenden vorschiebt, so ent- steht am Fleck hinten ein scharf einspringender Winkel, während beim caecus dieser Fleck fast immer rundlich, ohne diese Winkelung sich zeigt. Die drei ersten Glieder der Antennen sind gelb, die übrigen, stark verbreiterten sind schwarz; die Palpen und Beine sind gelb; Unterseite schwärzlichblau, irisierend.
Männchen ist unbekannt.
Dem Herrn Dr. Roeschke-Berlin gewidmet.
Hab, : Ergino-Doko.
Chlaenius elegans n. sp.
3 (^ (coli. aut.). Länge 14, Breite 5 mm.
Diese neue Art möchte ich mit Chi. caecus Dej. ver- gleichen, doch ist der Kopf breiter, länger und viel dichter punktiert ; die xA-ugen stehen stärker hervor ; die Oberlippe ist viel länger; die Antennen sind auch länger, in den mittleren Gliedern verbreiteter; das Halsschild ist erheblich breiter, dessen Seiten sind viel stärker vorgerundet, die Hinter- ecken abgerundeter; die Punktierung ist merklich dichter und feiner; die Flügeldecken sind länger, schmäler, deren Intervalle konvexer und nicht so fein und dicht punktiert als bei caecus. Die Oberseite ist schwarzgrünlich, an den Seiten des Halsschildes und der Flügeldecken heller grün; die Unterseite und die Beine schwarzblau irisierend, doch die Tarsen pechbraun; alle Palpen schwarz, an den Enden der letzten Glieder schmal bräunlich gesäumt; die Antennen nur an den beiden ersten Gliedern rein gelbbräun- lich, an den folgenden schwarz. Auf dem letzten Viertel
Stctt. entomol. Zeit. 1908.
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der Flügeldecken findet man einen auf das vierte, fünfte und sechste Intervall beschränkten hellgelben, sehr kleinen, kurzen, annähernd viereckigen Fleck.
Weibchen unbekannt.
Hab.: Gobel Fl., Moja-Atschalo.
Chlaenius Kraatzi n. sp.
I ^ (coli. aut.). Länge 12, Breite 5 mm.
Steht dem vorbeschriebenen Chi. elegans n. sp. un- gemein nahe, doch ist er viel kürzer, gedrungener, breiter; der Kopf kürzer, nicht so dicht punktiert; das Halsschild viereckiger, an den Seiten weniger vorgerundet, an der Basis breiter, weniger eingezogen; die Punktierung desselben gröber, sperriger; die Flügeldecken kürzer, breiter, an den Seiten weniger gerade verlaufend, doch die Intervalle Imd deren Punktierung gerade so als bei elegans. Oberseite schwarzgrünlich, Kopf, Seitenränder des Halsschildes und der Flügeldecken heller grünlich. Unterseite und Beiiie schwarzbläulich irisierend; Antennen an dem ersten Gliede rein gelb, dem zweiten und dritten ebenso, aber der Apex derselben schmal bräunlich gesäumt, die folgenden fünf Glieder schwarz, die drei letzten mehr dunkel braungrau. Die Palpen fehlen. Auf dem letzten Viertel der Flügeldecken findet sich auf dem vierten, fünften und sechsten Intervall ein kleiner, kurzer hellgelber Fleck, der noch ein wenig auf das siebente Intervall übergreift. Derselbe erscheint etwas ausgezackt, da der Streif auf dem sechsten Intervall sich nach hinten etwas über die beiden anderen vorschiebt.
Weibchen unbekannt.
Zu Ehren des Altmeisters Prof. Kraatz benannt.
Hab. : Gara-Mulata.
Chlaenius Erlangen n. sp.
I ö*, 2 $ (coli. aut.). o Länge 13, Breite 4^/4 mm. $ Länge 13 — 15, Breite 5 — 6 mm.
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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Steht dem CM. hipustulatus Boh. aus Caffraria am nächsten, doch ist der Kopf breiter, das Halsschild konvexer, im ganzen, besonders aber an der Basis, breiter, an den Seiten weniger vorgerundet, an den Hinterecken nicht so stark abgerundet; die Flügeldecken am Apex viel stumpfer, kürzer zugerundet; die Intervalle derselben konvexer, viel gröber und nicht so dicht punktiert als obengenannte Art. Die drei ersten Glieder der Antennen gelb, glatt, unbehaart, die übrigen, die nur wenig verbreitert sind, dunkler bräun- lich mit grauer, ganz kurzer, feinster Behaarung. Die Palpen und Beine, sowie der apikale Fleck der Flügeldecken gelb. Dieser Fleck reicht vom dritten bis zum sechsten Intervall, ist hinten etwas ausgezackt und steht der Spitze sehr nahe. Kopf und Halsschild glänzend hellgrün; die Flügeldecken lebhaft dunkelgrün, etwas stärker glänzend als bei hipustu- latus. Die ganze Unterseite schwarzbläulich irisierend.
Zu Ehren des Herrn Baron C. v. Erlanger benannt.
Hab.: Gara-Mulata, Motjo (Schoa).
Chlaenius Bennigseni n. sp.
2 o (coli. aut.). Länge 13, Breite 5 mm.
Steht dem Chi. cosciniodenis Chaud. sehr nahe, ist aber erheblich kleiner, der kurze, breite Kopf ist tiefer, gröber und dichter punktiert; das Halsschild gewölbter, (quadratischer, an den Seiten viel \yeniger vorgerundet, an der Basis breiter, vor den Hinterecken weniger ausge- schnitten, daher die letzteren zugerundeter; die Flügel- decken schmäler, die flachen Intervalle derselben viel gröber und sperriger punktiert als bei coscinioderus. Die Behaarung bei beiden Arten gleich kurz, fein und dicht. Kopf und Halsschild ziemlich hellgrün ; die Flügeldecken etwas dunkler mit gelbem, die Intervalle sieben, acht und neun, bedeckenden Außenrand, der in dieser Breite von der Schulter bis un-
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gefähr über das erste Drittel der Flügeldeckenlänge reicht, sich hier zu einem kurzen, schmalen, über das sechste und fünfte Intervall sich erstreckenden stumpfen Vorsprunge nach innen zu verbreitert, um dann in seinen beiden letzten Dritteln bis zur Naht hin sich plötzlich so zu verschmälern, daß er nur das neunte Intervall und den Rand selbst be- deckt. x\uf dem letzten Viertel der Flügeldecken, kurz vor dem Apex, steht auf dem dritten, vierten und fünften Intervall ein kleiner, rundlicher, gelber Fleck. Beine und Palpen gelb; Antennen mehr dunkelbräunlich, die drei ersten Glieder einen Schein heller. Die Unterseite schwarz- blau irisierend, auf den Bauchsegmenten sehr fein, auf den Vorderteilen, besonders den Episternen, sehr grob und dicht punktiert,
Weibchen unbekannt.
Zu Ehren des Herrn R. v. Bennigsen benannt.
Hab. : Luku, Sheik Hussein.
Chlaenius latipennis n. sp.
I o, 6 $ (coli. aut.). o Länge i6. Breite 6 mm. $ Länge 15 — 17, Breite 6 — 7 mm.
Steht dem Chi. rufomarginatus Dejean sehr nahe, doch ist er erheblich größer. Der Kopf ist lange nicht so glatt, viel runzliger, besonders neben den Augen; das Halsschild ist seitlich in der Mitte weniger vorgerundet, dagegen in der vorderen Hälfte stärker, so daß die größte Breite vor der ]\Iitte, nicht i n der Mitte, wie beim rufomarginatus, liegt. Von der Mitte verläuft der Seitenrand in fast gerader Linie nach der ziemlicli stumpfen Hinterecke. Der Hinter- wie der Vorderrand des Halsschildes ist etwas ausgeschnitten. Die ziemlich flache Oberfläche ist mit noch spärlicheren, wenn auch etwas gröberen Punkten bestreut als bei rufo- marginatus; die Mittelfurche ist aber stärker eingeschnitten, auch sind die basalen Seiteneindrücke tiefer und länger
Stett. eutomol. Zeit. 1908.
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als bei genannter Art. Die Flügeldecken sind wie bei rufo- marginatus sehr flach, haben sehr parallel verlaufende Seiten und fallen in dem letzten Viertel nach dem Apex zu sehr schroff ab; sind ziemlich tief gestreift, mit breiten, flach- konvexen Intervallen, deren Seiten-Punktierung aber nur sehr schwach, lange nicht so stark als bei rufomarginatus ist. Die Färbung der Flügeldecken ist bald ganz grün-metallisch, bald auf dem Diskus mehr oder weniger erzfarben, mit hell- grünen Seiten. Der Rand und das neunte Intervall hell- gelb. Auch die drei ersten Antennenglieder und die Beine sind von gleicher Farbe, aber die Palpen, die Tarsen und die übrigen Antennenglieder sind mehr bräunlich. Das Schildchen ist glatt, schwarz. Die Unterseite ist schwarz- bräunlich.
Hab.: Gara-Mulata, Haramaja.
Chlaenius difficilis n. sp.
I o (coli. aut.). Länge 13, Breite 6 mm.
Die langen, schmalen und spitzen Mandibeln, die aus- geschnittene in den Vorderecken gehobene Oberlippe, sowie die Bildung und Skulptur des Halsschildes und der Flügel- decken weisen dieser neuen Art ihren Platz neben dem Chi. columhinus Dej. an, doch ist der Kopf weniger konvex, stärker punktiert, besonders neben den Augen; das Hals- schild ist kürzer, an den Seiten vorgerundeter, an der Basis stärker eingezogen, verschmälerter; die Hinterecken sind schärfer vorstehend, weniger abgerundet; die Punktierung ist nicht so grob und tief; die Mittellinie, sowie die seit- lichen Basal-Eindrücke sind nicht so tief, weniger markiert; die Flügeldecken sind kürzer und fallen, wie bei episcopaiis Dej., auf dem letzten Drittel viel schroffer nach dem Ende zu ab; die Punkte der Streifen sind ebenso fein, die Inter- valle etwas stärker konvex als bei columbinus. Die Färbung ist auf den Flügeldecken rötlich-violett, am Seitenrande
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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schmal grünlich-blau; Kopf und Halsschild reiner violett, beide an den Seiten ähnlich blaugrün gefärbt wie die Seiten- ränder der Flügeldecken; Unterseite schwarzblau irisierend, an den Seiten mit den Episternen sperrig und fein punktiert, Die Oberlippe, die Antennen, Beine und Palpen schwarz, letztere an ihren letzten Gliedern schmal bräunlich ge- säumt.
Weibchen unbekannt.
Hab. : Gara-Mulata.
Chlaenius aberanus n. sp.
2 (^, 4 $ (coli. aut.). (^ Länge 12, Breite 41,2 mm. $ Länge 12 — 13, Breite 5 mm.
Die langen, spitzen IMandibeln, vor allem die aus- geschnittene in den Vorderecken rundlich gehobene Oberlippe und die Bildung des Halsschildes und der Flügeldecken verweisen diese neue Art in die Gruppe des Chi. coluni- binus Dej. und steht sie hier dem Ch. cpiscopalis Dej. am nächsten, doch sind die Antennen viel kürzer, in den Mittelgliedern stärker verbreitert; der Kopf ist länger, die Eindrücke neben den Augen sind tiefer; das Halsschild ist in der basalen Hälfte weniger verschmälert, die Hinter- ecken sind nicht so abgerundet; die Flügeldecken sind erheblich kürzer, in der ^'orderhälfte weniger verschmälert; die Intervalle etwas konvexer, diese aber an den Seiten nicht annähernd so dicht punktiert als bei cpiscopalis. Die Oberseite ist metallisch hellgrün; Kopf und Halsschild besonders stark glänzend; die Unterseite schwarzblau, besonders stark irisierend, an den Seiten mit den Episternen sperrig und fein punktiert; Oberlippe, Schildchen, Antennen, Beine und Palpen schwarz, die Endglieder der letzteren am Apex schmal gelbbräunlich gesäumt; die Behaarung an der Unterseite der Tarsenglieder rötlichbraun.
Hab.: Abera B., Muta derza.
Stett. eutomol. Zeit. 1908.
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Chlaenius principalis n. sp.
6 (^, I $ (coli. aut.). (^ Länge 12 — 14, Breite 41^ — 5 mm. $ Länge 13, Breite 5 mm.
Steht dem vorbeschriebenen Chi. aheranus n. sp. un- gemein nahe, doch ist das Halsschild breiter, seitlich in seinem apikalen Teil stärker vorgerundet, in seinem basalen dagegen vor den Hinterecken etwas mehr ausgeschnitten, schmäler, die letzteren schärfer, fast rechtwinklig vor- tretend; die Flügeldecken länger, die Intervalle etwas weniger konvex als bei aheranus. Die Oberseite ist etwas glänzend, schwarzblau, auf Kopf und Halsschild heller, glänzender; die Unterseite schwarzblau irisierend, an den Seiten mit den Episternen äußerst fein und sperrig punktiert ; Beine, Antennen, Oberlippe und Palpen schwarz und ganz so als bei Chi. abcranus n. sp.
Hab.: Tscherätscha - Gescho, Adagidu, Tschatu, Abo- nissa.
Chlaenius adagidensis n. sp.
I o, 2 ? (coli. aut.). o Länge 13, Breite 5 mm. $ Länge 13, Breite 5 mm.
Steht dem Chi. cuprcocinctus Reiche nahe, die langen Mandibeln, die leicht ausgeschnittene, an den Vorderecken rundlich gehobene Oberlippe, die im letzten Gliede zum Dreieck verbreiterten Palpen, die ähnliche Bildung des Halsschildes und der Flügeldecken spricht deutlich hierfür, doch zeigt der Kopf tiefere Eindrücke, das Halsschild ist an der Basis etwas mehr eingezogen, daher schmäler, die Intervalle der Flügeldecken sind an den Seiten nicht so grob und tief, die Streifen dagegen tiefer und gröber punktiert als bei cuprcocinctus. Kopf und Halsschild mehr oder weniger dunkelgrün, letzteres an den Seiten etwas lebhafter, heller grün; Flügeldecken schwarz, der Seitenrand und das neunte Intervall grünlichblau, Oberlippe, Palpen und Beine gelb,
Stett. cntoinol. Zeit. 1908.
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ebenso die drei ersten Glieder der Antennen, die übrigen schwarz. Unterseite schwarzblau irisierend, fein und sperrig punktiert.
Hab. : Adagidu, Tschatu.
Chlaenius Homi n. sp.
3 c? (coli. aut.). Länge 13, Breite 6 mm.
Steht dem Chi. varians Chaudoir am nächsten, doch unterscheiden sich beide Arten leicht durch die verschiedene Stellung der hellgelben Flecke auf den Flügeldecken, denn während bei varians der Discoidal-Fleck erheblich hinter der Mitte, auf den Intervallen fünf, sechs und sieben steht, findet sich derselbe bei der neuen Art genau in der Mitte der Flügeldecken und zwar auf dem sechsten und siebenten Intervall, auf das achte nur ein wenig über- greifend, aber das fünfte ganz freilassend. Der helle Apikal- Fleck steht bei varians auf dem ersten, zweiten und dritten Intervall, bei der neuen Art findet man nur auf dem zweiten einen ganz kurzen Streif, der bei dem einen Exemplare ganz fehlt. Bei der zuletzt genannten Art hat die Oberlippe ganz geraden Vorderrand, bei varians ist er ausgeschnitten. Das Halsschild ist gröber punktiert, die Intervalle der Flügel- decken sind konvexer als bei varians. Der Kopf ist glänzend hellgrün oder purpurrot ; das Halsschild ist rötlich-violett ; die Flügeldecken und die Beine sind schwarz; die Palpen gleichfalls, doch sind die letzten Glieder derselben am Apex schmal gelblich gesäumt. Bei den Antennen sind die vier ersten Glieder schwarz, die übrigen bräunlichgrau. Die Unterseite ist schwarzblau irisierend. Beim ^ die drei ersten Glieder der Vordertarsen ungemein stark verbreitert. Herrn Dr. Walther Horn-Berlin gewidmet. Hab.: Malo, Djala.
Chlaenius Oberthüri n. sp.
I (^, 2 $ (coli. aut.). ö Länge 15, Breite 5 !•> mm. $ Länge 13 — 14, Breite 6 mm.
Stett. eutomol. Zeit. 1908.
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Steht dem vorbeschriebenen Chi. Horni n. sp. (also auch dem Chi. varians Chaudoir) sehr nahe, doch ist das Halsschild schmäler, die Seiten desselben sind weniger vorgerundet, die Basis ist nicht so eingezogen, die Hinter- ecken sind nicht so stark abgerundet; die Punktierung desselben ist nicht so dicht und gedrängt; die Flügeldecken sind an der Basis weniger eingezogen, am Apex stumpfer, breiter abgerundet als bei Horni. Die Oberlippe ist gerade abgeschnitten am Vorderrande. Kopf und Halsschild sind goldig-gelb mit rötlichem Anflug; die Flügeldecken dunkel erzgrün, bei einem Exemplar $ mehr dunkel rötlich-violett; die gelben Flecke, welche wir bei Horni finden, fehlen hier ganz. Palpen, Antennen, Beine und Unterseite ganz so als bei Horni gefärbt.
Zu Ehren des Herrn R. Oberthür-Rennes benannt.
Hab.: Nata Oerra.
Chlaenius garamulatanus n. sp.
3 $ (coli. aut.). Länge 14, Breite 6 mm.
Auch diese neue Art steht Chi. Horni n. sp. (also auch dem varians Chaudoir) sehr nahe, doch ist das Halsschild breiter, die Seiten desselben sind vorgerundeter; die Basis ist erheblich breiter, die Hinterecken sind nicht so abge- rundet; die Punktierung ist noch etwas feiner, dichter; die Flügeldecken sind breiter, am Apex viel stumpfer ab- gerundet; die Punktierung der Intervalle derselben ist ein wenig gröber als bei Horni. Die Oberlippe ist bei zwei Exemplaren gerade abgeschnitten, beim dritten den beiden eben genannten sonst in jeder Hinsicht genau gleichenden Exemplare, ist dieselbe deutlich ausgeschnitten. Die Ober- seite ist dunkel veilchenblau gefärbt; der sehr glänzende Kopf heller; die Unterseite, Beine, Palpen und Antennen schwarz gefärbt, wie beim Horni des näheren beschrieben.
Männchen ist unbekannt.
Hab.: Gara-Mulata, Godo Buzka (Abyssinien).
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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Neue Arten der Braconidengattung Stantonia.
Von Dr. Güiillier Kiiderleiii, Stettin.
Stantonia Ashm. 1904. (Ashmead, Proc. Unit. St. N.-Mus. V. 28. 1904 p. 146). Stantonia sumatrana nov. spec.
Bräunlich gelb; Fühlerschaft oben schwarzbraun, Geißel oben braun. Schwarz sind die Augen, die Umgebung der Ocellen, die äußerste Spitze der Mittelschiene, das 5. Mittel- tarsenglied, von den Hinterbeinen die äußerste Spitze des Schenkels oben, das Enddrittel der Schiene, das Enddrittel des I. Tarsengliedes (der übrige Teil desselben ist weißlich) und die 4 übrigen Tarsenglieder. Hintertibiensporne gelblich weiß. Flügel schwach bräunlich hyalin, Flügelspitze schwach braun angehaucht. Adern schwarz. Membran lebhaft in allen Farben irisierend.
Antedorsum des Mesothorax mit Spiu^en zweier Längs- furchen. Parapsidenfurchen sehr scharf, deutlich punktiert, Mittelsegment wenig glatt, mit 3 — 4 unregelmäßigen Quer- runzeln. Fühler lang und kräftig, wesentlich länger als der Vorderflügel. Legerohr fast von halber Abdominallänge, Scheiden etwas kürzer.
Körperlänge 8 mm. Abdominallänge 4^/^ mm. Länge des Legerohres 2 mm. Länge der Scheiden iK mni. Vorder- flügellänge 7^ mm.
Sumatra, Soekaranda i $. Dr. H. D o h r n.
Stantonia Hammersteini nov. spec.
Hell schwach ockergelb. Fühlerschaft oben mit einem
schmalen Längsstrich. Fühlergeißel oben grau rostfarben.
Schwarz sind die Augen, die Umgebung der Ocellen, das
Spitzenviertel der Hinterschienen, das Spitzenviertel des
Stett. entoinol. Zeit. 1008,
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I. Hintertarsengliedes (der übrige Teil weißlich) und die 4 folgenden Tarsenglieder. (Die Mitteltarsen sind abge- brochen). Hintertibiensporne gelblich weiß. Flügel hyalin, Flügelspitze mit einer Spur eines braunen Hauches, Adern schwarzbraun. Membran lebhaft rot, besonders bis grün irisierend. Gesicht mit einer deutlichen medianen Längsleiste.
Antedorsum des Mesothorax relativ lang und schmal, ohne Längsfurchen, Parapsidenfurchen sehr scharf, undeut- lich punktiert, relativ wenig stark nach vorn divergierend. Mittelsegment wenig glatt, oben mit einigen unregelmäßigen Querrunzeln, seitlich der Medianlinie mit je einer unregel- mäßigen Längsrunzel. Fühler lang und mäßig dick. Lege- rohr kurz.
Körperlänge 6 mm. Abdominallänge 3 mm. Länge des Legerohres 1V2 mm. Vorderflügellänge 6 mm. Fühler- länge zirka 9 mm.
Madagaskar. Majunga. i ?. Mitte November. Gesammelt von Hammerstein.
Stantonia minuta nov. spec. Hell gelb bis ockergelblich, Hinterbeine und Abdomen ockergelb. Fühlerschaft oben mit einem schmalen schwarzen Längsstrich. Geißel schwarz, Unterseite des Basalviertels hell bräunlich gelb. Schwarz sind ferner die Augen, Ocellen, die äußerste Spitze der Mittelschiene oben, die Mitteltarsen mit Ausnahme des Basalviertels des i. Gliedes, das End- drittel der Hinterschenkel, und die Hintertarsen mit Aus- nahme der Basalhälfte des i. Gliedes. In der Mitte der Hinterränder des 2. bis 5. Abdominalsegmente ein dunkel- brauner, rundlicher Fleck; beim 2. Exemplare sind alle Segmente und der Stiel am Hinterrande schwarzbraun ge- säumt. Flügel hyalin, ein braunschwarzer, scharfer, rund- licher Fleck nimmt die Flügelspitze ein.
Stett. entomol. Zeit. 1908.
112
Antedorsum des Mesothorax gänzlich ohne Längs- fiirchen ; Parapsiden sehr tief, undeuÜich punktiert. Mittel- segment rauh, in der Mitte mit einem kräftigen Ouerkiel dahinter einige undeutliche schwächere, seitlich der Mittel- linie hinter dem kräftigen Ouerkiel jederseits ein kräftiger Längskiel, der nach vorn durch einige undeutliche und unregelmäßige Höcker fortgesetzt wird.
Körperlänge 4 14 — 5 rnm. Abdominallänge 2^/4 mm. Vorderflügellänge 4^ — 5 mm.
Peru. Depart. Chanchamayo. 2 (^. Gesammelt von Hoffmanns,
Ueber das Schnarren der Heuschrecken.
Von Ifl. H.ai*iiy.
Bekanntlich sind die meisten Heuschrecken- und Grillcn- arten — wenigstens im männlichen Geschlechte *) — im- stande, gewisse Zirptöne hervorzubringen, die nach den Spezies verschieden sind und angeblich zur Anlockung des andern Geschlechtes dienen. Es ist leicht zu beobacliten und schon längst bekannt, daß die Eiytra (Vorderflügel) als Zirporgane dienen und zwar in der Weise, daß sie bei den Achetiden und Tettigoniiden aneinander gerieben werden, während die Acrididen durch Reiben der Hinterschenkel an den Elytren jene Töne erzeugen.
Gewisse Feldhcuschrecken sind aber außerdem noch fähig andere Laute hervorzubringen. Es handelt sich hier um die Schnarrheuschrecken. Dieser Name bezeichnet durchaus keine systematische Gruppe; vielmehr finden sich Schnarrheuschrecken in allen Familien der Acridoideen. Andererseits sind von nahe verwandten Arten derselben
*) Bei wenigen Arten auch die Weibchen, z. B. bei Ephippiger spp. Stett. entomol. Zeit. 1908.
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Gattung die einen oft imstande zu schnarren, die andern nicht. So müssen wir z. B. den Omocestus tniniatus oder die Arcyptera fusca den Schnarrheuschrecken zuzählen, während ihre nächsten Verwandten, Omocestus lineatus resp. Arcyptera hrevipennis, nicht dazu gehören.
Während das Zirpen nur beim Sitzen oder Kriechen möglich ist, geschieht das Schnarren meist beim Fliegen. Wenn es dennoch beim Sitzen stattfindet, so wird dies nur dadurch möghch, daß das Tier rasche Flügelschläge macht, als ob es fliegen wollte; dies habe ich öfter bei Omo- cestus miniatus beobachtet.
Bei allen schnarrenden Formen ist im Bau der Hinter- flügel eine auffallende Konvergenzerscheinung zu bemerken, durch die eben die Möglichkeit, solche Töne hervorzubringen, geboten wird. Die vorderen Längsadern sind kräftig, oft auffallend verdickt und dienen jedenfalls zur Hervorbringung des Geräusches. Die Längsfelder zwischen ihnen sind sehr breit und von regelmäßigen, parallelen Queradern gestützt. Ihre Aufgabe ist ohne Zweifel, durch Resonanz den Ton zu verstärken.
Die umstehenden Abbildungen zeigen Vertreter ver- schiedener Feldheuschreckengruppen, welche wir nach dem Bau der Hinterflügel als Schnarrheuschrecken bezeichnen müssen. Von den abgebildeten Arten habe ich selbst das Schnarren bei Omocestus miniatus, Stauroderus morio und Arcyptera fusca beobachtet; auch von Bryodema tuberculata ist es ja allgemein bekannt und wurde bei dieser Art schon von Pallas darauf hingewiesen. Das Geäder der Hinter- flügel stellt auch bei Colpolopha Burmeisteri und bei Hyalop- teryx rufipennis außer allen Zweifel, daß diese Arten die Fähigkeit zu schnarren besitzen. Von allen hat das ^ der letztgenannten Art die höchste Spezialisation der Hinter- flügel erreicht, wie mit einem Blick zu sehen ist.
Bei allen Formen ist die Media der Hinterflügel im
Stctt. entomol. Zeit. 1908. 8
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Basalteile mit dem Radius gänzlich verschmolzen. Bei Colpolopha trennt sie sich von ihm noch bevor sie sich in
Vorder- und HiiitcrflüRcl verschiedener Schnarrheuschreckeu. Fig. 1. Colpo- loplia Biinneisterl, Weibchen aus Surinam. (Farn. Locustidae; Hinterflügel im Basalteile blau, sodann mit rauchiger Bogenbinde, im Apikalteile bräunlich). — PM g. 2. Aroyptera fiisca, Männchen aus Savoyen. (Fem. Aorididae; Hinterflügel schwarz). — Fig. 3. Bryodenia tiibfrculata, Männchen aus ()denbm"g. (Fam. Oedipodidar; Hinterflügcl im Basalteile rot, sodann mit rauchiger Bogenbinde, im Apikalteile glasig). - — F i g. 4. Hyalupteryx riifipennis, Weibchen aus Rio Grande do Sul. (Fam. Aerididap; Hinterflügel vorn braun, Analfächcr rot). — Fig. ö. Dcs'tI. Männchen. (Hinterflügcl ebenso gefärbt; Resonanzfeld glashell). — F i g. (i. Oniorostiis niiiilatus, Männchen aus Xiederösterreich. (Fam. Acri- didae; Hintcrflügel dunkelbraiin). — Fig. 7. Desgl. Weibchen vom Mte. Mag- giore. (Hinterflügel bräunUch). — Fig. 8. Staiirodorus morlo, Männchen vom Mte. Maggiore. (Fajn. Acridhlao; Hinterflügel .schwarz). — Fig. 9. Desgl. Weib- chen. (Hinterflügel dunkelbraun). — Alle Figuren .sind etwas vergrößert; die Originalexemplare befinden .sich in meiner Sammlung.
Scett. entomol. Zeit. 190S.
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ihre zwei Äste spaltet. Bei andern Arten geht jeder der beiden Zweige direkt vom Radius aus, so daß man geneigt wäre, den zweiten schon dem Radii sektor zuzurechnen. Bei Psophus stridulus, der in der einheimischen Fauna als Schnarrheuschrecke wohl in erster Linie in Betracht kommt und dessen Abbildung und eingehende Besprechung des Geäders hier ihren Platz finden müßte, wenn ich sie nicht vor nicht langer Zeit in dieser Zeitschrift schon ge- geben hätte*), weshalb ich hier dahin verweise, um mich nicht zu wiederholen, bei dieser Spezies also habe ich selbst (1. c.) diese Deutung akzeptiert, der zufolge wir eine ein- ästige Media und einen langen wohlentwickelten Sektor vor uns hätten. Rein morphologisch läßt sich die Frage allerdings nicht entscheiden; doch machen es vergleichende Untersuchungen des Flügelgeäders der verschiedenen Acri- doideengruppen wahrscheinlicher, daß beide Äste der Media zuzuzählen sind und erst der kurze, schwach entwickelte Zweig in der Nähe der Spitze als Sektor zu deuten ist.
Indem nun einerseits die Media also ganz an den Radius heranrückt und mit ihm teilweise verschmilzt, wird anderer- seits bei manchen schnarrenden Arten der Cubitus weit nach rückwärts gedrängt, bis zur ersten Falte des Anal- fächers. Auf diese Weise entsteht z. B. bei Omocestus miniatus oder bei Stauroderus movio zwischen Radius und Media einerseits und Cubitus und Analfächer andererseits ein breites Feld, welches ohne Zweifel wesentlich zur Ver- stärkung des Tones durch Resonanz beiträgt.
Am schwierigsten ist die Deutung der Adern beim (^ von Hyalopteryx und wäre wohl ganz und gar unmöglich, wenn sich nicht durch Vergleicli mit dem $ gewisse Ge- sichtspunkte gewinnen ließen. Costa, Subcosta und Radius
*) Über eine Mißbildung des Hinterflügels bei Psophus stridulus. Diese Zeitschr. Mai 1907.
Stett. entomol. Zeit. 1908. 8''-
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laufen dicht hintereinander und zueinander parallel. Der Radii sektor ist nicht nachweisbar*). Kurz vor der Mitte geht vom Radius die einfache Media aus (beim $ ist sie gegabelt) und verläuft ebenfalls parallel zum Radius. Alle vier Adern sind ungefähr von der Mitte an auffallend stark verdickt. Der Cubitus zieht im Basalteile in einem Bogen nach vorn und vereinigt sich noch vor der Mitte mit der Media. Auf diese Weise wird hier wieder hinter der Media ein breites Feld zur Verstärkung der Töne er- zielt. Aber der Unterschied von Omocestus ist trotzdem ein bedeutender: dort liegt dieses Feld vor dem Cubitus (wie aus dessen Verlauf an der Basis deutlich ersichtlich ist), bei Hyalopieryx dagegen hinter demselben. Nach rück- wärts wird es hier durch eine kräftige Ader begrenzt, die durch W^rschmelzung zweier Analadern entstanden ist und auch dem $ nicht fehlt.
Eine ebenso eingehende Besprechung des Geäders der Vorderflügel muß ich mir hier versagen. Übrigens sind die Elytra bei den verschiedenen Schnarrheuschrecken sehr verschieden gebildet und bieten wenig merkwürdiges; es genügt also, wenn ich auf die Abbildungen verweise. Bei den (^(^ der zirpenden Arten sind sie natürlich dem- entsprechend umgebildet und dienen dann bei manchen, z. B. Staiiroderus morio, vielleicht auch zur ^'erstärkung der Schnarrtöne.
Was den Zweck des Schnarrens betrifft, so lasse ich es dahingestellt, ob dasselbe im Geschlechtsleben eine Rolle spielt, oder, wie Krauss will, als Abschreckungsmittel dienen soll; jedenfalls sind bei allen schnarrenden Formen die Hinterflügel auffallend gefärbt (rot, blau, schwarz usw.).
Ich trete nun an die Beantwortung der wichtigsten Frage, die bis jetzt noch immer ungelöst geblieben ist,
*) Dies und das folgende gilt nur vom Männchen, wie auch aus den Abbildungen ersichtlich ist.
Slctt. cntomol. Zeit. 1908.
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nämlich wie das Schnarren von den Heuschrecken hervor- gebracht wird. Diese Frage läßt sich direkt durch einfache Beobachtung nicht beantworten, da die Bewegungen zu schnell vor sich gehen, als daß man sie mit dem Auge ver- folgen könnte.
Es standen sich daher bis jetzt drei Ansichten gegen^ über, die ich schon in der Bearbeitung der zentralchine- sischen Orthopteren aus Lantschou und vom H anklang (Coli. Filchner des Kgl. Berliner Museums für Naturkunde) angeführt habe; doch lag mir damals noch kein Tatsachen- material vor und ich konnte mich daher keiner anschließen und keine widerlegen.
Pantel behauptet, daß bei den Tmethiten das Schnarren durch Anlegen der Mitteltibien an die Unterseite der Hinter- flügel erzeugt wird. Doch finden sich die Zähnchen, mit denen die Mittelbeine oben besetzt sind bei andern Schnarr- heuschrecken nicht; vielmehr sind z. B. bei Psophus oder Bryodema die Kiele der Schenkel und Tibien glatt. Nach- dem nun aber doch mit größter Wahrscheinlichkeit an- zunehmen ist, daß das Schnarren bei allen Formen auf gleiche Weise geschieht, so dürfte es sich bei den Tme- thiten wohl um eine zufälhge Struktur der Beine handeln, die mit der Hervorbringung von Tönen nichts zu tun hat. Übrigens ist Pantels Ansicht psychologisch leicht zu ver- stehen: sie wurde durch das Reiben der Hinterbeine an den Elytren beim Zirpen nahegelegt. Was die Tmethiten betrifft, konnte ich für diese Gruppe ihre Unrichtigkeit allerdings nicht nachweisen, da mir lebende Vertreter der- selben bei meinen Experimenten nicht zur Verfügung standen. Eine andere Ansicht läßt die Schnarrtöne durch Rei- bung der verdickten Adern der Hinterflügel an den Elytren entstehen. Dies gibt z. B. Brunner und Redtenbacher für Psophus stndulus an, Tümpel („Geradflügler Mitteleuropas") für Stauroderus morio. Diese Annahme hatte schon mehr
Stett. entoinol. Zeit. 1908.
US
für sich, wenn auch die auffallende A'erschiedenheit im Bau der Iilytra bei den verschiedenen Spezies von Schnarr- heuschrecken dagegen sprach.
Noch andere Forscher endlich nehmen an, daß die Cieräusche nur mit Hilfe der Hinterflügel hervorgebracht werden. Diese Ansicht gibi z. B. Tümpel (1. c.) bei allen einheimischen Schnarrheuschrecken wieder, außer bei Stan- Aoäcrns morio. Sollten bei dieser Spezies die \'orderflügel zum Schnarren wirklich notwendig sein, so bleibt es aber noch dahin gestellt, ob sie nicht bloß zur Verstärkung des Tones durch Resonanz dienen. Morio ist nämlich eine zirpende Art und gerade bei ihm sind die Elytra im Dienste dieser Funktion auffallend hoch spezialisiert.
Es handelte sich mir nun darum, durch geeignete Ex- perimente festzustellen, welche von den drei angeführten Ansichten die richtige ist. Das Resultat meiner Unter- suchungen war, wie ich hier gleich vorweg nehmen will, daß die Hinterflügel allein imstande sind, die schnarrenden Töne zu erzeugen.
Als Versuchsobjekte verwendete ich zunächst die beiden am leichtesten zu beschaffenden Arten, Psophus stnduhts und Arcyptera jusca. Von jeder Spezies wurden lo J^^ am 28. 7. 1907 auf der Rohrerwiese beim Hermannskogel gefangen. Ich brachte sie in Papierrollen nach Hause und stellte tags darauf auf der Türkenschanze meine Versuche an. Ich wählte die Zeit kurz nach Mittag, damit die Exem- plare möglichst lebhaft wären.
Zunächst wurden einem Arcyptcra-(^ die beiden Mittel- beine abgeschnitten und ich veranlaßte es zum Fliegen. Das gewohnte Geräusch war zu hören. Nun schnitt ich demselben Individuum auch die Elytra ab. Das Geräusch blieb wie zuvor. Zur Kontrolle ließ ich einige unverletzte Exemplare fliegen. Sie schnarrten genau so wie das operierte.
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Derselbe Versuch wurde noch mit einem zweiten Indi- viduum angesteht und das Resultat war dasselbe.
Nun nahm ich Psophus vor. Einem Exemplar wurden die Mittelbeine amputiert. Losgelassen flog es in weitem Bogen schnarrend davon. Nach Entfernung der Elytra zeigte sich eine deutliche Abnahme der Flugfähigkeit. Das Tier flog in kleinerem Bogen; während des Fluges sich wieder zu erheben, war ihm unmöglich. Aus diesem Grunde dauerte das Schnarren nicht solange wie sonst, war aber ebenso laut. Wenn die Mittelbeine nicht entfernt wurden, sondern bloß die Elytra, zeigte sich dieselbe Erscheinung. Auch bei Psophus ließ ich zum Vergleich nebst Exemplaren, denen die Elytra und Mittelbeine abgeschnitten waren, auch unverletzte fliegen und konnte im Schnarren, ab- gesehen von der Ausdauer des Fluges und damit der Zeit- dauer des Geräusches, keinen Unterschied wahrnehmen.
Aus meinen Versuchen geht mit Gewißheit hervor, daß bei diesen beiden Arten die Hinterflügel allein das Schnarren hervorbringen. Da ich Vertreter zweier ganz verschiedener Gruppen zu meinen Experimenten gewählt habe, so ist wohl anzunehmen, daß meine Resultate über- haupt für alle Schnarrheuschrecken gelten.
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Cicindela prothymoides n. sp.
vuu IValtliei* llui'ii, Berlin.
Capite (et clipeo et genis et fronte), pronoto, abdomine nudis ; elytris marginem versus ut in Prothyma Odontochilaqiie declivibiis coloratisque, immaculatis.
$ differt a C. Davisoni Oestro $ oculis paullo magis distantibus, labro longiore, antice semicirciilariter producto, unidentato, in medio distinctius (non acute!) carinato, antice obscure marginato; fronte pronotoque eodem modo sed subtilius sculptis ; huius margine antico medio paullulum producto (in illa sp. recte truncato), parte media sulcum basalem versus applanata (in illa paullulum declivi) ; elytris sine maculis albis, longioribus, parallelioribus, apice totoque disco planioribus, ubique densius sculptis, parte marginali (subtilius sed vix rarius quam disco sculpta) excepta, quae (ut in generibus Prothymae et Odontochilae declivis obscure- cyaneoque nitens) rarius quam in illa sp. punctata, serie dunctorum majorum juxta-suturalium paullo densiore punctisque similibus hinc inde etiam in ceteris elytrorum partibus irregulariter dispersis; penultimo palporum maxil- larium articulo nigro, penultimo labialium inflato et ex parte brunnescente ; pro- et mesosterni partibus lateralibus solummodo ad coxas sparsim pilosis (in illa specie nudis), metaepisternis totis plus minusve sparsim grosseque punc- tato-pilosis, metasterni margine antico anguste et parte laterali late et coxarum posticarum dimidia parte exteriore similiter punctato-pilosis; femoribus cupreis, hinc inde viridi- aeneo tinctis et testaceo indutis; corpore supra obscure rufo-cupreo opaco (in C. Davisoni G. minus cupreo, magis brunneo) ; elytrorum punctis non viridi-coeruleo-maculatis ut in illa sp., sed disco concoloribus; capite pronotoque clarius
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violaceo quam in illa sp. marginatis ; genis, prosterni medio, abdominis margine (et disco ex parte) laete violaceis, pro- et mesoepisternis obscure aeneis, metasterno toto et abdominis disco (ex parte) aeneo-viridi-variegatis ; tibiis testaceo- brunnescentibiis, tarsis brunnescentibus, trochanteribus testa- ceis. Long. 8 — 9 mm (sine labro).
(j^$; Karkiir Ghat, Malabar: a Dom. L. Andrewes collecta et ab amico H. E. Andrewes mihi data (typi in collectione Andrewesorum et in mea).
Eine sehr interessante Art, welche mit C. Davisoni*) Gestro zusammen eine engere Gruppe bildet, die ihren Ursprung direkt von Prothyma-Odontochila-Formen her- leitet und zu den Artengruppen C. chlor opleura-viridicincta, rugosiceps-corticata und tetrastada Wdm. überleitet (die ich in meinem ,, Index" schon als mit C. germanica verwandt angesprochen habe, conf. auch Deutsche Ent. Zeitschrift 1906 p. 335). Aus dieser Wurzel stammt offenbar der C. germanicaSi?imm her. C. Davisoni führt dann in ideeller Weise von C. prothynwiäcs zu C. Belli, viridilabris, triguttata usw. weiter.
Die Flügeldeckenscheibe ist bei der neuen Art (besonders vorn) dichter punktiert als bei C. corticata Putz, (welche gleichfalls habituell an C. prothyiiioides erinnert und mit ihr zusammen vorkommt). Die verdickten Lippentaster, der durch Färbung und Glanz scharf abgehobene Flügel- deckenrand, die Form \'on Kopf und Halsschild der neuen Art zeigen ohne weiteres die Prothvriia-Odoiilochila-ChiiT-dk-
*) C. Davisuni G. hat den Flügeldeckenrand auch ziemlich abschüssig» aber nur mäßig glänzend, daher lange nicht so scharf von der Scheibe abgehoben. Die Flügeldecken haben annähernd die Form der C. triguttata H., die Skulptur ist auf der hinteren Hälfte ungefähr ebenso dicht, auf der vorderen dichter (im ganzen also in der Mitte zwischen der von C. triguttata und prothi/moide-s stehend). Die Gesamtfarbe der Oberseite ent- spricht etwa der von C. Belli umhropolita tn., nur sind die dunklen Wische weniger ausgebildet.
Stett. entomol. Zeit. l'JUö.
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tere. Die Stirn trägt auf der Scheibe zwei kleine violette Makeln. Überall, wo das bräunliche Kupfer der Oberseite an blau oder cyan stößt, zeigt sich mehr oder minder ein feiner grüner Saum dazwischengeschoben. Die Pronotal- furchen sind (ebenso wie die Flügeldeckenpunkte) von der Farbe der Scheibe. Die Flügeldeckenskulptur ist auf der vorderen Hälfte sehr dicht (wenn auch nicht siebförmig) ; nur selten fließen jedoch einmal zwei Punkte zusammen. Die großen Grübchenpunkte der Nahtreihe stechen sehr hervor, ähnliche Grübchen stehen vereinzelt irregulär in variabler Zahl auch auf den übrigen Flügeldecken-Partien. Die vier ersten Fühlerglieder sind wie bei C. Davisoni G. dunkel ohne deutlichen Metallglanz, das dritte und vierte nur sehr schmal (dort breit) distal rötlich gefärbt.
Das ^ hat (Zufall ?) ein helles vorletztes Glied der Lippentaster. Seine Oberlippe ist erheblich kürzer als beim $, vorn breit quer abgestutzt und ohne deutlichen Zahn.
Neue indomalayische Rüsselkäfer,
vorwiegend aus Madras und Borneo.
\(ui Dr. H.. .fi. Heller. Dnsd.Ti. ]\lit oiinT Tatel.
Anlaß zur folgenden Veröffentlichung neuer Formen, aus dem indomalayischen Faunengebiete, gaben mir Be- stimmungssendungen, die ich einesteils von Herrn J. H. A n d r e w e s in London erhielt und die fast ausschließlich die von seinem Neffen H. L e s 1 i e A n d r e w e s im westlichen Madras (Nilgiri Hills) gemachten Sammlungen umfaßten, anderenteils mir von Herrn Direktor JohnHewite zugingen und aus dem Museum in Sarawak herrührten.
Die Untersuchung dieser Arten führte aber hin und wieder dazu, noch andere ähnliche, oder solche von gleicher
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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Herkunft zu vergleichen und zu beschreiben, so vor allem eine Reihe von Arten, die von Herrn John W a t e r - s t r a d t im (iebiete des Kina Balu gesammelt worden sind und teils durch die Firmen Dr. Staudinger und Bang- Haas, Blasewitz, und H. Rolle, Berlin, in den Handel und somit auch in die Sammlung des Dresdner Museums ge- langt waren. Da auch von den Rüsselkäfern von erst er- wähnter Herkunft in dankenswerter Weise von den Herren J. H. Andre wes und Direktor Hewite von jeder Art mindestens ein, oder zwei Exemplare dem Dresdner jMuseum überlassen wurden, so sind daselbst alle hier bekannt gegebenen Arten in typischen Exemplaren vorhanden.
Das für die Systematik gewonnene Ergebnis dieser Studie mag folgender Überblick ermöglichen :
Curculionidae adelognathae.
1. Asiycophobus aurovittaiits sp. n. Madras.
2. Astycophilus ocidatits sp. n. Madras.
Apocyrtidins g. n.
3. Apocyrtidins chlurophaniis sp. n. Bornen.
4. Episomits marshaUi sp. n. Ton k in.
5. ,, nilgirinus sp. n. Madras.
Curculionidae phanerognathae.
SyiDHcridcs.
6. Trachodcs acutangulus sp. n. Madras.
7. Styanax continentalis sp. n. Madras.
8. ,, nwrosiis sp. n. Sumatra.
9. ,, anthracinus sp. n. Sumatra.
Cepurellus g. n. IG. Cepurellus dajacus sp. n. Borneo.
11. Dysccrus andrein'esi sp. n. Madras.
12. ,, sparsus sp. n. Borneo.
13. ,, lateralis sp. n. Borneo.
14. ,, cervinus sp. n. Sumatra.
15. ,, sparsutus sp. n.
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i6. Nanophyes belli sp. n. Madras.
17. Apodcrus indicus sp. n. Madras.
18. ,, nelligrinus sp. n. Madras.
19. ,, nigroaeneus sp. 11. Borneo.
20. ,, fenestrattis sp. 11. Borneo.
21. ,, rufohasalis sp. n. Borneo.
,, spectruniSf oWh.. = Diatelium spectr umiy oWh.) = D. wallacei Pasc. {Scaphidiidael )
22. Attelabus (Paramecolobus) obliquus sp. n.
23. ,, [Lamprolabus) unifonnis sp. n. u. var.
geniculatus n.
24. Aleides hexamitosus sp. n. Borneo.
25. ,, taeniatus sp. n. Madras.
26. ,, diadenia sp. n. Madras.
27. ,, geminus sp. n. Pondicherry.
28. ,, impressus sp. n. Pondicherry.
29. ,, vinculosus sp. n. Madras.
30. ,, molitor sp. n. Madras.
31. ,, nocens sp. n. Madras.
32. ,, audax sp. n. Madras.
33. ,, laetus sp. n. Borneo.
34. ,, tapirus sp. n. Borneo.
35. ,, crenatidens sp. n. Borneo.
36. ,, subvirens sp. n. Borneo.
37. ,, morio sp. n. Madras.
38. Desmidophorus saravacanus sp. n. Borneo.
Cyphomydica g. n.
39. Cyphomydiea megaealles sp. n. Madras.
40. Eetatorhinus nanus sp. n. Borneo.
41. Nauphaeus nebulosus sp. n. Salomo J.
42. Nauphaeus linearis sp. n. Borneo.
Squamipsichora g. n.
43. Squamipsichora araneola sp. n. Madras.
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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44- Omotemnus nanus sp. n. Borneo.
45. Ommatolampus hewitei sp. n. Borneo.
46. ,, haemorrhoidalis borneensis subsp. n. ,, germari = [dajacus m.).
47. Poteriophorus stellatus sp. n. Borneo. Eugühopus [lugubris Faust) = vittatus Boh.
48. Cercidoccrtis prodioctoides sp. n. Borneo.
49. ,, interruptolineatus sp. n. Borneo.
50. Rhahdocnepiis stülata sp. n. Borneo.
Astycophobus aurovittatus sp. n.
Aterrimus, lateribus, elytrorum margine laterali nigro excepto, auro-vittatus; rostro latitudine vix longiore, lateribus antrorsum subconvergentibus, utrinque carinulato, in medio sulcato, capite lateribus margaritaceo-squamosis ; prothorace granuloso, linea mediana sulcata ac glauco-viridi-squa- mosa; scutello subtransverso, chloro-squamoso ; elytris lati- tudine duplo longioribus, tenue punctato-striatis, striis ad basin brofundioribus, spatiis planiusculis, scabrosis, secundo primo latiore ; corpore subter margaritaceo-, femori- bus plus glaucescenti-squamosis.
Long. tot. 8 (c?)-i3.5 (9). lat. 2,5 (c^)-5 (9) mm.
Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills.
Die vor den Augen nach unten gebogene Fühlerfurche verweisen die Art in die von Faust*) aufgestellte Gattung.
Erst die Zukunft wird lehren, ob Faust in der Aufteilung in Gattungen nicht zu weit gegangen ist, denn schon sein Astycophobus cretaceus stimmt inbezug auf das Gattungs- merkmal des an der Spitze kaum ausgerandeten Rüssels nicht mit griseus Desbr. überein, so daß nur der Verlauf der Fühlerfurche und die an der Spitze innen nicht ver- breiterten Hinterschienen als Merkmal bestehen bleiben, von welchen das letztere auch nur bei direktem Vergleich
*) conf. Faust, Deutsche Eni. Z. 1897, p. 348. Stett. entomol. Zeit. 1908.
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der verschiedenen Gattungsvertreter einigermaßen richtig beurteilt werden kann. Im übrigen ist die neue Art, die etwas an flavovittatus Fairm. erinnert, leicht kenntlich; sie ist tief matt schwarz und zeigt außer einer feinen lachs- blauen Beschuppung längs der Halsschildmittellinie, auf dem Schildchen und längs dec Nahtrandes, so wohl auf den Seiten des Halsschildes als auch der Decken eine goldige Beschuppung, die auf den Decken in zwei vorn und hinten miteinander verbundene Längsstreifen geteilt ist. Der sie trennende schwarze Seitenrandstreifen schließt die Schulterbeule ein, geht dann über den 6. Streifen als feine Linie auf das 6. Spatium über, um dessen ganze Breite auszufüllen und endet, sich verjüngend, am 3. Deckenstreifen. Der Rüssel ist kaum länger als breit, zeigt eine tiefe Mittel- furchc und 2 Seitenkielchen. Das Halsschild ist breiter als lang, hat gerundete Seiten, die größte Breite etwas hinter der Mitte und eine grobe dichte, aber gleichmäßige Körnung, jedes Korn trägt einen Porenpunkt. Schildchen lachsblau beschuppt, fast quadratisch, seine Hinterecken verrundet. Flügeldecken fein gestreift-punktiert, die Streifen nach der Wurzel zu eingedrückt, ihre Puykte daselbst dichter gedrängt, jede an der Spitze einzeln etwas vorgezogen und fein grau behaart. Unterseite perlenartig schimmernd weiß, Beine bläulich beschuppt. Vorderschienen innen mit einer Reihe spitzer Dörnchen, beim (^ außerdem fein und sehr lang bewimpert.
2. Astycophilus oculatus sp. n. ,^, $.
Astycophilo chincnsi Fairm.*) similis, thorace sub- tilius granuloso, oculis plus convexis, scutello latiore, elytris spatiis granulosis etc. differt. Niger, elytris plus minusve laete viridi-squamosis ac sulphureo-pruinosis, dorso macu- laque triangulari, laterali, supra segmentum primum ab-
*) Ann. Soc. Ent. France 1889, p. öl. Stett. outomol. Zeit. 1908.
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dominalem, denudatis; rostro latitudine vix, aut pauUo longiore, ut capite crebre ruguloso-punctato, sulco mediano in medio dilatato; prothorace globoso, in $ fere sphaerico, basi acute marginato, crebre subtiliterque granuloso; elytris punctato-striatis, striis etiam ad basin spatiis angustioribus, punctis minutis in elytrorum dimidia parte basali carinulis transversis separatis, spatiis distincte irreguläre pluri-seriato- granulosis ; corpore subter albido-squamoso ac remote sericeo- setoso; femoribus anticis incrassatis, tibiis anticis margine interno remote denticulatis.
Long. 9 — 14, lat. 3 — 4,5 mm.
Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills, Ouchterlony Valley, VI, VII, altitudine 2500 — 3500 ped.
Schwarz, an den Seiten mehr oder weniger hellgrün beschuppt und schwefelgelb bestäubt, auf dem Rücken schwärzlich, oder nur hie und da in den Punktstreifen gelb- lich, dort wo die Schenkel die Flügeldecken streifen eine dreieckige, schwarze, kahle Makel. Rüssel nicht, oder nur wenig länger als breit, die IMittelfurche in der Mitte ver- breitert. Kopf fein runzelig-punktiert. Zweites Glied der Fühlergeißel länger als das erste, 3. — 6. Glied kurz elliptisch, wenig länger als dick, Keule weniger spitz wie bei A . chinensis Fairm. Augen kugelig gewölbt, ihr Scheitelpunkt, die Kopf- seiten fast um die Breite der Vorderschienen überragend. Halsschild kugelig, wenig länger als breit, oder so lang wie breit, dicht und fein gekörnelt, jedes Körnchen mit einem nach vorn gerichtetem Börstchen, Basalrand fadenförmig erhaben. Flügeldecken parallelseitig, punktiert-gestreift, die Streifen überall viel schmäler als die Spatien, ihre Punkte sehr fein und auf der Basalhälfte der Decken durch ein feines Querleistchen getrennt. Spatien dicht gekörnelt (bei chinensis Fairm. glatt). Unterseite graulich weiß be- schuppt mit zerstreuten, gebogenen, weißen Härchen, Seiten der Brust und Schenkel an der Oberseite zuweilen mit
Stett. entonioi. Zeit. 1908.
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grünlichen Schüppchen, meist aber bis auf die feine zer- streute Behaarung abgerieben, schwarz.
Außerdem gehören in diese von Faust in der Deut- schen Ent. Zeitschrift p. 348 errichteten Gattung chryso- chlorus Wied., jlavoviUatus Pasc. ( = IV-virgatus Desbr.) und chinensis Fairm.
Apocyrtidius g. n. Genere Apocyrics Erichs, affinis, sed antennarum scapus ut in genere Pachyrrhyncho Germ, brevis. Ocuh globosi, supra profunde circumfurcati. Sutura episternalis meta- thoracis tota conspicua. Stria nona elytrorum basi haud sulcata. Femora clavata, abdomine distincte superantia. Tibiae haud compressae, anticae margine iriterno remote seriato-denticulatae .
Die drei nahe verwandten Gattungen der Pachyrrhyn- chidae lassen sich demnach wie folgt unterscheiden :
a^ Fühlerschaft kurz, den Thoraxvorderrand nicht
erreichend, b^ Episternalnaht der Hinterbrust der ganzen Länge
nach deutlich, c^ Augen flach, Schienen mehr oder weniger kompress. Pachyrrhynchus Germ.
c. Augen halbkugelig, am Oberrand tief umfurcht. Schienen nicht kompress Apocyrtidius g. n.
b. Episternalnaht der Hinterbrust nur vorn deutlich, im übrigen Teil verstrichen.
d^. Fühlerschaft den Hinterrand der Augen nicht erreichend, Augen vorgequollen. Schienen mehr oder weniger kompreß, neunter Deckenstreifen an der Wurzel furchenartig vertieft . . .Pantorhytes Faust.
d. Fühlerschaft den Hinterrand des Auges erreichend, oder etwas überragend, Augen flach, i. und 2. Geißel- glied verlängert, Schienen nicht kompreß
Sphenomorpha Behrens.
Stett. cutomol. Zeit. 1908.
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a. Fühlerschaft den Vorderrand des Halsschildes er- reichend, Episternalnaht der Hinterbrust nur vorn deutlich, i. und 2. Geißelglied verlängert, Schienen nicht kompreß Apocyrtus Erichs.
3. Apocyrtidius chlorophanus sp. n.
Niger, pedibus, tarsis femoribusque, apice nigris exceptis, sanguineis, elytris maculis chlorophanis, magnitudine diversa, irregulariter adspersis, in seriebus duabus, una mediana, altera anteapicali, indistincte ordinatis; rosto dorso fovea, ante apicem et ad basin profunde transverso-sulcato, ut fronte parce chloro-squamoso ; antennis robustis, funiculi articulis ab secundo transverso-moniliformibus ; prothorace longitudine latiore, sphaerico, squamulis parcis chlorophanis subcruciatim ordinatis; elytris breviter ovatis, convexis, seriato-punctatis, spatiis ut sutura subtilissime remoteque seriatim albo-setosis ; corpore subter chlorophano-squamoso, abdomine in parte mediano nigro, glabro.
Long. tot. II ((^)— 13 (?), lat. 4—5 mm.
Patria. Borneo, mons Kina Balu, J. Waterstradt legit.
Schwarz, mit hellgrünen Schuppenmakeln, Beine rot, Schenkelspitzen und Tarsen schwarz. Gestalt ungefähr wie die von Pachyrrhynchus monilifer Germ., das Hals- schild jedoch relativ schmäler, die Decken des Männchens gestreckter elliptisch. Rüssel i^mal so lang wie breit' über der Fühlerinsertion mit einer tiefen Querfurche, in der Mitte zwischen dieser und dem Augenvorderrand eine zweite, etwas stumpfwinkelig geknickte Querfurche, Rüssel- rücken zwischen den zwei Querfurchen mit länglich vier- eckigem, tiefen Eindruck und so wie die Stirn sparsam mit grünen Schüppchen bedeckt. Fühler fein und sparsam weißlich behaart, das erste Geißelglied doppelt so lang wie breit, die folgenden kugelig, vom dritten ab leicht quer, Keule oval, doppelt so lang wie dick. Augen halbkugelig,
Stctt. entomol. Zeit. 1908, 9
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am Oberrand sehr tief umfurcht. Halsschild kugelig, leicht quer, seine größte Breite etwas vor der Mitte, an den Seiten, am Vofderrand ein Querstreifen, in der Mitte und die Mittel- linie sparsam grün beschuppt. Flügeldecken eiförmig, gewölbt, die Punktstreifen nur an der Spitze etwas ein- gedrückt, unregelmäßig mit größeren und kleineren grünen Punktmakeln bedeckt, die sich in der Deckenmitte, zu- weilen auch vor der Deckenspitze zu einer undeutlichen Querlinie anordnen; an der Wurzel des zweiten Spatiums scheint ein größerer grüner Punkt stets vorhanden zu sein. Spatien, namentlich im Spitzenteil, mit entfernt gereihten, feinen weißlichen Härchen, ebenso die Beine sparsam weiß behaart. Unterseite mäßig dicht grün beschuppt, der mittlere Teil des Hinterleibes glatt, schwarz.
4. Episomus marshalli sp. n.
Fuscescenti-squamosus, capite thoraceque lateribus macu- laque subquadrata humerali in elytrorum dimidia parte basali, ad latera continuata, albido-squamosis, fascia post- mediana obscuriore fusca; rostro quadrato, E. rauco Faust simile furcato; prothorace basi bisinuato, sulco mediano ante abbreviato; scutello distincto, obovato; elytris breviter ovatis, sutura spatio secundo quartoque subcostatis, humeris spatioque nono supra metasternum subcallosis; corpore subter plus minusve fuscescenti, femoribus apice albo- squamosis.
Long. 16 — 18, lat. 5 — 6 mm.
Patria. Tonkin, montes Mauson, IV. — V. altitudine 2 — 3000 ped. H. Fruhstorfer legit.
Da der Deckenseitenrand bei dieser Art von der Wurzel ab blaß rostbraun gefärbt ist, würde sie nach Fausts Ta- belle (Horae Soc. Ent. Ross. XXXI, 1897, p. 90—201) in die fimbnatus-Gruppe zu stellen sein. Die lu)ckerartigen Beulen an den Schultern und an der Wurzel des 9. Spatiums hat
Stctt. cntoiuol. Zeit. 190S.
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sie nur mit humeralis Chevr. gemein, dem sie im übrigen jedoch wenig ähnelt. Sie ist allein schon durch die Färbung von allen anderen Arten der Gattung zu unterscheiden, indem diese vorherrschend nußbraun, an den Kopf- und Hals- schildseiten, so wie an der Deckenwurzel, nach innen bis zum 2. Punktstreifen weiß ist, so daß sich die braune Dorsal- färbung des Halsschildes streifenartig auf die Decken fort- setzt. Die weiße Beschuppung der vorderen äußeren Decken- hälfte setzt sich hinter der Mitte in Form einer verwaschenen Querbinde über die Naht hin fort und wird am Hinter- rande von einer dunkelbraunen wellig gebogenen Quer- binde begrenzt. Form und Skulptur des Rüssels der von E. raucus sehr ähnlich. Erstes und zweites Geißelglied gleich lang, das dritte quadratisch, die folgenden quer, an Länge abnehmend, das siebente konisch, in der Spitzen- hälfte schwarz. Das grob runzelige Halsschild etwas quer, mit einer vorn abgekürzten Mittelfurche. Schildchen ver- kehrt eiförmig. Flügeldecken bei der Seitenansicht fast halbkreisförmig gewölbt, an der Wurzel niedergedrückt, die geraden Seiten nach hinten zu divergierend, ihre größte Breite hinter der Mitte, die Naht und das 2. und 4. Spatium rippenartig gewölbt, mit gelblich braunen größeren Schüpp- chen sparsam besetzt. Unterseite so wie der Deckenrand hellbraun, die Schenkelspitzen weißlich beschuppt.
Die Art ist dem ausgezeichneten Kenner afrikanischer Curculioniden, Herrn Guy R. K, Marshall, gewidmet.
5. Episomus nilgirinus sp. n.
Episomo aemulo Faust parum affinis, dorso, limbo externo elytrorum femoribusque in dimidia parte basali pallide fusco-brunneis (in $ pallidioribus) , lateribus, in medio lobatim dilatatis, maculaque ante declivilatim pallide subvirescentibus ; rostro longitudine latitudine aequali, fronte post oculos transversim paullo impressa, sulco mediano
Stett. entomol. Zeit. 1908. 9*
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inter ociilos et ad apicem foveolatim dilatato; antennis funiculi articulo tertio latitudine longiore, 6 ^ quadrato, prothorace basi vix bisinuato, dorso vittis diiabus indistinctis pallidioribus ; scutello rotimdato, antice sutiira band incluso; clytris striato-punctatis, spatiis in disco punctis aequilatis, punctis compluribus in fundo maculaque ante declivitatem plus minusve roseo- aut vinaceo-squamosis ; corpore subter viridi-, lateribiis plus vinaceo-squamosis; mesosterno inter coxas intermedias, in parte anteriore, tuberculato-declivi ; femoribus in dimidia parte basali fumatis; maris tibiis posticis apice in fronte processu laminiforme armatis.
Long. 15 {3)-i7 (?). lat. 5,5 {^)~7 (?) mm.
Patria. Madras, occidentalis, Nilgiri Hills, Ouchterlony Valley, VI. — VIII., altitudine 2500 — 3000 ped.
Eine mit aemulus Faust etwas verwandte Art, das Halsschild an der Basis sehr schwach zweibuchtig, Meso- sternum ähnlich wie bei cxaratus Faust, vor den Mittel- hüften höckerartig abgesetzt. Rüssel so lang wie breit, Dorsalfurche zwischen den Augen und an der Spitze grübchen- artig erweitert, Stirn hinter den Augen leicht quer einge- drückt. Drittes Glied der Fühlergeißel etwas länger, 6. so lang wie breit. Halsschild querrunzelig, beiderseits der zwei mittleren Längsleisten heller beschuppt. Schildchen rund, vorn nicht von der Naht umschlossen. Flügeldecken gereiht-punktiert, die Zwischenräume kaum breiter als die etwas flachen, runden Punkte und im Spitzendrittel etwas gewölbt, Punkte hie und da auf dem Grunde mit perlmutterartig rosa und grünlich schillernden Schuppen (am deutlichsten an der Wurzel des Nahtstreifens), so daß die obcrseits bräunlich, nach der Spitze zu verwaschen angehauchten Decken sparsam hell gereiht-punktiert er- scheinen. Seiten der Decken mit hellgrüner, weinrot schil- lernder, in der Mitte nach innen zu lappenartig erweiterter Beschuppung, Deckenrand vom äußersten Punktstreifen ab, fast der ganzen Ausdehnung nach bräunlich, vor der
^tetf. eiitomol. Zeit. 1908.
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Abschrägung jede Decke auf dem i. (oder auf dem i. und 2. Spatium) mit einer hell beschuppten Makel. Unterseite in der Mittellinie grünlich, nach den Seiten zu, sowie die Schenkel in der Basalhälfte bräunlich rosa schimmernd.
6. Trachodes acutangulus sp. n. Taf I Fig. i. Niger, pallide ochraceo-, partim fuscescenti-squamosus, thorace elytrisque fasciculato-tuberculatis ; rostro thorace vix longiore, in dimidia parte apicale subtiliter punctato, linea dorsali laevi, in dimidia parte basah squamoso; an- tennis rufescentibus, funiculi ariticulo sccundo prmio lon- giore ac tenuiore; oculis squamulis superciharibus circiter sex erectis; prothorace transverso, lateribus ante niedium rotundatis, in dimidia parte basali sinuatis, angulis posticis acute productis, elytris incumbentibus, margine basali in medio impresso, utrinque pone lineam medianam. tuber- culis remote seriatis tres, praetera utrinque pone tuber- culum medianum altero antemediano; elytris thorace paullo latioribus, punctato-striatis, dimidia basali fuscescenti, re- liquis palhde ochraceo-squamosis, macula laterali, ante apicali, nigra, sutura squamulis majoribus erectis, remote- seriatis, spatio secundo quartoque tuberculis fasciculatis tres, in- sexto duobus minoribus; femoribus tibiisque annulo mediano fusco.
Long. 5—5.5. l^^t. 2,3—2,5 mm.
Patria. Madras occidentalis, Nilgiri Hills, Bcating, altitudine 6000 ped., communis.
Trotz der auffallenden Halsschildbildung und trotzdem die Gattung Trachodes bisher von Indien noch nicht nach- gewiesen ist, stehe ich nicht an, diese neue Art vorläufig zu dieser Gattung zu stellen, so gut stimmt sie in allen Merkmalen mit dieser überein. Sie ist von allen bisher bekannten die größte, schwarz, dicht lehmgelb, die vordere Deckenhälfte so wie ein Ring um die Mitte der Schenkel
Stett. entoraol. Zeit. 190S.
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und Schienen mehr bräunhch beschuppt. Rüssel röthcli- braun, in der Apikaihälfte fein zerstreut-punktiert mit glatter Rückenlinie, in der Basalhälfte mit feiner Mittel- leiste und lehmgelb beschuppt, einige entfernt gereihte Schüppchen größer und aufgerichtet. Fühler rötlich, das 2. Geißelglied länger und schlanker als das i., die 3 folgenden untereinander ziemlich gleich lang, kurz oval, die letzten 2 wenig an Größe zunehmend, Keule so lang wie die 3 vor- hergehenden Geißelglieder zusammengenommen. Augen am Oberrande mit 6 — 7 aufgerichteten langen Schüppchen. Halsschild quer, mit Augenlappen, Seitenrand vorn ge- rvmdet, in der unteren Hälfte tief bogenartig ausgeschweift, die Hinterecken lang und spitz vorgezogen, den Decken aufliegend, beiderseits der etwas gebräunten Mittellinie mit je einer Reihe von 3 Schuppenhöckern und außerdem noch mit einem beiderseits vor dem mittleren Höcker, im ganzen also 8. Halsschildbasis in der Mitte eingedrückt, beiderseits ausgebuchtet. Schildclien unsichtbar. Decken etwas länger als breit, ihre Seiten in den basalen zwei Dritteln ziemlich parallel, dann konvergierend und an der Spitze breit ab- gestutzt, punktiert-gestreift, das 2. und 4. Spatium mit je 3 entfernten Schuppenhöckern, von welclien, die auf dem 4. Spatium, der i. gegen den auf dem 2. Spatium etwas nach hinten, die anderen 2 nach vorn gerückt erscheinen, 6. Spatium in der Mitte mit zwei kleinen Höckern in der Mitte. Naht mit entfernt gereihten, großen, abstehenden Schuppen, ein kleiner Fleck im ersten Viertel schwärzlich. Schenkel mit feinem, etwas fleckenartig aufgelöstem, Schienen mit breitem braunen Querring in der Mitte, ebenso ihre Spitze braun.
7. Styanax continentalis sp. n. Oblongus, aterrimus; rostro crebre ruguloso-. capite confertim punctato; prothorace basi truncato, subtrans-
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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verso, angulis posticis subobtusis, maxima latitudine in medio, confertim granoso, granulis setuligeris; scutello subrotundato; elytris latitudine sesqui longioribus, striato- pimctatis, spatiis punctis paullo latioribus ac minutissimc seriato-granulosis, secundo quartoque tuberciilis 4 — 5 remote seriatis, tuberculo basali in spatio secnndo elliptico ac granu- loso, Stria quarta quintoque basi intrusis; femoribus tibiisque riide punctatis, inermibus, tibiis anticis ante medium paullo dilatatis.
Long. 9, lat. 4 mm.
Patria. Madras occidentalis, Nilgiris, Naduvatam, W. Rowson (Entomologist to Govt. of India) leg. V. 1904.
8. Styanax morosus sp. n.
Elongatus, aterrimus; rostro rüde ruguloso-punctato, linea mediana laevi, inter antennas foveolata; prothorace subtransverso, lateribus in dimidia parte basali parallelis, angulis posticis acutis, basi bisinuato. confertim (moro instar) granuloso; elytris latitudine duplo longioribus, basi, praesertim spatio quinto, obtusangulatim productis, striato- punctatis, punctis ad latera oblongis, spatiis latioribus, spatiis irregulariter uniseriatim granulosis, spatio secundo ad basin tuberculo oblongo, granuloso, apicem versus tuber- culis minutis, remotis, circiter tres, spatio quinto apice tuber- culo oblongo majore; femoribus anticis dente magno, inter- mediis posticisque minutissimo armatis; tibiis anticis ante medium _acute dentatis; femoribus posticis segmento ab- dominali secundo vix superantibus.
Long. tot. 13, lat. 4,5 mm.
Patria. Insula Sumatra (ex coli. J. Faust).
9. Styanax anthracinus sp. n.
Elongatus, aterrimus, rostro utrinque subbicarinulato, crebre ruguloso-punctato, in medio foveolato; prothorace latitudine longiore, latitudine maxima in medio, angulis
Stett. entomol. Zeit. 1908.
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posticis subobtusis, crebre granulöse; scutello rotundato, üchraceo-piloso ; elytris latitiidine dviplo longioribus, basi tnincatis, spatio quarto basi denticulato-producto, punctato- striatis, spatio secundo quartoque subcostulatis, singulis tuberculis graniilosis remotis quinqiie, maximis spatii sccundi in basi et qiiarti in apice ; corpore subter confertim punctato, parce ochraceo-piloso; femoribus posticis segmenti ab- dominalis quarti marginem posticum attingentibus, rüde ruguloso-punctatis, anticis dente manifesto, intermediis mi- nnto, posticis vix armatis, tibiis anticis margine interno seriato-granulosis .
Long. tot. 14, lat. 5 mm.
Patria. Insula Sumatra (ex coli. Dr. Richter in coli. Faust) .
Die bisher bekannten x\rten, von denen ich carhonaria
Pasc, nur aus der Beschreibung und Abbildung (Journ.
Linn. Soc. London 1871, p. 165) kenne, lassen sich nach
folgenden Merkmalen unterscheiden :
A^ Vorderschenkel bewehrt. .
B^ Hinterschenkel das zweite Bauchsegment niclit
überragend. C^ Flügeldecken nur an der Spitze des 4. Spatiums*) mit einem Tuberkel, an der Spitze schwach aus- gerandet, Vorderschienen in der Mitte mit großem
Zahn. — Sumatra carbonaria Pasc.
C. Flügeldecken außer an der Spitze des 4. Spatiums auch auf dem 2. Spatium an der Basis und zu Be- ginn der Deckenabschrägung mit Tuberkeln. Das gekörnelte Tuberkel an der Basis ist ganz rand- ständig und an der Wurzel am breitesten. Vorder- schienen am Innenrande in der Mitte mit spitzem Zahn. — Sumatra morosa m.
*) Pascoe zählt die Naht mit und sagt daher: ^^patio quinto postice tuberculo instructo.
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B. Hinterschenkel den Hinterrand des 4. Bauchseg- mentes erreichend, Decken doppelt so lang wie breit, 2. Spatium mit einer Reihe von 5 entfernten, gekörnelten Tuberkeln, 4. Spatium mit ungefähr ebensoviel kleineren, das letzte Tuberkel aber das größte von allen, Vorderschienen am Innenrande gekörnelt. — Sumatra anthracina m.
A. Alle Schenkel unbewehrt.
Decken nur 1 14 mal so lang wie breit, auf dem 2. Spatium mit einer Reihe von Tuberkeln, deren größtes länglich und nahe an der Decken- wurzel liegt, 4. Spatium mit ungefähr 4 gleich großen Tuberkeln. Vorderschienen in der Mitte etwas verbreitert. — Madras continentalis m.
Cepurellus g. n.
Hyperidarum prope Cepurus Schönh.
Rostum robustum, capite duplo, latitudine circa triplo longius. Antennae scapo oculos vix attingente, funiculo articulis duabus primis aequilongis, parum elongatis, reliquis transversis. Oculi in fronte approximati. Prothorax trans- verso-trapezoidalis, lateribus paullo rotundatis, angulis posticis acutis. Scutellum minutum, punctiforme. Elytra thorace latiora, basi truncata, humeris obtusis, decies- striata, sat convexa, lateribus parallelis, margine laterali supra episterna metathoracis dilatata. Prosternum post coxas anticas haud tuberculatum.
Die neue Art, auf die diese (iattung errichtet wurde, ist nicht nur Cepurus nahe verwandt, sondern ähnelt auch sonst ziemlich dem Cepurus capiomonti Faust*) in (iröße und Fleckenzeichnung, kann aber wegen ihres Rüssels, dessen Länge bei der Klassifikation der Hyperidae eine wichtige Rolle spielt, nicht in dieselbe Gattung gestellt
*) Deutsche Ent. Zeit. 1882 p. 2(58. :tett. eutomol. Zeit. 1908.
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werden. Neben dem, ähnlich wie bei Chloropholus dreimal so langen wie breiten Rüssel, unterscheidet sich Cepuyellus noch von Cepurus durch schmälere Augen, die 2'/3 mal so hoch als lang sind, ferner durch das sehr kleine punkt- förmige Schildchen, durch den über den Seitenstücken der Hinterbrust verbreiterten Deckenrand, durch den Mangel eines Höckers hinter den Vorderhüften und das stark quer- trapezoidale zweite Ghed der Hintertarsen. Typus der Gattung, ist:
10. Cepurellus dajacus sp. n.
Ovatus, niger, dense rosaceo-albido, partim